Indiana Tribüne, Volume 18, Number 89, Indianapolis, Marion County, 16 December 1894 — Page 2
Jas schlaue Dannchen. Es war einmal ein großer Zaube ttr, der hieß Professor Dori Lupus. Als er noch in Kammgarn und Cheviot reiste, hieß er Jsidor Wolf, seitdem er aber die Kunststück:, die er sonst nur seinen Kunden vormachte, dem Publi tum vorsetzte, nannte er sich Lupus" und Prestidigitateur", obgleich er infolge seine? mangelhaften Schulbildung das Wort nicht richtig aussprechen konnte. Eines Tages ereilte ihn sein Schicksal; er wurde von einer holden Fee bezaubert, die auf den melodischen Namen Hannchen Hannemann börte und eine Berlinerin war, obgleich sie als französische Chansonnette aufiia:. Nach dem bekannten Lehrsatze: Geschwindigkeit ist keine Hexerei" verliebte sich also Lupus in Hcmnchen, und -dieses fand merkwürdigerweise gleichfalls Wohlgefallen an dem Posener Schwarzkünstler. Drei Msciate währt: der schöne Traum, da überraschte Professor Lupus eines Tages seinz Braut mit einer neuen Nummer: Das Ver-
schwinden eines lebendigen Menschen auf freier Bühne." Der Mensch, der so plötzlich verschwand, war der Herr Professor selbst, und er hinterließ dem trostlosen Hannchen nichts, als die BeZahlung seiner vielen Schulden. Wäre nicht damals ein ohne Arme geborener Fußkünstle? Hannchen tröstend zur Seite getreten, wer weiß, was aus der armen Gigerlkönigin geworden wäre. Dori Lupus zauberte seitdem in' sller Herren Ländern hrum, das bedauernswerthe Hannchen hatte er längst vergiften. Er war eben in einer norddeutschen Hafenstadt, als er in der dortigen Zeitung ein Inserat las, worin die unverehelichte Johanna Hannemann, Liedersängerin, unbe kannten Aufenthalts, aufgefordert wurde, sich wegen einer von einem versiorbenen Oheim ihr zugefallenen Erbschast im Betrage von 30.000 M. bei dem Notar eines märkischen Landstädtchens zu melden. Der Schwarzkünstle? hatte dies kaum gelesen, als tt sofort emsige Nachforschungen nach Hannchen Hannemann hielt und schließlich nach Arad reiste, wo Hannchen sich aufhielt. Dort warf er sich der verlassenen Braut zu Füßen, bat sie um Verzeihung und schwor ihr, daß er ohne sie nicht leben könne und sie auf der Stelle beirathen wolle. Hann chen sträubte sich nicht lange, sie schloß den reuigen Zauberer in die Arme und folgte ihm zum Traualtare. Erst nach der Hochzeit fragte er sie beiläufig: Weißt Du schon, mein Kind, daß Du eine Erbschaft von 30.000 M. qemacht fast?" Sie lächelte schlau und sagte dann ganz unschuldig: Von einer Erbschaft ist mir nichts bekannt, wohl ber von der Anzeige, die ich selbst einTücken ließ. Ich hoffte, daß Dich eine .Stunde von mir bald in meine Arme zurückbringen würde, und deshalb erließ ich das Inserat. Einen Onkel bef ;;.e ich gar nicht, zum allerwenigsten inen Erbonkel!" Der Zauberer machte bei diesen' Worten ein keineswegs bezauberndes Gesicht doch was half es, er war in der Falle gefangen. Seitdem finden die Vorstellungen des Prosessors Dori Lupus unter Assistenz seiner Gattin" statt, wie es auf dem Programm heißt. Zum Schlüsse läßt Dori Lupus auch eineDame verschwmfcnt; es ist Hannchen. Sie kommt aber immer wieder!" erklärt er dabei mit füßsaurer Miene. m m m DcrÄuf: in der Loge. In dem Leben des belgischenStaatsmannes Frere-Orban spielte einst ein Nuß eine bedeutsame Rolle. Der MiTiister war in seiner Jugend ein armer Student, mir dem einfachen Namen Freie. Unte? nicht geringen Entbeh?ungen arbeitete er sich bis zu dem Augenblicke durch, m welchem er das Examen ablegen sollte. Der junge talentvolle Mann liebte ein Mädchen aus angesehenem Hause und hatte dessen Ge genliebe errungen. Wenn du, sagt Fräulein Orban so hieß das junge Mädchen dein Examen morgen mit Glück bestanden hast, so komme Abends ir5 Theater und tritt in die Loge, in welcher ich mit meinen Eltern fein iverde. Wird man mich dort dulden ?" fragte der Student. Dafür laß mich sorgen. Frere bestand die Prüfung glänzend und betrat am Abend vochersreut und dennoch fchüchtern die Loge, welche im Mittelpunkte des Theaters gelegen loar. Kaum hatte das fchöne Mäd chen ort den jungen Mcmn krblickt. als es sich erhob und denselben mit einem herzhaften Kuß begrüßte. Die rstaunten Eltern wurden d-on Frau lern Orban über die Bedeutung dieses seltsamen Vorfalles bald aufgeklärt, und Anaesichts der Handlung ihrer Tochter erkannten sie es als vernünftig, fich dem Willen btt Liebenden zn fügen. doch knüpften sie an die Bewilligung zur Heiraih die Bedingunq, daß Frere den Namen Orban dem sauen hinzu setze. Das kleinere Uebel. Mrs. Messes: Nun. Tommy, geh' hl und küsse Deine Tanie, oder Mainz wird Dich tüchtig prügeln." Tommy lange seine Tante betrachtend): Prugele mich Mama. Frau SyZtzzunge (zu ihrem Mann): Weißt Du ach. daß Du !m Schlafe sprichst?" Das Söhn chen: Welche andere Gelegenheit als im Schlafe zu sprechen, gibst Du überHaupt dem Papa?" Immer beim Sca t. Stufceni Söffe! fällt Nachts über einen im Rinnstein liegenden Collegen. Ah, sieh, jetzt fehlt noch College Fuchs, die starte habe ich bei mir!
