Indiana Tribüne, Volume 18, Number 178, Indianapolis, Marion County, 17 March 1895 — Page 7
Sas Halöband ser Königin. Fasien wir die Haupt-Pcrsonen und -Facten dcr Halsband-Geschichte kurz zusammen. Ta ist zunächst der Prince LouiZ 'et Rohan, (Z ardmal, Groß-Almosenicr von Frankreich, Vischof von Straß fcura,, deutscher Ncichsfürst, Mitglied dcr Französischen Akademie jc. Sein Charakter ist in wenigen Zeilen enthalten: Er war kein frommcr öardinal und licd:e die Frauen. Ta aber ein Cardinal doch wenigstens an etwas glauben muß, so glaubte er an Eagliostro. Es glaubten noch viele Andere cn den räthsclhaften Abenteurer, und es gab eine Zeit, wo Cagliostro so be rühmt war wie Voltaire, und so viel Aufsehen machte wie Beaumarchais. Er liebte es nicht sehr, wenn man ihn nach seiner Herkunft fragte er hatte offenbar Gründe dazu und pflegte auf dahin gehende Fragen zu antwor ten: Ich bin, dcr ich bin." Tas war viIcicht ungenügend als Cirilstand, doch die Logik des Ausspruches ließ wenig zu wür.schcn übrig. Wenn man aber trotzdem in ihn drang und weitere TctailS verlangte, so ließ er sich zu allerlei vertraulichen Mitthei hingen Herbei, wie z. 23., das; er vor der SintflutH geboren sei, das? er der Hochzeit von Kanaan beigewohnt habe u. s. w. Wo er die ziemlich lange Zeit verbracht hatte, die seit dcr Sintfluth bis zum Jahre 1781 verflossen war, während denen er in Paris auftauchte, konnte man nicht recht ergründen. Auch war es unsicher, ob er nicht an der Er schafsung dcr Welt einen Antheil gehabt atte. den er 'aus einer ebenso schönen wie seltenen Autorcn-Bescheidcnheit verschwieg. Thatsache ist nur so lautctcn wenigstens seine Angaben daß er eine Zeit lang in den Pyramiden geweilt und dort von dem großen Älthotos die Gchcim-Wisfcnschast und die Magie gelernt hatte. Mit Hilfe dieser seiner Kenntnisse gründete er euch eine Natur - Religion, zu deren Grofcpriesier er sich weihte. Tas Gründur-gs-tatut dieser Neliflirrn bestimmte, daß die Mitglieder rein sein müßten wie die Sonnenstrahlen, und außerdem mit dcr Reinheit allein ist es ja nicht gethan ein Vermögen von mindestens 50,000 Francs Rente laben müßten. Damit aber ihre Nein hcit durch ihr Vermögen nicht in Versuchung komme, mußten sie ihr Geld in die Hände des Großpriestcrs abliefern. Kurzum, es war eine Religion dcr Menschenliebe. Cagliostro steckte das Geld ein mit wahrhaft großpricstcrlichcr Uncigcnnüniakcit. Er selbst bedürfte
dessen nicht. Tcnn alle Monate schloß cr sich auf 24 Stunden ein, und wenn diese mysteriöse ZurückgezogcnheU ein Ende nahm, so hatte cr einen Barren reinen Coldcs in Händen, den ihm jeder Juwelier gern gegen Landcsmünze eintauschte. Lagliostro hatte den Cardinal Rohan in Straßburg von einer Krankheit geheilt. Seitdem wurden die Beiden intime Freunde, machten zu sammen Gold und Tiamanten und ließen die Todten auferstehen. So be1cm dcr Cardinal die Königin (5leoparra in einer Flasche zu sehen; und da schließlich für einen Cardinal mit Zärt-lichkeits-Vedürfnissen eine iioch so berühmte Schönheit keinen vollen Genuß bildet, so lange sie sich in einer Flasche aufhält, so holte Cagliostro die Körngin Christine aus dem Grabe heraus und gab sie seinem hochmögcnden Freunde zur Geliebten. Turch Cagliostro wahrscheinlich wurde auch dcr Cardinal Rohan mit Madame de Lamotte zusammengeführt. Jedenfalls hat (sagliostro bei der Halsband-Geschichte eine große Rolle gespielt. Nur hat cr sich mehr im Hintergrunde gehalten; und wenn man auch nicht viel Einzelheiten weiß, so kann man doch wohl annehmen, daß Cagliostro an Allem bctheiligt war, was zwischen dem Cardinal und Matarne de Lamotte vorging, und daß er vor Allem zu dem dämonischen Einfluß beigetragen hat, den das schöne und intriguante Weib über den Kardinal gewann. Tie Lamotte war als Bettlerin nach Paris gekommen. Sie stammte aus dcm Hause St. Rcmy, deren Ahnherr ein Baron St. Remy war. ein Bastard Heinrichs II. Tie &t. Remy waren in tiefcö Elend gerathen. Tcr Vater dcr Heldin dcr Halsband-Affaire lebte von Falschmünzerei und Wilddiebstahl. Tie Mutter ging mit einem gemeinen Soldaten durch. Jeanne, die