Indiana Tribüne, Volume 18, Number 136, Indianapolis, Marion County, 3 February 1895 — Page 4
Jndians Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntags. Die tSzliche Tribüne- kostet durch den Tiöger 12 Eentö per Woche, die Sonntags Tribüne" 8 CentS per Woche. Beide zusammen 15 CentS oder 85 Cents per Monat. Per Post außerhalb der fitabt iueeschtckt in Vorausbezahlung ! per Jahr. fftci 18 Süd Alabama Strafe. 3nfcianapn. Znb.. 3 Februar 1895
Sonntags - piitaL Wenn man den Russen kratzt, so kommt der Türtar zum Vorschein, sagt ein Bonmot. Wenn man aber den Amerikaner kratzt, so zeigt sich gewiß die Nothhaut. Die Wahrheit der letzteren Anwen. düng hat Mayor Denny sicher bestätigen wollen, als er in der "humane society" seinen Antrag stellte, darauf hinzuarbeiten, daß die Prügelstrafe wiederttNLksührt werde. Der edle Stadtvater hat eS aber gar nicht nöthia seine Brutalität aufS neue zu zeigen, denn daß er für Peitschenhiebe ist, ha! er ja seiner Zeit dargethan alö er sa.te. er wolle die TrampS" mit Peitschenhieben aus der Stadt jagen. Während seiner Amtszeit ist wohl jeder vorurtheilöloS Denkende zu der Ueberzeugung gelangt, daß Dünkel. Dummheit und Fanatismus zu den hervorstechenden Charaktereigenschaften unseres StadtvaterS gehören. Darum meine ich, war.eö niöt gelitt nöthig, daß er ihnen auch noch die Brutalität zugesellte. ES steht fest, daß ein gebildeter Mensa) weder fana tisch, noch dünkelhaft oder gar brutal ist und eS wirft ein gar trauriges Lich, auf den Bildungsgrad der übrigen Mitglieder der human eu Ge s e l l s ch a f t," welche einstimmig dem Antrag zustimmten. Wie ersreuliä hebt sich gegen diese traurige Gesell, schaft daS Vorgehen deS Herrn Bam berger ab, welcher als Präsident bet Gesellschaft sein Amt unter den Um ständen, energisch gegen einen solcher Beschluß protestirend, niederlegte. Da? war eine brave Handlung und $:r Bamberger kann überzeugt sein, daß er rühmenden Beifall bei Allen denen gefunden hat, an deren Ansichten ihm etwaS gelegen sein kann. Nennt sich so etwaS "humane Society". Vernachläßigten und miß handelten Thieren wollen sie Schutzan gedeihen lassen; ' vernachläßigte oder mißhandelte Mensch:n wollen sie abei auspeitschen. DaS ist die Rothhaut l Vi yuu uuyi in cci vciyuuycucu Woche wie im ganzen Land, so auch v alt keine deutsche Familie ' Kliche Unglück, wc. sie sprachen wuror, .. niHt daS furchtbare Ende u. glücklichen die regste Theilnahme wach' gerufen hat. Wir lesen ja jeden Tag von UnglückSfällen, aber was bedeutet selbst eineS der ja leider so bäusigen Eisen, bahnunglücke gegen diese entsetzlich. Katastrophe. Man vergegenwärtige eS sich tun einmal. Der Zusammenstoß erfolg! und binnen 20 Minuten taucht der stolze Kol. ß todeSwund kinab auf den Meeresboden über 300 lebensfrohe Menschen mit sich reißend. Schauderbist! ' Die verklärende Volksphantasie erzählt uns von den Wassernixen, die den Versinkendenmit sich in ihren leuchtenden Krystallpalast auf dem MeerrSgrunk nehmen und ihn vergessen machen, daß er je auf der Erde gelebt, oder daß ihn jemals der Sonne Licht geleucktet habe. Se sind nicht ertrunken, sondern si, leben im Meereöschloß herrlich und in Freuden, so schließt daS Märchen von der Seejungfer. Wir wissen aber, daß eS keine Seejungfer mehr giebt und daß daS Märchen.nicht wahr ist. Die Armen haben ausgelitten und liegen tief in dem Riesengrab, do schon so viel Lebenslust und Hoff nungSfreude stumm machte und in sie H5u er der Hinterbliebenen ist nun die Traöer 'eingekehrt. . Unsere Stadt ist verschont geblieben, obgleich die Schatten der Flügel bet Todtenengelö auch manches HauS streiften. , Die Anfangs gebegte Befürchtung, daß unter den U' glücklichen Passagieren der Elbe" sich auch einige unserer deutschen Wtbürger befunden haben, hat sich laut Mittheilungen der hiesigen Agentur glücklicherweise nicht bestätigt. szin besonders glücklicher Zall ist der, dkS von mir sehr verehrten Herrn Ehas. Trümper. Dieser verließ die Heimath lichen .Gestade per Elbe" um in Deutschland die Kaltwassernaturheilethode" zn Pudiren. Schon hatte er IV U U 1 ... X . U. ,.....
