Indiana Tribüne, Volume 18, Number 102, Indianapolis, Marion County, 30 December 1894 — Page 4
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Die ttzliche .Trtöüue" kostet durch den T, Leer 22 EentS per Woche, die Sonntags Tribüne- E Cent per Woche. Beide jufammea 13 Cents oder ts Cents per Monat. Per Post auberhalb der etadt zugeschickt in Vorausbezahlung $5 per Jahr. , Vfftc , IS Süd fMabama Strasze. iOtanapoltt, Ind., 30 Dezember '4 den Goldfeldern vcn West Australien. Tie Zünasie der australischen tfclo nien, Westaustralien, ist gegenwärtig das Ziel einer großen Me'.tZe iener dunkeln Existenzen, die nichlZ mehr zu verlieren haben, wohl aver giauoen, alleZ gewinnen zu können. Zu Hun derten und Tausenden strömen sie aus allen Gegenden hier zusammen. Äeich werden um jeden Preis! daS ist die Losuna. nack den Mitteln wird wenig gefragt. Man muß sie sehen, diese wilden Gesellen, die meist schon irgendwo Schiffbruch gelitten haben; daZ Leben deZ andern gilt wenig, mit kaltein Blute sehen sie ihren Weben mann zu Boden sinken, und es ist kaum glaublich, was diese harten, sehnigen Gestalten an Strapazen, an Hunger und Turst ertragen können. Mit gierigem Blick, in athemloser Hast fahren sie auf jede neue Kunde von Goldfunden bald hierhin, bald dorthin: die angefangene Arbeit bleibt liegen, roeil reicherer Lohn winkt, und wo heut noch öder Scrub oder endlose, men senleere Sandfläche ist, da sind rnor aen hundert, übermoraen tausend Dig er versammelt, um den Boden nach dem alemenden (rn umzuwühlen. Ueber Nacht wächst eine Zeltstadt empor. in weniaen Wochen sino Straßen und Plätze entstanden; ein Hotel" reiht sich ans andere, und binnen kurzem ist ein Gemeinwesen fertlq. dan zekt fünf tausend, in einigen Wochen viclleicht kaum fünfhundert Einwohner zählt. Ein Beispiel solcher-Städte ist Coolgardie. fcc3 vor Jahr und Tag noch nicht eristirte. h:ut aber ein bedele.i der Ort ist. Bcn der HauptstadtIZerth her nnrd eine Bahn gebaut, lrchen sind fertig, eine Obngkcit ist eingeht. Taß solche Obrigkeiten einen außer ordentlich schweren Stand haben, ist klar, und die verhänaten Strafen sind vin außerordentlicher Härte in Cool aardie wurde vor einiger Zelt ern Ein breche?, der aus einem Laden einen Schinken gestohlen hatte, zu sieben Jahren schmerer Arbeit verurtheilt. Tie Mehrzahl der Tizger unterstüßt die Regierung hierin; sie übt auch Selbstjustiz und- zwar ganz sum rnarisch. Ein QauvtbinÄerni der Arbcit ans den Goldfeldern ist daZ Feh len deZ Wassers. Tausende von Fuß wird der Bohrer in die Erde getrieben kommt dann das ersehnte Naß, so ist c3 oft salzig und höchstens zum Waschen deZ Erzes brauchbar. Äconatelang fällt kein Regen, die furchtbare Hie läßt alle Wasserlöcher austrocknen, lange Züge vcn mit Wasser beladenen llamelen vermögen kaum dem dringend sten Bedürfnisse zu genügen; stellen sich dann noch jene entsetzlichen Staub stürme ein, die alles mit seinem-Sande bedecken, so entsinkt Hacke und Schau fel auch der kräftigsten Faust, und die Ruhe des Kirchhofs legt sich über die Goldfelder. 