Indiana Tribüne, Volume 18, Number 115, Indianapolis, Marion County, 13 January 1895 — Page 7
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Gewitter und Sonnenschein
Humörcöle von Karl Node.' sto dem stattlichen Wohnhause des dicken Hofbäckermeisters JerMias Wamperle herrschte Gewitterschwüle. Meister Iremias prustete wie ein überbester Dampfkessel in den Räumen deelben umher, Frau Ursula waltete bleich und stumm ihres Verkaufsamtes in dem eleganten Laden, und das holde Früchtchen Leider, die liebliche Margaxetlje, hantirte glühenden Angesichts am Äüchnheerde, während Gesellen und Lekrlinae das Werk der Nacht mit spöttischem Grinsen und flüsternden Bemerkungen über den Ollen, der heute wieder mal seinen Dollen hatte", teendiüten. Meister Jeremias hatte nämlich am M:nd vorr im Blauen Hecht", wo er gewöhlich seinen DämmerungsschopDen trank und leider des Guten ost ein Bischen zuviel that, davon erzählen hö ten, daß seine Gret:, sein einziges Kind sein Fleisch und Blut, mit dem Schauspiele? Erich Nonnecker vom Herzoglichen Hostheater ein zartes Verhältniß naeknüpft habe, und das hatte ihn so ix Wuth gebracht, daß er sich sogar unbrerbi?t:qe Bemerkungen über den Landesherrn und seincVorliebe für das Theater halte zuSchulden kommen lassen. Das anze war schlimm, sehr schlimm, denn in der kleinen Residenz, wo Einer dem Andern in die Kochiöpfe schaute, blieb Seiner Hoh:it nichts verboraen. am allerwenigsten, wenn eines seiner Landeskinder sich respektwifcri.q über ihn geäußert hatte. Wehe aber dem Unglücklichen, dem dies passirt war. Ein so gnädiger Landesvater er sonst seinen Unterthanen war, in solchen Fällen ließ er die höchste Strenge, nicht selten sogar Höchsteigenhändiz den Stock walten. Da saß der Knoien im Garne. Den Hoföäckermeister" wurde Jeremias Wamperle los. daran war nicht zweifeln, daß er den Vorsitz im Stadtverordnetenkollegium los werden würde, den er schon seit einer Mandel Jahren zu seiuem großen Stolze inne hatte, und daß ihn die Schützengilde au lyren Reihen usstoßen würde, trotzdem er schon seit ?nehr denn zehn Iahren alljährlich die Königswürde für Seine Hoheit, den Landesherrn, erschossen hatte und mitkzin ebensolange die Würde eines Äiceiönigs bekleidete, das war so sicher wie das Amen in der Kirche . Und das alles bloß wegen Deiner verfluchten Liebelei mit dem Lumpen, mit dem Fratzenschneide?, mit dem Bruder Lüdcrlich, Du mißrathene Dirne," schrie Vater Jeremias seine Tochter an, die eben aus der Küche herdortrat. .Ericb Ronnecker ist kein Lump und kein Fratzenschneider. Papa, er ist Künstler ersten Ranges . . Jung-Grct-chen richtete sich hoch auf und ließ ihre Hauen Augcn auf den Vater hinblihcn. Halt den Mund, nichtsnutzige Frauenzimmer!" brauste Vater Warn perle auf; ich will mich nicht meine Lebtage gequält haben, um dem ersten besten hergelaufenen Lotter meine sauer ersparten Groschen in die leeren Taschen zu stecken. Und das sage ich Dir, höre ich noch ein Wort davon, daß Tu mit dem Lumpen schön thust, dann schlage ich Dir und ihm die Knochen kaput. .." Meister Wampcrle hatte gut rcdcn. Mit dem Knochen kaput schlagen" war weder die Ungnade seines Landesherrn, noch die Liebe seiner Tochter zu dem Hofschauspicler aus der Welt geschafft. Die Folgen seiner respcktwidrigen Worte machten sich schon bemerkbar. Der Laden blieb von Käufern leer; im Etadtverordnetenkollcgium berieth man ollen Ernstes, ob man solch einen Uebel thäter, wie den Meister Jeremias, im ZLorsitz belassen könne, und die Schü-t-.engilde war bereits zu einer General Versammlung zusammenbcrufen worden. um zu dem Falle WamperleStellung zu nehmen. Meister Jeremias schwitzte Blut. Aber auch die Liebenden waren thatig. Hold-Gretchen hatte nichts eilige res zu thun gehabt, als den Geliebten zu einem Stelldichein einzuladen. Der Vater ist zu unglücklich, mein Erich, und und wir werden nie einander besitzen können, wenn er wirklich in Ungnade fallen sollte ." Muß unl Verleihung bitten, Schatz; Serenissimus ist wohl cmpsindlich. aber auch ein gnädiger Fürst, wo cr !eue sieht . Ach das ist es ja eben, Papa loirb es nie über sich gewinnen ." ..Hm ! Nun, wollen mal sehen, Liebchen. Wir bleiben einander treu, flelt?" Ein Kuß bencgelte das