sich fertig gemacht, um wieder per Elbe" zurückzukehrrn, da ward er an der Ausführung seiner Pläne behindert und entschloß sich den rähsten Dampfer zu nehmen. 3a, ja; dieser Elü5spilz, da bat er mal wieder bewiesen, daß er mehr Glück hat alö Andere. Der Plauderer.
Frühere Katastrophen der Lloyd Tämpskr. Unter allen transatlantischen Dompferlinien ist der Norddeutsche Lloyd in Bremen die bedeuiendste. Keine andere Linie hat soöiele Passagiers sicher über den Ocean befördert, als der Lloyd, (nahezu drei Millionen Menschen) und keine andere Linie, mit alleinig:: Ausnahme der Cunardlinie (über welcher ein seltener Glücksstern stets geschwebt hat. wenn auch beim Untergang dcs Tampfers Qregoii" die Gefahr der annähernd, 700 Menschen furchtbar war und nur durch den Heroismus - der Mannschaften des Lloyd-Tampfcis. Fulda" abgewendet wurde) hat so wenize Unfälle aufzuweisen gehabt, als der Norddeutsche Lloyd.' Die Schnelldampfer dieser Linie feiern niemals, iin Soinmer wie im Winier sieht man die Bremer Flagz: auf dem stürmischen Atlantic und nur zweimal ist sie niedergegangen. Es waren die Flaggen der Deutschland" und ach der stolzenElbe". Jeht. wo die schreckliche Katastrophe der Elbe- in Aller Munde ist, wollen wir Einiges über die früheren Katastrophen des Lloyd mittheilen und wir müssen dabei auch das Dynamitattentat des Scheusals Thomas auf den Dampfer Mosel" im Hafen von Aremerhaven erwähnen, zumal nur wenige Tage zwischen dem Unglück der .Deutschland" und demjenigen der Mosel" liegen. Am 5. Dezember 1874 lief die Deutschland" bei Harwich an der eng lischen Küste während eines furchiöa ren Schneesiurmes auf den Strand. Trotzdem hätten von den 213 Perso nen, welche sich an B?rd befanden, nicht achtundsiebenzig einen entse lichen Tod zu finden brauchen, wenn die RettungZn:annschaften an der englischen Küste nur einigermaßen ihre Schuldigkeit gethan hätten. Man kann sagen, jene achtundsiebenziz Menschen sind in Folg: schnöder Nachlässigkeit Seitens der Küstenöewohner und der Seefahrer ermordet worden. Sie hä! t:n sämmtlich g:r:ttet werden können, wenn die Rettung nicht viel zu spät versucht worden wäre. Die Londoner Times" schrieb damals: Ueber jene Punkte (nämlich den Nechnungsfehler de5 Capitäns und den Bruch der Schraube) wollen wir wegen Mangels 'eingehender Beweise keine Meinung ausdrücken. Aber von dem Augenblicke an, wo daZ Schiff strandete. ereignete sich eine Reihe von 53t gebnissen, die an der englischen Küste unmöglich erschienen wären und die unmöglich sein sollten. Sie scheinin auf unbestrittenen Beweisen zu ruhen, und vielleicht der schmachvollste von allen ist das freiwillige Geständnis eines Geschworenen, der mit den VerHältnissen wohl bekannt, da er einer der Einwohner des Ortes ist, welcher davie Verantwortlichkeit zu tragen . Wie berichtet, lief das Schiff 5 Uhr Montag früh auf. und es war 10 Uhr VormiüazZ am Dienstag als man es verlassen mußte. Wie kam e5, daß ihm während dieser 24 oder beinahe 80 Stunden keine Hülfe geleistet wurde? "Die 135 Geretteten von den 213 an Bord befindlichen Mnscheu wurden am Dienstag Morgen von dem Schleppdampfer aus Harwich aufgenommen. Sie waren die einziaen Geretteten, und es scheint kein Zweifel zu bestehen, daß, wenn eher. Hülfe bei der Hand gewesen wäre, kein lebendes Wesen hätte umzukommen