Indiana Tribüne, Volume 18, Number 178, Indianapolis, Marion County, 17 March 1895 — Page 3
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asssa aca Die tolle Komteß. 2onun von ?nst vcu Z?s7og?u. 1. Kapitel. l3.'Ws:n rr r::;:3t ,vrt ci; 5sfJr.nt)Aaft Z ait.'n ixr.rid; nucür, S;r L'i : fir.ij:s über di Kr.i: ron .Kais.nJoti rrjjSr:, u.o orauicin -phil e.:i-if.-:ä frioüriot :. 2 s Personenzuz von Berlin hielt prustend und kreischend vor dem kleineu Bahnhofsgebäude des HaltepunkteZ Mellenthin an. Da das Wetter so heiter war. hatte sich der Statiosvorsteter seine neue rothe Mütze aufgesetzt sobald nämlich eine Wolke am Himrnel stand, pflegte der Vorsichtige zu der älteren Garnitur zu greifen; hatte er aber die neue auf. so gab sich der ganze Mann einen Nuck rn's Strenge, Wichtige hinein, reckte sich, nahm die Schultern zurück und zwirbelte den blonden Schnurrbart kecker auf. In stolzer Ruhe und mit einem wahren Feldherrnblick, als wenn er eine Parade abnähme, ließ er den Zug an sich vorbeilaufen, bis er zum Stillstand kam. Ein paar Vauernweiöer mit Marktiiepen schoben sich langsam und plump aus der vierten Klasse heraus, und eir.em Abtheil zweiter Klae entstieg ein einzelner Herr. Tas war alles für Mellttithin. Der Stationsvorsteher wechselte tU nige leutselige Worte mit dem Zugführer und gab dann mit herablassendem Gruße die Erlaubniß, zur Abfahrt. DrnGlockenschlägc, und polternd, wegmüde und faul setzte sich der Zug wieder in Veweguna. Der einsame Neisende zweiter Klasse stand, ein leichtes 5iöfferchcn in der Hand, auf dem Bahnhofssteig und sah sich, die kühne Adlernase etwas hochgehoben, durch seinen goldnen Kneifer, ten er ohne Schnur trug, rings um, als ob er jemanden suche. Da er aber außer dem Inspektor, dem Packmeister und einem Bahnwärter niemanden bemerkte, , so schritt er auf den ersteren zu. grüßte leicht mit seiner Neisemütze un'd redete den Beamten an: Entschuldigen Sie, Herr Stationsvorsteher, ist hier nicht ein Wagen vom Grafen Pfungt aus Räsendorf?" Der Herr hatte so etwas Militär!schcs im Ton. etwas so Befehlögewohntes in den festen Zügen seines sonnverbrannten Gesichtes mit dem kurzgehaltenen. dunkeln Vollbart, daß sich in dem aufgeblasenen kleinen Bahnbeamten der frübcre Feldwebel getroffen fühlte. Er grüßte stramm mit der Hand an derMütze und sagte: Jawohl, mein Herr, der Kutscher aus Näsendorf erwartet Sie bereits. Ich irre wohl nicht ich habe wobl die Ehre mit' dem neuen Herrn Verwalter?...." Allerdings das heißt, ich will nich erst dem Herrn Grafen vorstellen," versetzte der Fremde kurz angebunden und ging, abermals die Mütze lüpfend, davon. Der alte Packmeistcr trat ihm an der Ecke des kleinen Bahnhofsgebäudes entgegen und rief ihm zu, indem er nur einen seiner krummen dicken Finge? nachlässig an den Kopf hob: Gu'n Dag ok! Na. Se fund wol de niae Herr Entspekte? von Näsendörp? Ja," ja, de oll Hinrich de het mit dat all vertellt." Und mit diesen Worten nahm er dem Herrn einfach das ZVöffercben aus der Hand und schritt ihm voran um das Gebäude herum. Da hielt der alte Hinrich mit seinen beiden alten Braunen, ein paar starkknochigen schweren Stuten, welche mit ihren mächtigen Formen in gar keiuem Verhältniß standen zu dem leicht gebauten Jagdwägelchen, welches sie ziehen sollten. He! Dau. Hinrich! Nu hür man up to dösen, hier is de nige Herr Ent-spekter!-Der c:ei Kutscher saß stocksteif auf dem Bocke, in einen rehfarbenen langen Mantel gehüllt, die Beine trotz des warmen Wetters in eine Pferdedecke fest eingewickelt. Auf den Zuruf des Packmeisters wandte er rasch denKopf, wie wenn er aus einem angenehmen Halbschlaf aufgeschreckt würde, und schnitt seinem muthmaßlichen neuen Vorgesetzten ein so grimmig-komisches Gcsicöt, dzß dieser ein verdutztes Lächeln bei seinem Gruße nicht unterdrücken konnte. Es war eine Grimasse, wie sie ältere Affen zu machen Pflegen, wenn sie in den Paketchen, die man ihnen mit freundlicher Miene darreichte, ungenießbare Geaenstände entdeckten. Der Eindruck dieser Grimasse war um so schauriger, als der alte Hinrich in jedem Kiefer nur noch drei einzeln? und noch dazu schiefstehcnde, fchwerzgelbe Zähne aufzuweisen hatte. Auch waren seine Augen tiefliegend, rund, roth umrandet und Wimpernlos, wie die einer Meerkatze. Er lüpfte seinen hohen Hut ein wenig und sagte mit heiser bellender Stimme: Sünd Se der Herr, den ick balen sall? De Herr von.... von.... ja, nu hew ick den Nam vergüten!" Der Fremde mußte lachen über den wunderlichen Empfang, der rhm hier zu Theil wurde. Ja. der Herr Von bin ich schon." rief er laut. Nun fahren Sie man