Indiana Tribüne, Volume 18, Number 171, Indianapolis, Marion County, 10 March 1895 — Page 2

Nur ein Zranc!

Bon I. PiorkomSka. Es war im Iah 1853, wenige Mo Ttate nachdem Jacques Ofsenbach. der urch seine Operetten berühmte fran zösische Componist in den Champs Elysees ein eigenes Theater gegründet hatte. Er hatte seine neue Operette 2ie beiden Blinden" beendet. Am folgenden Tag: sollte die Probe zu ei ner baldigen Aufführung stattfinden. Den Kopf in die Hand gestützt über legte i:t wem er eine Rolle übergeben sollte, die der Betreffende krankheitsHalber soeben zurückweisen mußte, als leise an seiner Thüre geklopft wurde. Auf sein Herein erschien ein junger Mann auf der Schwelle. In der ärmIichen abgetragenen Kleidung machte er einen; geradezu bemitleidenswerten Eindruck. Er ?.annte seinen Namen. Auf Offenbachs Frage nach seinem Becehr drehte er verlesn den Hut zwisahen den Finger.:. Er sei Schauspieler, entgegnen er, habe in- letzter Zeit viel Unglück gebabt un) bitt: dringen) um irzcnd eine Anstellung. Er bat so instänöig. sah sein Gegenüber mit so sleskcnden Blicken an. daß Offenbach nicht vermock-.te.den Bittsteller abschläzlich zu b; scheinen. Hm." meinte er, eigentlich bin ich genügend mit Personal versehen " Weisen Sie mich nicht zurück," fiel l:i junze Mann ihn mit vor Angst zitternder Stimme ins Wort, ich habe Frau und Kind Daheim habe mehrere Monate nichts verdient, meine geringen Ersparnisse sind aufgezehrt loir leiden Hunger. Haben Sie Er'barmen mit einem Unglücklichen, der ohne eigenes Verschulden in große Noth gerathen ist." Wie hätte Offenöach so dingender Bitte zu widerstehen vermocht. Der junge Mann gefiel ihm auch. Wie gesagt," versetzte er, mein Personal ist momentan vollzählig, Tvenn ich Sie trotzdem engagire, könnte !ch Ihnen für den Augenblick nur sehr untergeordnete Rollen zutheilen und Ihnen auch nur eine diesen entsprechend niedrige Gage zahlen." Wie froh leuchtete es bei diesen Worien in den Augen des armen Schauspielers auf.. Mehr als fünfzig Francs monatlich kann ich Ihnen vorläufig nicht geben," fuhr Offenbach dann fort Ich nehme es an!" rief der Bittende hoch erfreut. Mit wieviel froherem Herzen als er gekommen war.schieö der junge Schauspiele? eine halbe Stunde später. Verabredetermaßen stellte der Neukngagirte sich Tags darauf zur ersten tyzobt der neuen Operette ein. Er sollte die Rolle eines vornehmen Herten übernehmen, der nur einmal auf xei Bühne kommt und mit wenigen Worten einem blinden Bettler ein Francstück (20 Cents) zuwirft. Die Probe ist zu Ende, Offenbach greift nach Hut und Stock, um das 'Theater zu verlassen, als der neuen f,agirte Schauspieler sich ihm zögernd nähert. Her? Direktor," begann er, den Blick verlegen zu Boden senkend, ich ich kann die Rolle nicht geben." Offenöach. zieht die Stirn in leichte Falten und schaut ärgerlich drein. Das also ist der Dank für meine Vüte," denkt er. Laut aber fragt er strengenTones: Weshalb nicht? Ist Ihnen die Rolle zu unbedeutend?" O nein, aber aber es ist wegen es Geldes wegen des Francstückes." Was hat daA mit der Rolle zu thun?" Glühende Röthe steigt Jenem in die bleichen, Wangen. Ich besitze keinen Sous." hauchte er. Ein mitleidiger Blick trifft den Armen. Sie sind völlig mittellos?" spricht Offenbach weich, was wollen Sie a mit fünfzig Francs im Monat anfangen? Davon können Sie in Paris mit Frau und Kind unmöglich leben. Ich habe Vertrauen zu Ihnen, junger Mann, ich glaube und hoffe, daß Sie meine Güte nicht mißbrauchen, das Geld nicht vergeuden werden, wenn ich bereit bin, Ihnen um Ihrer Frau, um Ihres Kindes willen -die Gage zu verdoppeln und Ihnen statte der derfprochenen fünfzig Francs hundert zu geben." Offenbach hielt Wort. Er hat auch N'ie Veranlassung gehabt, seinerEdelmuth zu bereuen. Der arme Künstler, -durch seines Gönners hochherziges Mitleid aus tiefbedrängter, Lage gerissen, konnte sein Talent mehr und mehr entfalten. Es währte nicht lange, so zählte er zu den ersten und. bedeurendsten Schauspielern von ganz Paxl. Doch auch nachdem er zu Ruhm und Ehren gelangt war, vergaß er seines edlen Wohlthäters nicht. Stets eingedenk denen hochherziger Handlungsweise, die ihn und seine Familie aus tiefster Noth und Sorge geritten, chatte auch er stets eine offene Hand und ein mildes Herz für seine armen Collegen, die weniger talentvoll und weniger vom Glück begünsngt waren als er in späteren Jahren. Verschnappt. Gendarm: Was kratz't Du Dich den immer? Hast D' am End' gar Flöh'?" Lump: Ka' Spur der Staub beißt mich so die Luder!" Höchster Diensteifer. Unser Büreauvorstand ist so diensteifrig, daß. wenn er einmal stirbt, er sich's gewiß so einrichtet, daß fett Begräbniß auf einen Sonntag fäEU, damit die Beamte ja nichts versau sstvd."