brauchen. Das Schlsf fuhr auf Sig-nal-Dlstanz vor Harwich auf. und während deZ ganzen Montag fuhren Schiffe an ihm vorüber. Der Capitän aiebt an. er habe Raketen steigen lassen, und da es sehr finster gewesen sein muß. so müssen st: auch sichtbar gewesen sein. Am Montag war das We! irr klar, und man gab Signale mit Visiolen und auf ähnliche Weise; aber daZ Pulver wurde naß und ' man konnte keine Kanonenschüsse ' abfeuern. Den ganzen Montag über lag daS Schiff also auf einer stark frequeniirten Wasserstraße, von Harv!ch leicht Zlu erreichen, langsam der Macht der Wellen unterlieaend. aber gänzlich unfähiq. seine Gefahr besser kund zu tbun.- ' Die Katastrophe ereignete sich . dadurch, daß der Kapitän während deZ furchtbaren SchneesturmeZ daS Leuchtschiff von Harwich nicht gesehen hztte. Nachdem das Schiff aufgelaufen war. brach die Schraube und nun konnte es nicht mehr geführt werden. Man bot Alles auf, um daZ Schiff unter Segel flott zu machen, vergebens, obschon die .Deutschland" nur eine Schiffslange von tiefem Wasser entfernt lag. Jetzt brachen die Wogen herein übe? das unlenlbar gewordene Schiff und die Rettung durch die Boote wurde unnöalich. denn bei der bohen See kenterten die leichten Boote sofort, und deren Insassen ertranken. Zwei Boote wurden flott gemacht, und ihre Infassen, achtzehn Menschen, welche sich ibnen anvertraut hatten, fanden mit Ausnahme des Quartermasters Beck den Tod. Die übrigen Boote wurden von den Wellen weggerissen. Aber als nun die Nacht anbrach. Vermehrten sich die Schrecken der La?e weit über das in der Dunkelbeit Wahrnehmbare bin-
aus. Während des Tages waren zwar die Wellen häufig über das Schiff gestürzt, indeß war es den Leuten möglich geworden, sich' einigermaßen vor ihnen zu schüfen und sich ziemlich trocken zu erhalten. Mit dem Hereinbrechen der Nacht indeß sckwoll die Z?luth mächtig an und um Mitternacht stürzte ein Wozenschwall nach dem andern über das Deck, den Salon in eine Badewanne'und dieKajüten in schwimmende Särge verwandelnd. Nun ließ man die, Frauenzimmer heraufkommen und instruirte sie. sich in's Takelwerk zu begeben, aber viele von ihnen hatten von dem wüthenden Sturme und ' den erbarmungslos über das Schiff schlagenden Wellen eine sole Angst, daß sie stch weiqertei. den Salon zu ve'rlassen. Die fünf Nonnen auf dem Schiffe scheinen durch ihre an Bet'äubang grenzende Anqst das Schreckliche der Laqe noch erhöht z'l haben. Sie
roollten absolut nicht au? dem Salon w:ien, und als man sie mit Gewalt herausbrachte, weigerten sie sich hartnackig, die Leiter in das Takelwerk zu besteigen.' Es scheint, daß sie gleich darauf in den Salon zurückgekehrt sind, denn einer, der Passagiere, hörte später aus dieser Richtung den Jam. merrus: O. mein Gott, mach' er rasch, rasch!" Bei Tagesanbruch am nächsten Morgen, als Ebbe eingetreten und das Deck klar war, stieg Einer aus dem Takelwerk herab, wai f einen Blick in die Kajüte und sah die Nonnen todt im Wasser- schwimmend. Die Scenen, die nun folgten, wren grausenerregend. Eine der s?rauen. von Angst und Verzweiflung zetrieben. erhing sich an einem Dach' sparren des Salons. Ein Mann zog sein Federmesser hervor und bohrte es so lange in seine Brust hinein, bis er entseelt niederstürzte. Ein anderer ! Mann schrie fortwährend nach seinem in Deutschland