Ein öcutschcs ?astcr. Ton Pckcr No'eggcr.
1. Im Wirthshause zu Oberabelsberg lebt ein merkwürdiger Mann. Dieser Mann kann auf einen Sitz vierundzwanzig Krügel vertilgen. Sonst kann er nichts. Als ob Das nicht genug wäre! Nicht mehr als genug! Als ob ihm Das im Menschengeschlechte so leicht Jemand nachmachen könnte! Der Mann ist heute dreißig Jahre alt und eben aus Anlaß dieses Jubiläums wird vorstehendes biographisches Charakterbild verfaßt, und eben deshalb auch wird ei i frisches Faß angeschlagen. Der Jubilar genießt bei eincm großen Theile seiner Zeitgenossen die höchste Verehrung, er freut sich ihrer und ist ihrer werth: und doch nagt insgeheim in seinem Gemüthe ein Wurm. Er hat Einen gekannt, der es für den Sid auf ein Viertelhundert Krügeln gebracht hat. Wiederholt versuchte unfer Mann es.dieses höchste ihm bekannte Aiel zu erreichen, allein das fünfundzwanziasteGlas kam allemal ausfallend rasch zurück. Es wartete nicht erst auf die Empörung der übrigen, die nach wenigen Stunden erfolgte und stets mit einem heftigen Leidenschaftausbruch endigte. Zwei Dutzend, das schien vorläufia der Höhepunkt seiner irdlschen Erfolge zu sein. Das kostete Anstrengung genug, es so weit zu bringen. Entsprossen war Dagobert Blunzer einer simplen Familie, in welcher gelegentlich nur ein bis zwei Schopplem getrunken zu werden pflegte. In dem jungen Dagobert aber äußerte sich schon früh ein großes Talent : er hatte einen guten Magen. Zwei Ammen soll er jeden Tag bis zur Nagelprobe ausgetrunken haben. Später verfi-l er der Erziehungsmethode eines unvernünftigen Vaters; wenn er Durst hatte, bekam er Wasser. Dem widerstrebte seine gesunde Natur und kein Wunder war es deshalb, daß Dagobert sich der studentischen Laufbahn widmete. Doch auch hier lief er Gefahr, verdorben zu werden. Theoretisch wählte er die Phuosophie. allein der Umgang mit einem Literaturprofessor und Mit einem jungen Musiker war Ursache, daß er ein gewisses Interesse für Kunst und Schriftthum gewann und so manche Stunde mit solchen Dingen vertrödelte, während seine Kollegen in der Kneipe thätig waren. Noch rechtzeitig gelang es seinen Kameraden, ihn dieser verderblichen Richtung zu entreißen und dem Ideal der Jugend wieder zuzu führen. Die erste Prüfung auf zehn Krügeln des Abends ward verhältnißmäßig glänzend bestanden, die zweite auf fünfzehn krönte sich mn einem kolossalen Kater. Als hernach im Laufe der Vervollkommnung der junge Mann daran ging, sich aus zwanzig zu rüsten, ward der Magen um manchen guten Bissen betrogen, doch opferte er ihn willig dem guten Zweck. Von zwanzig bis dremndzwanzig gab es ganz un heimliche Katzenjämmer und der Bie rometer sank mehrmals sogar unter zehn herab. Allein Dagobert verlor den Muth nicht und eines Tages, es war -der Polterabend einer Nichte, strengte der brave Neffe seine Kraft bis auf s Aeußerste an und siehe das Vierundzwanzigste stand. Der Kater dauerte drei Tage und Nachte: wahrend dieser Zeit soll Dagobert sogar schwach geworden fern und sich qeschwo ren haben, die ruhmreiche Laufbahn zu verlassen. Am vierten Tage soff er wieder. Wo die Stärke seines Wesens lag. stand nun fest. Sein Leben und Streben war das Vier. Alle Interessen von Oberabelsberg verblaßten vor dem Einen: Wo gibt's das beste Bier? Wann wird neu angezapft? Gelegen heiten zu großen Gelagen gab es stets: Frühschoppen. Elfuhrmessen, Samstagslnelpen. Ankunftfeste. Abschiede. Geburts- und Namenstage. Gauverbandkommerse, Fahnenweihen u. f. w. Jeden Tag war ein anderer hochwichtl ger Anlaß zum B:ervertllqen. Und war ganz ausnahmweise einmal kein Anlaß, so war diese Ausnahme Anlaß genug zu einer grandiosen Kneipe. Wenn Tags über sich ein respektabler '-Durft heranwuchs, o empfand Daqo bert sogar eine sittliche Größe in.seinem Thun, denn der Mensch muk naturgemäß leben, folglich trinken, wenn er Durit hat. Wlerdinqs hielt der na türliche Durst über das dritte, höchstens vierte Krügel hinaus selten vor; dann mußte ein künstlicher erzeugt werden, etwa durch Heringe.Schinken oder durch Rauchen. Von den ersten Krügeln wurde jedes mit je einem Zuge geleert, später mit zwei Zügen, Vergnügungszüge" nannte sie der witzige Daaobert. Ein Glas auf drei Züge