Indiana Tribüne, Volume 18, Number 143, Indianapolis, Marion County, 10 February 1895 — Page 3
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öZtto bcv !mi Von Ernst Jemin. (11. Fortscdung.) Ter Richter, ta Protokollführer, die beiden Schöffen (auch diese jüngere Hren) schüttelten zu dem wunderlichen Kaufgeschäft" Heinrich Graass die Köpfe, hatten aber eizentlich nicht fcen Eindruck, einen Dieb" vor sich zu haben. Glaubwürdig sah er ihnen auch aus, der schrullenhafte alte Mann, der sich durch ein jedenfalls nicht völlig Zorrektes Verhalten in einen so schlimwen Handel verwickelt. Hatte nun seiTierzeit die Stadt das Geld im Sinne des Gebers angenommen und weggebucht, so kam er mit einem blauen Lluge davon", dann hatte sie es stillschweigend als Kauf und Verkauf angesehen. Hatte sie damals aber nur wegen der Unbedeutendheit des Objektes von einer strafrechtlichen Verfolgung abgesehen so stand es schlimm um Heinrich Graaf. Dann war er ehti von den allen Gerichten bekannten Männern mit dem NechtZbcwußtsein", die sich meist von ihrem dunklen Dränge" zu allerlei kohlhasifchenhandlungen verleiten lassen. Dann war die Cache ein Diebstahl. Der Nichter ging zu der nächsten Strafsache über Graaf konnte abirete'.. und das Publikum durfte draußen auf dem Korridor seine Unbefriedizung über den so unsensationcllen ExPositionsakt des Gerichtsdramas auslüften. Auf "den alten Herrn hatte die einfache Verbandlung einen tiefen, folgenschweren Eindruck gemacht. Da drinnen hatte er stehen müen, wie ein Angeklagte? da ging er nun und nimmermehr wieder hinein! Draußen auf dem Gange wartete Johannes und wollte den Papa in Empfang nehmen. Allein Graaf sah ihn nur mit einem steifen, fremden Blicke an, schob ihn mit einer langsamen, weitausholenden Llrmbewegung aus seinem Wege und schritt an ihm vorbei, wie an einem Unbekannten. Johannes blickte ihm starr nach wie schlicht pflegte der Vater sonst sich zu bewegen hier lag in seinem Gange und seiner Haltung eine stolze protestirende Feierlichkeit. Wie Johannes ihn so durch die banalen Gruppen des modernen Gerichtsl:bens in seinem altmodischen Nocke davongehen sah, faßt: sein Herz etwas cn wie ein Krampf der Angst: Alter Mann, alter Mann aus andrer Zeit .Dich werden sie uns hier umbringen nit ihrem spitzen, scharfen Nechtsaefühl!" Als ne zu Haus waren, fragte Io'hann:s ihn: Papa, warum hast Du inich auf dem Gange nicht kennen wollen?" Mit demselben großen, starren Auc?:n. wie im G-erichtssaal blickte der Vater ihn an: Mein Sohn," sagte er mit einer gänzlich veränderten Stimine, ich habe kein Unrecht gethan! Soll lch dennoch geächtet werden, so will ich es allein sein, und ihr sollt keinen Theil mehr an mir'baben!" Johannes erwiderte nichts, kein Wort. Ich gehöre zu Dir. Papa!" dachte er und empfand es mit der ganzen Energie seiner unzersplitterten Gernüthskraft, aber er sprach es nicht aus. Der alte Herr freilich las es auf seir.em Angesicht, auf dem jede Negunz des braven Jungen sich unbewußt in völliger Lesbarkeit auszudrücken pflegte. Er ergriff stumm seines Sohnes Hand, drückte sie und wandte sich ab, ein ungehörtes Schluchzen in seine: Ornst, das seinen Athem zittern machte. Das war alles. Am Nachmittage war Johannes bei dem alten Justizrath Riehm, dem langjährigen Sachwalter der Familie, 'der, wie das in alter Zeit üblich, zugleich für alle bedeutenderen RechtsHandlungen seiner Klienten freundschaftlicher Berather war. Die Sache liegt nicht gut, Johanlies!" sagte der Rath. Er duzte den jungen Mann, da er ihn seit dem Stechkissenaltcr kannte und hatte heraufwachsen sehen. Papa hat mich leider damals nicht gefragt und das Ding schief angefaßt. Es war und war nicht sein Eigenthum in dem Augenblicke, als er's nabm. Dolus der strafbarenHandlung. ja. ich habe die Wandlung der Zeit mitgemacht vor fünfundzwanzig Jahren würde ich ihn als Richter in PapasHandlung''c:se nicht erkannt baben. wäre ich heut Richter, würde ich ihn dock, vielleicht darin erkennen. Er hat doch das Bewußtsein der RechtsWidrigkeit seiner Handlung gehabt." crgumentirt der Rickter. sonst, würde er nicht das Aufsehen vermieden, die Nachtzeit gewählt und. wie er thörichterweise heut erklärt haben soll, die Verantwortung sich allein vorbehalten haben!" Aergerlich tippte der Justizrath auf den Bericht der Abendzeitung, der vor ihm lag und ungefähr eine volle Spalte einnahm. Am besten wär's, ihr nähmt einen recht gewiegten Vertbekdiger, so einen modernen jüngeren Mann, der ein tüchtiges Mundwerk hat, all: neuesten Desinitionen und Kommentare kennt wie sein: Tasche und vor dessen Suada die Herzen der Schöffen Wachs werden." Papa wird sich von niemand dertheidigen lassen, der ihn nicht durch und dach kennt und von der MakelloZizteit seines Charakters nicht überzeugt ist!" Ich verstehe, Kind!" erwiderte der Rath nachdenklich. Das geht a.tf mich. Nun, wir wollen sehen. Ich kann ja unter Umständen einen der jüngeren Kollegen mit heranziehen. Aber, lieber Junge, ich verspreche mir nicht viel Äutes. Wann will denn Paps euul
