Indiana Tribüne, Volume 18, Number 129, Indianapolis, Marion County, 27 January 1895 — Page 10

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König Hunib:rt von IKK erzZhlK einst auf der Juzd ein: inkresfanke Episode. Hoch oben ans dein Gebirge, cnf schier unwegsamem Pfade, traf er einen alten, gebrechlichen Mann, der auf feiner Krücke mühsanr ein Bündel Neing schleppte.

Wohnst Du hier o&it? fragte der

Dort," sagte der Alte, in der Hütte dort." Und kann man einen Schluck Milch bei Dir bekommen?" DaZ sollt' ich meinen, Herr In der Hütte warf der Alk sein Bündel ab und holte seinem Gaste so fort eine Schüssel mit Milch herbei. Dir schmeckt's sagte er. Bist vohl Einer von den Herren dort unten?" Ja sagte der König. .Das bin ich."

Und was bist Du denn unten?" Der König. Ueber Freund." Da nahm der Alte ihm aber den

Milchtopf jäh aus der Hand. Geh.saate er. das ist nicht schön von Dir. dak Du mich da zum Narren haben willst. Meinen Könia kenn ich besser.

Ich hab selbzr unter ihm gefochten."

Und wer Ist Dem König?" fragte Könia öumbert.

Der da!" und der Alte wies eine

Medaille mit dem Bilde Viktor Ema-

nuel's vor.

Ja weißt Du denn nicht, daß der

schon lange, lange todt ist?"

Todt?" rief der Alte und erqriff

witternd 'des Komas Hand. Wirklich

todt, und Du belügst mich nicht?"

Sieh' selbst." saqte der König und

er zog ein Fünffrankenstück hervor, auf dem sein Bildniß eingeprägt dar.

Der Alte aber sete sich hin, wie ge-

knickt und schluchzte: V!un ist er todt.

wahrhaftig wdt, mein lieber, guter Ko-

rnar

Nie" so erzählte König Humbert

weiter, war ich erschütterter, als An gestchts dieses Schmerzes eines Mannes. an dem die Ereignisse der Welt

svurlos vorübergegangen waren, und der noch in eimr Zeit lebte, die langst vergangen war!"

Diese Eprsode ist lehrreich, um so

lehrreicher, als sie nicht vereinzelt da-stebt.

LordVeaconsfield pflegte, wenn man

von Männern sprach, die in Aller Mund: leben", sarkastisch zu lächeln.

Glauben Sie, fragte er, daß in

Deutschland Jeder seinen Vismarck

kennt? daß bei uns Jeder weiß, wer

Shakespeare war, wer Gladstone ist?"

Und wenn dann ein Sturm von Wider-

spruch dadurch heraufbeschworen wurde, legte er sich in seinem Stuhl zurück, be

trachtete selne wohlgepslegten Hände und sagte: Ich will Ihnen ine Ge

schichte erzählen, sur die lch mich gerne

verbürgen kann. Es war ein Jahr.nachdem Napoleon I. 5kaiser geworden war. Da sprach man auch vom Ruhme, der. di: Welt erfüllt, und er, der mächtige Kaiser, wollte wissen, ob es in der aan-

zen civilisirten Welt wohl einen Men-

schen gäbe, der seinen Namen nicht

kennt. Er brauwte nicht weit zu gehen.

um ihn zu finden. Schon in Paris, weit draußen in der Vorstadt Montmartre, wurde ein Holzschnitzer gefunden, der

nie Etwas von der Revolution, nie von dem Tode Ludwig XVI., nie von dem Kaiser Etwas gehört hatte!"

Wer ist denn dieser Swlft, von

oem man soviel hört?" fragte einst eine

hohe Tame die Lady Bulroer. Ich

glöchte ihn ganz gerne einmal zu mel

nen Geseuschastsabenden zuziehen."

DaS wlrd wohl kaum angeh'n, Ho. eit." sagte Lady Vulwer. Weshalb denn?" Weil Swift Etwas gethan hat, was

lhn ein für alle Mal aus jeder Gesell schuft ausschließt."