zu!" Er sprang leicht in den Wagen. Der Packmeister schob das Köfferchen unter den Rücksitz, empfing sein Trinkgeld, und dann setzte be? alte Hinrich seine Braunen in Bewegung. Sagen Sie mal, Hinrich," schrie der Fttmde, als sie eine kleine Weile ge fahren waren, haben Sie denn für diesen Puppenwagen keine leichteren Pferde? Tas ist ja ein unheimliches Fahren!" Der Alte nahm die Zügel kürzer, wandte sein boshzste? Affengesicht. herum und sagte mit Anstrengung hochdeutsch sprechend: Andre Pserde? Oh, was werden wir keine andern Pferde haben! Aber mit die Ponnys. die hier eigentlich zugeh'ören, da sind Frau Gräfin mit Kunteß Vicki zum Misstonsfest gefahren, nach Pägelow. Kun teß Vicki kutschir! blch die PonrqZ;
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und was die Vcaditzer sind, die sonst Kunteß Marie immer fährt, die müssen heute zu Hause bleiben, rziii Kunteß nicht viel nachfragen thut nach die Missionsfeste!" (Müschohnsseste" sprach er das Wort aus!) Aha! Nun weiß ich Bescheid," lachte her Fremde. Er lehnte sich so bequem zurück, als die steife Lehne des Sitzes und die aeringe Federkraft des Polsters dies gestattete. Er hatte sich de? Handschuhe entledigt und strich sich mit seiner sehnig mageren, vornehm geformten Hand über den ganz modern gestutzten Bart. Die kurzen Bemerkungen Hinrichs über die StallverHältnisse genügten feinem scharfen Geist, um sich sofort ein ziemlich deutliches Bild zu machen von den VerhältNissen des gräflich Pfungkfchen Hauses. Die Mutter, welche mit der frommen, gehorsamen Komteß Tochter und mit den ebenso frommen Ponnys auf die dörflichen Missionsfeste ftfhr, die andre Kointeß Tochter, welche sich aus dergleichen nichts machte, und der Graf selber, von welchem nicht die Rede war, welcher aber, nach diesem Kutscher und diesem Gespann zu schließen, jeden falls ein äußerst konservativer, sparsamer und wahrscheinlich auch n?enig lebenslustiger alter Herr sein mochte. denn bei einer Spazierfahrt in diesem razzelnden, klirrenden Marter Wägelchen, das mit fußhohen Sprüngen über jeden Kiefelstein. stolperte, konnte einem jede Lebenslust gründlich vergehen! das alles ergab für einen Menschen von einiger Einbildungskraf: eine wenig anmuthende Vorstellung von dem gräflichen Hausstande. Hm, hm, wird wohl nichts für mich sein," murmelte der Fremde vor sich hin, indem er seinen weichen Schnurrbart nachdenklich durch die Finger gleiten ließ. Dumme Geschichte, wenn es wieder nichts würde! Na, aber ich habe dcch schon so manches fertig gebracht. Haha! Die Graditzer sind ihm für mich zu gut!" So ungefähr sprach er bei sich selber und lachte dazu leise vor sich hin. Sie lenkten von der Landstraße ab in ein Gehölz hinein. Der Weg war erbärmlich. Der schwere Lehmboden beim !etztcn Negenwettcr tief eingerissen und in der Wärme der letzten Tage zu harten Rinnen und Krusten eingebrannt. Das Unterholz, meit Haselsträucher, trat dicht bis an den Weg heran, die Zweige einiger prachtvollen alten Bäume streckten sich hier und dort in so geringer Höhe darüber hinweg. daß der alte Hinrich sich alle Augenblicke tief verneigen mußte, um seien Hut oder gar seinen Kopf nicht in Gefahr zu bringen. Prächtig, prächtig," rief der Fremde im Wagen ganz laut; und leiser setzte er hinzu: Aber wüste Wirthschaft! Da gäo's was zu thun für mich." Der Weg machte eine Biegung, und wie sich nun der Mann im Wagen erhob, um. an dem breiten Rücken des Kutschers vorbei, den neuen Ausblick in den Forst zu genießen, da knackte es plötzlich in den Zweigen zur Rechten. gedämpfter Hufschlag erklang im Galopptakt, und etwa fünfzig Schritte vor ibm sprengte in mächtigen Sätzen eine schlanke Reiterin quer über den Weg, um blitzartig, wie sie erschienen, in dem Dickicht auf der anderen Seite wieder zu verschwinden. Holla! Wer war denn das?" rief der Fremde eifrig und berührte Hinrich am Anne. Der Alte grinste furchtbarer denn je. Aber seine runden Aeuglcin rollten und leuchteten in seltsamer Lebendigkeit: Hebe." lachte er heiser, dat wier dei dulle Kunteß!" Die tolle Komteß? Wer ist denn d&s?" Dei dulle Kunteß, hehe! Dat weiten Se nich. Herr? So nöhm'n dei Lüd uns' Kunteß Marie, hehe! Ja, Herr, dat is Ein'!" Der alte Hinrich zwinkerte bedeutungsvoll mit den Meerkateraugen und klappte ein paarmal mit den sechs Zähnen zusammen, daß es ordentlich gespenstisch anzusehen war. Der Fremde drückte sich wieder in seine Ecke und sagte laut vor sich hin: Prachtvolles Weib! Reitet ja wie der Teufel!" Gleich darauf stand er wieder auf und verleitete den alten Kutscher zu einem weiteren Gespräch. Hören Sie