Indiana Tribüne, Volume 18, Number 82, Indianapolis, Marion County, 9 December 1894 — Page 10
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BerliNtr Briefe.
Bon TZilhelm Kaufmann. D?r Kampf aeaen den Umsturz" ist in Mit. Der Kaiser hat in sein: KöniqZberger und Thorner Reden die Parole gegen den Umsturz" auZgegebin und die konservativen sowie die allezeit aetreuen Nationalliberalen ha ben recht artig die Sache aufgenommen. Wa mit dem Kampfe gegen den um ,turz gemeint lst, liegt aus de? Hano. n Deutschland gtvt es nur eine Parei. die als Umstun-freundlich bezeich net werden kann und das ist die So cialdemokratie. Allerdings könnte man euch die Nadau-Antisemiten eme Umsturzpartei nennen, jedoch' wären die ebenfalls antisemitischen RegierungZparteien mcht sur em 2e4e$ zu baben, das die professionellen Judenbetzer mit den Socialisten auf eine Stuse stellt. So wird idem Reichstage im Dezember wohl eine neue Auflage des vor bald fünf Jahren abaeschafften Socialistengesetzes vorgelegt werden und wahrscheinlich nicht in der rnttoen ??orm, welche Caprivi befürwortete, sondern eber ein Sesekentmurf infi äu erst scharfen Ausweisungsparagra pyen. Eine der Ursachen von ia rrivi's plötzlicher Entlassung bestand darin, dah der Reichskanzler in dieser nrage nicht weit genug gehen wollte. Während der fast fünf Jahre.in welchen man in Deutschland ohne das Socialistengesetz fertig geworden ist, hat die Socialdemokratie allerdings immer noch erheblich zugenommen, sie hat auck, da2 alte bekannte Vroaramm bei" behalten, jedoch in der Betonung dieses Programms eine Mäbigung eintreten lassen, welche die Hoffnung rechtfertigt, dak sich Vie Socialdemokratie zu einer radikalen bürgerlichen Partei sortentWickelt, der sich auch fortschrittlich denkende Nicht-Sociallsten anschlienen könnten. Kommt man nun wieder mit Unterdrllckunaen. Ausweisungen, end losen Preßprocessen u. s. w., so wird dieser Entwicklungsgang unterbrochen, es werden wieder Märtyrer aeschaffen und die Anarchisten, welche in Deutschland gegenwärtig garkeme Rolle splelen. werden wieder auf der Bildfläche erscheinen. Dafc Ausnahmegesetze ge gen einen Theil der Bevölkerung den fünften Theil sozar sich mit dem modernen konstitutionellen Staate aar nicht in Einklang bringen lassen, sollte sich ia von selbst verstehen, in den Kreisen jedoch, welche die Gesetze geaen den Umsturz- fordern, setzt man fic& svielend darüber lunwea. em og. vierten Stande will man die Rechte nicht zubilligen, welche den übrigen Klassen zu Gebote stehen. Räch den Anschauungen der Kreuzzeitungsritter mub der vierte Stand em dienender sein und bleiben. Die Freizügigkeit, das Recht, seine Ansichten durck, die Vresse, aeltend n machen, und das wichtigste aller Rechte, das Koalitionsrecyr, mocyren icne zerren gar zu gcui beschränken, und sie scheinen in ihren Vorurtheilen so befangen zu sein, daß sie gar nicht merken, daß sich auch auf ihreBestrebunaen das Wort Umsturz anwenden läßt. Die socialistische Partei ist heute an flahl die stärkste Partei Deutschlands. Sie 'hat eS dahin gebracht, daß auf fünf deutsche Wähler ein socialistischer Wähler kommt. Welchen Einfluß sie erlangt hat. geht daraus hervor, datz Cavrivi im Reichstage erklärte, die Regierung frage sich bei allen Maßnahmen zuerst, welche Wirkung dieselben auf die Socialdemokratie äußern würde. Die sociale Gesetzgebung Bismarcks. Arbeitsschutz, Altersversoraung. Krankenkassen u. s. w. ist nur der Absicht entsprungen, der Ausdrettuna des Socialismus entgegen zu arbeiten. Im Reichstage sitzen letzt 4b Socialdemokraten. .Es würden ihrer weit mehr sein, wenn die Eintheilung der Wahlkreise eine gerechtere