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herkommen, daß wir die Saöje besprechen!" 5?ch fürchte, er wird überhaupt nicht zu Ihnen kommen. Er ist fob ausgewechselt, wortkarg und trotzt auf sein gutes Recht!" Unsinn! Wenn man schon einmal recht hat heutzutage, muß man doch alle nur erdenkbaren Mittel und jegliche Vorsicht anwenden, es zu schützen und zur Anerkennung zu bringen. Der Rich ter ist überbürdet. So ein junger Assessor soll seine vierzig Termine an einem Sitzungstag abarbeiten da muß das Publikum selbst sein Möglichstes thun, sich zu wahren. Aber wir haben ja noch Zeit. Erst wird er jetzt mit seiner Klage abgewiesen werden. Dann wird die Anklage gegen ihn erhoben also ich werde in ein ein paar Wochen 'mal zu Papa kommen und ihm den Kopf zurechtsetzen. Lassen wir ihn selber reden und handeln, so redet er sich um den Hals. Aber was ist mit dem Starrkopf anzufangen, wenn er sich im Reckt glaubt? Schon damals in seinen Händeln mit dem Guthmann hab? ich ihn nicht vor Thorheiten bewahren können!" Johannes saß am Abend mit sehr ernstem Gesicht bei Tisch. Der Vater speiste schweigend. Anni: saß in voller UnbehaglichZeit seit Astas Hochzeit war sie wieder im Haus fühlte den ganzen Druck des Schweigens der Männer auf sich lasten und dachte seufzend, wie schön es im Hause des Onkels gewesen war, wie schön an ihres heimlich Verlobten Seite draußen im Thiergarten. Nach Tisch, als das Mädchen wieder in ihr Zimmer gegangen war, sah der alte Mann plötzlich seinen Sohn fest an und fragte: Du warst aus, Iohannes. Wohl bei Riehm? Was sagt er?" Johannes schaute trübselig auf und zog die Achseln mit jener Geberde hoch, die. deutlicher als Worte sagt: Nichts Gutes!" So, so!" machte der Papa und warf den Kopf auf, als meine er: Ja, der fällt natürlich auch ab was konnte ich auch sonst von ihm und den Menschen erwarten!" Er trug mir nur die dringend: Bitte an Dich auf." schloß Johannes. Du solltest ja nicht dm geringsten Schritt irgend welcher Art in der Angelegenheit thun, ohne ihn vorher um Rath gefragt zu hab?! Will mit ihm nichts mehr zu thun haben!" stieß der alte Mann grimmig heraus. Kann meine Geschäfte selber besorgen!" Er meinte, es sei nicht nur Deine, sondern unser aller Angelegenheit. ?ava!" fügte der Shn mit schwerem Accent hinzu. Gewiß!" rief der Vater und aus seinen Augen kam Feuer, das ist es ja gerade. Aber wer nicht mit voller Ueberzeugung für mich ist. für uns ist, der ist wider uns! Fort damit!" Und er stand auf und ging hinaus.
Der unglückliche Alte war schlecht berathen. Er folgte seinem Zorn. Aus's äusr:rste überrascht war Berlin ein paar Tage nach der Gerichtsverhandlung, als es bekannt wurde, das; Heinrich Graaf seine sämmtlichen städtischen Ehrenämter Knall und Fall niedergelegt habe. Natürlich ward dies im allerungünstigsten Sinne kommentirt; es war das für die Öffentlichkeit das volle Eingeständniß seiner Schuld und er war verurtheilt, ehe noch die Anklage gegen ihn erhoben worden war. Bestürzt kam der Justizrath heran, sobald er es gelesen, und machte ihn auf die Bedeutung seines Schrittes aufmerksam. Mir gleich, was sie denken und reden!" war Graafs verbissene Antwort. Neulich, als ich wie ein Schurke vor dem Richetr stand und mich verhören lassen mußte, ist es mir klar geworden, daß ich in dieser neuen Zeit nichts, ab solut nichts mehr zu thun und zu suchen habe. Und so will ich auch keine Gemeinschaft mehr mit ihr haben. Ich bin kein Dieb hier" und er that einen bestiaen Faustschlaq auf seinen alten Brustkasten, so daß dieser erdröhnte, hier weiß ich es ganz genau, daß ich nicht gestohlen habe. Aber die Menschen wollen mich zum Spitzbuben machen, und da zerschneide ich ein für allemal das Tischtuch zwischen mir und ihnen. Glaubt, was ihr wollt! Thut, was ik? wollt! ch weiß, wer ich' bin. und ihr könnt mir den Buckel hinaufkriechen!" Danke für die freundliche Erlaubniß," erwiderte Riehm ärgerlich na, ich komme gelegentlich wieder mit heran, Graaf, wenn Sie in besserer Laune sind!" Auch der Onkel Kommerzienrath war nach der Stadt gekommen, um mit sem?m Bruder Rücksprache zu nehmen. Aber auch ihn hatte Heinrich Graaf nicht angehört, nicht einmal vrgelassen. Er will mir nur den Kopf zurechtsetzen, Johannes," hatte der alte Mann gesagt, geh und theile ihm mit. daß ich eben die Wohnung verlassen habe," hatte, um seinen Sohn nicht lügen zu machen, den Hut aufgesetzt und war über dieHintertreppe hinuntergegangen. Johannes widersprach ihm nicht, ließ ihn gewähren er fühlte, daß ein Widerstand den Vater nur noch tiefer in seine unheilvollen Ideen und Entschließungen hineintreiben würde. Und es war dem alten Manne eine große Wohlthat, den braven Jungen bedingungslos und still an seiner Seit: zu wissen. Am Vormittage nach dem Besuche Eberhard Graafs in der Heiligengeiststraße ging Johannes' einen trüben Weg nach des Onkels Behausung. Der Kommerzienrath war noch nicht kür seine Empfangs stunde gerüstet
Johannes begab sich zu Fritzi in den Gatten.