Versprechen. Erich Ronnecker war in der That ein Zlünstlcr ersten Ranges, wie Gretchen gesagt hatte, ein gottbcgnadctcr Jüngcr Thalicns. Er war aber auch ein ebenso schöner als braver und Herzens ßutcr Mann. Freilich Geld hatte er, trotz seiner hohen Gage, selten im Ucberfluß, das ging ihm durch die Fin ger, wie Wasser; aber cr hatte seine Kunst und die Gunst seines Landeskcrrn. Erich Ronnecker war der er klärte Liebling des Herzogs. Inzwischen nahmen die Schritte gcgen Meister Wampcrle imer nachdrücklichcrcs Tempo an, selbst vom Herzoglichen Hofe wurden bereits ungnädige Wirkungen fühlbar, da cntschloß er sich endlich. Seine Hoheit um Verzeihung zu bitten. Serenissimus hatte grade gut gc frühstückt, als ihm der Hofbäckcrmcistcr Wampcrle gemeldet wurde. ,.oll eintreten!" befahl cr. Zerknirscht trat dcr dicke Meister Jcrcmias vor den Landesherrn hin. Hoheit, halten zu Gnaden, ich ich " weiter kam cr nicht. Sercnisnmus siel ihm in das Wort. Weiß schon. Er Esel hat auf mich im Blauen Hccht" geschimpft, weil mein wackcrer Ronnecker Sein Mädel
lieb hat. Den Buckel soll ich ihm hin untcrkricchcn, hat Er gesagt, he?" Hoheit, halten zu Gnaden " ..Hat Er Escl das gesagt? Antwort !" Ja, Hoheit, ich war so verwcgen !" Na, dann werde ich Ihm den Gefallen thun, warte Er mal " mit diesem Wort erhob sich Sercnissi inus und ließ seinen spanischen Rohr stock mit solcher Wucht auf den Buckel dcö dicken Meister Wampcrle nicdcrsauscn. daß dieser sich immer tiefer zur Erbe bückte. ..Ich will Ihm Escl hclfen, den Ramen Seines Landesherrn tnit rcspcktswidrigcr Betonung in den ungewaschenen Mund zu nehmen, warte Er " Indem Seine Hoheit noch derb auf den Bäckermcistcrrücken losfuchtclte, öffnete sich die Thür zum zweiten Male und herein trat in Begleitung eines lieblichen Mädchcns ein zweiter Mciftcr Jcrcmias Wampcrle . Ranu?!" Hoheit hielt mit dem Schlagen inne und blickte von dem eincn Bäckermeister zum andern, von diesem auf das verlegen errö thcnde Mädchen, bis endlich sein ?luge auf dem Antlitz des Lakaien haf ten blieb, dcr die Zwei hereingeführt hatte. .Laufen denn zwei solcher Esel in meinen! Lande herum?" Hoheit, ich ich ich !" stammelte dcr verlegene Lakai . Aber auch dcr zwcitc Meister Wamperle stammelte von Furcht und Grauen geschüttelt: Hoheit, ich ich ich ." Werde ich endlich Ausklärung bc kommen?" rief Seine Hoheit da. indem cr sich nach dem socbcn durgcprü gelten Bäckermeister umwendete. Zu Vcfchl. Hohcit !" crwi dcrtc dieser jetzt mit ganz anderer Stimme, als vorhin, indem cr die ihn vollständig unkenntlich machende Per rücke vom lkopfe riß. Was Tu, Ronnecker?" Befehlen, Hohcit, Erich Ronnecker, Herzoglicher Hofschauspicler, habe aus Liebe zu meinem Grctchcn dort dem Herrn Hofbäckermeister die wohlvcr dienten Prügel abnehmen und Eurer Hohcit gnädiges Wohlwollen wieder gewinnen wollen . Hahahaha !" Serenissimus sing laut an zu lachen, und Tich habe ich so jämmerlich durchgeprügelt? Das thut mir leid !" Mir nicht, Hohcit. dcr Buckel ist ja ausgcstopst," lachte Ronnecker, da ist nichts durchgekommen ." Da sieht Er Escl nun, was Er für Unheil angerichtet hat," schnob Scre nissimus jetzt, allerdings mch immer lachend, den wirklichen Meister Wampcrlc an, und zu gleicher Zeit sieht Er, was für ein braver Mensch der Ron ncckcr ist. Wie schaut es denn mit Ihr aus, Mamsell V Hold-Gretchen erglühte bis in die Haarwurzeln hinein; hat Sie den Schauspieler lieb und will Sie ihm eine brave Hausfrau werden ?" Ach, Hohcit von Herzen gern, wenn " Run?- Wenn Vater nur wollte!" Dem werde ich den Buckel nicht bloß hinunter-, sondern auch hinauf kriechen, wenn er sich jetzt noch so dumm anstellt. He, will Er, oder will Er nicht !" Das spanische Rohr Seiner Hohcit fuchtelte dem Vückermei per bedenklich vor dcr Rase herum. In Gottes Namen, ia! Hohcit." Tann soll Ihm Seine Eselei in Gnaden verziehen sein. Zur Hochzeit ladet Er mich aber ein. Verstanden? Marsch !" Dabei ist es auch geblieben, und Papa Wamperle hat noch als Stadt verordnetcnvorstcher wie als Viccschü tzenkönig ein paar kleine Ronneckcrs auf den Kniccn schaukeln können. Tcm großen Ronncckcr ist dcr Herzog aber allezeit ein gnädiger Pr'otektor gcblieden. Fremdkörper im Ohre. Von Tr. Otto Gotthilf.