zurückgelassenen Weibe nebst Kindern, schwang eine Flasche in die Luft und forderte Papier und Bleistift. Nachdem er Beid:s von einem Leidensgefährten erhalten, schrieb er ein paar Zeilen, steckte sie in dieFlsche, verkorkte diese und warf sie über Bord und in demselben Augenblicke kam eine mächtige Welle und schleuderte ihn selbst in die Tiefe. . Die meisten derjenigen Passagiere und Mannschaften, welche imTakelwerk Rettung gesucht hatten, wurden am anderen Morgen um 10 Uhr von einem Schleppdamp'ftr endlich gerettet. Mehrere Frauen jedoch konnten sich nicht in dem Takelwerk festhalten, sie stürzten und fanden ihren raschen Tod. Die Deutschland" barst wenige Stunden ziach der Ntttung auseinander. Kaum eine Woche später fand -in Bremeraven die Explosion der HöllenMaschine statt, welche de? Anzlo-Ame rikaner A. W. ThomaZ construirt hatte. Die Maschin: befand sich in inm Fasse, welches Thomas mit anderen nach Amerika zu sendenden Waaren per Dampfer Mosel" nach New Fork schicken wollte. Die Waaren hatte er für Z30.000 versichert und die Uhr in dem zur Hälfte mit Dynamit gefüllten Fasse so gestellt, daß zehn Tage nach der Abfahrt der Mosel" aus hoher S ein Hammer auf das Dynamit fallen, dasselbe entzünden und so in Explosion veranlassen sollte, welche das Schiff zerrissen haben würi. Mit einem Worte: Thomaö wollte die Mosel" mit ihrer lebenden Fracht von mehreren hundert Seelen vernichten, um die Versicherungssumme von ZSO.000 einstreichen zu können. Thomas hatte selbst Passage auf der Mosel" genommen, aber nur bis Southampton, dort wollte tz-eusski-aen und dann das Schiff seinem Schicksale überlassen. Beim Ausladen des Fasses, wilches weit über 600 Pfund gewogen haben soll, stürzte das Faß aus der Kette und die entsetzliche Explosion erfolgte schon an der Anlegestelle der Mosel" in Vremerhaven. Thomas jagt: sich in seiner Kajüte eine Kugel durch den Kopf, lebte aber noch achtundvierzig Stunden. 'Zuerst glaubte man, der Aermste sei in Folge des Unglücks wahnsinnig geworden und habe deshalb Hand an sich q:lgt. doch bald genug kam daS entfetzlichste aller Verbrechen an den Tag und Thomas hat vor seinem Tode noch ein volles Geständniß abgelegt. Die Höllenmaschine war von dem MechanikuS Fuchs in Bernburg ange fertigt worden. Dem Fuchs hatte Thomas gesagt, er brauche ein Uhrwerk, das zehn Tage geräuschlos arbeite und, wenn es 'ablaufe, einen Hebel spielen lasse, dessen Schlagkraft gleich der eines dreißigpfündigen Hammers wirke.- Er bestellte noch 20 solcher Uhrwerke und gib als Zweck derselben an, daß er für seine : amerikanischen . SeidenwaarenFabriken tinen Mechanismus brauche, der nach z'ehntäziqem Vang: mit einem Schlage tausend Fähen zerreißen solle. Es ist anzunehmen, daß Thomas die Vernichtung noch anderer Oceandain pfzr geplant hat. nachdzm sein höllischer Plan mit der Mosel" gelungen wäre. Thomas hatte seine Frau und ein 4 Monate altes Kind in Dresden zuzÄckzelassen. Bei der Haussuchung wuide nichlZ gefunden,' was auf Complicen oder auf die DZitwissenschaft der Frau hätte schließen können. Schreiber dieser Jöilen wurde in DnZden mit Herren bekannt, welche viel mit Thomas verlehrt hatten. Diese Herren 'erklärten, daß Niemand hinter Thomas ein solches Scheusal vermuthet hatte. Im Gegentheil habe sich Thomas durch Geist und Bildung und durch qut: Manieren ausgezeichnet. Er habe für einen AngloAm:rikan:r ein vorzügliches Deutsch gesprochen und es verstanden, sich während seines Dresfcener Aufenthalts vNe Freund? zu verschaffen. - i Die Verwüstung an Bord der Mose!" war schreckUcb. Kein Oberlicht
