Indiana Tribüne, Volume 18, Number 171, Indianapolis, Marion County, 10 March 1895 — Page 4
Jndiana Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntags.
' Die tägliche Tribüne- kostet durch den Tröger 12 CentS per Woche, die SonntaöS.Tribüne-L GentS per Woche. Beide zusammen 15 SentS oder Cents peronet. Per Post außerhalb der Ctalt iuscschickt in Vorausbezahlung $ per Jahr. ernt 9i 18 Süd Alabama Strafe Saöiaaapoli, 3nÖ., 30. März 1895. CoUison auf See. Ccn Christian Lenkard. Don gestern auf h:ute hat'Z aber gefledi!" Das Qill ich meinen. Wir sind wenigstens uni vierhundert Meilen vorr?ärtZ gekommen." Mehr, entschieden mehr. Rechnen Sie doch: achtz:hn Knoten Fahrt mal vierundzwanzig, das wären also wieviel sind das doch?" Vierhundertzweiunddreißig, das ist ebtz zu reichlich bemessen." 92a, wir werden ja sehen." Passagiere der ersten Cajüte sind's, die so reden. Sie stehen vor dem Rauchzimmer, wo alltäglich um die Mittaas stunde auf einer Karte des atlantisaen Oceans der Schiffsort abgesteckt, sowie die in den letzten 24 Stunden durchlaufene Entfernung angeschrieben wird. Der betreffende Officier, bei dies b:sorgt, muß jeden Aug:nbllck kommen; in dieser Erwartung sammeln sich an dem oberen Treppenende immer mehr Neugierige und ein Jeder derselben prunkt mit seinerSchätzungsgabe. . rhundertfechzig M:ilen dürften e3 sein", meint ein Kaufmann, der zweimal jährlich mit fünf Riesenkoffern voller Damen-Confection über den Oceare fährt und seinen schlimmsten Concurrenten auf einem nahen englischen Schnelldampfer unterwegs toeijj. Sein Cajütennachbar, ein deutschamerikanischer Architecr, sagt dagegen: Vierhundertzwanzig, keine Meile mehr." Four tliirtyseven", flötet eine .spindeldürre Temperence-Lady im Hintergründe, deren galanter Gatte, dem Gelächter über die haarscharfe Schätzung zum 'Trotz, wiederholt: Four tliirtyseven uettcn?" . .Gui, was gilt die Wette? Fünf Flaschen Sect! Wer wettet mit?" Die Namen der Wettenden und ihre Schätzungen müssen notirt werden, so nele drängen sich heran. Die Span nunz-' steigt von Minute zu Minute, und als endlich der dritte Osficier die Entscheidung bringt, reißt man ihm fast den Rock vom Leibe. Wieviel? Wieviel?" Vierhundertfünszig." . Ein allgemein freudiges Ah!" begrüßt die hohe Meilenzahl, nur Der jenig?, d:r am schlechtesten schätzte und den Sect bezahlen muß, macht ein etwas saures Geucht. Eine fröhliche Tafelrunde m einem prunkvoll ausgestatteten Raume. Ein sc!erer Teppich tectt den Fußboden des Salons, Decke und Wände strotzen von Gold, überall schwellende Polster von rothemj Sammet, kostbare Holzschnitzereien, werthvolle Oelgemälde. Wozu nur dieser übertriebene Luxus, den vielleicht Keiner der Passagiere gewöhnt ist? '3foxn die verschiedenen Dampferlinien suchen eben sich gegenseitig zu überbieten, außerdem reizt eine solche Umgebung zum materiellen Genuß, denn in solch' prächtigen Räumen läßt man unwillkürlich den gewohnten Schoppen Kutscher" weg und läßt dafür gleich die sogenannte bes sere Flasche" kommen, an der mehr verdient wird. Der ihn umgebende LuzuZ stärkt endlich das Sicherheit aefühl des Reifenden; läge die Gefahr des Unterganges nahe.man würde nicht mehrere Millionen in ein solches Schiff stecken, so beruhigt sich der ängstliche Passagier. Prosit! Der Wohlthater soll le ben!" ruft ein behäbiger älterer Herr, sein Glas erhebend. Noch bevor es cusgetrunken ist, steht schon der Stew erb bereit, es wieder zu füllen, dein der Trinkende besitzt eine erkleckliche Anzahl Actien der betreffenden