Indiana Tribüne, Volume 18, Number 157, Indianapolis, Marion County, 24 February 1895 — Page 6
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xtäoos 28!jcn und Tieftn-Perglei chungen. Die hier beigegebcn? Abbildung soll einige Höhen, bezw. Tiefen, die ein allgemeineres Interesse beanspruchen barsen. zur vergleichenden Darstellung bringen. Von,. -dem Nullpunkte der vertikalen, nach Kilonieter getheilten Skala geht die den Meeresspiegel markirende Horizontale aus. Durch 1 ist die höchste Erhebung der Erdrinde (Himalaja), durch 2 der höchste Berggipfel Europas (Montblanc), durch 3 die größte bekannte Meuestiefe angegeben. Die letztere wurde 1874 im nördlichen Stillen Ocean in der Nähe von Japan mit 8,513 Mir. bestimmt. Sie ist ungefähr 12,4 mal so tief wie dieNordsee bei Nörstrand (Norwegen) oder 26,2 mal so tief wie die Ostsee nordwestlich von 'Lotland. Au allen bis jetzt vorgeiummenen Ticfseemessungen ergibt sich eine durchschnittliche 'Meerestiefe von unzzfZhr 3-J00 Mtr.. während die mittlere Erh:ounz der Continente über fc:n Tl::xt2pti nur erwa 440 Mtr. beträgt. AuI den übrigen bedeutenden Erbnien der Tiesseesoschungen sei hie? nur der Nachweis einer außerordeutlich mächtigen Kaltwasserschicht in den Tiefen deZ Weltmeeres angeführt. vo trurie z. B. im Stillen Ocean die Se.rratu: des Wassers in der Tiefe von Mtr. mit 2,5 3xab C. bestimmt. Die unzeheuere Wassermasse, die noch tiefer liegt (die durchschnittliche Tiefe des Stillen Oceans beträgt S500 Mtr.), ist noch kälter; ihre Tcmperaiu? liegt daher denr Gefrierpunkt sehr nahe. Diese Thatsache sieht in einem interessanten Gegensatze zu der Teniperaturzunahme, die sich sowohl in der 2ltmosphäre als in der festen Erdrinde mit zunehmender Tiefe ergibt. Die niedere Temperatur in höheren Luftschichten äußert sich in verschiedensier Form, am auffälligsten durch die Bedeckung der höchst: Berggipfel mit ewigem Schnee. Die Höhe, in der die Region des ewigen Schnees beginnt, die Schneegrenze, ist äußerst verschieden und nicht nur von der geographischen Brei!?, sondern auch von den klimatischen Verhältnissen abhängig. Die Schneegrenze des NordabhangeS des 'Himalaja (4) liegt 5070 Mtr., die des Südabhanges nur 3930 Mtr. hoch. Die Schneegrenze der Alpen (5) hat eine durchschnittlich: Höhe von 2750 Mtr., während in Nordgrönland (75 Grad n. Je.) der ewig: Schnee schon in 713 Mtr. Höhe, in den Anden von Süd-Amerika "(unter dem Aequator) in 4820 Mtr. Höh: beginnt. Der Einfluß des Klimas auf die Lage der 'Schneegrenze läßt sich allgemein in dem Scch zusarnmenfassen, daß die Schneegrenze bei gleicher geographischer Breite desto tiefer liegt, je mehr sich das Klima durch Feuchtigkeit und GleichmänZzleit auszeichnet. Die niedrig: Temperatur in großen iHöhen der Ätmospbäre muß auch die dort schwebenden Wasscrtheilvchen zu Ei-nadeln e:star:en machen, und so müssen wir denn annehmen, daß insbesondere die höchsten Federroo!:en (Cirrus. 