zeigte schon von Erschöpfung. Vom zehnten Krügel an ward nichts mehr motivirt, ward nicht mehr getrunken, sondern blos gesoffen. Die Unterhaltung der Trinker verflachte sich nicht etwa über Welt. Politik, Neuigkeiten, Stadtereignisse oder Sonstiges, womit genügsame Wirths Hausgeister sich die Zeit zu vertreiben suchen, nein, die Genossen konzentrirten ihre ganze Gegenwart auf das Bier. Dagobert hatte sich an den Henkel sei nes Stammalases ein Schiefertäfelchen hängen lassen, worauf er den vertilgten Krügeln mit Strichelchen gleichsam eine Grabschrift stiftete. Je mehr Strich:!ch:u, desto höher stieg die Weihe des Abends. Dagobert setzte das Glas nie an die Lippen' was sage ich: an die Gurgel , ohne es einem Zechzenossen au widmen: Die Blume!" Prosit!" Meinen Halben!" Ex!" Da thaten sie Alle Bescheid, und bald darauf hebt ein Anderer seinen Mörser", glommt nad und Alle wieder mit
ihm. Ist ein Glas leer: Marianka! oder man saat aar nichts, hebt da
II Leere nur so ein wenig über die Achsel; und die Kellnerin ist stets dienstbereit. Mir cuch ein Frisches!" Mir ebenMs! Rasch die Reste ausgetrunken. Irisches, frisches! Dann werdenBiergeschichten erzählt. Trinkanekdoten ausgetischt, Katerschwänke ?um Besten gegeben, und dabei wird immer frisch begössen. Es ist ein herrliches Leben! Manchmal geschieht es, daß doch Elner das Gespräch auf die neuzuöffnende Eisenbahn lenkt, oder auf die Choleragefahr. oder auf eine italienische Reise, oder auf ein neues Aufsehen erregendes Buch, aber stets plötzlich fährt Dagooert mit seinem Glaje drein, rempelt es an die übrigen: Prosit!" Gegossen wird und das öde Gespräch ist zerrissen. Dagobert betheillgt sich an kelnerlei profanem Diskurs, oder nur mit halben, gelangweilt hingeworfenen Bemerkungen; sobald sich Etwas zu vertiefen droht, eine ernstere Wendung nehmen will: Prosit meine Herren! Die Blume!" Angestoßen und in den Schlund gegossen. Nicht fünf Minuten lang gibt er Ruhe, der Dagobert Blunz:r, nicht einen Zug thut er. ohne den ganzen Tisch davon gnädigst m Kenntniß zu setzen. Er sinnt nur nach guter Gelegenheit, zu trinken. Fällt das Wort: Bismarck Prosit. Bismarck! oder: Marianka Prosit. Marianka!" oder: Bodenstedt Prosit. Mirza Schaffn!" oder Onkel Prosit. Goldfuchs!" oder: Ocean Prosit, Walfisch, strammer Junge! wacker!" Und getrunken wird auf Alles. Auch hat man schöne Gefange, deren Refrain stets im Trinken endet, hat geistvolle Spiele, deren Gewmner das Glas leeren muß, und deren Verlierer auch das Glas leeren muß. Hat endlich schneidige Wetten, bei welchen Der, so innerhalb einer Stunde nicht zehn Krügeln Bier vertilgen kann, ein Faß zahlen muß, das daml gemeinsam getrunken wird und bei welchem dem Verlierer Gelegenheit geboten ist. seine ungenügende Fertigreit weiter zu vervollkommnen. Dem Neuling, der sich vorzeitig einen Kater angetrunken hat, wird gerathen, den Kater im Bier zu ertranken, das heißt in der profanen Sprache: sich wieder nüchtern zu saufen. Es soll ja schon geglückt sein. Wohlgeschulte Trinker verfugen übe? manmqfache Mittel, den Teufel durch Beelzebub auszutreiben und den noch nachzugieEcnceir rugein wiener naum zu verschaffen. Ein! ordentlich eingerichi m teter Magen hat einen Eingang und Zwei Ausgänge, also daß der Möglichteil, zu platzen, gründlich vorgebeugt in. Dagobert war einmal recht schlank gewesen, jetzt sieht er besser aus!" Ein Gesicht wie ein Vlasengel". eineNase wie eine rothe Kartoffel, und die lieblichsten Trlesauglein dazu. Es hat ja viel Rahrwerth. das Bier! Seine Ge nossen nennen ihn ein Spundloch, ein Bierfaß! Er lächelt dazu, schweigt . r i. . rni ' y. ' 11 ? oeillzeioen. can oraucht viel, ms rnan's zu Ehrentiteln bringt! Be! Gott, den Herrn Dagobert möch te ich zum Freunde haben! Welch ein gemüthliches Haus!. Und wie anregend, wie gründlich in seinem Denken, wie viel Interesse für die Fragen der 3eik! Das alte Sumpfichter! Ein vorlauter Mensch zu Abelsberg tl,at einmal den pathetischen Ausruf: Und deshalb so viele Jahre lang La tein und Griechisch studirt. und höhere Mathematik und Geschichte und die Weltliteratur und alle Philosophen, um nun als B:ersimpel täglich vierund zwanzig Krügel in den Bauch zu schüt ten? Dieser