Damvfergesellschaft. Der Hauptactionär fcat sich seinen Mitreisenden und den SchiffZbediensteten längst als Bevorzugier zu erkennen gegeben, und während er jetzt mit der Serviette die in seinem Schnurrbart: hängengebliebenen Secttropfen auftupft, sagt er , halblaut zu seinem Nachbar: Sie wissen,' ich renommire nicht, aber gewissermaßen ist es doch mein Verdienst, daß wir jetzt so schön vorwärts kommen. Ich hab; nämlich gestern im Vertrauen gesagt dem Capitän zu verstehen gegeben, daß es mit der seitherigen Bummelei nicht so fortgehen könne. Wir hatten ja allerdings i schlechtes Wetter und hohe See von ' vorn, doch wozu sind denn schließlich die neuen und starken Maschinen da? Mein Sott, jede Stunde, die eineZ un'serer Schiffe länger unterwegs ist, so siet uns Hunderte, von den indirekten Verlusten ganz abgesehen. Neblig wäre es gewesen, sagen Sie? Lieber Herr, was geht mich der Nebel cm: Dividenden will ich haben!" Und wenn die Dwidendenjagd schief yeht?" fragt der Architect. dem kein Wort entging, über den Tisch hinüber. Der Hauptactionär zuckt ,, die Achseln. Ein Capitän, der sein Schiff verliert., verliert auch seinen Posten, das ist nun einmal nicht anders. Wir müssen ihn springen lassen, wäre er auch noch so unschuldig und tüchtig; es würde sich ihm eben Niemand mehr anvertrauen wollen. Da hat z. B. Z?or Zwei oder drei Jabren ab.
da kommt er ja: Servus, Capitän Stefftns!" Nach einer kurzen Verbeugung nimmt der Capitän seinen Platz am Kopfende der Tafel ein. lehn! das Nachsecviren ab und greift nach dem. was gerade vor ihm steht. Der Mann sieht richt aus, wie Einer, der sich von einem Aktionär, der ihm nichts p sagen hat, Vorstellungen machen läßt; er weist mit dem Bemerken, das mache ihm den Kopf zu warm, den ihm angebotenen Sect zurück, fchenkt sich ein Glas Rothwein ein und wendet sich seiner jugendlichen Nachbarin zu. Nun essen Sie aber auch tüchtig, liebes Fräulein, daß Sie wieder Farbe bekommen. Die bös: Seekrankheit ha! Ihnen ja arg mitgespielt." Ach! ich war halb todt." bestätigte das junge Mädchen trübselig lächelnd, um dann sofort zu fragen, wann das Sckiff wohl in New Iork ankommen wttde?" Uebr:norgen Abend denke ich. Ha ben Sie es denn so eilig?" Seufzend erw'.derte die Gefragte: Meinetwegen ist's nicht, aber meine Mutter ist so schrecklich nervös und verzehrt sich vor Angst, wenn sie auch nur einen Tag länger auf die Nachricht von meiner Ankunft warten muß." Kein Wunder," bemerkte ein in der Nähe sitzender Herr. Die amerikanischen Zeitungen' bezeichnen unser Schij wahrscheinlich morgen schon als überfällig" und zählen alle möglichen Unglücke auf, die uns zugestoßen sein könnten." inzwischen hat der Temperen Ehegatte seinen Hunger gestillt und liest aus seinem vergriffenen Tascbenbuch die Zeitdauer seiner früheren Set reisen vor. Die gegenwärtige ist dckgegen eine ziemlich langsame, was er in Anwesenheit des Capitäns besonders zu betonen für zweckmäßig hält. Der Schiffsführer. der den Stich fühlt, thut, als ärgere er sich nicht, er ärgert sich aber doch, sagt kurz Mahlzeit! und verläßt den Salon. Um so fester sifci am Kopfende der anderen Tafel der erst Maschinen-Jn-genieur des Schiffes, denn er hört c3 gern, was ihm, seine Tischnachbarn, ein Ehepaar auS San FranSciöco, Schmeichelhaftes übe? Leitung und Leistung der Maschine san. Der Ealifornier ist mehrfacher Millionär und es wird ihm also nichts ausmachen, dem Heizerpersonal ein Faß Bier zu spendiren, wozu er sich soeben die Erlaubniß ausbittet. Es ist ja nur. damit die Leute