13). die in Höhe von 9000 Mtr. schweben, aus Eisnadeln bestehen. Nähere Aufschlüsse über die Temperaturrerhältnisse in größeren Höhen der Atmosphäre haben vor Allem die wissen'chaftlichen Ballonfahrten erbracht. Gay-Lussac und Viot fanden 1804 in 800 Mtr. Höhe minus 9,5 Grad C., während Barral und Vixio 1850 in der gleichen Höhe minus 40 Grad C. 1 Himalaza (6000 Mtr.). 2 Montblanc (4S10 Mtr.). 3 vrüftt5 MkkreStiefe (8513 Mtr.). in der SiaCe von Jav. 44 6 Schneegren; deZ Himalaja uns der Alpen. 6 Hvibste menschliche Niederlajsuna (JUniier Hanle in Kaschmir). 7 Tiefste Bohrloch (17Cj0 i'itr.) bei Echladebach. 8 dlerflug (00 Mtr.). 9 Vlaislzer'S Ballou (11270 Metr.). 10 Hern'.ite', BevbachtungsbaUon (16.0U0 Mtr . 11 $luc;tat)n des SIKUogr.-Seschosse der rupv'schca L4-(m:r.-Kanone. 12 Fluqbahn im lujueeren töüaint 3 ttictu3 (Fednwolken). t beobachteten. Glaifher fand bei zwei fahrten (1852) das eine Mal in 3580 Mtr. Höhe, das andere Mal in 1300 Mtr. Höhe Plus 2 Grad 6. vor. Bei einer 1864 unternommenen Fahrt war die Temperatur bei 100 Mtr. plus. 7.5 Grad C.. sank bis 1200 Mtr. auf 0 Grad, nahm dann wieder zu, um erst bei 2500 Mtr. wieder auf 0 Grad zu sinken. Im Jahre 1862 wurde Glaisher durch seinen Ballon 11.270 Mtr. kzoch, in die größte von Menschen bis jetzt erreichte Höhe (9), emporgetragen. Das Barometer zeigte 175 Mrntr., das Thermometer minus 24,5 Grad C. Die letztgenannteHöhe wurde bedeutend überschritten durch den ohne menschliche Begleitung aussteigenden, aber mit Negistririnstcumenten ausgerüstetenVeobachtungsballon der Franzosen Herrnite un) Bcsansn. Dieser Ballon (10) erreicht: die Höh; von 16,000 :Jitr.; das Barometer zeigte hie? 103 iJlmix. Die niedrigste Temperatur zeigte das. registrirende Thermometer n 12.500 Mtr. Höhe, nämlich minus 51 Grad C. Darüber hinaus, muß die Temperatur noch abgenommen haben, denn die Aufzeichnungen zeigen eine Nnterörechung,' die nur durch das Gefrieren der Tinte in der Registrirfeder a erklären ist. .In größeren Höhen setzen sich die Aufzeichnungen wieder fort, das Thermometer stieg und zeigt: in 16,000 Mtr. Höhe minus 1 Grad C. Die Unregelmäßigkeiten im Ver-
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kMM l sause der Temperatur, wie sie die vorstehenden Beobachtungen erzeben, sinden ihre Erklärung in einer zweifachen, insbesondere durch die Ballonfahrten von Kremser und v. Siegsfeld (1680 Von Berlin aus unternommen) nachgewiescnei Beeinflussung des Thermometers. Dieses wird nämlich nicht nur durch die Temperatur der umgebenden Luft, sondern auch direct durch die strahlende Wärme der Sonne beeinflußt, und diese letztere, je nach der Bewölkung, dem Einfallswinkel der Strahlen u. dgl. sehr verschiedene Wirkung bringt jene Unregelmäßigkeiten hervor, durch die das Gesetz der Abnahm? der Lufttemperatur mit steigender Höhe so stark verdeckt wird. Daß beim Eindringen in die feste Erdrinde die Temperatur ziemlich gesetzmäßig zunimmt, haben die vielfa chen Messungen in Bergwerkschächten