Indiana Tribüne, Volume 18, Number 171, Indianapolis, Marion County, 10 March 1895 — Page 7
Chcatcr und Jugcud.
' Das erste Bühnenbild erschließt de, Jugend so etwas wie eine neue Welt! Aus seinen Erinnerungen wird jeder phanrasiebegabte Mensch zu dieser Behauptung Exempel und Belege fügen tonnen. Es wäre nun in der That Schade, roeim dieser erste Eindruck von einem absolut werthlosen oder geradezu niedngen Product erzeugt würde. Andeiirs:its gehen wir wohl auch nicht fehl in der Annahme, daß einen starken Reiz auf das unverdorbene jugendliche Semüth zunächst doch nur immer diejenigen Werte ausüben werden, welche die Begeisterung entfachen und mit ihrem Thema ausgesprochene Sympatbien und Antipathien erwecken. Ein Max, ein lUiel Acosta, ein Lohengrin werben die Phantasie nachhaltig beschäftigen, wogegen die schöne Helena, die Prinzessin von Trapezunt, die Figureii der Fledermaus" kurz, der ganze Operettenkram ziemlich spurlos an den Sinnen kindliche: Naturen vorüberziehen dürfte. Der Schaden, den solche Werke anstiften können, besteht eigentlich nur darin, daß sie Besserem und Edlerem len Platz versperren. Mit der Zeit verändert sich das. Ein, zwei Jahre können da schon einen grofcn Unterschied ausmachen. Der sechzehnjährige Knabe, das sechzehnjäh?ige Mädchen sitzen bereits mit anderen Interessen im Theater als die Zwölfund Bierzehnjährigen. Sie legen grof.en Werth darauf, daß sie auch in Stücke kommen, die für die Erwachsenen" bestimmt sind, und mit großer Geringschätzung betrachten sie die Märchenpoesie, die erst wieder das reifeie Alter entzückt. In welche Stücke sollen wir die heranwachsende Jugend senden? Was .sollen wir erlauben, was verbieten? Diese Frage wird sich nicht so vom grünen Tisch herunter erledigen laen, sondern immer nur mitVerücksichtigung des Einelfalles. Aber einige Gesichtspunkte allgemeiner Nakur können doch angedeutet werden. Durch nichts zu rechtfertigen ist z. I. ier Vorzug, den man bei der Auswahl der Theaterstück: für die reifere Jugend" dem Lustspiel zu geben pflegt. DasLustspiel, das sich bei uns so ziemlich in den modernen Schwank aufgclöst hat, rechnet mit den kleinen Schwäcken, mit der Frivolität und Gedankenlosigkeit der Menschen und vor allem mit der Neigung, ernste Dinge scherzbaft zu behandeln. Die Tragödie, das Sittendrama ist immer eindeutig, die 5iomöoie ist sehr oft zweideutig und hat ihre Stärke in Pikanterien und gewagien Anspielungen. Die Zeit dersatirischen und der Charakterkomödie scheint auf lange Zeit vorüber zu sein. Aber euch wenn das Genre eines Aristophares und Meliere noch lebte unsere Jugend hätte doch nichts in diesen Werken zu suchen, denn das Verständniß für den sittlichen und ästhetischen Werth von Satire und Ironie geht uns erst auf Grund einer Reihe von Lebenserfahrungen. also in späteren Iahren auf. Vielleicht hatten die alten Griechen nicht so unrecht, das sie ihren grauen nur den Besuch der Tragödien gestatteten und sie den Komödien fern hielten. Aber gerade der heranwachsenden männlichen Jugend sollt: man der? zweifelhaften Genuß moderner Schwänke so selten wie möglich gewähren. Bei dem Capitel gute und schädliche Einflüsse auf die Jugend" werden, sobald es sich um ästhetische Ding? handelt, einem stillschweigenden Übereinkommen zufolge, gewöhnlich nur die Mädchen in's Auge gefaßt. Unsere Knaben suchen wir wohl vor Beinbrüchen, vor Diphtheritisanfällen und sonstigen Schrecken zu bewahren. aber der Gedanke, daß ihnen durch Lektüre und Theaterbesuch ein Schaden zugefügt weroen könne, liegt meist cuerhalb des Normalgesichiskreises. Und doch ist es von d:r größten Wichtigkeit, daß durch die Kunsteindrücke, die sich der Seele des Knaben, des Jünglings bemächtigen, die Auf.ahmesähigkeit für Idealvorstellungen bei Zeiten herangebildet werde. Bei oem Manne bekommt, wofern nicht besondere Anlagen oder Neigungen mitspreeben, die ideale oder gar poetische Lebensauffassung schneller einen Stoß als bei dem jungenMädchen, das seine aus Luftschlössern und Träumen gewobene Welt" im Großen und Ganzen länger unangetastet behält als der junge Mann, der der Berührung mit dem Gemeinen und Unedlen weit stärker ausgesetzt ist. Reißt er sich dann gelcgentlich aus der Alltäglichkeit los, um ein paar Mußestunden der Kunst zu opfern, dann sollte es nicht wieder das Gewöhnliche, das Alltagliche stin. was ihn auch hier erwartet und sein: Sinngefangen nimmt, sondern etwas Besser:5. Schöneres, das mit ihm geht und ihn inmitten der Sorge für das Heute und Rächst: an die Ewizkeitsinteressen der Menschheit erinnert! Warum sind unsere Männer sür die ernsten Stücke so selten zu haben? Warum, stößt man da immer wieder auf die alberne Bemerkung: Das Leben hat Schweres genug; "wenn ich in's Theater gehe, so will ich mich amüsiren"? Wo sich diese Scheu, diese unmännliche Furcht vor dem Ernst sindet. ist in der Regel in der Erziehung etwas versäumt worden! nur das junge Mädchen wird der Theaterbesuch hauptsächlich von dem Augenblick an gefährlich, wo es nicht mthr die Künstelt sondern Vn fTnu - " , -. IV VU' lissenwelt ist, die die Phantasie in flammen versetzt. Junge Mädchen muffen schwärmen,m:int vielleicht mancfcr, und es sei im Grunde gleichgiltiz, cö sich diese Schwärmerei dem jungen Pfarre? auf der Kanzel, dem Litteraturprofessor oder Bühnenkünstler zu-
ausa-.