sehen, daß man an sie denkt und es anerkennt, daß. sie nicht hinter, dem Engländer zurückbleiben wollen. Mir ist offengestanden selbst viel daran gelegen, bald nach New Fork zu kommen; ich weii nicht, waS ich darum gäbe, übermorgen den Chicagoer Limited. Express noch zu reichen, fügt der CaNfornier 'hinzu ; damit eS. aber,' der Maschinen-Jnge-nieur weiß oder doch, ahnen soll, setzt er den großen. Solitär cn seiner Uhrkette in Bewegung, dessen unvergleichlichen Glanz und Schliff die ganze Reisegesellschaft bewundert. Ein Fürst d:rl:iht Orden und Ehrenzeichen; ein callförnlscher Millionär kann sich's leisten, einen Schiffsingenieur für außergew'öhnliches Einheizen" mit einem kischkerngroßen Diamten zu überraschen. Nach dem Lunch gehen die Herren in's Rauchzimmer, um Kaffee zu trinlen und die Zeit mit Skat- und Pokerspielen todtzuschlagen, die Damen legen sich auf .dem Promenade-Deck in ihre bequemen Sessel und - lassen sich vom Oberdeck-Steward mit Shawls und Tüchern gegen die zunehmende Kälte verwahren. Der kühle NordWest hat merklich aufgefrischt und der Horizont ist auch nicht , so klar wie vorher. DaS Schiff kommt allgemach in den Bereich der Neufundlandsnebel. Vor dem,.N2vZgatüznshäuschen lehnt der Hauptactionär am Geländer und betrachtet sich mit einigen Damen die Kehrseite der Medaille. Die Zwischendeckspassagiere, auk die sie herabschauen, sind zum Theil auch vergnügt, die meisten sehen aber nach einer sechstaqigen Gefangenschaft in den unteren Schiffsräumen, recht elend aus. man kann ihnen an den bleichen Sesichtern den Wunsch ablesen: vären wir doch erst drüben! Selbst die derben Bauernlinder sehen krank aus, als aber der Hauptactionär einige bei Tisch eingesackte Früchte und Kuchenstücke zwischen sie wirst, vergessen sie nach glücklicher Kinderart ihr Leid und raufen um die Leckerbissen. Die zuschauenden Damen lächeln gerührt ob der LerzenZgüte deö Spenders. Ob sie wohl ahnen, daß die Dampfergesellschaften an dm überreich verpflegten CajütZpassagieren absolut nichts verdienen, sondern auSschließlich von den Zwischendeckern" leben?' " Der Schiffsarzt tritt hinzu und eine ältere Dame erkundigte sich nach dem Befinden der Wöchnerin, die .während deS vorgestrigen stürmischen Wetters im Zwischendeck mit einem todten Kinde niederkam. Ich habe sie ln3 Krankenzimmer schaffen . lassen .und hoffe sie am Leben zu erhalten, vorausgefetzt, daß wir bald ankommen", lautet die Auskunft. Da klatscht eine Welle gegm dm SchiffSbug und im nächsten Augenblick werden die Zwischendeckspassagiere von einem kalten Sprühregen Übergossen. Vom Winde gejagt, gehen die Salzwassertropsen den dürftig bekleideten Leuten bis auf die Haut, Alles drängt nach , der Treppe und , man Hort' den Seufzer: Ach, eö geht ja schon wieder los!" Inzwischen ruht der Capitän ein we11:3, doch er kann nicht .schlafen .und immer wieder blinzelt er nach'dem Barometer an der Wand. Die Queckül-
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bersäule fallt stetig; hoffentlich gelingt's. den Hafen zu erreichen, bevor focj sich anzeigende Unwetter losbricht. Er steht auf und geht zwischen den Cabinen nach mittschiffs, um auf der Commandobrücke nach dem Rechten zu sehen. An der Küche vorüöerkommend, hört er den Oberkoch dem Zahlmeiste? klagen: Das Fleisch riecht schon etwas. Ist man über zehn Tage unterwegs, dann hat man immer seine liebe Noth, daß die Passagiere nicht die Nasen rümpfen." Am Großmast steht der Postbeamte, der längst mit dem Sortiren der Postsachen fertig ist, und gähnt aus