Indiana Tribüne, Volume 18, Number 150, Indianapolis, Marion County, 17 February 1895 — Page 4

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Jndiaua Tribüne. Erscheint Täglich und onntagS. Die tZzliche .Tribüne- kostet durch den Träger MM rr a . crr --X, - vi ftHMNtAül V r K u ucuie f ci jluulmc vc cuuihuv'.hvuih Cent! per Wocke. Beide zusammen IS SentS oder Cents per Monat. Per Post außerhalb der Ck 9 fr 1. BAwAIlKtAVlf MA G Vt V gUCJUflfafc T W l UMVV0HVNH)f V f V Jahr. ffUr 18 Süd Alabama Straße. Indianapolis, 3nd., 17 Februar 1895 Söiiiiliip - pitoi. Die Gesellschaft" hat einen Zirkuö gehabt. Die Gesellschaft" ist zwar selbst ein ZirkuS, in dem so Mancher vom Eaule stürzt, aber sie weiß nicht, daß sie ein ZirkuS ist. Wenn sie eö Küßte, verlöre sie vielleicht den Eeschmack an sich selbst. Wie gewöhnlich, so theilten auch hier die Zeitungen in ihren' Berichten über die erste Vorstellung mit. tottti war. DaS freute die Genannten riesig, denn eS ist doch immerhin etwas, zur Gesellschaft" zu gehören. Wenn z B. Herr und Frau Schnada hupferle so ihren Namen in der Zeitunp lesen, dann hupserlt ihnen da? Herz vor Freude, daß sie so prominente Leute sind. Aber daS Journal" , hat eS nocb Bettet gebracht. CS nannte narnliö auch Solche, die nicht da waren. ES theilte mit, daß der Herr Harrison, unser viilgeliebter Monarch, wollten sa. gen (rvräsi.-ent, nicht da war, und daß Frau.McKee die Familie vertrat, so ttaa in dem Sinne, in dem Seine Majestät der Kaiser oder König Soundoso sich vertreten läßt. Eine Majestätöbeleidigung, wie die, daß das Journal" befürchten könnte, daß man den r" nicht mehr zur Society zählt, werdeich mir natürlich nicht zuLchulden kommen lassen, aber daß auch .in der

. Republik eine Art ByzantiSmuS sich . breit machen kann, daS vage ich doch zu sagen. DaS Journal" scheint übrigens in der höfischen Sprache doch noch nicht so ganz bewandert zu sein, sonst hätte eS etwa Folgendes geschrieben : Die Gesellschaft" vermiß'e mit großem Bedauern unter den Anwesenden den all. verehrten, ehemaligen Prafiden'en weiland Srcellenz Herrn Harrison, und alS eS kund wu de, daß ein leichtes Un Wohlsein ihn abhielt, trat große Be-

sorgniß wegen seine? BesindenS ein.