Ausspruch ist zumMinbesten sehr übertrieben. Erstens hat der Mann nie studirt. sondern sich blos nothdürftig für die Prüfungen hergerichtet, und zweitens vertilgt er schon darum nicht täglich vierundzwavzig Krügel, weil zwischen zwei solchenÄiertagen allemal ein Katzenjammertag liegt. Und Simpel? Wer ist denn ein Simpel? Simpel heißt: Einfaltpinsel. Und ist das ein Einfältiger, der das Bier vierundzwanzigfältig nimmt? Vielmehr Der ist ein Einfältiger, welcher ein Krügel trinkt, wie der Schullehrer von Abelsberg. der die famose Lehre aufstellt: Ein normaler Mensch, der drei Krügel Bier trinkt, trinkt schon eins über den Durst! Und solche Leute wollen da mitreden! Der Onkel, der Goldfuchs, machts erst gut. der meint, es wäre sehr wünschen'swerth. wenn Dagobert sich endlich einem nährendenBeruf zuwenden wollte. Ist der Alte verrückt? Was versteht denn dieser Herr unter einem nährenden Berufe, wenn das Biertrinken keiner ist? Hat der Banause denn keine blasse Idee davon, daß sein Neffe ein Märtyrer der Menschheit ist! In der Schlichtheit seiner Größe ist er sich zwar Dessen nicht bewußt, aber doch thatsächlich: die Menschheit muß ihre Talente nach willen Seiten hin ausbilden. sie muß wissen, was sie zu leisten vermag. Welch ein Sieg, wenn endlich festgestellt werden kann, auf welchen äußersten Grad die schöne Männlichkeit des Individuums hinaufgetrieben werden kann, mit anderen Worten: wie viel Bier zu vertragen der rechte Mann im Stande ist. Ganz und voll ein Mann zu sein! Prosit! Wenn der wacker: Dagobert es eines TagFs dahin gebracht haben wird, daß auch das fünfundzwanzizste Krügel steht", dann fei:rn wir ein Jubiläum, bei welchem der Versuch gemacht werden soll mit dem sechsundzwanzigsten. Prosit! Einen Ganzen! Ez! 2. Der Mann, der jetzt ein offenes Wörtlein zu Euch sprechen will, trinkt auch gern manchmal ein Glas Wein und nicht abhold ist er der glücklichen Seelenlabe, die daraus hervorgeht.
Wenn er aber besragi würde um seine Meinung darüber, was die Hauptur-
sache unseres sozialen, wirthschaftlichen und moralischen Elends sei, so müßte er antworten: Das Trinken. Trinken ist nicht das richtig: Wort für Das. was ich sagen will; denn trinken wird man, um den Durcst zu stillen; was darüber ist. Das hat einen ganz anderen Namen. Das Glas Wein, oder die paar Glas Vier, die n'öth:g sind, um den Durst zu stillen oder um zu erquicken, genügen auch, um jene fröhliche und bewegliche Stimmung zu schaffen, die sich der Deutsche nun einmal vom Alkohol entlehnen zu müssen alaubt. Was darüber ist, schadet dem Körper und dem Geist und wird die Ursache so vielen Elends und Unheils, das wir gern anderen Gründen zuschreiben mochten. D:e Zeit- und Geldvergeuduna, di Unlust zur Arbeit, der Leichtsinn die Geilheit, die Verrohung, die Verarmung, der Blödsinn kurz: die Entartung nehmen am Liebsten ihren Ausgangspunkt vom Trinken. Einsichtsoollere und praktischere Volker, d:e Englander. die Amerikaner, haben seit Langem schon den Kamps aufgenommen gegen die Trunksucht und Vollere!. Die sogenannten Temperenzler sind keine Sekte, die etwa aus religiösen oder rein moratischen Abzlchten dieses Laster bekämpfen, vielmehr ist ihre Aufgabe eine praktische Staat und Kultur erhalte7.de, den gesellschaftlichen Wohlstand fördernde. Und ihre Thätigkeit erzielt besonders in England die erfreulichsten, ja ganz ungeahnte Erfolge. Auf deutschem Boden sieht's allerdings anders aus. Hier wird das Trinken zu einem förmlichen Kultus erhoben. Der Bursche, der sich hervorthun will, nichts wird er mit solchem Eifer und solcher Gewissenhaftigkeit vollführen wie das Trinken. Es handelt sich da natürlich nicht um den Durst, es handelt sich auch nicht um den Geschmack, auch nicht um die Unterbaltung und Anregung, es handelt sich nur um's Trinken. Von diesem Trinken hängt nachgerade ein Theil seiner Ehre ab. Wer nicht viel trinken kann, wer eine so redliche und gute Natur hat, die das Zuviel entschieden zurückweist, Der wird über die Achsel angesehen und er ist für'ö Kameradenleben nicht recht zu brauchen. Die Anderen aber trinken und trinken, endlich hören sie, wie jener graue Herr im Schwank, auf, zu trinken und fangen an zu saufen. Das gilt für