Indiana Tribüne, Volume 18, Number 193, Indianapolis, Marion County, 1 April 1895 — Page 2
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Jzidiana Tribüne.
Erscheint Täglich und Sonntags. Die tägliche .Tribüne- kostet durch den Tröger 32 Cents per Woche, die SonntagöTribüne' ö CentS per Woche. Beide zufimmea 15 Cents oder Z SentS per Dkonat. Per Post außerhalb der Zktadt juzelchickt in Vorausbezahlung V per tjahr. Vfft, 13 Süd Alabama Strabe. Indianapolis, 3nd., 1. April 1895. Der Einiger Deutschlands Von MilK1rn Ldanklnann. Copyright 1S95 bv the Author. ' Otto von Bismarck wurde am 1. Ülpril 1815, also wenige Monate vor der Schlacht bei Waterloo. auf dein elterlichen Stammgut: Schönhausen in der Mtmark geboren. Der Vater, Ferdinand v. B., war ein Landedclmann des alten Schlages, weniger in fctt Wissenschaften, als in Wald und Ws--. ViSmarck ali Knuts. Feld bewandert, ein derber Reiterofficier. der im ZZeldzuge von 1792 Pulver gerochen und sich ein Jahr später ouf sein Gut zurückgezogen hatte. Die Mutter war ewe Bürgerliche, die schöne, feingebildete und geistig hervorragend veranlagte Louise Wilhelmine Menken, Tochter eines BerUner Cabikietsraths. Sie wurde im Jahre 1806 vlS Sechszehnjährige von Ferdinand heimgeführt. De? Ehe entsprossen sechs Kinder, von denen drei früh starfcen. Die Ueberlebenden waren Bernhard, der spätere Landrath, dann unser Otto und Malwine, spätere von Llrnim, Bismarck's einzige von ihm hochverehrte Schwester. Die Mutter erkannte frühzeitig! die ungewöhnliche Begabung ihres Sohnes Otto, be stimmte ihn für die diplomatische Laufbahn und richtete den Unterrichtsgang demgemäß ein (Bismarck lernte schon als Knabe fließend französisch und englisch sprechen). Beide Brüder kaanen nach Berlin aufs Gymnasium und Otto erhielt vor noch nicht vollendetem siebenzehnten Jahre das Zeugniß der Reife. Es folgen jetzt die tollen" Jahre Bismarcks auf den Universitäten Göttingen und Berlin, seine Dienstzeit als Auskultator an den Gerichten zu Aachen und Berlin, sein Militärjahr und die Zeit, welche er als Verwalter ouf dem väterlichen Gute Kniephof in Pommern verbrachte. Vor vollendetem 20. Jahre hatte B. in Göttingen schon siebcnundzwanzig Duelle ausgefochten. Kniephof hatte den Beinamen KneipHof" erhalten, der Gutsherr hieß überall der tolle" Bismarck. In jener tollen" Zeit holte sich Bismarck auch den ersten' Orden, die Lebensrettungsmedaille. Mit Emse tzung seines eigenen Lebens errettete er seinen Reitknecht Hüdebrand vor dem Ertrinken. Die Kniephofer Freunde erklärten: Das konnte auch nur der t o n t Bismarck waaen. Nach des Vaters Tode im Jahre 1845 siedelte Bismarck nach Schonyau sen über, und bald darauf lernte er Johanna von Putkamer kennen, ein liebliches, feinsinniges Mädchen von 22 i f r'j ViSmaröl Mutter. 2:. v. BiZmarlk. Jahren, deren Herz er im Sturme gewann. ES ist eine ideale Ehe daraus geworden. Wer den ganzen Mann Bismarck kennen lernen will, der muß die an seine Gattin gerichtete Briefe lesen, in denen er sein ganzes Herz offenbart. Er macht sie zur Vertrauten aller seiner Sorgen, er gibt ihr die wichtigsten diplomatischen Geheimnisse preis, er spricht sich auf's Freimüthigst über die Hofintriguen, ja selbst über den König aus. Eine Frau, die durch fünfzig Jahre der treueste Kamerad, die wahrhaft Vertraute des ganzenWirkens und Strebens eines solchen ungewöhnlichen Mannes blieb, mußte wahrlich eine ungewöhnliche Frau sein. Räch Jahrzehnten schrieb er an einen intimen Freund: Sie ahnen nicht, was diese Frau aus mir gemacht hat." Junker und Städtevertllgcr". ' Bismarcks Eintritt in die Politik erfolgte am 11. April 1847 als Mitglied des vereinigten Landtages. Er entpuppte sich dabei als echter Junker, reaktionär bis in's Mark, königstreuer als der König felbst. Er bekämpfte das Verlangen, nach einer constitutionetten Regierung und trat sogar dem Antrage entgegen, den Juden die politische Gleichberechtigung zu gewähren. Räch einigen Monaten traf Bismarck auf der Hochzeitsreise in Venedig mit Friedrich Wilhelm IV. zusammen. 'B. entwickelte dem Könige gegen, über dieselben Ansichten, wie im Landtage. Der stockpreußische Junker Ux Altmark sprach das rücksichtswas der König selbst empfand. auszuführen waate. ftne "5jclni fand großes Gefallen an
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öem ihm so ergebenen .Vismar'ck, Her art, daß Letzterer, ohne es zu ahnen, die Anwartschaft auf ein preußisches Ministerpatent schon von Venedig heimbrachte. Es kam das Jahr 1843 mit seinen Berliner Märztagen und dem dem KL-
