Indiana Tribüne, Volume 18, Number 96, Indianapolis, Marion County, 23 December 1894 — Page 12

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3m IHonöcnfdjcin. VouElara Schnackendurz.

Durch die Straßen einer Vorstadt WienZ wandelte ein Mann in ernstem Sinnen. Das geistige Auge nach innen geehrt, achtete er wenig ans das. was ihn umgab. Es war in bei Dämmerstunde. Die Sonne war längst zur Rüste gegangen, langsam erglonimen an den fernen Bergen die letzten Lichtrefleze. und dort stieg der Mond empor, der nun auf einige Stunden mit seinem kalten Glänze die müde Welt zu beherrschen kam. Eine wundervoll milde Luft lag auf diesem Sommerabend. Das Straßenleben verstummte immer mehr. Feiertagsfrieden breitete sich über der Landschaft vus. Der Mann nahm den Hut ab und fuhr sich mit der Hand über die Stirn und durch die vollen, leicht gewellten Haare. Der Friede, die Ruhe ringsum thaten ihm offenbar wohl, denn wie er jetzt zu dem klaren Himmel aufschaute, hatte sich seine Stirn merklich geglättet, blickte sein Auge nicht mehr so ernst als vordem. Er war eine große stattliche' Erscheitiung. Das bartlose Gesicht zeigte etwas breite Formen, die schmalen Lipxen waren fest zusammengeschlossen. Seine Kleidung, der zeitgemäßen Mode entsprechend, war einfach. Der lange braune Rock offen stehend, ließ eine kurze, gelbgeblümte Weste sehen. Der Hals steckte tief in einem steifen, hoch hinauf reichenden Kragen, unter welchen ein weißes Tuch geknüpst war. In der Hand trug der Mann einen Stock mit dickem, vergoldetem Knopf; so wandelte er langsam dahin. Jetzt scholl ihm aus einem der kleinen. einstöckigen Häuser, welche hier durch schmale Vorgärten von der Straße getrennt standen, Musik entgegen. Es waren die Klänge eines Klaviers. Sein Fuß stockte, dann trat er schnell näher und lauschte. Eine ihm wohlbekannte Melodie wurde von geübter Hand gespielt und was den Mann hier draußen am meisten fesselte es wurde mit Verständniß gespielt. Und nun, nach einer kurzen Pause, ljub eine sanfte Frauenstimme zu sin aen an. In lieblichen Tönen und doch voll und kräftig, erllang es: Nur wer die Sehnsucht kennt, Weiß, was ich leide." ' Mächtia ergriffen von dieser sympa thischen Stimme stand der Mann tote gebannt an das Holzgitter des Gärtchens gelehnt. Die Musik erscholl aus dem offenstehenden Fenster eines im Parterre gelegenen Zimmers, in dem noch kein Licht brannte. So konnte der Lauschende auch nicht hinein blicken, er sah nur einen weißen, im lauen Abendwind sich leise bewegenden Vorhang und ein Paar rothblühender Nelkenstöckchen, die auf dem Fensterbrett standen. Sanft verhallte der Gesang. Der Mann dachte aber nicht an das Weitergehen; wie traumverloren stand er noch immer auf der stillen Straße. Recht schön hast Du gespielt, Maria hörte er jetzt eine tiese, etwas rauhe Männerstimme sagen. Du weißt ja, ich habe es gern, wenn Du des Abends, nachdem die Gesellen fortgegangen, m::sizirst. Das versetzt mich zurück in unsere Kinderzeit, wo die selige Mutter oft so schön sang, daß wir gern lauschten. Es war gut, daß sie Dein Talent für Musik ausbildete." Ach, ich habe kein Talent," antwortete die Frauenstimme in klagendem Tone. Ich bin nie zufrieden mit mir. Könnte ich diese göttlichen Melodien, die mein ganzes Sein erfüllen und mich hinwegheben über allen Erdenschmerz, nur einmal