O, das mujjen Sie mir erzählen. Das interessirt mich. WaS hat er denn zemacht?" fragte Ihre Hoheit lebhast. Er ist vor hundert Jahren gestor V war 51c keineswegs ctwaritu Antwort, durch die sich Lady Bulwer eine tödliche Feindin mehr zuzog. Von einem ähnlichen eklatanten Fall wß M. Gilbert, der geijrvolle r. dichter des Mikado", der in seinem Vaterlande auch sonst als hervorragender Schriftsteller geschätzt wird, zu b: richten. Es war ganz kürzlich, während einer Soiree, bei der Leoncavallo einige Klavierstücke zum Besten gab. Von wem ist denn das? fragte eine Dame bei einem Stücke, daö ihr besonderö zu gefallen schien. Von Beethoven," entgegnete Giltat Beethoven? Be: Hoden?" ... Jp. ...componirt er denn jetzt?" Und nun antwortet: Gilbert mit ein:m leider unübersetzbare Wortspiel: Xo, maflnm. He is not compo sin;:. He is decoraposinjj now." Sind diese Beispiele nicht eklatante? als das vom König Humbut und Lord Beaconsfield zahlte? Und kann man sich dann noch wundern, wenn kurzlich in Slavonien eine DePutaümi beschloß.

sich an den Kronprinzen Rndolph zu wenden, oder rar, wenn ein alles Mutterchn aus Sasso nach Rom wandert, um Vius IX. d!e Fuß? zu küssen?! MS si: den jetzigen Papst sah, da wollte sie nicht glauben, daß e? es sei. Ihr Pio Nono, den sie ans der Medaille trz, sah ganz anders ans. 3Ü tr es wirNich?" fragte sie flüstkrnd. Gewiß ist eS dit Hnlidkert." Di aw wnk stch daZ WttMn

nicht halten: Mein Gott, vxtüi Sott." rief sie, was nruZ n durchgemacht ha ben. uni so assschtti!" ' Unzählig siÄ) di Anekdoten die verbürgten rod bi unverbürgten die

na noch auf-ezr. könnte,, vnd nicht

zu aAerreM rangnr mxw miner Impresario, der tn die-ftm, Jahre bei Erssinrnq einer G'schna-Ausstel lnna em Lebehoch auf den Kais Wil Mm und seinen hohen Verbündeten.den 5ibÄg Viktor Eman-uel (l) ausbrachte an diesem Manne sind der Selten Ereigni!sse" spurlos vorüberge-gangen.

lm Weiches durfte such bei dem Main eines llei'ncn Törfchens in der Bretagne der Fall gewesen sein, der vor einigen Wocken eine Eingabe an Mensieur Ie President Sadi Carnot" j richtete, die er vnt dem Vermerke .in

Lyon ermordet zurückerhielt, wodurch in jenes weltabgeschiedene Dorf die erste Kunde von dem Attentate gelangte. Wer wollte sich cm:; si )tZ dessen noch wundern, wenn im innersten Nußland Väterchen Zar" noch immer Aleran der II. ist und man sich an manchen Orten weigert, die Rubelstücke des falschen Zaren Werander III." anzunehmen. Bekanntlich zirkuliren auch im Süden und in den arabischen Prc vinzen noch immer die MariaTheresienthaler, jedes andere Geld wird für falsch gehalten. Das Bild der großen Kaiserm gilt aber Allen noch als das Bild der Sultanin der weißen Leute, und jeder andere Kaiser ode? König, von dem die Eingeborenen dort hören, gilt ihnen als Vasall und Stadthalter der großen Sultanin und erhöht nur deren Ruhm und die rückhaltige Ver ehrung, die sie allenthalben genießt.