nige abgenothlgten Versprechen einer Verfassuna. Das brackte Bismarck nach Berlin. Er wurde Mitbegründer der ttreuzzeltung. Aus jener seit datirt sein Ausspruch: Die großen Städte, diese Herde der Revolution, sollte man sämmtlich vom rovooen vertilaen " Bis in das Jahr 1871 hinein hat ihn darauf hin der Spottname Städtevertilger" verfolgt. ES kamen die Tage des Frankfurter v laments. der Antraa der Kaiserkrone an ftriedrtä Wilbelm Seitens der Frankfurter (von Bismarck heftig, aber mit der klaren Einsicht belampsk, Daß die Durchführung unmöglich sei vom Könige dann auch abgelehnt). Es kamen die Debatten m der neuen preußischen Kammer über die Verfassung, dann die Demüthigung Preußens in Olmütz. In allen diesen Fragen blieb Bismarck der begabteste uno rücksichtsloseste Vertreter der preußischen Kronrechte. Seine Reden wurden heftiger, aber auch immer deutlicher. Von einem deutschen Reich, rn oem vas mächtige Preußen den Beschlüssen einer Reichsversammlung unterworfen werden würde, wollte er nichts wissen, auch die Union zwischen dem deutschen Bund und der österreichischen Gesammtmonarchie, ferner das sog. DreikonigsBündniß bekämpfte er mächtig. Für ihn gab es nur e i n Ziel: ein starkes. Biömarck Gattin. unabhängiges Preußen. Für dieses Ziel kämpfte er mit der ganzen brütalen Kraft, die in ihm wohnte. 0 Bund, du Hund"! Q Bund, Du Hund,. Du bist nicht gesund!" so hatte Heinrich Heine vom Bundestage gesungen. Auf den Barrikaden von 1848 wurde neben manchem Anderen auch der deutsche Bund vernichtet. Da lag der Hund (der Bund) also wirklich begraben! Aber nur auf kurze Zeit. Er lebte nämlich wieder auf und zwar zu einem echten Hundeleben. Kaum konnte sich 'das von den Russen in Ungarn gerettete Oesterreich wieder einigermaßen regen, als es den todten Hund" wieder in's Leben zurückzubringen suchte. Die kleinen deutschen Fürsten, welche nur zu begierig waun, ihr Schlaraffendasein unter dem Schutze der beiden deutschen Großmächte weiterzuführen, begllnstigten diese Wiederbelebungsversuche in der alleraufrichtigsten Weise. Nur Preußen wollte nicht mitthun, obschon statt des alten Fritzen ein Schwächling auf dem Throne saß. Da drohte Rußland, Friedrich Wilhelm capiwlirte und in Olmütz wurde die todte Bestie unter Preußens demüthigender Hebammenarbeit wieder in's Leden zurückgalvanisirt. Das geschah im November 1850, und, heute noch schämt sich jeder Preuße dieses zweiten Jena. Der Bund war also wieder da und selbstverständlich unter Oesterreichs Einfluß. Wie konnte es auch anders sein? Von Oesterreich hatten die kleinen deutschen Fürsten ja nichts zu fürchten, denn Oesterreichs SchwerPunkt lag außerhalb Deutschlands. Auch war Oesterreich allgemein als schwerfällig, schlapp, gutmüthig, schlecht gerüstet angesehen. So bornirt war auch der Minister des winzigsten deutschen Duodez Staates nicht, daß er nicht eingesehen hätte, daß Oesterreichs ganzes Interesse darin lag. AlleZ hübsch beim Alten und den Schlendrian, in welchem sich die kleinen deutschen Herrscher so wohl fühlten, fortbestehen zu lassen. Ganz anders jedoch erschien ihnen Preußen. Das war eine beständige Bedrohung. Zwar war es soeben in Olmütz schmählich zu Kreuie gekrochen, aber auf den damals von einem Träumer besetzten Thron konnte wieder ein Kerl vom Kaliber des alten Fritzen gelangen und den kleinen deutschen Königen, den Kurfürsten. Groß- und kleinen Herzogen, den Fürsten und Ferschten" die in allen Farben des Regenbogens gestreiften Höschen gründlich ausklopfen. Uebrigens mußten sich die deutschen Kleinstaaten auch sagen, daß Preußen auf der deutschen Landkarte schändlich mißhandelt worden war. Preußen bestand aus zwei von einander getrennten Theilen, zwischen welche sich Hannover, Kurhessen und ein halbes Dutzend kleiner Fürstenthümer einschoben. Derjenige deutsche Staat, welcher als größter und mächtigster allein im Stande war, die deutsche Küste zu schützen, war von der Nordsee vollständig abgeschnitten und des wichtigsten Stückes der Ostsee beraubt. Daß sich eine Großmacht eine derartige Beschränkung auf die Dauer nicht gefallen lassen werde, lag auf der Hand. Jedoch konnte eine Vergröße rung Preußens nur auf Kosten der Kleinstaaten geschehen. Die Jnteressengemeinsamkeit zwang deshalb die Mittelstsaten, die kleineren und' die ganz lunrpig kleinen, an die schwarzgelbe Herrlichkeit, welche einstmals die deutsche Kaiserkrone getragen hatte. Die 36 Staaten des deutschen Vun des hatten auf dem Bundestage zusammen 17 Stimmen, unter denen jedoch Oesterreich und Preußen über je nur eine geboten. In einer solchen Gesellschaft war für Preußen nichts zu holen. Es befand sich in der Rolle eines Angeklagten, der Richter. Staatsanmalt und Geschworene aearn sich hat
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und der kaum auf Jerkheidigung'An fpruch erheben konnte. Der Bund war also wieder da. Preußen mußte sich bei demselben dertreten lassen. Friedrich Wilhelm ernannte Bismarck dazu. Es war das die wichtigste politische That dieses Fürsten. Bismarck erkannte bald, daß dieser deutsche Bund ein hosfkiunaslos verdorbenes Staatswesen sei.