Langeweile, als pollte er ein Fünfkilopacket verschlucken. Höllisch zugig ist's auf derCommandobrllcke, es tanzen auch schon vereinzelte Schneeflocken in der Luft. Einer der wachthabenden Officiere blickt starr voraus, der andere auf den Compaß, ob der Steuernde auch nicht vom Curs abweicht. Eingedenk des geometrischen Azioms zwischen zwei Punkten ist die gerade Linie die kürzeste", wird auf modernen Schnelldampfern, nach Achtelstrichen, ja nach Graden gesteuert. Der dies vor einem Vierteljahrhundert verlangt hätte, wäre für toll erklärt worden. Gut ausgucken da oben!" ruft der Capitän dem im Vormars stehenden Matrosen zu, der zum Zeichen, daß er den Befehl gehört hat, die Hand erhebt und wieder in das Schneegeflimmer hinausschaut. Das Schiff beginnt, da der Seegang mehr und mehr zunimmt, zu stampfen und jetzt steckt es zum ersten Mal die Nase unter", wie der Seemann sagt. Die noch an Deck gebliebenen Zwischendecker flüchten vor dem überstürzenden Wasser entsetzt nach der Treppe; hinter ihnen wird die Luke geschlossen. Da unten aber ist'S fürchterlich! Aber auch den Cajütspassagieren wird es nachgerade ungemüthlich, beim Kartenspiel im Rauchzimmer paßt" Einer um den Andern, die Damen lassen sich vom Steward oder einem seefesten Bekannten in daö Damenzimmer führen. Nur der TemperenceAmerikaner stelzt noch mit ferner Frau, der die beim Lunch genossenen Compotmengen gar 'nicht gut bekommen, im Freien herum. Kaum die Hälfte der Passagiere erscheint zum Diner, und als bei der Suppe das Schiff einmal tüchtig in die See stampft, erheben sich plötzlich' drei oder vier der Tischgenossen und eilen schwankenden , Schrittes und bleichen Angesichts hinaus. Der Hauptactionär reißt daraufhin einen Witz, den seine seefesten Nachbarn be lachen, bis das Heulen der Dampfpfeife sie plötzlich verstummen laßt. Nebel! Auf der Commandobrücke Hort man auch die Antwort auf das Signal; vom Steuerbord tönt herüber, wo du englische Dampfer,dem Schall nach zu. urtheilen, immer weiter zurück bleibt. Fünf Umdrehungen rveniger" telegravhirt der Capitän in den Maschinenraum hinunter. Viel thut nicht aus. denn die Schiffsschraube macht noch immer sechzig Umdrehungen tn der Minute, aber der Anprall deö von . einer . neuntausendpferdigen Maschine gegen die Wellen vorwärts getriebenen Dampfers ist doch nicht mehr ganz so heftig. ES erscheint ohnehin unglaublich, daß die dünnen Eisenplatten standhalten, brauchen doch nur ein paar Nieten auszuspringen, um eine Katastrophe herbeizuführen. Fast nähe? noch liegt die Gefahr deS ZufammenstoßenS mit einem entgegenkommenden Schiffe. Am besten wird Dich vor Gefahren ein scharfer Ausguck stets bewahren", mahnt ein guter alter , Spruch. Wenn eö nur keinen Neöel gäbe und kein Spritzioasser, das her Wind vom Bug vorn über das ganze Schiff peitscht. b!ö über die Commandobrücke, ja bis über den Mfzig Fuß hohen Standort des AuSguckSpostenS hinweg! DaS Seesalz . brennt wie Feuer in den Augen und doch können sie nicht geschont werden. ES ist dunkel geworden inzwischen; einem Ungeheuer mit feurigen Augen vergleichbar, rast daS Schiff seinem Ziele zu. Einer internationalen Vorschrift gemäß, führt S an Steuerbord eine grüne, an Backbord eine rothe, in halber Manböhe die nur für Dampfer vorgeschrieben weiße Toplaterne. Auch daö Gesei über daS Ausweichen auf See tst natürlich ein internationaleS und man hat die einzelnen Paragraphen in Reime gesetzt, so behält sie der Seemann bess. Der erste Paragraph lautet: Kommt Grün und Roth voraus in Gicht. Lackbord