und in den Bohrlöchern gezeigt, deren tiefstes, das von Schladebach in der Provinz Sachsen, in unserer Tafel bei 7 dargestellt ist. In diesem 1750 Mtr. tiefen Bohrlochs fand man in 1716 Mtr. Tiefe plus 53,5 Grad C., die höchste, bis dahin im Erdinnern beobachtete Tnnperatur. Zur Bergleichung seien noch die Bohrlöcher von Lieth bei Altona (1338 Mtr.), Eu bei Staßfurt (1293 Mtr.), Sperenbcrg südlich von Berlin (1273 Mtr.) und der tiefste Verwerksschacht, der Adalbertschach! in Przibram (übe? 1070 Mtr. tief), angeführt. In unserer Höhenvergleichungstafel finden wir neben den schon besprochenen Daten auch noch dir höchste menschliche Niederlassung, das von einigen Häusern umgebene buddhistische Kloster Hanle (6) in der Landschaft Ladak (Kaschmir), und die größte Höhe, die der Flug des CondorZ (8) erreicht, angegeben. Die mit 11 die nach den Sch! pen festgestellte wirkliche Flugbahn Geschosses einer Krupp'schen 24-Cmt?.-Küstenkanone dar, während durch 12 die theoretische Flugbahn angedeutet ist, die sich unter sonst ungeänderten Verhältnissen im luftleeren Raume ergeben würde. Durch den Luftwidersbnd wird die Flugweite auf 47,93 Proc., die Flughöhe auf 64,92 Proc. ihres theoretischen Werthes herabzedrückt. Diese höchst bedeutende Wirkung de Luftwiderstandes findet ihre Ergänzung in der Verminderung der Geschoßgeschwindigkeit, die z. B. bei den Geschossen der deutschen Feldgeschütze bei 5000 Mtr. Flugweite uf 43 Proc. ihres theoretifchen Werthes sinkt. Von der für die Wirkung des Geschosses maßgebenden lebendigen Kraft desselben werden demnach nicht weniger als 81.51 Proc. durch den Luftwiderstand aufgezehrt. Dieselbe mildernde Wirkung, die der Luftwiderstand den Werkzeugen menschlicher Zerstörungskunst entgegensetzt, übt er auch gegenüber jenen kleinen, aber zahllosen Proiectilen aus, die sich in einem Hagelschlage zerstörend gegen die mühevollen Schöpfungen der Menschenhand entladen. Von welch' außerordentlicher Bedeutung dies ist, ergibt sich aus der Ueberlegung, daß der Arbeitswerth, der dem Zerstörungswerke zur Verfügung steht, schon auf ei?. Viertel sinkt, wenn die Geschwindigkeit der Hagelkörncr nur auf die Hälfte herabgesetzt wird. Der galante Schu st erjunge. Dame (die ihren Hund mit der Haid züchtigi): .Wart' Leo dir werd' ich kommen!" Junge: Aber. Fräulein, det schmeichelt ja nur dem Vieh!" Moderne Dressur. Egoistisches Mitleid.. Mama, wie mich der arme PeanutMann dauert! Sieh' nur wie er friert! . . . Bitte, gib mir 5 Cts. ich möchte ihm was zu verdienen geben!" Schwere Kost. Sie: Da .kommt der Tramp wieder, dem ich gestern einige Biscuits gegeben habe." Er: Unmöglich! ' Es muß sein Geist sein." Der Boß". Ellen: Du bist also verheirathet. Mary?" Mary (betrübt): , Ja." Ellen: Bist nun Deine eigene Herrin?" Mary (mit einem Seufzer): Meine eigene Herrin? Ich bin mehr Sklavin als Herrin." Ellen: Was? Jsk Dein Gatte ein Tyrann?" Mary: O, er ist ein Engel. Aber ich hab: ein Dienstmädchen ..." . , ' .