mal, Hinrich. das ist wohl diejenige Komteß., welche di; Missionsfeste nicht leiden kann?" Hehe!" bellte der Alte, und knallte ohne jeden Zweck den Braunen drei mal so laut um die Ohren, daß sie vor Verwunderung die großen Köpfe bedenklich zu schütteln begannen. Sagen Sie mal, ist denn kein Sohn im Hause?" setzte der Fremde seine Nachforschungen fort. Ne. bloß Dam's. I. Herr, mit de! Dam's, da is dat so..... Na, dat jeit mi ja wider nix an, hehc!" Er trieb die Pferde auf's neue an, mit einem sonderbaren schlangenhaften Zischen. Ganz plötzlich aber riß er sich mit aller Anstrengung zurück, so daß der leichte Wagen einen heftigen 'Ruck bekam, welcher den Insassen unsanft aus seinenSitz zurückschleudert: und die Pferde selbst dermaßen erschreckte, daß sie mit den Hinterfüßen aufgeregt zur Seite stampften und die größte Lust bezeigten, trotz ihres ehrwürdigen' Alters über die Stränge zu hauen. Donnerwetter, was ist denn das?" rief der Fremde und griff nach em Hüftbein, welches einen recht unangenehi?'.n Stoß weg hdk. Hben Sie einen tfeisi gesehen. Hinrich, Was machen (Sie dem. 5o? Sie wollen doch nicht etwa gar unl?rchcn?" Aber der wunderliche Alte drehte wirklich um, oowok.7 er Wagen dabei bedenkliÄ in's Kwpen aerieta und fiu ten eine junge Birke beinahe umgeknickt hatte, wayrend auf der andern Seite die Pferde das (ebusco medcrstampf 8sa dah es ein Jammer wer, Uü5
dann ließ er wieder sein Zischen hören, versetzte den Gäulen einen leichten Schmiß hinter die Ohren, und dann ging's denselben Weg zurück, so rasch sie laufen wollten. Der Fremde bekam ordentlich Angst und schrie aufgeregt: He, Hinrich, he! Was soll das heißen?" Dat helpt all nix," bellte der Alte, aber weiter war durchaus nichts aus ihm herauszubekommen den ganzen Weg über, bis er endlich wieder hinter dem Bahnhofsgebäude still hielt. Da nahm er seinen Hut ab, rieb sich mit dem baumwollenen Handschuh in komischer Aufregung den kurz geschorenen Graukopf und gab endlich die Auskunft. daß ihm erst bei der Frage nach den Damen wieder eingefallen sei. daß er ja auch eine Dame habe abholen sollen. Eine Daine?" frug der Fremde derwundert und wußte nicht recht, ob er über den Alten lachen oder sich ärgern sollte. Der Stationsvorsteher war neugrig aus der Thür getreten. Na, Hinrich. was wollen Sie denn nun wieder?" sazte er mit einem halb mitleidig?n Lächeln, welches andeuten sollte, daß er di? Schwäche des alten RosselenZers genugsam kenne. Ick sall ja ein' Dam' afhalcn. Häw ick Sei dat nich vertellt. Herr Büchting? Is dei Dam' nicht mitkamen?" Jetzt mußte der Fremde doch laut lachen. Mit mir sind bloß noch ein paar Bauernweiber ausgesttegen. Sollten Sie die etwa mitbringen?" Ne. ne, ein sin Mamsell ut dei Stadt, dei Fru Gräfin sich expreß sör dei Wirthschaft up'ii Schloß verschränken het. Herrje, wat wan bei Fru Gräfin seagen, wenn ick ahn' dat Fröl'n komm'! Sei hätt' mi all letzte Wach' en' ollen Dusselkopp hetcn, weil ick dat vele Bäden un Singen nüht mehr verdragen kann." Jetzt platzte auch der zurückhaltende Beamte mit lautem Lachen heraus und gab dem Fremden auf seine Frage zur Auskunft, daß die Frau Gräfin wegen ihrer strengen Andachtsübungen von ihren Dienstleuten nicht wenig gefürchtet und auf zehn Meilen in die Runde verspottet werde. Dann wandte er sich wieder an den immer noch sehr aufgeregten Hinrich und fragte ihn, von woher die Dame erwartet werde. Herrje ja. nu sollt mi d?t allens werer in. Da wihr vun Hamburg dei Red.' Sei sall mit den Tog vun Ludwigslust kommen." Ja, der kommt aber erst in einer Stunde," sagte der Vorsteher. Und der alte Hinrich wickelte sich aus seiner Decke, kletterte bedächtig vom Bock herunter und grunzte ganz ruhig: Na, denn möten wir noch'n bäten täuwen!" Eine recht angenehm: Aussicht für den fremden Herrn, welcher so ungeduldig der entscheidenden Stunde entgegen sah, wenn er sich dem Grafen würde vorstellen können, und der, nachdem er schon den halben Weg zurückgelegt hatte, nun wieder von dem unheimlichen Alten auf diesem ödesten aller BahnHöfe abgesetzt wurde! Aber was war zu machen? Der dickköpfige alte Hinrich holte den Futterbeutel hervor und sah sich gar nicht nach dem Herrn um, der doch vielleicht fch-on morgen sein er