Turch unvorsichtiges und ungeschickt tes Hcrumbohrcn im Ohre ist schon manches Unheil angerichtet worden. Hat sich das Ohrenschmalz verdickt oder ist es lange nicht entfernt worden, so daß es ein juckendes, kitzelndes Gefühl verursacht, dann ergreifen viele den ersten besten spitzen Gegenstand und stochern damit gewaltsam im Ohre herum. Wie oft sind dadurch schon Verletzungen dcr zarten inneren Haut oder gar des Trommelfells entstanden ! Spater, oft längere Zeit nachher, zeigt sich dann Eiter im Ohre, das Geschwür greift immer weiter um sich, geht auf das Gehirn über und es tritt der Tod ein. Noch schlimmer aber und schneller stellt sich das Unheil ein, wcnn Theile des in das Ohr eingeführten Gegen standes abbrechen. So mancher bohrt zum Beispiel mit dem gerade in der Hand befindlichen Blcistist im Ohre herum. Plötzlich bricht . die Spitze ab. Run werden zuerst mit den Fingernä geln, dann mit Zahnstochern und dcr gleichen alle möglichen Versuche ge macht, den Fremdkörper zu entfernen. Gelingt dies wirklich, so kann man von großem Glück sagen. Meist jedoch wird bei diesen Eftractionsvcrsuchen weil sie ohne jede Kenntniß dcr baulichen (anatomischen) Verhaltnisse des Ohres ausgeführt werden dcr betreffende Gcgcnastnd immer tfcr in den Gehörgang hineingcschobcn, auch treten mehrfach kleinere, aber für die zarten inneren Theile höchst verhängnißvolle Verletzungen ein. Selbst für den Arzt wird es dadurch trotz dcr jetzt so vcr vollkommnctcn Instrumente nachher oft unmöglich, den Fremdkörper ohne eine gefährliche Operation zu entfernen. Sowohl diese Fälle als auch jene, wo Kinder sich Gegenstände spielend in 's Ohr stecken, führen daher nicht selten
zu schwersten Erkrankungen, a sogar zum Tode. Man könnte diese Schilderung' für übertrieben halten und das Krantheits bild für zu schwarz gemalt und nicht dcr Wirklichkeit entsprechend; deshalb will ich einige fachmännische Urtheile und charakteristische Beispiele anfüh' rcn. Prof. Schwartze sagt in seinen ,,chi rurgischcn Krankheiten des Ohres": Alljährlich sterben überall infolge sol eher ungeeigneter Ertraktionsvcrsuche eine Anzahl von Kindern. Aus dcr vcrhältnißmüßigcn Seltenheit dcr vcr öffenttichten tödtlichen Fälle darf nicht geschlossen werden auf die Seltenheit ihres Vorkommens." Es können eben wcgcn dcs Widerstandes dcr Angchörigen nur sehr selten Sektionen und anatomische Untersuchungen nach To dcöfällcn durch Gehirnentzündung oder Eiterungen im Gehirn vorgenommen werden, und daher wird auch das Grundübcl, die eigentliche Krantheits Ursache, selten erkannt. Aber doch fin den sich in dcr medizischcn Literatur viele Falle, welche deutlich beweisen, daß Zerstörungen des Trommelfells. Taubheit, Gehirnentzündung und Tod schon häusig die traurigen Folgen der ungeschickten Entfernung von Fremdlörpcrn im Ohre waren. Tr. Sabaticr sah den Tod infolge einer Papierkugel eintreten, welche durch unzweckmäßige Entfcrnungsversuche in die sogenannte Paukenhöhle dcs Ohrcs gelangt war. Es zeigte sich bei der Section eine schwere Verletzung dcs Knochens der Paukenhöhle und eine Eiterung. Tr. Wcinlcchncr berichtet folgendes: Ein Waisenknabe steckte sich einen Kieselstcin ins Ohr. Er schob tüchtig nach, um ihn, wie cr meinte, beim anderen Ohr wieder herauszubringen. Tadurch wurde dcr Stein fest in die,Paukcnhöhlc gedrängt. Es trat Lähmurg der Gesichtsnerven und nach einigen Tagen der Tod durch Gehirnentzündü:ein. Von anderen Aerzten werden nocZ zahlreiche ähnliche Fülle berichtet, in denen Kasfccbohncn. Johannisbrot kcrne, Kieselsteine, Kirschstcine, Bohnen auf unvorsichtige oder gewaltsame Weise tics in das Ohr gepreßt wurden und Verletzungen dcr Paukenhöhle. Zerstörungen dcs Trommelfells und st weiter veranlaßten. Und wenn solchk von Laien ausgeführte Operationen auch wirklich nicht immer diese höchst schlimmen Folgen haben, so bewirken sie doch fast stets eine Schwellung dcs inneren Ohres und erschweren dadurch die späteren ärztlichen Eingriffe gcinj bedeutend. Sehr richtig sagt Profesio: Lezold: So einfach und sicher die EnU fcrnung aller von ErtraktionsinstrU' mentcn in Laicnhand unberührt geblic bcncn Fremdkörper im Ol,r nach dcr Erfahrungen sämmtlicher Autoren ge lingt, so schwierig wrrd die Aufgabe wenn der Körper durch Unqcschicklicb' keit bis tief in den inneren Gchörgan? vorgeschoben ist." Möge daher jccrn, wcnn ihm einmal ein Gegenstand in' Ohr gekommen ist und nicht sehr leichi wieder herausfüllt, die Hand davor lasten. Tas einzige Erperiment, wel. ches man ohne Gefahr und oft mit Er folg ausführen kann, ist folgendes: Man neige den Kopf ganz tief nach rechts oder links, je nachdem dcr Gcgcn stand im rechten oder linken Ohre' sich befindet. Tann zieht ein anderer dir äußere Mündung dcs Gchörgangcs mit beiden Taumcn energisch auseinander, und der Patient schüttele und rüttclc dabci mit dem Kopfe, und stampfe und hüpfe auf dem Beine der betreffenden Seite. Im vorigen Sommer traf ich auf einer Waldwiese mehrere Knaben, welche Näubcr und Soldat" spielten. Es schien aber gerade allgemeiner Friede zu herrschen, denn ohne von Holzsäbcl und Schleuder Gebrauch zu machen, standen sie ängstlich-ruhig dicht bei einander. Sogar die Räuber" machten trotz ihrer Hahnenfedern am Hute höchst muthund rathlosc Gesichter. Ich wagte mich daher an sie heran und fragte, was gc schehcn sei. Ta zeigten sie mir einen jämmerlich heulenden Räuber, welchem ein kleiner Stein im Ohre saß. Er hatte sich vorher mit dem Ohr auf die Erde gelegt, um das eventuelle Herannahen dcr Soldaten" besser zu hören. In seinem jugendlichen Eifer hätte cr dabei wahrscheinlich das Ohr so fest auf den Boden gedrückt, daß der Stcin hincingcprcßt wurde. Ich wandte nun die vorhin bcschric bcne Methode zur Entfernung UN. und alsbald fiel das Stcinchcn heraus. Nach kurzem Tank stürmten dann wieder Räuber und Soldaten wuthcntbrannt auf cinandcr los. Hat dieses Experiment jedoch keinen Erfolg, so stehe man von allen weiteren Versuchen ab und nehme sofort ärztliche Hilfe in Anspruch. Tie Eltern aber mögen ihre Kinder auf die schweren Folgen aufmerksam machen, welche Fremdkörper im Ohre verursachen könr.en, damit die Kleinen nicht im Spiel sich solche aus Spaß" hineinstecken. Ferner sollen Eltern und Lehrer kein böses Beispiel dadurch geben, daß sie zum Entfernen des Ohrenschmalzes Streichhölzer, Zahnstocher oder gar leicht abbrechende Bleistifte benutzen. Adolph, Adolph, blick auf mich herunter!
Folgende romantische Geschichte wird aus dcr österreichischen Kaiserstadt be richtet: Ein-, zweimal in dcr Wochc, da ist die Schwemme" cincs Gasthauscs in dcr Schönbrunncrstraße ganz bcsondcrs'gut besucht; das dunstige, rauchdurchqualmte Zimmerchcn wird zum Thcatcrsaal, aus zusammengcstelltcn Tischen wird ein Podium geschaffen, von dem aus dcr Portier cincs nahegelcgencn Hotels bald den Hamlet, und bald den Gök. bald Wallcnstcin und dann wieder Ficsco tragirt. Und seine Zuhörer sind gar aufmerksam und dankbar für den. künstlerischen Genuß,
der ihnen in der Schwemme zu Ttjcil j wird. Vor vier Jahren wurde Herr I
Karl x. an das Burgthcatcr cngagirt, er galt für cincn dcr Talcntirtesten un ter der jungen Garde und Publikum und Kritik verfolgte mit freundlichem Interesse seine künstlerische Entwicklung, aber nicht lange blieb Herr X. an dcr ersten deutschen Bühne; Verträglichkeit und Rachgibigkcit war nicht seine Sache, er wolle nur in guten", ja nur in ersten Rotten auftreten, ernste Zwistig kciten mit dcr Tircltion waren die Folge und der junge Schauspieler wurde nach Auszahlung einer dreijährigen Gage entlassen. Noch zweimal wurde X. in kurzer Folac für das Burg thcatcr verpflichtet, aber sein ungefüges Naturell verschuldete stets die rascheste Lösung dcs Engagcmcnts-Verhältnisscs. Vor zwei Jahren wurde X. für 's Teutsche Vclksthcatcr gewonnen, und anfangs schien cS, als sollte hier das rechte Feld seiner Thätigkeit sein, aber bald kam es wieder zum Bruch. Bei einer Aufführung von Lindncr's Blut Hochzeit" provocirte X. einen Skandal, indem er erklärte, nur ungeschminkt aufzutreten, die Folge davon war seine sofortige Entlassung. Von dieser Zeit an ging cs mit X. abwärts, cr trieb sich schließlich auf den ärgsten Schmieren bcrum und verarmte vollständig. Vor etwa einem Jahre hatte cr eine seltsame Begegnung mit einem ehemaligen Kollcgc'n, mit Adolph Sonnenthal. Ter Künstler weilte in Jschl, da siel ihm auf der Esplanade ein zerlumpter Mensch zu Füßen und rief ihm zu: Adolph, Adolph, blick auf mich hcrunter!" Erstaunt sah Sonncnthal auf den Bettler. Es war X., den er als Künstler protcgirt und dem er eine glänzende Zukunft vorhergcsagt hatte. ..Kcrl. was hast Tu?" ..Hunger!" war die lakonische Antwort dem Sonncnthil nunmehr mit Rath und That zur Hand ging und zu einem neuerlichen Engagement verhalf. An dem crccntrischen Wesen, dem unglücklichen Temperament dcs Herrn X. scheiterte aber auch dieser Versuch, er kehrte. frühzeitig gebrochen, nach Wien zurück und verließ das Thcatcr, das ihn in scincn Hoffnungen getäuscht hatte. Gegcnwürtig ist dcr ehemalige Vurgschauspiel?? in einem Vorstadtbolel aus der Schönbrunncrstraße Portier. Er hat aber