daZ Ruder! Zeig' rothes Licht, Denn Grün an Grün und Roth an Roth, Seht MeS klar; hat keine Noth. DaS klingt doch ganz klar und ist selbst dem Laien verständlich. Aber eS gibt auch andere Falle, auf di: andere Vorschriften gelten, und zum Schluß heißt eZ: Wenn in besonderen Fällen keine diese Verordnungen zweckdienlich erscheint, hat der Seemann dem jeweiligen Falle entsprechend zu handeln." Da sitzt der Haken! Abermals befiehlt der Capitän fünf Umdrehungen weniger" und eilt in das Navigationszimmer, sich das Salz aus den Augen zu waschen und einen Schluck Wein zu trinken. Als er wieder die Commandobrücke besteigt, klart die Luft auf und während er sich umsieht, entfährt ihm ein Seufzer: Der englische Dampfer ist ihm inzwischen mit voller Fahrt vorbeigelaufen. Das kann ihm wieder eine schöne Nase eintragen! 1' aibt der Enaländer Vclckbord
Nuder, um einem Segelschiffe auszuweichen. Man sieht nur die rothe Laterne des letzteren; es liegt also unter Steuerbordhaus am Winde und treibt zwischen die beiden Dampfer. Um dem Engländer nicht zu nahe zu kommen. hält der Capitän Curs und denkt, ich komme vor dem Segler vorbei. Letzterer aber fürchtet, man sieht ihn nicht, setzt Vorsegel und fällt plötzlich ab. Steuerbord Ruder; hart Steuerbord!" ruft der Capitän und stürzt zum Maschinentelegraphen. Stopp! Voll Dampf rückwärts!" Die Befehle werden prompt befolgt, allein es ist zu spät. Der Bug des tiefoeladenen Seglers trifft die Steuerbordseite des Dampfers, ein Krachen und Schreien hüben und drüben das Unglück ist geschehen. Daß es den Riesendampfer am schwersten getroffen. ist keine Frage; das viel kleinere Fahrzeug hat ihm im Anprall die verhältnißmäßig schwache Seiie eingedrückt. Es kommt eben nur daraus an, wie der Zusammenstoß erfolgt, haben doch die Admirale Farragut und Tegetthoff mit Holzschiffen schwere Panzer in den Grund gebohrt. Als ob ihn schwindelte, umkrallt der Capitän das Geländer der Commandobrllcke, doch im nächsten Augenblick ist er wieder ganz Herr seiner selbst und mit fester Stimme ertheilt er seine Befehle. Da sich das Schiff bereits auf die Seite zu neigen beginnt, werden diePassagiere sofort von den Sachläge verständigt und die Boote klar gemacht, während ein Osficier Nothsignale gibt. Das Segelschiff hat aber genug mit sich selbst zu thun und der englische Dampfer setzt ruhig seinen Weg fort. Vielleicht sieht er die hinter ihm aufleuchtenden; Blaufeuer nicht, vielleicht auch hält er das Siznalisiren für eine List seines Rivalen, ihn zum Umkehren zu verlocken. Alles schon dagewesen! Die Schreckenskunde von dem drohenden Untergang erzeugt in allen Schiffsräumen eine furchtbare Panik. Halbbekleidete Männer, Frauen und Kinder rennen schreiend durcheinander, die aus ihrer Luke hervortretenden Zwischendecker stürmen das Promenadedeck, wo die Boote hängen, und drohen in 'dem Wahne, die Cajütspassagiere würden gerettet, sie selbst aber wolle man ertrinken lassen, mit Gewalt. Die Gattin des kalifornischen Millionärs bietet für ihre Rettung zwei Hände voll Juwelen aus, darunter auch die Uhrkette ihres Mannes mit dem, wunderbaren Solitär vergebens. Ein Herr verlangt vom Obersteward unter Berurfung auf seine Eigenscbaft als Hauptactionär eine KorkWeste, obwohl er schon eine umgeschnallt hat. DaS Schiff liegt schon so schief, daß nur die Backbordboote zu Wasser gebracht werden können, eines derselhen. sinkt wegen Uebersülluna, zwei andere kentern. Während em viertes und fünftes abstößt und fortrudert, oeHt ein hundertstimmiger Todesschr:! durch