Indiana Tribüne, Volume 18, Number 164, Indianapolis, Marion County, 3 March 1895 — Page 2

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ic ZÄulrcvision. ci O. F. Schmidt.

Ii? Schlappendo:f liegt c Gasthaus zur Goldenen Gans" dem Schulhause gerade gegenüber und so icmmt es denn cU daß der Lehrer Hudler. wenn er die Schlappendorfer Schul-ugend entlassen hat, übe? die Dorfstraße schlendert und sich in der Gans" nach den heißen Sommerschulstunden mit einem Schoppen stärkt, um des Halses Trockenheit zu beseitigen und den lästigen Schulstaub hinunter zu spülen. Herr Hudler ist überhaupt kein Spielverderber und llezeit gern bereit, beim Skat den dritten Mann zu machen. So ein Skat kann mitunter etwas lange daurn. Neulich ist denn auch Herr Hudler bei seinem Herrn Schulinspector ngeklagt worden, daß er alle Tage in fcer goldenen Gan- sitze und dort Kareit spiele bis in die Nacht. Der gestreng: Herr Schulinspector befürchtete ?iun, daß der Unterricht darunter lei btn könnte und beschloß, eine plötzliche Revision der Schlappendorfer Schule vorzunehmen. Eines Morgens also rschien er unerwartet im Schulzimmer, traf aber alles in bester Ordnung und konnte sich über Kenntnisse und Wertigkeiten der kleinen Schlappendorser nur lobend äußern. Aber sein Mißtrauen war einmal wachgerufen. Deshalb nahm er sich vor, bald wieder zu kommen. Es war an einem sehr heißen Augusttage, als der Wagen des Herrn Schulinspectors auf der Dorfstraße in Schlappendorf hielt, aber merkwürdier Weise nicht vor dem Schulhause, sondern einige hundert Schritte davon entfernt. So zwischen elf und zwölf Uhr mochte es sein, gerade in der letzjen Vormittags - Schulstunde, als ier Herr Schulinspector in das weinumrankte Schulhaus eintrat. Schon in der Hausflur vernahm er das leise Summen und Schwirren, das die Nähe vieler Kinder verräth. Er 'Horchte unwillkürlich an der Thüre des Schulzimmers; aber er hörte keine laute Stimme, hörte weder Frage noch 'Antwort, sondern nur jenes gleichmäßige Geräuscb, 'öfters unterbrochen fcon dem Klappern der Tafelstifte und Federkasten. Sollte der Herr Lehre: vielleicht nicht anwesend sein? Der Gestrenge öffnete allmälig und leise die Thüre und übersah alsbald die Situation. Da saß der brave Hudler auf dem Katheder, den Kopf auf die Hände .gestützt, und schlief den sanf,en Schlaf des Gerechten, während die Kinder mit behaglicher Langsamkeit ihre schriftlichen Aufgaben erledigten. Äls einige von ihnen den eintretenden Herrn Schulinspector sahen, wollten sie sich erheben; er aber winkte ihnen zu, sitzen zu bleiben. Still sekte sich ier Herr Schulinspector auf eine Seitenbank und faßte den schlummernden Lehrer iV& Auge, indem er dachte: Jch will ooch einmal sehen, wie lange fcer noch schlafen wird! Jetzt habe ich ja die schönste Gelegenheit,, ihn 'mal ein bischen zu kneifen und ihm sein spätes Sitzen im Wirthshause vorzuhalten." Mit Würde lehnte er sich zurück und schlug die Arme vor der Brust übereinander Er saß im Halbdunkel. Vor einem blendenden Sonnenstrahl, der durch das Weinlaub. welches das Fenster fast verbullte, sich hindurchstahl, schloß er die Augen, als wolle er seine Gedanken so recht innerlich sammeln und schlief in. Nach einige? Zeit erwachte Hudle? und gewahrte zu seinem größten Schrecken den Schulinspector, der aber mit vorniibergebeugtem Kopfe friedlich stille dasaß und nickte. Erschrocken sah Hudler nach seiner Uhr. um festzustellen, wie spät es eigentlich sei und toie lange er ungefähr geschlafen haben mochte. Es war gerade zwölf Uhr. Mit höchster Befriedigung und GeMgthuung nahm Hudler bei einem zweiten Blick auf seinen Vorgesetzten wahr, daß diese? ebenfalls in den Bann eines tiefen Vormittagsschlummers gefallen war, ihm also im schlimmsten Falle nichts vorwerfen konnte. Doch beschloß er, den Gestrengen nicht anzureden und wenn fr gend' möglich gar nicht zu wecken. Den aufmerksam gewordenen Kindern gab er leise das ihnen bekannte Zeichen zum Aufbruch. ?st! pst! auf den Zehen!" Die Kinder verstanden ihn wohl, befolgten seinen Wink so gewissenhaft wie selten, und ohne Gerausch wurde das Klassenzimmer verlassen; Hudler aber klinkte leise die Ähüre hinter sich ein und athmete 'draußen erleichtert auf. Zufrieden mit dem Verlauf der Dinge, gwq er hinüber zur Goldenen Gans", setzte -sich unter die scbattige Linde vor dem Wirthshaus?, bestellte sich einen guten Schoppen, den er sich mit besonderem Behagen schmecken ließ und beobachtete babei fleißig das Schulhaus. Schon schlug die Thurmuhr Eins da 5vurde die Thüre des Schulhauses hastig aufgerissen und heraus trat der gestrenge Herr Schulinspector. sah sich scheu rings um. ging eilig nach seinem Wagen und fuhr schnell davon. Es dauerte dann Jahr und Tag. bis in Schlappendorf wieder einmal Schulrevision war. Ein T r o st. Erster Diener: Ach. wie unglücklich bin ich. daß mein Herr ein Bein verloren hat. Zweiter Diener: Narr, wer wird denn darum weinen, da brauchst Du doch nur einen Stiefel zu putzen! Auf dem Wege der Bes. serung. Wissen Sie. Herr Angler, ich bin mit Ihren Arrangements zur Hochzeit nicht ganz zufrieden, sagt ein Aräutigam zum Haushofmeister. Haushofmeister: Ich bitte vielmals um Aergebung,Herr Graf, das nächste Mal joll Alles besser gemacht werden!