darum die Erinnerungen an seine glänzende Vergangenheit nicht auf. gegeben und gar oft dcklamirt er den Gästen eines nahcgclcgcnen Gasthauscs jene Scenen vor, in denen er einst so manchen Erfolg cr;iclt hat. Ein Märtyrer dcö SalateS. Ter Hauptmann Schmicdicke war ein stiller, gemüthlicher Mann, mit solidem Bauche und dem ganzen Aussehen cincs wohlconditionirten Junggesellen. Zuweilen, wcnn er trüben Gedanken nach zujagcn schien, hatten ihm Bekannte wohl gerathen, eine Frau zu nehmen, doch konnte cr sich dazu nie bequemen. War er ein Weiberfeind oder hatte er trübe Erfahrungen mit den Frauen gemacht? Wer wußte es! Eine Lei dcnschaft hatte dafür der Herr Hauptmann: cr trank nicht, er spielte nicht, er nahm nicht die Geduld seiner Zuhörcr durch Erzählung unglaublicher Heldcnthatcn in Anspruch, cr hatte nur die Leidenschaft, den Salat anmachen zu wollen, in dieser Kunst wollte er dcr Tüchtigste unter den Hauptleutcn sein. Er konnte kein Mittagessen ohne Salat vor seincm Gewissen verantworten, und wieder konnte er keinen Salat essen, an den cr nicht wenigstens Zuthat, sei cs auch nur etwas Essig, Salz oder Pfeffer gethan hatte. Im Punkte des Salates war er eifer süchtig, war cr tyrannisch, er brummte, wcnn Jemand Salat aß, an dem er nicht gearbeitet hatte, wer von einem Salat, der aus seinen Meisterhänden hervorgegangen war, nicht mit cnergischem Appetit aß, dem war er gram. Er ist, ein Opfer seiner Leidenschaft, gestorben, und dies kam so: Am Offizicrtisch behauptete ein anderer Hauptmann, Salat sei ein ungesundcs Esscn. Schmicdicke stand auf, seine Augen rollten wild umher, er stieß ?inige beleidigende Worte hervor. Tie Tcgcn wurden umgeschnallt, und mit ihren Sekundanten und einigen anderen Offizieren, die Zeugen dcs Duells sein sollten, ciltcn die Beiden auf einen gut gelegenen Kampfpla in dcr Nähe der Stadt. Es galt die Ehre dcs geliebten Sala tes, und Hauptmann Schmicdicke focht ! wie' ein Held. Sein Eegner erhielt eine leichte Wunde m den Arm. Tie Sekundanten wollten jetzt dem Zweikampfe ein Ende machen, da ja Blut gcslocn sci. ..Nein, ncin!" rief Schmicdicke, das war nur ein Tropfen Oel!" und wieder ; wurden die Klingen gekreuzt, und gleich darauf traf Schmicdicke scincn Gegner ! auf die Brust. Aha! lachte cr, da stleyt der Emg!" Ter Femd des Salatcs, aus zwei Wunden blutend, und gereizt durch die schlechten Scherze dcs Anderen, benutzte jetzt eine Blöße dcs Hauptmanncs Schmicdicke und stieß ihm die Klinge in die Brust. ..Nun noch der Pfeffer!" schrie dcr Vctroffcnc und bohrte seine Waffe in das Herz dcs Feindes, der todt niederKürzte. Auch der Hauptmann Schmicdicke war zu Tode getroffen. Seine Kameraden hielten ihn in ihren Armen. Hört Jhr's?" sagte er mit sterbenöcr Stimme, cs giebt kein gesünderes össcn als den Salat, aber nicht Jeder kann ihn anmachen. Nicht Jeder!" amrmcltc er noch einmal und warf :inen stolzcn Blick auf seine Freunde. Sann schloffen sich seine Augen für immcr, und sein Athem stockte. Er war Sem Salate zum Opfer gefallen. . Genaue Bekanntschaft. Frau A.: Kennen Sie die Frau Lehmar.n genau? Frau 23.: In- und auswendig, wir haben dieselbe Friseurin.
Das Zlcisch in dcr Küche. Schon vor den historischen Zeiten bat der Mensch angkfangen. seine Speisen und insonderheit das Fleisch durch Einwirkung der Hitze tauglicher zur Nahrung zu machen. Die ursprünglichste Art der Zubereitung des Fleisckes war das noch heutzutage gebräucblichi Braten am Spie", indem das Veutethier ohne Weiteres mit dem Jagdspicß über das nach der Jagd angemachte Feuer gehalten wurde. Erst allmälia kamen andere Methoden auf, das Kochen. Dämpfen, Schmoren und Braten, sowie das Räuchern und Po keln. Die Hausfrau, die diese Zubereitunasweisen anwendet, wird sie um so vollkommener ausführen, wenn sie sich dabei zugleich über das Wesen der 'dabei im Fleisch stattfindenden Vorgäng: Rechenschaft gibt. Diejenige Wirkung der Hitze, auf die es uns bei allen diesen Methoden zunächst oder ausschließlich ankommt, ist die aufweichende, den Zusammenhang dcr Theilchen lockernde. Diese Lockerung befördert an sich und weiter mittelbar durch das erleicht-erte und deshalb gründlicher betriebene Kaugeschäfi die Einwirkung der Verdauungssäfte au? die Löslichmachung der Fleischfaser: dazu aber kommen, je nach der BeHandlungsweise, verschiedene ZersetzungsöorgänZ?. welche den Geschmack desFleisches abändern und dadurch eine dem Appetit förderliche Mannigfaltigkeit in den Genuk dieses wichtigsten aller Nahrungsmittel bringen. Aber die Hitze wirkt auch austrocknend. Das Fleisch enthält in frischem