Indiana Tribüne, Volume 18, Number 108, Indianapolis, Marion County, 6 January 1895 — Page 7

AuS dem Gebiete der Technik.

Tr. Lorchcrs - Tuisburg hat auf Grund der bekannten AbsorptionsfäIzigkcit von Kupferchlorürlösung für 0afc eine galvanische Gaskctte construirt, deren Ausbeute an Elektricität zninbestens 27 pEt. der Energie des zur Verbrennung gebrachten Brennstosfcs betrug, während die Technik bisher nicht im Stande war, die in der Kohle schlummernde chemische Energie zu einem höheren Betrage als etwa 8 bis 10 pöt. auszunutzen. Tie Art, wie er zu diesem günstigen Resultat gelangt ist, bietet beider hohen Wichtigkeit der Sache so viel Interesse, baß eine nähere Tarlcgung gercchfcrtigt erscheint: Ter erste Versuchsapparat bestand aus einem zweizeiligen, mit Kupferchlorürlösung gefüllten Glasgefäß. ;n die eine Zelle tauchte ein Kupferrohr, m die andere eine Graphitglocke. Turch ersteres wurde Kohlenoryd,' durch letztere Luft in die Flüssigkeit geleitet. (Bei den neueren Apparaten, von denen jetzt eine Batterie von 12 Elementen zur Aufstellung gelangt, besteht das gleichzeitig als Anode dienende Gefäß aus Kupfer.) Am Kupfer, der Anode, geht das Kohlcnorvd zunächst die Lösung und hat das Bestreben, unter Crnca tion zu Kohlensäure Kupfer abzuscheiden, während an der Kohle, der Kathode, der Luftsauerstoff die (shlorürlösung zu (ihlorid zu orydircn beginnt. TaS Qrydationsprodukt wird aber entweder dircct durch das an der Anode gelöste Kohlenoxyd oder durch da im Begriffe der Ausscheidung stehende Kupfer wieder in (h!orür zurückverwanreit. Der Elektrolyt und das ist ein sehr wichtiger Punkt bleibt also praktisch unverändert. Ta ferner das Kupfer der Anode nicht angegriffen wird, so war hiermit die Möglichkeit gegeben, den Flüssigkeitsbchältcr aus Metall zu construircn und als Anode zu benutzen. Kohlenwasserstoffe und Wasserstoffe werden in ähnlicher Weise untcr noch höherer (ncrqie'Lntwicklung durchschnittlich über' 30 pCt. Ausbeute orydirt: aber schon mit dem ersten Bersuchsapparate wurde bei Be- ! Nutzung von Kohlenoxyd eine Stromstärke bis zu 0.5 Ampere und eine Stromspannung bis zu 0,4 Volt erhaltn, entrcch?nd her oben angegebenen (?nergie-Ausbcute von 27 p(5t. Ter cinn'ae Verbrauch dieses Elements itt nach dem Vorstehenden die zur rzeu- ! cunp, des NolzlcnorydglNcs verbrannte Kohle, deren chemische Energie bei ihrer Umwandlung in Elektricität somit etwa dreimal so hoch verwerthet wird, als bisher. Um die Berührungsfläche der Gase mit der Flüssigkeit zu vergrößern, kann der Anodenraum zweckmäßig mit KupferspäncnoderKupferblechschn'itzcln, der Kathodenraum mit Kohlcnstückcn cngefüllt werden. Dr. Borchers hat im Weiteren den Versuch gemacht, die Einführung orydirbc'rer Gase in den Anodenraum durch Steinkohle zu ersetzen, welche er in diesen Raum brachte, somit ganz ohne Gaszuführung Oxydation der Kohle zn bewirken. Tcr Versuch ist zwar gehingen und bet bis 15 p(5t. Ausbeute ergeben ; doch wurde die Lösung stark verunreinigt und bedürfte kostspieliger Prozesse zu ihrer Regeneration, sodaß Tr. Borchcrs zu der Ueberzeugung gclangte, die Anwendung fester Kohle biete wenig Aussicht auf Erfolg, währcnd alle gasförmigen Brennstoffe Generator-Gase. Lust-, Wasser-, Halbwasscrgas, Leuchtgas, Abaase von Kokereien und metallurgischen Cesen, 1 i r ...-,.. caiurgas uiw. Die reuen .onnungen erwecken. Tie Erfindung ist in allen kohlenerzeugcnden Ländern zum Patent abgemeldet. Eine ähnliche Erfahrung über Verschwendung, die wir mit den in unsern Tienst gestellten Raturkrästen treiben, beginnen wir mit der Benutzung von Elektrizität zu Beleuchtungszwecken zu niachcn ; doch auch in diesem Falle eilt die Erkenntniß der vorhandenen Verschwendu.lg der Erfindung von Mieln n ifi vdi'ilnH &! fii' 5 J 1. i J V" -cnyuiuuij 4.11 iimtlll UUIUU9. I fflM rCf jnninili ?tllVl I -X S!.. I ViiitlllHHH iU4)l iuj Ull uic Vs!