Das Mädchen war hübscher und größer geworden, als man hätte erwarlen sollen. Ihre Züugen waren voll unruhigen Feuers und geschickt, jeden Ausdruck, den sie ihnen geben wollte. so glaubhast wie anmuthend anzunehmen sie mochte ost vor dem Spiegel Studien mit ihnen angestellt haben. Ihr junger Korper machte den Ein druck elastischer Krast und Geschicklichkeit ihre Farbe war mattrosig, als flösse ein Blut ebenso vornehm wie gefund durch ihre Wangen. Sie war Phyusch für Johannes das Ideal einer jugendlichen Frauengestalt. Und daJ sie ihn sonst noch nicht herb enttäuscht hatte, kam daher, daß sie blsh:? geschickt mit ihm Komödie gespielt, sich seiner Eigenart angeschmiegt, gerade hxe eine Katze, ihren Buckel nach der Hand krümmt, die sie streichelt. Sie grüßte ihn herzlich und nahm höchst sittsam auf einer Bank Platz. Er blieb vor ihr stehen un) schien nach Worten zu suckln. Mit reizendem Lächeln fragte sie endlich, ob vies nicht ein entzückender Herbstmorgen sei. Ob man nicht glauden könne, im Frühling zu sein. Fritzi, ich komme Abjchred zu nehmen!" erwiderte er und schien ihre Frage zu überhören. Sie neigte den Kopf, sah erstaunt und betrübt aus. Warum? Gehst Du aus Berlin, Johannes?" Rein, das nicht! Aber Papas und meine eigenen Angelegenheiten werden mich die nächste Zeit so sehr in Anspruch nehmen, daß ich den Fuß nicht werde über die Schwelle setzen können. es sei denn zu Gangen ernstester Pflichterfüllung. Da möchte ich nicht gern einen Irrthum lassen über die Beweggründe, die mich von allen Freunden und Verwandten fern halten werden, so lange nicht die Zukunft wieder klar vor mir liegt! O! sagte Fntzr und schob ihr Kleid mit der Linken zusammen, mit einer Bewegung, als mache sie ihm einen Platz neben ihr frei. Ihr Bedauern war aufrichtig sie verlor ihren ersten Anbeter. Johannes stand und wartete. Sagen mochte er nichts mehr: und es war auch so der jungen Dame genug gewesen, um sich zu entscheiden. Da sie nicht sprack, metu.:rt: er seine Erregung und fuhr fort: Meine lrebe Fntzi, ich werde in diesen Tagen mein Examen, wie ich hofse. bestehen!" Das wünsche ich Dir von. ganzem Herzen !" sagte sie, da cr sich unterbrach. Ihre Stimme hang warm, aber sie zeichnete dabei mit der Spitze ihres Sonnens)irms Figuren in den Kies. Ich hatte gehofft, daß ich nach bestandenem Examen " Wieder stockte er. Nun. was hattest Du gehosst?" fragte sie in unnachahmlich zerstreutem Tone. Seine Augenbrauen zogen sich zusammen. Du hast es nicht geahnt. Fritzi?" Nein, lieber Vetter, ich habe nichts geahnt; sag? es mir doch!" So melodlsch, so weich,, ein wenig spielend ihm war bei ihren Worten, als sähe er ein junges Kätzchen zierlich mit einem Knäuel'spielen. Das Knäuel war sein Herz, und das Spiel des Kätzchens gefiel ihm nicht. Nichts habe ich gehofft!" stieß er heraus. O! sagte sie bedauernd aber weiter nichts, als dieses langgezogene O!", bei dem sie fortfuhr, im Sande zu zeichnen. Wieder eine Pauze, die diesmal peinlich wurde. Johannes hatte eine Empfindung, als lege sich ein Zentnerstein auf seine Brust, als verfinstere sich der sonnige Garten. Also wirklich Du willst Deine Besuche bei uns einstweilen einstellen ?" fuhr Fritzi nun fort. Und ich hatte doch gehofft, daß ich diesen Winter bisweilen mit Dir tanzen, öfter mit Dir Schlittschuh lausen würde " Es thut mir unendlich leid, liebe Fritzi, daß daraus nun nichts werden wird!" erwiderte er bitter. Weißt Du, es gibt so viel Ernsthaftes auf der Welt " Ein leises Aechzen kam aus seiner Brust, schnitt ihm das Wort ab. Ach ja," wiederholte ste. es gibt so viel Ernsthaftes auf der Welt!" Ihm war beinahe, als kopire sie den Ton seiner Stimme. Dann schien ihr das Spiel doch leid zu thun, das sie mit ihm trieb. Johannes!" sagte sie, plötzlich zu ihm aufblickend. Welcher Blick, wie tief bedeutungsvoll, von allerlei Regungen beseelt, die auch ihre festen, gesunden Nüstern erzittern, ihre rosigen Lippen sich in etwas reizend Erwartungsvollem halb öffnen ließen. Er hatte sich in ihr getäuscht seine Augen glänzten plötzlich mächtig auf und die Blitze, die auf sie sprühten. schien