ster Vorgesetzter sein konnte. Der Stationsvorsteher. Herr Buchtinz, war der einzige, welcher vo-n Hinrichs Vergeßlichkeit einen Vortheil zog. Er machte sich zuvorkommend an den Fremden heran und suchte ihn mit jener Neuzier, die allen wenig beschäftigten Menschen mittlerer Bildung auf solchen einsamen Posten eigen ist. über woher" und wohin" auszuholen. Er bekam aber nur unvollkommene, noch dazu widerwillig gegebene Auskunft, fo daß er bald das Fragen aufgab und sich darauf beschränkte, einige allgemeine Bemerkungen über Land und Leute in diesem Zipfel des gesegneten Obotritenlandes zum besten zu geben. Der Mann hat etwas Heimtückisches." dachte er, den Fremden von der Seite anschielend. Man muß sich hüten, dem etwas über die Gesellschaft in Räsendorf zu sagen, der ist imstande, und steckt es heute Abend noch der Frau Gräfin, was ich über ihre AndachtsÜbungen gesagt habe." Er wollte sich eben unter einem Vorwande zurückziehen. als der Fremde die rasche Frage an ihn that: Ach. sagen Sie doch, was ist denn der alte Graf für ein Mann?" O, ein recht lustiger alter Herr!" antwortete der Beamte ausweichend. Lustig? Das ist wohl kaum mög lich!" rief jener. Ich dachte ihn mir als einen recht brummigen, durch und durch vertrockneten alten Junker." Der Beamte !ach:e leise vor sich hin. Na, Sie werden ihn ja kennen lernen. Ich kann Ihnen nur eins sagen: wenn Sie sich bei ihm einschmeicheln wollen, dann müssen Sie ih.n Geschichten erzählen je kräftiger, desto besser!" Der Fremde merkte sich im stillen diesen guten Rath, und trat, nachdem der Vorsteher ihn allein gelassen hatte, einen Spaziergang längs des Bahndammes an. Er hatte sich eine Zigarre angesteckt und schlenderte nachdenklich aus schmalem Fußpfade durch die blühenden Wiesen. Wieder und wieder ertappte er seinen Geist, bei dem Versuche, aus den bunten Steinchen sküchtiger Bemerkungen sich ein lebendiges Bild von dem Pfungkfchen Hause und von dem Leben, das seiner unter diesen Leuten und in diesem Lande wartete, zusammenzusetzen. Er kam aus einer andern Gegewd Deutschlands, Land :?d Leute von Mecklenburg waren ihm völlig neu, ihre Sprache nicht ganz leicht verständlich. Er mußte sich sagen, daß der alte Graf gewichtige Bedenken gegen thn erheben konnte, dast. iedenfalls, wenn er die Stellung erhielt, die Arbeit, die seiner wartete, eine recht schwere sein würde. Er ließ sein Aug: Lbcr du ruhig
anmuthige Gegend schweifen. Die Son-
I ne sank eben knnter der sanft geschwun- ' genen Hügelreihe im Westen," und ihre relne. 'tiefe Gluth spiegelte sich aus den kleinen Fenstern des BahnwärterHäuschens, das da gerade v? 7 ihm lag, so daß es aussah, als ob es . . Innern lichterloh in Flammen stände. Und im wunderlichen Gegensatze dazu saß der Bahnwärter vor dem Hause auf dem Bänkchen und schmauchte friedlich sein Pfeifchen, während sein kleiner Knabe mit unablässigem Bemühen eine große blau: Tüte mit einem durchgesteckten Holzspan nach Art eines Drachens zum Fliegen zu bringen sucht?. Auch das Blondkopfchen dieses Kleinen war glühend purpurroth, man wußte nicht, ob von dem Widerschein der sinkenden Sonne oder von der Anstrengung seiner kindischen Sisyphusarbeit. Im Grase zirpten die Heimchen, aus den Stoppelfeldern stiegen die Lerchen noch ein letztes Mal flatternd und zwitschernd auf, ehe sie sich zur Nachtruhe in ihre Nester duckten. Um den hohen Wipfel einer Eiche, der den Rand des nahen Forstes hoch überragte, schwärmte mit unablässigemGekrächz eine große Schaar von Krähen, die dort allnächtlich Einkehr zu halten pflegte. Ein Bauernwägelchcn rollt: auf der Landstraße heran, dni Bahnhof zu. Noch einmal erglühte das Schienengeleise feurig im letzten Sonnenstrahl und dann war es Abend geworden. In dem nächsten Dorfe, welches, im Grünen ganz versteckt, etwa eine Viertelstunde vom Bahnhof entfernt lag, schlug eine Thurmuhr acht. Mit jenem tiefen, vollen Feierklange. der dem einsamen Lauscher auf dämmerndem weiten Felde oft so wunderlich zu Gemüthe dringt, wie kaum ein frommes Lied mit Orgelklang. Dem Fremdling mit den scharfen vornehmen Zügen schien das Bild de? Anmuth und des Friedens zu behagen, das ihn ringsum mit so bescheidener Lockung anlachte, und der leichte Abendwind, der jene Glockentöne weiter trug, schien seine weltmüde Stirn mit dem frischen Hauche trauter Heimaihlichkeit zu umwehen. Er wandte sich wieder dem Bahnhofe zu und murmelte im Ehen vor sich hin: Wenn ich hier bleiben dürfte endlich einmal ausruhen! Das Land gefällt mir, es hat so gar nichts Aufregendes. Hier wird mich niemand suchen. Und die Leute? Mein Gott, mit wem hibe ich mich nicht schon alles absinden müssen!" Das Bild der kühnen Reiterin, die vorhin seinen Weg gekreuzt hatte, huschte wieder durch seinen Gedankengang. Die tolle Komteß! Das klang nach etwas. Ein stiller Zufluchtsort, harmlose, altmodische Menschen, die sich von ihm gängeln ließen, und als hellflackerndes Kaminfeuer in solch behagliche: Dämmerung ein Weib voll