wende. So ganz gleichziltig ist dies aber keineswegs. Unsere deutschen Mädchen, durchschmttlich so wohlerzogen und sittsam, wissen, sobald es sich um die Schwärmerei für einen Don Carlos" oder Max" handelt, nicht immer die rich tige Grenze einzuhalten. Harmlos ist noch die Erwerbung der Photographie der verehrten Person, die Auswahl derjenigen Vorstellungen, in denen e? seine Glanzrolle hat, die Bitte um einen AlbumverÄ ein Autograph" und was dergleichen nichtssagende Thorheiten mehr sind. Unpa ender wird die Sache bereits, wenn das junge Dämchen so weit aus den Grenzen weiblichen Zartgefühls heraustritt, daß es sich auf zensterparaden, Uebersenden zärtliche? Briefchen und Bestellen zum Stelloichein einläßt. D:? Welt $:t sür solche Eebahren leicht sehr harte Ausdrücke bereit. Und doch entspringen diese Unklugheiten meist einer leick,! verzeihlichen Illusion. In Wahrheit sieht das jung: Mädchen doch nicht den wirklichen, vielleicht mit sehr großen Schwächen behafteten Mimen vor sich, sondern immer nur das Bühnenbild, für das kein Piedestal hoch genug ist. Wüßten die jugendlichen Schwärmerinnen freilich, auf welchen Altären sie ost diese Flammen anzünden, ja mit welch friooler Nonchalance häufig diese vertrauensseligen, bis zur Selbstentwerthung gehenden Huldigungen in Cast's und Bierlokalen durchgehechelt und preisgegeben werden ein Entsetzen ob dieses ungesunden Kultus müßte sie packen! Der Mißbrauch der Huldigung scheint ja nun ausgeschlossen, sobald die Verehrung sich einer Künstlerin zuwendet. Aber auch hier liegt die Gefahr nahe, daß die Gefühle rückhaltlosen Enthusiasmus an die falsch: Adresse gerathen. Das junge, romantisch angehaucht: Mädchen, das mit beißen Äugen und klopfendem Herzen seinen Stern" aufgeben, sieht, kann sich's nun einmal nicht anders denken, als das; diese Thekla. diese Emilia, diese Johanna d'Arc auch in der Wirklichkeit ein durch und durch ideales Wescn sei, ein vor Tausenden körperlich und seeliscb begnadetes Geschöpf. Es ist heilsam, wenn solcher Auffassung seitens der Eltern und Erzieher kein Vorschub geleistet wird, wenn diese vielmehr alles thun, ihre Pflegebefohlenen darüber aufzuklären, daß die Kluft zwischen Schein und Söin hier oft recht groß ist. Es braucht nicht immer kleinliches Vorurtheil zu seir?. was den Eltern den Umgang ihre? heranwachsenden Töchter mit Tbeaterdamen unerwünscht erscheinen läßt. Die Furcht, daß ein junges, schwärmerisck veranlagtes Mädchen in solchem Umgang vielleicht einen Anhfe mehr findet, sich dem heimlich lange ersehnten Vühnenberuf selbst zu widmen. kommt auch nick.t einmal in erster Linie in Anschlag. Denn da, wo der bestimmt ausgesprochene Drang für diese Laufbahn vorhanden ist. helfen alle Cchutzmaßregeln und Vorstellungen nichts. Aber es ist nicht gut, daß in einem Alter, wo das Herz sich so leicht der ersten großen Freundschaft und allen ihren Einflüssen ausliefert, diese Macht von einer Persönlichkeit ausgeübt wird, die in neun Fällen von zebn den tausend Nichtigkeiten des Eitelkeitsmarktes ungleich mehr ausgeliefert ist als di: in geordnetem Pflichtenkreise aufwachsende Haustochter. Weckt in der heranwachsenden Ju gend die Liebe zur Kunst- und gebt ihr. soweit es in euren Kräften steht, auch Gelegenheit,, solche in den Bildern und Gestalten der Bühne u bewundern, aber bringt ihr gleichzeitig zum Bewußtsein, daß jede wahre Kunst vom heiligen Ernst untrennbar ist! Der Zling. Zu allen Zeiten und in allen Ländern hat man Ringe als Schmuck, als Zeichen einer bestimmten Würde oder symbolisches Zeichen getragen. Am Arme, an den Fingern, am Beine, an den Zehen, am Halse, in den Ohrläppchen. selbst im Nasenknorpel und in den Lippen fanden sie Platz. Schon im alten Testament lesen wir von der bedeuiungsvou'en Weitergabe von Ringen. So gab Juda einen Ring als Pfand an sein: Schwiegertochter (Buch Genesis), und überreichte der Pharao dem egyptischen Joseph ein solches Schmuckstück als ein Zeichen der Macht. Die alten Asiaten trugen Arm- und Fingerringe, und von ihnen ging diese Sitte auf di: mit ihnen verkehrenden Griecherr und Römer über. Zuweilen waren die Ringe von Eisen und :in Zeichen der Freiheit, denn nur Freie durften sie tragen. In früheren Zeiten trugen die Gesandten der römischeu Republik Ringe, welche mit zu ihrer Amt,?!racht gehörten. Später, in der Kaiserzeit, war es ein Recht der' Imperatoren, Solchen d:e sie ehren wollten, einen Ring zu verleihen. In den Legenden der Orientalen spielt der Ring eine bedeutende Rolle. So erzählen sie zum Beispiel, daß Salomo's Ring nebst manch' anderer wunderbaren Eigenschaft auch die be'saß, Salomo unüberwindlich zu mach:n und ihn täglich zu der Region der himmlischem Spbären cmöorzutragen, woselbst dieser Ring die Geheimnisse der Unendlichkeit erschloß. Griechische Legenden erzählen von verschieden! Ringen, welche unsichtbar machen konnten; Aehnliches glaubten die alten Saxonen. . Heute noch tragen viele Mohammedaner einen Spruch aus dem Koran in einem Ring: verborgen und hoffen, daß sie dadurch vor aller!:! Gefahren geschützt seien. Daß der Ring aber auch als symbolisches Zeichen Verwendung findet, beweist der Gebrauch der Verlobungs und Eheringe.