'daß Deutschland nur unter Preußens Führung zu einer ihm gebührenden j Machtstellung gelangen könne. Ihn beherrschte nur das .eine Princip: Oesterreich muß aus Deutschland hinaus, und wie Preußen mit dem Zollvereine scho seit zwanzig Jahren das immerhin recht ansehnliche commercielle Band um das nicht-österrei-chische Deutschland geschlungen hatte, so mußte auch Preußen im Rathe der deutschen Nation die Führerrolle spielen. Ob er damals schon an Düp!pel, Königgrätz und gar an Sedan dachte, wer weiß es? Jedenfalls tritt in jener Zeit das Wort Blut und Eisen" zum ersten Male auf. . Bismarcks achtjährige Thätigkeit in Frankfurt war eine ganz eigenartige. Auf die Beschlüsse des Bundestages konnte er mit seiner einen preußischen Stimme unter 17 nicht einwirken, sondern mußte sich darauf beschränken. iden Anmaßungen Oesterreichs forsch ! entgegenzutreten und an seine Regieruna in Berlin jene Berichte einzusenden, welche unter den professionellen Diplomaten so ungeheueres Aufsehen erregten. Aus diesen Berichten oieht hervor, daß der preußische Bevollmächtigte in Frankfurt sich gestattete, diejenige preußische Politik, welche er für richtig hielt, in scharfen Umrissen zu zeichnen. Das war ganz unerhört im bureaukratischen Preußen. Aber es gelang dem Kühnen, die damaligen Berliner Minister für seine Anschauungen zu gewinnen. Es ist Bismarcks Verdienst hauptsächlich, daß Preußen zu? Zeit des Krimkrieges nicht von Oesterreich in' Schlepptau genommen, wurde, und wieder war es Bismarck, welcher einige Jahre später, als Oesterreich egen Frankreich und Sardinien Krieg führte. Preußen vom Anschlüsse an Oesterreich bewahrte. In den Vierziger Jahren. Friedrich Wilhelm IV. war an Gehirnerweichung erkrankt und im Frühling 1859 trat Wilhelm als PrinzRegent die Regierung an. Es war eine seiner ersten Amtshandlungen, Bismarck an der Newa kaltzustellen. (B.'s eigener Ausdruck über seine Ernennung zum Gesandten in Petersbürg.) Wir müssen die dreijährige Amtswaltung in Petersburg und die sechsmonatliche als preußischer Gesandter in Paris übergehen, weil wir kein Buch, sondern nur einen Zeitungsartikel schreiben wollen. Für Bismarcks spätere Laufbahn ist der Pariser Aufenthalt unschätzbar gewesen. Er hat dort seinen späteren Gegner Napoleon gründlich kennen gelernt und ihn in Folge dessen später richtig beurtheilt. Wilhelm I. war am 2. Januar 1861, nach dem Tode des geisteskranken Bru ders, preußischer König geworden. Seit vielen Monaten wogte schon der Conflict in Berlin. Ein Ministerium nach dem anderen hatte sich abgewirth schaftet. Der König war bald regrungsmüde; es heißt, daß er zu Gunsten seines Sohnes damals abdanken wollte, wenn Bismarck die ihm am 23. September '62 angetragene Stellung als Ministerpräsident ausgeschlagen hätte. Aber Bismarck nahm an. und Wilhelm hat nie wieder nach einem anderen Minister zu suchen brauchen. Der Conflict. Der Zwiespalt zwischen Regierung und Volksvertretung in Preußen hatte schon seit einem 5lahre vor Bismarcks Eintritt in's Ministerium getobt, doch wurde derselbe durch B.'S Eingreifen bedeutend verschärft. Die FortschrittsPartei in der preußischen Kammer sah in der Ernennung des Reaktionärs und Städtevertilgers- eine Erklärung der Regierung, den Conslict bis auf die äußerste Spitze treiben zu wollen. Was war nun eigentlich der Conflict? Wilhelm hatte schon als Vrinz-Re-gent die Armee reorganisirt, die allgemeine Wehrpflicht wirklich durchgeführt, die Landwehr in zwei Aufgebote eingetheilt. Alle wehrkräftigen Männer in Preußen thaten jetzt Dienst, während früher eine sehr große Zahl davon befreit war, Damit war die zjur TonffittZzei Volksvertretung auch ganz einverstanden. Aber sie wollte die zweijährige Dienstzeit durchsetzen, während WilHelm auf der dreijährigen bestand, und sie wollte das Armeebudget von Jahr zu Jahr feststellen, während der König verlangte, daß die Heeresausgaben auf eine Reihe von Jahren fest bewilligt würden. Diese Heeresreorganisation betrachtete König - Wilhelm als fein Lebenswerk,- er gestand der Kammer nicht daö Recht zu, darüber mitzubestimmen. . Was ' verstehen die Advocaten und : Professoren, von Meiner Armee." vfle'ate er ,u saaen. In der