sie aufzufangen, in Feuer und Verheißung getaucht, zurückzuwerfen. Ihm ward sonderbar zu Muthe. dieser rchoolle Blicketausch riß ihn fort erregte aber gleichzeitig in ihm etwas wie Widerstand und Unwillen. Willst Du mir treu bleiben während der schweren Zeit. Fritzi?" fragte cr plötzlich vielleicht zum erstenmal in seinem Leben eine Frage, die er ohne Ueberlegunz, in heißem Impulse that und sofort bereute. Denn statt aller Antwort senkte sie nur 'den Kopf, lächelte und riß mit der Schirmspitze einen Kreis um sich durch den Kies, daß Sand und Stein nach allen Seiten spritzten, einen Kreis, der sie wie mit Wall und Graben gegen ihn abschloß. Dies Lächeln verstand er vollkommen es war nur das Lächeln befriedigter Eitelkeit darüber, daß sie aus ihm, so
etwas wie ein Geständniß hcrausgebracht, daß sie mit ein paar Blicken der-1
möcht, ihm den Grund seiner Seele in Leidenschaft aufzuregen. Und wrn Du es selbst wolltest," setzte cr rasch hinzu, ganz Stolz, Unwille und Abwehr, so dürsl! ich es doch nicht annehmen nein, ich und mein Vater, wir müssen und wir wollen allein sein bei dem, was bevorsteht. Lebe wohl, Fritzi! Spiele mit andern!" Er wandte sich ab und ging davon. Noch hatte er nicht zwei Schritte gethan, da war sie neben ihm und hing sich an seinen Arm. Wollt: er sie nicht rauh abschütteln, so mukite er sie gewähren lassen Zürne mir nicht, Johannes," bat sie, gehe nicht so zornig fort!" Er erwiderte nichts, blieb aiich nicht stehen sie ließ seinen Arm nicht los, schmiegte sich mit der Schulter gegen ihn und sah mit unschuldvoll betrübten Augen zu ihm auf. Es war die erste Szene", die sie in ihrem jungen Leben erlebte, sie durfte noch nicht zu Ende sein es war so eine reizende Erregung, und sie füblte in ihrem Oberkörper, wi? seine Brust bald zuckte, balo unter tiefen Athemzügen sich mächtig dehnte reizvoll, reizvoll, das zu fühlen! Aber es dauerte nicht lange. Ich will nur Deinem Papan Ich will nun Deinem Papa Guten Morgen" sagen," bemerkt: er völlig kühl. Ich denke,' der Onkel wird jetzt bereits imstande sein, mich zu empfangen. Willst Du Dich in diefer Werfe bis zu ihm mitschleppes lassen?" Augenblicklich gab sie ihn frei. Mitschleppen welch vulgärer Ausdruck!" sagte sie und warf die Lippen auf. blieb batet ein wenig zurück. Er gmg weiter, ohne sich nach ihr umzuwenden. Johannes!" schrie sie plötzlich auf, und er blieb nun doch stehen, bog UNioillig den Kopf zurück und fragte über die Achsel: Nun was?" Denn diesmal hatte es ihm geschienen. als klänge ein Ton echter Angst aus ihrem Nuf. Johannes", sie kam mit flehentlich ineinander gcidrückten Händen rasch gegen ihn heran, es war ja allesScherz jetzt erst, mein lieber Johanns, weiß ich, was. " Mit bittenden Blicken in sein Gesicht verstummte sie und schien zu erröthen. Man macht' es, indem man den Athem anhält und mit der Muskulatur des Brustkorbes einen Druck auf dielen übt. Der ehrliche Junge stand und sah sie prüfend an. Mir war es nicht Scherz! meinte er nachdrücklich. Aber mir! Alles! Alles. lieber Better!" Ihre. Augen strahlten förmlich aus, well ihr der Streich gelungen, der sie rächen sollte. In zwei Jahren tann ich heirathen, und da bist Du Reqierungsbaumelster ich werde einen Regie rungsbaumeister heirathen! Und den Sohn von Heinrich Graaf! Meinst Du, ich lese keine Zeitungen! Lese nicht den Prozeß Graaf?" Wie ein Pfeil war sie vor seinen flammenden Augen davongeschnellt er horte ihr Lachen aus der Ferne, wendete sich langsam um und ging zum Garten mnaus, ohne nach dem Onkel zu sehen. Es llt gut, wiederholte er sich emmal über das andre, als er 'die Thiergartenstraße hinunterwandelte,' daß dies sich heute ereignet hat und nicht einige Jahre später." Sein Selbstbewußtsein verringerte sich unaemein auf diesem Wege er kam sich außerordentlich thöricht und unerfahren vor, weil er sich von diesem Mädchen ein paar Monate lang hatte tauschen lassen können. Er sagte sich nicht, daß es dem Geringeren immer ein leichtes ist, den Besseren zu täuschen. xvn. : Minima non curat practor den Diebstahl einer Stecknadel verfolgt der Richter