wäre. Die Socialisten erwählen ihre Candldaten meistens in den Großstädten und es aibt i. B. Berliner Wahlkreise. welche zur Erwählung eines Abgeordneten fünfmal so viele stimmen aufbieten, als em ländlicher Wahlkreis, der ebenfalls einen Abgeordneten wählt. Die Bevölkerung der Großstädte hat mächtig zugenommen, die Eintheilung der Wahlkreise ist jedoch dieselbe geblieben. Würden die Reichstaaswahlkreise verändert, wie die Congreßdistrikte in den Ver. Staaten nach den Censuseroebnissen verändert werden. U würde fast ein Fünftel der Reichstagsmitglieder auö Socialdemokraien bestehen, während jetzt nur ein Neuntel aller Mitglieder zur rotben ffahne schwört. Die Partei wird außerordentlich geschickt geführt, besitzt eine musterhaste Organisation und hat in wahrhaft erstaunlicher. Weise zucenommen. Sollte der gegenwärtige Reichstag aufgelöst werden, im Falle er die geplantenGesetze aegen den Umstürz" nicht bewilligt, so ist ein weite rer Zuwachs an socialdemokratischen Stimmen sehr wahrscheinlich. Trotz'alledem sollten diejenigen Parteien. welche sich so gern die staatserhaltenden nennen lassen, keine so aroke Furcht vor den Socialdemokraten an den Tag legen und deshalb auch. Nicht zu den alten yerbrauchten Mitteln areiken. Denn der Werbünasfäbiakeit der socialdemokratischen Ideen sinh Schranken gezogen, welche man jetzt, schon überblicken kann, ohne daß man mit dem Prophetenauge begabt zu sein braucht. In der. starke der socialdemokratischen Partei liegt auch ihre Schwäche. ?ke aröker die Partei .wird. hestg schwieriger muß es werden, ein Programm zu bilden, welches die Massen zusammenhält. ' Die vielen, vielen Tausende, welche durch Die Letz ren der Socialdemokratie erst zum rech ten Bewußtsein ihrer elenden La ae kommen sind, werden fiefi schwerlich den Forderungen fügen, welche die Parte! ausstellen mun. fttnn ; sukeröalv sei
eigentlichen Proletariats" mit" Erfolg werbend auftreten will. Man komme
dem deutschen Bauer, der als Arbeiterausbeute? dem schlimmsten großstädtischen Schwitze? kaum nachsteht, mit der achtstündlgenForderung und man wird etwas erleben. Außerdem ist der deutsche Bauer im Grunde genommen noch immer der alte. Er geht noch m die Kirche, er liefert das beste SoldatenMaterial, er liest nicht viel mehr als von 30 Jahren und er besitzt noch immer den alten Bauernstolz. Selbst die Knechte und Taglohner der Bauern, welche doch gewiß in derselben Weise der socialistischen Hilfe bedürfen wie der großstädtische Industriearbeiter, und nur sebr schwer bet der rothen Fahne festzuhalten. Es ist so ungemein schwierig, eme Organisation dieser aus große Flächen zerstreuten Leute intakt zu halten. Eine Partei von der Ausdehnung .wie die socialistische kann nicht aus der blauen Luft kommen. Sie ist ein nothwendiges Produkt der Entwicklung unserer gesellschaftlichen Verhaltnisse und s muk ein b'vchtsat'" Ke"n ?i :s,ren Forderungen steckerr. Eine solche Parer kann man mtt Ausnahmegesetzen, Mit Gefäncmissen. VuZweisunaen und Verfolgungen nicht ersticken. Man muß ihr. dieselbe Entwickelungsfrechelt gestatten, welche allen anderen politischen Parteien zusteht. Vielleicht werden das die Urheber des geplanten Eeetzes gegen den Umsturz auch einsehen, nachdem in Folge solcherGesetze eine mit gewaltsamen Mitteln vorgeKende Anarchistenpartei auf dem Plane erschienen ist. Hier in Berlin, wo die Socialdemoratie die stärkste von allen politischen Parteien ist, merkt man von ihrer Eristenz sehr wenig. Man muß schon in die Arbeiterquartiere gehen, um von der Socialdemokratie etwas zu sehen. n den Stadttheilen des Hauptgeschäfts und des Fremdenverkehrs findet man die in sehr starker