5 Pfd. Sterling und Lieferung des Trintroassers!". das ist darum die hier übliche Höhe des Wochenlohnes für den .gewöhnlichen Arbeiter. Wehe dem Goldgräber, der sich im Ucbercifer oder aus Miß trauen von seinen Genossen entfernt und in den Busch geräth der giebt sein Opfer selten wieder heraus. Tage lang irrt er in der schattenlosen Baum wüste umher, bis er niedersinkt und elend verschmachtet; noch vor kurzem gelang es erst nach längerem Bemühen einer mit Reitkamelen ausgestatteten Erpedition, eine Gruppe von acht ver irrten Diggers wieder aufzufinden, alle in jämmerlichem Zustande. Fällt gar ein solcher Unglücklicher den Eingeborenen in die Hände, so ist ihm ein quäl voller Td gewiß; die schwarzen Kannibalcn verzehren dann den Leichnam bis auf die Knochen. TaS ist oft genug das En)e der Jagd nach dem Glück. WestAustralien ist zweifellos daZ goldreichste Land der Erde; eS stellt Kalifornien, Südafrika, selbst Viktoria in den S hatten. Während die Gold ausbeute im Jahre 1L93 sich noch auf rund 120,0)0 Unzen (zu ca. 813) be lief, wird re sich schon im laufenden Jahre vervielfachen. Tie Goldrine liegen meist dicht unter bez. auf der Oderfläche der Eröe; daS Erz ist so stark goldhaltig, wie sonst nirgends,, und bedarf kaum ei.ier bergmännischen Bearbeitung; oft steigt sein Gehalt über 50, ja bis zu 90 Prozent! Anderwärts sino vie oldgräl.er zufrieden, wenn die Tonne 5 oder 10 lenzen bringt Gestein auS einem Stollen in der Bay leys South Extended Mine ergab SUjo Unzen reine Gold auS der Tonne. In Six Mile wurden Klum,en gedieg-nen GolceZ im Werthe von 1U 53 Unzen, bei Kurnalpi solche von 150 Unzen ge funden; in der Mine Wealth of Na tions förderte der glückliche Besiper: gar ein Stück von 432 Unzen zu Tage eine in der Geschichte der ßclcgeronu rning noch nicht dagewesene Thatsache.' Diese letzenannte Mine ist überhaupt von einem unerhörten Reichthums Sie liegt 40 Meilen nordwestlich von Cool gardie in der Nähe der TioritBerge; die Tigger Gebr. Tunn und Forrest sind die glücklichen Finder. Kaum 'ver breitete sich die Kunde davon, so machte sich einStrom von Goldgräbern dort bin aus; Als der erste Haufen einträf, war es Nat uid bitter kalt. Tie Goldgräber schalten sich deshalb um ein großes Feuer und erwarteten den Anbruch des Tages. Tie Brüder Tunn faüen unterdes, nur van ei,5m Kon
stablcr beschütt, in großer Aikgst vor ihrer Mine und fiirj)tcten beraubt und erschlagen zu werden. Kaum graute
Kt fn nprtnnn npr (?tiirm' nnrn : w l " - . .j . - - - " y hatten die Tunns ihre bereits gcw?n mrcn Schätze so gut versteckt, daß sie nicht gefunden wurden; bzld traf auch der nach Hilfe ausgesandte Mr. Forrest mit der gesammten PoUzeunacht von Eoolgardie ein und beseitigte die dro hende Gefahr dadurch, da& den Gold suchern gestattet wurde, bis auf 20 Fuß Entfernung zu beiden Seiten der Mine zu graben. Heut sind bereits über 1000 Männer aus dem Plae, und ihre Zahl mehrt sich stündlich. Tie Finder solcher Riffe sind mit einem schlage reiche Leute; der Bcslker der LondonderryMine, vorher ein armer Teufel, verkaufte vor kurzem seine Claims an sin englisches Syndikat für 20,000 Pfd. Sterl. Tre Bearbeitung der Uane w meist eine außerordentlich oberflächliche, da die Maschinen fehlen;- so wurocn aus den Eesteinrestcn einer Mine bei Kur nalpl, welch.' bereits 4000 Unzcn durch Stammen in Mörsern ergeben hatten. durch bergmännische Bearbeiten