Die Primadonna von Zllcsra.

Erzählung von E. Echöez. Der Podesta (Bürgermeister) von Messina stand amFcnste? seiner AmtsWohnung und blickte zu dem verödeten Hasen hinaus. Gegenüber lagen Kalabriens kleine malerische Dörfer, eingehüllt in warmem, farbenretchemSonnennebel. Aber die Tausende von glänzenden Segeln, die sonst dem Bilde Leben und Bewegung verliehen, waren jetzt spurlos verschwunden. Wegen der Choleraepidemie lag die Stadt nämlich inQuarantäne, und dieSchiffe mieden diese Wasserstraße. Unten auf der Straße hörte man Glockengeläut und Psalmengesang. Es war eine lang: Prozession von Priestern, die nach der Augustinerkirche zog, um den Allmächtigen um Befreiung von der entsetzlichen Seuche anzuflehen. Alle Lazaroni schlouen sich dem Zuge an. aus allen Thüren und Neöenstraßen strömten Frauen und Kinder händering:nd und laut Haaend herbei. !n der I: feien Woche hat man täglich unefäbr tausend Todesfälle gebabt," äußerte der Bürgermeister zu seinem Sekretär. In demselben Augenblick trat ein Diener ein und meldete, daß ein fremder Herr um Empfang ersuche. Auf der Visitenkarte stand: Lombards Goriolani, rnotl. Laß ihn hereinkommen!" befahl der Bürgermeister. Ein hoch und wohl gewachsener Mann von etwa dreißig Jahren trat ein. Sein sckwarzes Haar war auf dem Kopf gefcheitelt. Unter der dreiten Stirn leuchteten zwei dunkle, kluge Augen, und die Hälfte seines Gesichts war von tem kurzgeschnittenen, schwarzen Bart bedeckt. Die Nase war fein geformt, und der energische Ausdruck verrieth, daß er in einem kälteren Klima aufgewachsen war. Herr Baron," begann er, ich bin hergekommen, um die Cholera zu studiren." Eine originelle Idee!" rief der Bürgermeister. Uebrigens, wollen Sie nicht Platz nehmen?" Der Fremde trat näher, und beide Herren setzten sich. Herr Baron," fuhr Lombardo Goriolani fort, ich hörte heute, daß der Direktor des Hospitals mit einem Tischler übe? die Bezahlung für gelieferte Särge in Streit gerathen sei, weil derselbe tausend Särge mehr angeschrieben habe, als gebraucht worden waren; und zur Feststellung derSache sind auf Befehl des Oberarztes alle Gräber geöffnet worden, um die Särge zu zählen. Köpfe und Glieder der verwesenden Leichen wurden nach allen Seiten umhergeworfen. Im Hospital versuchte ich einleuchtend zu machen, wie eine solche Unvorsichtigkeit die Ansteckung über ganz Italien herbeiführen könne. Doch der Herr Oberarzt beliebte mir die Thür zu zeigen." Und was ist eigentlich die Absicht Ihres Besuches bei mir?" fragte der Bürgermeister, ohne eineSpur von Erstaunen oder Aerger über das Gehörte zu zeigen. Herr Baron, man muß augenblicklich diesem Skandal ein Ende machen!" sagte Lombardo Goriolani ernst und eindringlich. Die Geschäfte des Hospitals gehen mich zwar nickts an," erwiderte der Podesta, aber wenn ich doch einschritte?" Dann werde ich die Geschichte veröffentlichen.' Ich werde auch dabei erzählen, auf welche Weise der Herr Baron von Santa Fiori Messina gerettet hat. Ich werde berichten, daß ver Herr Baron seinen ganzen Einfluß aufbieten mußte, um diesem gewissenlosen Oberarzt entgegen zu arbeiten." Der Podesta wurde aufmerksam. Sie schreiben sür die Zeitungen?" fragte er. Ja, Herr Baron! Und auf Befehl Sr. Majestät des Königs soll ich später alle meine Beobachtungen über den Verlauf der Krankheit hier in derStadt herausgeben." Mein junger Freund, verlassen Sie sich auf mich," sagte der Bürgermeister mit plöhlichem Eifer. Diese guten Herren da im Hospital werde ich zum Gehorsam zwingen! Wollen Sie mir das Vergnügen machen, heute Abend mit mir zu speisen? Um fünf Uhr fahre ich nach Reggio hinüber, und meine Kinder sind in Neapel. Ich habe eine Tochter von siebzehn Jahren, mein Sohn ist zweiundzwanzig." Der junge Arzt dankte für die Einladung und versprach, sich zur festgesetzten Stunde auf der Landungsbrücke einzubinden. Lombardo wurde bald ein liköerSast bei dem Podesta. Dieser folgte allen klugen Rathschlagen des jungen Arztes über die (Gesundheitspflege in der Stadt. Er stellte sogar sein eigenes Dampfschiff zur Verfügung. Täglich ließ er Hunderte von Tonnen Wasser von dem Gebirge Kalabriens nach der verseuchten Insel bringen, deren Quellen verpestet waren. Er errichtete öffentliche Küchen, wo die Armen für einige Centimes oder auch ganz umsonst gekochtes Fleisch und Suppen erhalten konnten. Infolge dessen nahm die Epidemie schnell ab, und als die Krankheit für erloschen erklärt wurde, war der Podesta ein berühmter Mann, und der König sandte ihm die Goldene Medaille für Bürgertugend. Und daß er bei der nächsten Wahl Deputirter des Parlaments werden würde, darüber herrschte kein Zweifel. Als der Podesta die Medaille erhielt, oxüdit tz dem jungen Mann die Hände ind sagte: .Ick habe Sie sowohl als Mensch,, eil als Gelehrten hochachten gelernt.