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Kammer aber herrschte der Liberalismus, und daß dieser mit derselben
Hartnäckigkeit auf seinem Budgetrecht bestand, wie der einseitige Militär WilHelm auf feinen Forderungen, gereicht der Volksvertretung nur zur dre. Die späteren ungeheueren Erfolge der preußischen Waffen haben ja dem Könige scheinbar Recht gegeben, die Kämpfe der Waldecks, Virchows und der anderen Volksmänner gegen den Verfassungsbruch blieben trotzdem unvergessen. Es ist unmöglich, diese sur Bismarcks Lausbahn so bedeutungsvollen Kampfjahre hier ausführlich zu besprechen. Der Conslict dauerte vier Jahre, die Volksvertretung wurde wieder und immer wieder aufgelöst, um stets mit verstärkter Opposition zurückzukehren. Es kam sogar zu einer Duellforderung Biömarcks an Virchow, die Sache wurde aber gütlich beigelegt. Jedoch kann man sagen, daß dieser Conflict nicht wenig zu der nun folgenden raschen Entwicklung der deutschen Frage beigetragen hat. Dänemark hätte nie den Muth gefunden, die Einverleibung von Schleswig zu beschließen, wenn es nicht geglaubt hätte, daß es von Preußen, wo der Kampf zwischen Krone und Volksvertretung tobte, nicht viel zu fürchten habe. Der Conflict war so ernst, daß man allgemein glaubte, in Preußen müsse jeden Augenblick die Revolution ausbrechen. Daß die Errichtung der ungeheueren preußischen Kriegsmaschine ihren ruhigen Fortgang nahm, trotz aller Stürme und Kämpfe in der Kammer, das freilich ahnte das Ausland nicht. Die Strategie hält es für den gröbsten Fehler, den Gegner zu unterschätzen. Diesen Fehler aber begingen die Cabinette der Länder, welche keine Bismarcks, keine Roons und keine Moltkes hatten. Up ewig ungedeelt". Für Bismarcks Laufbahn ist eö ein besonderer Glücksfall gewesen, daß die schleswig-holstein'sche Frage zu Beginn seiner Ministerthätigkeit in acutester Form auftrat. Wer weiß, ob er ohne die Frechheit der Dänen in dem langen, aufreibenden und unfruchtbaren Kampfe mit der Kammer sich nicht verbraucht hätte, oder dem Könige unbequem geworden wäre. Bismarck selbst hält seinen schleswig - holstein'schcn Feldzug für den ruhmreichsten und bedeutungsvollsten seines LebenS. Als ihn der spatere Kaiser in den Fürstenstand erhob und ihm ein Wappen verlieh, in welchem Elsaß und Lothringen repräsentirt waren, meinte Bismarck: Ich wollte, es wäre SchleswigHolstein gewesen, denn auf diese That halte ich am meisten." Nach dem für die Deutschen so rühmlichen Anfange und so traurigen Ende des Frelheitskampses der Herzog thllmer waren letztere wieder an den Dänenkönig zurückgegeben und dieser König, als schlesw.-holst. Herzog, Mit glied des deutschen Bundes geworden. Die europäischen Großmächte hatten 1852 in London ein Protokoll unterzeinet, welches dem Pnnzen Chri stian von Glücksburg die Thronfolge in Dänemark u n d in Schleswig-Holstein zusicherte, aber mit der a u s d r u ck -lichen Bedingung, daß die Herzogthümer n i ch t als Theile des dänischen Staates betrachtet werden durften. Dieses Londoner Protokoll ist von de? allergrößten Wichtigkeit, weil es der Hebel war, der bei dieser größten diplomatischen Action Bismarcks angesetzt wurde. Mit dem stetigen Festhalten am Londoner Protokoll gewann Bismarck Freiheit zum Han deln für die f e l b st st ä n d i g e Großmacht Preußen, welche das Londoner Protokoll mitunterzeichnet hatte; durch dieses Festhalten konnte Bismarck ohne den deutschen Bund vorgehen. Und gleichzeitig hielt er sich dadurch das Ausland vom Leibe, namentlich England und Frankreich, welche ebenfalls an jenes Protokoll gebunden waren und so lange sich nicht einmischen konnten, als Preußen um keines Haares Breite davon