Auflage erscheinenden rothen" Blätter nur bei den hier derhältnißmäßig seltenen ZeitungsVerkäufern. In den zahllosen Cafes. Restaurants, Weinstuben und Bierhalen. welche vom eleganten Publikum besucht werden, wird man stets vergebens nach dem Vorwärts fragen. Ganze Stöße von Zeitungen liegen daselbst aus. socialistische sind nicht darunter. Als ich neulich im Straßenbahnwagen auker anderen Zeitungen, die ich mir aekauft hatte, auch den Vorwärts" berauszog und darin las. wurde ich von den übrigen Fahrgästen mit Blicken gemustert, welche mir sagten, daß sich etwas ganz Ungewöhnliches zutrug. Die bürgerlichen Zeitungen BerliTls bebandeln die socialistischen Blatter unaefähr so, wie sie die Ereignisse in den Ver. Staaten behandeln. Sie drucken das mit Vorliebe ab, was die Socialisten lächerlich oder verächtlich machen soll, ebenso wie sie von den amerikanischen Nachrichten fast nur das bringen. waö sich mit der Spltzmarke acht amerlkanlsch verseaen läßt und in der Reael Verbrechen, Unglücksfälle, Schwindeleien. Lynchgeschichten behandelt, ab gesehen von dem grotesken Humo des (bekanntlich gar nicht ezistirenden) Arizona Kickers, der hier aber von der Masse der Leser für baare Münze hingenommen wird. Es ist, als ob diezenigen Kreise, welche sich von der Socialdemokratie bedroht fühlen, sich das stillschweigende Versprechen gegeben hätten, nichts an sich herankommen zu lassen, was den socialistischen Kreisen entstammt, oder was an das Bestehen jener Partei erinnert. Das Bedürfniß, sich damit bekannt zu machen, was innerhalb einer so wichtigen Partei vorgeht, scheint hier gar nicht zu ezistiren. Und doch ist der Vorwärts" ein ganz vorzüglich redlgirtes Blatt, er lst gewiß eines der interessantesten unter den hiesigen Zeitungen, und schon dis Art und Welse, wie es die Redaktion versteht, genau so weit zu gehen, wie sie gehen darf, ohne mit dem Staatsanwalt in Conflikt zu kommen, stets mit einem Aermel das Zuchthaus zu streifen , macht das rothe Blatt außerordeutlich lesenswerth. Ich sehe aus den Quittungslisten, daß der Vorwärts recht gute Geschäfte macht. Trotzdem alle großen Geschäfte es selbstverständlich verschmähen, im Vorwärts" zu annonciren, hat das Blatt im letzten Quartal doch nahezu 14,(X)0 Mark Reingewinn abgeworfen, welcher in die allgemeine Parteikasse abgeführt wird. Ueber die Debatten auf dem kürzlich im Frankfurt am Main abgehaltenen socialistischen Parteitage wird das Kabel wohl schon ausführlich berichtet haben. Es kam da zu hitziaen Debatten zwischen den Berliner Führern und den bairischen Abgeordneten Vollmar, Srillenberger u. f. w.. namentlich über daS Vorgehen derjenigen Socialdemotraten, welche Mitglieder der bairischen Volksvertretung sind. Man tadelte die Baiern. weil dieselben sich nicht auf den ausschließlich negirenden Standpunkt gestellt, sondern mit den sog. staatserhaltenden Parteien in einzelnen Fragen gestimmt hatten: Die Süddeutschen wehrten sich jedoch tapfer und" gingen als Sieger aus dem Kampse hervor. Ferner gab es auf jenem Parteitage einen ' recht interessanten Conflikt zwischen den Vertretern des eigentlichen Arbeiterproletariats und den Studlrten. ES würde zu weit führen. wenn ich auf die Debatte näher eingehen wollte. Eine größere Anzahl von studirten Leuten fungirt jetzt in der Socialdemokratie als Redakteure der zahlreichen Parteiblätter, als Redner, als Verfasser von Flugschriften u..s. w. Diese Studirten werdm aus der Parteikasse bezahlt. Von den Proletariern wurde nun behauptet, daß die Besol dung dieser Genossen viel zu hoch sei. Der Genosse Redakteur (die Besoldung beträgt ungefähr 3000 Mark per 5lahr) könne nicht mehr beanspruchen.