Bedürfen Sie des Geldes, so bedenken 'sie sich niemals, mich darum zu ersuchen! Wünschen Sie Empfehlungen nach Neapel oder Palermo, so steh! mein ganzer Bekanntenkreis Ihnen offen. Es würde mir sehr lieb sein, wenn ich Sie einladen könnte, bei mir zu wohnen. Aber meine Tochter kommt gerade aus dem Kloster heim, und Sie begreifen daher, daß es unmöglich ist, einen jungen Mann im Hause zu haben. Aber wenn Sie mit einigenZimmern in meiner Amtswohnung fürlieb nehmen wollen, so steh:n diese zu Ihrer Verfügung." Einige Tage später war die Tochter des Bürgermeisters heimgekommen, und Lombardo erhielt sofort eine Einladung zum Mittag. Der Bürgermeister empfing feinen Gast in einem zwischen zwei Thürmchen eingebauten Salon. Es war ein länglicher Raum, dessen Wände mit weißem Atlas bedeckt waren, der in reichen Falten von der Decke bis zum Loden habhing. Ganz oben zog sich eine Linie von langen scharlachrothen Fransen entlang. Die 'Thürvorhänge wie die Fenstergardinen waren gleichfalls von gelbweißem Atlas mit rother Borte, und auch der Bezug der tiefen, weichen Lehnstühle war von demselben Stoff. Das Innere der beiden Thürme war dagegen mit himmelblauer Seide, in welcher Tulpen von Gold eingestickt waren, ausgestattet. Zwei Damen waren anwesend. Eine ältere dicke Signora im Alter von un gefähr fünfzig Jahren und ein junges Mädchen. Seht hier meinen Freund Lombardo Goriolani, eine Zierde seines Standes!" stellte derBürgermeister ihn vor. Meine Scbwester, Baronesse Cagliani und meine Tochter." ES kam ein Ausdruck des Erstaunens in Lombardi's Gesicht, als er das junge Mädchen ansah. Sie war hoch und schlank gewachsen, und zeigte jonnenreiches Lächeln, braune, flammende Augen, blauschwarzes Haar, vorn auf der Stirn gekräuselt. Sie war schön wie Wenige. Elvira war noch nicht daran gewöhnt, die Zielscheibe von Männerölicken zu sein, sie wurde verwirrt und wechselte die Farbe. Indessen war es die ältere Dame, welche die 'Unterhaltung begann und si: mit Eifer fortsetzte. Während des Mahles hatte Lombardo Lust, sich mit seiner Tischdame zu unterhalten, allein sie wurden jeden Augenblick von der Tante unterbrochen. Das junge Mädchen kam niemals weiter, als zu einem Ja oder Nein. Der Baron fand sich mit stoischer Ruhe in die Lebhaftigkeit seiner Schwester. Nach dem Diner ging man wieder in den Salon zurück, und hier gelang es Lombardo, ein Gespräch mit Elvira zu beginnen. Sie sehen einer amerikanischen Dame, welche ich einmal getroffen habe, auffallend ähnlich," bemerkte er. Das ist unheimlich! Das ist ja dort, wo die Frauen sich wie Männer betragen." ' Nein, nicht alle!" antwortete der Arzt mit Lächeln. Die Frauen in Amerika sind höchst entwickelt, sowohl in moralischer wie in intellektueller BeZiehung." , Sie sind wohl in ein: Amerikanerin verliebt gewesen?" O nein! Ich hütete mich schon davor." Kann man denn das verhindern? Ich glaubte bisher, daß das Gefühl ganz unabhängig von dem eigenenWillen, sei." Unser Will: muß in dieser Veziehung Alles können, sonst sind wirStladen und nicht freie Menschen." antwortete er mit Festigkeit in Stimme und Blick. Aber während er mit Elvira sprach, wurde er nach und nach geistesabwesend und schien an ganz andere Sachen p denken. Indessen kamen die Tante und der Vater wieder zu ihnen. Lombardo mußte nun von dem Leben in Turin erzählen, dessen Bewohner sich von denen Süditaliens ebenso unterscheiden wie die Engländer von den Franzosen. Er verbrachte den ganzen Abend im Hause des Bürgermeisters, und sang Duette mit Elvira. Sie war sehr musikalisch und hatte eine hohe, biegsame Stimme. Als er heimkam war er ungewöhnlich unruhig und erregt. Er öffnete seinen Koffer und nahm eine Mappe mit Photographien heraus, unter welchen sich das Cabinetbild einer jungen Frau befand. Nein, die Ähnlichkeit war nur flüchtig. Es waren nur die Formen der Nase und des Mundes. Allein der Ausdruck war ganz verschieden. Die Persönlichkeit war eine andere. Wie dieses Gesicht klug und energisch war! Er drückte das Bild