33ic MljncrZagd. Ein: heitere Geschichte von Hermann Ferschke.

Die. Lieutenants von Sommerfeld und von Winterfeld eines brandnburgischen Jnfanterie-Regiments waren intime freunde von Jugend auf. Ihre Eltern waren Gutsnachbarn und sie selbst hatt das Eadettencorps gleichzeitig besucht und später verlassen und waren dann in dasselbe Regiment eingetreten, woselbst sie denn auch in derselben Garnisonstadt standen. Hier nannte man sie die Unzertrennlickzen" und bedauerte es schließlich sehr, als sie eines Tages durch einen -unerwarteten Regimentsbefehl auseinander gerissen wurden. Lieutenant von Sommerfeld wurde nämlich in ein anderes Bataillon nach G. versetzt, während sein freund von Winterfeld bei dem Fü-silier-Vataillon in S. verblieb. Im Grunde genommen war aber diese Trennung für beide Theile sehr gut. Denn trotz ihrer langjährigen Freundschast lebten sie in einem unausgesetzten Krieg miteinander, hänselten sich unausgesetzt und nahmen jede GelegenUll wahr, sich gegenseitig einen Schabernack zu spielen. Wenn das auch ihrer Freundschaft keinen Abbruch that, so lag doch die Gefahr nahe, daß einer vder der anvere die Grenze derartiger Neckereien einmal überschritt und daß 'damit einer alten Kameradschaft ein iunliebsames Ende bereitet werden konnte. So war denn eine räumliche 'Trennung dieser eng befreundeten -Nampfhähne ganz zweckdienlich und crwünscht, und da die beiden Garnison städte G. und S. nur ein kleines Eisenbahnstündchen auseinander lagen, so hatten sie hinreichend Zeit und Gelegenbeit, zusammen zu kommen, wenn es ihnen beliebte. Und trotz der Trennung geschah das letztere ziemlich oft, denn beide waren leidenschaftliche Jäger.verkehrten viel mit den umliegenden GutsBesitzern und begegneten sich dort während der Jagdzeit sehr häufig. In der Nah: von S. hatte sich ein ehemaliger Regimentskamerad, der Premierlieutenant von Schlichting, angekauft, und da derselbe den alten Kameradenkreis nach wie vor frequentirtc, so waren die Herren von Sommerfeld und von Winterfeld sc-v verständlich !n seinem Hause jederzeit gern gesehene Gäste und dies umsomehr, als ihr Beisammensein ?ur Unterhaltung stets ungemein viel beitrug. Die Hühnerjagd war kaum eröffnet, als Herr von Schlichting eines Tages von Herrn von Winterfeld aus S. eine Postkarte erhielt, worin er seinen Besuch mit dem Bemerken anmeldete, er roolle mal so recht von nrnon unter seinen Rebhühnern aufräumen. Das bieß also mit anderen Worten: Diesmal ohne Sommerfeld." Schlauberger," lachte Herr von Schlichting. das geht absolut nicht an; das wäre ja ganz gegen das Herlommen und wo bliebe denn da der Spaß. Sommerfeld muß dabei sein." 1 Er telegraphirte daher schleunig an letzteren nach G.: Morgen Vormittag große Hühnerjagd; Wagen heuteAbend Bahnhof." Da sich die beiden Züge, mit denen die beiden Herren aus S. und G. eintreffen mußten, auf der 'Haltestelle, in deren Nähe das Schlichring'sche Gut lag, kreuzten, so konnte sich der Jagdgeber das Vergnügen nicht versagen, seine beiden Gäste persönlich abzuholen, schon um Zeuge ihrer Ueberraschung zu sein, wenn die beiden freunde so unerwartet und für Win'terfeld jedenfalls unerwünscht auf dem Felde der Ehre zusammentreffen würden. Die Züge hielten, und jedem derselben entstieg ein Jagdzast in completlem Jagdcivil, ausgerüstet nach allen Regeln des edlen Waidw:rks und begleitet von je einem fragwürdigen Kö'ier, dessen Abstammung niemals recht 'beglaubigt festgestellt werden konnte. Als Winterfeld seinen Freund Sommerfeld so unerwartet erblickte, rief er lzöcklichst erstaunt aus: ' Was Teufel, Sommer. Du auch hier? Das ist ja eine ganz unerwartete Freude." Die beiden kürzten nämlich ihre Namen stets ab; der eine nannte den andern Sommer", der andere Winter", andere durften sich das jedoch nicht erlauben. Ja. mein lieber alter Winter, wie Du siehst, bin ich auch da," antwortete Sommerfeld, und ein freudiger Schimmer von Genugthuung und Hoffnung auf irgend einen in Aussicht stehenden Witz flog über sein gebräuntes hübschs Gesicht. Hast Du vielleicht die freundliche Absicht, die Rebhühner allein todtzuschießen? Zuzutrauen wäre es Dir.- ' Natürlich." lachte Winterf-ld selbst'gefällig, habe ich die besten Absichten dazu und Deine Conlurrenz wird mir wenig schaden. . . . Aber sage mal, alter Freund." und hierbei warf er einen malitiös lächelnden Blick auf den Iaqdhund seines Regimentskameraden. Du hast Dir wohl zum Zeitvertreib eine Schäferei angelegt? Wie kommst Du denn auf diese Idee?" Na, was schleppst Du denn den Schäferband da an der Leine mit Dir herum?" Schäferhund? Erlaube mal. alter Junge, das ist ein ausgezeichneter Hührerhi'.nd. steht wie 'ne Mauer und apportirt süperbe; kostet mich runde hundert Mark. Sehe wohl, daß Du davon kein Verständniß hast." Da hast Du Dich wieder mal gründlich anschmieren lassen, mein Sohn, die Töle ist mir für zehn Mark zu theuer; so geht's, wenn man alles verstehen will. die Dummen werden eben nicht alle." Die beiden Freunde hatten sich also kaum gesehen, als auch schon der Krieg zwischen ihnen entbrannte, und da der