Temperament, vielleicht voll Schönheit und Geist O nein! Der Gedanke, hier bleiben zu müssen, hatte nichts gar so Abschreckendes mehr für ihn, ein wie seltsames Willkommen ihm auch vorhin des alten Hinrichs Meerkatergrimasscn geboten haben mochten. Er lachte vor sich hin: Die tolle Komteß, haha!" daß er es doch nicht lassen konnte, daß es ihm ein so brennendes Bedürfniß war, allezeit ein Weib im Mittelpunkte seines Denkens und Empfindens verborgen zu wissen! Die Glocken des Signalthürmchens am Bahnhof schlugen an. H, G, E klangen, sie von oben nack unten, und der Fremde summte die Melodie weiter, welche den Anfang jenes Walzers ergab, den gerade damals die DrehOrgelspieler in alle Welt trugen: ,Tknn ich hd' sie jz nur auf die Schulter acküdtZ Des Fremden scharfe, unstäte Augen leuchteten sonderbar auf. Er stand jetzt wieder auf dem Vanhofssteig und blickte das Geleife hinauf nach der Richtung, aus welcher der Zug erwartet wurde. Da trat der StationsVorsteher Büchting an ihn heran und meldete, daß soeben eine Depesche für den Grafen Pfungk eingetroffen sei, die er ihm vielleicht mitgeben dürfe: Uebrigens kann ich's Ihnen ja gleich sagen," fügte er hinzu; das. Telegramm ist unterzeichnet: Sophie Bandemer. Das Fräulein kommt heute nicht, Sie brauchen also den Zug gar nicht abzuwarten, Herr..." Was tausend!" rief der Fremde. Konnte das Fräulein nicht eine Stunde eher telegraphiren? Dann säße ich jetzt schon längst in Räsendorf. Fatal, fatal!" Er und der Vorstehe? boten gemeinschafilich ihre Ueberredungskunst auf, um den alten Hinrich zu überzeugen, daß kein Grund mehr vorhanden sei, länger zu warten. Es war ihm schwer klar zu machen, und er erwiderte ihnen immer auss neue: Ja. ja, dat mag all sin; owerst wenn dat nachher doch rnch recht ts, denn krieg ict dat vun de Fru Gräfin." Endlich rasselte er aber doch wieder los, und die beiden Braunen schlugen einen so lebhaften Trab an, daß der leichte Wagen ganz entsetzlich hin und her geschleudert wurde. Dafür verging aber auch kaum mehr als eine halbe Stunde, bis der Park von Räsendorf mit seinen tiefen schwarzen Schatten aus dem abendlÄchkn Dunkel herausstieg. Die Hunde schlugen an, es knirschte der Kies, das Wägelchen hielt vor dem stolzen Portal des gräflichen Schlosses. Als der Fremde die steinernen Stufen hinaufstieg, griff er ia seine Brüsttcsche und holte die Depk scbe hervor, um sie sofort übergeben zu können. Wäre statt dieser Nachricht das Fräulein Sophie Bandemer selbst gekommen, so würde der Fremde rvahrscheinlich niemals die Schwelle dieses Schlosses .überschritten, und dieLebeasschicksale seine? Bewohner einen ganz andern Verlauf genommen haben! Melden Sie dem Herrn Grafen inerne Ankunft," trug er dem Diener t auf; ,mem Name von Nsrwlg!"
Und Richten Schritte;, voll Hoffnung und Selbstvertrauen stieg er, dem Diener folgend, die breite Treppe hinauf. 2. Kapitel. 3n ft'Ich?m rr fcci 3c::d:; sich t)tf;.'Mti' eir iüd. ctsrnr.ij IKdi ihr -rrumsid,) d.r i rt um ter i'.U kliavid) o;t Hä5:t i'.oti. Herr von Norwig wurde zwei Treppen hinauf und dann durch einen Ian gen Flur in daö Zimmer geführt, welches ihn für diese Nacht" beherbergen sollie. Seh? behaglich sah es darin geraoe nicht aus, eher etwas gasthausmäßig. Ein Bett, ein unbrauchbares Sofa, Waschtisch, Kleiderichrnnt und ein paar Stühle. Das war alles. Dazu fiel ihm noch die grche Geschmacklosigkeit der Tapete und die kindlich farbenfreudige Bemalunz der Rollvor--hänge auf. Er packt: ellig sein Köfferchen aus und legte, als ordnungsliebenderMann, sogleich seine sieben Sachen in die vorhandenen Schubsächer des Waschtisches. In jeder Lade, die er aufzog, gerieth ihm auf den ersten Griff' ein Buch i die Hände. Im Kamm- und Bürstenfach lag ein Neues Testament, rm Hemdenfach ein Gesangbuch und im wolleuen Fach ein vollständiger Jahrgang der Zeitschrift Emmaus. ein christlicher Sonntagsfreund." Mit einem eigenthümlichen, achtungsvollen Lächeln legte er die schwarzen Bände an ihre Plätze zurück und dann badete er sich den Reifestaub vom Gesicht, band einen neuen Stehkragen um und wählte unter den vorhandenen Krawatten in der Muthmaßung, daß in diesem hochchristlichen Hause wahrscheinlich die weltliche Eitelkeit auch in Gestalt von lachs- oder ponceaufaröenen Halsbinden übel angebracht sein möchte, eine einfach schwarze aus. Er bürstete sorgfältig sein dunkles Haar, welches auf dem Scheitel bereits nchrdünn zu werden begann, suchte zum Schluß seinen Mienm wie seinem Rocke eine möglichst vertrauenerweckende reinliche Glätte zu geben und verfügte stch dann nach dem ersten Stockwerke hinunter, wo