Der Doge von Venedig warf all jährlich, auf dem Pracht-Staatsschisfc Vucentaurus" hinausfahrend, einen Ring in das Adriatische Meer, welche Ceremonie die Bedeutung der Verein!gung Venedigs mit der Ädria hatte. Auch zur Amtstracht des Papstes und der Bischöfe gehört der Ring. Der Ring der Päpste, der sogenannte Fischerring Petrus in einem Fischerboste darstellend ist ein Hauptbestandteil. der päpstlichen- Würde. In vielen Ländern spielt der Ring auch bei der Krönung des Herrschers eine Rolle. Daß die Siegelringe, welche Viele tragen, auch eine praktische VerWendung haben, ist allgemein bekannt; weniger' bekannt ist es, vaß es zu verschiedenen Zeiten Fingerringe gegeben hat, die einen mit Gift gefüllten Hohlräum und einen einzigen, scharfen Stachel besaßen, und daß der Verbrecher!sche Bester solch' eines Ringes Jemanden, der ihm im Wege stand, mit einem Händedrua tödien konnte. Der kaum fühlbar: Stachel des mordenschen Ringes ritzte nämlich die Haut genügend, daß die Wunde das Gift. w:lch:s aus dem durch d:n Druck geöffneten Ring: trat, aufnehmen konnte. Der Gebrauch. Ringe an den Fingern zu tragen, hat sich in der Jetztzeit erl?alten, und in fast allen Ländern findet der Ring heute noch diese VerWendung. Zllcwuttgsvcrschicjc!lhcitcn. Vielleicht bei keiner Gelegenheit zeigt sich der Bildungsgrad des Menschen augenfälliger, als wen? man sein: Meinung gegen ein: fremde behaupten will. Ein brutales : Das ist nicht wahr!" oder: Das weiß ich beer!" selbst nur eine übermäßig weis: und crhab:ne Miene verletzen und rufen von vornherein Widerspruch oft rech! scharfen hervor, und das gänzlich unabhängig von dem Werth oder Unwerth des Geäußerten. Mögen auch Reichthum der Erfahrung und glänzend: Güter des Geistes vorhanden sein, so geäußert kommen sie doch Niemand zu Gute. Es ist. als ob man ein kostbares Gericht in einem schmutz!gen Korbe, anstatt auf sauber glänzender Schüssel, an einem festlichen Tische serviren wollte. Meinungsverschiedenheiten haben und in Streit gerathen, liegt bei heftigen, ung:schu!ten Leuten nicht weit von einander, und Streiten" ist stets etwas Unerquickliches für Unbetheiligte. selbst bei Gelehrten und Reichstagsabgeordneten. Vornehme Naturen und harmonisch gebildete Menschen streiten nie. Stets maßvoll bringen si: auch Andersgesinnten dieselbe Achtung entgegen, die sie selb-er beanspruchen, und werden sich immer achselzuckend von dem eingebildeten Rcchthaber fernhalten. Ein bescheiden hervorgebrachtes : Erlauben Sie; da bin ich anderer Meinung!" oder: Gestatten Sie, daß auch ich meine Ansicht äußere!" berühren ungleich angenehmer. Die andere Partei fühlt, daß man sie achtet, auch wenn man anders denkt und thut, als sie noblere oblige" bleibt ebenfalls in den Grenzen der Höflichkeii und vermeidet zu verletzen, sei der Wunsch, den Gegner zu überreden und zu bekehren, auch noch so heiß. Besiegen aber und bekehren wird Niemand, der andere Ansichten heiß bekämpft, sondcrn nur derjenige, der eigene Ansichten fesselnd zu vertreten weiß. Führt Jemand mit guter Absicht eigene, bittere Erfahrungen in's Treffen und gelinat es ihm, sein: Hörer zu fesseln und zu überzeugen, .der kann unendlich viel Gutes stiften, besonders di: eigen:n Kinder vor Schaden bewahren. Verständig gegen einander vorgebrachte Meinungen festigen und klären sie, und aegen einander geäußerte Ansichten sind ein Genuß für die Zuhörer. In solchen Geisteskämpfen entfalten ebenbürtiae Gegner alle Kräfte. Si: tumm:!n sich auf allen Gebieten des Wissens und Verstehen-, und im Kampf: und in der Uebung wachsen ihnen die Kräfte des Gastes, des Witzes und der Schlagfertizkeit. Und diese schönen Güter des menschlichen Verstandes sind ein Schmuck und eine Zierde auch für den kleinsten Kreis vorausgesetzt, daß sie sich van Bosheit fernhalten und sind die besten Vorkämpfer gegen das lähmende. fürchterliche Gespenst der Gesellschaft: die Langeweile. Nicht lediglich kommt's darauf an, was 'man sagt und wie man's meint, sondern auch .darauf, wi: man's sagt und in welcher Weise man's zu äußern versieht. Eines diktirt das Rechte: Achtung vor sich selber und vor den Mitmenschen; die angenehme Zuthat aber lehren Uebung, Nachdenken und Mut-terwitz.