Tochter, bettelte sich durch bis nach Paris und dort bettelte sie weiter. Von einer cdlcn Tamc wurde sie eines Tages in den Chamvs Clysecs gefunden, wo sie Vlumcn verkaufte, (ohne daß sich ihr Ge-schäfi-bctrieb gcrade auf diese Spccialität beschränkt haben muß). Tie bctreffende Tame nahm sich ihrer an und ließ sie in einem Kloster erziehen. Jeanne hatte in ihrem Vorleben Crsahrungcn gesammelt, die sie zu dcr Ansicht führte, daß das Klosterleöen einiger wesentlicher Reize entbehre. Sie entfloh, ging nach Bar-sur-Aube, lernte dort einen Baron Lamotte kennen, dcr bei den Gcnsdarmcn des Königs diente, und ließ sich von ihm hcirath'en. nachdein sie ihm vorher allen erforderlichen Anlaß dazu gegeben hatte. Ter edle Baron war derart verschuldet, daß cr sein Pferd verkaufen mußte, um die Kosten zu? Hochzeit aufzubringen. Tann machte sich das würdige Ehepaar nach Paris auf. wo es sein Glück zu sindcn hosste. Zwei Jahre lang lebten sie hier in der größten Noth, verkauften ihre Möbel, vcrfcyten ihre Garderobe. Während dieser Zeit klopfte die Baronin an alle Thüren. Ihr nächstes Ziel war, ihre Abstammung von den französischen Königen irgendwie zu Gelde zu machen. Zu diesem Zweck suchte sie mit aller Gewalt, in die Hof Gesellschaft hineinzukommen und ging Protektion erbetteln beim alten Marshall Richelieu ebensogut wie bei der Tu Barry. So kam sie denn auch un ter Anderm zum Cardinal Rohan. Ihr Erfolg w,?r ein rapider. In der
ersten Audienz versprach er ihr. sich ihrer anzunehmen, in der zweiten verlangte sie bereits Geld von ihm. in der dritten vertraute ihr der Cardinal den Kummer an, der sein Leben bedrückte: die Antipathie nämlich, die ihm die Königin Marie Antoincttc bei jeder Gelegenheit bezeigte. Tiefe Antipathie schien unerklärlich, dcr Cardinal wußte sich schuldlos und cr hatte nur einen Wunsch: bei der Königin wieder in Gnade aufgenommen zu werden. Tie Baronin Lomotte sab mit untrüglichem Scharfblick, daß sie lier einen Trumpf ersten Ranges in die Hand bekam; und allsoglcich begann die Intrigue. Tie Lamotte log dcm Cardinal vor, daß sie sehr gut mit dcr Königin stehe, zu deren Toilette sie sogar Zutritt habe, und nahm cs auf sich, die Aussöhnung zu bewerkstelligen. Fast ein, ganze's Jahr lang führte dcr Cardinal' durch Vermittlung dcr Baronin eine Corrcspondenz mit Maria Antoincttc. Tie Briefe dcr Königin, die von einem srübcren Kameraden des Barons Lamotte bei den königlichen Gensdarmcn gefälscht wurden, trugen die bekannte blaue Vignette und versprachen Aussöhnung und Gnade. Ter Prinz Rohan war selig, und Madame de Lamotte trug Sorge, daß diese Seligkeit einen entsprechenden Ausdruck in Louisdors fand. Tarnm lag cs in ihrem Interesse, die Wartezeit möglichst zu verlängern. Aber schließlich wurde Rohan denn doch ungeduldig. Tie Briefe genügten ihm nicht mehr, cr wollte aus dem Munde Marie Antcinettcns fclbst die Bestätigung seines Glückes hören. Madame de Lamotte mußte also dcm Cardinal eine Unterredung mit der Königin verschaffen. Ta sie dieselbe nie gesehen hatte, schien das nicht leicht zu sein. Madame de Lamotte ließ sich durch solche kleinliche Crwägungcn nicht bcirrcn, und sie brachte die Unterredung zu Stande ebenso, wie sie die Corrcspondcnz zu Stande gebracht hatte. Cs wurde eure Comödie inscenirt. die an Kühnheit in der Geschichte ziemlich einzig dasteht. Unter den jungen Tamcn, die im Palais Royal zu lustwandeln pflegten, mit langen Spazicrstöckcn und ungekeurcn Hüten, und die man in jener Zeit silier du monde" nannte es war hundert Jabrc vor Tumas fils, dcr den armen Geschöpfen die Welt, die sie damals ganz besaßen, inzwischen halbirt hat befand sich eine Tcmoiselle Marie Nicole Lcgnay d' Cltoa. Tie O I i d a war sehr' schön und sehr blond. Was ihr aber in dcr Lebewclt dcr 17S0cr Jahre einen ganz bescndercn Reiz verlieh, das war ihre über-