beleidigte Hundebesitzer im Jegriff stand, den Tugenden seines Jagdyundes eine längere Lobred: zu halten, s? konnte Herr von Schlichting nichts b:"eres thun, als 4)ie beiden Kampfhähn: mit dem Bemerken in den Wagen zu nöthigen, daß das Abendbrot kalt würde, und daß sie noch Zeit genug hätten, sich gegenseitig zu schrauben. Nichtsdestoweniger konnte er es nicht hindern, daß das Hundethema während der Fahrt noch weiter und crschöpfender verhandelt wurde, und da der Streit immer hitziger wurde und die beiden Freunde nach einer mehr oder weniger langen Trennung so kampfbescelt wie selten erschienen, so stand zu erwarten, daß dieser lustige, Witz- und wortreich: Krieg nicht ohne einen amüsanten Knalleffekt endigen würde.

Das Abendbrot verlief überaus heikr, denn die beiden passionirten Nimrode logen sich dermaßen mit Jagdgeschichten an. daß die übrigen Anwesen den aus dem Lachen gar nicbt heraus !am en. Einer sucht: dabei den andern zu überbieten und schließlich behauptete Sommerfeld allen Ernstes, er kenne einen alten Förster, der nicht allein Treffkugeln zu gießen verstände, sondern auchGewehre beheren könne, sodaß selbst der beste Schütze nicht im Stande wäre.mit eine? so behexten Flinte etwas zu treffen. Heiliger Brahma, der reine unverfälschte Freischütz!" schrie Winterfeld höchlichst belustigt auf. Heinrich mir graut vor Dir! Aber weißt Du, alter Junge, das Gießen der Treffkuein ist famos; laß Dir von Deinem alten Förster um Gottes willen das Recept dazu geben. Du kannst's brauchen. Und was das Behexen der Kugeln anbetrifft, so ist das bei Deiner Platzbüchse überflüssig, denn Du triffst bekanntlich so wie so nichts." Darüber ergrimmte denn der in seiner Jägerreputation Angegriffene über die Maßen und rief: Ich bin zwar kein Freund von Retourkutschen, aber dasselbe könnte man von Dir auch sagen. Uebrigens habe ich die Rezepte für diese beiden Hexereien in der That bereits im Besitz und werde Dir morgen beweisen, daß dem so ist." : Du hast Dich also richtig mW behexten Treffkugeln ausgerüstet?" fragte Winterfeld lachend. Dann sei Gott Deinen Hühnern gnädig, Schlichting." Treffkugeln führe ich leider nicht bei mir. ich hab: das, wie gefagt, nicht nöthig, obaleich ich wohl mal einen Fehlschuß abgeben werde, wie das U auch bei dem besten Schützen einmal passiren kann, aber Dein Gewehr werde ich behexen, mein edler Zeitgenosse, und Du sollst keinen Schwanz treffen, das verspreche ich Dir." Oho," lachte Winterfeld, das wird lustig! Here in drei Teufels Namen so viel Du w'llst, das soll mich wenig genieren aber eine Wette muß dabei sein, sonst fehlt die Pointe." Gut," sagte Sommerfeld, ich bin damit einverstanden; wetten wir um zehn Flaschen Bordeaux, zahlbar acht Tage nach heute, ich behexe Dein Gewehr, und Du triffst nichts, darauf kannst Du Gift nehmen." Die Wette wurde unter großem Jubel der übrigen Anwesenden angenommen und festgestellt und nun trat end lich Waffenstillstand ein, während dessen sich Winterfeld zu den Damen der Gesellschaft begab und den liebenswürdigsten Gesellschafter machte. Was Ihr