nicht. Man kann m Preußen diesen Satz nicht wandeln: minima non curat nuaostor mit Pfennigen rechnet der Finanzminister nicht man entsinnt sich des Schnupftabaks, der für den Generalseldmarschall Moltke angeschafft worden war, sich mit drei Pfennigen in den Rechnungen fand und von, den Eatonen des Ooerrechnungshofes in Potsdam beanstandet wurde. Die Stadt Berfrn darf sich schmeicheln, einen der wohlgeordnetsten und bestbalancirten Haushalte der Welt zu besitzen aber über den entwendeten Prellstein fand sich nirgendwo in den betreffenden Listen und Büchern ein Vermerk. Die fünfzig Mark waren richtig eingegangen und gebucht bei den Akten war auch der Postanweisungsabschnitt mit Heinrich (Äraafs wunderlicher Bemerkung eingeklebt es lich sich in keiner Weise feststellen, ob damals die Stadt mit dem alten Herrn einen Kauf geschlossen oder nur den Eigenthumsfrevel großmüthig hatte hingehen lassen und die fünfzig Mark als Zeichen der Reue des Entwenders angenommen. Der betreffende Kassenbeamte war längst in einem andern Verwaltung zweig: beschäftigt, entsann sich nicht mehr der Beamte aber, der den Fall bei Prüfung der Akten hätte moniren müssen, war gestorben, wie der Baurath Meyer. Sein Nachfolger im Amt erklärte, dast er wahrscheinlich an Stelle des Gestorbenen die Sach: nicht aus sich hatte beruhen lassen. Der Richter argumentirte nun so: der Diebstahl war in dem Augenblicke vollkommen begangen, war konsumirt, als Graaf den Stein am Abend in Haus trug. Demi! niar die That vollendet und abgeschlossen. Da die Stadt aber er,t am naÄsten Morgen das Geld hatte in EmpsanL nehmen
können, wie 'Graaf aus' seiner Kennt-
niß der postalischen Einrichtungen klar sein mußte, so konnte die Stadt ihre Anichzuung über das Eiaenthum-,-recht des Steins am Abcnd, während die That geschah, noch nicht modifizirt haben. Damals also hatte ste ihr Recht an demselben noch nicht aufgegeben, folglich war sie noch die Eigenthümerin desselben, glelchgurlg, ob sie den Handel am nächsten Tage billigte oder nicht. Somit hatte Graaf gestohlen, und die Beleidigungsklage gegen den Bezrrksanzeiger ward abgewiesen der Staatsanwalt aber, der wieder währen) der Sitzung anwesend aewesen, erklärte im Prioatgespräch, daß er nun seinerseits die Verfolgung des Diebstahls in die Hand nehmen würde. Noch einmal war an diesem Tage Heinrich Graaf nach Moabit hinausgegangen, um dem Termine beizuwohnen er hatte die stille Hoffnung gehegt. Recht zu behalten. Als diese Hoffnung getauscht war. war sein Vertrauen in die preußische Justiz völlig erschüttert. .Von diesen Richtern nehme ich kein Recht mehr an!" erklärte cr in verbissenem Groll. Sie richten nach dem Buchstaben, nicht nach dem Geist. Und sollte ich mich von Haus und eimat!) trennen müssen und mein Vaterland verlassen ich will mit der preußischen Justiz" nichts mehr zu thun haden ich unterwerfe mich ihren Ausspruchen rnazt! In dem alten Manne steckte gut altbrandenburgisches Rebellenblut schade, daß unser Jahrhundert für so!che Anwandlungen so wenig Verstandniß hat! Als er heimkam, fand er einen Rohrpostbrief von unbekannter Hand vor. der :n Moabit ausgegeben war. Graaf öffnete das Kouvert mit Mißbehagen der Inhalt war nicht angethan, seine Erregung zu beschwichtigen. Er lautete: .Geehrter Herr Graaf! In dem heutigen Urtheil, das Sie zum Diebe stempelt, wollen Sie unsern Dank für alles, was Sie uns Gutes gethan, erkennen! Wenn Sie wissen wollen, wer uns bei unserm Vergeltunzswerke treulich beigestanden, indem er uns an die rechte Schmiede wies, so fragen Sie Ihr Fräulein Tochter, die mit dem Herrn Unter den Linden spaziern geht, wie Braut und Bräutigam. Wir denken, Ihnen einen Freundschaftsdienst zu leisten, indem wir Sie auf dies Vorkommniß aufmerksam machen, und grüßen Sre Hochachtungsvoll (!) und ergebenst Butter & Käfe." Guthmann und Lapinsky!" murmelte der alte Mann, und ein grelles Lachen erleuchtete sein Gesicht. Da, Schöffen, Richter, Publikum, Parteien da habt ihr die edlen Seelen, die euch handeln gemacht haben, die euch inspirirt haben. Die ganze große Aktlon, die Berlin rn Athem