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VpulenlMttrr. Die Anfertigung des Spulenh'älters geschieht folgenderweis:: Man schneidet nach Figur 1 (dreimal so groß) zwei, nach Figur 2 mit derselben Vergröße rung sechs Kartonstücke, die genau auseinander passen müssen, damit sich beim späterenZusammennähen keine Schwie rigkeiten ergeben. Das eine der größeren Kartonstücke (für den Boden bestimmt) wird mit einem schwarzen
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Spulenhälter. Seidenfleckchcn bespannt, das rings herum um einen Eentimeter breiter gelassen werden muß, als der Karton; dabei bestreicht man den die Ränder des Kartons überragenden Stofftheil mit flüssigem Gummi und schlägt ihn auf die Rückseite um, so daß der Seidenstoff vollkommen gespannt aus dem Karton liegt. Die kleinen sechs Kartonstücke (die Seitenwände) werden aus gleiche Weise mit Seidenfleckchen bespannt, je drei von gleicher Farbe. Ist dies geschehen, so bildet man den Deckel des Spulcnhälters. In die Mitte des für den Deckel bestimmten Kartons wird ein Lllckchen gestochen;- ebenso in tas bunte, zu seinem Ueberzuge bestimmte Mdenfleckchen. Durch das Lückchen ist ein Messingstäbchen (zum Halten des Fingerhutes bestimmt) geragt. Der Deckel ist. bevor er mit Seidenstoff bespannt wird, zwei Centimeter hoch mit Watte zu belegen, und zwar so, daß sich die Watte nach den Figur 1. Figur 2. Enden hin so abrundet, daß man eine Wölbung des Deckels erzielt, wenn ieser mit dem Stoffe bespannt ist. Jetzt ist das Seidenfleckchen aufzukleben, nachdem es von dem Messingstäbchen durchstochen wurde. Man verfährt dabei, toi bei den anderen Kartonstücken. Hat mui alle Kartons überzogen, so biegt man die kleinen nach der an Figur 2 vunktirten Linie um und näht sie an ihren Längenseiten an den Boden mit feinen Stichen an. Sind alle sechs Kartons mit dem Boden verbunden, so werden die aufeinanderliegenden Schmalseiten der kleinen Stücke Stücke aneinandergenäht. Damit die Stiche nicht allzu sichtbar sind, legt man beim Zusammennähen ein dünnes Goldschnitrchen ein und näht mit gelder Side darüber. Das Kissen, das noch ohne Deckel ist, wird jetzt mit Sägespänen gefüllt; damit eS schwerer wird, gibt man einige Bleikn'öpfe hinein. An den Deckel sind' von der Mitte aus, wie an der Abbildung ersichtlich, Goldschnüre anzubringen. Die Ansatznaht des Deckels verbirgt eine Goldschnür. Durch die umgebogenen Ecken der kleinen Stücke sind- Löcher zu sie--chen; ein dünnes Seidenschnürchen, auf das die Spulen gefädelt werden, ist. wie an der Abbildung ersichtlich, straff zu spannen und zu knüpfen. Keine Bangö" mehr. In der Haartracht der Frauen und Mädchen ist eine wichtige Veränderung eingetreten. Die Bangs" oder Iteau Catchers" welche so lange Jahre bevorzugt wurden, müssen jetzt von der Bildfläche zurücktreten, sie sind nicht mehr modern. Man theilt das Haar wieder in der Mitte und bringt einige kleine Zierrathen an, welche Puffs" heißen. Unser Bild zeigt eine solche hochmoderne Haartracht. An jeder Seite des Scheitels wird ein zierlicher Puff" gemacht, welcher von ganz kleinen Kämmen gehalten wird. Die durch den Scheitel in der Mitte getheilten Haare werden gewellt getragen. Die Mode ist insofern eine vernünftige, als man in Folge dessen wieder etwas von den Stirnen schöner Frauen sehen wird. Der ängstliche Bauer. Arzt: Was muß ich sehen? Sie lassen Ihre Schweine in die Krankenstube?" Bauer: Ja. glauben S', 5err Doktor, daß i die Säu' anstecken könnt'?" Mo d e r n. Ist es wahr, was man allgemein behauptet: Frau Grasin wollen sich von Ihrem Gatten scheiden lassen?! Allerdings
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. . . aber wir haben uns für Lieuhnant mit einer Patrouille beaufspäter schon wieder daö wat worden. Einer der Soldaten
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Die meTikanische Armee. Wie in unserem Lande, so bildet in der mexikanischen Republik die Armee im Frieden nur den Rahmen für ein im Kriegsfalle denselben rasch ausfüllendes Heer, wozu geeignetes Material in großen Massen vorhanden ist. Nach der von dem Präsidenten Diaz unter bedeutenden Schwierigkeiten bewirkten Organisation besteht die Armee aus drei Theilen: dem stehenden Heere, er Reserve dieses stehenden Heeres und der allgemeinen Reserve, welcke drei Haupttheile eine Gesammtstärke von 1.60.000 Mann haben; davon kommen auf die Infanterie 130.000 Mann, die Kavallerie 26.000. die Artillerie und Genietruppen 4000 Mann. Die Friedensstärke des bestehenden Heeres beträgt 26,000 Mann Jnfanterie. 8000 Mann Kavallerie und 6000 Mann Artillerie. Genietruppen, Generalstab, Militärärzte, Militärschulen und Werkstätten zur Anfertiaung von Kriegsmaterial. Das Heer ist im Frieden in elf Militärdeparkments eingetheilt. Die im Dienst befindliche Feldartillerie zählt 40 Geschütze kleinen Kalibers (80 mm), wozu noch eine Anzahl alter Bronzegeschütze für die Reserve kommen. Zur Bespannung der Geschütz: werden Maulesel verwendet, welche in dem heißen Klima und bei dem oft sehr schwierigen Terrain sich besser bewähren als Pferde; die Artilleristen sind mit Remingtongewehren ausgerüstet.