rajchcnde Achnlichlcit mit der Königin. frtrinn (iivXa li Y1) V.. I ) .milUI lUUUt lt VUll .'lUUUlllC Ul 4,Umotte au-crschcn, in der zu spielenden Comödie die Rolle der .Königin zu übernehmen. An einem dunklen AugustAber, gegen 10 Uhr. wurde dcr Cardinal Rohan von Madame de Lamotte verkleidet in den Park von Versailles geführt. Am Venus-Bosquct wartete eine Gruppe: Männer im schwarzen Tomino und in ihrer Mitte eine junge Frau. Im Augenblick, wo dcr Cardinal erscheint, treten die Herren ehrsurchtsvoll zur Scite. Tie Tame acht u r v... o." ri i. . allein aus ocn zürnen zu; ocuen mne verwirren sich, die Dunkelheit verhindert ihn genau zu sehen. Aber er erkennt doch, daß die Tame die Statur der Königin hat und. wie diese, einen weißen, rvthgesticktrn Mantel trügt. Noch ehe cr recht zum Bc- . r. 1 1 . -. .. . V . wußiskln gciommcn in, fallt ine utoje zu seinen Füßen nieder und ein Stimme flüstert an seinem Ohre: Se wis. sen, was das bedeutet!" Cr streckt die Hand aus; aber in diesem Augenblick werden Schritte hörbar, und die Tame sammt ihren Begleitern verschwindet in dcr Nacht. Tcr Kardinal steht allein, hört den Wind durch die Bäume rauschcn und nur die Rose, die er an seine Lippen preßt, überzeugt ihn, daß das Alles kein Traum gewesen ist. Währenddessen sind Madame Lamotte, die Oliva und das andere Gcsindel aus und davongefahren; und eine Viertelstunde später sitzen sie in der Herberge zur Belle Image" und würzcn ihr Nachtmahl mit immer neu ausbrcchendcr Heiterkeit über die eitle und verliebte Tummheit Rohan 's. Seit diefem Rendezvous war Rohan der Jntriguantin rettungslos verfallen; blind ging cr, wie sie ihn führte, das Auge auf die nächtliche Erscheinung der Königin geheftet; selbst als er bereits in der Bastille saß, glaubte cr noch, die Königin habe ihn verrathen, und es dauerte lange, bis cr einsah, daß er einfach das Opfer eines Betruges geworden sei. Um jene Zeit in die das Rendezvous Nohans mit derPseudo-Königin siel,hatten die Hof-Juwelicrc Bochmer und Basfangc die schönsten Tiamanten, die sich im Handel fanden, zu einem Halsband vereinigt. Tie Golda?bcitcr hatten das aus mehreren Reihen bestehende Collier zuerst für die Tu Barry bcstimmt, dann aber änderten sie ihren Cntschluß und legten es Ludwig XVI. vor. ' Tieser war hoch entzückt von dem Geschmeide und schickte es dcr Königin, mit dem Bedeuten, cr wünsche sie damit geschmückt zu sche.i. Als aber die Königin erfuhr, daß das Halsband 1,600,000 FrS. kosten solle, gab sie es den Juwelieren zurück. Tie Juweliere licßen cs dabei nicht bewenden; sie hofften, die Königin werde noch andern Sinnes werden, und suchten nach Fürsprechern bei ihr. So kamen sie mit der Lamotte in Verbindung. Diese hatte schon lange ihren Opcrationsplan im Hinblick auf das Halsband entworfen, und durch tausend Ränke und Schliche setzte sie es durch, daß dcr Cardinal das Halsband für die Königin kaufte. Sie überreichte ihm eine gefälschte Ermächtigung Marie ölntoinettens zum Kauf und später eine gefälschte Quittung darüber. Tcr Car dinal verpflichtete sich, den Preis in Raten zu zahlen. Tie Juweliere brach, ten das Collier nach einem Hotel in Ver sailles dort wurde es der Lamotte aus-
gchändigi und bald darauf erschien ein als königlicher Tiener verkleideter Complice. der das Ctui in Cmpfang nahm mit den Worten: Im Namen dcr Kömgin!" Tcr Cardinal wohnte diesen Vorgängen bei. in einem Alkoven versteckt. Tas Chepaar Lamotte machte sich nunmehr daran, das Halsband zu zerstückeln. Tie Tiamanten wurden theils in Frankreich, theils in England verlaust, und die ganze Tiebsbandc lebte herrlich und in Freuden, ohne daß für 's Crste irgend Jemand etwas von dem Betrüge ahnte. Allmälig aber wurde dcr Cardinal doch mißtrauisch. Tie Königin war ebenso gleichgültig und abweisend gegen ihn, wie vordem. Tas erstaunte ihn sehr, trotz oder gerade wezcn dcr Crinncrung an das Rendezvous in Versailles. Tann wunderte cs ihn, öaß die Königin das Collier, das sie durch ihn hatte kaufen lassen, niemals krug: weder bei der Pfingstmcffe, noch bei dcr Taufe des Herzogs von Angoulcme. CincS TageS diktirte cr den Jumelieren einen Tankbricf an die Könizin. Turch diesen Brief, sowie dadurch, daß die Juweliere auf Zahlung der rückständigen Raten drangen, kam end'ich der Skandal zum Ausbruch. Am Himmelsahrtstag, gerade wie cr mr Messe gehen will, wird der Cardilal zum König beschicken. Cr findet Ludwig