in der Batterie der Bayley-Mine noch 207 Un zen gekazmoizenen isoiDe gewonnen. Ganze Schlnsladungcn ausgebeuteten Cestcin? gehen nach England, welche noch Massen reines Gold ergeben. Tcn Hauptvortheü au den neuen Entdeckungen ziehen die englischen Ca pitalistn; sie kaufen durch ihre Agen ten neue Riffe oft für ein Spottgeld ans, bilden dann Syndikate" oder Aktiengesellschaften und verdienen beim Verkauf der Sharcs oder Theilscheine cnorie Summen. Tas Land, d. h. die Colonie Westaustralicn, hat sonder lichen Gewinn v?n seinem Goldreif lhum nicht; die Bevölkerung stieg in! oiczem Jahre allerdinz von 64,000 ans 75,000, aber der Zuwachs wird nicht seßhaft, die landbebauende Bevölkerung fehlt fast ganz, und der zweifelhaften Elemente werden immer mehr. Tazu erfordert der Verwaltungsapparat bei der ungehcuren Ausdehnung des IZan des und im Verhältniß Ziur geringen Einwohnerzahl enorme Kosten: auf jene ?5.000 Seelen kommt ein' Gouver eur. ein viellövfiges Ministerium, ein Parlament mit Oder- und Unterhaus, zahlreiche Rezierungsbeamte, ein be deutendes Polizeikorps, fogar die An sänge einer Anne". Jet sind aller Augen auf dies an sich unbedeutende Land gerichtet; nahm Australien unter den goldgewinnenden Ländern der Erde (mit 25,9 Prozent der Gesammtpro duktion) schon bisher die erste Stelle ein, so-dürste sich diese Position in Zu kunft noch wesentlich zu feinen Gunsten verschieben. Orän)e tt::d Z5e::s?n?etz? in Türkei. öer Nächst Rußland ist wohl die Türkei ! j dasjenige Reich, m welchem die meisten uns größten Brände stattfinden. All jährlich brennen im Innern des Landes ganze Ortschaften. Törfer und Städte nieder. Nachrichten aus Konia melde tm jüngst große Waldbrände in-der Umgegend von Adalia und Manawgat. Dieselben währten wochenlang und er griffen alle nahegelegenen Ortschaften, vernichteten Hunderte Cetrcidelagcr, todtcten zahlreiche Menschen und zahl lose Berhhcrden. Viel Brände verursacht die noch fort dauernde, manchmal ganz abnorme Hie. Während es in' einzelnen Gesenden des weiten Reiche, wie in Erze rum, schon stark wintert, und während in anderen, wie in Trapezunt u::d Ja tun, infolge von Regengüssen Ueber schwemmungcn eintreten, gerathen wieizt in anderen Provinzen ganze Ort schaften in Braad in Folge ununter brachen noch anhaltender Sommer iluth. Tie Ortschaft Chabdschi brannte voll ständig ab von 80 Häusern blieben nur fünf übrig. In Hadiin wurden 700 Häuser vom Feuer vernichtet. Ein noch schwereres chickfal traf die ?tadt Uschak. Beinqhe 4000 Häuser gingen da an einem Tage in einem Brand in Flammen auf. In diese Zahl sind klein: Hütten, Kaufbuden und Bäder nicht eingerechnet. Es muß gleich hier betont werden, daß in allen Fällen schnelle Hilfe sowohl .seitens der Regie rung als durch Privatmohlthätigkeit geschafft wurde. Und was insbef'on dere die durch ihren Handel und ihr Gewerbe berühmte Stadt Uschak be' trifft, so vermag-sie sich bereits langsam aus ihren Ruinen zu erheben und ein neues Leben zu beginnen. . In Kcnstantinopel selbst hört man jetzt nicht mehr so häufig von Bränden, wie es srüher, als es noch vor einem Vicrteljahrhundert der Fall gewesen. Namentlich im alen Stambuler Stadt thcil geschah viel Unglück Stambul hieß daher Ort