Wir können jedoch zur Beruhigung deö Volkes und der Gesellschaft" mitlheilen, daß der hochverehrte Herr wieder hergestellt ist, und eS sehr gnädig bemerkt hat, daß man seiner in solch anhänglicher Weise gedachte. Die bekannte Schauspielerin Julia Marlowe hat gegen daS hiesige Journal im Bundesgericht durch den Addo katen Swift eine Schadenersahklage wegen Verleumdung eingereicht. Daß Journal hatte nämlich, als die Marloae austrat geschrieben, daß ihre Eesellschaft auS lauter Lenten bestehe, welche an guten Theatern höchstens An melderollen spielen könnten. Darüber ist die Künstlerin so entrüstet, daß sie eine Klage einreichte. Ländlich, sittlich! In Deütscdland würde eine solche Klage den Schauspieler dem Gespötte der ganzen Welt aussetzen und unmöglil machen. Ich habe die Künstlerin nickt einmal im Verdacht, daß sie wirklich daö Necht bu Kritik beeinträchtigen .will. Ich glaube, sie will bloß von sich reden machen. Reklame muß sein, w. r .denn daS Klappern gehört zum Hand verk, leider auch zu dem, was man hier so gewöhnlich Kunst nennt. Herr Swift soll sich nur gut bezahlen lassen von der . beleidigten Künstlerin, denn man setzt ..seine, Reputation als Advokat aufs ?f. roenii man eine solche Klage einr; rinzt. ' vu?ohl ich zur Zeit nicht im Theater war. bin ich doch überzeugt, daß das ... Journal" R.cht gehabt hat. Ich gehe übnhaupt nicht ins englische Theater. Ich 'kann mich kaum einer Vorstellung ' erinnern, welche daS feinere Gefühl oder daS bessere Verständniß nicht belerdigt hätte. DaS englische Theater bittet nlchtj als Schund,, elenden Schund, abgesehen natürlich ösi den .. .. venigen klassischen Stücken, welche die englische Bühne hat. Was bleibt denn von bühnenfähigen Stücken noch diel übrig, wenn lnan Shakespeare ab zieht 5 WaS da heutzutage auf der -. -englischen Bühne aufgeführt wird, daS ". ist meistens geradezu entsetzUche Sen- - sation, denkbar derbste Komik pttt gräuliche haarsträubende Schauer, szenen, die sie Realistik nennen. Man uß schon froh sein, venn bloß ein halbes Dutzend Menschen abgemurkst toerden, mft sind eS mehr. Ohne Revolver geht eS -niemals äb, und wenn der gute Geschmack nicht durch Scheußlicheres beleidigt wird, etwa dadurch, daß ein Mensch von einem Lisenbahnzug überfahren wird oder

von einer Sage durchschallen Verben soll, wobei dann natürlich im letzten der deus es rnachina eine wunderbare Rettung vollbringt, dann gehtö noch gelinde ab. Und wenn einmal ein star kommt, dann ist meist die' Gesellschaft Schund. Dann sind eö wirklich meist Leute, welche hurn Anmelderollen spielen können. Und daö erstens deshalb, weil solche Leute nicht viel kosten und zweitens, weil dann der star um so Heller zu glänzen vermeint. DaS englische Theater steht wirklich noch auf einer so niedrigen Stuf-, daß der Mensch, der Geschmack und KunstVerständniß hat, ihm sorgfältig auS dem Wege geht. Der Plauderer.