von Meisterhand, ja von ihm selbst spielen hören!" Kind, Du schwärmst wieder, singe mir lieber noch eins." Ich mag nicht mehr, ich bin müde," klang es traurig zurück. Der Lauschende fühlte sich seltsam ergriffen von diesem einfachen Zwiegesprach. Rasch entschlossen stieg er die Steinstufen, welche zu der Hausthür führ ten, hinauf und trat in den niedrigen, engen Flur. Einen Augenblick noch horckte er, ob er wieder die Stimmen vernähme, die ihm dann den Weg sich:rer weisen würden. Er hatte sich nicht getäuscht. Man sprach, doch konnte er jetzt die Worte nicht verstehen. Er ging auf die nächste Thür zu und klopfte an. Auf ein leises Herein," öffnete er und trat ein. Er befand sich in demselben Raum, der nach dem Gärtchen führte. Eine milde, angenehme, bläuliche Dämmerung, wie sie der Mond da draußen hervorrief, lag über dem schmalen, einfach ausaestatteten Gemach. Vorn am Fenster, an dessen weit geöffneten Flügeln die weiße Gardine wehte, stand daZ kleine, tafelförmige Klavier; ein steiflehniges Sofa, davor ein runder Tisch, eine geschweifte Kommode und ein paar Stühle waren die ganze übrige Einrichtung des Zimmers. AlleZ dieses aber war nicht deutlich uhr zu sehen, nur die Umrisse einer zarten Mädchengestalt, die beim Eintritt des Fremden vom Stuhl am Klavier sich erhoben hatte und nun mitten vor dem Fenster stand, hoben sich scharf ab. Eine andere Thür, im Hintergrund b5 ZimmerZ, führte in einen tltort größeren Raum, in welchem zwei auf zinnern: Leuchter gesteckte Talgkerzen brannten. Hier sah es weniger einladend aus. Es war dies eine Schusterwerkstätte. Die Gesellen mochten wohl erst kürzlich Feierabend gemacht und den Raum verlassen haben, denn waS sie zu ihre? Arbeit gebraucht hatten.

Iianv und tag noef) unausgeräumt u.it h:r.

Jetzt trat ein Wann unter die iitjur. Er musterte den Einaetretenen, welcher mit dem Hut in der Hznd schweigend dastand, mit entaiinten, p)t yerauZ. fordernden Blicken und fragte etwas unhöflich: Run? Was soll's, was beliebt? Etwa noch Stiefel bestellen zu so spä. ter Stunde?" Nein." antwortete der Angeredete, das nicht. Ich habe um Verzeihung zu bitten, weil ich hier so ohne weiteres einkehrte; aber der liebliche Gesang, der zu mir auf die Straße drang, lockte mich herein." Herr, was aeht Euch der Gesang meiner Schwester an?" lautete die unwirsche Entgegnung, und zu dem Mädchen sich wendend, fuhr er fort: Da hast Du es. Maria. Wie ot babe ick Dir schon gesagt, daß Du daS Fenster schließen sollst, wenn Du singst oder spielst." Die schlanke Gestalt, die bisher unbeweglich dagestanden hatte, bekam jetzt Leben, und langsam aus den Bruder zugehend, sagte Maria: Du welgt. ich ueve die YiDcnowji; laß mir diesen Genuß. Und warum bist Du so unfreundlich zu dem Herrn? Wer Musik liebt, kann nichts Böses im Sinne haben." Maa sein." erwiderte der Brud:r. durch die Worte der von ihm zärtlich geliebten Schwester etwas besänftigt, doch, was nun weiter: Sie sangen da vorher ein mir wohlbekanntes Lied." begann der Fremde, sich dem jungen Mädchen zuwendend. Sie spielten auch eine Sonate, spielten sie recht gut. Wollen Sie mir vielleicht erlauben, verzeihen Sie meine Dreistigkeit diese selbe Sonate Ihnen einmal vorzuspielen?" Das wäre noch schöner," plahte der Schuhmachermeister heraus. Da könnte halt jeder kommen. Nein, daraus wird