, ,A. Infanterie auf dem Marsche. tn; ie aus dem eigenen Lande beschassten Pferde der Kavallerie sind zwar klein, aber außerordentlich ausdauernd und zähe., gerade wie ihre Reiter sehr genügsam, was Futter und Pflege anbelangt. Die Eavalleristen führen außer dem Säbel den Remingtonkarabiner. Die Officiere sind .durchweg mit vortrefflichen, schönen Pferden beritten. Die Infanterie war bis jekt mit Remingtonbüchsen bewaffnet, doch wird sie binnen kurzem einen selbstthätigen Hinterlader erhalten, den ein mexikanischer Jngenieurofficier erfunden hat und der bereits zu Mexiko in der GeWehrfabrik der Regierung angefertigt wird. Sämmtliche Ausrüstungsgegenstände für die Armee werden überhauvt im Lande selbst angefertigt; in der, Nationalgießerei zu Ehapultepec werden die Kanonenrohre gegossen, in der dortiqen großen Pulvermühle die ganz: Munition angefertigt. Laut den Bestimmungen der Eonstitution vom Jahre 1857 ist der Präsident der Republik Oberbefehlshaber der Armee; als Kriegsminister fungirt ein Divistonsgeneral außerdem befehligen 5 Divisions- und 22 Brigadegenerale die verschiedenen Abtheilungen des stehenden Heeres, während 5 Divisions- und 16 Brigadegenerale für die Armeereserve bestimmt sind. Ueber ein Drittel des ganzen Officiercorps ist in dem 'Militärcollege von Ehavultepec ausgebildet worden, in welchem 300 Eadeüen ihre militärische Erziehung erhalten, von denen 60 in jedem Jahre als Officiere in das Heer eintreten. Diese Militärschule. welche eine ruhmvolle Geschichte hat, ist ganz ähnlich eingerichtet wie die zu WestPoint und kann mit den besten Eadettenschulen den Vergleich aushalten. Die Eadetten- werden zum größten Theile aus den oberen Klassen der mexikanischen Gesellschaft ausgewählt, doch sieht man auch nicht wenige braune Gesichter unter den Zöglingen, die Söhnen von Indianern angehören; war ja der Präsident Juarez ebenfalls ein Vollblutindianer. Auch im Officiercorps bemerkt man zahlreiche' Indianer und von solchen abstammende Männer. Die Rekrutirung der Armee geschieh! durch Anwerbung auf eine bestimmte Reihe von Jahren. Früher, zur Zeit der häufigen Bürgerkriege, hatte man vielfach Verbrecher und Sträflinge in die Regimenter gesteckt, doch geschieht dieses seit dem Jahre 1883 nicht mehr. Unter diesen angeworbenen Leuten herrscht eine starke Neigung, zu desertiren. und da das gewöhnliche Volk fast jeden Deserteur unterstützt und ihm zur Flucht behilflich ist, so gehören Desertionen, namentlich aus den kleineren Garnisonen im Lande, nicht zu den Seltenheiten. Auf der Suche nach einem Deserteur. Unser Bildchen bringt eine Scene zur Veranschaulichung, die vor kurzem in ' der Nähe der Hauptstadt Mexiko sich ereignet hat. Von einem Jnfanteriebataillon war ein Soldat desertirt m;t dessen infanaen im iunatr j hatte erfahren, kch der Deserteur, .sich