wieder und wieder an seine Lipven. dann barg er es in der Mappe und sagte zu er) selbst: Zum letzten Mal! Ich muß sie vergessen! Ich muß!" Eines Abends, als Lombardo wiederum bei der Familie zu Mittag gespeist hatte, benutzte er die Gelegenheit, als er mit dem Baron allein war. ihn um seine Einwilligung zur Ehe mit seiner Tochter zu bitten. Der Baron, der ihm selbst alle mögliche Ermunterunz gegeben hatte, gestand, daß er sich keinen b:ss:nn chwiegerfohn wünschen könn:. Er sei sogar" sicher, daß die Tochter ihn liebe. Eine Auswechslung von Beteuerungen und Gefühlsausbrü'chen unter vier Augen zwischen den Verlobten war nach den Sitten des Landes unmöglich. Das junge Mädchen wurde vielleicht jetzt noch mehr behütet als früher, aber in ihren Augen, ihrem Lächeln und ihrem Händedruck 'onnte Lombardo sich überzeugen, daß die Ahnung des Barons in Betreff ibrer Gefühle der Wahrheit tni

Es wurde stimmt, daß die Hcieii in drei Monaten stattfinden scme. 55 Einige Wochen nach der Verlobung kehrte der Sohn s Hauses, Botero, von seiner Reise heim. Er war zweiundzwanzig Jahre alt, von schwarzem Haar und schlanker Figur. Das ovale Gesicht, die große gebogene Nase, die scharfen hervorstehenden Augen brauen ließen auf arabische Abkunft schließen. Und man behauptete auch, die Familie Santa Fiori stamme von einem marokkanischen Fürsten ab, der in früheren Zeiten über einen Theil von Sizilien geherrscht hatte. Botero begegnete seinem neuen Schwager mit großer Freundlichkeit. Allein es entstand bei weitem kein freundschaftliches Verhältniß zwischen den beiden Männern. Lombardo war energisch und fleißig, studirte, schrieb und arbeitete den ganzen Tag. Botero dagegen verbrachte die Zeit damit. Hazard im Aöelclub zu spielen oder auf dem Sopha daheim zu liegen, über das Meer hinauszuschau:n und sich zu langweilen. Denn ein vornehmer Sizilaner arbeitet niemals. Boteros einziges Interesse beschränkte sich auf das Theater. Und gleich nach seiner Ankunft in Messina begann er für die Eröffnung des Theaters zu wirken. Als das Dampfschiff bis Trupve brachte, war der ganze Hafen voll von Zuschauern, welcbe die engazirten Künstler sehen wollten. Botero kam ganz entzückt nach Hause. Er hatt: gute Gelegenheit gehabt, die Primadonna zu betrachten, als sie Arm in Arm mit dem Impresario über die Dampfschiffsbrücke ging. Sie sei blendend schön, gleich einer Traumgestatt. x Ihre Augen glühten wie die Sonne. Sicherlich werde daran Jeder, der sie sehe, sich bis zum Grunde seines Herzens verbrennen. Allein während der kommenden Tag: schien Boteros glänzende Laune verschwunden zu sein. Das Geheimniß war, daß die Sängerin ihn nicht cmpfangen hatte. Er war wüthend. Wenn der Impresario es wagt, uns um unser Geld auf diefe Weise zu bringen, dann soll er es nicht ungestraft thun!" wiederholte er mehr als einmal. Und Vater und Sohn hatten von nun an keinen anderen Unterhaltungsstoff. Der Bürgermeister, der infolge seiner Stellung Zutritt zu en Proben hatte, kam nach Hause und versicherte, daß die Primadonna ein wahres Phänomen sowohl hinsichtlich ihrer Stimme als auch ihrer Schönheit sei. Er fand auch, daß Signora Rossi Elvira ähnlich sehe. Es scheint Viele zu geben, denen ich ähnlich sehe." antwortete das junge Mädchen. Lombardo hat auch von einer 'seiner Bekannten gesprochen, an die ich erinnern soll." Ja, aber hier ist es so auffallend, daß ich fast glauben möchte, es sei meine eigene Tochter." fuhr der Bürgermeister fort. Es ist vielleicht dieselbe Dame, von der Signor Lombardo gesprochen hat," äußerte die Tante. O nein," antwortete der Doktor ruhig; die Dame, von der ich sprach, befindet sich wahrscheinlichcrWeise nicht mehr in Europa. Sie ist verheirathet und hat sicherlich niemals daran gedacht, öffentlich aufzutreten." Als das Theater endlich eröffnet wurde, war die ganze Stadt in Bewegung. Aber Lombardo mußte das Anerbieten seines Schwiegervaters, einen Platz in seiner Loge zu nehmen, abschlagen. Er saß am Schreibtisch über sein Manuskript gebeugt, als es