O weh! Lehrer (zu seinem Sprößling): Aber Paul, Du begreifst wirklich entsetzlich schwer, w?nn Du nicht zufällig mein Sohn wärst, wärst Du wahrhaftig der dümmste Schüler von meiner Klasse!" Einzig. Naturalistischer Dichter: Ich möch:e etwas verfassen, was einzig ist, was kein Mensch sonst zu Stande bringt." Kritiker: Schreiben Si: ein: lobende Kritik Ihrer Werke." Was die Frauen nicht wissen. Eine Frau weiß, welch: Feh!:? ihre Freundinnen besitzen und welche Vorzüge deren Männer, wie alt jed5-s junge Mächen ihres Bekanntenkreises ist und warum es noch keinen Mann gefunden hat, was die Nachbariu kocht, wi: die Kinder anderer Leute zu erziehen wären, wie viel Zucker gestern noch in der Dose war, an welchem Tag: das älteste Kind den ersten Zahn bekommen hat, aber nicht, wo sich gegenwärtig die Schlüssel befinden.
Sein erstes Stück.
Nach dem Französischen. Cirn der bekanntesten französischen Lustspicldichtcr nennen wir ihn Ehatry slanirte eines Tages mit einem jungen Freunde auf dein Boulcvark und kam dabei auf feine ersten literarischcn Versuche zu sprechen. Dir ist Alles geglüht", meinte der Freund, gleich Dein erstes Stück war ein Sieg und seitdem bist Du weitergeschritten von einem Erfolg zum andern." Ehatry lächelte melancholisch. Laß Dir erzählen, wie es mir mit meinem ersten Stück ergangen ist, und urtheile dann selbst, ob nicht auch bei mir aller Anfang schwer, furchtbar schwer war." Und Ehatry erzählte: Ich dachte nicht daran, ein Stück zu schreiben, als ich eines Abends meine legten vier Francs opferte, um mir einen Platz im Vaudcville zu erstehen. Man spielte vor leerem Hause irgend eine langweilige Komödie, aber als Lucette Minoy auftrat, zuckte es in meinem Herzen plöl'.lich auf wie eine 'lhnung von Glück und Sonne. Lucctte war daiuals noch so gut wie unbckannt. Sie spielte zweite naive Liebhabcrinnen und hatte stets nur ein paar kurze, flüchtige Phrasen - zu sprechen. Sobald die Handlung sich steigerte, wurde sie unweigerlich rücksichtslos in den Hintergrund gedrängt. Auf mich wirkt sie wie eine Offenbarung und ich verliebte mich leidenschaftlich in sie. 'atürlich wagte ich es nicht, auf die Bühne zu gehen und mich ihr vorzustellen. !cin, in mcinem Hirn war alsbald ein ganz anderer, kühnerer Plan gereist. Ich beschloß, cin Stück für' sie zu schreiben, irge.id eine tolle, romantische und selbstverständlich sehr geistvolle Sache in wunderbaren Versen, die wie Musik an ihr Ohr klingen sollten. Sie würde die Hauptrolle darin spielen, und wenn schließlich unter jubelndem Vcifall der Zuschauer der Vorhang sich senkte, dann würde sie mir entzückt um den Hals fallen und knieend würde ich ihr sagen, daß ich sie geliebt seit dem ersten 'Augenblick, da ich sie gesehen. ?!ach 'kierzehn Tagen fieberhafter Arbeit war !das Stück fertig. hatte wenig Handlung, aber dafür wurde darin ausschließlich und immer nur von Liebe gesprochen. Leander sprach in seinen Versen Alle aus, was ich Lucette gern gesagt hätte, und Isabella erwiderte 'ttlles, was ich von Lueette so gern als Antwortgchört hätte. Das beste Stück meiner eele hatte ich in die kleine Tichtung hineingelegt. Sauber geheftet und wohlverpackt übergab ich das Manuskript dem Por;;icr dcS Tbeatcrs. Sechs Monate 'später fand der Tirektor gelegentlich .eit, das Packet zu öffnen. Der Name :ines ganz unbekannten Autors und die Wohnung, die in einem abgelegenen Viertel lag. genügten ihm. Sechs wei:crc Wochen brauchte er, um das Manuskript wieder einzupacken es ging damals noch schneller als heutzutage. Und dann war man höflich genug. Niir nein Stück zurückzuschicken. Dieser Mißerfolg cntmuthigte mich nicht, !dcnn ich liebte Lueette glühender als je. Ich schickte mc'.n Vc'anu'stript an (.nnilc ''errner. der damals der gefeiertste Lustspieldichter war. Auch hier erle'digtc sich die Sache ziemlich schnell. Nach drei kurzen Monaten, entdeckte der lroßc Mann das Packet auf feinem Schreibtisch. Offenbar hatte er gerade das Bedürfniß, sich ein wenig auszuheitern, und so begann cr mein Manustript zu ourchlättern. Für mich war cS cin ßlück, daß er noch nie in seinem Leben auch nur den düstigsten 'crs zu Stande gebracht hatte, während cr meine 'Keime ganz annehmbar fand, (rr schrieb mir eine Zeile und bestellte nid) für den nächsten Abend in seine 29ohnung. Sieben Monate langer Erwartung und eraltirter Liebcssehnsucht hatten genügt, um mir alle Bcdingnngcn, dic mir der Mann mit den grünen Augen und den blassen Hängcbackcn vorschrieb, durchaus annehmbar erscheinen zu lassen. Vcrryer bewilligte mir den vierten