der Brände. Es war nichts Außergewöhnliches, daß 3000, ja 5000 Häuser aus einmal nie derbrannten. Unter 200 oder 300 Häusern Verlust ging es bei keinem Brande ab. 1370 wurde auch Pera von einem entseölichen Feuer heimge sucht. . Ganze Straßen mit Hunderten und aber Hunderten Häusern zerfielen in Asche, zweitausend Menschen ver loren dabei ihr Leb.'N. Nach diesem schauerlichen Ereigniß wurde aus Pest der Ober-Commandant der dortigen Feuerwehr,. Graf Edmund Szccheny. nach Konstantinopel berufen, um dort eine Feuerwehr nach europäischem Mu' ster zu organisiren.- Seit jener Zeit sind denn auch thatsächlich die großen Brände in der türkischen Hauptstadt eine. Seltenheit geworden. Aus der legten Zeit, ist nur der Brand im Ju denvi'ertel Haßkiö zu erwähnen, welcher 150 Holzhäuser vernichtete; von densel ben waren nur zwei versichert. Und etwa? derariigeS kann auch nur gesche hcu, m.il tu Verständigung der regu lären Feuerwehr mangels eines Tele phons äußerst schwierig und langwierig ist. Ist suliiante. .Feuerwehr
Szechcnhi PaschaS schnell am 'Pfofc, o dämpst sie auch leicht das Feuer. Außer der militärischen regulären Feuerwehr gibt es noch von Alters her die TulttM' dadschis oder Sprienleutr, eine wilde Rotte, die über die ganze Residenz in 120 Gruppen vertheilt ist und beim Ausbruch eines Brandes in Adamsko stümcn mit ganz elenden Spielereien als Löschinst'rumentcn, heulend und Alles niederrcnnend durch die Gassen eilt und an den bedrohten Stätten mehr schadet als nützt, mehr verwirrt als löscht, mehr stiehlt als rettet. Der
ehrwürdige von den Genuesern erbaute Galatathurm dient als Feuerthurm. Nachts namentlich, wenn ein Feuer ausbricht, geht vor diesem Thurm ein Höllenspektakel los. Tie Nachtwächter rufen brüllend den oft stundenweit entferntcn Ort des Brandes aus, um etwa dort interesnrte Bewohner der anderen Straßen zu wecken und zu warnen. Tie alten Thore des Thurmes ächzen in ihren Fugen, öffnen ihre Schlünde und soeien ganze Rotten mit Laternen be wasfneter Tulumbadschis hervor, die Gespenstern gleich durch die unheimlich finsteren' Gassen renncu. Auf der Brandstätte dürfen die Tulumbadschis nur so lange bleiben, bis die Szcchen yi'Feuerwchr herangerückt ist. Kaum ist diese angelangt, so räumen die Wilden", die hier keineswegs bessere Menschen" sind, das Feld, und die Act tung geht von Statten nach allen Kün sten und mit allen Mitteln europäischer Feuerwehren. Tcr Szechenyi Feuer wehr verdankt Konstantinopel unendlich viel. Ter Sultan hat dies mehrfach anerkannt, indem er ihrem Begründer und Organisator seltene Auszeichnun gen verlieh. - Nunmehr wurde Graf Szechenyi Pascha beauftragt, auch in allen übn gen großen Stadien des türkischen Rei cheö nach seinen Plänen Feuerwehren zu organisiren. der beste Beweis, daß sein bisher durchgeführtes Werk als segenbringend sich erwiesen hat. Dabei Ist wohl .zu bedenken, mit welchen Schwierigkeiten hier zu kämpfen war. Es waren die pccuniären Mittel nicht immer ausreichend. Es war der Fata lismus zu überwinden, der sich gewohnt hatte, brennen zu lassen, was in Brand gerathen war. Das Fürchterlichste aber war und ist die Enge d:r mit Holzhäusern vollgepfropften Gassen in den alten Stadttheilen; kaum möglich ist