abwich. Und Oesterreich? Das hatte auch in London mitunterschrieben, mußte also Preußen beistimmen, ja mußte so gar, als deutsche Großmacht, an Preußens Seite gegen die Dänen das Schwert ziehen. Am 13. November 1863 beschloß der dänische Reichstag die Einverleibung Schleswigs in Dänemark, zwei Tage später starb der Dänenkönig Friedrich der Siebente (er starb für Bismarcks Pläne zur glücklichsten Zeit) und am 16. November bestieg der Glücksburger Prinz als Christian der Neunte den Thron. Letzteres geschah in Uebereinstimmung mit dem Londoner Protokoll. Christians erster Act war aber die Anerkennung der Einverleibung Schleswigs, und das war der Bruch des Londoner Abkommens. Gleichzeitig trat der Prinz Friedrich von Augustenburg mit der Behauptung auf, daß er der rechtmäßige Herzog des stammverwandten Landes sn, und die . Bewohner Schleswig - Holsteins jubelten diesem Augustenburger zu. Nun regte - sich der Deutsche Bund. Dieser hatte das Londoner Protokoll nicht unterzeichnet, hatte über Schleswig auch keine Gewalt, denn nur Holstein war Bundesland. So wurden 12,000 Hannoveraner und Sachsen nach Holstein zur Execution abgeschickt. Jetzt erklärte Bismarck die Frage, wer Herzog in Schleswig - Holstein sei, für eine offene. Christian der Neunte fei eZ nicht, denn der habe das Londoner Protokoll gebrochen, indem er Schleswig an Dänemark angliederte. Folglich habe Christian in Schleswig nichts mehr zu sagen, und folglich müßten die Dänen auö Schleswig hinaus. Diese Schlüsse waren so richtig, daß weder England, noch Frankreich, noch Rußland Einspruch erhoben, als Preußen mobil machte und zusammen mit Oesterreich über die Eider ging. Es folgten die Siege bei den Dannewerken, bei Düppel und auf Alsen. Die Preußen thaten die eigentliche blutige Arbeit, die Oesterreicher kamen nur wenig in's Gefecht. Die armen Danen traten , Schleswig. Holstein , und Lauenburg an Preußen und Oesterreich ab. Preußen verschluckte Lauen-
bürg, indem es Oesterreich zweieinhalb Millionen Thaler zahlte. Was nun? An Bismarcks Thür klopft der Augustenburger. Herr Graf, bedanke mich schönstens, daß Sie die Dänen aus Meinem Lande gejagt - a
haben, jetzt geben ie Mir aber gefäl ligst die Herzogthumer lzeraus. Warum denn nicht?" entgeanet Bismarck ihm. Aber wo sind Ihre Garantien, daß Sie die Wacht an der Nordsee halten können? Glauben (sie, bah wir unser Blut vor Düvvel verspritzt haben, um einen neuen Kleinstaat zu bilden, der in Frankfurt womöglich gegen Preußen stimmt? Wenn Sie sich schon ducken, das Heer unter preußischen Besehl stellen u. s. w., dann kann man's ia mal mit 5(hnen versuchen, andernfalls bleiben Sie eben blos der Augustenburger. Ezit der Letztere. Natürlich war er wüthend. Und die Schleswig-Holstei-ner waren wüthend. Ditto die Oesterreicher, ditto alle deutschen Centimentalitäts - Duseler, ditto die Engländer u. f. w. Zum Städtevertilger" kam nun auch der Landräuber" Bismarck. Ja, das p r e u ß i f ch e AbgeordnetenhauS sprang für den Augustenburger ein. Letzterer appellirte an den Kaiser Napoleon merkwürdig, wie die kleinen deutschen Prinzen immer nach Frankreich pilgern, wenn sie inDeutschland etwas ergattern wollen aber Napoleon that sehr wenig für den Augustenburger; er wollte Preußen freie Hand lassen, um später durch Preußen am Rhein sich zu entschädigen. Aber Oesterreich? DaS war ein schöner Handel, den Bismarck mit den Wienern eingegangen war. Oesterreich bekam Holstein zur Verwaltung, Preußen das weit wichtigere Schleswig. Wer konnte erwarten, daß die Beiden sich vertragen würden? Herbert und Wilhelm BiSmarck. Erwähnt muß noch werden, daß Bismarck sich. Rußlands Dankbarkeit erworben hatte durch Preußens MitHilfe zur Unterdrückung des Polenaufstandes von 1863. Auch deshalb ist B. bitter angefeindet worden. Aber was verlangt man eigentlich von dem Minister eines Staates, der 2 Millionen polnische Einwohner hat, die in nächster Nähe des polnisch-russischen.Revolu-tionsherdes