XVI. hochroth vor Zorn; die Königin sitzt am Tische und wcint. Tcr önig herrscht ihn an und fragt, was für eine Bewandtnis; es mit dem Collier habe. Tcr Cardinal stammelt und stottert wie ein Verbrecher. Wie durften Sie es wagen, die Königin von Frankreich zu compromittiren?!" ruft arie Antoincttc. Tcr König künbigt dcm Cardinal an. daß cr ihn vertasten lasse. Aber. Sire, doch nicht in incinen priestcrlichen Gewändern!" fleht )er Unglückliche. Tcr König antwor, M nicht und ruft die Wache aus dem Vorzimmer; nnd derICardinal wild nach der Bastille gesührt in seinen priestcrlichcn Gewändern. Vor dem Parlament begann kurz darauf der öffentliche Prozeß. So sehr zuch die Richter bemüht waren, den Prozeß auf den Cardinal, die Lamotte
und Caglioztro zu bczchränkcn. so mußte x am vir.cc doch dem Truck der önentwichen Meinung nachgeben, und es ourde in Wirklichkeit der Prozeß der Königin daraus. Mit dem grimmigen Vorurthcil. das schon damals gegen die Oestcrreichcrin" herrschte, stellte stch das Publikum sofort auf die Seite des Cardinals. Tie Königin, so urtheilte Paris, habe um die Intrigue gewußt und habe im Cinvcrstündniß mit der Lamotte und mit Cagliostro gehandelt, um den ihr verhaßten Cardinal zu verderben, hatten die Richter schließlich zwischen dem Cardinal und der Königin zu entscheiden. Tas Pariament sprach den Cardinal frei; und die Volksmenge, die den Freigesprochen mit Jubel empfing, wußte wohl, wariim ne das that: Tie Freisprechung Rohan's war die Vcrurtheilung Marie Antoinettcns. Noch heut stehen sich die beiden Auffafsungen schroff gegenüber. Tumas in seinem Romane collier de la reine" hat natürlich die poetischere und romantischere Version von dcr Unschuld dcr Königin sich angeeignet. Tie Darstellung, nach dcr Marie Antoincttc an der Intrigue bctheiligt gewesen, wird besonders von dcm Jesuiten Gcorgcl vertreten. Andere gehen sogar so weit, von einem Licbcsvcrhältniß zwi schcn Marie Antoincttc und dcm Cardinal zu sprechen und behaupten, die Königin habe das Halsband unter der Hand ankaufen und verkaufen lassen, weil sie aus Furcht vor dcm König nicht wagte, dies offen zu thun. Am Schwersten wird Marie Antoincttc durch Madame Lamotte belastet, die zur Brandmarkung vcrurtheilt wurde und die sich für die crlitlene Schmach durch eine, die Königin beschimpfende Tcnkschrift rächte, aus dcr Fouquier de Tinville. dcr öffentliche Ankläger des Rcvolutlons-Tnbunals. im Prcccn qe gen Marie Antoinette seine kräftigsten Argumente zog. Tie volle Wahrheit wird man wohl niemals wliscn. L ch'.tt c i d i g AuS Lübeck'S Vergangenheit. Ein holsteinischer Edelmann that am Ende des dreizehntenJahraunderis den vielsagenden Ausspruch: In Lüdeck ist nicht gut barbieren; denn man scheeret so scharf, datz auch der Ztops nickt auf dem Numvse bleibt. Anlaß zu diesem Worte, das in der bolsteiniscken Naubiunkerschaft lange ein aettüaeltes blieb, aab ein durch die Ueberlieferung verbürgter Geniestreich des Stadthauptmanns Jäger, eines wohlgeübten Kriegsmannes, zu dessen Amiszeit viel Raubens und, Morden auf den Landstraßen vorsiel. Als einer der Lübeckischen Bürgermeiste? eines guten Tages im Jahre 1291 den Diener des Gesetzes hänselte nnd meinte, derselbe traa: den Namen Jäger" nicht mit Recht, da er nicht erfolgreich genug auf das Raubg:sindel der Landstraßen fahnde, verschwur ncv der Hauptmann, wenn nur der urgermeister ihm Vollmacht ertheilen wolle, so werde er nicht blos jagen. sondern auch genug erjagen; worauf er die Macktbewanik erdielt uno losori seinen Anscklaa machte. Noch am selben Abend verlie oer tcidtb.auvtinann in all:r Heimlichkeit . .-. . die Stadt an der Spitze einer beritieneu Schaar, auf emem 'Zagen oen Sckarfrichter und einen Mönch mit sich führend. So zieht er bei Nacht und Nebel zum nächsten Raubrlttergeyosl. weiß den Herrn desselben durch Vorspiegelunc, falscher Thatsachen, indem er sich selber als Kumpanen ausgibt, hervorzulocken, bemächtiqt sich seiner, läkt ibn bei dem Mönch beichten und durch den Scharfrichter an Ort und Stelle enthaupten, den Kops des aber in einen Sack stecken. Dasselbe thut Jäger bei einer Reihe