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in einem Vauernhause verborgen halte; als der Officier nun der bereits befahrten Bauersfrau au den Kopf zusagte, sie halte einen Deserteur in ihrem Hause verborgen, wurde dieselbe so wüthend, daß sie über den armen Lieutenant hersiel, ihm das Gesichi zerkratzte und mit den Fäusten seinen Kopf bearbeitete, bis die Soldaten den Aermsten aus den Händen der Furie befreiten, gegen welche er vollständig wehrlos war. Er mußte ohne den Deserteur abziehen. Die Jnterimsuniform der Jnsanteristen ist zwar praktisch und dem beißen Klima angemessen, aber nichts wcNiger als kleidsam. Sie besteht aus einer braunleinenen Bluse und öose, einer leichten Tuchmütze nach französischem Muster und Sandalen. Diese Sandalen sind die bequemste und praktischste Fußbekleidung, die es in einem so heißen und gebirgigen Lande mit oft sehr rauhen Wegen nur gebn kann. Die Paradeuniform dagegen ist recht hübsch. Ein Waffcnrock aus blauem -Tuch mit zwei Reihen Knöpfen, ahnlich dem der würtiembergischen Jnfanterie. eine Hose aus demselben Stoffe mit hellem Paffepoil. Led:rscl'"s,e und ein Käppi mit weißem Tuch oder Stoss Überzogt. Die Soldaten der Fus;truppen sind aus Märschen auß:rg:N)öhnlich sckwcr bepackt und zwar mit dem Tornister, oben aufgeschnallten Mantel. Munition. Schanzzeug und Proviant. De: letztere besteht freilich nur aus Bohnen und etwas Speck. Eine Eigenthümlichkeit bei de? mexikanischen Armee ist noch, daß bei Mär schen die Weiber und Kinder der Soldaten den Truppenabtheilunaen folgen, fo daß ein Lager oder Vivouac einen außerordentlich bunten und belebten Anblick gewahrt. Eine andere besondere Einrichtung sind die Späher oder Kundschafter, von denen jedes Regiment eine Anzahl besikt. Dieselben sind nicht uniformirt, sondern tragen die Kleidung der Land-
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Späher. bewohner mit dem großen Sombrero; sie sind beritten und mit Säbel und Karabiner bewaffnet, re Aufgabe ist,, in bedeutender Entfernung vor einem marschirenden Truvvencorps das Terrain und die Stellun- des Feindes zu rekogrsziren. Einen wichtigen Theil der Armee bildet die 'Gendarmecie. Unter Santa Anna hießen die Leute dieses Corps Cuerados" und waren nicht viel besser wie Straßen räuber. namentlich während der Bürgerkriege; jetzt sind sie durch Präsident Diaz vollständig disziplinirt und bilden eine vortreffliche Polizeitruppe in der Stärke von 4000 Mann, die für die Sicherheit auf den Landstraßen und in den Bergen Sorge trägt. Ein ebenfalls militärisch organistrtes Eorps ist das der ContraresJuardos oder Zollwächter, das an der n'ördlichen und nordöstlichen Grenze de? Republik stationirt ist Hyperbel. Aeh, schon das zweite Haar! ner. Suppe auskämmen!" KellEchtes Feuer rechte Liebe. Gießt Meere in Vulkanes Schlund Ihr löscht die Flammen nimmer. ' Zerreißt das Herz mir bis zum Grud, Die Liebe bleibt doch immer. Das ist ein echtes Feuer, Das aus der Erde brennt. Das ist die rechte Liebe. Die keine Grenzen kennt. , Boshaft. Schwiegermutter: . . .Ich muß einen zuverlässigen Menschen um mich haben, der für mich durch' Feuer geht!" Schwiegerfohn: Da kann ich Ihnen den. Fritz" empfehlen der holt Sie aus der Hölle wieder heraus!" Empfindlich. A: Ist Ihnen das noch nicht aufgefallen in allen- Vorträgen des Professors Schreier bemerken Sie den rothen Faden, der... Ein Zuhörer (rothhaariger Jüngling, sich umwendend): Meinen Sie etwa l$r
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Ein zvohlthätcr Der Menschheit.