Auserftanden. Frei nach dem FranzSsischen. ... Ein behagliches 'Rauchzimmer ln einem hübschen Häuschen der VlllenKolonie Grunewald. Botho von Lindheim, vierzig Jahre alt,' Natttiche Figur, elegant angezogen,' ist eben .von einem Morgenspazierritt zurückgekehrt. Auf dem Tisch liegen die Briefe, die Ux Briefträger gebracht hat. Botho schiebt das Häufchen mit den Fingkrn auseinander, um die Handschriften der Adressen zu erkennen. - Plötzlich wird er leichenblaß, greift nach einem der Couverte und betrachtet es mit dem Ausdruck wahren Entsetzens. Seine Hcrtib zittert. Er reibt sich die Augen. JQir ich denn wahnsinnig mui melt er. ..... diese Handschrift... wenn meine arme Frau nicht seit zwel Jahren wdt wäre, so wurde ich schwören . . . Er kann sich nicht entschlreben, den Brief aufzumachen. Er sieht nach der Freimarke und seine Aufregung wird noch stärker. Batavial Dort, ganz in der Nähe, ist wirklich seine heißgeliebte Frau be! einem Schiff bruch umgekommen auf einer Reise nach ihrem Heimathlande, einer holländischen Kolonie in Australien. Endlich erbricht er den Umschlag und faltet den Brief auseinander. 'Er. erblickt die Unterschrift Mary-. Er ist nahe daran. ohnmächtig zu werden, so schnürt ihm die Aufregung den Hals zu. Er liest: .Den 27. März. .Mein lieber, lieber Mann! Ich bin gerettet ... Wenn Du diesen Brief erhalten hast, so fahre sofort nach Bs)ndisi und erwarte mich. Dort wirst Du auch postlagernd ausführlichere Nachricht von mir vorfinden, als mir die Zeit erlaubt. Dir heute zu geben. Tausend Küsse. Mary.",. Botho glaubt nicht an Gespenster, aber wenn plötzlich seine so lang be weinte Frau in Fleisch und Blut vor ihm erschienen wäre, so hätte er nicht größeres Erstaunen und Entsetzen emPfunden. .. .Vielleicht." so sagt er sich, .ist der Brief während langer Monate verloren gewesen?" ' ... Aber nein, das Datum stimmt mit dem Aufgabe Stempel, die Handschrift des Briefes ist dttselbe wie die auf dem Couvert und vom März bis Juni. da2 ist genau die Zeit, die man zur Reise :on dort hierher braucht Mechanisch, ohne daß seine Züge irgend welche Freude verrathen, wiederholt er: .Mary lebt... Mary lebt.. ' Und doch liebte er sie, betete er sie an. Fünf Jahre lebten sie glücklich miteinander, bis sie die Reise unter nahm, von der sie nicht zurückkehrte. Lange hatte er um sie geweint. . Einen Augenblick batte er damals vor. Berzweiflung sogar an Selbstmord gedacht. Nun steht er finsteren Blickes vor dem Briefe und. statt deö Freudenschreies den man erwarten sollte, flie ßen ' ihm Thränen zuö ' den- Augen. Der ganze Scherz der ffcii Trauertage ist neu in ihm erwacht.'. - DaS ganze Leid, welches er damals-beim Empfaag der schrecklichen' Nachricht empfand' und. daö die Zeit erheblich gemildert.' hatte überkommt- ihn von Nellem Und'auf den Brief.' der ihm ihre Auserstehung kündet, fallen' ebenso diel Thränen als vor zwei Jahren aus den fielen, der ihm die Botschaft ihres TodeS brachte. Er wundert sich selbst darüber. ' .Ich müßte doch vor Freude schulen sagt er sich . . . .Ja, ich bin jufik den. ich bin glücklich. ES ist cm grenzenloses Glück., das m:x begegnet." Er .muntert sich selbst zum Frohlun auf. er zürnt sich wegen setner Kälte, ober Voch'bleihj die Aufregung in ihm großer als die Freude. Seit zwei Jahren hat er! sich allmalig an den Gedanken de? ewigen Tnnnung gewöhnt und die Nachricht, die ti tUn erhalten Hat7 ruft in seinem Hirn we plöliche und brutale Umwälzung hervor. .Also Mary lebt murmelt er. noch einmal, .und in drei TsM wer ich sie sehen, werde ich sie w meinen Arrnen halten ,. . i -; . Er versucht, sich den Augenblick, da er sie wiederfinden 'wird, -'auszumalen, aber sofort stocken seine Gedanken. .Werde ich . sie wiedererkennen? . . . Ja. Miß.. ' Indeß.' da er die Augen schließt, um sie rm Geiste zuse ist'daZ Bild, daö ihm erscheint, döchnur ein flüchtiges und unbestimmtes. Und ,'dan weiß .er ix nicht, wie sie angezogen sein wlrV, welchen Hut sie auf ihren blonden Haa ren tragen wird'. 5 Dann schweifen leine Gedankezr b