nichts, Herr; macht, daß Ihr heimkommt, es wird spät!" Der Herr aber that, als habe er diese unfreundlichen Worte gar nicht gehört. Er schritt ungenirt auf das kleine Instrument zu, und während der Bruder, der. stets besorgt um das Wohl seiner Schwester, jedem fremden Mann abweisend zu begegnen pflegte, noch weiter räsonnirte, hatte der andere bereits zu spielen angefangen. Wie quollen unter seinen Fingern die Töne perlengleich hervor, wie in und klar löste sich ein Klang vom andern. wie verstand er es. diesem alten. werthlosen Musikinstrument eme Fülle schöner, zu Herzen gehender Töne zu entlocken. Langst war es stlll gewor den in dem kleinen Gemach; der aufge regte Mann dort im Hintergrunde hatte sich in einen altvaterischen Sessel geworfen und horchte, anfänglich zwar widerwillig, dann , aber doch mit An dacht; und sie, die liebliche Mädchen gestalt, lehnte wieder, wie vorher, am Fenster, doch jetzt so, daß sie das volle Licht traf. Heller und heller wurde e5 um sie her, der Mond war höher gestiegen. stärker leuchteten seine Strahlen. Mild zog die wurzige Abendluft herein. Jetzt lag mit magischem Glänze das Mondlicht auf der Diele des Zimmers, es beschien die Hände des Klavierspie senden, der sich, aetroffen von dem hellen Strahl, nach dem Fenster wandte. Und da tief ergriffen von dem Anblick, der ihm wurde, stockten seine Finger und sanken von den Tasten. Er starrte schmerzlich bewegt auf das weiße Antlitz des Mädchens. Doch als dieses eine Bewegung machte und die Hände hob. als wolle es ihn bitten, weiter zu spielen, fing er von neuem an. Aber nicht die bekannte Melodie war es. die jetzt aus den Tasten zu der andächtig Lauschenden empordrang, nein, eine neue, fremde, tief ergreifende, klagende Weise. Während seine Augen wie gebannt an dem stillen Gesicht hingen, das, voll beleuchtet, alle seine Züge klar und deutlich zeigte, entstanden unter seinen Händen neue, nie gehörte, ihm selber ungeahnte Klänge. Ach. unsägliches Mitleid hatte den warmherzig suhlen den Mann ergriffen, der Menschheit ganzer Jammer hatte ihn einmal wieder gepackt. In dem weichen Mädchenantlitz standen ein Paar großer, dunkler Augen; aber starr und todt blickten diese Augen in die mondbeglänzte Zaubernacht da draußen, dies arme Madchen war blind. Das hatte der Mann am Klavier entdeckt, als er sich eben zu ihr wandte. das hatte ihn erschreckt, ihm wehe ge than. Und wie reizend war sie doch in aller ihrer Hilflosigkeit! Welch ein zung fraulicher Zauber lag über dieser Ge stalt ausgegossen; dem vollen Him kielslicht da draußen hatte sie ihr Köpfchen zugewandt. Leise spielte der (aue Wind mit dem feinen Kraushaar im Nacken und auf der Stirn, welche von einer, blonden fast silberalan lenden Flechte diademartig gekrönt rr Unffr Vr fnTT. fhT rtffnsrffn Nase lag tin kleiner Mund, denen schmale Lippen einen herben Zug von schmerz und Entsagung zeigten. Das helle Kleid, ein wenig ausgeiqmtten, lieg einen reizend geformten Hals frei. Die schlanken Hände hin gen herab und waren, wie m Andacht, verschlungen. Immer wärmer, immer inniger quollen die Töne empor. Der Mann schaute beim Spielen fast unverwandt in das weiße, mondbeglanzte UNIUN. Es schien, als inspirire ihn dieseZ Antlitz, als schöpfe er die Fülle seiner musikalischen Gedanken aus diesen rührenden Zügen mit den glanzlosen Augen. .... ... ...