mannbar und für patriotisch! Mit Bier dehnt und spannt man künstlich den Magen aus bis zum Zerplatzen, wenn nicht die äußeren Körperwände noch Stand hielten. Was man mit solch geräumig gemachten Mägen dem deutschen Volke für einen Dienst, für eine Ehre erweisen will, versteht man zwar nicht. Und es scheint mir gar nicht klug zu sein, so ausgiebig den Magen zu erweitern, bevor man noch weiß, wie man ihn später wird füllen können. Die Zukunft unserer Jugend ist keineswegs eine so sichere, daß der Bursche sich schon frühe zur Aufnahm: großer Mengen von Genuß präpariren müßte. Jedenfalls ist es schade um unsere deutschen Burschen, deß sie unter dem Banne eines Vorurtheils leben müssen, nach welchem ein: Haupteigenschaft und ein Hauptvorzug der akademischen Jugend im Trinken liegt. Im Trinken bis zu dem Punkte, wo einst schlemmerische Römer nöthigenfalls die Pfauenfeder angewendet haben. Wenn während des viele Stunden lang dauerndenTrinkens wenigstens von einer herzfrischen oder geistreichen Unterhaltung die Rede sein könnte. Davon ist selten auch nur eine Spur: der VierComment nimmt alle geistigen Kräfte in Anspruch. Und dieser Bier-Com-ment ist so sinnlos und langweilig, daß ich meinen Lesern mit seiner Veichrer bung nicht kommen dürfte! Statt einer des Gebildeten würdigen Unterhal tung weckt der Biergenuß andere Gei ster auf. von denen ich nur die Rüpel haftigkeit und Gier zur Anremplerei nennen mag. Ich bin e:n Freund von frohem bummelwitzig: Zurschenulk, aber das lärmend: und geistesarme Treiben der vom Biergelstc besessenen Nachtwandle? hat auf mein lachlustiges Gencht noch kem Schmunzeln gezau bert. Wie hoch erfreulich ist in der Studentenschaft derCorpsgeist. das stramme Halten auf Ehr: und Wahrhaftigkeit, auf Kraft und Muth; vor Allem die leidenschaftliche Lieb: - zur Nation! Aber der abscheulich: Bierkultus und seine Ausartungen verderben wieder Vieles. Die alten Deutschen haben auch gesosfen". Und, deutsche Dichter haben in bummelwitzig:n Liedern das Saufen verherrlicht. Es ist gut; warum nur will man weniger gern auch andere Sitten nachahmen, die ebenfalls von den alten Deutschen geübt und von den Dichtern besungen worden sind? Wa rum mit Vorlieb: in thierischen, bruta !en Dingen deutsch sein wollen? Wa rum gerade solche nationaleSitten pflegen, an denen die Nation zu Grunde gehen wird, wenn sie sich nicht besinnt? Vor einem jungen Manne, der sein Ideal im Bierfaß findet, habe ich Zewe Achtung. Und armselig muß es mit einer Jugendkraft und Lust bestellt sein, die nur mit Spiritussen frisch erhalten werden kann. Natürlich : jung aewöhnt. alt gcthan. Der Bursche bringt seine freie Zeit am Liebsten beim Bierglase zu, aber auch der Philliter. Fremo: Rel sende, die zu uns Deutschen kommen, können sich nicht genug wundern über die zahllosen Wirthshäuser, die schier Tag und Nacht beseht sind. Da sitzen die Leute, trinken und trinken. End lich hat im Bauch absolut nichts mehr Platz, Gaumen und Gurgel verlangen lwch nach mehr alkoholhaltigem Tran!;
so geht's nun an den Schnaps. Auch bei den jungen Leuten ist es Sitte geworden. Biergelage mit Cognac zu beschließen. Dem edleren Getränke, dem Wein, wird auffallend ausgewichen; der Wein versteht keinen Spaß, er wirft den Trinke? um, fovo? dc? Wans: voll ist. De? Wein ist aristokratisch, die beim Wein geführte Unterhaltung ist ganz anderer Natur als ein Biergesprach, das an simple? Banalität und Grobsinnlichkeit selten etwas zu wünschen übrig läßt. Vier und Schnaps ist Menschenprodukt, aus diesem steigt nicht der edle Geist, wie aus dem Rebensaft. Natürlich will ich auch dem Wein: kein Loblied singen, denn sie könnten mich mißverstehen und statt eines Krügels deren so viele trinken, bis sie sich vom Menschen zum Gotte und von diesem doch zum Thiere durchgetrunken hätten. Unser Philister trinkt übrigens nicht wie ein Thier, denn dieses weiß, wann es genug hat. Er trinkt und trinkt, weil er weiß es selbst nicht warum, fällt ihm auch nicht ein. darüber nachzudenken. Die dumpfe, stumpfe Gewohnheit hat ihn an den Zechtisch gebunden, wo ihm jedes Gesöff und jed:r Kumpan und jedes Gespräch recht ist. Während das- Geschäft zurückgeht,