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'.e i . '.uiv.ht'M ürluae. irrn als es jr.tf, tavt wenn man die vchält.'r :.. UM-flMzm beschneide, diese r?t s.niiflnrfvn Partei den Rücken fe': e- roiiitrn, gelang es ihm. die : ZI, beschwichtigen. r'UM Debitt: lenkt 'bie Ausmcrkf:i!i:i?it auf oif bedenklich anwachsende .'.il rer sogenannten studirten Prole-t.-lnrl n, Deutschland. Der starke Ak'drang zum gelehrten Studium, der in gar keinem Verhältniß steht zu der 3as)l der freiwerdcndcn Aemter und Stellen, ist die Ursache. In früheren wahren wurden sehr vl?le dieser ,Ueberzähligen" nach den Ver. Staaten abgeschoben, wo es d!esen.'.meistens sehr unpraktischen und genußsüchtigen jungen Leuten bekanntlich nur in beschränktem Maße gelingt, sich eine sichere Enstenz zu gründen. Seit dem Ausbrucye der Panik m Amerika hat diese Auswanderung (glücklicherweise) fast ganz aufgehört.und ich glaube, daß die Folgen dieser Sperre" hier in Deutschland schon zu Tage treten. Die Ueberprodultion an Philologen ist z. V..so stark, daß wenn heute sämmtlicve.eprer an oen wymnajien und höheren Lehranstalten stürben oder ihre Entlassung nehmen würden, die Vakanzen augenblicklich mit Anwärtern besetzt werden könnten, welche allen Anforderungen genügen, also mit Schulamtscandidaten. die bereits ihrStaatseramen hinter sich haben. Bei den Ju:ri. in. -a "t;jf. r. cm i . ilnen ii es aylilill), o?i oen ceoiclnern womöglich noch schlimmer. In einer Flugschrift, welche das Elend unter den Aerzten Deutschlands schildert, heißt es: Man heirathet heute nicht reich. well man Arzt ist. sondern man wird Arzt, um reich heirathen zu können.Ferner heißt es da. daß. es natürlich auch mit der Kollegialität mcht weit her lst unter den Aerzten, daß sich die angeblichen KoNegen vielmehr wie bissige Hunde gegenüberstehen, die sich um einen Knochen den Patienten raufen, davon tinn sich Jeder leicht selbst überzeugen." Auch die prote. stantischen Theologen sind in großer Ueberzahl vertreten. Im Jahre 1878 machten die Studirenden der prot. Theologie auf allen vreußischen Universitäten nur acht Procent auS, zehn Jahre später aber schon zwanzig Procent. Früher folgten in den gelehrten Berufen die Söhne dem Vater. WaZ letzterer war, wurde auch in der Regel der Sohn. So gab' es eine Anzahl Gelebrtenfamllien, welche den Nachwuchs für den Beamtensiand lieferten. Das ist heute nicht mehr der Fall. Aus den rammen der Kaufleute und der Industriellen, ja auch der darbenden Subalternbeamten. und der reicheren Bauern drängen sich die Söhne massenhaft zur Universität. Dazu kommt das Institut der Einjährig-Freiwilligen. Wer es irgendwie erschwingen kann, läßt seinen Sohn die Abzeichen erwerben, welche den Einjährigen vor dem ganz gemeinen Soldaten auszeichnen. Der Besuch eines Gymnasiums bis zur Qbersecunda berechtigt dazu. So wird eme große Anzahl von anspruchsvollen balbstudlrten jungen Leuten herangebildet, welche durch das nothdürstige Einpauken der alten Sprachen dem praktischen Leben, für welches sie vielleicht recht gut veranlagt waren, ganz entfremdet werden, in Folge des Stol5es und Hochmuths ihrer Eltern. Aus diesen leider recht zahlreichen Opfern einer ganz unzweckmäßigen