Sir Joseph Liste?, der Entdecker der modernen Wundbehandlung, gedenkt sich in's Privatleben zurückzuziehen. und die wenigen Tage, d:e ihm noch veschieden sind, in Ruhe zu genießen. Die Aerzte der ganzen Welt wollen dem berühmten College bei dieser Gelegenheit eine Ehrenbezeugung darorinSir Joseph Lister. i rt.imi M,ns.55?it snTYfi i?m gen. daran betheiligen, denn sie ist ihm zu JJV...J 7 ' ! - 7 unbezahlbaremTank verpflichtet. Durch Lister's Entdeckung lind Tausende und Abertausende vom Tode errettet worden. Lisier hat mehr als zeder Andere dazu beigetragen, die Schrecken des Krieges zu mildern. Fürstliche Radfahrer. Der Radfahrsport gewinnt immer mchrFreunde und unter denStahlroßDragoner" befinden sich nicht wenige fürstliche Personen. Der zunge Zar Nikolaus II. huldigt diesem Sport Georg von Eriechenlanb S!i?olauZ II. mit großem Eifer und hat er in den Prinzen Georg von Griechenland, Nikolaus von Griechenland und Karl von Dänemark Genossen, welche ihm im Radeln wenig nachstehen. Nikolaus v. Griechenland. Karl v. Dänemark. Illustration zu deutschen Klassikern. W mtuJi wird er an's Kreuz geschlagen !' Die Xantippe. Deine Frau zupst Dir auch wohl Morgens die weißen Haare au? dem Bart?" O ja. sie faßt aber gewöhnlich auch andere mit!" Unter Freundinnen. May: Du haft Dich gestern Abend von Mr. Clinker küssen lassen?" Maud: .a. Woher weißt L)u denn das?" May: Er bat mich heute, es ihm zu vergeben." Der zukünftige Sct. Georg. Pfarrer: Run, mein lieber Georg, hast Du Dir denn schon recht Mühe gegeben, dem Beispiele Deines Namenspatrones nachzufolgen? Das war ein großer Held, ein tapferer Ritter, der glänzende Beweise seines hohen Muthes gegeben und sogar Dra chen getodtet hat!.' Georg (verlegen): Drachen hao tey noch xcinc um'bracht (siegesbewußt) aber lMailafer!
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Aielchaverüiealer. Nach dem Ungarischen deS Victor NakozS.
Draußen im Extravillan wo die Menschen besser sind und die Weine 'schlechter, im Gasthausgarten unseres Mitbürgers Slezak. richtete si der 'Selbstbildungs- und Leichenbestab-tungS-Verein der Schornsteinfegerqehilfen" zu einer Dilettanten-Vor-stellung. Von mir, der ich stets im .schwarzen Salonrocke einherging, setzäcn die Schornsteinfeger voraus, daß ich mit den schwarzen Farben sym'pathisire und somir auch mit ihrem Handwerke. Demzufolge ersuchten sie mich, ihnen ein passendes Theaterstück zu empfehlen. Ich empfahl ihnen das Volksstück: Der Dorflump". Hierauf gingen sie einen Schritt weiter und ersuchten mich, die Regie zu übernehmen. Ich übernahm sie. Run faßten sie Muth un, ersuten mich, die Rolle des Liebhabers Göndör" selbst zu spielen. Auch das saqte ich. U. So trat ich mit den' Schornsteinfegern in nähere Verbindung und so ach! lernte ich Röschen, des Schornsteinfegers weiß? Töchierchen Zennen, welches die Rse der Terka" inns hatte. Röschen war schön wie ein Engel und dumm wie eine Gans. Ihr goldblondes Haar reichte ihr bis an die Fußknöcheln, ihre Dummheit bis an die Wolken. Ich, natürlich, sah im ersten Augenblicke nur ihre Schönheit. Im erwähnten Volks stücke ist Göndör in Terka rasend verliebt, die aber diese Lieb: nicht erwidert. Das liebe Kind nun, der Engel, der die Terka gab, glaubte daraus folgern zu sollen. dak es auch im bürgerlichen Leben ihre Pflicht