eS da zwei oder drei Mcnschcnnebeneinander zu Passiren. Wie vermag man hier Commandos auszuführen. Spritzen hineinzubringen, Rettungswerke zu ver anlassen? ' Diesen Schwierigkeiten zum Trotz Gewaltiges geleistet zu haben, ist H Grafen Szechenyi Pascha unver gänglichcs Verdienst. Von den etwa L0 Bränden, die jetzt jährlich in Kon stantinopel stattfinden, vermochte selbst der größte bisher nicht die .Ausdehnung am gewinnen, wie sie vor zwanzig Iah. rcn der geringste widerstandslos fand. Ti: SechenlZt'Fcuerwehr, befitzt 0 große Kasernen. Tie Gesammtziffer der Mannschaft beträgt 8000 sage achttausend., Sie lst militärisch orga nistrt und zählt im Kriegsfall als Glied des großen Ganzen. . Diese Feuerwehv Regimenter haben im SchipkaPaß un) vor Plevna nicht minder dem feuer ge trotzt .und vor' dem Cesckützfeuer nicht geringeren Lorbeer erworben als in den Mauern der Hauptstadt. Obercommandant der Feuerwehr ist noch immer ihr Bcgründcrzcchenyi; er ist'der einzige fremde General, dem der, Sultan ein direktes Commando an vertraut; er ist zugleich der älteste fremde Offizier in dec türkischen Armee. Tem ObcrCommandanten - untersteht als erster Adjutant der Contre-Aomiral Mehmed Pascha; diesem folgen: ein Oberst, ein Oberst i utenant. zahlreiche Majore, Hauptleute und Offiziere. Die Gesammtzhl ist getheilt in Regimenter und Bataillone, in LandFcucrwchr und Marine-Feucrwchr. Hübsche und dabei zweckmäßige Uniformen geben den Soldaten ein fe.ches Aussehen, so daß sie bei den Selamlik'Paradcn eine rechte Augenweide bilden und nöch't den aUancsischcn und arabischen Bataillonen Nets oas meif:e Jnterefie fmoen. vie Uniformen sind aus blauem Tuch mit Feuerwehr Emblemen am Kragen. Weiße Aluminium-Helme mit rothen Lederüberzügen ohne Schirm, aber mit Nackcnschutzleder schützen das Haupt, hohe Stiefel die Füße. Die FeuerwehrArmee besitzt die allerneuesten Requist. ten. Spritzen, Schläuche, Treppen, Pumpen. RettungZutensilien im besten Zustand, stets klappend; die Sachen werden aus England, Ungarn und Deutschland bezogen. Ein verklagter Kaiser. Nahe der kaiserlichen Burg in Wien befand sich das Haus eines Schuhma chers und grenzte mit se'mcm Hofraume an eine Abtheilung des Burghofes, wo die Jagdhunde Kaiser Joseph'S II. ihre Stallungen hatten. Tie Hunde mach ten nicht selten einen gewaltigen Lärm und brachten dLn Schuhmacher so manche licbe Nacht um seine Ruhe. Derselbe begab sich schließlich zum Kai ser und bat um Beibringung der Hunde nach einem anderen Platze. Ter Kaiser erwiderte, daß er keinen anderen schick, lichen Raum für seine Hunde habe, und es müsse bei der damaligen Lage biet den. UeörigenZ,- fügte er lächelnd hinzu, wenn es dem Herrn nicht recht ist, so verklage Er mich nur.Ter Schumacher bemerkte, daß sich daS für nicht gezieme, und daß wohl auch kein Advokat diesen Prozeß übernehmen würde. Und warum nicht?- erwiderte der Monarch, die Gesetze sind für Alle da, pnd ich bin keine Ausnahme. Auch ist es die Pflicht, des Rechtsanwalts! Je dermann zur Erlangung seines Recht) behülflich zu sein. Gehe der Herr nur zu einem Advokaten und sag? Er ihm meine Meinung." ' Der Meister befugte diesen Rath, und der betreffende Advokat war, nach dem er des Kaiser Worte vernomme.