wohnen? Und was war Rußlands damit erkaufte Freundschaft für Preußen und Deutschland 1866 und 1870 werth? - Der Bruderkrieg. Auch Oesterreich war durch die Thatsache, daß das Ministerium Bismarck nicht blos die Kammer und das ganze liberale Preußen, sondern auch fast den größten Theil des übrigen Deutschland, gegen sich hatte, zu einem energischen Vorgehen in der deutschen Politik ermuthigt worden. Recht schlau war der Anschlag unter Unterstützung des sächsischen Ministers Beust geplant. Oesterreich rief einen Congreß der deutschen Fürsten zusammen und kam mit einer Reform der Bundesverfassung. Ein Directorium von fünf Fürsten sollte eingesetzt werden, das auch über Krieg und Frieden zu entscheiden hatte. Danach hätte z. B. das preußische . Heer einen von 5)esterreich gewünschten Krieg mitscklagen müssen, denn Oesterreich beeinflußte die kleinen deutschen Staaten vollständig. Preußen protestirte gegen diese feine österreichisch - sächsische Intrigue und damit fiel sie zusammen. Aber sie hatte doch ihr Gutes. Sie trug mit dazu bei, daß Bismarck den König für seine deutsche Politik gewann. Das war eine von Bismarcks schwersten Arbeiten. König Wilhelm sah, daß die PoIltis seines Ministers zum Kriege mit Oesterreich treiben müsse. Aber diesen Krieg wollte Wilhelm nicht. Ihm war Oesterreich der alte Bundesgenosse, und Freund. Und als ihm Bismarck mit dem italienischen Bündniß gegen Oesterreich kam, da schreckte der alte Im Jahre lW.Herr erst recht zurück. Italien ging gern , mit . revolutionären Mitteln vor, und'bie waren. 'dem', starren Vertreter des Gottesgnadenthums im ,;. Grande seiner Seele verhaßt.' Hätte er damals gewußt, daß Bismarck sogär mit den revolutionären Ungarn kokettirte, daß derselbe, wie B.- später, einmal 'sägie all Hunde loslassen wollte, die egen Oesterreich kläffem konnten." - wer weiß, ob-Bismarck - sich hätte halten können? Aber Bismarck spielte "seine Karten dem ' Könige gegenüber geschickt ', aus. Er bewies -ihm aus. den österreichisch sächsischen Intriguen, daß dieselben nur auf eine Demüthigung . Preußens , abzielten, und gleichzeitig entrollte er vor dem Könige das Bild der Erwerbung Schleswig Holsteins durch Preußen. Preußens. Blut habe die Provinzen den Dänen entrissen, . dieselben seien jetzt herrenlos, . was also wäre natürlicher, als daß . Preußen, sie behalte? Sollen wir Preußen demüthigen und glelchzeitig die günstige Gelegenheit uns entgehen lassen, ander Noro-'und Ostsee diejenige Stellung zu erhalten, die unö schon lange gebührt hatte?"
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coch' immer schwankte der König da fielen am 7. Mai 1866 unter den Linden in Berlin vier Schüsse. Ferdinand Cohen, ein junger Student und ein Stiefsohn des Londoner Demokraten Karl Blind, wollte die Welt, wie er
meinte, vom Tyrannen befreien. Er schoß auf Bismarck, der, leicht verwundet, sofort mit dem Angreifer rang, ihm den Revolver entriß und Cohen einer gerade vorüberziehenden Abtheilung Soldaten überlieferte. B. ging nach 5ause. wo er eine arökere Gesellschaft zum Mittagessen antraf. Er setzte sich ruhig zu Tisch und sagte nur seiner Frau von dem Attentat. Bald darauf kam der Könia. dann der aarne öof. dann das Volk in Massen, um V. zu der Rettung zu beglückwünschen. Cohen beging Selbstmord. Es ist zweifellos, daß dieses Attentat einen großen Eindruck auf den König gemacht, ihm den Glauben beigebracht hat, Bismarck, der wie durch ein Wunder gerettet erschien, sei ihm von der Vorsehung gesendet worden. Erst seit den Maitagen von 1866 war Bismarck der Beistimmung des Königs zu seinen Plänen gewiß. Das merkte man in Wien, denn fofort begannen die Rüstungen in Böhmen, als Antwort auf das italienische Bündniß Preußens. Schleswig - Holstein verlangte nach seinem Augustenburger Herzog. Oesterreich leistete diesem Verlangen in Holstein allen Vorschub, es gestattete die Einberufung der holstein'schen