-f 11,-fM Vii3 svriAH')iiYi'.4 cy.x; t'UUi v.a Uiv iUill(UUl -iiu.miis? Nicola Tesla Wut Wechselströmen von hoher Spannung und Frequenz, Ver suche die nicht neu sind, bis dahin aber mehr als glänzende Schaustücke, denn als praktisch verwerthbar gelten. Für die Erforschung des Wesens der Elektricität sind sie ebenfalls von großer Bedeutung, und was ihre praktische Wichtigkeit anbelangt, so enthält gerade die Entwickelungsgeschichte der Elcktrizitöt manches Beispiel, wie in einer späZeren Phase in hohem Grade praktisch wurde, was in einer früheren, bestenfalls als eine hübsche Spielerei erschien. Tas Bogcnlicht war lange vor seiner technischen Verwerthung 'bekannt; die letztere wurde erst möglich durch die Ersindung der Tynamitmaschine. Zur Erklärung der Teöla'schen Versuche diene Folgendes: Seitdem man für bestimmte Zwecke den Wechselstrom, d. h. einen elektrischen Strom, der in kurzen Zeitintervallcn seine Richtung wechselt, im Vergleich zu einem stets gleich gerichteten Strom als vortheilhafter er farnii hat, sind von hervorragenden Physikern die sorgfältigsten Versuche über die Natur dieses Stroms angestellt worden. Hierbei erkannte man, daß sehr wesentliche Aenderungen der Wirkungen des Stroms bei' gleicher Stärke und Spannung eintraten, je nachdem man dcu Richtungswcchscl schneller oder langsamer aufeinanderfolgen ließ. Tr. d'Arfonval hat z. B. die physiologischen Wirtungen der Wechselströme bestimmt und gefunden, da die Wirkungen auf dir Muskeln mit steigender Wechselst?aucnz bis zu 3000 Wechseln in der bekunde zunehmen, öis 5000 sich nicht weiter ändern, bei fernerer Steigerung aber abnehmen und endlich ganz verschwinden, so zwar, daß auch außerordentlich hochgespannte Ströme von großer Frequenz sich für den menschlichen Körper als ganz unschäd lich erweisen. Solche .Ströme .haben

gegenüber ihrer überraschenden Harmlosigkeit indessen andere höchst wunderbare Eigenschaften. Es ist Ricola Tesla gelungen. Wcchselströme von 250,000 bis 300.000 Volt Spannung mit angeblich Millio ncn Richtungswcchscln in der Minute zu erzeugen. Mit solchen Strömen machte er zuerst das gewagte Exvcriment, sie durch seinen Körper gehen zu lassen und zu zeigen, wie sie manche ihrer sonst in die Erscheinung tretenden Eigenschaften, die Wirkung auf die Muskeln und die starke Wärmcerzeugung, zn Gunsten der Lichterzcugung eingebüßt hatten. Tie letztere aber erwies sich so erheblich, daß Geißlcr'sche Röhren nnr dadurch zum intcnnven Leuchten gelangten, daß der auf einem solirschemel stehende Experimentator sie in die Hand nal):. Tr. Spieß läßt sogar Tritte an der in der Hand gehaltenen Röhre ansaffcn und in, die andere Hand eine zweite Gcißler'sch? Röhre nehmen, worauf auch diese keuchtet. In ähnlicher Weise konnte Licht in einer luftleer gemachten Glasglocke erzeugt werden, indem man dieselbe innerhalb eine? Drahtspirale aufstellte, welche von dem Wechsclstrom durchflossen war oder unterhalb einer mit Staniol beklebten Leinwand, deren Metallbelag mit der Elektrizitütsqucllc in Verbindung stand. Tie Photo metrische Messung dieses Lichtes ergab nun im Verhältniß zu der elektrischen Arbeit, wodurch cS erzeugt war. das überraschende Resultat, daß nur der 3300. Theil der elektrischen Arbeit nöthig war, wie für die gleiche Stärke Glühlicht und etwa l450i) der für Erzeugung der gleichen Stärke Bogcnlicht nothwendigen Arbcit. Ties Resultat erklärt sich wahrscheinlich dadurch, daß Wechselströme von hoher Spannung und Frequenz nur ganz oberflächlich in die durchfloffcnen Körper eindringen, das Fehlen der Einwrrkung auf die Muskeln und der Wärmeerzeugung, daher aber zugleich die intensive Licht-

entwicklung auf einer ganz dünnen , Schicht der Oberfläche. j Eö liegt die Frage nahe, ob sich ein ' so unsäglich billig herzustellendes elcktrisches Licht nicht praktisch verwerthen läßt. Gibt es ein idealeres Licht, als i eines, das eine beliebige Anzahl lustleer gemachten Glasglocken in einen: Zimmer erglühen läßt, sobald man einen Wechselstrom angegebener Art durch einen Traht schickt,' der in ein paar Windungen unter der Tapete um den Jnnermum des Zimmers herumgeführt ist? Solche Lampen können in dem Zimmer aufgestellt werden, wo sie wollen; sie bedürfen keinerlei Zuleitung: selbst Holzwände lassen das elektrische Sluidum hindurchgehen. Tie Ausführung hat leider nicht nur einen, sondern gleich mehrere Haken. Zunächst ist das matte Licht Geißler'sch.'r Röhren weit davon entfernt, für Bcleuchtungszwecke zu genügen. Abgesehen davon, daß die Wirkungen eines so von Elcktrizität durchflosscnen Jkanmes auf Wohlbefinden und Gesundheit der sich darin aufhaltenden Menschen keineswegs nnfraglich günstige oder glcichgiltige sind, ist ferner die Möglichen, Ströme so größer Spannung isolirt fortzulelten, kaum vorhanden. Auch ist die gegenwärtige Erzeugung solcher Ströme in?. Großen mindestens sehr schwierig. Vorausgesetzt, daß der letzteren, anscheinend nicht unüberwindlichen Schwierigkeit begegnet werden kann, würde sich die Fortleitungsschwierigkcit