croong. ven rozen zu sunren; docy war er so klug, nicht den Kaiser, son dern den Hausherrn von No. 1 (der Burg) zu verklagen. Ter Prozeß ging in der Ordnung vor sich, und der Schuhmacher gewann denselben. Ter Hausherr von No. 1 wurde verurtheilt, die Hunde aus der Nähe des Schusterhauses wegzubrin-
nen. Mit diesem Urtheile in der Tasche ging der Meister täll UH Saftl. Dieser lächelte und sagte: Und ich gebe die Jagdhunde doch nirgends anders hin." Der Meister stand verblüfft und machte ein sehr saures Gesicht, denn er dachte: Zwingen kann ich und alle Gerichte den König doch nicht. Nun," sagte der Monarch, der in dem Gesichte des Betretenen wohl zu lesen verstand, Meister, wir wollen uns vergleichen. Wie viel will Er für sein Haus?Zehntausend Gulden," versetzte die ser. Gut. Er soll sie haben erwiderte der Kaiser, und wenn ihn künftig die Hunde nicht geniren sollten, so kann Er in dem Hause unentgeltlich bis zu sei nem Tode, wohnen. Uebrigens freut tZ mich, daß meine Gerichtsherren olne Ansehen der Person Recht gesprochen haben, und lch werde ihnen mem Wohlgefallen über ihre Unparteilichkeit zu kommen lassen, so auch dem klugen Advkaten." Der Schuhmacher bedankte sich für den Kaufpreis und die freie Wohnung, und merkwürdig, von der Zelt an ge nirte-ihn da? Gebell der Jagdhunde nicht mehr im Geringsten. Pariser Straß cnindustrie. . Eine blühende Pariser Straßenindustrie ist ouuü einen Gerichtsbeschluß mit dem Ruine bedroht. Bisher hatte man die Bassermann 'schen Gestalten, die in den BoulevardCafeS die weggeworfe uen Cigarretten und Cigarrenstummel aufzulefen pflegen, um sie an die ärmste Bevölkerung wiederzuverkaufen, ruhig gewähren lasse. .. Tie Industrie hatte sogar ihre Börse an der piaca Maub' (Maubert), die von Käufern und Verkäufern viel besucht war. Kein Mensch hatte je daran gedacht, daß die Industries strafbar sei, umso grißer war daher -die'' Bestürzung eines m Eb'ren' grau ' gewordenen Stumme! Sammlers, als er beim Verkaufe einer Düte zierhakter Cigarrenreste von einem Polizisten 'aufnotirt wurde. Bei dec gegen ihn angesetzten Verhandlung er klärte er,' er betreibe -sein Gewerbe seit einem halben Jahrhundert unter den Augen der Polizei, ohne je belästigt worden zu sem. Der. Gerichtshof dit ligte ihm mildernde Umstände zu und ließ eS bei einer Geldstrafe von 100 FrS. bewenden. Um Uebriqen verdient die Thatsache bemerkt zu werden, daß daS Verbot des Handels mit Cigarren stummeln weit weniger von der um das Monovol ' besorgten Frnanzdirekhon, als vielmehr von der Medizinischen Akademie ausgegangen ist, welche nicht mit Unrecht ln dem Kauen von Ctgar rmresten eine schwere Gefahr' für die Gesundheit der armen eusel erblickte. rie sich den Lu?uS des frischen Tabaks Nicht gönnen dürfen. Solöalcn'ZkemlnZsccnzcn. 