Sine Geschichte für Kinder. Von Fritz Engel. Nun, Kinder, kommt einmal alle hübsch ordentlich zu mir her. So. ganz artig und ohne Lürm. Ich will euch eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte, aber zu lachen gibt eS diesmal nichts. Sie ist traurig, ganz traurig. Das wird euch weiter nichts schaden. Der Mann, von dem meine Geschichte erzählt, hat es schon verdient, daß eure jungen Augen sich ein Weilchen für ihn feuchten. Denkt euch ein großes Zimmer in ei ner ruhigen Strafe der schönen Stadt Frankfurt, die am Main liegt. Die Fenster stehen weit offen, daß der blaue, reine Herbsthimmet wie ein sei dener Vorhang vor den Oessnungen liegt. Mitten in der Stube steht ein Bett und dort liegt, die Hände gefal tet, ein alter Mann mit weißem Haar und weißem Barte. Die Augen sind geschlossen, um den Mund scheint eZ wie ein leises freundliches Lächeln zu schweben. Rechts und links stehen hohe Leuchter mit Kerzen, die gar sei nen Glanz haben und im leisesten Luftzug, der durch die Fenster kommt, üngstlich flackern, als schüttelten sie den Kopf darüber, daß sie hier in diesem hellen Tageslicht brennen müßten. Es ist ringsum ganz still, wie in der Kirche. Schläft der alte Mann? Schläft er?" fragt auch ein Kind, daß sich eben leise durch die Thür ge schoben hat. Es ist ein Junge, und er sähe mit den abscheulich struppigen, ungekämmten Haaren und den eilen langen Nägeln sehr häßlich auS, wenn er in diesem Augenblick in seiner Miene nicht etwas rührend Besorgtes und Treuherziges hätte. Der Junge schleicht zum Fenster und winkt hinauZ. Und es dauert nicht lange, da kommt noch eine ganze Schaar anderer Kinder auf den Zehen in die stille Stube. Guten Tag, Struwwelpeter," sagt ein kleine Mädel mit stockender Stimme. Sie hat eine Streichholz schachte! in der Hand, und um ihre rothen Pantöffelchen schnurren zwei Katzen. Seid ruhig Minz und Maunz," flüstert sie zu den Thierchen und gleich darauf wendet sie sich zu einem Jun gen, der hinter ihr steht, und spricht: Konrad, lutschte doch hier nicht am Daumen. Die Mutter hat'S ver boten." 'N Tag, Paulinchen!" unterbricht sie jetzt einer, der Zappelphilipp hd'jt, der aber heute garnicht zappelt. Ganz scheu und betreten steht er da undschaut sich um. Er wundert sich, daß neben ihm sein guter Kamerad, der HannZ Guck in die Lust, gar nicht so wie sonst an die Decke stiert, sondern mit gesenkten Augen, am ganzen Körper zitternd, sich an die drei Brüder Wil Helm, Ludwig und Kaspar schmiegt. Die Kinder alle haben sich an der Hand gefaxt und einen KreiZ um das stille Bett gebildet. Schläft er?" fragt jetzt auch der Friedrich, der noch einen Verband am Bein trägt von der Wunde, die ihm der große Hund am Brunnen gebissen hat. Schläft? Das soll schlafen sein? Wie dumm ihr seid!" platzt da ein di cker Junge heraus. Der schläft nicht. Der ist todt. Unser guter Papa ist todt. Ich kenne das von mir selbst. Bei mir hat es aber nur fünf Tage ge dauert, bis ich so weit war." So spricht der dicke Suppenkaspar, und eS ist, als ob er auf einmal ganz mager und spindeldürr, wie ein gäd chen würde. Er ist todt! Er ist todt!" rufen alle durcheinander und fangen an zu fchluchzcn und werfen sich in ungeber

digem Schmerz aus die Knie

Er ist todt. Seht ihr, Kinder, das ist die trübe Geschichte, die ich euch heute erzählen muß. Der alte Mann mit dem weißen Haar, der euch den Struwwelpeter und seine Kumpane in die Kinderstube gebracht hat, macht ietzt keine bunten Bilder und lustigen Reime mehr. Gestern ist er gestorben. Ihr fragt natürlich, wie er hieß und wer er war. Denn bis jetzt habt ihr daran nie gedacht, wie ojt ihr auch sein prächtiges Bilderbuch durchblättert habt. Das nehme ich euch weiter nicht übel, denn wir Großen haben das nicht anderslemacht. die wir uns schon .iem

llcy vor einem halben Jahrhundert an denselben Gedichten und Bildern er freut haben. Das war ja alles so schön und nahm uns so ganz in An spruch wer hatte da Zeit an den 9s ' yi denken, der es uns bescheer! ha.. j Aber jetzt müßt und werdet Ihr da ' nach fragen. Der Todte Mann heißt Heinrich Hoffmann und hat sechZund achtzig lange, lange Jahre gelebt. Und gelernt hat er Dotier". Das blieb er a'.'.ch sein ganzen Leben lang und zunieist .