die Sturmnacht. Als der englische Dampfer eine Stunde später endlich doch noch umkehrt, findet er nichts mehr zu thun, als die halberstarrten Insassen der von der wilden See umhergenurfenen Boote aufzunehmen. HO Verbreitet dann der. Telegraph die Nachricht von einer solchen Katastrophe, wie er dieser Tage die erschütternde Trauerbotschaft vom Untergang, der Elbe" durch die Welt trug, dann folgt dem Bedauern der armen Opfer alsobald die entrüstete Frage: Wie so etwaS nur vorkommen kann? Da ist gewiß wieder das unsinnige Schnellfahn an dem Unglück schuld". Ist aber dieses Schnellfahren nicht eine unabweisbare Forderung unserer Zeit, ja unserer seftst? , ,5 ' Nnö der Franzoscnzeit. Zu den fesselndsten Originalen auS der alten Schule" gehörte der General bon Horn, der in den Befreiungskriegen einer der volkstümlichsten Anfüh rer im preußischen Heere war. Er aß mit seinen Soldaten daS Commißbrot und schlief mit' ihnen auf der Streu. Am Viwaksfeuer aus dem Feldkessel lnundete ihm die schwarze Spartanersuppe wie daö feinste Diner, und ein Strohbündel oder Eiderdaunen galt ihm gleich. Durch seine derben Anreben: Meine guten VengelS!" oder: -Meine braven Lümmels!" oder: Ihr glupschen Heirichs!" wurde er nur noch mehr der , Liebling seiner ihm nacheifernden Braven, und wer einmal einen derben Puff von ihm erhielt, 'der betrachtete solchen als eine ehrenvolle nähere Berührung mit seinem General. Am 12. Februar 1814 deckte Horn den Rückzug auf Chateau-Thierry, als unerwartet in der Flanke eine Kavalleriemasse von 4000 Pferden erschien. Horn, die Gefahr sür daö ganze Corpö erkennend, wendete sich mit einem Theil seiner Brigade gegen den weit überlegenen Feind. Vor ihm lag eine für Infanterie' ungünstige Ebene. Kolben in die Höh!" commanderte er. Schlagt die Schindmähren auf die Schnauzen, dann burzeln Euch d Reiter von seiber unter die Füße, die feinen Knochen zu zerstampfen,- fuhr fort, dem Feind auf den Leib rückend. Der tolle Platen war mit seinen lithauischen Dragonern ihm vorübergesaust und hatte die erste Linke durchbrochen, aber bor Horn entwickelten sich neue Colonnen. Da brausten die blauen Brandenburger und die schwarzen Todtenköpfe den muthigen Kolbenträgern nach. Platz da, grobe Horngesellschaft mit dem Kuhfuß! sonst reiten die Husaren Euch in den Dreck!" riek do?
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Ein Unglück ist es, start p sei:!, doch c.crcfchrt rs dem Kranken eine grr:e usricrcnh'it, daß wenn er Är.eicn n?:::c.i r.m'i. er raema littis eine Meüwn nr!?n:cn fana. weZcüe für einen Fall jvscll Ijcrnrileüt tit Ur ache der jrcr.U;cit tr.ufc zuerst in E?r. ung gezogen erden. Är. SÄoop war nicht bannt zufrieden, mit sogenannte Blutrenngungs'Mrttc'n nc& cllKerZe'crachtcrn Gebrauch zu behandeln, wclwr nur vor übergehende Linderung gewäkren, da solche die Ursachen deS LeioenS nicht entfernen. 2r. Schoop'S eingehende Untersuch, ungen zeigten, daö Maaen. -Leber und Liieren und alle inneren Organe durch ge wisse Nerven kcmtrollirt werden. Wenn diese Nerven geschwächt sind, verrichten die Vcr dauungsOrgane ihre Zsunklionen nicht und Magen und Lcber'Leiden werden dadurch verursacht. Tie Nahrung, die wir zn unö nehmen dient zur Serstellung des Blutes und wenn dieseldenicht gehörig verdaut und nicht in rei neS Blut, Knochen und Muskeln verwan delt wird, so können wir unmöglich gesund sein. Dr. Schoov'S Wiederherstelle ist ein Magen, Leber und Nieren'Heilmirtel, indem derselbe auf die Nerven dieser Or gane einwirkt, wo allein die Ursache der Lei den zu suchen.ift. Diese Arznei ist kein Ner vwe oder sogenanntes giftiges Nerven-Reiz Mittel, sondern dient zur Ernährung der geschwächten Nerven. 