Zustande 73 80 Procent Wasser, und wenn dieses mehr oder weniger entfernt ist, begreift nian leicht, dast die Verdauungssäfte nicht so gut die Fleischmasse durchdringen, ganz abgesehen davon, daß die Zerkleinerung durch Kauen erschwert wird und die Speicheldrüsen zur Durchfeuchtung der Masse zu sehr in Anspruch genommen werden. Man sieht.daß eine richtige Leitung der HitzeWirkung ein Haupterforderniß ist, um aerobe die vortheilhaften Umänderungen des ffleisches zu erzielen und die ungünstigen zu vermeiden. Das Fleisch enthält, wie alle organischeu Stoffe, neben dem an sich unflüchtigen Kohlenstoff, die luftförmigen, also flüchtigen Elemente Sauerstoff und Wasserstoff und außerdem als Vorzug der erweißartigen Stoffe, zu denen es gehört. Stickstoff und etwas Schwefel. Da die Hitze bei allen Stoffen den luftförmigen Zustand begünstigt, so führt sie bei stärkerer Einwirkung dahin, dast mehr und mehr von den flüchtigen Stoffen entweichen, wobei dies aber untereinander in manniafache? Verbindung bleiben können, zumal der Sauerstoff und Wasserstoff als Wasser. Auch reißen sie einen Theil des Kohlenstoffs mit, der mit dem Sauerstoff und dem Wasserstoff flüchtige, dem Geruch sehr bemerkliche Verbindungen eingehen kann. Immerbin bleibt verhältnißmäßig mehr Kohlenstoff zurück, zunächst noch in Verbindung mit den anderen Bestandtheilen, schließlich fast allein; die letzte Wirkung der Hitze ist also eine Verkohlunq. Daher die Bräunung und schließlich Schwärzung des Fleisches bei andauernder oder verstärkter EinWirkung der Hitze. Die bräunlichen Stoffe mit vermehrtem Kohlenstoffge-
halt die bei der beginnenden Verkoh-j lung emer organischen Substanz austreten, bezeichnet man als brenzlich". Da die organische Substanz durch diese Umwandlung schon zerstört ist, können die brenzlichen Stoffe nicht nährend wirken, sie wirken aber unter Umständen reifend auf die Verdauungsorgane und können somit bei geringer Menge dem Gewürz gleich gesetzt werden, fallen aber wie diese schwachen Magen beschwerlich. Man vermeidet das Austrocknen wie das Brenzlichwerden fast gänzlickwenn man das Fleisch durch Vermittelung des Wassers der Hitze aussetzt, also beim Kochen. Jede Hausfrau weiß, daß das Wasser, so lange es flüssig bleibt, nicht über 212 Grad Fahrenheit erhitzt werden kann. Und doch würde sie irren, wenn sie sich bei dem Satze in dieser Allaemeinheit beruhigte. Der Luftdruck hat eine wesentliche Einwirkuna auf den Siedepunkt des Wassers, so daß auf hohen Bergen wegen des verminderten Luftdruckes und damit Serabsekung des Siedepunktes das Fleisch auf die gewöhnliche Weise nicht nehr gar gekocht werden kann. Schon stärkere Schwankungln des BarometerLandes an demselben Orte können auf ven Verlauf des Kochprocesses merklien Einfluß haben. Man hat von dem zu Grunde liegenden physikalischen Gesetz: Gebrauch gemacht, indem nan die Bouillon-Kochtöpfe construirte, tn den.:n die entweichenden Dämpfe kurch ein den Topf verschließendes Getoicht zurückgehalten werden, bis ihre Spannung den Druck dieses Gewichtes überwindet. Unter; diesem vermehrten Druck kann der Siedepunkt auf 230 ja 246 Grad gebracht werden. Beim Kochverfahren wirkt das Wasser. unter der Voraussetzung, daß das, Fleisch kalt angesetzt ist, in verstärktem Maße lösend, zunächst auf die für die Ernährung so wichtigen Fleischsalze, unter denen das phosphorsaure Kalium besonders hervorzuheben ist, und zwar umsomehr, je weniger salzhaltig es sei be? ist. Soll also Suppe von dem Fleisch gekocht und dieses nicht weiter verwerthet werden, so ist es zweckmäßig, nicht gleich im Anfang zu salzen. Zugleich lösen sich die durch den Lebensprocen entstandenen Zersetzungsstoffe des Fleisches, die Fleischbasen und die aromatischen Extraktswffe, die den Wohlgefchmack und die anregende Wirkung der Fleischbrühe bedingen. Da die aromatischen Extractstoffe flüchtig sind, ergiebt sich die Bedeutung der