Antheil an den Tantiemen und ver sprach mir sogar, mich als Mitverfasser zu nennen. Als wir darüber einig waren, fragte er phlegmatisch: Ich habe Einfluß in vielen Theatern. An welches haben Sie gedacht?" Aengstlich stotterte ich: An das Vaudeville." Warum gerade an das? Ich kenne dort keine Schauspielerin, welche die Hauptrolle spielen könnte." Ich erzitterte wie ein Maurer, der ai f einen schwankenden Balken tritt, und in meiner ganzen unschuldigen Zärtlichkeit fing ich an von Lucette zu sprechen. Ich rühmte ihre süße Stimme, ihre anmuthige Heiterkeit, ihre knospenhafte Schönheit. Unglaublich schüttelte er den .'Zopf. Tic ZUeinc ist mir noch gar nicht aufgefallen . . . . " Hören Sie sie nur einmal sprechen." Lohnt cS wirklich, sich deshalb Umstand; zu machen?" Ich bezahle so lebhast, daß er Hingelte und anspannen ließ. Wir wollen die Sache gleich abmachen," meinte cr nachlässig, und ins Vaudeville sahren." Sein Coupce brachte uns mitten durch den strömenden Regen vor den Eingang für die Künstler. Mein allzn kurzer Üeberzieher rieb sich an seinem fürstlichen Pelz und mein schäbiger Cy linder hob sich wenig vortheilhaft von seinem spiegelblanken Hute ab. Neben !!?crryer ging ich die schwach erleuchtete Treppe hinauf, als Lucette uns entgegenkam. (5m alter Sommcrhut beschattete ihr Gesicht uud in ihrem altmodischen täntelchcn wollte sie sich liastig vorbeidrücken. Tie (Erregung, daß ich ihr so plötzlich dicht gegenüber, raubte mir fast die Sprache. Ich stieß Vcrryer an und flüsterte ihm zu: TaS ist Lucette Minoy." Er ließ ein ziemlich enttäuschtes Ah" hören, wandte sich verächtlich ab und ließ sie vorbeigehen, ohne sie anzu jprechen. Canz leise, abrr eindringlich
raunte ich ilnn zu: ,,lch bme Ete, bören Sie sie nur ein Mal, nur ein einziges Mal!" Ich mußte wohl sehr warm gesprochen haben, denn mit einem gönnerhaften Pst!" winkte er sie heran. Lucette wandte sich um und nun rief cr ihr zu: ..Hierher, Kleine, hierher !" Und ohne sich weiter um uns zu kümmern, ging er weiter die Treppe hinauf. In dem düsteren Licht der wcnigen GaSttamluen sah ich, wie Lucette ihm folgte und wie sie, ganz roth vor Erregung, ihn mit schmeichelnder Stimme fragte: Riefen Sie mich, wirklich mich, Herr Verryer?" Als er oben Mieder etwas zu Athem gekommen war, erwiderte er: Ja. Sie Sie kennen mich, scheint es?" Welche Schauspielerin sollte Sie N'ckt kennen, theuerster Meister?" Er lächelte flüchtig und stieß eine klein Thür auf, an de? geschrieben stand: Bureau des RcgijjeürS." Beim Eintreten sagte cr ungczwungen: Sie müssen mir für eine Minute ihr Zimmer überlassen, lieber freund, ich habe mit Fräulein Minoy 'i'vas zu bcfprcchen." während der Regisseur sich mit tiefen Verbeugungen und einem ehr furchtsvollen : Ganz nach ihrem Lelieben, theurer Meister" empfahl, trat ich zu Lucette, um ihr ins Ohr zu flnstern: Es handelt sich um ein Stück von uns. um eine sehr hübsche, große Rolle für Sie." denn ich brannte darauf, sie heiter zu sehen und den ersten Blick von ihr zu erhäschen. Aber Lucette beamtete mich gar nicht und als der Regisseur hinaus c,ing, wollte sie mir die Thür vor der Nase zumachen. Bcrryer legte sich ins Mittel: Nein, nein, lassen Sie ihn nur hereintreten; der Herr ist mit mir gekomwen." Sie sah mich von oben bis nnten an genau mit demselben verächtlichen Ausdruck, mit dem Berryer sie kurz vorher gemustert hatte. ,Man hat mich aus Sie aufmerksam gemacht," begann der berühmte Mann und lehnte sich in seinen cssel zurück. In meinem nächsten Stück habe ich vielleicht etwas für Sie." Lucette zitterte. Sein Blick suchte unter den großen Hut ihr Gesicht zu crkennen und er bemerkte kühl: Regen Sie sich nicht auf, noch ist nichts entschieden. Ich muß mich erst überzeugen, ob die Rolle überhaupt für Sie paßt." Sie stand vor '.hm und verschlang jedes seiner Worte. Geräuschlos fchob ich ihr einen Stuhl hin, aber sie wies mich mit einer unwillkürlichen Handbewegung zurück. Zunächst die Entscheidung", fuhr Berryer fort: Sind sie blond, brünett, roth. Bei dem Riesenhut ist das schwer zu erratben. Nehmen Sie das Ting schön endlich ab!" Tcr Ton Berryer 's und der geschäftige Eifer, mit dem Lucette sofort Hut lind Mantel herunterriß, erfüllten mich mit ticfer Trauer. Mir war's, als faßte eine kalte Hand an mein Herz und preßte es fest zusammen. Mit blosem Halse stellte sich Lucette mit ihren goldenen Locken nun recht ins Licht, wiegte ihre schlanke Gestalt kokett hin und her und ihre rothen Lippen fragten lächelnd: Nun, theurer Meister, wie gefüllt Ihnen die Erscheinung?"