Und jetzt mit einemmale. als

feixte Töne hoch auftauchend sich in das unendliche V3 auflösen zu wollen schienen, da kam eine mächtig: Erregung in die bisher so still; Gestalt. Mit einem lauten, jubelnden Aufschrei sank Maria zu seinen Füß:n niiber: Beetboven!" la, Beethoven ist es, Beetho?:n. der nur für, Dich allein spielte, für Dich Du armes, süßes Kind!- ant. wortete er. und indem er das ihm zugeneigte Köpfchen sanft in seine beiden Hände nahm, hauchte er einen leisen Kuß auf ihre reine Stirn. Rasch erhob sie sich. Dank, o Dank!" rief sie begeistert. Nimmer vergesse ich diese weihevolle Stunde. Nun erst weiß ich. was Mu sik ist. nun erst werde ich ansangen zu lernen, fleißig zu sein. Von heute ab hat mein Leben einen inneren Werth bekommen." Der biedere Schuhmachermeister, der wohl während der letzten Viertelstunde etwas geschlummert haben mochte. fuhr zetzt ln die Hohe, und mit wuchtlgen Schritten auf seinen Besuch zu kommend, bot er diesem die Hand: Ich muß hlt um Verzeihung vit ten, da ich Euch vorher die Thür weisen wollte. Wie konnte ich auch in Euch einen so vornehmen Herrn von solchem Rufe vermuthen?" Laßt es gut sein, antwortete Beethoven freundlich. Ihr durstet mich schon als lästigen Eindringling betrachten. Und schließlich bin tch ja auch zu meinem Ziele gekommen, habe Eurem Schwesterchen die Sonate vor gespielt, die ich vor langen Jahren componirte. Sie äußerte vorhin den Wunsch gegen Euch, sie von dem dorn vomsten selbst zu hören, ohne zu ah nen, daß dieser gerade draußen stehe. seinen eigenen Tonen lauschend. Doch nun lebt wohl! Jetzt ist eS wirklich spat geworden, ich mug heimgehen. . Er griff nach seinem Hut, dann irat er noch einmal zu dem blinden Mädchen und faßte dessen Hand. oü schütze Dich. Maria!" sagte er leise, und als er seine Hand zurück zog, fühlte er, wie eine brennende Thräne darauf gefallen war, eine Thräne aus ihren armen, todten Au gen. Schnell wandte er sich, und dem Bruder einen kurzen Gruß zuwinkend, verließ er das Haus. Als er dann em Stuck Weges ge gangen war, verlangsamte er seine Schritte. . Ach! tiefes Weh zog durch seine mitsühlende Seele. Wie viel des Kummers hatte er selbst erlebt, wie hatte er ringen müssen mit ernsten Schicksalen und wie mächtig ergriff es ihn, wenn er fremdes Leid sah, das ihn dann stets noch viel schwerer dünkte als alles das, was er erlitten hatte. Wahrend er nun so durch die schweigende Nacht schritt, legten sich die stür mischen Wogen seines Innern, mit Entzücken blickte Beethoven, der em großer Freund der Natur war, auf die im Mondenlicht gespenstergleich daste henden Baume und Busche, auf die reizende Landschaft, die ihn umgab. Dann fchritt er tiefer in die Stadt hinein und endlich hatte er seine ein fache, ja fast ärmlich ausgestattete, ein same Wohnung erreicht. Doch obgleich es schon spät war, schloß er das Fenster seines Arbeits zimmers nicht, legte er sich nicht zur Ruhe. Zu mächtig bewegte ihn noch, was er heut Abend erlebt hatte. Hell schien auch hier der Mond in dastille Gemach. Beethoven öffnete das Klavier und suchte sich die Tone zurückzugewinnen, welche ihm vorher beim leidvollen Betrachten des blinden Mädchens aus der Seele geflossen waren. Und da waren sie wieder, er fand alles das wieder. waS er ihr gesagt geklagt hatte. Und dann entzündete er eine Kerze und begann eifrig zu schrelben; die gantt Nacht hindurch saß er auf, und als das erste matte Licht des jungen Tages zu ihm herein dämmerte, da hatte er daö Werk vollendet, womit er feine Mit- und Nachwelt nun von neuem beschenken wollte, da war sie niedergeschrieben in schwarzen, unscheinbaren und doch so sang und klarareichen Zeichen: Beethovens un sterbliche Mondscheinsonate." Zung'Ibrahim und die Siebe. Von 5. Crome'Tchwienlng. Einige Jahre schon war Ibrahim den salbungsvollen Mahnungen des alten Mollah entwichen, der ihm die Suren des Koran erklärte, ihn mit dem aefüll ten Rohrfederhalter die Charaktere der türlischkn Schrut aus Pergament schrei ben lehrte und ihm beigebracht hatte, sie zu lesen, also daß er die alten Helden geschichtenbücher seines Volkes zu