Indiana Tribüne, Volume 18, Number 89, Indianapolis, Marion County, 16 December 1894 — Page 10
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Jndimm Tribüne. Erscheint Taglich und Sonntag?. Die tägliche .Tribüne" kostet durch den Träger rrmrfti vf OTSnifi. M nntaa8..Xrl6Üne" 6 II vV fV. AVMvp w - - m Cent per Woche. Beide ,usamme 15 Cents oder , 5 CentS per rkonat. Per Post außerhalb der 1 Stadt zugeschickt in oriuSbezahlung 15 per f Jahr. . Wcti 18 Süd Alabama Straße. Indianapolis, Ind., 16 Dezember '94 ' Zlm eine Krone. Humoreöke von Paul BliA. l Frau Lilli, die Wittwe des Fabri. kanten Leonhard Rudloff, saß an ihrem Ebenholz-Schreibtisch und sahdieBriesschaften durch, die eben mit der Post gekommen warm. Ein ganzer Stoß Zag da; Briefe, Zirkulare und Broschü ren. Man ist nicht ungestraft Borste. Sperrn aller möglichen WohlthätigkeitZ. 'vereine. Aber wenn auch, sie freute 'sich doch. Ueber ihre Züge huschte ein Lächeln der Befriedigung, als sie die .Adressen laZ. Ta stand auf jedem Kou z?ert Hochwohlgeboren". Tas gefiel ihr. Und dann diese Menge von Aü chern und Schriften, die man ihr zu schickte, ohne daß sie darum gebeten hatte, auch das schmeichelte ihrem Ehr geiz. Tie Leute wußten, daß sie sich jür die Wohlfahrt deZ Volkes interessirte, man war auf ihre Mildthätigkeit aufmerksam geworden, man rechnete ouf ihre Mitarbeit an dem großen Werk, o, sie war sehr befriedigt, sie hatte ihren Zweck erreicht, ihr Name ging durch alle Blätter, in all den betheilZgtenKreisen sprach man von ihr, sie war bekannt geworden. Und darum Allein war es ihr zu thun. Sie stand auf und trat an den Spiefiel. Mit großer Aufmerksamkeit mustcrte sie ihre Toilette, und mit noch mehr Sorgfalt betrachtete sie ihr Gesicht, kein Mensch konnte ihr die sünfunddreißig Jahre ansehen. Sie mußten also noch Eindruck machen, -- und das war das Ziel ihrer Vestrebungen. In dem Polsterstuhl am Fenster saß Großmama und folgte mit leisem Eeufzer den Bewegungen ihrerSchwiegertochter. Sie fand keine Erklärung für all den Aufwand, für all dies Drängen nach Bekanntwerden und e nanntsein. Lange schon hatte sie mit ihr darüber sprechen wollen, aber immer hatte sie es hinausgeschoben, weil sie hoffte, daß Besserung eintreten kannte; nun sie aber sah, daß diesTrei ken und Drängen nach Berühmtheit von Tag zu Tag größer wurde, nun envlich hielt sie nicht mehr zurück mit ihrer Meinung, nun wollte sie sprechen. Sag mal, Lilli" begann sie wohin soll das eigentlich führen?" Frau Rudloff sah sich erstaunt um. .Was meinst Du denn.Mamachen?" Ich meine dieZ Leben, das Du führst, seit Du die Trauer um meinen armen Leonhard abgelegt hast." Ich will gar nichts sagen zu dem Auswand den Du machst, auch über Deme etwa luxuriösen Feste will ich nicht schelten, Leonhard hat Dir. ein großes Vermögen hinterlassen. Du bist Deine e: s.ene Herrin, kannst also nach Belieben schalten und walten. Aber was ich mir nicht erklären kann, ist dies Drängen nach der Öffentlichkeit. Du hast für etwas Anderes kaum noch ein Interesse. ch bin gewiß dafür, daß man geben soll, wo man es für nothwendig erach tet. aber daß Du es in so auffal lender Weise thust, siehst Du, Lilli. das gefallt mir nicht. Eine kleine Pause trat ein. Frau Nudloff fühlte sich getroffen und fand nicht gleich eine Entgegnung. Uebrigens mache ich Dir keinen Oorwurf," fuhr die alte Dame fort. ich habe Dich nur m bester Abjicht ge fragt, was Du mit diesem Trubel be zweckst; denn, wie ich Dich kenne, hast Du doch ein Z:el dasei. Und daß ich mich dafür interessire. wirst Du auch billigen, denn