der Diener ihn bereits erwartete, um ihn in das Zimmer des Grafen zu führen. Sie durchschritten einen weiten Spersesaal, von dessen holzgetäfelten Wänden lange Reihen gräslich Pfungkscher Ahnen herabblickten. Doch der Fremde hatte nichts weiter davon gesehen, als was der Lichtschein, der beim Oeffnen der Thür von außen hereinfiel, aus einen Augenblick erhellte, denn der weite Raum war dunkel. Der getäfelte Fußboden schien frisch gewachst zu sein, denn Herrn von Norwigs neue Sticfelsohlen klebten daran fest, so daß es bei jedem Schritt ein schmatzendes Geräusch gab, das in dem weiten leeren Raume einen wunderlichen, beinahe unheimlichen Widerhall erzeugte. Der Diener öffnet: eine zweite Thür und ließ den Gast eintreten mit der Bemerkung, daß der Herr Graf sogleich erscheinen werde. Herr von Norwig trat mit lautlosen Schritten auf dem dicken Smyrnaer Teppich weiter in das behaglicheHerrenzimmer hinein, und das erste, was seinen forschenden Blick fesselte, waren die dunkeln Umrisse einer Frauengestatt, welche, das linke Knie herausgezogen, auf dem Fensterbrett saß und den Oberkörper zum offenen Fenster hinausgebeugt hatte. Die Dame mußte seinen Eintritt nicht gehört haben, denn sie beharrte noch eine ganze Weile in ihrer Stellung und wandte sich auch nicht um, als sie dann beide Füße auf den Boden stellte und die Arme tnit gefalteten Händen hoch über den Kopf emporstreckend, mit einem leisen Gähnen ihre ganze Gestalt wohlig streckte und dehnte. Herr von Norwigs feiner Schönheitssinn war vollkommen berauscht von der edlen Fülle, den weichen Linien und dem vollendeten Ebenmaß dieses prachtvollen Körpers. Er erinnerte sich nicht, alles das jemals bei einer Frau von so ganz ungewöhnlicher Größe gefunden zu haben. Die schönen Glieder umschloß ein leichtes graues Tuchkleid von äußerst einfachem Schnitt, dessen Eintönigkeit nur durch eine Korallenschnur um den Kragen unterbrochen wurde. Das Haar schien dunkelblond und für Norwigs Gefchmack etwas zu glatt und unmodern frisirt. Es wäre unschicklich gewesen sich von der Dame als heimlichen Bwbachter ertappen zu lassen; er that also noch einige Schritte auf die Gestalt zu und sagte: Sie verzeihen, meine Gnädigste, der Diener hat mich hier hereingewiesen " . Bei seinen ersten Worten wandte die große Dame dem Spreche? rasch ihr Gesicht zu. Es war ihm unmöglich, einen kleinen Schreck in seinen Mienen zu unterdrücken. Eine Gestalt von solcher Vollendung und das Gesicht
häßlich, schlechterdings häßlich. Scvmal geschlitzte graue Augen, eine ziemlich flache Nase, großer Mund, stark hervortretende Backenknochen, schlechte Farben, stumpfe Haut das war so der Eindruck des ersten Anblicks. Ich habe wohl das Vergnügen mit Herrn von Norwia? Mein Vater muß gleich hier sein. Darf ich Sie bitten. Vlan zu nehmen? Er verbeugte sich und rückte sich cineur mit schwarzem Glanzleder überzogenen: tubl zurecht. .Wenn ich nicht sehr irre, so sind Sie es, meine gnädigste. Komteß, die heut: im Forst meinen Weg kreuzte. Ich 2fiA Sie versichern, wsm nicht der alte: Hinrich mit seinem Jagdwagen mrr die voetisüe Stlmrzuna emigerman ver dorben hätte, so würde ich Sie auf Jhnm feurigen Rappen entschieden für eine leibhaftme Walküre an eyen da ben. Die Erscheinung zuckte ja wie ein Blck vorüber: aber, aus Eyre, gnädig sie Komteß, ich war auch geblendet wie. vom Blitz." . Ach. machen Sie dach keine RedenSarten!" fiel ihm die Komteß in'sWart. Ich torni sg etmaZ nicht leiden,
sich O, Komteß," erwiderte er verbind lich ablehnend; ich würde mir nie gestatten, einer Dame in irgend welche?! (LeZtalt blauen Dunst vorzumachen! Hm, nicht übel!" lachte die junge Dame, welche selbst im Sitzen beinahe größer erschien als ihr Gegenüber; Sie scheinen za ein Witzbold zu sein. Wissen Sie, ich mache mir nicht viel daraus, aber Papa liebt das. Mit mir werden Sie am besten thun, von Pferden zu sprechen. Sie sind doch Reiter?" O, meine Gnädigste fünfter U7an gewesen! Erst vor w'migen Mona&i aus den Pampas zurückgekehrt." Aus den Pampas? Das ist ja fa belhaft interessant! Da müssen Sie mir noch viel davon erzählen!" rief die Komteß lebhaft indem sie sich, die verschrankten Arme: auf den Tisch stü end, dem Gste entgegennei?. Da that sich binter ihr die Tbür auf. und Äraf Pfungk schritt über die Schwelle. Norwig sprang auf, verbeugte sich ehrfurchtsvoll und blickte da:m mit wirklichem Staunen zu dem alten Grafen empor, der soqar seine Riesin Tochter noch fast um Haupteslanae überragte und neben dem er selbst sich fast wie ein Knirps erschien.
Hier sind Zigarren. Wollen Sie nicht eine anstecken?"