die Familie verarmt, sitzt der Bürger bei seinem Bier, bei seinem Kartenspiel, bei seiner politischen Kannegießern, bei seinem weibischen Tratsch, und dann schreit er, daß ihn die Steuern umbringen. Wie in der Stadt, so ist es auf dem Dorr. Jedes geistige Jnteresse versumpft im Bier und Kartenspiel. Wird auch politisirt, so geschieht Das weniger aus Interesse fur's Vaterland als aus dem Biere entstiegener Zanklust und Raisonnirsucht. Em englischer Nationalökonom hat behauptet, der richtige Deutsche verbringe em Viertel seiner Lebenszeit im Wirthshause, ver thue ein Drittel seines Erwerbes im Wirthshause, vergeude die Hälfte seiner Gesundheit im Wirthshause und hole feine ganze Versumpfung im WirthsHause. Solche Ausspruch:, selbst wenn sie übertrieben sind, müssen wir uns gefallen lassen, weil leider so viel Wah res in ihnen ist. Das Ende der deut schen Trunksucht wird sein, daß die Nachkommenschaft der alten Germanen ein verblödetesVolk werden muß, theils in fiebernder Nervosität, theils in dumpfer Apathie befangen. Oder will man etwa gar behaupten, Bismarck sei Bismarck geworden, weil er Bier getrunken hat, und die deutschen Siege seien errungen worden,' weil das deutsche Volk so tapfer zu trinken versteht? Im Gegentheil : trotzdem ist er Bismarck geworden und trotzdem haben sie gesiegt! Unsere Geschichte ist wahrhaftig reich genug an Widerwärtigkeiten und Schmach, deren Keim der Alkohol ausgebrütet hat. Der Deutsche hat einen so großen Respekt vor der Völlerei, daß es nach seinem Gesetze sogar als Milderungsgründ bei einem Verbrechen gilt, wenn die That in betrunkenem Zustande verübt worden ist. Andere Völker setzen auf die Betrunkenheit selbst empfind liche Strafen, eben auch, weil sie so häufig Ursache verschiedener Laster und Verbrechen zu werden pflegt. Anderen Völkern fällt wohl auch die Ekelhastigkeit des deutschen Nationallasters auf, deren sich der Deutsche gar nicht bewußt zu werden scheint. Daß ein Vielfraß widerlich ist. Das gibt er noch zu; aber daß der Säufer, der seinen Wanst unablässig mit gegohrenen Suppen füllt, bis sie im Magen wieder gähren. im Grunde ein sehr abscheuliches Geschäft betreibt, dafür hat er keinen Sinn. Die daraus entstehenden Krankheiten kommen ihm auch selbst nicht geheuer vor, doch die ekelhaftesten Krankheiten werden entschuldigt, wenn sie aus Trunksucht entstanden sind. Ich glaube fast, daß der von Natur schwerfällige Deutsche die ihm nöthige Begeisterung künstlich schaffen muß, um mit dem leichtblütigen Romanen es aufnehmen zu können. Darum sei ihm zur rechten Stunde ein gutes frisches Glas von Herzen gegönnt. Aber so viel sollte er wissen, wann er genug hat. Allerlei anderes Wissen wollte ich ihm erlassen, nur die eine Fähigkeit sollte er haben: zu erkennen, wann er genug hat. Und noch so viel Rest von moralischer Kraft, um aufzuhören, wenn er erkennt, daß er genug hat! Denn sich Frohsinn. Begeisterung trinken zu wollen und sich bis zur Dummheit durchzusaufen. das passirt so Vielen. Und nichts Verächtlicheres auf Erden als ein Mensch, der sich blöde gesoffen hat. Man braucht nicht gerade im Straßengraben zu verenden oder am Säuferwahnsinn zu sterben, die meisten Trinker gehen anders zu Grunde, und doch durch das Trinken. Jeder, der diese Zeilen liest, soll nur einmal Umschau halten in seinem Bekanntenkreise und er wird Personen finden, die durch das lange Sitzen im Wirthshause von ihrem häuslichen Glück, von ihrer sittlichen Kraft, von ihrer Gesundheit verlieren. An allen Orken ist Das zu finden. Und diese Erscheinung sollte nichts bedeuten oder nur wenig? Sie bedeutet nicht mehr und nicht weniger als ein Verlottern und Verkommen des Volkes. Ein strebsamer, lebenSmuthiger Mensch wird sich nie dem Trunke ergeben, auß:r er ist kindisch eitel und vermeint, durch Trinken seine Tüchtigkeit manisestiren zu müssen. Ein solcher Jüngling setzt feinen Stolz darein, viel zu trinken, es kommt ihm oft sauer genug an, allein der Ehre muß man Opfer bringen. Als Mann schon ist er em gefesselter Knecht des Lasters, dem er in Anwandlungen von Vernunft gern entkommen möcht: und nicht kann. De? Greis? Muthige Trinker werden niemals Greise!" singen si:. Etwas wahres mag daran sein aber andirs, als si: meinen.