Schuldressur und aus den unglücklichen Anwartern auf öffentliche Aemter (es gibt nicht wenige Studirte, welche bis zu ihrem 35. Jahre noch nichts erworben haben), ferner aus den als untauglich abgeschwenkten jungen Lieutenants setzt sich ein Proletariat von Jntelligenzen" zusammen, welches für Deutschland schon zu einer wirklichen Last geworden ist. Daß sich viele dieser Unglücklichen von der Socialdemolraiie angezogen fühlen, ist durchaus natürlich. (A. d. R.) Der Verfasser dieser Briefe, dessen Heimath Cleveland ist, und der sich zur Zeit m Berlin aushalt, steht der Sozialdemokratie dollständig fern, scheint aber so weit das sein liberaler Standpunkt zuläßt, unparteiisch urtheilen zu wollen. Zur Geschichte der Kartoffel. Die französische Ackerbaugesellschaft hat von den Herren Vilmorin und Heuze eine umfangreiche und gründliche Darstellung der Herkunft und Verbrel tung der Kartoffel erhalten. Dem Be richt dieser Gelehrten zufolge wächst die Kartoffel wild in Peru und Chili, so wie auf den benachbarten Inseln. Ge baut wurde sie nachweislich in den westlichen Küstenländern Südamerikas lange vor der Ankunft der Spanier. Die ersten Geschichtsschreiber des Landes erwähnen der Kartoffel als eines allge mein üblichen Nahrungsmittels der Peruaner; es gab weiße, gejbe und rothe Sorten. Zarate Acostg, ejn castillanischer Schriftsteller, dex 1514 S'chatzmeiftcr in ? Peru war, hat. sie. zu dieser Zeit beschrieben. . Die Spanier brachten hie Kartoffel in ihre Heimath und von da wanderte sie nach Italien, wo sie gegen Ende des 16. Jahrhun derts unterdem Namen taratuffl. (Erd trüffeln, daher der Name Kartossel")l ziemlich bekannt war. John Hawkns brachte sie 1586 von Santg Je nach Irland. Charles de l' Escluse (Clu.. ius). Professor der Akademie von Leyhen, erhielt 1583 zwei Kartoffeln, die der vövssliche Lcaat einem seiner Freunde geschenkt hatte, er beschrieb pe tn seiner beschichte seltener Pflanzn. wobei er bemerkte, in Italien U die Kartoffel so verbreite!, daß mgn sie den , Schweinen gebe. ?sych London wurde sie hirekt aus Birginien durch den Admiral Trake gebracht, der sie zuerst in die englischen Colonien Nordamerikas. in-
.'kfisqrr yane; ne wurvc aber nicht bc ochtct. Erst 1628, als sie zum zweiten Male, diesmal durch Walter Naleigh,
nach England gebracht wurde, begann ihr Anbau auf den britischen Inseln sich zu verbreiten. Nach Humboldt geschah der Anbau im Großen seit 1634 in Lancashirc, seit 1717 in Sachsen, seit 1723 in Scottland, seit 1733 in Preußen, nach der großen Hilllgcrsnoth von 1771 ver breitete sie sich ubcr ganz Deutschland. In Frankreich wurde sie 1592 durch löaspard Bauhins eingeführt; sie verbreitete sich raschln der Freigrasschaft, in den Vogcsen und in Burgund. Vald aber wurde sie verfolgt und verroten, namentlich von den Parlamen ten. Das Parlament (Oberster Gerichtshof) von Besoncon füllte folgen. bcsllrthcii: In Anbetracht, baß die sogenannten Erdäpfel eine schädliche frucht sind und ihr Genuß den Aus sah hervorrufen kann, verbieten wir hiermit ihren Anbau in unserem Lande bei schwerer Strafe." In Loth ringen wurde die Kartoffel 1719 dem Zehnten unter worfen, in anderen Ge gcnden war sie davon oefrett. Bon 1761 an