Kochregel, den Vouillontopf nicht unnütz offen stehen zu lassen. Bei kalt angesetztem Kochfleisch löst sich, so lange die Temperatur nicht über 138 Grad gestiegen, auch der in geringerer Menge vorhandene, als Albumin bezeichnete Eiweiß- Bestandtheil des Fleisches, der bei größerer Hitze gerinnt. Da die so entstehenden Albuminflocken die Fleischbrühe unansehnlich machen, werden sie durch Abschäumen" entfernt und kommcn also für die Ernährung nicht in Betracht, obwohl dieser Stoff wie der verwandt: Eiweißstoff des Hühnereiweiß dazu tauglich wäre. Die Hauptmasse der Eiweißstoffe bleibt aber im Fleische zurück, so daß die Fleischbrühe also von organischen Baustoffen nichts unserm Körper zusühri. Der bei anhaltendem Kochen aus den Bindegewebstheilen und Sehnen und bei überhitztem Wasser selbst aus , dem Knochen ausgelöste Leim hat für die Ernährung, wenn überbaupt. nur eine untergeordnete Bedentung. Alles in allem erhält man in der Fleischrühe nur etwa 3 Prorent der Fleischmasse in Lösung, umsomehr, je mehr das Fleisch zerkleinert war. Die Bestandtheile der Fleischbrühe außer den aromatischen Stoffen finden wir auch im Fleischextract vor; je wemaer Leim dies enthält, desto mehr überwogen in ihm die Fleischbasen und Salze, desto werthdoller ist es also. Das nach dem Kochen zurückbleibende kalt aufgesetzte Fleisch enthält noch das gesammte Eiweiß der Muskelfaser, also den hauptsächlichen Nährbestandtheil, aber es ist durch unglttchmäßigen Verlust von Wasser faseriger und daher den Verdauungssäften weniger zugänglich geworden, vor allen Dingen aber hat es durch Abgabe der Fleischsalze und Fleischbasen keine genügende reizende Wirkung mehr auf die Ausscheiduna der Verdauungssäfte und aus demselben Grunde auch seinen Wohlgeschmack verloren. Durch AnWendung von Gewürzen zum Fleisch läßt sich dieser Mangel nur unvollkommen ersetzen, am besten und natuigemäßcsten noch mittels des Fleischextracies. Wird dagegen das Fleisch mit kochendem Wasser aufgesetzt, so gerinnt sofort dös Albumineiweiß in den äußeren Schichten des Fleisches und verhindert den Austritt des übrigen, mit dem Eindringen der Hitze auch gerinnenden löslichen Eiweißes. Zugleich werden aber auch die Salze und die Fleischbasen fast ganz zurückgehalten, und durch Heraöminderung des - Wasserverlustes auf höchstens 10 Procent bleibt das Fleisch saftiger. Man erhält auf diese Weise ein nahrhaftes wohlschmeckendes Fleisch, dagegen eine werthlose Brühe. Um die Vorzüge beider Methoden einigermaßcn zu vereinigen, verfahre man nach dem Grundsätze, aus dem Kochfleisch ein möglichst compaktes Hauptstück herauszuschneiden, das erst beim Kochen eingelegt wird, alle abgeschnittenen lappigen Theile und die sonst etwa vorhandenen kleinen Fleischstückchen aber noch weiter zu zerkleinern und kalt anzusetzen. Was bei diesem Verfahren der Brüh: noch an Kraft mangelt, wird durch Zusatz von Fleischeztract ergänzt. Bei jeder Anwendung von Fleischextract zur Herstellung von Suppen oder Brühen halte man sich aber gegenwärtig, daß gutes Fleischertraft noch nicht mit Kochsalz versetzt ist und kein Fett enthält, beides also in geeigneter ??orm und Menge zugesetzt werden muß. Speiseanstaltcn für Frauen.
cv, mia r.:i i : v& ,u -puii uiiicytii cu luiuiy uinn Speiseanstaltcn, deren Besuch ausschließlich Frauen gestattet ist. Die Anstalten haben einen großen Erfolg erzielt und erweisen sich auch als sehr werthvoll in moralischer Beziehung, so daß ihre Nachahmung nur auf's Wärmste empfohlen werden kann. Diese Pariser Speisewirthschaften verdanken ibr Entstehen dem menschenfreundlichen Vorgehen einiger Frauen, die vor 2 1-2 Jahren den Verein für Frauenwcrkstätten (Union des ateliers de sein rncs) aearündet haben. Die Frauen erkannten die großen Unzuträglich!ten und Gefahren, welche die gemischten Lolks-Speiseanstalten zur Stunde der Mittagsmahlzeit den alleinstehenden Arbeiterinnen bieten, und richteten beim March Saint Honor6 eine Art bürgerliche Pension ein, welche nur für weibliche Gäste geöffnet s:in und gute, sorafältia zubereiteä: Speisen und Geteänke zu den denkbar billigsten Preisen verabreichen sollte. Die hochherzigen Unternehmerinnen sorgten mit Hilfe der Geschäftsleute, von denen sie ihre Waaren und dergleichen beziehen, dafür, daß die Sache ruchbar wurde, und als der Tag der Eröffnung kam, stellten sich nicht nur 60 weibliche Gäste, für welche man bequeme Unterkunft geschaffen hatte.sondern 112 ein. Schließlich kamen so Viele, daß man sie gar nicht unterbringen konnte. Am Iahresschluß ergab sich, daß der Verwalter trotz der unglaublich billigen Preise ohne Fehlbetrag abschließen konnte. Dieser Erfolg ermuthigte' zur weiteren Ausdehnung des Unternehmens. Man erwarb in der Nu: Iacques-Rousseau eine verkrachte Wirthschaft und richtete diese für 600 Gäste ein. Der Erfolg war. wenn möglich, noch glänzender, denn nicht nur Arbeiterinnen und Lehrmädchen strömten herbei, sondern weibliche Angestellte u. s. w., so daß diese Sveiseanstalten eine große Ausbreitung versprechen. In der Aufregung. Rentter Meier (am Stammtisch): Herr, das ist eine tödtliche Beleidigung ich fordere Sie auf Wtolen, jetzt soaleicü (vorWutb bebend) Einer von unZ
muß Wittwer werden!" . j
?raucn dcr Naturvölker.