Du trägst doch den Na men meines Sohnes." Wieder trat eine Pause ein. Dann begann die junge Frau. Nun ja. Tu sollst es wissen. Ma machen" sie hielt eine Sekunde inne. ich denke daran - wieder zu her rathen." . Tie Alte blieb ganz ruhig, etwas AehnlicheS zu hören hatte sie erwartet. Also heirathen willst Tu wieder nun". sie zuckte mit den Schultern dagegen kann ich m Nlchts sagen. Tu mußt ja am besten wissen, was Tu willst, aber damit giebst Tu. mir noch keine Erklärung für den Trubel, der Dich um giebt" Tie junge Frau lächelte wieder, und während ' sie . mit der Sophaquaste spielte, antwortete sie: Nenne mich nicht eitel oder' spekulativ. Mamachen, aber Tu kennst die Welt so. gut wie ich, wer etwas gelten will, der muß etwas auS sich.machcn, nach dem Schein urtheilt man ja heute zuerst und ich will etwas gelten in der Gesell schaft. Mein Mann hat mir ein gro ßeS Vermögen hinterlassen, jetzt will ich dazu auch einen Namen haben; das ist mein Ziel. . . . Einen Namen?" fragte die Alte er staunt. ' Ja, ist Tir denn der Name TemeS verstorbenen Gatten nicht ge nug? Tein Leonhard war ein gründ braver Mann . Ich habe Tir nicht wehe thun wol len. Mamachen! wahrhaftig nicht! TaS Andenken an Leonhard halte ich hoch. aber offen ich möchte jetzt höher binaus. Einen Augenblick blieb die alte Dame stumm. . Lilli,. das hättest Du mir moV. au
thun sollen."' füg:c sie la;;:: wischte sich eine Thräne auS den Augen.
Sieh. Mamachen, ich bin ia o viel umschwärmt in der Gesellschaft, Alle maä)t sie mir den Hof, drei Anträge habe ich schon gehabt, scyr angesehene Herren auS der bürgerlichen Ge sellschast, aber :ch habe sie Alle aoae wiesen, weil " Nun, weil?" Wil sich ein Mann von Adel für mich interessirt." Ah!" 3! Ja! und seit langer Zeit schon macht er mir den Hof!" Eme Pause trat ein. Tann die Alte: Hm, so, nun verstehe ich. Tarum also der ganze WohlthätigkeitZK kultus, nicht wahr?" Frau Nudlon Nickte. Aber natur lich! In der Aristokratie interessirt man sich dasur, man findet es chik, und des halb mache ich es mit. Tie ganze vor nehme Welt kommt in mein Haus, und ich erreiche dadurch, was ich erreichen wollte. Tu zürnst mir nicht. Ma machend?" Mein Kind, wenn man so alt wird wie ich, hat man gelernt, sich in Alles zu finden." Lilli küßte die Hand der alten Frau. Aber darf ich nun erfahren, wer Dein Auserwühlter ist?" Graf Scldenau." Ah! Du hast Geschmack. Hat er Dir schon einen Antrag gemacht?" Noch nicht, aber ich erwarte ihn jeden Tag. Vor sechs Wochen, als ich ihn zum ersten Mal sah damals. als Evelme eingeführt wurde, interessirte er sich gleich für mich, und seit der Zeit ist er so liebenswürdig, daß män in der Gesellschaft bereits davon spricht und unsere Namen fast immer nur zusammen nennt." Nun, dann wünsche ich Dir Gluck. Danke, Mama! Und da fällt mir noch etwas ein. Wenn ich nun wieder heirathe, kann ich doch Eveline nicht gut bei mir behalten." Aber Du hast sie doch an. indesstatt genommen. WillstDu sie nun wieder in die Welt hinausjagen?" Was glaubst Du! Bewahre! Bohrst werde ich sie noch ein paarJahre in ein Pensionat geben na, und wenn' sie dann wiederkommt, dann werde ich sie verheirathen, das wird wohl die einfachste Lösung sein." In diesem Augenblick trat derDiener ein. der die Ankunft des Privatsekretärs meldete. Das war für die Großmama daZ Zeichen zum Aufbruch, denn nun beannen die Konferenzen über die Wohlthätigkeitsbestrebungen, und dabei konnte sie nichts nuhen. Darum ging sie. Großmama saß in ihrem Zimmer im Lehnstuhl. Sie hatte den Kopf zu ruckgclehnt m das Polster