Dr. August Köuig's Hamln2?ger Tropfen, Gegen DySpePsie Uebelkeit, Diese so gewöhnten Krankbelten baben Saueres Ausstoszeu, u.s.w. ihren Ursprung im Magen. Ter Magen . , ' satt hat mcht die zur aesundcn Verdau rng der Speisen nothwendigen Eigenschaften und eine allgemeine Ecbwäcke des Magens tritt ein. Dr. August König's Hamburger Tropfen reinigen die Säfte. Gegen Lebcrleidcn. Bilikse Beschwerden bekunden ein Trägheit des Auöscheikungs'Organö der Leber und Unregelmäßigkeit in den Funktionen der rersiedenen zur Bearbeitung der ausgesonderten Flüssigkeit dkstimmlen Organe. 5Lenn ein Uedersiuß von Galle im Vlute zurückbleibt, treten biliöse Beschwerden auf, welche sich durch gelbliches Aussehen der Haut. u.s. w., anzeigen. Als ein Mittel gegen diese Leiden sind Tr. August König'S Hamburger Tropfen auf'S Wärmste zu empfehlen. Zt. Vakobs Cöel Heilt Nheumatlömuö, Neuralgie. Rückenfchmer- ' zeu, Verletzungeu.
war ganz geblieben; die Deck-Kajüten waren verschwunden, Steuerbord und Port" waren theils eingestoßen, theils durch den Luftdruck herausgetrieben oder gänzlich zertrümmert; die Seitenplatten des Schiffes waren geborsten; die Thüren 'mit den eingesetzten Scheiben aus. den Angeln gerissen und nach innen aufgesprengt; das Lanze Schiff war mit Blut 'besudelt und förmlich bepflastert mit Stücken von Menschenfleisch, Haaren etc. Im Innern und in allen sonstigen Theil n des Schiffes wurden Arme. Beine uno andere Theile menschlicher Körper gefunden; in den unteren Räumen waren einige menschliche Gliede? durch die Luke hinabgeschleudert worden. Die Seiten der Luke waren geborsten und das Vordertheil' der Naviaationskajüte auf Deck eingestoßen. Das ganze Schiff war besäet mit Glassplittern. Die Ttanschaft kam mit dem bloßen Strecken davon; nur die Ingenieure und 'Heizer erlitten leicht Verletzungen. Fürchterlich hatte die Explosion unter den Freunden der Passagiere gewüthet, welche gekommen waren, um vom Dock aus ihren Lieben noch ein letztes Lebewohl zuzuwinken. Auf tem Dock war an der Stelle, an welcher die Explosion stattgefunden hatte, ein sechs bis sieben Fuß tiefes Loch zu sehen. - Der ganze Platz war mit menschlichen Gebeinen, Fetzen von Kleidungsstücken etc. bedeckt. In großen Blutlachen lagen Arme, Füße, Eingeweide, zerfetzte Rumpfe von Menschen. Schrecklich ist das Schicksal der Familie Eimer, die einem ihrer Sohne, der nach Californien abreisen wollte, 'das Geleite gab Vater, Mutter, Sohn und Schwieger söhn sind todt; der Schwiegertochter ward ein Arm, ihrem Kinde eine Hand abziss:n. DaZ explodirte'Faß war in der Obkiut d:Z Fuhrmanns Westermann von Vremerhaven gewesen und wurde auf der Fahrt nach dem Dock von -einem Herrn Tumford: begleitet, von dem jede Spur' verschwunden sein soll. Der Wagen wurde in Tausende von Trümmern zerschmettert; -dem armerb Pferde wurden die Bein: uZ dem Leibe gerissen. Wie viele Menschen bei diesem schicklichen Verbrechen umgekommen sind, ist n ganz genau festgestellt worden. Die Schätzungen schwanken zwischen 80 und 110!! Vierzig Leichen waren noch erkennbar, außerdem wur den mehrere Kisten voll menschlicher Sliedmaßen beerdigt. Die Scene im Todtenhause des Hospitals war grauenerregend. 