zugleich die Gefahr cincs ungünstigen körperlichen Einflusses dadurch heben lassen, daß der Strom erst unmittelbar vor der Gebrauchsstelle in einen solchen von höchstcr Spannung umgewandelt werden könnte. Welches immer die Schwierigleiten sind, die erwiesene Möglichkeit, elektrisches Licht um so viel billiger herzustellen als jetzt, bietet genügenden Anreiz, über ihre Bewältigung nachzusinnen. Wie es überhaupt möglich ist, Strom Wechsel von so ungeheuerer Frequenz Wie Millionen m der Minute zu erreichen, wird verständlich, wenn man sich beispielsweise vergegenwärtigt, wie . ein elastischer Stahlstao. den man mit , einem Ende in den Schraubstock ge- j spannt hat, sobald man iyn am andern ' Ende seitwärts biegt und losläßt, nicht : sofort in den Ruhestand zurückkehrt, sondern zunächst über die Ruhelage ! hinausschwingt und alsdann lange hin und her pendelt und vidrirt. In ganz ähnlicher oscillirender Form gehen die Entladungen eines elektrischen Eondcnsators, z. B. einer Leidener Flasche, vor sich. Tie Ausgleichung der beiden entgegengesetzten Elektrizitäten erfolgt keineswegs auf einmal. Es springt vielmehr von dem einen Belag etwas zu viel Elektrizität auf den andern über. Hierdurch sind beide Beläge wieder im umgekehrten Sinne geladen und es erfolgt ein neuer Ausgleich, der jedoch auch nicht Null gegen Null aufgehen läßt, sondern einen dritten Ausgleich veranlaßt u. s. f. Nun ist es eine bekannte Thatsache, daß jede Aenderung j in der Stärke oder Richtung eines durch einen elektrischen Leiter gesandten Stromes in benachbarten Leitern cntsprechende Ströme erzeugt. Tie oscillirende Entladungswcise des Eondcn sators gibt also ein Mittel an die Hand, schnell wechselnde Ströme in einer Trahtspirale zu erzeugen. Die Frequenz dieser Ströme würde indessen ' nicht genügen, um eine so große Anzahl von Wechseln herbeizuführen, wie that sächlich erreicht wird. Sie steigt um e n Erb'bliches, wenn die Trahlspi?ale bereits durch Wechselströme aus einer anderen Quelle dsrchflozsen ist und die von der Entladung, des Kondensators veranlaßten Wcchscl sich gewissermaßen zwischen die bereits vorhandenen hineinschieben. Es ist verstündlich, daß man in gleicher W;;i die Frequenz fast ins Ungcmeffcne ste.n kann, wenn man auf die Spirale die oscillirenden Entladungen von zwei oder mehreren Eon densatoren einwirken läßt. Eine hübsche Art. elektrische Glüh. lampen dadurch billiger herzustellen.

das; man die beiden Platiadrähtc, an welchen der Kohlenbügel angeschlossen ist, durch Aluminiumdrähtc ersetzt, hat v. Bolton in Berlin ersonnen. Platin genießt deshalb vor allen anderen Mctallcn den Vorzug zu dieser Verwendung trotz seines enorm hohen Preises, weil es die gleichen Ausdehnungsverhältnissc wie Glas besitzt. Tad'urch ist ein Lockern der Trähte im Hals der Birne und Lustzutritt .in das Innere ausgc schlössen. Aluminium bietet die gleichen Vortheile nicht, dafür aber gibt es ein Mittel, Trähte aus diesem Metall in die Lampenöffnung so dicht einzufügen, daß die ungleichmüßige Ausdehnung von Glas und Aluminium ein Undichtwerdcn nicht befürchten lüßt. Bringt man nämlich die Lösung irgend eines Quecksilbers mit Aluminium in Berührung, so erfolgt fast augcnblicklich Thonerdebildung in Form cincs dichten, moosartigcn Ueberzuges von weißlicher Farbe. Man hat den Eindruck, als wachse das Qxyd aus dem Metall hervor. Ticse Eigenschaft ver werthct man im angegebenen Falle, indem man nach Einführung der Aluminiumdrähte in die Lampenöffnung die Locher mit einer Queckfilbersalzlösung ausgicßt. Ter Verschluß durch das sofort enrstehende Amalgam soll ein vollständiger und nachhaltiger sein. Berechtigtes Aufsehen macht zur Zeit die Erfindung eines jungen Ausländcrs, des Freiherr Alerander v. d. Rapp, derzeit Studirendcr der Chemie an der Berliner Universität. Er erfand einen Rettungs-Apparat gegen die Gcfahr des Ertrinkens, welcher wohl geeignet erscheint, die zahlreichen schmerzlichcn Unfälle bei Ausübung des Segelsports, vor Allem aber auf der See start einzuschränken. Ter Apparat besteht nn Wesentlichen aus einem Gummisack, der luftleer und zusammengelegt einen sehr kleinen Raum einnimmt, und einer Metallhülse, welche durch einen kurzen Gummischlauch mit dem Sack verbunden ist. In dieser Metallhülse befindet sich ein Glasflüschchcn. enthaltend flüssiges Ehlormethyl unter