3to seinem Werke Vierzig Iahn in der österreichischen Armee" erzählt 'H. Ritter v.'Foedransperg allerlei lustige oldakn-RemlNiöcenzen. - Im No vember deö JahreZ 1371 kam der Ver fasser - zum 15 Jagerbataillon nach Salzburg, welche Sladt er, nicht ml Unrecht, für die schönste Garnison Oesterreichs erklärt. Das Mannschafts Material seiner Truppe bezeichnet er als .geradezu prachtvoll , wenn eZ auch et was schnzerfällig und nicht leicht für den Frieden. und Paradesoldat-en auS zubilden sei. Seine Leute, Salzbur ger ' und Ober-Oesterreicher, die von i.lndheit auf das Bergste-.qen und Kle! tern gewohnt waren, lieferten ihm sonfl uierreickbare Marschleistungen. Von ihrem Charakter entwirft er folgend: Schilderung: .Es waren durchweg ehrliche, biedere und meist wohlhabende Burschen, willig und folgsam, sehr leicht zu lenken, wenn man sie richtig behandelte, jedoeh- trotzig und - starrlöpfig. wenn man die Behandlung nicht verstand. Ein Diebstahl gehörte zu den Seltenheiten. -'Damals -herrschte noch, von ältester Zeit überkommen.eine Ar! Lynchjustiz. Äeging - ein Mann ein Veraehen -oder Verbrechen, welches 'der Compagnie Schande machte, so wurde ihm eine Decke-über den Kopf geworfen und er dann mit Lade- und Putzstöcken mörderlich durchgehauen. Man brauchte nur' beim 'Rapport zu sagen: .Sie sind nicht werth, k. k. Ja. er ä'j sein, ich geb: Sie. der Verach tung Ihrer Kameraden anheim", so tonnte man sicher sein,' aß der Ve treffende, sobald man die Kaserne verlassen hatte, gehörig durchgeprügelt wurde.... Von einem Fehler kann ich meine lieben Landler- (Ob:r,Oesterreicher und Salzburg:?, Erstere noch .Moschädl'". Letztere .Stierwasch:? genannt) nicht lossprechen: eö ist daö iiilt Betrinken und Raufen. Am Marktage blieben häufig Leute ohne Erlaubniß über Rctraite auS und ka rnen meist betrunken nach Hause. Wur den si: b:im Rapport gefragt, warum sie ausgeblieben seien, so erhielt man stets die gleiche-Antwort:. . Ein Bauer war da und hat unZ Vier gezahlt, so diel wir nur sausen mochten-; fragte man weiter: .nun, wieviel haben Sie denn getrunken?'! .So eppa 13 bis Li) Stosner". So war eS auch. Hatt: ein' Bauer gute Geschäfte gemacht, so blieb er häusig mehrere Tage in der Stadt und bewirth-ete Soldaten seiner H:imath und auch ganz fremde mit Vier. Dabei würd: nichts gegessen sondern nur getrunken und gesungen. SÄimmer als daö Trinken. die
Nauffust, weil schwere körperliche Jeschädigungen und auch Todtschlag hausia vorkamen. Der Vorgan? war
stets gleich. Schon am frühen Nachmrttage kommen dre Burschen und Soldäten in einem Viergarten zrsammen. Sie begrüßen sich anfänglich ganz freundlich und sprechen unbefangen mit einan ;r. Sie grupv'.ren sich dann a.i verschiedenen Tifchen. Es dauert nicht lang:, so beginnt d:r Gesang. Auch dieser ist zu Veginn harmlos, und beide Parteien singen oft das gleiche Lied. Bald aber beginnen die Truklieder". Zuerst kommen die bekannten Lieder daran, jedoch nach kurzer Zeit schon werden solche tmvrovislrt. 