warm es die bemltleidenswenhesten un ter allen Kranken, die er treu gepflegt hat. Denn wenn ein Mann oder eine Frau aufhörte, so ruhig und vernünftig zudenken, wie wir, dann nahm Heinrich Hoffmann sie in ein großes, einsames Haus und gab sich Mühe, sie zu heilen. Aber auch in din Wohnungen derFrank furter ging er, wo manchmal ein Kind zu viel Pflaumeu gegessen oder sich beim Spielen zu sehr erhitzt bett? und nun mit Schmerzen und Fieber in den heißen Kissen lag. Und da geschah es oft. daß sich solch ein krankes Kind von dem Dok ter mit dem großen Bart nicht anfasse und untersuchen lassen wollte. Unter sucht mußte eS aber doch fein, ehe es wieder gesund und vergnügt werden konnte. ' Da nahm nun der kluge Dok ter ein Blatt Papier, zeichnete ein paar luftige Bilderchen darauf und erzählte eine Geschichte. Womöglich m Versen, die sich so hübsch anhören, wie heiteres Cchlittcngeläute, und sich so leicht mer lei? lassen, vaß man sie gleich wieder sagen und sich immer von' Neuem da ran freuen kann. Dann wurde jedes Mal der kleine Patient ruhig und geduldig und ließ sich auf die Brust klny fcn und streckte die Zunge heraus, was Kinder bei keinem anderen Menschen als dem Doktor dürfen. Seht ihr, so sind die Geschichten vom Struwwelpeter entstanden. Wenn der Doktor Hoffmann von sei nen Kranken nach Hause kam, schrieb er d'e Erzählungen auf und machte die Bilker etwas sauberer. Da seine gu im Freunde die Geschichten nun auch für ihre Kinder haben wollten, ließ er sie drucken, 0 daß sie jeder kaufen und seinen Kleinen zu Weihnachten unter den strahlenden Baum legen konnte. Und gute Freunde fand der Doktor nun auf, einmal noch viel mehr, als er schon hatte. In der .ganzen weiten Welt fand er sie, soweit die deutsche Zunge klingt und noch viel weiter, im kalten Rußland und im heißen Brasi. lien, in Holland und Frankreich, Jta !ien und Spanien. Im Deutschen mußte daß Buch allein über 180 Mal .mmer wieder in taufenden von Er'mf.zziu gkörUiN werden und wie Eure Großeltern cS schon auswendig gewußt haben, so werden Eure Enkel noch sa

gen:

Sley einmal, hier steht er, . Pfui! Der Struwwelpeter." Aber erst wenn sie größer geworden

sind, und ebenso ihr selbst, so groß wie ich, dann werden sie begreifen, was

eigentlich der Doktor Hoffmann mit sei nem Struwwelpeter so recht gewollt und auch erreicht hat. Er wollte näm lich nicht blos ein Arzt für den kranken

Magen, sondern auch für manche kranke

oder weniattenö thörichte Klnderscele

sein. Er wollte uüenei kindliche Feh

ler und Untugenden nus der Welt schaffen. Aber daS that er nicht, in

dem er euch bitterernste Strafpredig ten hielt cd:r mit der gefährlichen

Ruthe vor den erschreckten Augen her

umsuchtelte. Lieber scherzte er euch die

Ungezogenheiten aus dem kleinen Herzen

!ieraus. Und jeder der bei seinen Ge chichten tüchtig lachte, war schon halb geheilt, denn wer über seine eigene Dummheit herzhast loslachen kann, der thut sie wahrscheinlich nicht mehr zum

zweiten Male.

Das war ein tüchtiger Doktor, der

Doktor Hoffmann und so einen gibts

nicht bald wieder. Auch keinen, wie

seinen Struwwelpeter. Heinrich Hoff

mann selbst hat zwar für euch noch

Manches gemalt und gedichtet zum

Beispiel Im Himmel und auf der

Erde" aber es ist ganz recht, daß

der,Struwwelpeter mit seinen Freun

den als Erster an das stille Lager in

Frankfurt tritt, wo der alte welghaa

rige Mann todt liegt und nur noch von den artigen Engeln oben im Himmel zu träumen braucht.