Sie drehte sich provocirend im Kreise bcrum und mit ihrem reizenden j Stumpfnäschen, den halb geöffneten j Lippen und den fein gezeichneten ? Brauen über den dunkelblauen, schwärmerischen Augen sah sie einfach entzückend aus. Unmerklich hatten Berryer 's blasse Hängebacken sich geröthet und auch seine grünen Augen belebten sich in sreudiger Ueberraschung. Er spielte den Gleichgiltigen, aber unter seinen dicken Lidern ließ er keinen Blick von Lucette. Und nochmals fragte sie kokett: Genügt das noch nicht? Soll ich Ihnen etwas vorsprechen?" Rasch entschlossen stand Berryer auf. Ich darf dic Gastfreundschaft des Re gisfeurs nicht länger mißbrauchen. Wir wollen gehen Aber " Er nahm eine ernste Miene an und faltete die Stirn, als dachte er an sehr wichtige Tinge. Aber wir müssen nun auch über das Stück sprechen. Wollen Sie zu mir kommen?" ..Wann?" Bcrryer 's Stimme vibrirte unmerklich: Heute Abend vielleicht.. .. Sind Sie heute frei?" Sie lächelte. Ich bin niemals frei, .niemals. Aber für Sie, Herr Berryer, bin ich es heute trotzdem." Mich fröstelte und dic kalte Hand schien mein Herz noch fester zu packen. Mit Hilfe Berryer 's zog Lucette wieder ihr Mäntelchen an und setzte den Hut auf. Sie gingen hinunter und ich folgte ihnen, wie betäubt, als hielte ein schwerer Traum mich umfangen. Lucette setzte sich in das Eupee, Berryer legte dic Hand auf die Wagenthür, wandte sich zu mir um und sagte leichthin: Wegen der flüchtigen Leseprobe brauchen Sie sich bei dein Hundewette? heute Abend Nicht noch eiumal zu. Mir zu bemühen, mein Sohn. Adieu also und auf Wiedersehen in den nächsten Tagen." Er winkte mir wohlwollend zu, stieg in das Eupee und warf den Wagen' schlag hinter sich zu. Ich hatte das grausam-schmerzhafte Gefühl, als hätte die fremde Hand mir das Herz aus der Brust gerissen und als sei cS von dem zufallenden Wagenschlage zertrümmert worden. Eigenthümliche Ideenderbindung. Nichte: Tanie, erI i n . . v c innern la? noey an den yeow!n Beyer, der als Forscher nach Afrika ßing? Eben lese ich in der Zettung. daß die Kannibalen ihn aufgefressen' cha5en." Tante: Der arme Mensch! Hoffentlich haben sie ihn mit Remoukadensauee gekocht, die aß er immer ss leidenschaftlich gern."
Eine seltsame Nettung. Aus Jan Stout's Seeabenteu-rn; von W Lynn.