mit Heftigkeit au seiner Thür schellte. Er öffnete selbst und stand einem Diener gegenüber, der dan Doktor bat, sich augenblicklich nach dem großen Hotel zu begeben. Die Primadonna der Oper war mit verletztem Fuß heimgebracht worden. Die Primadonna ist ausgepfiffen worden," erzählte der Diener, der Lombardo begleitete. In einem Salon des Hotels fand der Arzt eine Dame mit dunklem Haar und blassem Gesicht halb ausgestreckt auf 'dem Sopha, während ein kung:s Mädchen ihren Fuß mit kaltem Wasser badete. Ach, Herr Doktor." stotterte si: italienisch. aber mit fremdem Acccnt, das ist entsetzlich! " Plötzlich hielt sie inne. Das ist doch nicht möglich! Sind Sie nicht Herr Goriolani?" Gewiß bin ich das!" Er näherte sich dem Sopha und starrte sie an, als ob er sie mit den Augen verschlingen wollte. Frau Rüssel! Wie soll ich mir das erklären?" Lieber Herr Doktor, morgen wollen wir darüber sprechen. Ich fiel heute Abend auf der Bühne, ich muß den Fuß gebrochen haben." Der Fuß wurde untersucht, eine Sehne war verrenkt. Der Doktor be:ilte sich, den Fuß zu verbinden, und zab dem Mädchen seine Befehle. Dann oersprach er, morgen um elf w?ederzukommen. Dann ging er hinaus. Er wandelte wie in einem Traum, im Schwindel verwirrt. Am folgenden Vormittag um elf Uhr stand er wieder im Hotel. Er verband FrauRussels Fuß und blieb dann über eine Stunde bei ihr. Mein Mann hatte all sein Geld in Bauunternehmungen in Chicago angclegt." erzählte sie. Er war sounvorsichtig gewesen, nicht zu versichern, und bei dem großen Brande verloren l?ir Alles. Als er diese Nachricht crfuhr, verschwand er aus der Pension, ohne mir in einziges Wort gesagt zu haben. Einige Tage später sand man seine Leiche im Arno. Ich habe viel gelitten, seit ich Sie zum letzten Mal gesehen habe! Viel, viel!" Und sie

preßte die weiße, energische Hand fest auf die Stirn. Aber der Gedanke an unser Kind hielt mich aufrecht. Während unseres dreijährigen AufentHaltes in Italien hatten viele Menschen mir gesagt: Aber Frau Rüssel, Sie besitzen ja ein ganzes Vermögen in Ihrer Stimme!" Sie müssen zum Theater gehen." Ich war nun sehr erfreut darüber, daß ich meine Stimme ausgebildet hatte. Ich reiste äugenblicklich nach Mailand und ließ mich von einem der dortigen Musikverleger prüfen. Er ermunterte mich auf' Wärmste und empfahl mich dem Impresario aus Messina. Aber ich muß gestehen, daß ich mit großer Unlust abgereist bin. Dc-nn eine russische Sängerin hatte mir gerade erzählt, daß es für eine anständig: Frau sehr schwierig sei, sich hier zu halten. Der Jmpresario ist bereits hier gewesen und bat mir seine Bedingungen mitgetheilt. Ich muß entweder aushören zugingen oder mich gegenüber einem gewinn Baron, der großen Einfluß haben soll, cntgegenkommend zeigen. Ich kann Ihnen ja sagen, wer es ist, es ist der Podesta der Stadt." Lombardo erhob sich blaß und zitternd vor Zorn. Wirklich!" rief er. Vater und Sohn!" Doch die Amerikanerin nahm die Sache mit anscheinende: Ruhe. In einigen Tagen hoffe ich, von hier abreisen zu können," sagte sie, und wenn ich an Bord des Schiffes gehe, schüttle ich den Staub von meinen Füßen." Lo.nbardo besuchte die Kranke zweimal täglich, und inzwischen hielt er sich dem Hause des Bürgermeister,? fern ohne irgend welche Entschuldigung oder Erklärung. Nach einigen Tagen theilte Frau Russell ihrem Arzt mit, daß sie sich entschlossen habe, nach Kalabrien zu gehen. Lombardo versprach, sie zu begleiten, sie schien indeß lein großes Gewicht auf dieses Anerbieten zu legen. Aber er faßte ihre Erlaubniß sie zu begleiten, als eine Ermunterung auf, und dies trug dazu bei, daß er den entscheidenden Schritt Elvira gegenüber that. Am Tage vor der Abreise schrieb er ihr einen Brief, worin er ganz offen von seiner Begegnung mit Frau Rufsell in der Pension zu Florenz erzählte. Er hatte sie dort acht Monate lang täglich gesehen, aber da sie verheirathet war und im besten Verhältniß zu ihrem Mann stand, hatte er eingesehen, daß seine Liebe hoffnungslos sei. Aus diesem Grunde war