und sah hau mend hinaus in die blaue Frühlings luft. Tahm also war es gekommen mit der jungen Frau freilich zu Extra vaganzen neigte sie schon immer, und der ernste Mann hatte genug zu thun, all die tollen Launen und all die gro fern und kleinen Wunsche seines WeibchenS zu erfüllen, zum Glück war er ein verständiger und einsichtsvoller Mann, und wenn er auch immer den Kopf voll hatte von geschäftlich? Sor gen und Mißhellig'keiten, so fand er dennoch auch immer Zeit, auf das Le den und Treiben seiner Frau zu achten. Er hatte sich herausgearbeitet auSden bescheidensten Verhältnissen, er war arbeitsam und intelligent gewesen, da bei von nimmer rastendem Fleiß und von einer Zähigkeit, die zum Siege führen munte. Und nun, kaum fünf zehn Monate nach seinem Tode, mußte die Mutter es von seiner Frau hören, daß sie höher hinaus" wollte, daß ihr der einfach bürgerliche Name nicht mehr genügte, nun umgab sie sich mit ei nem Aufwand und LuxuZ, der früher Niemals hätte mS Haus kommen dür fen, heuchelte sie Interesse für Wohl fahrtsbestrebungen, trieb Sport mit den heiligsten Gefühlen und das Alles um eme Krone! Tcr guten al ten Tame wurde das Herz schwer. Soviel stand fest bei ihr: wenn diese Heirath mit dem Grafen wirklich zu Stande kam, dann verlien sie das Haus, denn sie konnte eS nicht vertra gen, einen Anderen dort gebieten zu fe hen, wo ihr Sohn einst gewaltet hatte, ja. dann zog sie aus, und dann nahm sie auch Eveline mit sich, dann wollte sie ihre Mutter sein. Ganz ge wiß! Tem Andenken ihres SohneS schon schuldete sie daS! Denn er hatte die Waise, daS Kind seiner Juaendfreun din, in sein HauS genommen, er wollte sie als sem Kmd ansehen, da seine Ehe kinderlos blieb, und hätte der Tod ihn nicht so unerbitterlich schnell weggerafft, dann hätte er auch sicher ein Testament zu Gunsten der Waise gemacht, so aber, wie die Tinge nun lagen, war die arme Kleine auf die Groß'muth der jungen Frau angewiesen, und da war'S nicht sonderlich gut um ihre Zukunft bestellt. In ein Pensionat wollte man sie ste cken nein! Tazu war sie ja viel zu alt, sie war ja schon achtzehn Jahre, ah, die junge Frau glaubte, sie wäre noch ein Kind, aber sie täuschte sich ge waltig, sie war zu blind für die Anmuth und für die Reize, . die das juoenolri che caocyen um trennten, das wußte die alte Großmama besser. Ta, mit einem Lcuck, wurde die Thüre aufgerissen und-herein stürzte Eveline mit at!,einloser Hast. Erstaunt sah Großmama aus. Evelil-.e aber, gluthroth im Gesicht, bemerkte die.altc Frau gar nicht. Sie eilte ans Fenster, hob die Borhänge und sah hinaus. Und mit einem Mal leuchtete, eine. selige Freude auf ihrem (Besicht und ein leiser Aufschrei kam von ihren Lippen. Tie Alte hatte sich erhoben, war leise ans Fenster getreten und sah auch hinauS. Ta bemerkte sie zu ihrem nicht
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MgUst . . König's . . Hamburger Brustthee . Tinv In Original Packeten. Nur in Original Packeten. Nur in Original Packeten. Preis Qtf 6 Preis 6 m :a rw-r Cents. Cents. Cents. pccu? geringen Erstaunen, daß drüben indem Blumenladen Graf Seldenau stand and ein prächtiges Kamelienbouquet soeben in Empfang nahm, das ihm die Verkäuferin auZ dem Schaufenster ge nommen hatte. Einen Augenblick war die alte Frau starr, denn sie konnte für das, was eben geschehen war- noch keine Erklärung finden, im nächsten Augenblick aber zog fr das junge Mädchen vom Fenster zurück und sprach mit leisem Vorwurs: AberKind!" Eveline zuckte zusammen; sie hatte fch unbemerkt geglaubt. Großmama, Tu hier!?" fragte