halt nichts, nichts steckt 'dahinter, als der gemeine Rachedurst zweier Schurken! Ein Witz! Ob die Weltgeschichte auch solche Witze macht?" Dann saß er lange vor semem Schreibpult und grübelte. Schurken! Und wer soll sie vor die rechte Schmiede gewiesen haben? Es ist unwürdig, sich darüber den Kops zu zrebrechen." Er zerriß den Brief und warf -ihn in den Papierkorb. Er glaubte es ja nicht aber fra gen konnte er sie 'doch, ob sie mit einem Herrn Unter den Linden gegangen. Wie er rn ihr Zimmer kam, stand sie und sah sinnend in den Hof hinunter, hatte keine Arbeit vor, that ojjenbar aar nichts. Und ihre Haltung hatte etwas Träumerisch-Schlaffes. was dem Bater ausfiel. Anna," redet: er sie an die jpielende Form Annic verlor ihr Rechten dieser ernsten Zeit bist Du letzthin einmalInter den Linden spazieren gegangen Sie wendete sich betreten bei den harten Lauten seiner Stimme um. Ihr befangene? Blick suchte im Gesicht des Vaters zu lesen. Ja. erwiderte sie dann mit gemachter Natürlichkeit, täglich, Papa, wenn ich in die englische Konversa-' tivnsstunde gehe! Ihr leichter Ton gefiel ihm nicht. Allein?" fragte er mit scharfem Blick in ihre Augen. Sie ward über und über roth. Ja, allein!" sagte sie. aber sie brachte es in einem plötzlichen Anfinge von Heiserkeit heraus. Du lugst!" fuhr er aus. Gesteh, auf der Stelle, mit wem Du heimliche Spaziergänge machst!" Seine großen dunklen Augen flammten herrisch auf sie nieder. Bei dem Worte .Luae wich die Röthe aus ihren Wangen, machte einer tiefen Blässe Platz sie richtete sich unwillkürlich hoch auf und blickte ihm mit trotzigen, leidenschaftlichen Augen in's Gesicht. VlurL ich will nicht luaen!" erwidrte sie. Das sollst Du mir nicht vorwerfen! Ich kann alles gestehen, was ich thue. Es war mit Graf Areying. Und er wiro kommen,' bei Dir um mich anzuhalten!" So weit seid ihr? Hinter melNW Rücken?" .Vor Deinen Augen, Papa, er m alle Sonntage unser (?ast u yaiieu es woyl seyen mueu, 05 tc v r 2L sich um mich bemühte! Welche Svrache sie atztn iqn suyrte Er fühlte, durch die Ereignisse der ienien zocoen war icisc oaizikiz ziu 1 , rrn r f!j". . Cts.. torität über das Mädcven in'S an ken gekommen. DaS kannte nur den einen Sinn haben: Sie hielt nicht zu ihm. wr: Johannes sie war adgeu llen!" .Was soll das heißen." rief er in äußerster Gereiztheit. Ich kann alles gestchen, waL ich thu:", und Du hät-
test 'es wohs hen müssen." Un5 wie trittst Du gegen mich auf? Ich der-
stehe. Du spielst aus die ?.achinationen an. die elende Menschen gegen mich m's Werk gesetzt haben! Du stellst. Dich, wie es scheint, aus die Seite dieser Schurken! Du glaubst, damit gegen mich auftrumpfen zu können. Warte, Anna, ich will es Dir gleich sagen, was ich darüber denke! Du sollst sofort sehen, welchen Sinn die Sache für Dich hat. Du bist mein Kind niemand wird -Dir einen andren Namen und andre Eltern aeben meine Ehre ist Deine Ehre, meine Unehre ist Deine Unehre. Was sie Deinem Vater anthun, habe ich und Johannes Dir nicht gesagt und die Zeitungen haben wir Dir vorenthalten. W:nn Du es doch erfahren hast, so wisse, daß ste Dir dasselbe anthun. Und wenn Du ein Herz im Leibe hättest, würdest Du Dich nicht setzt, setzt, in elende Liebeleien einlassen. Was Graaf heißt, das gehört in dieser Noth zusammen ich. Du, und Dem Bruder. Und wer nicht zu mir hält, der betrachtet mich als einen Dieb." Dres Wort brüllt: er im höchsten Affekt heraus. Als einen Dieb, hörst Du, Mädchen? Keinem Manne werde ich Deine Hand bewilugen, solange ich nicht wieder im vollen Glänze meines ehrlichen Namens dastehe, wie zuvor, denn niemand liebt em Kind so, wie seine Eltern thun. Der Mann vergöttert Dich heut, und in fünf Jahren schilt er Dich, wenn er sich an Dir ärgert: Als ich Dich geheirathet habe, nannte man Deinen Vater in ganz Berlin einen Spitzbuben!" Pfui, daß Du selbst nicht so viel Stolz hast, alle Bewerbung, die jetzt Dir naht, hochmüthig zurückzuweisen mit den Worten: Wartet, bis unsres Hauses Geschick sich gewendet hat!" Aber wer weiß,- ob Du nicht schon alles kaltblütig überlegt hast und Deine Wahl getroffen