Stände zur Herzogswahl. Halt!" rief da Bismarck. Das ist Vertragsbruch! Oesterreich kann nicht allein in dieser Frage vorgehen!" Und als Oesterreich nicht nachgab, erhielt der preußische General Manteuffel Befehl, in Holstein einzurücken. Das geschah, die österreichische Besatzung Holsteins zog sich zurück und ging nach Böhmen. Jetzt verklagte Oesterreich Preußen beim Bunde, weil Preußen in Holstein eingerückt war. Das geht den Bund gar nichts an, das ist Sache Oesterreichs und Preußens," erwiderte Bismarck, worauf Oesterreich den Antrag stellte, die Bundesarmee gegen Preußen mobil zu machen. Am 14. Juni stimmte der Bund mit 9 gegen 6 Stlmmen für diesen Antrag also für Krieg. Hannover. Sachsen und Kurhessen befanden sich unter den Staaten, welche gegen Preußen gestimmt hatten. Bismarck suchte noch in der elften Stunde mit diesen Staaten einzeln zu unterhandeln, ja er garantirte dem Könige von Hannover dessen Landbesitz, falls Georg der Fünste neutral bleiben würde. Die Antwort lautete Nein". Oesterreich hatte Hannover im Falle tines glücklichen Krieges Vergrößerung auf Kosten von Preußen versprochen. Der thatsächlich blinde König war von blinden Räthen umgeben, er baute sicher zuf den Sieg Oesterreichs. Uebrigens g r a s s i r t e die Blindheit damals unter den europäischen Diolomaten. Sie war.in Wien zu finden. in München, in Stuttgart und in Dresden in Kassel und Wiesbaden war sie ja chronisch aber sie hatte sich auch über Paris verbreitet. Nichts konnte dem Franzosenkaiser erwunsch ter kommen, als eine großartige Keilerei in Deutschland, wöbet beide Theile wie die Löwen in der Fabel wuthentbrannt einander aufzehren und nachher Frankreich gestatten wurden, als Coroner zu fungiren und als Entlohnung für freundliche Dienste das linke heinuser einzustecken. Es kam jetzt heraus, daß Preußen nicht nur einen Bismarck. sondern auck einen Roon und einen Moltke besaß. i!y? die Kriegserklärung in allen Kreisen recht bekannt geworden war, stan-den-die mit affenartiger Geschwindigkeit" vorgehenden preußischen Vataillone schon in Feindesland. Der hannoversche König war über die Grenze entflohen und bald mit seinem ganzen. Heere,. nach ruhmvollem Widerstände,' gefangen, den hessischen Kurfürsten hatte Preußen spielend unschadlich gemacht, in Böhmen und in Süddeutschland folgten die Siege der Preußen Schlag auf Schlag, und am 3. Juli, kaum drei Wochen nach der Kriegserklärung, wurde Oesterreichs mächtiges Heer bei Königgrätz auf's Haupt geschlagen. . Jetzt wurden die Blinden sehend, namentlich die Blinden in Paris. Napoleon, an welchen Oesterreich Veretien abgetreten hatte, ließ durch Benedetti erklären, daß er mit der RheinPfalz und Rheinhessen vorlieb nehmen wolle, dann hätte er auch gar nichts dagegen, wenn Preußen Schleswig-Hol-!stein, Hannover, Kurhessen etc.. etc. sich aneignen würde. Aber Benedetti wurde durch Bismarck hingehalten. Wie kann ich jetzt meinem - Könige ur Abtretung deutschen Landes rathen, jetzt, da er als Sieger fast vor Wien steht? Sie müssen mir schon ein Bischen Zeit geben, mein. Lieber," fügte' er vertraulich hinzu und deutete an, es wird 'sich schon machen. lassen, aber erst -muß ich den König zu meiner Anficht bekehren." Und das leuchtete .enevettl auch em, er berichtete Fortr j 11 1 1 . 1 r. . . ajjm naa) Paris uno ttllte tmt (ii ." Die schwere Stunde ia Nicholtturg. füllung der französischen Forderungen j in Aus jlcht. . Und jetzt that Bismarck seinen 'schwersten Gang, zu' seinem Könige, aber nicht behufs Erfüllung der Pariser Forderungen (es ist Bismarcks unsterbliches Verdienst., daß er nie die AbI tretüng eines' Fußes deutschen Landes befürwortet hat, wohl, aber dahin ziei lenve Anträge klug auszunutzen ver.stand). sondern Bismarck ging zum I Könige, um ihn zur Annahme des
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Vergnügungen im Freien
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Verrenkungen,
Nimmt.