3 halte verschiedene solche Improvisatoren bei der Compagnie und habe mich oft aus Märschen prachtvoll unterhalten, wenn sich diese gegenseitig ansangen haben. Siaunenswerth. wie schlagfertig und unerschöpflich diese Leute dabei waren! Diese in.provisirten und immer gröber lautenden, herausfordernden Trutzlieder werden so lang: gesungen, brZ es einer Partei zu viel-wird d:rdcm kaneriscken Improvisator ' mit . mihx einfällt. - Dann g:htd!e Nauferei los. welche stets blutig endet, oft erst durch Mmtarpatrourllen, nd Arretirungen eingestellt werden kann.- Von den dielen mir bekannten Fällen will ich einen besonders drastlsch:n erzählen. Es wurde ein Mann arretier und angezeigt, daß er einem Civilburschen ein Auge ausgeschlagen hatte. Beim Rapport von mir vernommen, gab er beinahe wörtlich Folgendes an: .Herr Sauvtmann! I meld' a'bursamst. dös war a so. Mir soan öeisamm' g'sessen u bam uns recht guat unteryalty, ham Bier g'trunken und g'sungen. Auf a Moal haut m r oaner an Blerstoan um'n Schade! und dos war mir auffallend. - I geb' dann hin. tupf' nach'm inö G'sscht und frag was hoast, denn? Auf a Moalhsan i sei' rechtes Aug' in da Hoand. . G!' d'raus vm t c.rret:n wurn'n. (fT)...sJlMt.if.M fkAxifA. 2JlCCiUUUUlmiCll, lUMUl V(UlUC Pfeifen, Cigarrenspitzen 2c, bei Wm. ucdo. 19 Oft Wothrnaton Str. SIr.ncrman UtcJcM n Sioefter, R. V. Ein Jahr lang taub, verursacht durch Ratarrh im Kopfe. Katarrh ift t Knftuutioaellk Leide md ? sordrit Hei konstnutiouellea HeUmnl. wi, Hood'S OarsapartLa, u,u turue. Lel: .Vor trti Jahren in Fo!, Patorrljl. teilet ich 5njlij) meine $3rftaft und ar fiber ei Iahe taitj taub. 34 tonnte kein, fiaut umertÄetoem. Ich de-dsichkigte, ich bet Ckdut eine Spr,ialifte anjaoenrauea. all nir Jemand rietb. mS,lichk eis durch Hood'S Cotlfrorin Lwdeeu, erhalle. Zchdtga el.i nehmen.' jedoch dauernd Abhülfe avn nicht versprechend. Z ewem Skstaun d i eine? zrcie Frend fand ich. achdep, ich drei Flaschen enomea ha a ein Hörkraft zurüökehne. Ich fuhr fort, dik ich drei weitere Flasche ,,vmme, hatt. Lsit her ift iet ttd. t ein ijjbr nd ick kann an,. zeichntt ui höre. Der Karrd deläkit mich jetzt nur enig. Ich dnrachie d alt einen mnu wuroiae Fall und mpf aus' Herzlich ,t Hood's Sarsaparilla llk mit atarrh V'd'teten. ' H e CU'I, 0 Snnet rt.. K$Kct. . (. Qd'b Otta Knd ttn ttinüli Rieh. Brandt's Schweizer Pillen. Nehmet nur dis echterf. enU!lr. XOS 'N.'V' ÄM Blutrolnigend. Be!3fdera ifla Verdauung. Bestes Mittel gegen Leber- u. Gallealeiden. - r 2a b&ben In Uea Apotiekea.'V Umzug ! Umzug ! Meinen Freunden und tem Puölikum zur Naqncyt, daß ich mne Osstvlrtdsekakt, nach No. 12Z Cfl Washington Str. verlegt habe und m?in? Kunden wie bish r nur mit den besten Ge.ränken und Cigarren v evten et werd?. Sine gute deutscht Mahlzeit ! Um gzneig:en Zuspruch bitt, Jolra Horirang. Für die Feiertage. In Prima Qualität für Familien gebrauch stets vorrälhig und für die geiertage besonders zu empfehlen sind RUH PÜNCH, ARACK, IH3 vB2mfllB tMLuao. ' Sccßunäyc, feine Weine, feinen 10 Jahre alten Whisky und die feinstin VrandieS.
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