that Duhamel viel für ihre Berbrei tung. Türgct ließ sich von der medicinischen Fakultät von Paris ein Gut schien geben, daß die Kartoffel für ein höchst nützliches und gesundes Nah. rungsmittel erklärte. Auch er that viel für deren Verbreitung. Ebenso die Geistlichkeit. Ter Bischof Banal ton Castres theilte den Pfarrern seiner Diöcese Kartoffeln aus und lehrte sie den Anbau. Von 1773 an bewirkte dann Parmentier, daß die Kartoffel in ganz Frankreich angebaut wurde und euch in die entlegensten Thäler drang. Unglaublich. ... Ja, diese nl-sikalische Beaabuna der Fische, meine Herren, ist ein kleines Beispiel. Sie wissen ja Alle, daß ich, ehe ich Kav'tän wurde, eine aan,e 3eit als Taucher gedient habe. Na, und eines Tages, es war an der englischen Nordseeküste, gehe ich, wieder mal in, meinem seschen Gummlklttel rn die Tiefe. Ich sollte Messungen: vornel wen. Als ich dieselben beendet, sah ich mit einem Mal eine Menge Fische auf einem Haufen. Mal sehen, was da los ist! Langsam also und vorsichtig schleiche ich mich hinter eine Korallendank, und was sehe ich? ' Rings umgeben von allerhand großen und kleinen Flossenträgern steht da vor mir ein, fast kreisrunder Fisch und hat in den Glossen ein Instrument Aber. Herr Kapitän! Na, Sie glauben das wohl nicht?! Aber, wirklich, es war ein Jnstrument, ein kastenartiger Unterbau, darüber fadenförmig Seetana aezoaen. und nun fuhr das Thier ordentlich gefühlvoll mit den Flossen über die Saiten, daS klang, das klang so wunderschon Aber. Herr Kavitän!! Was soll denn nun das' fürti Fisch gewesen sem? Was für'n Fisch? 5la. meine Herren, als ich wieder an Land kam, da sagte ich mir: kreisrunder Körperbau, in den Flossen kastenartiges Instrument das kann nur ein Citherrochen ge wesen sem. Na, sehen Sie, es gibt euch Cithervirtuosen aus des MeereS tiefstem Grunde. Prost, meine Herren! Wie ist dieS l Wir bieten einhundert Dollars Belohnung für jeden Fall von Katarrh, der nicht durch Einnehmen von Hall'S Katarrh-Kur geheilt werden kann. F. 3. Ch eney &Co., Eigenth., Toledo, O. Wir, die Unterzeichneten, haben F. 3. Cheney seit den letzten 16 Jahren gekannt und halten ihn für vollkommen ehrenhaft in allen GeschäftSverHandlungen und finanziell befähigt, al?e von seiner Firma eingegangenen Verbindlichkeiten zu erfüllen. W e st ä.- T r a u 5, roßhandelS-Dro-guisten, Toledo, O. Walding, KinnanKMarvin, GroßhandelS-Droguisten, Toledo, O. Hall'S Katarrh-Kur wird innerlich genommen und wirkt direkt auf daö Blut und die schleimigen Oberflächen deS System?. Zeugnisse frei versandt. Preis 7öc. für die Flasche. Verkauft von allen Apothekern. Für die Feiertage. In Prima Qualität für Familiengebrauch stets vorräthig und für die Feiertage besonders zu empfehlen sind RUIU PüNCH, ARACK, IHoitn.aii3tl;aIim.o9 Z5ortz unS Zö, feine Weine, feinen 10 Jahre alten Whisky und die feinsten Brandieö. . 3n Quantitäten zu haben bei ()hmst. goeppei, US Ost Maryland Straße. ffll t V O . X Ä w J. WOHLFJELD, Praktischer Kürschner. Senlskin.PMntel werden nach der neuesten Mode umgearbeitet. Aue vonen eparawr nne Spezialuat. No. Iii West Washington Straße. &tmwT 1T, Ir Vl,. Jd!aaplt. Ind.
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