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unucici -,,.5, V : ' Vorspiegelungen an's Messer zu locken . , .cs:jc. v.cr mtl fftiutnrtts I wem. 0lö CNUlUi; tfClc;uu im uv... r f .1.1 terköpsen gefüllt in. aim y noch zur Nachtzeit nach Lübeck, dessen ravr.rtmr nn Noiaefallenen kerne Ahnung haben, zurück und begiebt sich ' ' ra cniuumttO am anderen morgen aus s nuiuus. r- V I ! 1 V tYY gefolgt domcharirlHier MI uuu yuu gefüllten Sack. ns? Wmtht wird der Stadt hauptmann baldigst vor den versaminelten Rath geführt, erzählt von seiner Begegnung mit dem Bürgermeister meidet, daß er dessen Wunsche gemäß über Nacht gejagt habe, und laßt zum Beweise seines Erfolges den Sack ossnen. so daß die Ritterköpfe den ob so . i ii Ct 1 C grausiger Beut? eneZien yiauci" vor die Füße rollen. 5,li-?ss?nd, Bürgermeister, der VU"' i- - ' ' .... k?,s, mirfima seines Gespötts erbleicht, stottert, daß er die Sache o nicht gemeint habe; auch die übrigen Wohlweisen machen bedenkliche Gesich.A , . y i. cas.. w. iix, wen sie natunicu oic yiac Ritterschaft fürchten, die sich eine derarixat summarische Justiz nicht gefallen 'lassen würd:; aber der Stadthauptmann tröstete die Verzagten damit. daß die Junker ihr wohlverdientes Loos getroffen habe. Ganz sicher ti. CV .. I.W-rf, n$trrtnT KTI tinfYttTl qul UlCl JtUVUJ Vitivu v.. v.jj cf f ,w?sck?n d?n Sckmltern aeiHUf rn ö" i tj fühlt. Denn er quittirtc alsbald fern . i r- ..r-riui il tr Amt tn oer ani.ai.iaoi unu um m . -. . p, itv cf . 1 : cvs kaiseriiche Glenne, er oe in oui stein wurde nachher nie wieder überwüthig. Damen skat. Heil Euch, Ihr lieblichen, Suß-wangengrubllchen, Theilweis' studirenden, - zsederkielsuhrenden, Anderntheils strickenden, Männer beglückenden, Kochenden, bratenden. Ab und zu s k a t e n d e n, Himmlischen Frauen! ' i Seid, Ihr belebenden. Karten-vergebenden. Zwischendurch sprechenden, Vorzeitig siechenden. Minnig beseelenden, Stiche verzählenden, Herzen erfrischenden, Zweifelhaft mischenden. Gern immer fragenden , Trumpfmangel-klagenden, Irrig tournierenden", Points mehr notierenden, Reizenden", lockenden. Wimmelnden", brockenden", Gegner belauernden. Unentwegt mauernden" Seid mir gegrüßt! Glaubt denn der mächtige, Stärkergeschlechtige, Nachmitternächtige, Herr und Gebieter ' Unserer Welt, S i ch nur zum Hüter Des Kartenspiels bestellt?! Ihr auch emphatisch Eilt jetzt zum Skattisch, Die uns zum Wohl, o, Lieb. Ihr und hold Alles nur Solo" Spielen nicht sollt! freilich: vermeiden Läßt es sich schwer (Wenn's auch demSkat nicht frommt!). Daß Ihr vom Schneiden" Mal auf die Schneid'rin kommt; Oder bei Grün" und Roth" Folgt nicht des Spiels Gebot, Sondern nur darauf seht: Ob wen'ger oder mehr D i e oder d i e Couleur Besser Euch sieht! : ' Auch ist's natürlich. Daß unwillkürlich ' Hier durch ein Kochrecept Die Frau Directorin Flüsternd den Grand" verschleppt Tr Frau Jnspectorin; Und die Majorin schlau Stört dort den Ramsch" der Frau Consistorialrath, Wenn sie bemerkt: ihr Sohn Sitz' mit fünf Jahren schon Stamm auf dem Stahlrad! Oder die Excellenz Mitten im Lauf des Nulls" Von Hofraths Nichten Ein paar Geschichten Weiß zu berichten. Trüber der Residenz Stockt fast der Puls; Oder die Frau Baurath, weh! Statt der vier Wenzel" D t n ihrer Küchenfee Meldet, den sie versteckt Potz Schwenzelenzel! Kürzlich im Schrank entdeckt ' Doch das sind Dinge, Die sich von selbst vrstehn Und durch geringe Störung den Reiz erhöhn! Fühlt sich der matte. Nörgelnde Gatte, Der sie mit angehört, ' Dadurch in seiner Ruh' Etwa, gestört. Stopfe mit Watte Er beide Ohren zu! Innerlich ist der Eitle Philister Ja nur von Neid verzehrt. Daß Ihr mit Ungestüm Lieber nicht noch nach i h m Als nach dem Skat begehrt. Weil er instinktiv fühlt: , ' . Das schönere Geschlecht Glänzt erst wahrhaft echt. Wenn es mit Männern spielt! . Wie das Volk spricht. Der Sckein ist gegen mich, sagte Studiosus Pumper da ward ihm ein Wechsel präsentirt. AnderBörse. A.: Was ist mit Ihrem Cassier. der mit den hunderttausend Dollars durchgebrannt ist?" V.: .Alles in Ordnung. Er kommt zurück und heirathet meine Tochter."
Zic reichste Frau.