Die Beiden, Jan Maat und Jai Stout, saßen beim Wirth zur gerefften Vramstenge" in ihrer gemüthliche! Ecke, pafften holländischen Knaster un tranken ihren Genevergroy, daß es nu: eine Art hatte. Pieter, der Wirih, der ehedem al Bottelier eines holländischen Kriegs: schiffs gefahren war, setzte sich zu ihnei und nun ging das Kabelgarn-Spiw n-n los. daß dieBalken an der schwarz geräucherten Decke sich bogen und di Lampe ost in eine schwingende Bewe: gung gerieth, als wolle sie den Kop'schütteln über die seltsamen Abenteuer die da von den Lippen der drei aliel seebefahrenen Maate flogen. Eben hatte Pieter eine höchst merkwürdig: Geschichte erzählt, die einst' mals auf dem Admiral de Ruhtet passin stin sollte. Da war der Run ausgegangen und die Mannschaft hätt? am liebsten revoltirt. Da habe er gerath.'n, zunächst eine Tonne Salz Heringe aufzumachen und den Leuter zu geben und a!sdann hab: er aus Lakrizen, Spiritus und Pfeffer eine? Rum destillirt, der die Leute so b:gei siert habe, daß sie, als sie in Jamaika landeten, den echten Rum als ein elen des Gesöff verwünschten und die Sorn Pietrs wiederverlanzt hätten. EZ häite wenig gefehlt, und man hätte ihr? die Willemsmedaille dafür angeheftet Schuld, daß er sie nicht bekommen, fe! nur der kleine Umstand gewesen, daß er, als er neuen Schisfsrum machte, ir einem kleinen Zustand: von Berauscht heit statt des Spiritus Petroleum ver wendet hab?, woraus die ganze B?' satzung des Schiffes Leibschmerzen un"! fton! bekommen habe. Jan Maat hatte sich von- der RumGeschichte kaum durch den Genuß einez Glases extra steifen" erholt so seh, 1 et ihm der Rum mit Petroleum in d& Rieren gefahren, behauptete er, al! Jan Stout anhub: Ra ja. Pieter schön war das n nich von Dir, das mit dem Petroljum aber seltsame Sachen kommen auf Sei vor.' Wenn ich man mehr von'r Schreiben aelernt hätte, denn so sekt ich 'mal 'n Buch auf von all dem, wak ich erlebt habe. Höllischen dick würd'! werden, sag ich Eua?! Aoer einmal da stand mir doch eine halbe Minut der Verstand still uoer die Fixigre: von so'n Leichtmatrosen!" Ja. so n Leichtmatros , knurrt cv.,' an Maat und spuckte sein Priemcher o aus. um ein frisches achte? de Küsen" zu schieben der hat's in sich!" Heraus mit der Geschichte. Jan." rief Pieter. Der Abend ist noch lang und zu so'n Prachtgenever gehört ein ordentliche Garn!" Erst 'mal die Lippen 'n bischen anfeuchten." meinte Jai7tout, und trank ras einen Zug sein halbes Glas aus ir nannte das anfeuchten", wenn er nippte, so sah er Grund und drückte mit den Daumen den Tabak in seinem Stummel fest. Also wir kreuzten da bei so'ner verdammten Windstille im indischen Meere herum. Wir hatten grausame Langeweile gehabt, denn es kam fne Mütze voll Wind und die Segel flapptcn gegen die Raaen. wenn nicht der Cornils gewesen wäre, de: jüngste Leichtmatrose auf unserem Echuner. Er war einem Barbier aus der Lehre gelaufen und hatte als einzig: Erinnrun,z an d:n alten Beruf noch einen Pelikan, einen Zahnbrecher, in der Tasche. Wenn er Jemand einen Zahn ziehen konnte, so war's für ihn ein Festtag, und als er einmal dem Eapitän. der einen hohlen Backenzahn hatte, bei dem der KopenqagenerPriem. dem der clteRaute. nicht mehr schmerzlindernd helfen wollte, von dem Uebelthäter befreit hatte, da war er stolzer, als er nach der ersten großen Fahrt als Junge heimgekommen war. Ter (sorr.ils also vertrieb uns di: Zeit mit allerhand Döntjen und selbst der Alte kam zu uns auf Vorderdeck, um die Eapriolen des Cornils mit anzusehen. Der lief auf den Händen die Reiling entlang, stellte sich auf dem Klüver aus den Kopf und trieb solch närrisch: Ding: mehr, bei denen es oft an einem Haar hing, daß er hinabsauste in die stille See. Das wär' nicht schlimm geWesen, wenn nur so'n alter Bursch von Haifisch nicht gewesen wär', der immer um unser Schisf herumschwamm und uns schn drei Tage lang begleitete. Aber der Cornils lacht: nur, wenn man ihn auf d?e Gefahr aufmerksam machte und trieb nur noch ärgere Possen Da mit einem Mal ein Schrei des Entsetzens hallt: über das Deck der Cornils war abgerutscht und die Fluth schoß über seinem Kopfe Zusammen. Im Nu hatten wi? cin Seil lo-geworfen undCornils schwamm darauf zu. Da erschien auch schon die spitze Rückenflosse des Hai's ganz in der Nähe. Der Kerl war verloren, wenn der ihn packte. Wir riefen ihm zu: Ter Hai der Hai i" und warfen mit allem, was wir hatten, nach dem Unthier. um es zu verscheuchen. Was mack!t der Cörnils? Er hebt sich im Wasser und macht dem Ha: eme lange Rase, um dann das Seil zu ergreifen. Aoer der Hai war schneller als er. warf sich auf den Rücken- und da sahen wir auch schon Kopf und Arme des Cornils in seinen Nachen verschwinden. Donnerwetter, uns allen ging's siedendheiß durch den ganzen Körper und der Alt: wischte sich sogar die Augen. Mit einem Male kommt der Hai wieder in die Höhe, mit leerem Maul und schießt vom Schiff weg. als hätte er zehn Harpunen im Leib und ein Pfund siedendes Pech obendrein. Und da kommt der Cornils wieder an die Oberfläche, heil und gesund, spuk! das Wasser aus und im Na haben wir ib.n an Bord aebolt.