Der Graf begrüßte den neuen An-jemc
wärier auf die Oberverwalterstelle mit k größter Zuvorkommenheit. Seine Ge stalt war etwas zu hager, die Haltung ein. wenig nachlässig, aber der sch:nale graue Kopf wunderschon ein echter Belasquez! Ich empfehle Dir Herrn von Norwig. wandte sich die Komten an ihren Baten Er stand bei den fünften Ulanen und kommt direkt aus den Pampas.. Laßt uns nicht zu länge warten, Papa, der Theetisch ist schon gedeckt." Sie verabschiedete sich mit einer Deichten Verbeugung des Kopfes und verließ mit großen vornehmen Schritten das Zimmer. Meine Tochter Marie, sagte der Graf mit einer Handbewegunz nach der Thür hin. . Herr von Norwig verbeugte sich und bemerkte, daß er bereits Gelegenheit gehabt hätte, die Komteß als Amazone zu bewundern. Ach ja," seufzte der Graf,, es ist ein Kammer, van ne kein cann aeworden ist! Dann brauchte ich auch jetzt keinen Oberverwalter. MeineTochter hat einen so klaren Blick für das Praktische, erfaßt alle ihre Angelegenheiten so rasch und an der rechtenStelle, daß man ost ganz vergißt, daß sie nur ein Mädchen ist. Sie nimmt mir wirklich viele Arbeit in der Feld- und Viehwirthschaft ab, seit- es mit meiner Gesundheit nicht mehr, so ganz sicher, ist Sie versteht auch wirklich etwas von allen diesen Dingen; aber Sie begrcifen, eine Frau ist doch immer nur eine halbe Autorität den Leuten gegenüber. Und alles beherrscht sie denn doch nicht. Es kommt mir daraus an, zum OberVerwalter einen Mann zu gewinnen, der mit hoher Intelligenz und Fachbil dung ein sicheres, imponirendes Auftreten verbindet, ohne jedoch den Unter beamten zu einem unangenehmen Frohnvogt zu werden. Sie werden mich verstehen: dieselben Leute, welche dem Herrn selbst ohn?- Murren Gehorsam leisten, betrachten oft jede strenge Maßregel eines angestellten Oberbeamten als eine unerträgliche Anmaßung. Besonders hier rn Mecklenburg, wo dem älteren Geschlecht noch die Leibeigenschaft im Blute' liegt, scheint es' mir gefährlich, einen solchen Quast-ne-aenten. und noch dazu einen lanoesfremden, einzusehen und von den Leuten für ihn denselben Gehorjam zu verlangen, wie- sozusagen gegendas anaestammte Herrscherhaus. Sie begreifen, daß em ganz veondererTalr dazu gehört, eine solche Stellung m meinem Sinne auszufüllen. Ich yaoe daher Ihrer Bewerbung unter zahlreichen anderen den Vorzug gegeben, weil' . v , . C: sisttt r".' icy giauoe, oaj3 le, uci ie ciui iu herer Grundbesitzer undEdelmann sind,, vielleicht am ehesten den richtigen Torr . on ! 1 , iti..t. . , iin erieyr Mil uzn uuicrycuciicii landen dürften und gleichzeitig mir selbst mehr werden konnten, als eben nur- ein: bezahlter Beamter." Der Graf hatte seine lange Rede-mit. vielfachem Stocken und leichtem Huztel vorgeoracht, m einem verbindlichen, leicht gedämvften Tone, der merkwürdia aut zu seinem Gesichte stand. An der Art, wie er seinen weißen Schnur?und Zwickelbart mit einer gewissen ner- . it. rv rii f- - vojen unruye mir oen Finger, piijm. gearbeitete und wie er es vermied,. He?ra von Norwig gerade in die Augen, zu sehen, merkte dieser, scharfe - Beobachter soaleich. daß der aite Graf stch selbst durch feine lange Rede genirt fühlte und datz er in gewöhnlichen. Zeiten sicherluch derselbe Uedenswurdlge alte r ' . " . . wi.r Herr lern NTuroewie o miic. zclttct, Standesaenosscn. die sich auf prinzipielleErörierunom und dergleichen nicht rv -..c' v. qsjrt emiaucu, lonocrn zuyticucu iiuu, er . .r. 1 wenn lyre Änqeieoenyeiien in ciu Weise besorgt werden daß sie davon. möglichst wenig mene und- nur oie gewohnten Erträge mit ernZaer Regelrnüßigkeit vgerechrui. bekommen. Erhielt ihm also eine ZuohlFefetzte Red aus dem Siegreif, in welcher er seinen; Anschauungen in allen Punkten bzPflichtete, und knüpfte hieran eine 5rbauliche und belchrsame Betrachtung über den Zustand der heutigen Lindwirthschaft und deren Aussicht für die Zukunft bu vernünftiger, oder ner Bewirthschaftung. Als Herr donNorwig endlich schwieg, that Graf Pfungk eine sehr vernünftige Frage: Nun. sagen Sie mal, wenn: Sie das olles so scharf erkannten, w war es derm möglich, daß Sie selbst bei der Landwirthschaft zu Grunde gingen? Sie schrieen mir doch, daß UlillltK, WlC icummn liUl vuy, ap Sie ein so schönes, großes Gut bes.ss hätten! (Fortsetzung folgt.)