lesen verstand. Nein Ibrahim war längst der Schul zeit entwachsen. Auf seiner Lippe sproßte der eilte welche Flaum und im Gürtel trug er schon die Attribute deö mannbaren JunglmgZ. Dolch und Vatagan. Aber Ibrahim war ein, Träumer. Tie kleine zierliche Nesida, seine Pflege schwester, die einst aus Gnade in daS HauS deS Cffendi, seines VaterS ge nommen war und nun Tochterrechte in demselben gefunden hatte, schalt und fchmolte über ihn, denn er wollte nicht mehr in den dustenden Gärten, welche die Mauern deS väterlichen HeimS um schlössen, mit ihr herumspringen und spielen, nocy neben oem murmelnden Springbrunnen den Märchen der alten schwarzen Zebode an ihrer Seite lau schert; kurz, Ibrahim war nach der rer zenden Nesida Ansicht ein ganz un brauchbarer Junge geworden, seitdem er zum schönen Jüngling sich entwickelt datte.

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soviel billiger verkaufen als andere. Je mehr die 'Aet aber vorrückte. desto träumerischer wurde Ibrahim. Er saß täglich viele Stunden m emem traulichen Winkel, hatte daZ große Buch der Heldengeschichten seines Vol kes vor sich und laZ jede einzelne immer wieder von neuem, mit brennenden Wangen und glühenden Blicken. Und doch waren es nicht die Thaten, die sie mit Schwert und Lanze vollbracht, die ihn entzückten, sondern eS waren die Schilderungen, wie sie nach vollbrachten Ruhmesthaten die schönsten Weiber, die Allah ats lebendige Blumen aus die irdischen Gefilde herniedersandte, sich in Liebe zu Eigen machten und wie sie sich an ihrer Seite das Paradies, daZ Allah allen tapferen Gläubigen nach dem Tode verhieß, schon aus Erden berei teten. Und wenn Ibrahim das gelesen hatte, starrte er vor sich hin und in sei ner Seele keimte immer stärker, immer mächtiger der Gedanke empor, wie wonnevoll es sein müsse, die Liebe zu finden und der Gedanke wollte ymfort nicht mehr weichen von ihm. Und eines schönen Morgens da stand eS fest bei ihm, daß er ausziehen müsse, um die Liebe zu suchen, wenn er an ders seine Nuhe wiedergewinnen wolle. Keinem daheim sagte er davon, weder seinem weißbärtigen Vater, noch der zierlichen Nesida. noch der alten Nege rm Zebode, die doch seine und Nesida'S Bertraute gewesen war durch so man ches liebe, lange Jahr. Er steckte seine Wehr in den Gürtel, schmückte sich mit dem neuen kostbaren Turban, zog seine feinen seidenen Ge wänder an, nahm den langen Stab und ging auS, die Liebe zu suchen. Aber wie er durch den menschenge füllten Bazar mit seinen schreienden Verkäufern schritt, ward ihm die Schwere seines Schrittes auf einmal klar. Wie kann ich die Liebe suchen, wenn ich nicht einmal weiß, ob ich die Schritte nach Süden oder Norden, gen Mittag oder Abend zu richten habe?- seufzte er. Halt machend und sann nach, wie er über diese erste Schwierigkeit hinweg kommen könne. Da fiel ihm der alte Mollah, sein Lehrer ein, und alsbald machte er sich auf den Weg zu ihm. Sieh da, Ibrahim !" begrüßte ihn der alte Schriftgelehrte. Möge Allah Sonne auf Teinen Weg breiten und mit süßen Datteln Teinen Hunger stil len. Sprich. waS begehrst Tu von mir ? Willst Tu tiefer eindringen in die Geheimnisse der Schriften, daß Du mich aussuchst am frühen Morgen V Nein, o nein, würdiger Ruckdar." entgegnet Ibrahim, während eine helle Röthe auf seinen Wangen auflohte : Ein Wunsch führt mich her, daß Deine Weisheit mich leiten möge auf den rech ten Weg zu dem, daö ich suche !" So sprich !" Und schüchtern sprach Ibrahim : Sag mir, wohin mein Fuß sich wen den muß, daß ich die Liebe finde, denn ich bin ausgezogen, sie zu suchen !" Da senkte der alte Mollah den Blick tief in da offene, sehnsuchterfüllte Auge des Jünglings, bedachte sich lange und sprach dann, seinen langen weißen Bart streichelnd : Tu willst einen schweren Gang gehen, Ibrahim! Liebe sindest Tu genug, aber wie Allah allerlei Menschen in die Welt setzte, wahre und falsche, eigensüchtige und aufopfernde, so hat er eS auch mit dem Gcttesgeschenk der Liebe gemacht. Falsche Libe wirst Du auf allen Gassen finden, aber nur Allah'S Hand kann Dich zu der echten geleiten, wenn eS sein Wille 18.