sie ccröthend. Kind, was sind das für Sachen!? Ach! Großmamachen, ich weiß 5t euch nicht, ich, ich ,m sie senkte verlegen die Augen. Ei, ei." Weiter sagte die alte Frau nicht)., Sie wußte genug. Tann nahm sie den Arm der Kleinen und ging mit ihr zurück nach dem Lehnstuhl, in den sie sich niederließ. Und kaum hatte sie sich geseht, da fiel Eveline vor ihr nie der, barg Ihr Gesicht in den Schootz der Alten und schluckzte laut auf. Aber, Kind, was ist denn," siestrei. chelte über das Blondhaar deS jungen Mädchens, was willst Tu denn?" und liebkosend hob sie den Kopf der kleinen. Aber Eveline sprach nicht. Von Neuem begann sie zu schluchzen und umfaßte die Großmama und schmiegte sie sich an die Großmama. Und was? Tarf ich's wissen?" sagte die Alte. Ach, -Großmama, er sagt, daß tt mich lieb habe, sehr lieb!" antwortete Eveline und crröthete wieder, und nach einer kleinen Pause fuhr sie fort: Und daß ich seine Frau werden müsse, un bedingt! noch heute wolle er mit der Tante sprechen." Und was hast Tu ihm darauf ge antwortet?" Tas weiß ich selbst nicht, Großmv machen? Ich weiß überhaupt nicht, waS ich zu ihm gesagt habe, ich, ich hörte nur immer ihn sprechen und immer nur die Worte, daß er mich lieb habe, sehr lieb!" Und Tu liebst ihn, Eveline!?fragte die-Alte mit gütigem Blick. eveline sagte nichts. Stumm um faßte sie die alte Frau wieder und barg ihr glühendes Gesicht an deren Brust. Und einen Augenblick ward eZ still in dem Raum, ganz still, und die lachen den, tanzenden. Sonnenstrahlen, die zum Fenster heremleuchteten, sielen auf ein ungleiches Paar , von glücklichen Menschen. Nach wenigen Minuten trat der Tie ner ern und überbrachte das Kamelien bouquet. Eben abgegeben für das gnädige Fräulein." Und Eveline lief ihm entgegen und nahm ihm den duftenden Strauß auZ der Hand und eilte damit zu der lächelnden Großmama. Siehst Tu nun, daß er ernst meint!" jubelte sie. Tu glückliches Kind!- sagte die Alte und drückte ihr einen Küß auf die Stirn. Aber sage mir, wie ist denn das Alles so heimlich gekommen, daß Tu mir, Teiner alten Bertrauten, gar nichts davon entdeckt hast? Seit sechs Wochen kennst Tu ihn schon?" Ja! Damals, als die Tante mich einführte in die Gesellschaft, da habe ich ihn kennen gelernt. Und da hat er fünfmal mit mir getanzt. Und gleich damals hat er mir so gut gefallen!" Soso!" lächelte die Alte. Ja! Und waZ er mir damelS Alles erzählt hat! Ich glaube, ich habe mich schrecklich dumm benommen!" , " Großmama schwieg und sah voll stiller Freude auf das glückstrahlende Kind. Und dann habe ich ihn jeden Tag aetroffen, immer, wenn ich aus der Malstunde kam, war er da!" . Aber,' Kind, auf der Straße?" 'Ja, was blieb mir denn übrig? Ich konnte ihm doch nicht sagen, dak er mich verlassen solle. Es war mir ja so lieb, daß ich ihn immer wieder traf. Aber unterwegs, Eveline?" Ach Gott, in die, Gesellschaften Nimmt mich' die ante ja doch , nicht mehr mit. Sie sagt, ich hätte mich damals vor sechs Wochen gar zu kindisch betragen." Da mit einmal erinnerte sich die alte Frau an die Worte ihrer Schwieger tochter. Ah, nun war ihr Alles klar. Die eitle, zunge Frau fürchtete die Concur renz des jungen Mädchens; darum wurde sie immer zu Hause behalten: darum auch sollte sie nun wieder in ein Pensionat geschickt werden. Und dennoch waren alle diese Vorsichtsmaß regeln umsonst, dennoch fanden die beiden Liebenden 'sich täglich zusammen. und ganz heimlich wurde so der Bund aeschlossen. Die alte Frau nickte. Dann sagte sie: Sag' derTante noch nichts, mein Kind, ich will eö ihr mittheilen.