fünf Atmosphären Truck. Ehlor- , Methyl hat die Eigenschaft, sich bei ' Nachlassen des Druckes fast augenblick .ich in Gas zu verwandeln, das einen dem Essigäther ähnlichen, picht im genehmen Geruch oesihi. tt Gedanke, welcher der Erfindung zu Grunde liegt, ist mithin der, im ge gcbenen Moment das gefesselte Gas freizumachen und in den Gummisack einströmen zu lassen, den es ausbläht und somit in einen Schwimmkörper verwandelt, dessen Schwimmkraft reichlich groß genug ist. einen erwachsenen Menschen über Wasser zu halten. Tie Art, wie der Apparat selbstthätig in Funktion tritt, sobald der gegebene -Moment da ist, das heißt, sobald er in 's Wasser eintaucht, ist eine höchst sinnreiche. Das Ehlormethylgefäß ist an einem Ende zu einem Glasrohr aus gezogen, dessen seine Spitze zugeschmol zen ist. Zu diese? Spitze steht ein daneben befindliches Messerckcn in Beziehung, das im abschraubbarcn Boden ' der das läschccn umfancnden Metallhülse und zwar an einem drehbaren Äctallstift so angebracht ist, daß eine kurze Trchung des Stistes genügt, um das Messcrchcn mit scharfem Schlage gegen das Glasrohr zu führen und demselben die Spitze abzubrechen; hierdurch wird das Gas in Freiheit gesetzt und nimmt aus dem Boden der Metallhülfe den einzig gegebenen Weg durch den Gummischlauch in den Gummisack, j Tamit die Bewegung des Messcrchcns ' prompt beim Eintauchen in 's Wasser -erfolge, trügt der durch den Boden der ' Mctallhülse hindurchrcichende Stift außerhalb einen Haken, über welchen ein ?ii'.lg aus Löschpapier gelegt ist, der auch einen zweiten Stift einschließt. welcher m fester Verbindung mit dem ! Vooen der Mctallyutje peyt. iecr Löschpapicrring verhindert die Drehung ! des ersten, das Mcsserchen tragenden j Stiftes, welche eine kräftige Spiral-1 fedcr ,,u bewirken bemüht ist. Erweicht ) yw cn .i, . v... l y.. . ,Al -puyutiiiitj umaj oeruyrung inn Wasser, fo vollzieht sich diese Trchung aber sofort in energischer Weise, weil die Verbindung zwischen Halter und ' z.vcitem tist aufhört. Natürlich ist es von Wichtigkeit, daß das Naßwcrden des Ringes nicht vorzeitig, etwa durch Rcgcn oder Sturzseen erfolge; dafür ist entsprechend Vorsorge getroffen. Ter so beschaffene, im Grunde genommcn sehr einfache Apparat wird entweder in einer durchbrochenen Blechkapscl an einem Riemen um den Leib getragen, wobei durch das Aufblähen des Ballons die Kapsel sich selber öffnet und ihr Träger ganz ohne sein Zuthun im Wasscr schwimmend erhalten wird. Oder der Apparat wird in den Mantel vder die Qcljacke eingehängt, wobei er gleich beim Aufblühen die für seinen Träger geeignetste Lage im Wasser erbält. Cdcr der Gummisack empfängt R'nggestalt. um ihn einem über Bord Gc'allenen zuzuwerfen und ihm die Gestak zu geben, welche zum Ergreifen und Festhalten als ganz besonders ge eignet bewährt ist.' Für den letzteren Fall hat der Apparat noch eine antovlatische Leuchtvorrichtung. In ganz ähnlicher Weise, wie das Fläschchen mit Ehlormethyl ist nämlich mit ihm ein Glaskolben, dessen beide Enden zu Rühren ausgezogen sind, verbunden, der eine Anzahl Stücke Phosphorcalcium enthält, ein Stoff, welcher im Wasser zu brennen und zu leuchten beginnt, weil in der Lust sich selbst entzündendes PhosphorwasscrstoffgaS gebildet wird. Auch für diese Phosphorcalciumfläschchen ist eine der oben beschriebenen analoge Einrichtung für das (Zindringen U: Wassers im Augenblick des Eintäu chcns l.ctrofsen. Tcr so beschaffene Ap parat erscheint um deswillen besonders nützlich, w.'il im Tunkeln über Bord f,cfacnc gewöhnlich den ihnen zugeworfenen Schwimmgürtcl oder Aehnliches nicht sehen. Für den möglichen Fall, daß das Ehlormethylgaö sich all. mälig verflüchtigt, ist am Apparat noch ein Gummischlauch mit Hahn und Rück

schlagvcntil angebracht, wodurch es dem Schwimmenden möglich gemacht ist, Luft nachzublascn. Alles in Allem eine äußerst wohlthätige Erfindung, deren Verwendung auf Seeschiffen und Rcttungsbooten wohl nicht lange auf sich warten lassen wird. Auf der Außenalstcr in Hamburg sind vor nicht langer Zeit vor einem eingeladenen Publikum damit Versuche gemacht worden, die vom besten Erfolge begleitet waren und die mit dem Apparat ins Wasser springenden Personen so lange über Wasser hielten, als sie Lust haiten, die Probe auszudehnen. Der Beruf deS Jockey. Tie Association des pari mixtuel" in Paris hat die Summe von 100,000 Francs behufs Errichtung eines Svitals für verunglückte oder erkrankte Jockeys und Stallknechte ausgeworfen. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß die Gefahr des Vcrunglückcns der Jockeys beim Wettrennen weit geringer sei. als man gewöhnlich glaubt. Ein Specialist in Sportsfachen. Namens Louis Baum, veröffentliche diesbezüglich vor wenigen Tagen eine Broschüre. Ter Verfasser sagt darin unter Anderen!: Die Ä!ortalität unter den Hinderniß-Iockcys ist nicht groß. Tas Metier ist bei Weitem gefahrloser als etwa das mit diesem häufig verglichene eines Thierbändigcrs. Man hat dies vor Allem der Kaltblütigkeit und Geistesgegenwart der Engländer zuzuschreiben. Tiese Eigenschalten sind die Folge der Gewohnheit oder vielmehr der Geschicklichkeit, vom Pferde zu fallen, ohne sich dabei Scha den zuzufügen. TaS lernen sie von früher Jugend an. Tiefe Leute trennen sich von einem galoppircnden Pferde ebenso leicht, wie ein Pariser von einem fahrenden Omnibus abspringt. Sie haben eine eigene Art, sich im Momente des Sturzes an den Hals des Pferdes zu klammern, welche es ihnen ermöglicht, aufrecht auf den Boden zu stehen zu kommen, ganz so, als ob sie von einem Baume abspringen würden. Wirkliche Gefahr !st nur dann vorhanden, wenn das Pferd an das Hinderniß derartig anrennt, daß es sich überschlügt und auf den Rücken füllt. Hält sich der Reiter in diesem Momente instinktiv am Sattel, so fallt er unter das Pferd. Auf diese Weise büßte der Jockey Martial in Quimpcr sein Leben ein. Heutzutage widerfährt ein solches Unglück doch nur Eavaliercn und Offizieren. Ter professionelle Jockey gleitet im gegebenen Momente längs des Pferdehalses ab und läßt sich weit vorausschleudern; er hält dabei seine Glieder so eng als nur möglich zusammen, so daß er wie eine Kugel oder wie ein Igel aussieht; derart kommt er in den allermcisten Fällen mit Eontufionen davon." Viel häufiger erleiden die Stallknechte Verlegungen seitens der Pferde, die sie zu warten haben. Von den 2000 Zockeys und Stallknechten, welche direkt oder indirekt bei den Pariser Rcnncn beschäftigt sind, wohnen mehr als 1000 in Ehantilly; das motivirt zur Genüge den Beschluß, daß auch das Spital in l?hantil!y installirt werde. 'te eiserne rone tu Vkonza.

Für die sogenannte Eiserne Krone, die seit dem Ende des 6. Jahrhunderts das Haupt der lombardischen Könige, dann Karls des Großen und der meisten deutschen Kaiser bis zu Karl V. schmückte, mit der sich 1805 Napoleon, 1838 Ferdinand I. von Oesterreich als Üerrscker der Lombardei krönen ließen, ist jetzt ein neuer Aufbewahrungsort hergestellt worden, der das Kleinod mit Anfang des nächsten Jahres aufnehmen soll. Ein Kleinod ist die Krone trotz ihres bescheidenen Namms. Denn sie ist aus Gold gefertigt, drei Zoll hoch, mit ed:ln Steinen besetzt, und hat nur innen einen feinen Eisenreif, der aus einem Nagel vom Kreuze Christi geschmiedet sein soll. Papft Gregor dir Groe hat diese Neliquie der bairischeu Filrstentochter Theud:linde geschenkt, der Gattin der Langobardenkönige Authari und Agilulf, zum Dank für ihre Bemühungen, die arianischen Longobarden zum römischen Katholicismus zu bekehren. Di: Capelle der Königin Theudelinde im Dom zu Monza ist daher auch der hergebrachte Aufbewahrungsort für die Eisern: Krone; nur von 1859 1?5 bnd sie sich in der österreichischen Schatzkammer zu Wien. In diesen Tagen ist nun in der aenannten Capelle ein neuer Altar vollendet worden, in dessen Schrein die Kro künstig ruhen soll. Der Altar harmonirt mit dem lombar-disch-aothlschen Stil der Kirche und erbebt sich auf drei Stufen von dunkelm Marmor. Die Platte von Veroneser Marmor wird von acht kleinen.Säulen aus roth:m Marmor getragen; darüber erhebt sich auf vier Säulen ein reiches Tabernakel bis zur Gesammthöhe von ca. 23 Fuß. In einem Schrein des ; Altartisches soll 'der eiserne Kasten mit ' der Krone aufbewahrt werden. Dieser Schrein trägt hinten die Inschrift: .Vnm MDCCCXCV rnnnte Iluiiiberto brimo liic Corona For ivn reposita und oben eint Reliefdarstelluna der Krone mit den Worten: Est sisles ltalia reni Modoccia iiiana (Modoccia gleich Moiua). Schmeichelhaft. Erster Schriftsteller: 5eut' Morgen abe ich von Ihnen einen Leitartikel gelesen; ja, nken Sie, ich hab: ihn sogar zweimal gelesen. Zweiter Sriftsteller: Sie sind zu liebenswürdig! Erster 'Schriftsteller: Ja. und selb da habe Ich ihn noch nicht verstanden! Großartiger Effekt. V: Wie war's denn im Eireus? DieseClowns sollen ja vorzüglich sein!" B: Ach. Du mußt sie selbst sehen, ich kann Dir sagen, mein Schneider bat mich sogar angelacht, to'it sie ihreSpasse gemacht haben."