zwischen Deinem Vater und dem andren!" Er hielt rnne, als erwartete er von ihr einen Widerspruch, eine Versicherung, sie sei vor allem fein Kind. jSie schwieg. Nun," schrie er wild auf, heraus mit der Sprache! Hast Dir schon gewählt zwischen mir und Vreying? Ja oder nein? Du hast vorhin gelogen, lüge jetzt nicht wieder!" - Annie begann zu weinen. Du hast kein Recht, Papa," gao sie sanft zurück, alle Dinge, auch meine persönlichsten, nur von Deinem Prozeß aus zu betrachten! Der Vorwurf traf. Graaf wurde plötzlich ruhiger. Er fühlte, was ihn fo außer sich gebracht hatte, war die Entdeckung, die er gemacht, sie sei ohne scm Wien gerade jetzt eine Beziehung zu einem fremden Manne eingegangen, war der , Mangel an Theilnahme für sein Leid, der darin lag. War sie zur Ehelosigkeit verdämmt, weil er sich in einen schlimmen Handel verwickelt hatte? Nein, aber ihr Herz war mit etwas andrem erfüllt, als sein s 'das hatte nicht sein dürfen! Das trennte sie von ihm. Schön, geh Deine eignen Wege!" sagte er mit zuckenden Lippen. Nimm, .wen Du magst. Du willst ja mit Deinem Vater nichts mehr zu schaffen haben! Wieder erwartete er ihren Widerspruch, ihre Versicherung kindlicher Liebe. .Und wieder blieb sie die Antwort schuldig. Aber nein! Und die Antwort, die' sie gab, schnitt ihm das Herz ent-. zwei. Ihr Gesicht klärte sich plötzlich auf, ihre Augen begannen zu strahlen sie hörte nur die Zustimmung zu ihrer Wahl aus seinen Worten der: Verzweiflung heraus. Papa ich darf?" rief sie. ralch und freudig auf ihn zutretend. Das war zuviel für ihn. Er reckte mit grimmiger Geberdeswmm vor Zorn die Faust gegen sie. aus, daß sie betreten zurückwich. Halt mich nicht für verrückt!" brach er aus, als er ihre Furcht und ihr: Befremdunq sah. Ich bin bloß ein Spitzbube Dein Vater ist bloß ein Dieb! Mädchen. Tochter eines Diebes, kein braver Mann kann urtd wird Dich ze heiratb.n! Und wer es doch thut, ist; ein Lump und em Spekulant! Das ist er nicht! Das ist Leonhard Vrevina nicht!" Mit hartem kreideblei coem iqicni fiano sie oa uraj yvo vir V iri . r? y 1 n i 1- v V "C C V.!.. Rechte, wie zur Betheueruna. Ei; ist 'der einzige, der an Dich glaubt. Dich, liebt und ehrt, wie ich; Glaube Ixls, wer mag!" gab derVater hastig zurück, ich kenne dieMenischen! Dich kann er mit honigsüßen Worten, bethören, mich nicht. Meinen Geldbeutel will er heizathen, den- liebt er! Verflucht sei der Tag, an dem er.zuerst über meine Schwelle kam. Wähle, Mädchen, wähle zwischen ihm: un M'.r! Es war völlig unsinnig, tß er sie dar diese Wahl stellte. Aber seine Erreaunq riß ihn ft. Er hatte länqst rm Wirbel der lchten Ereignisse Gerecht?akeit und Mäßlgunc? vergessen. fühlte nur das Unrecht, d.2s man ihm anthat. Ich will rittnen Vater behstten." rief sie und brach m hestiges Sch.uch zcn aus. uÄr will meinen Verlobten. bchalten!" Ersetzung folgt.) Der einzige Zufluchtsort. Wanm der alte Sufsle eigentlich setzt alle iqz 'der Tcmperenz-Versamm-lung beiwohnt?" Weil das der einlege Platz ist, wo seine Gläubiger ihn nicht suchen." Der Magnet. Bücheragent: ZWünfchen Sie ein Eremvlar des Buz?i sausen 9fttf mnn seinen (Hat ten an das .yaus fesseln kann? Frau: Nein, ich habe eben erst ein fran zösssches Kindermädchen genommen i'.nd die entspricht cllen Beöürsnissen, die ich in dieser 'mut)t habe. V 0 j ff V t I '' w
Zur lit Sucht. Lamms rücken, wie Hasenbraten schmeckend.. Den Rucken eines Lammes wickele man in ein leinene? Tuch, das man vorher, in' Essig geiaucht und dann wieder recht trocken ausgedrückt hat. Nach Verlaufeiner Woche. während welcher, das' Anfeuchten mit Essig einige Male zu wiederholen ist, kann das Fleisch gebraten werden. Der Rücken wird gut gespickt und wäh rend des Bratens fleißig mit Rahm begossen. Fleisch und Ju? erhalte auf 'diese Weise den Wilogeschmack. Schüsfelflei f ch. Zwei Pfund Kalbfleisch und.1' 1-2 'Pfund Schweinefleisch werden fein verhackt, mit sein gewiegten Zwiebeln und Petersilie, fowie Salz und Psesser ordentlich vermischt, in eine Schüssel gethan, mit zwei Glas Wein Übergossen und nachdem noch ein Kalbsfuß d-araufgelegt wurde,, mit einem passenden Papier bedeckt. Run gibt man einen Deckel darauf, welcher mit Teig an die Schüssel festgemacht wird, stellt diese anderthalb Stunde in einen nicht zu heißen Backofen und trägt das. Fleisch in der Schüssel zu Tische. Gedünstete Kalbkoteletten. Qierzu werden die Rippen ge