Heilt sicher ftiftftrttt Beinahe ein rolleS Jahr plüHtt UlvlU mich ein Husten. Das beständige 2t . ? - r - 1! .1 Ä - - 1 m IlMM
Vzrrayen UN jpaiie rnro jiaa? wenige jciii- vv Xr. August König'S Hamburger Brustthee au?,
der Saziclm loue ncy uno nacy u?evraucy rrn na Xaat Packeten rerschwand der Husten gänzlich. Fred. Schultz, Columbus, Ohio. Brustleidcn.'.!.S';Ä beklemmungen und kein Mittel wollte helfen. Schließlich gebrauchte ich Dr. August Königs Hamburger Brustthee und ich roar dald geheilt. Charles H. Arrce, 222 S. Prince-Straße, Lancaster, Zpa. Erkaltungen' ,Ä König's Hamburger Brustthee fkts in meine, Familie vorräthig und habe immer gefunden, daß dieser Thee ein ausgezeichnetes Mittel ge gen alle Erkältungen ist. Francis M. Bar. rett. 205-2?. Ann-Straße. Baltimore. Md.
Eveline schaute glückselig auf die weihen, dustigen Blumen, die er ihr ge schickt batte. Eden wollte iLroßmama zu der jun gen Frau gehen, um sie auf die Neuia kett vorzubereiten, als der Diener sie abrief. Der Sanitätsrath war ae kommen. Nun, so sage ich es ihr r m jtl. r? . r nacyyer, oaajxc i uno ging zu lyrem alten Hausarzt. Nun war Eveline allein. Sie sank in den Sorgenstuhl dn Großmama und dachte nach, w:e AlleS sich zugetragen hatte. Immer noch horte sie seine Stimme, immer noch seine geflüsterten Worte von vorhin. Sie legte die Blumen auf den Tisch, preßte das erglühende Gesicht ins Pol ster und schloß die Augen, und so, in übergroßer Glückseligkeit, verharrte sie minutenlang. Und wahrend sie so dasaß, horte sie es nicht, daß sie nicht mehr allein war in dem Raum. Frau Lilli war eingetreten und kam langsam zu ihr heran. Ud als sie das Kind in so tiefer Träumerei be sangen dasitzen sah, nahm sie sich vor, letzt gleich von ihrem Vorhaben zu jsprechen, so war es nelleicht am be sten. Aber da fiel ihr Blick auf das Käme lienbouguet, sie. trat an den Tisch die starte des Grasen!? Ach!" rief sie erstaunt und freudig aus. Erschreckt fuhr Evekine auf. Die Blumen!?" fragte Frau Rud loff erstaunt. Graf Seldenau bat sie stotterte Eveline. Der Graf!? Er schickt mir Blumen!?" triumphirte Frau Lilli, ach. nun ist ja kein Zweifel mehr, nun bin ZJ. : . r t m iuy lnciner vsatc geiviy: Eveline aber stand da. wie vom Schlage getroffen. im Augenblick verstand sie die Situation, in die sem einen Augenblick hatte sie mehr ge lernt, als in Jahren vorher... Kaum vermochte daZ junge Madchen sich auf recht zu erhalten. Sie wollte laut auf schreien, der Tante zu Füßen fallen und ihr AlleS gestehen, dann aber wieder fürchtete sie, die Tante zu tu tüzntn. und darum wäre es wohl bes ser. zu, schweigen und mitten durch m v:.r. iwv v m.er.t.ruu uicc uiiwiuugcuucn vcjuyic erfaßte sie eine unsägliche Angst, daß ihre Liebe nun 'hoffnungslos sei, daß die Tante nie und nimmer es ihr verzeihen würde.... sie sah keinen Ausgang, keine Retwsg auS all' den Qualen, die sie nun mit einmal bestürmten und be druckten. Da wurde gemeldet, daß Graf Sel denau die gnädige Frau zu sprechen wünsche. Eneline horchte athemlos vor Schreck. jetzt mußte das Entsetzliche geschehen! Und Frau Rudloff war verwirrt wie ern Backfisch. DaS Herz pochte ihr hörbar laut. Mit