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Das deutsche Volk hatt herrliche Tu
senden.. Wenn es ihnen nachlebt, dann darf uns nicht bange sein. Wenn tl aber in seinen nationalen Lastern mit trägem Behagen untertaucht, oder aus ihnen gar nationale Tugenden machen will, dann ? i'i c Stammesgenzssen ! Einia: von EuchVi?rbegeistert:n werden mich wahrscheinllch wieder anfallen, weil ich den iittlrr9n ihr trtliifftf rHItrVoi nn " m r m kutu,iu it.fK rr . 1 1 v-', iviiiiuk -s.m ken" lästere und also ein Renegat dem VolkstHume bin. Und doch sage ich es Euch in aller Ruhe: Wenn Ihr das Laster des Suffes, das ohnehin im deutschen Blute liegt, auch noch in jeder Generation spstematlsch großzieht, wo inmitten starker und schlau lauernder Nachbarn ein klarer Kopf, ein nüchterner Sinn noch nothwendiger izt als ein scharfes Schwert wenn Ihr Euere national: Begeisterung erst mit Bier auffrischen.Euere Zeit und Euere Sorgen und Euer Geld in Bier und Schnaps versenken müsset, dann werdet Ihr immer mehr versimpeln und versumpfen und endlich ein Spott der Nachbarvölker sein. Scymanns Zlcltungsmiitcl. Wir saßen beisammen" aber nicht fröhlich; denn wo hätte man schon gehört, daß es sich fröhlich sitzt in Kriegsgefangenschaft? Unsere Wächter waren nach den Anstrengungen des weiten Marsches eingeschlafen, bis auf den Posten an der Thür. Aber auch der schenkte uns keineAufmerksamkeit; seinBlick schweifte in die Ferne, ob nicht irgendwo eine verdächtige Pickelhaube oder ein Ulanenfähnlein auftauchte. Was hatte er auch von unserer Seite zu fürchten, bei dem geringsten Fluchtversuche genügte ein Ruf, die Kameraden zu wecken. Wir hatten also vollauf Muße, über unsere fatale Lage nachzusinnen. Donnerwetter! unterbrach plötzlich Käme rad Lehmann das Schweigen, so was ist mir noch nicht passirt." Js sich mich auch noch nicht passirt," bestätigte kopfnickend der wackere Polack Duselkowski. Wir müssen zu entwischen suchen, bemerkte em Dritter. Aber wie? Wir stürzen uns wie ein Mann auf den Posten am Ausgange, rennen ihn über den Haufen, gewinnen das Freie und die Franzosen haben das Nachsehen." Das ist nichts," bemerkte Leh mann; holten uns vielleicht auch nicht der Feinde Fuße em,ihre Kugeln thun s sicher. Oder hat vielleicht jemand ApPetit auf blaue Bohnen?" Keiner meldete sich; felbst Dusel kowski. der in der Kaserne daheim sich stets hervorgedrängt. wenn es Bohnen gab, senkte hier melancholisch das Denkerhaupt. Plötzlich erhellten sich seine Zuge, ein großer Gedanke schien sein Inneres zu bewegen. Darsen sich Franzui nich zielen!" stieß er hervor. Muß sich Lehmann machen, daß sich Franzuski nich zielen!" stieß er hervor. Muß sich Lehmann machen, daß sich Franzuski nicht können zielen. Js sich ; Lehmann aus Berlin, sind sich Berliner ' kluges Leu!', wird sich Lehmann wissen ! Bescheid." ! Daß ich nicht lache," brummte der; dennoch schien er sich durch die Worte ungemein geschmeichelt zu fühlen; er stutzte den Kopf in die Hand und sann angestrengt nach. Endlich fuhr er wie elektnsirt empor. Kinder ich Hab s! Allgemeine Spannung. Lehmann richtete sich auf, mit der Miene eines Mannes, dem foeben eine Generalidee gekommen. L)uiet!owskl. tritt naher, mem Sohn!" Duselkowski folgte gehorsam Lehmann hob feierlich die Rechte, deren Finger einen klemm, schwarzen Gegen stand hielten im nächsten Momente zog sich ein dicker Kohlenstrich über die rechte Seite von Duselkowskis nichts weniger als zierlichem Geruchsorgane Weitauf sperrte der Polack den Mund in staunender Verwunderung, sein rechtes Auge schielte fürchterlich nach dem verunzirten Gesichtscrker; im übrigen ließ er alles geduldig über sich ergehen. Lehmann drückte nun dem Abkömmlinge der Wojwoden einen Knittel in die Hand. Legt an!" Mit Präzision wurde das Eommando ausgeführt. Duselkowski, kannst Du genau zielen?" Kann ich sich nicht genau zielen, muß ich sich immer schielen nach schwarzes Nase." Auch die Franzosen werden nicht können zielen, auch sie werden auf ihre Nasen müssen schielen!" dichtete Lehmann frohgelaunt ob seiner glorreichen Erfindung. Einige Minuten später zogen sich über die rechte Seite sämmtlicher Franzosennasen dicke, schwarze Striche. Auf. Kameraden, jetzt gilt's!" In einer geschlossener Kolonne stürzten wir uns auf den Thürposten, daß derselbe Hals über Kopf zu Boden flog. Bald ertönte vielstimmiges Gebrüll hinter unserem Rücken, Schüsse krachten, Kugeln umpfiffen unsere Köpfe. Au!" brüllte plötzlich Duselkowski und griff nach seinem linken, weit abstehenden Horchlöffel, den eine Kugel etwas unsanft gestreift, Lehmann, muß sich sein ein Franzuski Linksschütze, hättest Du müssen schwarz machen sein linkes Nase!" Duselkowski hat wohl recht gehabt. ein Franzose muß Linksschlltze gewesen r ... " t . i y. :i jein. oenn roir uorigcn lamcn auc uiu heiler Haut davon. Einige Tag: später fand Lehmann Duselkowski fleißig schreibend. Was kritzelst Du da so eifrig?" Mit stolze? Geberde überreichte Duselkowski das Dokument. Mühsam
entzifferte Le' iann die Hieroglyphen. Panie Genera, ron Mrlt!:! Haben Franzuski schon geschoben todt so vieles PMen und Deutsche,, das; hat sich gebl'tt mein weichesHerz. Darum muß ich Ihnen, hochilugcsGeneral und KriegscOllege, machen be--kannt mit großer Entdeckung, was hat erfunden Lehmann aus Berlin, was ist auch sehr kluges Kerl. Wenn maa nämlich macht auf rechtes Nase von zielenden Schützen schwarzer Sirib. s entsteh! infolge schimmernder Schwärze einwirkenden Ableitung auf Auge, d2ß schießt immer vorb.'i. Soldaten, welche schießen mit linke Augen, müssen cuer Betrieb gefetzt werden auf linte Nase ."