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t erhalt man ein Meket?

Nersiinmen Sie nicht schna Da neigte Ibrahim beklommen tn Haupt. So meinst Du, o weiser, ich solle ablassen von meinem Vorsatz?Nein suche immerhin! Allah geleite Dich!" Ibrahim ging. Seine frohe Hoff nung hatte einem stillen Bangen Platz gemacht. Aber die Morgensonne lachte so lustig und die Menschen auf den Gassen schie nen so froh und glücklich, daß neue Hoffnung einzog in JungJbrahimS Herz. Und wieder fröhlich geworden, schritt er weiter. Da kam er an einem Hause vorüber, an dessen cberen vergitterten Altan ein halbvecschleierteS Weib grüßend sich ge gar ihn neigte. Ein wonnevolles Beben durchrieselte Ibrahim. Sollte ihn Allah sobald schon seinem Ziele entgegenführen. Ei blieb stehen und starrte binauf. Und nun grüßte die Verschleierte dg oben nicht nur, sie hob auch einen Fin. ger und bewegte ihn winkend. Klopfenden Herzens stieg Ibrahim die finstere Stiege hinan. Oben em. pfing ihn eine alte häßliche Negerin mit geheimnißvoller Geberde, nahm ihm den Stab ab und zeigte gegen eine Thür. Tretet dort hinein, junger Herr die schöne Suleika harret Eurer voll Sehnsucht!" Mit hochklopsendem Herzen trat Ibrahim ein. Auf einem Divan -lag, in bunte Stoffe gekleidet, diejenige, die ihm vorhin gewinkt hatte. Nun zeigte sie sich völlig unverschleiert. Raben schwarzes Haar floß von ihrem Haupte hernieder, sie hatte sich daö Antlitz schön roth und weiß bemalt und ihre zarten Fingernägel zeigten sich schön gefärbt mit Hennah. Tritt näher und sitze nieder, Jüng ling." sprach Suleika zu Ibrahim, der gehorsam dem Gebote folgte. Und da er niedersaß und stumm und mit großen Augen die üppige Suleika anstarrte, sragte sie ihn. Eine Frage liegt in Deinen Augen, o Jüngling. Sprich sie aus, ich möchte sie hören?" Kennst Du die Liebe?" fragte Jbra him schüchtern. Suleika lachte hell auf. Ob ich sie kenne! Suchst Du die Liebes Ich bin ausgegangen, sie zu suchen!stammelte Ibrahim. Aber der Mol lah sagt, sie sei so schwer zu finden!" Das glaube ich, wer soll einen alten griesgrämigen Mollah lieben,flüsterte Suleika, aber Dich hat Allah mit allen Reizen der Jugend und Schönheit geschmückt. Jüngling, Du wirst sie finden, sie ist Dir nahe genug! Tu trägst einen kostbaren Turban, und ein seidenes Gewand, 'u bist reich, Jüngling, ist es nicht so?" .Ach nein," entgegnete Ibrahim, der daran dachte, daß seine Taschen leer seien und nicht ein einziger Para sich darin befand. Geld und Gel. deöwerth habe ich nicht mit mir!" Suleika zog die Augendrauen zu sammen. Und Du willst die Liebe suchen?" rief sie hart. Tu Thor! - Noursi! Noursi!" Tie alte Negerin erschien. Führe den albernen Thoren da wie. der vor das HauS," befahl sie. Er ist ein thörichter Knabe, der zu seiner Amme zurück muß, der er zu früh ent laufen ist!" Crröthend und beschämt ging Jbra him, verfolgt von dem höhnischen Ge lächter der beiden Weiber, von bannen. .Das mußte wohl tte rechte LZebe