Nun tragen ne ihn in die stille ine,

wo es noch viel schwärzer ist, als iir Tintenfaß des großen Nikolas. Ihr

aber werdet brav und dambar sein

und euch meine Geschichte vom Doktor Heinrich Hoffmann merken. Sie ist

zwar ganz wirklich und wahr, aber ihr könnt-dennoch daran denken wie an euer schönstes Märchen. Denn auch sie muß jetzt immer anfangen mit den Worten: Es war einmal

Die in der ttdsernt. n Madrid aibt eS eine neue

Mam'selle Nitouche, die jedoch keine

Französin, sondern eine Engländerin ist. Besagte Tame ist eine hübsche eng lische Erzieherin, die in einem Hotel

einen spanüchen Omcler kennen lern::. Mit welchem sie sich verlobte. Aber die mae s2raul war lebr eifersüchtig: -das

Monstrum mit den grünen Augm" plagte sie in furchtbarer Weise. Jüngst . ' . , ,- 1 m t 1

wollte nun der stone Vravv.zam cacyi dienst in der Kaserne haben. Die Miß hatt es sich aber in das rothblonde Köpfchen gesetzt, daß das mit dem Nachtdienst" Schwindel fei und daß ihr Herr Bräutigam ein galantes Abenteuer mit einer schwarzäugigen Spanierin vorhabe. Sie schüttete einem Freunde, der gleichfalls Qfficier ist. ihr Herz auö und dieser wurde plötzlich vom Teufel gepackt und nahm sich vor, die Miß gründlich von ihrer Eifersucht zu kuri. ren. Er rieth ihr, Ofjicierskleider an. zulegen und mit ihm zu nachtschlafen der Zeit" nach der Kaserne zu kommen wo sie sich per.önlich überzeugen könne, ob daS mit mit dem Nachtdienst" Wadrbeit sei oder nickt.

Die blonde Enaländcrin SrSubteich

anfangs ein wenig, aber waS thut man nicht alles aus Eifersucht! Sie gelangten ohne Schwierigkeit in die Ka ferne, nachdem sieden Anruf der.Schild wache richtig beantwortet hatten. Sie gingen in das Fahnenzimmer und in den ersten Augenb.icken merkten weder der Bräutigam, der wirklich Nachtdienst hatte, noch die anderen Offiziere die Anwesenheit der verkleideten Miß. Man kann sich denken, welcher Jubel und welche Fröhlichkeit Platz griffen, als dann schließlich die Demaskirung statt

fand: die komische Situation hätte ein vortreffliches. Operetten oder Possen finale abgegeben. Die spanischen Ossi

ziere sind ritterlich und höchst galant und behandelten ihren weiblichen Nacht gast in der zartesten Weise. Aber da man so fröhlich beisammen saß und die britische Schöne nun doch einmal Sol datenkleider trug, gab ibr ein fideler Lieutenant auch ein Gewehr in die Hand und wollte ihr die Griffe" bei dringen.

Präsendlrt da? Gewehr!" schrie der

Jnstrukter aoer, 0 Schreck! eö öff nete sich die Thür und, wie vom Him mel herabgefallen, präsentirte sich der

Herr Oberst. Tableau! aolgt das

letzte Bild der Soldatenposse. Die

Scene stellt das Zimmer de5 Obersten dar. Personen: der Oberst und die

Miß nit dem Schießgewehr. Die Miß

zittert am ganzen Körper und hat Thränen in den Augen. Die Uniform brennt wie ein neues Nessusgewand. Der Oberst steht mit strenger Miene vor

lhr und hat ein Buch m der Hand: das

Militärdienstreglement. Unbarmherzig liest er der jungen Engländerin zahllose

Kriegsartikel" vor, damit ne die ganze

Schlrere ihres Verbrechens" begreife.