Vit ZHumann'schcn jjrnijci lhiirmc. Das iodesmuthige Drauflosstür men einer Armee, der Kamps Mann gegen Mann, der iöajonettangriff :n Colonne, gehört im Zukunftskriege zu den unmöglichen Dingen, höchstens die Vorposten und die zur Necognoscirung ausschwärmende Cavallerie wird noch Gelegenheit haben, sich in der alten Weise auszuzeichnen. Im Uebrigen ist der Krieg ein maschinenmäßiges Massenmorden geworden. Die modernen Schnellfeuerwaffen und das heimtückische rauchfreie Pulver haben ihn dazu gemacht. Unter den .Erfindungen, welche in dieses Gebiet hinüberspielen, nehmen die Schumann'schen Panzerthürme die erste Stelle ein. Der preußische Ingenieur - Oberst Schumann hat sich schon im Kriege von 1870 mit dem Studium des Panzerwesens im Feldkriege beschäftigt. Seine Erfindung ist kürzlich von der deutschen Heeresverwaltung adoptirt worden. Es handelt sich um zwei verschiedenc Sorten von Panzerthürmen, eine stationäre und eine fahrbare. In einer Schumann'schen Panzerbaherie, wie sie in den Awischenräumen der vorgeschobenen Forts der deutschen Festungen oder auch als selbständige Panzerforts künftiger Festungen nach Ansicht ihres Erfinders zu erbauen sein würde, sollen in der Mitte die Geschütze für den Artilleriekämpf, also schwere Kanonen und Mörser, vor denselben im Bogen die schweren Gefechtsgeschütze und noch weiter vorgeschoben die die Schützen der VorPosten oder Schützenlinien ersetzenden leichtesten Geschütze Aufstellung finden. Sämmtliche Geschütze sollen in Rückficht auf den nöthigen Widerstand gegen feindliches Feuer in Panzerthürmen stehen. Panzerlafetten haben. Da nun abr ein sslches Geschütz eine ganz? Anzahl Infanteristen oder mehrere gewohnliche Walleschlltze ersetzen soll.also deren gesammt? Feuerwirkung ausüben muß, so wurden sie sämmtlich alZ schnellseuernde construirt.

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ü fHF ZM'M L3 ukrschüi:! ri.'.cS Tckur.lZi!:l'l.hen P!t,..'.tbulmcZ. Die Thürme werden im Gruson'scheu Stahlwerk: zu Buchau bei Magdeburg construirt. Zur Bedienung der beiden Geschütze in obigem stationären Thurm reichen zwei geübte Kanonier: aus.' welche im Stande sind, in einer Minute 40 15 gezielte Schüsse abzugeben. " msif "v; ?a.,zcrthiirm für zwei 40 Ccntimcter anonr. Die fahrbaren Panzerthürmchen, welche eine lichte Höhe von vier und einen halben Fuß haben, sollen in der Feldschlacht verwendet werden. Sie werden in die Schützenlinien gefahren, dann rasch mit Erde beworfen, so daß nur die Decke des Thurms aus dem Boden hervorragt und beginnen dann ihr Mordhandwerk. Sie feuern Granatcn, Shrapnels und Kartätschen. FabrbareS zZanzerthürmchrn. So z. B. kann die Schnellfeuerkr.0 welche dieses Thürmchen birgt, in e7.er Minute 3120 Kartätschenkugeln dn anstürmenden Feinde entgegenwe'.fcn. Was nützt die größte Bravour gegen eine solche Mordmaschine, welche im Boden versteckt ist und sich auch nicht durch Pulverdampf verrathen kann. Enttäuscht. ypc Mädchen (heimlich) :1srä'üwn. "hier i ein Brief für SielFräulein (freudig): Von dem Lieuienant?" Mädchen: Ncin. von dem Handschuhmacher; ich soll Ihnen auch sagen, wenn Sie jetzt nicht endlich zahlen, wird er zu Ihrem Papa gehen!" Herausgeplatzt. Fräulein Mina. ich habe gestern einen ganzen Roman von uns geträumt " Haben wir uns gekriegt?Erratben, Wirth: Der W.W scheint Ihnen nicht zu munden: vK&ciu,: var die Flascke nicht luftdicht verschlossen." Gast: Ich glaube eher: nicht wasserdicht!Wenn derBlickeine andere Richwng wählt, hat auch das Herz eine andere Wohnung bezogen.

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Hit Schönheit der Krau. Von Dr. Otto Gotthils. Äesthktik und Hvgi'ne sind Vcrwandtk, die sich nie xanlen, ivndrrn stklö Hand in Hand gehen. Paul Niemever. Kein weibliches Wesen ist vollkommen schön", wenn man diesen Begriff nach den höchsten Anforderungen der Maler. Bildhauer und Anatomen auffaßt. Nicht einmal ein Antlitz läßt sich unter den Lebenden auffinden, welches den Gesetzen idealen Lebensmaßes völliq entspräche, geschweige denn ein in seinem ganzen Bau dem Ideale entsprechender Körper. Immer wird irendwo eine Regelwidrigkeit die reine Harmonie beeinträchtigen. Und was wäre auch gewonnen, wenn ein solcher Fund gelänge? Im günstigsten Falle eine belebte Statue! Kann es ein Wunsch geistbegabter Wesen sein, mit .den archäologischen Sammlungen zu rivalisiren? Stehen Menscknwürde und Frauenwürde nicht höher im Preise als ein behauenerMarmorblock? Die wahr.' Schönheit besteht nicht in Form und Farbe, wk sie in derWachsvuppe zu finden sind; die Frische der Iuqend und eine Haut wie Milch und Blut vereinigen sich oft in einem Gesieht, das doch nicht entzückt, weil ihm Lebcn und Ausdruck mangeln. Daher ist auch männergewinnende- Lieblichkeit nicht an zwanzigjährige Schönheit aebunden. Helena war vierzig Jahre clt. als fr sich mit Paris vermählte, Anna von Oesterreich hatte das achtunddreißigste Iah? erreicht, als sie für die schönste Frau Europas galt, und Diane d: Poitiers gewann sich mit sc'chsunddreißigJahren die Liebe Heinrichs II. Es ist also ganz ungerechtfertigt, wenn man eine Frau von dreißiq Jahren bereits als pässee bezeichnet. Wahre Schönheit beruht auf gesundem, frischem Ausfthen. durchstrahlt von Zufriedenheit und lieblicher Anmuth. Eine solche Schönheit bewahrt sich bis in's hohe Alter, wie auch Frau Wohlgemuth". Goethe's Mutter, bewiesen. Ninon de Lenclos besaß bis an ihr Lebensende im neunzigsten Jahre stets eine zarte, schwellende, juendliche Haut. Als sie einst von einem Verehrer um Mittheilung des Geheimmittels gebeten wurde, das ihren Teint so sonderbar frisch erhalten, zeigte sie ihm einenKrug mit kaltem Masser und ein Stück Flanell. Dies waren ihre Geheimmittel"!