der Ferne. Er stellt sich vör. daß siel

dielle:cht auf irgend eine wüste Insel verschlagen worden ist, und dabei eiwacht unwillkürlich die Erinnerung an die in der fernen Jugend gelesenen Robinson-Geschichten in ihm. Er ärgert sich über diese Zerstreutheit und lenkt seine Gedanken wieder auf das große Ereigniß. Welches Glück. Mary Ieot!" Und er ermuntert sich zur Freude. Ja. er ist glücklich. Er ruft sich alle frühere Zärtlichkeit in's Gedachtniß zurück, die Liebkosungen, die langen Küsse, die sie ausg:tauscht haben, ihre fieberheißen und süßen Umarmungen. Und in wenigen Tagen wird sie hi:r sein, in diesem Sessel sitzen und ihr Helles Lachen wird das kleine H'äuschen beleben. Er wird nicht mehr allein darin sein. Sie wird da sein! Nein, denkt er, nicht ohne eme gewisse Enttäuschung. Nein, sie wird nicht da sein, denn sie haßt das einsame Landleben. Sie kann nur in Ber lin selbst leben, und in den 'fünf Iah?en ihrer Ehe hat sie es ihm oft genug gesagt.' ' ;;;; ' - , .-Hr wird umzieyen müssen. Daö wird langwellig sein Als er'von der Stadt hierher ausgezogen ist, hat er drei große Möbelwagen gebraucht. Und seine Augen schweifen durch das Zimmer, über die vielen neuen, seitdem angeschafften Gegenstände. Dann denkt er auch an seineGeliebte, von der er sich natürlich trennen wird. Es wird nicht leicht sein, mit ihr zu brechen, denn die Dame ist argwöhnisch und eifersüchtig. " , j. :.. . .... .... - Aber wie unbedeutend sind alle, diese kleinen Widrigkeiten! Was wiegen sie im Vergleich zu der Glückseligkeit, die ihn erwartet! Eine heiße Blutwelle steigt ihm zu Haupte. Er fühlt daö Bedürfniß, zu gehen, im Garten frische Lust zu schöpfen. Draußen zieht Nero, feine große Dogge, an der Kette. 'Er glaubt, sein Herr will spazieren gehen, und er heult und bellt vor Freude. Botho .legt die Hand auf den Kopf des treuen Thieres. .Richtig! ... Den werde ich auch abschaffen müssen... Der gute Nero . . . Aber wie soll man ein solches Thier in einer Wohnung in Berlin halten. Armer, alter Kerl ! . . . Wir waren so gute Freunde! Gewiß, das ist schade... Aber wenn man vergleicht ... llebrigens, wenn Mary auch das Leben außerhalb Berlins nicht liebt, so bringt sie doch alljährlich die Monate Juli und August an der See zu. Sie werden da ein Häuschen kaufen, statt es zu miethen, und Nero dort in der Pflege irgend einer alten Fischersfrau lassen. Und Mary kommt gerade zur Badesaison zurück. Und die Reise nach Bayreuth! Oh weh! Damit ist's auö, mit der Reise nach Bayreuth, denn Mary liebt die Musik nicht, namentlich aber nicht die Wagner'sche. Er hatte einen Jugendfreund, den bekannten Componisten Franz Wolter. Der hat ihn in die Herrlichkeit der Wagnerschen Musik eingeführt. Seiner Frau war er unsympathisch, bald nach ihrer Verheirathung haben die Musik-Abende aufgehört und die Freunde wurden einander fremd. Als er sich Wittwer' glaubte, hat er Franz wieder aufgesucht und jetzt sehen sie sich taglich. Voriges Jahr .sind sie zusammen in Bayreuth gewesen und im näch sten Monat, wollten sie wieder hin. . Daran darf er j:tzt nicht mehr den ken. Er fragt sich sogar, ob Mary ihre, alte Abneigung gegen Franz ver. gessen haben wird. Er hofft es, ohne dessen sehr sicher zu sein, denn er weiß, daß sie eigensinnig und nachtragend ist. . Nun gut! Dann wird er eben nicht .nach Bayreuth gehen, abgemacht und wenn nöthig, auch mit Franz brechen. Gewiß wird ihm das ziemlich unan genehm' sein, aber wird er nicht reichlich afür entschädigt werden?.'.'.. . Botho brachte den Vormittag'' da' mit zu, über all Dieö ernstlich nachzudenken. ... . v Um 11 Uhr kam der Briefträger und brachte ihm einen eingischriebenenBrief, den er. am, Morgen nicht hatte'abgeben können, da Botho nicht zu Hause war. Der Brief lautete: ' r Niederländisches Konsularatadia, . den 3L März 1894. . Ew. Hochwohlgeboren I ! ; babe ich die Ehre, einige Mittheilungen -zur gefälligen Kenninißnabme. jufoumen zu lassen, , die. den Untergang der BaLrtto" betreffen, aus der vor nunmehr zwel Jahren sich auch' Jhre 'unglückliche Frau Gemahlin befand. ' Entgegengesetzt unserer j Annahme sind nicht alle Passagiere ' ertnimken, einige von ihnen .konnten sichan'ö Land retten und glaubten sich geborgen. 'sie sind indesse.' sämmtlich in kurzer Zeit dem Fieber erlegen. , ',..; , , Ihn Frau Gemahlin ' beauftragte einen Eingeborenen, einen an. Sie 'gerichteten Brief nach Batavia' zi .bringen. .Der Mann eignete sich äL Geld an und kam später nach Batavtavivo er gestern' gestorben ist. Er hatte sich zum christliche Glauben bekehrt und' Hat dem Priester, der ihm die heiligen Sterbesakramente reichte, die -Sache er zählt und 'ihm den Brief, den er aufbewahrt hatte, übergeben, t - . . Der Missionar gab ihn zur Post und benachrichtigte mich davoiu Ich hielt es . für angemessen, Ihnen - diese Aufklärung zukommen' zu sassen. ' Mit vorzüglichster Hochachtung etc, . Der Konsul . (Unleserliche Unterschrift.) . Am Abend dieses selben' TageS kam Franz zum Besuch zu Boto .und fand Sa ebenso vergnügt wie sonst. ! '.Wie geht's Dir? Waö gibt'S Neues?' Botho lächelt ihm freundlich zu n drückt ibm berzlkb die Sand. - " ,