doch immer für einen Unsinn miteinander loslaßt." sagte Herr von Schlichting zu dem ;urückgebli:benen Sommerfeld, Deine Wette verlierst Du sicher, denn wenn auch Winterfeld gerade kein ausgezeichnete? Schutze nr, ein paar Huhner schießt er doch sicher und mit Deiner angeblichen Hexerei blamirst Du Dich also auf alle Fälle." Abwarten, nur abwart:n, mein verehrter Gönner," cntgegnete Sommerfeld. Xu sollst sehen, er trifft nichts; ich ziehe ihm einfach die Schrote aus seinen Patronen." ' Unsinn!" erwiderte Schlichting. Denkst Du denn, das merkt er nicht? Die Patronen sind dann doch zu leicht und fassen sich hohl an." Donnerwetter, ja, das ist wahr, daran habe ich nicht gedacht. Warte mal, wir machen wir denn das!.... Halt, ich hab's! Du hast doch gewiß RehPosten? Na, siehst Du so geht es vortrefflich Ich lasse das Hühnerschrot herauslaufen und fülle ihm dafür Posten hinein, das merkt er in keinem Fall, und damit trifft er in seinem ganzen Leben kein Rebhuhn, .... das gibt einen Hauptspa." Gesagt, gethan. Ohne Aufsehen zu erregen, nahm er seines Freundes Jagdtasche, welche auf dem Hausflur lzing, begab sich dam:t in das Zimmer des Hausherrn, der ihm eine Portion Rehposten und einen kleinen Bohrer geben mußte, und machte sich nun eifrig an die Arbeit, indem er die Hübnerschrote ausschüttete und sämmtliche Patronen mit Rehposten versah. Als er die Pfropfen wieder einsetzte, war von der ganzen Manipulation auch n:ch! das gering'te zu bemerken. Herr von Schlichting, der Hausherr und Jagdgeb:?, sah dem Beginnen des angeblichen Hexenmeisters lächelnd eine Weile zu und faßte sodann auch seiner seits einen Entschluß. Der perfide Streich Sommerfeld's mißfiel ihm, . beide alte Kameraden waren ihm gleich

lieö ind es that ihm leid, daß dem Herrn von Winterfeld das Jagdvergnügen auf so schnöde Weis: verdorben werden sollte. Er sucht: daher, wähtend Sommerfeld noch fleißig mit der Patronenfälschung beschäftigt war, die Gesellschaft wieoer auf, nahm Winterfeld unbemerkt bei Seite und enthüllte demselben den schwarzen Anschlag seines Jugendfreundes mit dem Bemerken. daß er ihm aus seinem Patronenvorrath den nöthigen Ersatz hergeben werde. ' Man führte damals zumeist Lefaucheuxgewehre, deren Patronen allesammt egal aussahen, weshalb ein Umtausch derselben kaum bemerkt werden konnte. Als Winterseld, der selbst stets bereit war. einen ähnlichen Witz loszulassen, den Anschlag Sommerfeld's erfuhr, lacbte er und sagte: Seh' mal eine? den durchtriebenen Schlaumeier an! Solchen famosen Sireich hätte ich ihm nicht einmal zugetraut, na warte, Bruder, Deine Hexerei wollen wir Dir anstreichen. Deine Patronen brauche ich gar nicht, lieber Schlichting, der Spaß wird viel effektvoller, wenn ich den lieben Sommer in seine eigene Grube hineinfallen lasse ich tausche also ganz einfach seine Patronen mit den mir in die Tasche praktizirten Rehpostenpatronen um. mag er dann morgen sehen, wie er damit fertig wird, und selbst wenn er's merkt,' darf er nichts sagen. Ich möchte schon im Voraus ein Rad vor Freuden schlagen, wenn ich an das ver-