sei. mir gegenüber die entschiedenste Abneigung an denQag zu legen. Meine schönsten Phrasen, meine ihr während der Proben in's Ohr geslüsterten süßesten Betheuerungen übten; keine Wirkung auf sie. .Mit der vollendeten Kaltblütigkeit aß sie dabei unausgesetzt ihren gerösteten Kukuruz, den ihr ein Schornstein-feger-Eehilfe zu jeder Probe in einer galant dargereichten Düte brachte. Wir hielten die Generalprobe und ich beendete eben die Raufscene in de? Schön ke, als sich eine schwere Hand auf meine Schulter legt und der Besitzer dieser schweren Hand solchermaßen zu mir bricht: Herr Gondor, ich höre, daß Sie sich um mein: Tochter herumschleichen. Und welches wäre Ihre Tochter?" fragte ich, obgleich ich sofort wußte, wessen Vater mir gegenüberstand. Meine Tochter ist die Rose, die Terka". Was, Freundchen, ein schönes Mädel?" Ein sehr schönes . . stotterte ich. Nur geben wir sie keinem weißen Menschen. Ein Schornsieinfec.r -wird ihr Mann sein. Denn wir, Freund, stammen aus einer altehrwür?icren Schornsteinfeger - Familie. Unzere Ahnen fegten schon zur Zeit der Mo-Hacser-Schlacht Schornsteine." Gestatten Sie, mein Herr," antwortete ich, nachdem ich mich ein. bischen erholt hatte das ist doch Zein Verdienst. Während Andere blu teten, fegten Sie . . ." Dummes Geschwätz. Es kann doch nicht Jede: bluten! Wohin wäre darn? das Land gekommen?" Aber es kann auch nichtJeder fegen. Ich, beispielsweise, ich werde niemals einen Schornstein fegen. Ucbrigens kenn:.-. Sie das Gesetz der Vererbung?" Nein." Ich kenn' es auch nicht. So viel aber weiß ich, daß auch eine Familie nicht ungestraft durch ganze Generationen hindurch Schornsteine fegen könne und es ist meine heilige Ueberzeugung, daß dereinst" Ihre Enkel als nachtrabenschwarze Reger zur Welt kommen." Mein Stichwort fiel und ich ließ den Alten dort. Als ich wieder zurückkam, nahm er mich auf die Seite und sagte mir mit einer gewissen Unruhe: Ich befragte meinen Gevatter der Bezirksvorstand ist, ob er nicht vielleicht das Gesetz der Vererbung kenne. Er sagte, daß er es kenne; der Reichstag brachte es im verwichenen Früh zahre ein, und wer dawiderhandelt, wird mit bis dreijährigem Zuchthaus bestraft. Ich danke Ihnen tfür die freundliche Aufklärung. Aber auf meine Tochter machen Sis sich keine Hoffnungen." Mit einem warmen Händedruck ließ er mich stehen. Nach einigen Minuten trat der Kerl zu mir, deV-Nose mit geröstetem Kukukruz zu nähren pflegte, und sprach: Schönen Gruß von Herrn Kneshuber Danke schön. Wer ist das?" Rosas Vater." Und wer sind Sie?" Ich bin Herrn K-rieshuber's erster Gehilfe. Herr Kieshuber läßt Sie schön grüßen und Ihnen sagen, daß er Ihnen, wenn Sie noch' einmal seine Tochter ansprechen, das Genick umdreht." ...Und da soll Einer Lust haben, Schornsteinfeger-Gehilfen in das Geheimniß des' Liebhaber-Theaterspiels einzuweihen und Schornsteinfegermeister in das Gesetz der Vererbung! . Beweis. Was ist ein geschieden und wieder verheiratete? Ehemann?" Nichts, denn er hat bereits zwei bessere Hälften!" Stilgerecht. Bankier (Parvenu): Da stell' ich Dir meinen Sohn Günther vor..." Freund: Günther? Wie kommt er zu dem Namen? Ich erinnere mich, daß er früher anders geheißen... Bankier: Ja, Ephraim, aber Gunter paßt beffer zu die Möbel."
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