Wenn auch bei den Naturvölkern die Frauen, wie bekannt, größtentheils nicht viel mehr als Sklaven ihrer Ehemänner sind, so hat doch in vielen Gegenden das starke Geschlecht einen schweren Kampf um die Herrschaft zu führen. Die Indianer Brasiliens z. B. haben eine ledhafte Furcht vor ihren Weibern und befolgen deren Ränken gegenüber den Grundsatz des laissczfiiire. Die Weitaweita lehren ihre Frauen nicht die Feuererzcugung. w?il sie nach ihrer Meinung sonst unter deren Herrschaft kämen. Die Miris in Bengalen erlauben den Frauen nicht, Tigerfleisch zu essen, damit sie nicht zu geistesstark würden. Die Feuerländer feiern ein Fest, das Kina, zur Erinnerung an ihren Aufstand gegen die Weiber, die früher die Gewalt hatten und die Geheimnisse der Zauberei kannten. Bei dem Dieri-Stamm in Australien bedrohen die Männer ihre Frauen, wenn sie etwas Unrechtes thun, mit dem Knochen", dem Zaubergerätb, das, wenn cs auf das Opfer gerichtet ist, gewissen Tod bringt. Die Pomo-Jndianer von Calisornien haben große Schwierigkeiten, ihre Macht über die Weiber aufrecht zu erhalten. Der Gatte bringt oft seine Frau dadurch zur Unterwürfigkeit, daß er sich ihr als Währwolf darstellt; hierauf ist sie gewohnlich einige Tage lang gefügig. Bei den Tatu-Jndianern Californiens haben die Männer eine geheime Gesellschaft, die ab und zu dramatische AufFührungen veranstaltet zu dem Zwecke, die Frauen in Ordnung zu halten. Der Hauptdarsteller erscheint als Teufel verkleidet und setzt die versammelten Squaws in Schrecken. Die Gualalaund Patwin-Jndianer haben ähnliche Tänze, die von den Männern ausgeführt werden, um den Weibern die Nothwendigkeit des Gehorsams zu beweisen. Unter den. erwachsenen Männern in Süd-Guinea besteht ein gehe!mer Bund, Noa, dessen Zweck ist, die Frauen, Kinder und Sklaven in Ordnung zu halten. Andere Beispiele von Verbindungen zu Aufrechterhaltung der Unterwürfigkeit der Frauen sind die Egbo in Calabar, die Oro in ruba, die Purro. Scmo und andere Egbo-Arten an der Westküste Afrikas. Die Frauen bilden aber auch ihrerseits ahnliche Vereinigungen, in denen sie die erlittenen Unbilden erörtern und RachePläne schmieden.' Die MponweFrauen haben eine Einrichtung dieser Art. die von den Männern thatsächlich gefürchtet wird. Aehnlich ist es bei den Bakalais und andern afrikanischen Stämmen. In gewissen Fällen lfaben Machtbestrebungen des schwächeren Gcschlcchts auch zu Erfolgen geführt. Der Schauplatz des Sieges ist natürlich das Haus. In Nicaragua wurden die Ehemänner wie Sklaven behandelt und mußten alle Hausarbeit thun. Die Valonda-Frauen üben eine förmliche Tyrannei über ihre Männer aus und nehmen an den Nathsvcrsammlungen Theil. Bei den Kunama (im Sudan) hat die Frau einen Sachwalter, dcr sie gegen ihren Mann beschützt und ihn bei schlechter Behandlung mit Geldstrafe belegt. Sie gcni?ßt im Hause beträchtliches Ansehen und hat dieselben Rechte wie ihr Mann. Auch bei den Bern Amer (gleichfalls im Sudan) erfreuen sich die Weiber großer Unabhängigkeit. Um eheliche Vorrechte zu erhalten, muß der Mann seiner Frau ein werthvolles Geschenk machen; die gleiche Pflicht liegt ihm ob. wenn er ein rauhes Wort gegen seine Ehehälfte gebraucht hat. und oft muß er ganz: Nächie vor der Hausthür im Regen zubringen, bis er bezahlt. Die Frauen haben einen starken Korpsgeist; wenn eine von ihnen schlecht behandelt wird, so kommen ihr die anderen zu Hilfe, und selbstverständlich hat der Mann immer unrecht. Sie legen große Verachtung gegen die Männer an den Tag und betrachten es als eine Schmach, Liebe zu dem Ehegatten zu zeigen. Bei den Dayaken von Südost-Bornes genießen die Frauen große Freiheit und besitzen Vorrechte; sie führen zuweilen die Männer in den Krieg und üben über ganze Stämme die Mzchtrollkommcnheit von Häuptlingen aus. 'S Skcgerl. Negina hoaßt die K?Lne?in, Di ma's Bier sleißi' bringt, Ma' sagt zu ihr R'gcrl, Weil's herziger klingt. Sie is a schönes Deandcl, I hab s' a weng gern. Aber will i a Busserl, Will s' nix davon hör'n. Ra na, sagt s', mci' Brüder?, ' So steht die Sach net. Hoaßt Oane Regina, Is von Busserln kca Red'. O me: Deandel. sag i, Thua nua net so dick. Wenns Di' steifst a'f Dein' Ramz, Hast bei mir koa Glück. , Es sagt ja a Sprichwort, Und wahr is's ganz gewiß, Daß mei Lebta' koa Regerl Ohne Ausnahme is. Wahrheit. A.: Ich habSie gebeten, mir die Wahrheit zu sagen Sie aber sind bohnenstrohgrob mit mir!" B.: Ja, mein Lieber, was verstehen denn eigentlich Sie unter die Wahrheit sagen"'?!" Motivirung. Aber mrtrr Herr, Sie haben mich kaum kennen gelernt und pumpen mich schon an!" Ach. Sie sehen halt meinem guten: Onkel gar so ähnlich!"