blüffte Gesicht denke, das er morgen bei jedem Fehlschuß machen wird; jedenfalls zibt es einen Hauptspaß und die Wette verliert er natürlich obenein." Als inzwischen Sommerfeld nach vollbrachter Arbeit mit dem harmlosesten Gesicht von der Welt bei der Gesellschaft erschienen war, drückte sich Winterfeld leise bei Seite und nahm den beabsichtigten Patronentausch vor, von dem Sommerfeld natürlich keine Ahnung hatte. Am andern Morgen brach die JagdGesellschaft bald nach dem Kaffee fröhlich und bei schönstem Wet!?r auf; doch noch ehe sie den Wirthschaftshof verließ, fagte Sommerfeld: Ich habe eine Ahnung, daß ich heute eine riesige Menge Hühner schießen werde, das Tragen derselben wird mir an solchen Glückstagcn immer sehr schwer; hast Du nicht einen Kerl, der uns mit einem Sack begleiten kann, lieber Schlichting?" Aha," lachte Winterseld, der Herr Herenmeister hat Ahnungen, gratuliere im Voraus, wünschest Du einen Zwei- oder Dreischeffelsack, mein edler Jugendfreund?" Abwarten, altes Haus, abwarten, ein Zweischeffelsack thut's schon; Du freilich wirst Deine Jagdbeute in der Westentasche nach Hause tragen können." Herr von Schlichting beorderte denn auch richtig einen Tagelöhnerjungen, welcher, mit einem Sack ausgerüstet, 'die Jagdgesellschaft begleiten mußte, und tiun konnte es losgehen. Die Suche begann auf einer hier und da mit niedrigem Buschwerk eingefaßten Wiese, woselbst sich die RebHühner, aus den angrenzenden Kar-toffel-und Klecschlägen wechselnd.vorzugsweise gern aufhielten. Hier sollte das Wild zunächst aufgesucht und dann nach den Feldern hin getrieben werden. woselbst man desselben dann sicher war. Die Schützen zogen sich auseinander, wobei Sommerfeld sich der Nähe des mit dem Sack ausgestatteten Jungen versicherte, .die Hunde voran, fing die Schützenkette an. langsam zu avanciren. Schon nach wenigen Schritten ging unmittelbar vor dem Lieutenant von Sommerfeld ein großes Volk RebHühner auf und schnell bei 'der Hand qab derselbe zweimal darauf Feuer. Wie eine Kartäschladung sausten die Rehposten durch die Luft, von den Hühnern aber war natürlich keins getroffen. Aller Anfang ist schwer, alter Junge," tröstete Winterfeld mit vortreffiich gespielter Theilnahme seinen ob dieses Mißerfolges etwas verblüfften Freund, es ist noch früh am Tage, der Sack wird schon noch voll werden." Zeige nur erst, daß Du es besser Sannst, theurer Winter," cntgegnete Sommerfeld, indem er zwei frische Pafronen einlegte, so was kann dembesien Schützen passiren." Natürlich, zumal wenn er die Treffkugeln zufällig zu Hause gelassen hat." erwiderte Winterfeld lachend. Bald darauf kam denn auch letzterer zum Schuß und das Glück wollte, daß er zum größten Erstaunen seines Freundes zwei Hühner getroffen hatte, welch: die Hunde apportirten. V Christian Lerche, wa! sazste nanu? lachte der glückliche Schütze. Mit Deiner Hexerei ist es Essig, Freund meiner Jugend, und die Wette hast Du obendrein verloren, worüber mir niemal ein Zweifel beigegangen ist August, den Sack her!"

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Da schlage der Deibel drein!" rief