'Die auf. gelesenen Fetzen von Menschenfleisch füllten einen riesigen Korb, den vier starke Männer kaum von der Stelle bringen konnten. Eine große Anzahl voi novsen war ausgestellt, um von Personen, die -um 'das Schicksal von freunden oder Verwandten besorgt waren, besichtigt zu werden. Im Hospital befanden sich gegen dreißig. Ver-' wundete; viele andere Verletzte waren in Privathäuserr untergebracht worden. Fast jede Familie in der kleinen Stadt . hatte , Verluste erlitten. Alle Personen, die sich im Umkreis von 40 bis 50 Schritt von dem Punkte, auf dem die Explosion stattfand, befanden, wurden getödtet. Das explodirt: Faß war von dem Böttchermeisteo Delvendahl angefertigt worden. ES. war von sehr 'festem Holz, sehr solid gemacht und durch eine Scheidewand, durch die ein Loch gebohrt, war, in der Mitte in zwei Kammern getheilt. In ver einen Kammer, glaubt man, befand sich der Apparat, der die Entzündung bewirken sollte, die andere war mit Dynamit gefüllt. Thomas begleitete daö fraß, alZ es nach der Frachtniederlage des Nord deutschen Lloyd gebracht wurde, 'und ermähnte die Leute, die es trugen..recht vorsichtig damit umzugehen. Man glaubt,-die Entzündung habe durch ein Uhrwerk bewirkt werden sollen, welches wahrscheinlich von ThomaZ bei seiner Ankunft in Southampton 'in Bewegung gesetzt worden wäre, denn bis zu dem genannten Orte hatte ' er Passage genommen. Er soll beabsichiigt haben, schon mit der Deutschland" abzufahren, aber der EntzündungSapparät soll damals' noch nicht ln Ordnung gewesen sein. . Während der -letzten '10 Jahre hat der 'Norddeutsche 'Lloyd, ' außer 'der Elbe7, .nur ein, Schiff. die-.Sider''. verloren. Auf der Reise von New Fork .nach .Bremen rannte sie. am 81. Januar '183? in dichtem Nebel ' aus die Atherfielb Klippen, neun Meilen roest. lich von Ventnor, Insel Wight. Me Passagiere und die 'ganze- Mannschaft wurde gerettet; das Schiff selhst wurde späte? von den Klippen abgebracht und als vollständiges Wrack in inen deut schen Hafen geschleppt. - -: ' . Schon und rein - Soll daß Hau stet sein ! Die besten Bürsten kauft man ? H Schmedel, 420 Oft McTa Straße.
Pagen. . In dem Ceremonill der Höe hat sich seit Jahrhunderten ziemlich viel geän dert und auch der Page, diese vielbesungene Gestalt des Vttttelalters, hat sich eine solche Umwandlung gefallen lassen müssen. Ein eigentliches' Pagencorps, wie es unter d'cn Kurfürsten und ersten Königen bestand, giebt es am preußi schen Hose seit 'dem Ende dcs vorigen Jahrhunderts nicht mehr. Jetzt werden die Pagen zu den großen Hoffest lichkeiten aus dem Eadettencorps - ent nommen, und wenn im KönigZschloß die Lichter ausgelöscht sind, kehren sie wieder in ihre Ka'erne nach Llchterfelde zurück. Page zu werden, ist noch ein Vorrecht des Adels; man unterscheidet Leib- und Hofpagcn, von denen jene zum persönlichen Dienst bestimmt sind, während diese zu Spalirbildungen und zum Vortritt benutzt werden. Die "Familienglieder des preußischen Hofes wählen ihre Leibpägen selbst, der Kaiser gewöhnlich Söhne ihm bekannter, verdienter Offiziere oder höherer Staatsbeamten, während die Kaiserin Träger der vornehmsten adeligen Namen zu ihrem 'Dienste beranzieht. Tie Ko