Hahaha!" Lehmann der? V-V" :ui; nicht weiter zu lesen vor Lachen. CT . uselrowskl. Du b:st ein großes Genie." Äufelowskl's Gezicht verklärte sich zu seinem allerbreltesten Erinien. Lehmann, wie freut mich Anerlennung. bin sich ganz selig." Lehmann schloß den treuen Waffenbruder fest in seinen Arm. Was sagst Du, selig? Du bist mehr als selig, Du bist du selig!" Du aber, freundlicher Leser, wolle't auch Nutzen ziehen aus dieser lebrreichen Geschichte. Du brauchst Dir in .'jukunst keine Beleidigung mehr gefallen zu lassen: sowie Dir jemand mit einem Blick, mit einem Wörtchen zu. nahe kommt, forderst Du blutige Genugthuung. Bevor der Gegner fedoch das tödtliche.Blei auf Dich absendet, gehst Du auf ihn zu, machst Deine höfliche Berneigung und bemalst seine rechte bez. link: Nasenseiteschwarz, pechschwarz! Du darfst sicherfein, daß Dir nunmehr kein Härchen: gekrümmt wird. Wer's nicht glauben will pro--bir's! Auch ein Wagnervercyrer Das 6. Grenadier-Regiment, in welchem Ehomski seiner Dienstpflicht genügte, feierte das Jubiläum des fünfzigjährigen, Bestehens. Das war ein: Freude für die blauen Jungen drei Tage lang kein Dienst, dagegen Essen und Trinken in Hülle und Fülle, Musik, Tanz und dergleichen mehr. Wenn immer so sein, dann ichmöcht' bleiben Soldat für ganzes Leben," hörte man den Grenadier Ehomski zu wiederholten Male sprechen. GegenSchluß des gemeinsamen Festessens am ersten Tage wandte sich ein. Officier oben an einem der langen Tische lachend zu dem Lieutenant von Ellerheim. Kamerad, sehen Sie nur, mit wel-. chem verklärten Gesicht Ihr Bursche Ehomski den Klängen, der Tafelmusik lauscht. Der Mann macht ein Gesicht,, als ob er etwas von der Musik verstände." Kann man gar nicht wissen " entgegneteEllerheim. In meinemEhomski fchlummern mancherlei Talente. Aber wir wollen ihn doch Spaßes halber einmal fragen, welches Stück ihm am b:sten gefallen Ehomski stand in strammster Posi tur, als ihn sein Vorgesetzter an sprach. Na, Ehomski, Du bist ja ganz Ohr. Welches Musikstück hat Dir denn von dem bisher Vorgetragenen am besten gefallen." Nummer fünf! Herr Leitnant," schallte es prompt als Antwort. Nummer fünf war's nicht die Ouvertüre zum Tannhäuser? Wie, Ehomski. ein Verehrer von Wagner?" Jawohl, hat sich mir diese Stück sehr gut gefallen.... gab es sich dabei gerad: das schöne Schweinebraten!" Der besorgte Freund. Gattin: Da kannst Du sehen, wie viel Deine Freunde nach Dir fragen. Während Deiner langen Krankheit hat Dich, nicht ein einziger besucht. Gatte: So. und was sagst Du zu Meyer? Gattin: Ja, der kam jeden Tag und sagte, er wäre sehr um Dich besorgt, das ist auch noch der einzig wahre Freund, den Du hast.. Gatte: Ja, das kann ich mir denken: den Tag, bevor ich krank wurde, habe ich ihm nämlich versprochen, ihm 100 Dollars zu. pumpen! Der Dumme. Soldat (zum Burschen des Abtheilungs-Eomman deurs): Ist der Schlaue zu Hause l Major (der von den Soldaten der Schlaue genannt wird, und der die Frage gehört hat): Siehst Du, mein Sohn, jetzt bin ich wirklich derSchlaue. denn ich weiß, was Du nun bekommst, und das weißt Du wohl nicht? Soldat: Zu Befehl, Herr Major, ich weiß, daß ich jetzt drei Tage Arrest bekomme! Major: Siehst Du, Du bist doch der .Dumme, denn Du bekommst jetzt gar keinen Arrest! Das Schlimmst e..Ah.: Ich stelle mir das sehr schwer vor. meistens Wirthe in der Kundschaft zu haben, dazu gehört eine gute Natur. B.: Allerdings, und das Schlimmste von Allem ist. daß ich bei jedem Besuch anstandshalber auch ein Gläschen von' meinem eigenen Schnaps trinken muß! 'Darum. Zimmermädchen: Bei unserer Herrschaft muß es gesteri? Abend noch ein starkes Gewitter gegeben haben. Köchin: Warum? Zimmermädchen: Die Gnädige kommt mir heute so kühl vor! So gehts auch. Mutter (zu ; ihrer sie besuchenden Tochter): Nun wie f.ci o-c t... ...r... r:.c? icui jyt ucnu $uuuu.iui, uey ruuu Tochter: O prächtig, im besten Ein vernehmen. Mutter: Hat siq denn Dein Mann das viele Biertrinken. das Du nicht leiden konntest, abgewöhnt? Tochter: Nein, er hat mir's ange wohnt!