Durch iht.rn ungeheuren Reichthum, wie ihre unersättliche Habsucht gleich bemerkenswerth ist Frau Hettie Green in New York. Im Besitz von über 60 Millionen Dollars führt sie ein Vagabondenleben. Die Frau ist verheirathet. lebt aber von ihrem Manne getrennt, dem sie die Mittel zu einem bescheidenen Leben gewährt. In den Städten New York und Brooklyn ist sie eine Wanderin, denn e'me feste Wohnung hat sie nicht. Bald haust sie hier, bald dort in einem ärmlichen Stübchen, um plötzlich, wie sie gekommen, zu verschwinden; ihre dürftigen Kleidungsstücke fertigt sie selbzi aus den billigsten Stoffen und Schmalhans i,t ihr Kuchenmeister. Frau Hettie Green hat ihre ungeheue1 lv SsgpffK .SS Y'L'.i V5 Hettie Green in ihrer Ju g e n d. ren Reichthümer selbst zusammengescharrt. Bon ihrem Vater hatte sie etwa 11-2 Millionen Dollars geerbt und mit diesen führte sie ihre schlau angelegten Finanzoperationen aus. Ihre Geschästsosfice befindet sich in dem Gebäude der Chemical Bank zu New Jork, in welcher sie bedeutend interessirt ist und deren' Leiter, außer ihrem Sohn und ihrer Tochter, einzig und allein ihren jeweiligen Aufenthalt kennen. In ihr Geschäftsheiligthum zu dringen, ist für den Uneingeweihten e:n Ding der Unmöglichkeit. Tie Meeresströmung. Der Ocean birgt nicht blos in seinen Tiefen zahlreich: Geheimnisse, auch in Betreff seiner Ob-erflache geht des Menschen Wissen nicht sehr weit. Dii hydrographischen Bureaus aller cirn lisirten Länder sind deshalb unablässig bemuht, d Grenzen unseres Wissens immer weiter auszudehnen, und namentlich werden die Strömungen der Oceane genau studlrt. Zu diesem oj v "y Ein Bote vom Meere. Zwecke dienen besonders construirte Flaschen, welche unter allen Umständen aufrecht schwimmen und die ein Täfelchen mit den Buchstaben H. 0. sowie eine sortlaufende Nummer tragen. An bestimmten Stellen in's Wasser qeworfen. sind dieselben dem Spiel der Winde und Wogen preisgegeben. Begegnet ein Oceandampfer solch einer ??lascbe. so wird 5Zeit und Ort genau notirt und dem hydrographisch'nBureau mitgetheilt, welches aus diesen Benchten die Schnelligkeit und Richtuna, der Strömungen berechnen kann. Verschnappt. Reiche Braut: ...Sag'. Arthur, bist Du glücklich?" Bräutigam: Ach. wenn ich bei Dir bin. ist's mir. als ob ich einen Haupttreffer gemacht hätt:!" GuteAuSrede. ; Dame: Ab pfui, Karl, das ist wirklich unartig, mir meinen schönen Tops zu rulniren. Karl: a. weikt Du. Wizi Zanlt. so einen kleinen bösen Buben, wie ich bin, darf man auch nicht auein lassen. Im Eifer. Bürgermeister (zu dem abreisenden Fürstenpaare): Durchlaucht haben uns unendlich glücklich gemacht, daß Hochdieselben Ihre Flitterwochen im Banne unseres Städtchens verlebten! Eure Durchlaucht und die hohe FlitterWöchnerin, sie leben hoch!"
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Nclnigung und Reparatur von Sipsgüsscn. In jeder Familie, in jedem Haushalte befinden sich Statuetten, Büsten, Genre- odr Thierstücke; einer der ausgezählten Gegenstände ist gewiß vorHanden, der uns in seiner Jugend durch sein blendendes W?iß bezauberte. Mit dem zunehmenden Alter nahmen aber Nase, Augenbrauen, Ohren, Haar und Bartspitzen ein immer bedenklicheres Grau an. und trotz Gaze und Mullüberzüge, trotz des täglichen Abstäubens mehrten sich die schwarzen Stellen, sie wurden größer und größer, und es kamen neue hinzu. Wie ist das nur möglich?" fragt die Hausfrau. Wir haben doch fast keine Fliege hier," sagt verzweifelt das Mädchen, und beide stehen rathlos diese? Schwarzkunst gegenüber. Doch daS Lustigste bei der Sache ist: die verehrte Hausfrau und die Dienerin sind cs selbst, die so energisch den Gipsguß färben. Machen wir einmal die Probe. Nehmen wir einen Bogen weißes ZeichenPapier, legen diesen über einen Gipsköpf und binden ihn als Hülle fest. Mit dem Staubtuch oder dem Federbesen, die täglich als Reiniger verwendet werden, stäuben und wischen wir diesen ganz sauberen Ueberzug ebenso kräftig ab, wie wir es sonst auf dem Original thun würden. Wir werden nach einigem Reinigen bemerken, daß die Ecken, die hervorstehenden Stellen des Bogens schwarz werden. Um jeder optischen Täuschung vorzubeugen, nehmen wir den Bogen ab, legen ihn glatt cuseinander und können nun ganz genau die Stellen sehen. Ein zweiter Beweis: legen wir eine scharf geprägte