er fortgegangen in der Hoffnung, vergessen zu können. Elvira sehe ihr so ähslick,, daß er sich oftmals eingebildet habe, sie seien Beide eine und dieselbe Person. Es sei die Aehnlichkeit mit der Ersten gewesen, die er in ihr geliebt hätte. Aber jetzt sei Frau Rüssel frei, und er fühl?, daß eine Ehe mit einer Anderen von seiner Seite ein Betrug sein würde. Er legte das Papier in' .Couvert und sandte den Brief ab. Spät an demselben Abend kam der Diener des Barons mit einem Zettel vom Fräulein. Lombaroo hatte keine Antwort erwartet. Er erbrach das Siegel, öffnete und las: Ich bin erfreut darüber, früh genug zu erfahren, daß Sie ein Mensdf ohne Charakt:r sind. Nach unserer Verheirathung würde ein solches Betragen wahrscheinlich mein Leben für immer vernichtet haben. Jetzt ist es eine Rettung. Elvira von Santa Fiori." Lombards riß den Zettel in tausend Stücke. Sie hat Recht, dachte er; so würde auch ich den ?Nann beurtheilt haben, der sich auf dieselbe Weise betragen hätte. Allein später fühlte er sich doch erleichtert, daß die Fessel zerrissen war, und am folgenden Morgen saß er auf dem Dampfschiff zusammen mit Frau Rüssel und fuhr nach Reggio. Frau Rüssel nahm in dem einzigen bewohnten Hotel Wohnung, wo sie zu bleiben gedachte, bis ihr Fuß vollständig geheilt war. Lombardo miethete eine Prioatwohnung am Strande, wollte aber im Hotel speisen. Hier saß er am ersten Mittag allein an einem der kleinen Tische, die in dem langen Saal aufgestellt waren. Da trat plötzlich ein junger Mcrnn in den Saal. Der Diener wieö ihn nach Lombardo's Tisch. Es war Botero. Sein Gesicht war bleich, feine Lippen blau, seine Augen funkelten. Herr Lombardo Goriolani". fchrie er so laut, daß alle Anwesenden es hören konnten, Sie haben hre Verlobung mit meiner Schwester gebrochen, um mit einer fremden Sängerin fortzureifen. Sie sind ein "Schurke!" Und ein schallender Schlag auf Lombardo's Wange begleitete das letzte Wort. ' , Der junge A? fuhr auf, stürzte sich auf Botero und faßte ihn an der Gurgel. Aber die Officiere. welche an den anderen Tischen saßen, stürzten herbei und trennten sie. Ich siehe zu Ihrer Verfügung", sagte Botero. Ich werd: Ihnen meine Sekundanten schicken." ' Damit ging er. Einige Stunden später saß Lombardo bei Frau Rüssel. Sie laz auf einem rothen Canap6 am Fenster, von wo aus sie einen Blick auf das Mecr und auf Sizilien batte. Was ist das für eine Geschichte?" fragte sie. Ich hörte heute Mittag, daß Sivon einem fremden Herrn zum Due2 gefordert wären." Da faßte Lombardo Muth und erzählte von seinem Verhältniß zu Elvira und von dem Bruch, der am Tage vorherj stattgefunden hatte. Aber lieber Herr Goriolani das ist ja der reinste Wahnwitz!" antwortete sie. Sie brechen mit einem jungen.

schönen Mad'chen melnerwegen, ohne sich mit mir darüber berathen zu ha ben?" Ich liebe Sie! Ich kenne mich selbst nicht mehr, seit ich Sie wiedergesehen habe!" rief er, indem er auf die Kniee fiel und ihre Hände mit Küssen bedeckte. Aber ich habe nicht die entfernteste Neigung, mich wieder zu verheirathen", sagte sie mit natürlicher Offenheit, indem sie ihre Hand zurückzog. Ihr Betragen dem jungen Mädchen gegenüber ist für mich eine große Enttäufchung. Ich muß gestehen, ich hatte eine bessere Meinung von Ihnen." Lombardo erhob sich und blieb einige Sekunden wie vom Erstaunen gelähmt stehen. Ihretwegen hatte er sich versündigt. Und das war der ' Lohn! Sie mißbilligte seinen Leichtsinn, ohne von seinen Gefühlen gerührt zu werden. Es war von Stein, von Holz, dieses Wesen. Er war verurtheilt. Der junge Arzt verließ sie, ohne zu grüßen, ohne ein Wort. Am folgenden Morgen fand das Duell statt, und Lomöaroo wurde gerade in's Herz getroffen. Als Frau Rüssel wieder gesund geworden war, reiste sie nach Mailand, um ein neues Engagement zu suchen. Aber Elvira bekam vor Kummer Gehirnentzündung, und als sie das Krankenbett verließ, konnte sie es nicht ertragen, ihren Bruder wiederzusehen. Sie endete ihre Tage in einem Kloster zu Neapel. Aufjchtteidcrci.