nommen. von' denen man das Häutige zurllckschabt und abschneidet, worauf man sie etwas klopft. Dann salzt und pfeffert man dieselben, vetreut xz mit ein wenig Mehl, läßt sie eine.' halbe Stunde liegen, macht nun in einer Pfanne-Butter heiß, legt sie hinein und bratet sie bei starkem Feuer auf, beiden Seiten rasch goldbraun, gibt, etwas Fleischbrühe dazu,, oampst lie unter öfterem Umwenden und -richtet die Ko teletten mit' der Sauce zusammen an. Trägt! man mit .gerösteten, Kartofsein aus. SckinZe-nkartosfln. Die Kartoffeln werden- abgekocht,, geschält und in Scheiben geschnitten,- gleichzei tig wird Schinken in kleine Stückchen geschnitten.. Nun wird' eine -Form mit Butter? ausgestrichen -und mit Semmelmehl. bestreut,' zuerst eine Lage Karwffeln hineingelegt,. darauf Schinken gestreut und einige Löffel saurer Rahm, gleichmäßig gegossen, dann kdmmt wie'der eine Lage Kartoffeln,, darauf wie vorher Schinken und saurer mw, sckilienlick noch eine Läge- Kartoffeln, welche- mit kleinen - Stückchen: Butter belegt, und mit Semmelmehl bestreut -werden. Das' Ganze- backt man in heißer Bratröhre- goldgelb, und gibt e5 mit der Form zu ijche. Sauer b.r.a t e n- wie- Wild zube reitet. Man nimmt kas Stück wie 31t einem gewöhnlichen Sauerbraten, etwa: 6 Pfund, schwer, legt, es- 8 Tage m Bieressig, fetzt es mit- einem halben Pund gewurseltem. vorher ganz yeiiz gemachtem- Speck,, dem nöthigen Salz .und nack, Belieben, mit einigen frischen Wachholderbeereir auf's Feuer. Nachdem der Braken von. allen, betten unter öfterem Beaießen gelb und zur Hälfte gar geworben, läßt: man einen gestriche nen Suppenteller geschnittener Mbe!n in dem Fetr. aelb. werden, gießt alsdann nach und nach einen Suppenteller dicken säuren- Rahm hinzu ia&r das. Meilck . im Ganzen etwa 2 2-2 Stunden- auf nicht zu fchwachem Feuer schnwren,indem e5 häufig begossen und, ohne hineinzustechen., einmal aimgelcgt werden muß'., wo bei' der.-Braten mit den Speckwürfeln bedeckt wird. Ist die Sauce zu viel verbraten, fo rührt man beim Anrichten nach dem Abnehmen des' Fettes da5 am Topf Abgesetzte mik 2' Obertassen Milch oder Fleilch-brühe-gehörig- zusammen, läßt es! gut durchkochen, und- richtet den Braten am. E'twcrs' über Theebe.?ei t7U N g,. Thee: zu- bereiten scheint: Nicht schwer,aber- zur Bereitung guten Thees gehört Sorgfalt., deshalb möge' diese Arbeit,, wie alle Dinge, welche särzfaltig und.- gleichmäßig- behandelt werden müssen, nicht den Dienstboten überlassen werden, hlc weder Zeit, noch Verständniß, für- Finessen haben. 2ne Theekanne soll., sei dieselbe aus'.Porzellan oder- MeiaL, vor jeder Bwutzung mit kochendenr. Wass" ausgesMt wer-den;-nachdem das Spülwasser ganz ausgelaufen istv kommt der. Thee w die Kannen Wenn das mttt, m welches eine- Messerspitze Statten ge worscn.wlrd.I2ch. gießt NM. etwa eine Tasse- daiion af den Th:e. dreht slink die Kann? um. und schntl-t diesen ersten Aufguß möglM schnell ab. dann wir) in ZnsMnraumen. die- Kann? vollgegossen; wenn in die Kanne oder rn die Tassen Wasser nachgegossen werden soll, nrnß dasselbe stets- frcheno snn, es it naturlich am besten zn machen, wenir der Wanerkezftl' neben dem TheetifÄ brodelt, 'dieses summend? Geräusch tragt noch nebenb:i zur Behaglichkeit- eines Theestünd-cbens-b?r. Mer T liebt, mag den: TZee cvas VanÄkgeschmack beizeav. S pruch. Wenn im We die helle Wahrheil liegt. Lieg t im SchiapZ der Lüze tiefstes Duster? Wenn im Taubenaug die Unschuld wohnt. Wohnt im Hühneraug die Schuld vom Schuster! Zur moder nen Male rei. Was stellt denn dies Bil) eitlich vor? Ab meine Gnädigste, hab' es Ä?r zwei Jahrerc gemalt und soll di$ heute noch wissen?ffindliüer Einfall. Kleine Ella: Mama. habe ich noch meine Milchzähne? Mutter: Ja. mein Kind. Kleine Ella: Papa, aber hat schon seine. Brzspe, nM ubre