Verdammt" scst saß cr, Jungens." rief er, aber ich habe ihn doch heraus-
g'kriegt und damit hielt er uns was entgegen. Und was war's? Ein aiflschzabn. Oatte der Bursche, der Cornils. seinen Pelikan aus der Tasche geholt und dem Hai seinen schönsten gesunden Eckzahn ausgezogen. Äas konnte das Vieb nickt ertraaen. es spie die unbequeme Bu!e aus und suchte das Weite. Heute tragt Cornils den r r v t 4 i am aifljcyzayn an oer unriei. Donnerwetter." rief Pieter. das war'n Kerl!" a. ia." bestä'tiaie San Maat naaV deutlich. Das erinnert euch mich an eine seltsame Rettung, die ich mit angeselln hatte! Los damit!" Vorwärts Maat!" 's is man 'ne einfache GefchichZe. aber wahr ist sie, so wahr, daß ich kci ren Schluck Geucver mehr uoer c:: Zunge bringen will, wenn auch nur cin Wort darin erlogen ist. Wir kamen durch den Kanal zurück und :n der Nords gab's einen Sturm, Teufel und Schiffszwieback wir dachten. wir würden nie wieder liach Geeitemünde 'rein kommen. Die Wellen schlugen üöer's Deck und risse a alles los, was nicht nietsest war. Mit einem Mal : Hoi Mann über Bord!" Ein Maat war über Vor) gegangen, cin alter Seemann schon, den wir in Singapore für die Heimreise angemustert hatten. Wir nann ten ihn nur Heinrich, was in seinem Tausschein für ein Name stand, wußten wir nicht!" Vorwärts," ricf- Pieter was kümmert uns! sein Taufschein. Also der Mann ging über Bord?" Ja, und bei hohem Seegänge war das keine Kleinigkeit, ein Boot herabzulassen. Das erste schlug voll Wass:r, ehe wir noch einen Mann darin hatten und als wir das zweite bemannt, hatten wir alle Mühe, zu verhüten, daß wir an der Schisfswand zerschmettert wurden." Na inzwischen war Euer Hcinrich natürlich untergegangen!" Nein, vom Schiff aus konnte man ihn sehen und- das was man sal?, war wunderbar genug. Er lag auf dcm Rücken flach ausgestreckt und um ihn herum waren die hohen Wogen, die unser Boot umstürmten. wie weggeblasen. Ein immer größerer Kreis von ruhiger See dehnte sich um ihn herum aus!" Donnerwetter" fiel Jan Stout ein, war de? Matrof' etwa gar cin Zauberkünstler?" Uns ward die Geschichte auch unheimlich. Wir kamen also mit Miih und Noth heran und in den großen Kreis ruhigen Wassers, der den regungslos auf dem Wasser Liegenden umgab. Es war. als habe man Tonnen Oels auf die erregten Wogen a:schüttet, um sie zu besänftigen. Wir nahmen ihn also, der ganz frisch und munter war. in's Voot und kamen mit unsäglicher Mühe an Bord zurück. Da ward der Mann mit Fragen bestürmt, wie cr es angefangen habe, sich glatte See zu mafon. Aber der schüttelte ebenso verdutzt den Kopf, wie wir Anderen und wir sahen bald ein. wi: würden auf diese Weise nichts herauskrieaen." Potz Fockmast und Oberbramstenae." rief Pieter, die Sache ist interenant. 5abt Jhr's denn heraus?kriegt Maat?" '..Ja. nachher, als der Cavitän den Befehl aab. die Papiere des Matrosen I'jl 'bolen. Da wußten wir's." Und was war's?" Der Mann hieß Oelmann'." Ja. ja, man erlebt seltsame Sachen auf See! Rett ungnoch möglich! Frau A. (zu einem Redakteur): Sie sollten 'mal sehen, was mein Charlie für wunderschöne Gedichte macht! Und dabei ist er erst zehn Jahre alt! Redakteur: Ahn Jahre sagen Sie? Na, da ist noch nicht Hopsen und Malz an ihm verloren. Da können Sie ihm das Dichten noch durch Keile austreib:n. Schnell fertig ist das Alter mit dem Wort!" Jung? 5?!u!tcr (zu ihrem Onkel, ckcn alim Junggesellen): Wenn ich nur ein Mitte! wüßte, um Baby das entsetzliche Fingerlutschen abzugewöhnen!" Onkel Georg: Na, da müßt' ich schon Eines." Junge 'Mutter: Q bitte, bitte. Onkelchen, sag' cs mir!" Onkel Gcorg: Bind' ihm einen Maul korb um." Erkannt. Onkel (auf Besuch kommend): Ihr habt mich wohl heute Zaum erwartet, Binder?" Hausfrau: Aber wenn ich nicht so eine Ahnung hatte, Onkelchen... ich habe für zwei Personen mehr gekocht!" Falsch v e r st a n d e n. Agent: Vielleicht paßt Ihnen besser ein: Lebensversicherunz mit N ii ck p r ä m i e? Lehmann: Jawoll det wär'n Jeschäft für mich. Ick r ü ck e" nämlich jedes Quartal." Nach der Verhandlung. Präsident: Sie sind somit zu eine? Eefängnißstrafe von f uns Jahren' verurtheilt. Haben Sie noch etwas zu sagen, Angeklagte? Meyersohn?" Meyersohn: Jawohl, Herr Präsident." Präsident: Dann reden Sie." Meyersohn (der während der Verhandlung zufällig gebort l)at, daß einer der Beisitzer Ldbel heißt, geht aus diesen zu und sragt): Verzeihen Sie, sind Sie von den Löbels aus Pinne?" In der Sommerfrische. Wirth: Meine Herrschasten, es thut mir seh? leid, heut' können Sie den Wasserfall nicht seh'n meine Frau hat große Wäsch'" Immer derselbe. Theaterkritiker (im Restaurant): Habe noch nie einen Ochsen mit so unzureichenden ! Mitteln ein Roastbeef darstellen sehen!"