der enttäuschte Jntriguant. Das geht mit rechten Dingen zu. Da es in diesem Jahre Rebhühner in Massen gab, so knatterten dir Schüsse zuweilen wie ein Pelotonfeuer, aber was auch immer der angeführte, arme Sommerfeld für Anstrengungcn machte, das Resultat war stets dasselbe: er traf kein einziZes Huhn, während sein Freund, trotz haufiger Fehlschüsse, schon eine ganz hübsche Anzahl heruntergeholt hatte. Während dieser nun immer lustiger wurde und sich in fortgesetzten Neckereien crschöpfte, wurde jene: immer aufgeregte? und wüthender. von dem Patronentausch war nicht die Rede und dennoch mußte Sommerfeld ahnen, daß Winterfeld hinter seine Schliche gekomcnen sei, wenngleich er sicherlich nicht annahm, daß er der glückliche Besitzer der Re.hpostenpatronen war. Da nun endlich auck der mit dem Frühstückskorb erwartete Bote eintraf, so machte man ein: Pause und lagerte sich in dem Statten einer am Feldrande stehenden alten Eiche. Höre, alter Junge," sagte Winterf:ld im Tone tiefsten Mitgefühls. Du kannst mir wirklich schrecklich leid thun. Ich babe nun wirklich allen Respekt vor Deinen Hexenkünsten bekommen. Du scheinst aber dabei die Gewehre verwechselt zu haben, siehst Du, Du bist so ein alter lieber Freund von mir und ich möchte wirklich nicbt. daß Du an einem so famosen Jagdtage leer ausgingst und als Ferkeljchutze heimkehrtest, thue mir daher den Gefallen und nimm zur Abwechslung mal meinen Schießprügel, ich will versuchen, den Deinigen wieder zu Ehren zu bringen." Weiß die Schwerenoth, was in das alte Scbießeisen gefahren ist," flucht: grimmig der etwas kleinlaut gewordene Sommerfeld, es ist, als ob's nicht sein sollte." Vielleicht wäre es doch wohl gut geWesen, mein Seelenfreund, wenn Du einige Deiner berühmten Treffkugeln mitgebracht hättest. Auch der beste Schütze und zu denen zählst Du doch selbstredend hat manchmal seinen schwarzen Tag. Heute aber thust Du mir doppelt leid, mein alter Junge, einmal weil Du absolut nichts triffst und der Sack ganz umsonst mitgenommen ist und dann, weil ich fürchte, daß die verlorene Wette Dich in Deinen Vermögensverhältnissen ein wenig zurückbringen wird." Hole Dich der Geier mit Deinem Mitleid!" brauste Sommerfeld auf. Die ganz: Geschichte ist mir schleierhaft und unverständlich, namentlich begre:fe :ch nicht, daß Du heute gerade so viel Glück hast." "Glück?" fragte Winterfeld gedehnt und erstaunt. Kann ich nicht cinsehen. ... ich bin einfach ein guter Schutze trotz allerHexerei und Du wirst nun wohl begreifen, daß es mir gegenüber absolut nichts nützt, Deine Freischlltzenkünste anzuwenden Aber nun vorwärts, wir haben noch viel vor uns. Im Ernst, lieber Sommer, nimm mein Gewehr und gieb mir das aus Versehen behexte und selbst wenn ich nun nichts mehr treffen sollte, so opsere ich doch mein Vergnügen gern und je derzeit für das Deinige." Der arme betrogene und für seine Intrigue so schwer bestraste Sommer feld, der noch immer keine Ahnung hatte, daß er die von ihm selbst verfertigten Rehpostenpatronen in die Luft knallte, ging denn auch m semer verzweifelten Stimmung auf den Gewehrtausch ein und da das Frühstück eingenommen war, so ging die Jagd fröhlich weiter. Dem gewissenhaften und wahrheits liebenden Erzähler dieser heiteren und wahrhaftigen Jagdgeschichte bleibt nur noch zu berichten übrig, daß der zweite Theil der Jagd genau so verlief, als der erste. Unser lieber Lieutenant von Sommerfeld knallte mit seinen RehPosten nach wie vor zwischen die RebHühnervölker hinein.und der Tausch des Jagdgewehres hatte nicht den geringsten Erfolg, während Winterfeld mit dem angeblich behexten Gewehre seines Freundes noch verschiedene gute Treffer erzielte, die er selbstverständlich mit zahlreichen Neckereien begleitete und da durch seinen lieben Freund immer wüthender und hitziger machte. Es ist seitens der übrigen Jagdtheilnehmer wohl selten auf einer Jagd so gelacht worden, wie an diesem denkwürdigen Tage, da der Hauptzweck, eine regelrechte Jagd abzuhalten, durch diese fortgesetzten Fehlschüsse und die da durch hervorgerufenen Witzeleien ein ziemlich verfehlter war, so kündigte der Jagdgeber denn auch bald den Schluß mit dem Bemerken an, dan es Ze:t zum cm i t rr r Mittagessen . Die Resultate der Jagd wurden natürlich während des Essens, wie da ja immer Sitte ist, überaus lebhaft besprechen, wöbe: der über seinen unge wöhnlichen. Jagderfolg ganz glückliche Winterseld niazt verfehlte, den ganz niedergeschlagenen und stillaewordenen Sommerfeld in seiner Art nach Krästen zu trösten' Seme Trostesworte aber wirkten bei demselben wie bittere Arznei und er verbat sich dieselben schueklich sehr ernstlich. Höre nun mal endlich auf und sage mir lieber, wo Du Deine Patronen her hast, platzte er endlich heraus; denn daß Winterseld nicht die von ihm fabrizirten Rehpostenpatronen benutzt hatte, war ihm nachgerade langst klar geworden. Nachtigal, ich hör' Dir laufen, aus das Bächlein willst Du saufen!" lachte der Gefragte. Die Frage scheint mir klein für einen, der im Hexen so bewandert ist. meinen Hühncrpatronen roch ich den Teufelszauber an, weshalb ich mir aus Schlichting's Vorrath andere erbat.. Du siehst, das war klug von mir." .Und Deine alten Patronen, was ist