Man sprach von allerlei heute Abend cm Kneiptisch. Von Witterungskunde kam die Rede auf Feinschmeckerei. Da begann der Oberförster Aufrichtig: Meine Herren, hören Sie nur, wie ich einst eine faktische Gedankenverbindung zwischen Feinschmeckerei und Wetterkünde hergestellt habe. Es war an einem recht regnerischen Tage, als ich bei einem guten Bekannten dinirte. Unter Anderem wurde auch eine Speise servirt, welche ebenso viele Verächter wie Verehrer zählt: Froschschenkel. Ich hatte nie in meinem Leben davon gekostet, konnte aber aus Höflichkeit die Schüssel nicht refüsiren. Ich 'aß also davon. Eine Weile war vergangen, während draußen der Himmel heller zu werden schien, da plötzlich fühlte ich, wie mir schlecht wird. Mein erster Gedanke: die Froschschenkel! Auf meine Bitte führt mich mein Tischnachbar hinaus und draußen meine Herren, in demselben Augenblicke merkte ich draußen, daß morgen gut Wetter würde, an der Aufwärtsbewegung des Frosches!" Fach erspiel. Knapp vor der Schlacht. Der Krieger prüft Noch einmal seine blanke Klinge So in das Fächerspiel vertieft. Die Dame übt daß es gelinge. Sie träumt nun auch Eroberung, Es glänzt ihr Aua, sie lächelt süße; Man zieht die Schnur, ein Ruck, ein Schwung, Ein Fächerbild entbietet Grüße. Ein Veilchenkranz erscheint im Nu, Das Sinnbild liebeszarter Treue; Dann lacht sie einem Andern zu. Daß Jener sich zu sehr nicht freue. Denn Fächerspiel ist böse Kunst, Es locke, quäle und entzücke; Es kündet still verswieg'ne Gunst Und miscbt doch Wermuth zu dem Glücke. Geheime Botschaft bringt es schnell, Wie nur ein Blick, des Mundes Lacheln. Den Herzen strahlt es bunt und hell, Dann täuscht ran launisch sie im Fächeln. A Roaö. Wo aus in aller Fruah? Wobi'? So fein bei einander. Sakradi!" Ja,"" sagt da Muck, :' fahr' in d' Stadt. Heunt macht's ml' an, heunt freut's mV grad!"" Kaam war er z' Münka. kimmt da Muck Mi'n nächsten Zug scho' wieder z'nick. Oho, scho' wieder da so fruah?" Ja."" sagt er, Jl Hofbräuhaus war zua uu Der neue Hut. Frau A.: Sagen Sie mal, meine Liebe, wie steht mir der neue Hut zu Gesichte?" Frau B.: Vortrefflich. Er macht sie wenigstens um fünfzehn Jahre jüncer!" Hyperbel. Gast (der in seinem Glase einen Bicrfifch erblickt): Kellner, ein neues Glas Vier!" Kellner: Nanu, ich habe Ihnen ja eben eins gebracht!" Gast: Denken Sie etwa, ich werde dies Aquarium trinken?" D e r K a f f e e. Du. sieh' mal den Arbeiter, der hat eine ganz kaffeebraune Farbe." Aber das ist doch nicht kaffeebraun?" Ja, brauner ist bei meinem Meister der Kaffie niemals!" Sorge. Aus der Kinderstube ertönt ein klägliches Geschrei. Die besorgt herbeieilende Mutter findet die kleine Frieda in Thränen aufgelöst und empfängt auf die Frage, was ihr fehle, die Antwort: Ach, Mama, der Willy will Menschenfresser werden. Ich habe ihn so gebeten, etwas anderes zu wer den. aber er sagt, er will doch Men lchenkreller. werden!" -.