Dr. August Kötiig's

Ms.W.la?s.?M(S? TsaTivP(A

Gegen Dyspepsie Uebetteit, Diese so gewohnlickcn Kranlbelten Haien SauercS Anfstofzeu, u.f.w. ihren Ursprung im Magen. Xer Magen- ' saft hat Nicht die zur gesunden Verdauung der Speisen notbwcndigen Eigenschaften und eine allgemeine Schwäne deö Magens tritt ein. Dr. August König's Hamburger Tropfen reinigen die Säfte. Gegen Leberleiden. Biliöse Beschwerden bekunden ein Trägheit des AuöscheieungS'OrganS der Leber und Unregelmäßigkeit in den Funktionen der rersledcnen zur Bearbeitung der ausgesonderten Flüssigkeit bestimmten Organe. 5Lenn ein Uederfluß von Galle im Blute zurückbleibt, treten biliöse Lescbtmden auf, welche sich durch gelbliSeS AuSscben der Haut. u.s. w . anzeigen. AlS ein Mittel gegen diese Leiden sind Dr. August König's Hamburger Tropfen auf'S Wärmste z:: empfehlen. JgL Jakobs (Del Heilt NheumatiömuS, Neuralgie. Nückenschmerzeu, Verletzungen.

.Nichts." .Du siehst verstimmt auS, scheint mir.- ; , ; : Ich? 'Wn IS hatte heute Morgen einen kleinen Aeraer, aber er ist voröei. . Ncnneboym und seine Lotte Im Schöffengericht zu Berlin harrte in großer Erregtheit ein ältner, gutmuthig aussehender Mann des Aufruf seines Namens. Als von des Nuntius Lippen endlich .Aujust Rennebohm" gerufen wurde, antwortete er mit einem lauten.. Hier!" und postirte sich in militärischer Haltung vor den Richter. Vors.: Angeklagter, ich kann Ihnen w'klech nur rathen, Ihren Einspruch gegen das Strafmandat zurückzuneh men; nach meiner Kenntniß der Acten baben Sie keine Au5sicht auf Frersprechung, und die Strafe von. drei Mark ist doch nicht zu hoch. Angeklagter: Herr Präsident, ick kann det uf meine Lotte nich sitzen lassen. Wir machen unsere schwereArbeit feit dreizehn Jcrhn zusammen; in die Winterkälte un bei Sommnshitze haben wir zusammen mit die Zähne jeklappert un un fern sauren Schtotifc verjossen; .ick kenne ihr durch un durch, un wenn sie ooch mal ihre Nucken hat, beißen dhut sie nich, det sage ick. Ich kernn ville Zeugen bringen, die ihr ebenfalls janz jenau kennen un wissen, det sie noch nie jebissen hat. Vors.: Wir haben Zeugen genug hier. Sie sollen also da'durch eine Z?ahrlässigteit begangen haben, daß Sie Ihrem bissigen Schimmel keinen Maulkorb angelegt hatten Angekl.: Ick hatte an jenem Morjen wie immer dreitausend Preßkohlen ufjeladen, denn meine Lotte sagt: .Mehr zieht sie nich," un fo klug is sie, det sie trotz der besten guten Worte nich von die Stelle jeht, wenn ic? mal vierdausend ufjeladen habe. Also ick halte da in die Nähe von'n Jnvalrdenpark un bezebe mir uf b:t Höfe un rufe meine Preßkohlen, aus. Als ick von fo eene Touo wicde? zurillkkomime. höre ick schon uf'n Flur, det uf die Straße wat los sind