Sie wankt, sie schwankt, sie will sich ihm zu Füßen weisen, aber er winät gnädig ab und verlädt schließlich lachend das Zimmer, um es kurz darauf wieder mit den echten, den Frauenkleidern der Miß

zu betreten, die cr inzwischen aus ihrer

Wohnung hatte holen lassen. Tann

zieht er sich zurück, die Miß kleidet sich

um und die Komödie ist zu Ende. Da aber der Charakter der neuen Diitouche" sie sicherlich nicht für die Erzieherinnen

ausbahn empsielt, durfte das Aden euer wie auf der Bühne enden: mit

einer Hochzeit. WaS wir berichtet, ist nicht Dichtung, sondern nackte Wal,?

vx, und das Geschlchtchen macht gegen

toärtig die Runde durch ganz Madrid.

Chinesische Generale.

Von den chinesischen Generalen ent

wirft ein Eorrespondent in Tientsin

folgende interessante Schilderung:

Tiefe chmejischen Generale sind ein

Stück Alterthum und man möchte kaum glauben, daß es so etwas noch in un I ärom 'Dattsta osfiavt 'ft CTiim CIO

ttim jiuumi um.. cuu -u;t scn nach sind sie eigentlich Armeeunter nehmer. Wie die bürgerlichen Man

darinen kaufen sie ihre Posten als Ka

pitalanlage. Ter General bezicht eine gewisse Pauschalsumme von der Regie rung und damit hat er alle Ausgaben

ür daS Bataillon oder das Lager zu streiten. - Seine Ersparnisse hängen

nur von seinem Gewissen ab, ob er die

Präsenzlisten fälscht oder seine Mann

schaften betrügt.

Nach der Schlacht be: Pina Nana

hatten viele Soldaten drei, vier oder fünf Monate keinen Sold bekommen. Einige Generale rechneten darauf, daß

im Kriege Viele fallen würden, sie also dann nicht so viel zu zahlen hätten.

Ter beruchtlgste Sünder m dieser Be

lehung ist General Wet, die Berühmt i'it von PingÄang. Wei hatte nur

die Hälfte der Truppen, für welche er

Sold bekam und die Truppen, die da waren, bestanden zumeist aus unaus gebildeten KuliS, die in die Stellen von Teferreuren geschoben wurden.

Tiefe Kulis wollten natürlich Nicht

ihre Haut zu Markte tragen. Aber Wei

l,atte gewinn elnflurelchcn Personen viel für sein Kommando gezahlt. Deser

tion wird im Allgemeinen von einem

chinestlchen General nicht als Unglück betrachtet. Freilich haben eö nicht olle

chir.estfchen Offiziere nur auf 'S Geld

machen abgesehen. Ewige sind frelge b'g mit ihrem Fond), gerade so wie einige tapfer und loyal sind und ebenso

brave und loyale Soldaten haben. Tre

Tüchtigkeit eines EontingentS hängt lediglich von der Person seines Generals

ab und wle eS ln feudalen Zelten war, fühlen die Truppen mehr Anhänglich seit an ihren Führer, der sie geworben hat, als an die Regierung oder an ihr Baterland. Wie der Führer ist, so ist die Mannschaft. General Tso pao. kwei z. B., dem die Ehre deS Kampfes bei PingZ)ang bis zu seinem Tode zu fiel, war vielen Ausländern bekannt. Missionäre und alle übrigen halten die

beste Meinung von ihm. Er war nicht nur tapfer, sondern liebenswürdig und

wußte sich die Zuneigung Aller, die mit ihm verkehrten, zu erwerben. Ter

öeneral'war selbst ein Mohammedaner

und so bestanden seme Truppen auch sämmtlich aus Mohammedanern. Leid lin Leib standen sie in der Schlacht ge zen eine überwältigende Uebermacht."

Hieraus wird man aber auch den

Schluß ziehen dürfen, daß fremde In Krukteure und Heerführer nur wenig perden ausrichten können.

Um zersprungene eiserne

Ofenplatten zu kitten, verstreicht an dieselben mit fein gepulvertem iZraunstein, welcher mit Wasserglaslö

sung zu ner dicken Masse angerührt

ist. Öder man knetet aleicbe Theile

Holzasche und Kochsalz mit der erfor derllchen Menge Wasser zu einem Teig und bestreicht damit die Risse. Man wendet den Kitt an, während der Ofen kalt ist; in der Hitze wird derselbe bald sehr hart. Man kann diesen Kitt auch benuen. um Ofenplatten einzusetzen, ebenso die Verbindungen der Ofenrohre ouSzusüllen u. s. w.

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