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nicht fein," dachte er. Es ist doch schwerer als ich dachte. Ter alte weise Mollah hat Recht!" Und weiter wanderte er. Einige Datteln, die er zur Fürsorge in die Tasche gesteckt, bildeten feine Nahrung, ein Trunk Wasser aus einem össent lichen Brunnen sein Getränk. BiS zum Nachmittage suchte er die Liebe. Aber wen er darum ansprach, schüttelte den Kopf und deutete vielsagend gegen die Stirn und ließ ihn stehen. Müde schlich er, als die Sonne sank, nach Hause. Als er den steinernen Hof betrat, sah er Nesida, wie sie über die Gartenmauer schaute und ihn mit glän zenden Augen ansah : Kommst Tu endlich, Ibrahim, ich habe den ganzen Tag' auf Tich ge wartet. Komm' doch in den Garten l Es ist so frisch und schattig dort und ich bin ganz allein !" Ibrahim wollte den Kopf schütteln, aber da war etwas in Nesida'S dunklen funkelnden Augen, was auS seinem Kopfschütteln ein Kopfnicken machte und alsbald stand er neben dem Spring brunnen in all' der Pracht, welche die bunten Gewächse und Blumen in dem herrlichen Garten dem Auge boten. Sie setzten sich nieder und Nesida sagte : Wo warst Du nur, arger Ibrahim? Zebode suchte Tich und der Effendi selbst. Tu aber warst verschunden!" .Ich suchte!" Und suchtest waS?Die Liebe," seufzte Ibrahim und er mußte wohl ein seltsames Gesicht dabei machen, denn Nesida lachte ju belhell auf, aber daS Lachen verwan delte sich noch auf ihren Lippen, und sie sah schweigend darein, während aus ihren Wangen die Farbe wich. Du lachst nicht mehr?" sagte Jöra him erschreckt von der Wandlung, die sich ihm zeigte. Da aber traf auS ihun Augen ihn ein Blick, so seltsam, so voller Zärtlich, keit und Hingebung, daß sein Herz hoch aufschnellte in der Brust. Und als er schier unbewußt die Arme ausbreitete, da sank Nesida hinein und sich innig Ibrahim anschmiegend, flüsterte sie: WaS gingst Du zu suchen, da Du doch wußtest, daß die Liebe hier Deiner harrte? Nimm mich hin, Ibrahim nein Herz kennt nur Tich und ich sterbe, venn Tu mich von Deiner Seite lös. lest!" Ibrahim aber umsing sie und küßte sie auf Stirn und Wange und dann rief er fröhlich: Welch' ein Thor war ich, die Liebe ju suchen! Wem Allah wohl will, dem sendet er die Liebe, wie Dich mir. Du duftende Blüthe deö MenschenthumS. berrliche Nesida! Guter kSerdkenft. Deutsche Mänuer verlangt Welche Willeni sind sich ein rentables Geschäft zu gründen. Wir wünschen, daß Jeder, der ohne Beschäftigung ist, oder keine zufriedenstellende Arbeit hat und die Vertretung für unsere Firma gegen gute Bezahlung zu übernehmen wünscht, dertrauenSvoll an unS schreibt, und wir werden demselben unser Anerbieten nebst Proben kostenfrei übersenden. Wir wünschen nur einen Vertreter für jeden Distrikt, welcher noch nicht besetzt ist. Man wende sich sofort an Dr. . 3. Schoop, Uo. 36 tatt Str. Racine, Wil.

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