5 pothekeu oder sran per Srvreß s2r $1.00. Der deutsche .Weg weiser zur Gesundheit", welcher die Behandlung mit dieser Arznei genau beschreibt, nebst Proben, werden an irgend eine Adresse frei versandt. Man schreibe an Dr. Schoop, Box 9, Nacim. Ms. diesen e?ne rauh: Stimme, aus rre Hovnsche Brigüde anspielend und daZ Jnfanteriegewehr mit bekanntem Au--druck bezeichnend. EZ war der alte Oberst von -Sohr, der nie viel sprach und auch jetzt für überflüssig hielt, den General Horn um Durchlaß zu ersuchen. Horn jagte ihm nach, und :nan besorgte einen heftigen Zusammenstoß der beiden tapferen Führer. Aber daS Gegentheil erfolgte. Horn war entzüSt Über diese kräftige Anrede. DaS ist doch noch ein umgänglicher Kameras!" rief er. Alter Fohlenwürger! wir müssen Freunde werden!" fuhr er fort, cls er ihn eingeholt, hatte und ihm die Hand reichte. Wenn ich die KerlZ da drüben und meine Pfeifs. ausgeklopft habe knurrte ruhig Sohr. Na. dann meldet gleich die Visite deZ groben Horn mit dem , Kuh fuß an,- entgegnete Horn rnit Bezug auf die von Sohr er hiltenen Ehrentitel und rief seinen tapferen Grobianen" zu, ohne feuriqen Gruß" gleich aufzudreschen". Als Blücher den glänzenden Rückzug seines .Isegrim" Fork belobte und dieser erklärte, daß. daS Gelingen namentlich HornS gewaltiger Initiative zu danken lsei, da antwortete er zufrieden: Na ja, der Horn-Stoß war wieder gut!" Während der heißen. Schlachttage von Laon. in der 'Nacht vom 9. zum 10. März, alö General Jork seinen denkwürdigen Ueberfall aus den Marschall Marmont ausführte, hielt Horn im Dunkeln nahe an Forks Seite, wobei ein lakonisches, Zwiegespräch, ta2 sich Mischen den beiden alten Kriegern entwickelt, ihre Ruhe und Besonnenheit hei aller innerlichen Unruhe trefflich kennzeichnet. Wo ist unsere Jnfan terie?" fragte Fork, da man im Dunkein nichts genau erkennen konnte. Hier ist Horn," antwortete diefer. Bereit?- Wie immer. Warten?.Die dort werden nicht mehr lange warten.- Wer?" Feindliche Kano-nen.-Ich sehe sie wohl." .Darf ich sie nehmen?- ' Wenn die Cavallerie vorbricht.- Meine Jungs trampeln schon vor Ungeduld.- Festhalten." Gleich darauf gab Jorks laute Stimme mit einem Hurrah!" der Kavallerie das Angriffssignal. Na nu?" fragte Horn. In Gotte5 Namen,- Da soll sie gleich der Teufel holen.- Nur einen kräftigen Stoß.- Excellenz kennen Ihren Horn,- entgegnete dieser. Heirichs drauf! stoßt zu!" commandirte er laut durch das losbrechende Kampfgetöse. Nach einem kurzen, wüsten Handgemenge kehrte er zu York zu rück. Excellenz, den Brummern ist das Maul gestopft. Was, nun?" Nach Umständen eingreifen,- entgegnete Aork, der das Ganze im Auge hatte. Na, denn ohne Umstände zugreifen." rief Horn seinen Leuten zu und stürzte sich auf die nächsten feind lichen Massen.die sich zu sammeln suchten. bis der große Sieg errungen war und er für feine hageöüchenen Jungenö" zum Verpusten- blasen ließ, und sie belobte, nicht weil sie tapfer in den Feind gestürmt, denn daö verstand stand sich von selbst, sondern weil sie Verwundeten, welche sie eben niedergeschlagen, jetzt hilfreichen Beistand le! steten. Hütet (Sutb vor Salben gegen Katarrh, die Quecksilber enthalten, da Quecksilber sicher den Sinn deö Geruchs zerstören und daS ganze System völlig zerrüttet wird, wenn eö durch die schielmigen Oberflächen eindringt. 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