Zur die MÄe. Englische Sandwiches. Von frischem Weißbrot schneidet man gleichmäßige Scheiben, welche man oval ussticht Ueberreste mißen GeflügelfleischeS wiegt zian nebst der gleisen, Menge gekochte? Ochseuzunze fein, reibt die Masse cm Porzellznnw'rser mit 3 l-L' bis 5 Uzen Butter zu Brei und streicht sie durÄ ein Sieb, un. sie darauf mit etwas Pseffer nd einem Löffel englischen Senf zu vermischen. Die Hälfte d. Brotschnitten wird mit der Farce di& bestrichn und die andern Scheiben fest und -zlcichmaßiss darauf gedrückt. Kurz vor dem Anrichten. werden die Sandwiches geschmolzeer Butter auf b'eidenSei'tn goldbrauir gebacken und mii'ausgebackener Peter--stlie garnirt sofort auszetrzen. I n di s ch e E u"? r y - Su p p e. (Pikant, für Herrenessen zu npfehlen.)' Man braucht zu:' Bereitung dieser Suppe eine helle und eh;e Dunklet Fleischbrühe, von denen man alles Fet abfüllt und die man dann miteinander vermischt. Zwei junge vorgerichtete.' Hühner, sowie einige Stück rohen-
Schinken überfallt man mit dem abge-' nommenen Suvöenfett.aibt einiae Tassen Bouillon hinzu, fügt als Gewürz. Mohre, Zwiebeln,, eine tfnoür Sellerie, etwas Petersilie. Thymian, ein Lorbeerblatt, drei Nelken und einen. Eßlöffel Eurry-Pulver hinzu und kocht die Hühner weich. Ist dies geschehen. so wird das Brustfleisch in feine Streifen geschnitten, die Brühe entfettet undzu der. vermischten Bouillon gegebensteman damit fünf Minuten langsam: durchkocht, und ihr dann eine halbeFlasche Madeira und. eine Prise Ea--ycnne, zusetzt. Man richtetdie uppe: über dem Hühnerfleisch an und servirt: die Bouillon weich und. körnig gekosten Reis.nebenher. Wiener Reiskuchen. - Man: kocht 1 1-2 Pfund Reis, nachdem man. ihn mehreremal in Wasser abbrühte, ineinem. Quart Sahne mit einem Psund Zucker und einem Stück Vanille weichund sehr.' dick, läßt ihn ein wenige auskühlen und verrührt ihn mit 3 1-2 lln zen Butter und zehn Eigelb. Zuletzt, zieht man den steifen Eiweißschnee von. drei Eiweiß unter die Reismasse, füllt sie in eine ausgestrichene, glatte Form, und bäckt sie im Ofen goldbraun. In dieser. Zeit schält man vierzehn schöne Aepfel, schneidet sie in feine Scheiben, vermischt sie mit einem Pfund eingemachten., entsteinten Kirschen (ohne Saft,, dieser muß abtropfen) und" dämpft' sie mit einem .Glas Rothwein, drei Löffeln Apfelsaft und 5 Unzen Zucker weich. Wenn der Reiskuchen fertig ist, stürzt man ihn auf eine steche Mehlspeisenschüssel, schneidet, oben fingerdick vom Rande entfernt, einen Deckel ab, höhlt dann den Kuchen aus, füllt die Aepsel hinein, legt den Deckel wieder darüber, bestreut den - Kucherr. mit Zucker und gibt ein: Kirschsastsauce! nebenher. Alte Hühner wie Wild pret. b e r e.i t e t. Zwei ausgewachsene Hühner werden in bekannter Weise zubereitet, fein gespickt und. drei Tage mir: einfachem Essig marinirt, denman zuvor. mit einem Lorbeerblatt und einer, gehäuften Eßlöffel Wachholderbeeren.. aufkochte. Nach Ablauf der genanntem Zeit dämpft man die..Hühnernn.,eineO Kasserolle mit Butter und ein wenig. Wasser weich, beständig etwas- saureSahne nachgießend. Wenn .sie. sich zu. bräunen anfangen, überfüllt, man. sie: mit einigen Löffeln voll in Wasser auf--gelöstem Fleischextrakt, quirlt, weitereinen Löffel Mehl in saurerSauce .klar,. nimmt die Hühner aus der. Sauce, verkocht diese mit dem Mehl .und gibt zuletzt die zerlegten Hühner, noch einmak. hinein.um sie gut durchziehen zu lassen. Portion für 10 Personen. Regeln bei Bereitung dies Kaffees. Man beurtheile den Kaf--fee nicht nach der Farbe der Bohnen,, sondern nach dem Geschmack (der Kaf-.. fee ist ost gefärbt); beim Rösten. achte, man darauf, daß der Kaffee nur.kasta-.-nienbraun, ja nicht schwarz werde.. da--, mit seine edelsten Bestandtheile,.d:e sich-. leicht verflüchtigenden, ätherischen Oele,. nicht verbrennen, wodurch dev Kassen einen unangenehmen.bitteren Geschmack: bekommt.. Den frisch gerösteten Kaffeeschütte man nicht in ein enges, Gefäß., sondern behufs schneller Abkühlung auf' ein Sieh. oder in dessen Ermangelungauf eine möglichst. große Platte,, damit: der he'-ße Kaffee nicht nachrösten undverbrennen kann.. Nachdem, der. Kafsee? erkaltet ist, bewahre man ihn in einer? gutMeßenden 'Blechbüchse auf, und. zwaran einem .trockenen jedoch nicht M warben Orte; das Quantum der zifc mahlenden Bahnen bestimme man nichv du?ch ein Geiaß, sondrin nach dem Wcht, da d Bohnen leichten Kafftts b.-im äenn größer wie diejenigen, schwerer u::d, kräftic-er-Sorten werden daß nirjt bei ArnenduDg eines Ge fäßes von. leichtem Kaffee weniczer. unZ von kräf.aem mhr Gericht erhälr. währenddes doch gerade ÄMgekthr.t sein sollte. Man neiyne zur Tasse ejwa n Drittel, Unze anahlern, Kaffee welches 5uantum. sich ali das geeignetste bewä'rt hat; dcrKafste. soli so. feis als möach gemolkn werden; je forcer er geiruhlen i), desto bessr,- entlaßt er nc Der Kaffee darf nicht flocht, sckidern rauß durch auf ebnicf aufzuMttendH stark. trche?des Waffer zubereitet erden) man bediene, .ch hierbei l&nl Kc5fe:sackeZ. sordrn einer zweckmäßigen Filtrirmaschins. deren. Vodm je nach dem zu tHreiiend: Quantum größer oder- kleiner sein lnuß; der Kasse? soll.nachdeni er jiltrirt ist. alsbald genossen werden, da er a . - yi v l w r, . vurch langes Nach- und Aufmen aA ! C0ma verliert.
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