Um die Gesichtshaut jugendlich frisch ' zu erhalten, muß man die Oberhaut" durch einen weichen Lappen und kaltes ! Wasser Tag für Tag von den trocke-' nen. grauen Schuppen befreien und ; zur verjüngenden Neubildung anregen. Hierdurch, wird zugleich die darunter j befindliche Lederhaut" blutreicher gemacht und zur kräftigeren Ernährung ' der Oberhaut veranlaßt. Dann sind auch die Hautporen st:ts geöffnet und können ihre wichtige Thätigkeit der Ausdünstung der Hautathmung ungebindert vollführen. Werden sie aber mit Schminke verklebt, so stellen sich Mitesser" und andere häßliche Pusteln" ein. Freilich muß Hand in Hand damit eine allgemein: Hautpflege gehen; denn die Haut des Körpers bildet ein zusammenhängendes Ganze, und nur allseitige Pflege kann sie überall, also auch im Gesicht, gesund, das heißt frisch und schön erhalten. Daher bildet fleißiges Waschen und Baden des Körpers mit nachfolgendem, eneraischcm Frottiren, zur Anregung der Hautthätigkeit, das erste und beste Schönheitsmittel. Um die durch Ausdünstung verschlechterte Luft zwischsn Haut und Wäsche recht oft zu erneuern und somit das Hautluftbad" zu begünstigen, ist auch ein häufiger Wcchfei der Leibwäsche nöthig. !.'aiiliness i godliness", sagen b:e frischwangien Engländerinnen, Reinlichkeit ist Gottseligkeit"! Von großem Einsiaß auf die Schönkieit des Antlitzes sind auch die Zähne. Ein lachender Mund mit einer Reihe kweißer Perlen ist ein Anblick, der selbst j I , ! fdirirnl r f 1 I CinCIl VyllCslllUUl IJCIUl iu.uui, um ein frisches, jugendliches Gesicht mit vernachlässigten, schlechten Zähnen sieht aus wie eine Dame im Vallanzug mit schmutzigen, defekten Schuhen. Die Schönheit will Harmonie haben; in's muß zum andern passen. Daher soll die Zahnbürste nach jeder Mahlzeit in Thätigkeit treten, um die sich zersetzenden, die Zähne zersressenden Speifer-ste zu cntfernen.zumal schlechte Aähne die Verdauung beeinträchtigen und Übeln Geruch aus dem Munde bewirken. Und es möchte doch jede Dame in gutem Gerüche stehen". Ein ferneres Schönheitsmittel ist körperliche Bewegung. Wohl höre ich da schon im Geiste die Einrede, daß brauen und Mädchen sich ja in ihrer haushälterischen Thätigkeit mit Kochen. Waschen. Aufräumen von früh bis spät so viel Bewegung machen.daß sie Abends oft nicht die Stunde erwarten können, wo sie endlich zu: Ruh: kommen. Aber bei allem Respekt, den ich vor dieser Rühriqkeit. dem Manne Rosen in's irdische Leb:n zu flechten", habe, kann doch solcher MarthadZenst in rauchiaer Küchenluft oder staubigen Stuben bei gebückter Körperhaltung niÄt Bewegung im hvgienischen Sine enannt werden. Diese besteht vielmehr im täglichen Marschiren in frischer Luft mit gerader, aufre'- KörverHaltung und kräftigem Ein- und Ausathmen, damit zu dem vorhin besprochenen Hautbadc nun auch einLunaenluftbad kommt. Dann pulsirl das träoe Blut" wieder jugendlich schnell durch Herz und Adern, die Ermüvunzsstoffe" werden weggeschwemmt, und der energisch einzeathmete Samrstvff schafft besseres Blut und macht rosi Wangen! Dadurch wird auch Zene anmuthige Leichtigkeit der Veweaungen, Gewandtheit und Gracie ge? fördert., welche durch die einfaebe Ge Wandung hindurchstrahlt und von ti

nein gesunden und daher schönen Körperbau Zeugniß ablegt! Die frische Außenluft trägt auch bedeutend zur Kräftigung und Gesundung der Haut ei. wogegen nichts den Teint mehr verdirbt, als die trockene, schlechte (im Winter meist zu heiße) Stubenlu in welcher die Haut durch zu groe VerÄunstung austrocknet, aufspringt und ein graues Aussehen erhält. Zu diesen körperlichen SchönbeitsMitteln kommt nun aber noch das geisti5 Universal-Schönheitsgeheimmit-tel". welches dem Frauenantlitz erst den wahren weiblichen Reiz verleiht: ein fröhlich Gemüth! Fröhlich Gemüth gibt gesundes Geblüt!" Eine noch so schöne Frau wird schnell altern, wenn ihr des Herzens Heiterkeit manaelt. während die Besitzerin eines fröhlichen Sinnes sid jung erhält. Gibt es et.r?as Reizenderes als ein aar muntere Frauenaugen.welche der Seele Zufriedenheit widerspiegeln? Wen erfreut nicht bis in's Herz hinein das fröhlich-lachende