aus denen geworden?" forschte Som-

merfeld. dunkter Ahnung voll, welter. ?Neine alten Patronen?" erwiderte Winterseld mit erzwungenem Ernst. oh. lieber Junge, die scheinst Du heute fröhlich verknallt zu haben." uno ir&T? rrr'Lvftäst . Da muß ja aber der Deibel dreinschlagen!" schrie der angeführte Jntriguant, lief hinaus und brachte eine aus seiner Jagdtasche entnommene Patrone mit. welche er aufschnitt und aus welcher zum höchsten Gaudium sämmtlicker Anwesenden eine Anzahl starker Rehposten auf den Tiich rollten. Weiß Gott, das sind sie und ich Esel ahnte das nicht mal. rief Sommerfeld und mußte schließlich selbst da'rüber lacken. Na. so 'was kraucht im Busch nicht 'rum! zubelt: Winterfeld, nun geht der scbon mit Rehposten aus die Hüh" neriagd! O. Heinrich, was bist Du für ein Kerl und was macht mir Deine Erziehung für Mühe und Noth!" Was sollte Sommerfeld nun bazu sagen? Hatte er doch selbst die beste Ablicht gehabt, seinem Freund densel ben Streich zu spielen und sich dann darüber göttlich zu amüsiren; es blieb ihm daher nichts weiter übrig, als. wie schon so oft, so auch heute, gute Miene zum bösen spiel zu machen. Er lachte daher sHueßlicy und sagte: Warte, lieber Sohn,, ich werde mich schon bei Gelegenheit rcoanchiren." Oh," erwiderte Winterfeld fröhlich und st:eß mit ihm an, davon bin ich völlig überzeugt, aber es soll Dir nicht leicht gemacht werden. Aber eins, lieber Heinz, mußt Du doch endli ein sehen und anerkennen, nämlich, daß Du noch viel zu lernen hast und daß ich Dir doch bedeutend uoer bin. wie On kel Bräsig so schön sagt. Wenn Du mich wieder mal anführen willst, mußt Du entschieden früher aufstehen, aber darum kern: Feindschaft nicht." Bei der darauf in Angriff genommenen kühlen Ananasöowle versöhnten sich denn die beiden ewig kampflustigen Freunde wieder vollständig, und als einer der Anwesenden für das heute aufgeführte Lustspiel den Titel vor schlug: Wer Andern eine Grube gräbt fällt selbst hinein," da lehnte dies Winterseld ab und sagte: Nein, nicht so, wie beide sind alte Freunde und graben uns kein: Gruben, aber wir verstehen Spaß und wenn das heutige Lustspiel doch einen Titel haben soll, so mag er heißen: Was sich siebt, das neckt sich!" Bravo!" rief Herr von Schlichting Das war mir aus der Seele gesprochen und sagen wir mit Moser: Unter Ka meraden ist alles egal!" Im fallenden Schnee. Wald und Flur mit zarter Hülle Deckt der Schnee, der lautlos fällt, -Macht des Lebens reiche Fülle. Macht des Tages Treiben stille. Und entschlummert ruht die Welt. Mit den Flocken senkt sich wieder '. Aus der trauten Kinderzeit Träumerisch Erinnern nieder Alte süße Weihnachtslieder. Kinderglück und Kinderleid. Wie sie taumelnd niederschweöen, Unermüdli. zart und licht, Wird in ihrem Dämmerweben, Unbewußt zum Traum das Leben Und das Träumen zum Gedicht. Betrachtung. Voll socialer Uebel Ist uns're Gegenwart; Das größte dieser Uebel Ist, daß kein Mensch mehr spart. Neue Sprüchwörter. Der Mensch denkt abe nicht immer. Was H ä n s ch e n nicht lern kann er vom Mitschüler abschrei ben. GroßesGlück. Ich hatte heute großes Gluck. In wiefern denn? Ich ging zum Wettrennen und hatte all mein Geld zu Hause in. meinen anderen Beinkleidern! Appell. Prinzipal (zu einem Angestellten): Silberstein, was laufen Se immerfort in's Bureau herum? Se heißen doch nischt Q u e ck silöerstein! Mißverständniß. A.: War der Angeklagte auch gefaßt, wie ihm das Urtheil verkündet wurde? B.: Selbstverständlich war er gesaßt, als ihm das Urtheil verkündet wurde! Das gelöste Problem. Lude (welcher aus einer Destille hinausgeworfen wird). Da wird immer behauptet, daß das Problem des fliegenden Menschen noch lange nicht gelöst sei! Ick behaupte steif und fest, ja! Vor Gericht. Angeklagter: Es ist wahr, ich war in letzter Nacht betrunken, aber ich kann Ihnen auch den Grund erklären, wenn Sie mir ein bischen Zeit lassen wollen! Richter: Gewiß gern, vierzehn Tage! Das S ch l i m m st e. Ja.Nachbar, hab' schon gehört, Ihr habt Eure Frau verloren na, sie war ja schon Jahre lang krank! Ja, ein Schicksal kommt nimmer allein muß mir dazu auch heut' noch mein' einzige Kuh krank werd'n! ...

t i V -r Tj r-a

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Aie Zraucnbewegung. Von Bertha Euttner.