ST. JAKOBS
Nlchossburger Friedens zu bewegen. Dieser Friede lief darauf hinaus, Oesterreich nicht zu demuthigen, kein österreichisches Gebiet zu annektiren, nicht in Wien einzurücken, stch damit zu begnügen, Oesterreich aus Deutschland vertrieben zu haben. Wilhelm der Erste, im Vollgefühle des Siegers, gepackt vom Eroberungsteufel, wollte von solchen Bedingungen nichts wissen. Bismarck führte seine ganze Ueberredungskunst in's Feld, betonte, daß man sofort mit Frankreich Krieg sühren müsse, wenn die kluge Mäßigung nicht eingehalten werde. Ein gedemuthigtes Oesterreich werde stets auf Rache sinnen, ein großmüthig beHandelt:s Oesterreich aber zum Bundesgenossen Preußens erzogen werden können. Das alles führte Bismarck in stundenlanger Rede aus. aber Wilhelm erklärte: Nimmermehr gehe ich auf diesen Frieden ein!" Da wendet ihm Bismarck den Rücken und geht, ohne sich zu verabschieden, auf sein Zimmer. Nach einer Stunde betritt der Kronprinz Bismarcks Stube. Bismarck, was machen Sie denn da?" Ich schreibe meine Demission als preußischer Minister." Na, lassen Sie man. Ich habe ihn schon so weit. Gehen Sie man wieder 'rein." Nach 10 Minuten hatte sich Wilhelm der Siegreiche selbst besiegt, sich seinem Minister gefügt. Der Friede mit Oesterreich wurde ohne Frankreichs gute Dienste" abgeschlössen, etwas später der Friede mit Jaiern. Württemberg, Baden, Hessen. Nur mit Lichtenstein kam's zK keinem Frieden. Man hatte das Ländle ganz und gar vergessen, und heilte noch liegt es demnach mit Preußen im Kriege. Auch den süddeutschen Staaten legte Bismarck keine harten Bedingungen auf. Er wollte sie nicht demüthigen. Die Bündnisse, welche -er mit ihnen ein ging, erlangte er leicht, nachdem er Baiern bewiesen hatte, daß Napoleon als Entschädigung die Rheinpfalz gefordert, aber nicht erhalten hatte. Deutschland im ZatUU Der Frieden mit Oesterreich brachte Vreuken auck den inneren Frieden. Von der Fortschrittspartei hatten sich die National - Liberalen abgelöst und das neugewählte Abgeordnetenhaus . rfv t P gab ver uceaierung .;noemniiai sur axt von oen rruyeren ammern mqi ge wahrten Heeresausgavcn. Die um Preußens Siege verdienstvollsten Männer wurden mit Geldgeschenken bedacht. Bismarck benutzte seinen Antheil zum Ankaufe einer Anzahl pommerscher Güter, welche den Gesammtnamen Varzin tragen. Hannover, Kurhesscn, Nassau, Schleswig - Holstein und Frankfurt wurden mit Preußen vereinigt und mit den übrigen norddeutschen Kleinstaaten ver neue norddeutsche Bund gegründet, dessen aus dem allgemeinen Stimmrecht hervorgeaanaener erster Reichstag im Frühling 1867 zusammentrat. Bismarck legte demselben einen Verfassungsentwurf mit den Worten vor: Arbeiten wir rasch, meine Herren. setzen wir Deutschland i n d e n S a tt e l, reiten wird es schon können." Die Verfassung des Norddeutschen Bundes, wurde am 1. Juli 1867 angenornmen. So war jetzt Deutschland bis zum Main geeint. Im. April und Mai '63 tagte in Berlin das Zollparlament, an welchem auch die Vertreter Süddeutschlands theilnahmen. Von beiden Seiten des Mains ertönte das Verlangen . nach völliger Einigung.Aber Bismarck ' wollte . nichts davon wissen. 'Ja, er wies Baden sogar zurück, als es um Aufnahme in den Bund einkam.' Er zog sich' damit den Tadel der.. Nationalitätsschwärmer zu, aber das kümmerte ihn nicht Er wußte, daß' ein vorzeitiger Eintritt der Süddeutschen in den, neuen Bund einen Krieg -mit Frankreich zur Folge haben würde. - Und diesen Krieg wollte er och hinausschieben. Oesterreich hatte tor ' .' k. r f" c f ein pieuviicyes unoiiiy zurückgewiesen und in Süddeutschland mußten noch' manche Wunden vernarbttü Auch die Umtriebe des Königs von , Hannover machten ihm viel Verdruß.. Die Welfenleaion stand. 1600 Mann stark, 'in Frankreich. , Um dem Könige vre Mittel zur Aufrechterhaltung dieses Corps zu nehmen, legte er Beschlag auf den Welfenfonds, d.'h. die Summe, welche Preußen dem-Könige von Hannover zur Abfindung ausgesetzt hatte Die Zinsen dieses ??ondZ benutzte B. zu sogen, geheimen Regie rungsausgaben. Es ist übrigens mit diesem Fonds nicht immer sehr sauber gewirthschaftet worden, namentlich wurde derselbe noch Jahre lang benutzt,' nachdem keine welfischen Umtriebe mehr abzuwenden waren. Um's Saar freilick wäre eS sckon im Frühling 1868 zum Kriege mit Frankreich gekommen. Die Luxemburger Frage war ein Pulverfaß, die glühende Lunte lag daneben. Bismarck verlöschte sie durch Nachgiebigkeit. Er gönnte den Franzosen die Wollust eines diplomatischen Triumphes über ibn. Bismarck selbst war um diese Zeit viel krank. Die furchtbaren Auneaunaen des' Jahre? 1866 hätkn seifte Gesund(Fortsetzung auf der 3. Seite.)
wo Einen so leicht ein Unglück passiren kann wie z. V. . . .
Verstauchungen und Quetschungen
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