Rosenmündchen und das von fiterem L.'fonsm'alhe verklärte Antlitz einer edlen Frau? Freilich ist es nicht jedem gegeben. ch ohne weiteres Seelenruhe, Heilerkeit und Zufriedenheit.diese höchst wichtigen Lebensqüter. anzueignen. Aber ernstes Wollen, redliches Streben, Wohllen und Freundlichkeit gec,en Gleichgestellte und Untergebene, persönliches Wohlthun an den Hilfsbedürftigen, fos sind die Hauptmittel zu ibrer Erlangung. Bekämpfen und niederdrüden muß man dagegen durch dieMacht des Gemüthes, durch die Kraft des Charakters alle niedrigen Gcfühlsausbrüe und Leidenschaften, wie Schmollen und Schelten, Laune und Anger, Haß und Neid. Und wenn der Sorge Last und des Kummers Bürde sich einmal allzuschwer auf einen wälzt, so daß das Herz schier brechen möchte, dann gehe man hinaus in Gottes freie Natur, athme mit frischer Luft auch frische Lust ein. und lerne an den Thierlein draußen, daß überall bienieden ein steter Kampf um's Dasein herrscht, daß, man aber stets diejenigen Wesen am liebsten. hat. welche wie der Vöglein Schaar ieden neuen Tag mit fröhlichem Singsang begrüßen! Trauernde Witttvcn.

Die Geschichte und daö Shakespearesche Drama Richard III." machen uns mit den näheren Umständen bekannt, unter denen die zweite Vermählung Annas, der Wittwe des Prinzen Eduard von England, eingeleitet wurde. Als die Dame den sterblichen Ueberresten ihres Gemahls das Geleit von London nach Chertsey. der Begräbnißstätte. gab. befand sich der ruchlose Mörder des tapsern, edlen Fürsten, Richard III., Herzog von Gloucester, an ihrer Seite, und 'dieser häßliche hinkende Teufel wagte es nicht nur. seine Werbung um die Hand der Wittwe bei der Üeberführung des von ihm Gemordeten nach der Gruft vorzubringen, sondern wurde nach einigem Zureden auch erhört und zum Nachfolger des Verstorbenen angenommen. Dieser Fall einer Werbung beim Begräbniß steht aber reineswegs vereinzelt da. und England hat den Ruhm, noch eine Wittwe auszuweisen, die beim Begrähniß des ersten Mannes sogar zwei Anträge erhielt und annahm, natürlich letzteres nicht gleichzcitig, sondern einen nach dem andern. Katharina Tudor. deren Gemahl John Salisbury im Jahre 1826 gestorben war. hatte auf dem Wege zur Kirche, nach der man die Leiche in feierlichem Zuge überführte. Sir Richard Clough. auf d?m Rückwege aber einen Herrn Maurice Wynn zu Begleitern. Letzterer beeiferte sich ihr flüsternd mitzutheilen, wie fehr er wünschte, ihr zweiter Gatte zu werden. Sie lehnte den Antrag sehr höflich ab. indem sie dem Bewerber sagte, er käme etwas zu spät, da sie bereits auf dem Wege zur Kirche die Werbung des Herrn Richard Clough angenommen habe. Gleichzeitig versicherte sie ihm aber. daß. sollte sie diesen ihren zweiten Mann verlieren und begraben, es .mr von Herrn Maurice abhängen sollte, ihr dritter zu werden. De? so kaltblütig in Betracht gezogcne Fall trat wirklich ein. und Her? Wynn wurde der glückliche dritte Gemahl der schönen, untröstlichen Wittwe". Unzutreffend. Pfarrer: Hans. Ihr arbeitet nichts! Bedenkt Müssigzang ist aller Laster Anfang!" Bauer: Hochwürden, das triftt bei mir nit zu! Mei' Weib behauptet stets, i' hätt' scho' all: Laster!" Nachträglich. Ehemann: Meine Frau hält all.' Abend: ihre Gardinenpredigt. Freund: Aber gestern warst Du doch nicht in der Kneipe, da hatte e also keinen Grund. Ehemann: Nein, aber sie besann sich, daß yi-i in den ersten Woch:n unserer Ehe keine gehalten hatte, da holte sie das nach! Ein Biedermann. Lehrling: Herr Schulze, Ihre Destillation brennt. Destillateur: Laß sie brennen. ich habe meinen Schnaps mein Lebtag nicht mit Wasser gemischt, und will es auch jetzt nicht thun! Zerstreut. Hebeamme (dem Professor feineZmillinge präsentirend): Sehen Sie mal die beiden prächtigen Jungen!" Professor: Ach. wie reip.end. darf ich mir einen aussuchen?" D i e theuren Kleider. Nun. Jsaak. wie bist Du mit Deiner jungen Frau zufrieden?" Nun. di: Waatt ist gut. aber :: p emoaüiren kostet ein H:id:ngeld!" Boshaft. Herr: Wissen Sie. Gnädigste, bei Ihrem Anblick werde ick förmlich der Welt entrückt! Dame : Darum sind Sie auch immer geistesab-pesend!