stüme welcher Musquetierrock mit, SUberlitzen. weiße Weste, Spitzenjabot. weiße Beinhosen,' seidene' Strümpfe Lackschuhe, Fkderhut und Degen wer den für die Leibpagen auf Rechnung der-einzelnen Fürstlichkeiten, für du; Hofpagen von der Hofkammer geliefert. Zu tollen Pagenstreichen, wie sie sick einstmals eine's sprichwörtlich geworde nen RuseS erfreuten, ist roenig Zeit und Gelegenheit mehr,, wenn auch :lt Lust dazu immer, noch vorhanden fein mag. So erkühnte sich einmal ein wiu zig kleiner Page, der jetzt ein riefen großer Eardc-Ofsizier ist. einer Hof. dame,' die' ihren jedenfalls zu engen Schub während eines Diners im Wei ßen Saale ausgezogen .und unter ihren Stuhl gestellt . hatte. - diesen weguneh men und in seine Tasche zu stecken: Der mcht mehr ganz jungen, aber um so aeistesaeaenmärtiaen Dame blieb nicbtö
Anderes übrig, als auch den zweiten Schuh zu opfern und daS Feft. 'daS glülicherweife nicht mit einem' Balle 1 . l r : ciiucic, uur irurnpren forrzujesen. fifir ihre Dienste werden die Vaaen reicd lich belohnt. Wenn - sie im Frühjähr tyres Dienstes entlajjm werden, erhal ten sie von den Fürstlichkeiten, denen sie zugetheut gewesen, - gewöhnlich kostba reZ Andenken. . . .. " Aus einem Reisebe richt. 'Kaum ' waren 'die ' Europäer an dem wüsten Gestade gelandet, alZ dieselben sich 'auf die nack:en E'rnwoh ner stürzten und denselben die Taschen durchwühlten. . Skchlau. Frau: Du. bt Mama will unZ einige Ze:t besuchen kommen: ich soll ihr schreiben, wiei sie am billigsten fährt!" Mann: Am bil. ligsten? Da nimmt sie selbstver ständlicher Weise ein Retourbillet!" ' : Abgeführt. Dame ' (hoch müthig): Was fällt Ihnen denn ein, mir einen Heirathsantrag zu machen? Herr: Ja. ich weiß auch nicht, wie 'ich als Mann' in meiner Stellung in'Sie verschossen sein kann, aber Sie wissen ja. Liebe ist blind! 2lr. Harvey Ileed ; Clataxxf), Herzschwäche, HalS lähmung.' : - .Sch NUhrn,Sarzr, a akarrh &Tfr ta&tc; tU s ftlirna xmubtt, baß ich Ö f?5ctt cs kaum gehen fonnte. ? Ich hatte we sehr schli ,sa PalZ : VUzvmng vor ewige, Sek. keine kehl 'rfD ' itcf4nfirt aft 14 f straft ich schwcke. -Dt Kerjic sag!, tl f rt In (folgt von Her,schich, ' und vnschrudn Medien, die ich la vorschi - alzm. hob 4).tn P mir YAbt , nlltze. IHraM &r i 1 mich. Vood's GTapOXWt I ittm sie mix de Heer Joseptz E. ff ist.' der . Schwelle deö Todeö 4 durch Ho,5 Sfapttlls oUUk. . wurde. I ch,i F!aschr, ,em. e. sälike ich mich entschiede deffr.' Jtzu , tt ebme. d suhle tu cn&äUA. te ott ad - . mr ood's Varsqparilla iciner Fr fit feie Viederher,, tnrtntt .'ornnenen Vesundheit. Grt fcco. .' ;itt. o. . .. . 7...!'! V VUle, mrftchra Mmn mltf irntriri sde, rlrnrnea. iltn mute, nicl O ttfe dntzeLdk. -
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ZiMttp0u5 - bmmfrük Cf.SCstiAlDT P.LIEBR. crmsu,r Der Wirthin Töchterlein ist ein altes schönes Volkslied. Nirgends ist der Deutsche so sehr zu Sang und Fröhltchke't aufgelegt, als bei einem guten Trunke seines Nationalgetränkes, des Bieres. Unsere Biere sind das Non Plus Ultra an Vorzüglichkelt. Alter, Reichthum an Extrakten, und frei von jeden Zusätzen sind einige der Punkte, welche uns das vertrauen und den un getheilten Zuspruch des Publikums erworben haben. Indianapolis Brewing Company,
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