Mr die Küche. Eingemachte (fri k a ssi rte)

Kartoffeln. Man läßt in einem Tiegel Butter heiß werden, läßt klein--würfelig geschnittene Zwiebeln und Mehl gelb anziehen, füllt es mit Fleischbrühe auf. gibt Salz und Muskatnuß dazu, rührt es gut, legt dünne Scheiben von abgekochten Kartoffeln hinein, schüitelt si: durch einander und stellt sie auf nicht zu grelles Feuer, beim Anrichten mischt man sauern Rahm darunter. Gibt man zu. Rinds koteletten. Rindskote leiten. Man. nimmt Rippenstücke, richtet sie zu Koteletten zu. klopft, salzt, pfeffert sie. setzt sie mit Zwiebeln, Petersilienwurzel, Lauch (Porree), glbe Nüöe nebst Wasser oder Fleischbrühe in einem Tiegel auf das Feuer, deckt sie zu und dämpft dieselben weich, indem sie goldgelb vierden sollen. Man gie.t noch ein wenig Fleischbrühe dazu, löst den lUIckstand auf dem Boden des Tiegels auf. loche ein kurzes Saucchen und lichtet an. Paßt zu grünem und Kartosftlgemüse. I,lf?ntfr CZ n 1 n i 3n Kartoffeln mittlerer Größe werden gekocht, geschält und in dünne Scheiben s.?s.5.nitten, ebenso wird ein Apfel geschält und in kleine Würfel geschnitten, derZl-iHn werden in kleine Würfel geschnitten: ein Hering oder sechs Sardellen, welche vorher gereinig! und ent? grätet wurden, ein Stück Kalbsbraten, ebenso viel gelochter Schinken, eine aboekochte rothe Rübe, sechs eingemachte Essiggurken, drei hartgekochte Eier. Alles wird nun in eine Schüssel gethan, Oel und Essig darüber gegossen, nicht zu viel Salz und wenig Pfeffer, sowie f:in gesönittene Zwiebeln und ein Eßlöffel Kärn darauf gestreut, gut uniereinander gemengt und schließlich oben glatt gestrichen. Zur Verzierung werden hart gekochte Eier in längliche Stückten, Eiweiß und Eiaelb jedes für sich, geschnitten und abwechselnd darauf, länglich oder in anderer Form geschnitten? rothe Rüben dazwischen gelegt, etwas rothe Brühe von letzteren gleichmäßig darauf gegossen, in einem Kranze Stückchen rothe und aelbe Sülze (Aspik) gelegt und als Schluß in der Mitte Sardellenstreifen aufrecht zu einem Reif stellt, in welchen man Kapern füllt. Es soll Alles schön-und mit Gcscbmack verziert sein und ein hübsches Bild gewähren. Z r a z i) . Hierzu fachirt man 1 8-4 Pfund saftiges Rindfleisch undb.alö so viel Kalb- oder Schweinefleisch sehr fein. Läßt etwas Zwiebel in einer Unze Fett gelblick werden, schüttet es in eine Abtreibschüssel. gibt Pfesfer, Gewürz, Macisnuß, Majoran. Salz, und zwei Eier hinein, treibt alles gut durcheinander und gibt das Fleisch nach und nach dazu. Dann treibt man? es auf dem bemehlten Brett zu einem länglichen, etwa einen Drittel ZolT dicken Streifen aus; streicht eine Fülle, bestehend aus: einer in Milch erweichten Semmel, fein gehacktem Speck, Sardellen, Schinken, . etwas rohem Fleisch, grüner Petersilie und einem Ei, alles gut verrührt darauf, rollt es zusammen, zertheilt es in kleine, längliche Portionen, deren Enden man gut vermacht, und dünstet sie auf Speck, gelben Rüben, Zwiebel, Gewürzen und etwas Suppe weich. Seiht den Saft, kocht ihn mit saurem Rahm auf, doch muß er schön lichtbraun sein, richtet di? Zrazy auf ovaler Schüssel an, garnirt mit geschälten, gebratenen Kartoffeln, gibt etwas Saft darüber und servirt den Rest separat. Gugelhopf oder Bundkuchen. Aus 1 1-4 Pfund Mehl, einem halben Quart lauwarmer Milch, worin ein Viertel Pfund Butter zergangen, drei Eiern, zwei Eßlöffel Zucker, etwas Salz und Hefe wird ein Teig tüchtig abgeschlagen und in der Schüfsel zur Wärme gestellt. .Wenn er gegangen ist. klopft man ihn noch einmal und mengt ein Viertel Pfund große Rosinen dar:in. bestreicht die Form gut mit Butter, bestreut sie mit Weißbrodkrumen und füllt Lie Masse ein; nach 1 1-2 stündigem langsamen Ausgehen stellt man ihn in den beißen Ofen; er braucht ungefähr drei Viertelstunden zum Backen. ' Sträußclkuchen. Aus 11-4 Pfund Mehl, etwas Salz. 3 Unzen Butter. 2 Unzen Zucker. Hefe und Milch ein Teig gemacht. Ist er gegangen, so legt man ihn in ein bestrichenes Blech, drückt einen kleinen Rand in die Höhe, läßt ihn wieder gehen, und bestreicht ihn dann mit leicht zerlassener Butter und nachher mit folgender Sträußelmasse: 2 Unzen frisch zerlassen? Butter rührt man schäumig, mischt sodann 2 Unzen feinen Zucker, ebensoviel grob gehackte Mandeln und 2 Unzen feines Mehl gut darunter, bröckelt diese Masse in ganz kleine Theilchen, welche alsdann über den: Kuchen gestreut werden. Er wird darauf in einem mittelheißen Backoferr zu hübscher Farbe gebacken, und naa) dem Abkühlen mit Zucker bestreut. Käsekuchen. Man rührt 3 saure weiße 5!äse in einer Schüsse! recht alatt. nimmt dann 2 bis 3 Ef löffel !nes Mehl, etwas Salz, 3 Unzen zerlassene Butter, ein Viertel Pfund gestoßenen Zucker, etw2s Zimmt, 6 Eier, ein paar Eßlöffel Ro scnwasser. zwei Unzen gewaschene kle: ne und cbenr?diel große Rosinen und ein Viertel Quart süßen ooer sauren Rahm dazu; rührt, wenn der Käse mit dem Mehl, den Eiern und derButter glatt gerührt ist, die übrigen angegebenen' Bestandtheile darunter, füllt es in ein mit Butterteig belegte? Kuchenblech uud backt ihn in frischer Hitze. V V v W U t U 4 j V 4. fc

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