Frei, selbstständig, mild, arbeitsam heiter, unabhängig, wahrhaft, ehren fest, klug, maßig, sittenrein, schonheitsbeflinen, gütig, entschlossen: diese mit noch anderen sind die Eigenschaften. welche der Zukunftsmench wird haben müssen, wenn die Zukunftsgesellschast wirklich jenen Zustand darstellen Wird, den die Denker und Vorausschauer, die Ethiker und Socialresormer anzubahnen sich bemühen. Die heutige Menschheit sowohl die Männer wie die Frauen ist von diesem Ideale noch sehr weit entfernt und das hat hauptsächlich darin seinen Grund, daß man die oben genannten Attribute abgetheilt hat undeineHälfte davon nur der einen Menschheitshälfte, di: andere der anderen als Pflicht zuerkannt hat. während man die den an--geführten Tugenden entgegengesetzten Fehler gleichfalls in Gestalt von Privilegien unter die Geschlechter vertheilte. Die Selbstständigkeit, Arheitsamkeit, Klugheit und Entschlossenheit z. B. haben sich die Männer vorbehalten: die Sittenreinheit. die Milde, die Mäßigkeit hingegen sind allein der Frau (d. h. dem Ideal" der Frau) überantwortet worden und die Menschen beiderlei Geschlechts, die den gegenwärtigen Gesellschaftszustand abaeben. bestehen aus einer Hälfte, bei welcher Rohheit, Grausamkeit, Lüderlichkeit erlaubt und einer anderenHälfte, bei der Unselbst''tändigk::t, Hilflosigkeit. Unwissenheit und Unfreiheit nicht nur erlaubt, sondern gebeten erscheinen: daraus kann natürlich kein Ganzes sich ergeben, in welchem der angestrebte, veredelte, freiheits- und glücksbereicherte Gesellschaftszustand verwirklicht werden wird. Die Frauenfrage ist daher nicht nur durch die Frage: Sollen die Frauen sowerden, wie die Männer sind?", sondern: Sollten alle Menschen bciderlei Geschlechts sich zu einem Ideal hinaufarbeiten und unbehindert hinaufarbeiten können, durch dessen Errcichung die Knechtschaft, der Haß, die Gemeinheit, die Dummheit und die Lasterhaftigkeit aus der menschlichen Gsellschaft ausgerottet würden?" Die Frauenbewegung ist nicht etwa ein Kampf der Frauen gegen die Mänr.??, sie ist eine Evolutionsphase der aufwärts strebenden solidarischen Gesammtmenschheit. Diese will ihre Gc--sammtkräfte anstrengen, um vorwärts zu kommen; sie will, sie darf nicht die Hälfte ihrer Intelligenz, ihrer Er-werbs-und Produktionsfähigkeit, ihrer Talente brach liegen lassen, sie muß will sie die Schwingen reaen, die ihr an den Schultern wachsen die Ketten abstreifen, die sie an den Füßen schleppt. Die Frauenbewegung wird auch nicht so sehr von den Frauen gefordert un , von Männern gehemmt, als es vielleicht den Anschein hat. Sie ist die Angelegenheit der Fortschrittsmenschen überhaupt und wird von allen am Hergebrachten Festhaltenden bekämpft und verhöhnt und gefürchtet einerlei, ob diese männlichen oder weiblichen Geschlechts sind ; naturgemäß ihrer Erziehung wegen sind die Frauen dieser Gattung noch zahlreicher als die Männer. Zwar gibt es auch Fortschrittsleute (ich erinnere nur an Eduard Reich und Strindberg), die von derGleichberechtigung der Frau nichts wissen wollen; diese sind eben in dem, durch daö Gebahren vieler Frauen bekräftigten Vorurtheil von der intellektuellen Minderwertigkeit des Weibes befangen. Im Ganzen sind aber die Kämpfer für Menschenrecht und Freiheit zugleich auch Verfechter der Frauenrechte so sei hier nur an Stuart Mill und Ludwig Bückner erinnerte Die Bewegung wird wohl erst dann an ihr Ziel gelangen, wenn an ihrer Spitze ebenso viele Männer wie Frauen siehen. Ich glaube sogar, daß es faktisch besser wäre, statt immer nur Frauenvereinen" und Frauentagen" die Austragung der Frauensache zu übertragen, diese Aufgabe Vereinen und Congressen zuzuweisen, deren Mitglieder und Vorstände beiden Geschlechtern angehören. Umgekehrt kann ich mir ganz gut einen Frauenverein zur Abwehr der Frauenemancipation denken es sän btn sich sogar massenhaft viele Anhängerinnen dafür. Besonders unter den vornehmen Damen". Jene Vornehmheit in der Gesinnung, die sich in der muthigen Forderung ausspricht: Gerechtigkeit für Alle!" die kennt keine Trennuna nacb Rasse, Klasse, noch Geschlecht. Und He Aristokraten dieser Adelswelt müssen sich zusammenfinden und zusammenthun, gleichviel ob sie ihrer sonstigen Stellung, nach Staatsminister oder Fabrikarbeiterin sind, und so lange nicht ruhen, bis ihre Forderung erfüllt ist. , diese Tienstbotcn Stubenmädchen: Hier sind meine Zeugnisse, Madame." Frau: Bei wem haben Sie zuletzb gedient?" , Mädchen: Ich war die letzten drei. Tage bei Madame De Caramello." Frau: Ah, das ist die kleine Dame mit dem dunklen Teint, den dichten. Augenbrauen und der Unmasse schwarzen Haares, die immer für eine Italicnerin oder Spanierin gehalten wird?"" Mädchen: Ja." Frau: Und warum wurden -Sie dort so schnell wieder entlassen?" Mädchen: Madame De Caramell? sagte, weil ich überhaupt nicht zu gebrauchen sei. Der wirkliche Grund aber war, daß ich mich nicht entschließ ßen konnte, Madame zu rasiren." Des Schlafes Bruder ist der Tod; 'aber er hat auch eine .Schwester, das ist die Fclheit.