Münze in ein Stück weißes Papier und überreiben die glatte Seite kräftig mit demselben Staubtuch, so können wir sehr bald die Prägung auf der Umhüllung durch Angabe schwarzer oder grauer Schatten erkennen. Der Grund ist also das Staubtuch. Die vom Staubtuch aufgenommenen Partikelchen werden von den Bertiefungen nach den Höhen übertragen. und daran kann auch das sauberste Tuch und die sorgsamste Hausfrau nichts andern. Das Ergebniß dieser Ausführung ist daher, daß wir weder Staubtuch noch Federöesen zum Abstäuben für Gipsgüsse nehmen sollen. Das Beste ist ein Blasebalg, um den Staub abzublasen; dies Verfahren empfiehlt sich unter allen Umständen bei neuen Abaüssen. .Bei älteren Güssen müssen wir schon eine wirkliche Reinigung vornehmen. Ist das Gipsstuck nicht zu arg mitgenommen, so kochen wir einen mäßig dicken Stärkekleister, überstreichen mit diesem den Gegenstand und lassen ihn so lange stehen, bis dtt Kleister trocken ist. Dieser letztere springt dann ab und nimmt den Staub und Schmutz mit fort, ohne dem Gusse zu schaden. Ein zweites Mittel i t das Bestreichen der Büste oder des Gegenstandes mit warmer Milch, der wir etwas Zinkweiß und eme Wenigkeit Gelatine hinzugefügt haben (ein Pint Vollmilch, eine Tafel Gelatine, zwei Theelöffel feinstes Zinkweiß). Für sehr stark angefärbte Stücke wird aber auch dieses Mittel nicht ausreichen, wir nehmen dann Wachsfarbe. Zuerst wird der Guk aut abgestaubt und dann mit reinem Leinölfirniß, dem ein paar Tropfen Siccaiiv beige fügt sind, gestrichen. Das Fett zieht sofort ein. Nach 3 bis 4 Tagen nehmen wir dann Wachsfarbe; diese besteht aus feinster weißer Oelfarbe und einem Zusatz von weißem, in Terpentin gelöstem Wachs. Zum Auftragen der Farbe nehmen wir einen weißen Borstenpinsel von etwa einem Zoll Durchmesser, tauchen diesen nur ganz wenig in das Weiß ein und übertragen es durch Auftupfen leicht und gleichmäßig auf den Gips. Es darf dabei kein Strich zu sehen sein, ebensowenig darf die Farbe wirklich glänzen. In der Regel genügt ein einmaliger Anstrich, um selbst recht bösarzigeStellen zu decken. Ist ein zweiter Auftrag erforderlich, so muß der erste natürlich erst richtig trocken sein. Nach dieser letzten Bearbeitung kann eine derartige Büste gut gereinigt werden, wenn man einen weichen Schwamm, der leicht an gefeuchtet sein darf, zum Abwischen benutzt. Dies Verfahren empfiehlt sich besonders für Studienabgusse. Für andere Güsse, z. B. Figürchen, ist ein sehr beliebtes Versahren des Broi.zirenS zu empfehlen. Der Guß wird abgestäubt, einmal mit gelöstem Schellack' bestrichen, 6 bis 8 Stunden yetrocknet und dann zwar mit guter Deckung, aber sonst möglichst dünn mit Vronze'tmktur und Bronze gemischt gestrichen. Diese , letzte Art gibt schon den Anschluß an das Ausmalen von Gipsabgüssen. Sebr häufig wird zu solchen kleinen Arbeiten die sogenannte Elfenbeinmasse" verwendet, eine Masse, die gelblich erscheint und beim Anfassen daS Gefühl von Fettigkeit hinterläßt. Die Art und Weise der Herstellung ist dieselbe, wie beim g:wöhnlichen Gipszuß, und zeichnet sich nur dadurch aus. daß der Guß scharf getrocknet, mit SandPapier abgerieben wird, um dann erhitzj mit geschmolzenem Stearin one: Paraffin bestrichen zu w:rd:n. Beim Anmalen haben wir hierauf Rücksicht zu nehmen. Der gewöhnliche Gipsguß ist zum sofortigen Farbenauftrag zu porös, es muß hier eine stopfende Lage geschaffen werden, damit das Fett der Oelfarbe nicht aufgesogen wird, um in dem Falle die trockene Farbe zurückzulassen. Wir streichen also den Gegenstand mit Firnis und Siccativ, lassen das Oel trocknen und können dann den Guß
farbig malen. Tüte benutzen zum Malen die Porzclla.istupfpinsel und