muß, denn die 'Leite lachten un schrieen durcheenander. Un als ick uf die Straße komme, wat seh'n meine Oogen? Meine Lotte 'steht un hält den Kopp so hoch, als sie man kann un hat mang die Zähne eenen Sack, .'den 'sie nich loslassen WÄ, objleich vor ihr so 'ne klttn: ältlich: ' Person steht, die kmmer an den Sack zerrt, so det .sie endlich in die Höhe jehoben wird. Un die Leite stehen drum 'mm, un dicht neben die olle Frau steht eene .junge, die weent, un in der Hand hält sie eenen Hut von lauter Funzeln, un die Haare fliegen ihr um den Kovp rum, un uf die eene Seite von ihre Kledasche is sie vollständig wie mit Dreck anjestrichen. Si? hadde oozenscheinlicb uf die Straße jelejen, wo die Stratzen reinige? jerade jene kleene Niederlage for die Absuhrwaqen injerichtet satten. Als 'ick nu diese Sachen nsichtig wer de. läßt s? so'n junger Mensch mit'n hellen Ueb:rz?eher an un eenen Cylin'der uf,- det bekommen, det tt meine Lotte mit alle Gewalt mit seinen Stock auer über 'die Nüstern haut,! wobei er sagt: .Du Karnallje willst hier in die olle Frau ihren Sack beißen?" Det war mir denn doch zu ville, mein: Lotte lasse ick nich mißhandeln; ick .'also hin un jebe ihm eenen Stoß, als er jerade zu 'n zweeten -Schlag -ausholt.' Er fliegt von'tTrittowahr 'runter un mitten .in den zasammenjekehtten, halb flüssigen Haufen rin..' Er sah sauber ans. als er fi wieder usrappelte. S:Ä Hut war mitten uf'n Damm ikflogen, UN da jerade' eene Compaan'r: Soldaten dorübermarschirte die sich 'alle mächtig freuten, fo fiel der , Hut . vor 'ihn Füße, un eener nach dem andern jab ihm so auö Versehen eenen Stoß, det. er im mtl. weiter trudelt?. Na,.'ick machte denn meine Lotte von den Sack los, un denn sah. ick erst, ' M: ooch drei Comnlisbrote.uf die Straße lagen. Vors.: Daö ist. ja eine ganz merkwürdige.Eeschichte .Wir wollen nun mal die .Zeugin Dchwarz, hörend Diese, ein altes-Mütterchen, -erzählt Folgen. des:'Jck hatte mir-von die Kaserne drei Commißbrote .geholt,'- die ick' in eenen Sack trug. - Als ick'an det Kohlensuhr. werk vorbeijehen'will.ehe ,rck, det.ezne fange Dame von'n Bürjersteig nach den Pferdebabnwag'en'' will,' 'der 'nich" weit von den' Kohlenwagen' hatt. 7 Wett 'die Straßenfejer eenttr Haufen? zusammenjesegt hatten, der Zwee Schritte vor den Schimmel lag; so '.mußte d 'jung Dame dicht an iet Ferd vorieber." 3ic) käm dabei mit ihren Hut' dicht an den Kopp' von'den ollen Zossen,' der wohl denken mochte, all . det Jriene. ün Blumen, die uf den Hut saßen, Ware Nätur,?nn 'init eenem .Male schnappt er' zu im -reißtihr-den jänzen Hut von'n Kopp.'SZe 'schreit!. 'laut auf,' springt an die Seite, rutscht auö un legt sich mitten in den Hausen rin. Sck leie meinen Sack uf dieKante von'n