einem Mal sah sie sich im Spiegel. Herr (sott, wie sie nur aussah!. Keine Toileite! Und nicht einen Brillanten! Schnell einmal zurück in Ankleidezim mer! Empfange Du den Grafen, Kind! Ich bin gleich wieder hier!" OsC et i . ijt jf. m errt . auct Ji,aniz. ica im wel ker kam Eveline nicht. . Mein Gott, was ist denn dabei! unterhalte ihn, bis ich wieder da bin. das wirst Du doch wohl können!" I Damit verschwand sie im Nebenzim mer. .Und Eveline sah ihr nach mit angst vollem Blick. Aber sie mußte sich be herrschen, denn eben trat Graf Selbe nau in s Zimmer. i Er hatte große Toilette angelegt: Frack, weiße Handschuhe und im Arm den Klapphut. Er sah tadellos elegant aus und schien von jugendsrischer Elastizität, so daß ihn kein Mensch für emen Vierziger hielt. Langsam trat er. näher und reichte Eveline die Hand zum Gruß. ; Meine liebe Eveline!" Damit zog er ihre beiden Hände an seine Lip pen und drückte einen innigen Kuß da raus. Sie ließ eZ wortlos geschehen. Einen Augenblick war alles Andere s vergessen, und all daS große Glück wie der da. Ich komme, ,um Ihre Hand anzuhalten, meine liebe Eveline. Sie seben. ick liebe die scknellen Ent schlüsse." . Er trat näher zu ihr, zog sie an sich und küßte sie Mit heißer, süßer Gluck seligkeit. Und sie ließ eö geschehen. Die Liebe in ihr war zu stark. Und so vergaß sie für Minuten AlleS um sich her und lebte nur ihrem goldenen Traum, der sie hinaushob über alle irdische Kleinlichkeit. . Dann vernahm sie vom anderen Zim mer her daS Rauschen' einer seidenen Robe die Tante kam.' Im Nu machte sie sich frei und entfloh wie ein gehetztes Reh. Jetzt gab's für sie nur noch eine Hilfe: die Großmama!. Und zu ihr floh sie und beichtete AlleS. Der Graf sah ihr noch lächelnd nach.
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vieler Situation! DaZ Beste war schon, sie simulirte eine Ohnmacht und plötzlich sank sie mit einem UU len Schrei zurück in dieLehne d:s Fau uilZ. Er lächelte etwas spöttisch, denn er durchschaute, daZ ganze Spiel. Natürlich rief er um Beistand, und als öroßmama u?id Eveline qereineilten, dar er nach Kräften bemüht, zu hel fen. Nach wenigen Minuten war sie wie der hergestellt, und nun hatte sie auch Zeit genug gefunden, sich von ihrem Schreck zu erholen und sich fo zut wie möglich auZ der Affaire zu ziehen. Sie müssen schon verzeihen, lieber Graf," sagte sie mit so matte? Stimme, als ihr möglich war. aber
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Prozent. 0)0) tS -'Wfc ,:eine ütoven sind sehr mttgenom cien. ich muß fort, je eher, um so hesser!" Der Graf hatte EvelineS Arm ge nommen und stand vor der genesene srau. Meinen Glückwunsch!" , sagte diese natürlich habe ich nichts dagerr XI. -1C.:T ZjC t r.cii, viiu, im vis.jjfcui4yfcitr iu iuyu'S mich außerordentlich glücklich!". -Am anderen Morgen, schon wurde lm Hause Kisten -und Koffer 'gepackt, cnd noch im Läufe deS TageS reiste grau Lilli nach dem Süden ab, zur Stärkung ihrer angegriffenen Ner t:n . Meerschaumpfeifen, lange deutsche Pfeifen, Eigarrenspitzen :c., bei Wm. OT.. X - 1 rr CMC CK st:.. ftl. VUiijVf X99 Ul &9Uf MitylUB
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