die feine Tuöenölfarbe, die wir durch einen Zufatz von in Terpentin gelöstem weißem Wachs pra'pariren. Zwei Pin sei von etwa ein zehntel Zoll Durchmcsser genügen für den Anji'nch von Flächen. Für feinere Linien und Punkte nehmen wir einen spitzen, lleinen Borstpinse! aus dem Oclwallasten. Bei Arbeiten in Elfenbeinmasse ist keine Untermaluna mit Firnis nothwendig. Ter Farbenauftrag muß stets dünn sein. Lasurfarben sind nur dann ;u verwenden, wenn sie mit Weiß gemischt sind. Ueber ein Farbcnarrangement läßt sich hier nichts sagen, das Gefühl der Künstlerin mu& hier entscheiden. Von sehr guter Wirkung sind Bander und 5tlciderbcsätze, die mit Bronze aufgesetzt werden. Der Grund muß dann aber schon trocken sein. So weit über das Malen. Sind wir im Besitz von Gipsgüssen, so passirt uns auch häufig ein zweiter, oft sehr unangenehmer Fall, daß nämlich irgend etwas abbricht. Em solcher Bruch ist am schnellsten, und leichtesten mit Gips zu repariren, und zwar solaendermaßcn. Vorausgesetzt wir haben etwas feinen Gips zur Hand, so bohren wir mit einem Taschenmesser eine Vertiefung in das Bruchstück, verletzen aber den äußeren Bruch auf keinen Fall; dann vertiefen wir ähnlich den Bruch des Hauptstückes. Haben wir einen Stahl- oder Hornmalspartel aus dcm Oelmalkasten, so nehmen wir diesen, andernfalls schneiden wir uns ein kleines, spartelähnliches Hölzchen. Ein Glas Wasser, ein sicher BorstPinsel, wie er im Oelmalkasten ist. und eine Untertasse vervollständigen ?as Material. Wir legen da Bruchstück em paar Minuten xi das Wasser. Das größere Stück nässen wir mit dem Pin sel, sodah es möglichst v:el Wasser aufsaugt. Dann nehmen wir einen Eßlös sei Wasser IN die Unterschale, fugen diesem einen Theelöffel Gips hinzu, rühren die Masse gut durch, tauchen noch einmal einen Augenblick das Bruchstück :n das Wasser und tragen dann so viel Gips in die Vertiefung, daß diese nicht nur gefüllt ist. sondern dah der weiche Gips so weit darüber hinweg steht, als für den Körper nach Augenmaß gebraucht wird. Nun drücken wir das Bruchstück an die richtige Stelle fest, halten es einen A5zenblick fest und nehmen jetzt den überschüssigen Gips, der sich aus den Fugen herausdrängt, mit nassem Pinsel ab. Ist der Gegenstand trocken, so ist selten etwas von der Beschädigung zu sehen. Eine andere Art ist das Anheften mittelst Schellack. Der Schellack wird in Spiritus gelöst, in eine Schale oder Untertasse gegossen und entzündet. Ist die Flamme erloschen, so bleibt ein dicker, klebender Rückstand, diesen bringen wir auf den Bruch und drücken die Stücke fest zusammen. Das Herausfließende nehmen wir mit dem Messer leicht fort und lassen den Gegenstand 4 bis 6 Tage ruhig stehen. Für alle größeren Reparaturen bleibt Gips das einzig Richtige; unter Umständen werden wir sogar kleine. mehrere Zoll lange Eisenstücke (Nägel) zwischen zerbrochene Gliedmaßen brinoen müssen. Freistehende Stücke müssen bis zur vollständigen Haltbarkeit gestützt oder geschient werden. Persische Rosen. Die Perserinnen sind im Allgemeinen ebenso geistig geweckt, wie von hoher körperlicher Schönheit. Da5 Klima des Landes, das eine so reiche und herrliche Vegetation hervorzaubert, ist auch von Einfluß auf die Bewohner und Bewohnerinnen desselben, und die typische persische Frau mit ihrem zart:n Gesicht, dem blumengleichen Teint und den dunkel glühenden, intelligenten Augen darf vor Allem als ein Produkt jenes Klimas gelten, wie die Unmassen von Blumen, die jedes persische Heim umduften. Die wahre Rose Persiens ist aber doch das persische Weib selbst. Sie unterscheidet sich wesentlich von der Türkin, der Aegypterin und von den Frauen von Tanger. Von Natur lebhaften Geistes, ist sie von poetischem Temperament, liebt Künste und Wis senschaften und widmet sich auch, so weit das angeht, sogar ,dcr .Politik, Von großem Einfluß auf die Männer, ist ihr Finger bei vielen' öffentlichem Angelegenheiten -sichtbar. Trotz de in Lande herrschenden HaremslebenÄ mit all seinen Thorheiten und Be, schränkungen, hat sich die persisch Frau doch eine, die alle ihrer moslemi tischen Schwestern überragende (Bit lunz zu erringen gewußt.eine Stellung die in mancher Hinsicht sogar d?e de: europäischen Frau übertrifft. So V ihr z. V. schon längst gestattet, für eigene Rechnung ein Geschäft zu be. treiben. Privateigenthum zu besitzen, als Zeugin vor Gericht aufzutreten. Schriftstück: zu attestiren u. s. w. Da, für ist sie für ihre Schuldenaben auch persönlich verantwortlich und hat b:! einer Scheidung das Recht, ihre Kindec für sich zu beanspruchen. Gipfel der Wcechhcrzigkcet. Ich weeß es gar nicht, wie cs gomm Daß gar so weech mein Herze, Und daß es egal überleeft, Beim allergleensten Schmerze. Ich bin so weech. ich g:nnte n'.ch 'Ne Fliege mal verscheichen. Und gar die G'apve in der Hand Den Dodesschdreich ihr reichen. Ich bin so weech, daß wenn ich schreib' Pauline beh a beh. immer ibren Namen macb' I Mit eenem weechen B!