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Bürsersseiz'un springe hin. ihr zu h:Ifen. Mein Schimmel hatte aber schon Zemerkt, det.er'bedröaen war; er hatte den. -'Hut.' wiÄerfallen' .lassen, dabei aber wohl: den Geruch' von det.' ComMtßvröt in Mi. Ul'&W, jekr denn er hatte" den' Sack mit .'die Zähne anjepackt UN. ich sehe jtrad? noch, wie ern mit'.den'Kopp een paar Mal hin- un herschAtelt un det, mein Brot us'n Damm fliegt. - Vors.: Den weiteren Verlauf dieser Vors.: Den' weiteren Belauf dieser Geschichte kennen , wir.' Angeklagter, haben Sie den Leuten den Schaden erlletzt, 'den Ihr Schimmel angerichtet hat? AngelXi.Nee, fällt mir jar nich in, da hat sich ooch Keener jemelder. Nur die olle Frau hier habe ick. die drei. Brote abiekooft un ihr noch een Fünfjroschenstück extra jejeben, weil sie arm is. Det Brot hat meine Lotte verzehren müssen. Der Ge richtöhof kann nicht zu der Uerzengung kommen,' daß .Lotte" bissig sei und, einen Maulkorb tragen müsse; der Strafbefehl gegen den Angeklagten wurde deshalb aufgehoben. DemaSkirung. Die beiden Masken, die flüstern da, .Aha! Von Liebes - Freuden und Wehe Und Ehe! -Entzückend kleidet der Anzug Si?, - Jhi! So lacht vorWonne er, spricht dann so! Oho! .Die Maske lüfte jedt. Holde. Du!" Uhu! Glosse. Es ist die Zeit hab' ich cef :nden Ein großer Eharlatan. Warum? Man sagt, die Zeit heilt -alle Wunden, Jedoch sie bringt uns Alle um. Uff Holz nich. Hausherr (zu einem Bettler): .Hunger haben S:e? Da liezt ein Haufen Holz Bettler (ihn schnell unterbrechend): Nee, danke, uff Holz nich!" Aufrichtig. .Darr ich Jhnen ein Glas Wein anbieten?" .Danke ' sehr, der Arzt hat mir daZ Trinken! von Spiritussen untersagt." .So? Das trifft sich gut. ich habe namllch keinen Tropfen lm Hause!" Ur. Elisabeth? llester Baltimore Sift. V?m Tode gerettet. .34 muß Hg,d's Ssadl2a Ubt Un t tt cUm wdOrdr Vt6tta. Ich Ita ,,tz 3a5rc u Neuralgia und Dsspepsia na OhmaachtAansaUen. JunUe ich flilf durch falls C4et. Ich tetaaljabt tat tctt Menge 0ctcl oaf Irttl OcljaAd. lang, doy ora mir leint Velsennz. (ii mir tntta Io4nft ten H,od Ssaptlla sa. nH U degan, , hm. Ich wo, weniger t PfUlldUkdVr Ein Bild des Elends.Zeder, der ich sah. Hachr. ich tt te kek,.' tat länge, Übe. Jedoch begann ich mich sofort hol, achz ich mit Hood'Z Earsaparill dego fcatte, d ah ach n ach di ich U dollftäudt, geheilt iia. Ich tsie schlaf ut im di fei lgrzetchateir S,shaU. Ich weih, daß Wood's Sarsaparilla heilt. Zia ltt tobt in sei, leb ich tptege 149 Yfuud.-Mrß. (IItftCl Stils C.U ?aK Vare 6.. Baltimore, Vlh. . 0,0' uuu !U re veieladU. k, MM inlV.U , , Chrttci, Behdetine yeöoiiäial empfehlt sich besonders für ErkSlwngen und alle Arten Halsund ' Lungenübel. .7-Vergeffellt von '

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