Indiana Tribüne, Volume 18, Number 75, Indianapolis, Marion County, 2 December 1894 — Page 6

G

Sie geistigeCkialigKeit und ihr ErVachcn. Der Mensch hat eine sehr lange Lernzeit? sie beginnt mit dem ersten Athemzuge und schließt bei Vielen erst mit dem Lebensschluß. Der erste Schrei, mit dem er sich beim Eintritt w diese Welt ankündigt, ist das Ergebruft der ersten Lection. w:lche er von der Natur und ihren Gewalten erhält. Forschend blicken wir den kleinenAnkömmling an. Monate hindurch dachten wir an ihn. liebten ihn. ehe wir ihn kannten. Nun ist er da, aber wie theilnahmslos, wie ganz ohne irgend ein deutbares Zeichen, daß er uns kennen, uns wieder lieben, daß er einMensch unter den Menschen werden wiü , Geduld! Das kommt alles mit den Wochen. Monaten, Jahren so sicher, wie aus der Knospe die Blüthe, aus dieser die Frucht sich bildet, wenn die Hemmnisse nur beseitigt werden und das Fördersame freien Zutritt hat. Aus lebenswarmem Dunkel wand cr sich in diese lichterfüllte, kalte Welt, welche mit ihren Dingen und Ersch:inunczen im chaotischen Durcheinander ihn umfluthet. Der kaum dem Ei entschlüpfte Nestflüchter unter den Vögeln ist schnell in dieser auch ihm neuen Welt crientirt: er sieht sogleich mit jenemBewußtsein, daS genügt, um ihn das Körnchen als eine ihm zuträgliche Nahrung von ungenießbaren Dingen gleieher Größe unterscheiden zu lassen; er kann laufen und folgt nach dem Gebörseindruck dem Rufe der Mutter. Das Menschenkindlein muß all dieses Können und Kennen erst allmälig erlernen. Am besten läßt sich sein dermalicer Zustand mit einer Telegraphenleitung vergleichen, die der Fertigstellung entgegengeht, bei der also die Apparate und die Leitung angelegt .sind, der Telegraphist bereits thätig ist, aber nur der Negistrator fehlt, der die Kunde mit Sachkenntniß aufnimmt und gehörigen Ortes bestellt. Die Sinueswerkzeuge, die zu ihnen gehörigen Nerven, die Anreize von außen sind vorhanden; es fehlt nur die reglstri?ende Thätigkeit des Gehirns, welches um diese Zeit ungemein bildsam, aber nicht ausgebildet ist, die Neiz: und Eindrücke qleichsam partienweise aufnimmt und rechten Ortes unterbringt. Zuerst müssen die Zwecke der Nahrungsaufuahme gesichert werden und darum erscheint allen voran der Geschmackssinn bethätigt, dem sich, nach angestellten sorgfältigen Beobachtungen, der Geruchssinn alsbalo unterstützend an die Seite stellt. Hier gib! uns die Natur sehr deutlich die Lerngesetze zu erkennen, welche für alle künftige Geistesentwicklung durch Unterricht maßgebend bleiben müssen, gegen welch: aber leider viel zu viel gesündigt wird. Sie läßt nie zu Vielerlei, nie zu viel sich zugleich entfalten; ihre Schule kennt in reqelmaßigern Vorgang: weder ein Verfrühen noch ein Verspäten; sie steigt aus lleinen Anfängen und elementaren Vorängen zu complicirten Leistungen und vollkommenen Zrg:bnien gradweise vorwärts. In den ersten Lebenswochen läßt sie das Gehörsorgan unentwickelt, so daß die Schalleindrücke für die werdende Seele noch gar nicht vorhanden sind. Soll doch zuerst das mehr negative als animalische Leben zur nöthiaen Kräftigung kommen durch ausreichendeNahrungsaufnahme. Verdauung und Schlaf! Wäre um diese Zeit das allzeit offene Ohr schon reizempsänglich, so müßte jedes Geräusch die Ruhe des Kindes, den heiligen Schlaf, auf sehr schädliche Weise unterbrechen. Hiemit ist den Pflegern ein fctr deutlicher Sinweis der' Natur gegeben, daß sie den Säugling in keinem Falle, auch nicht etwa zur Aufnahme von Nahrung, wecken lassen. Die Auaen. diese einzigen Lehrer für Licht und Farbe, diese Führer zur Ertenntniß von Formen, Orts- und VeWegungserscheinungen beginnen ihren Dienst' nicht gleich am ersten Tage, obwohl nachgewiesen ist, daß sie doch schon lichtempfindlich sind. Das deutlich unterscheidende, erkenuende Sehen ist erst das Eraebniß unzählbarer Anreize des Centralorgans durch das Licht unter Vermittelung des Auges.- Bringt schon das bereits in den ersten Wochen austretende Lächeln auf die Gesichtszüge des Kindes den Ausdruck der Beseelung, so ist dies in unaleich höherem Grade der Fall.wenn mit den: Sehen das Erkennen sich vollufji. Das Kind spricht mit den Auaen, lange bevor es der Lautsprache sich zu bedienen vermag: Freude. Verdruß, Furcht. Neugier. Begehren sind aus denselben zu lesen. Der Blick spricht von einer Innenwelt, die sich entwickelt, wenn auch Umfang und Inhalt noch nicht gar reich sind. Indessen kann und soll die Kinderpflege für d'ie Bereicherung und Klärung der Wahrnehmunaen schon im Säuglingsalter Erheb!!ches beitragen. So will der Physiolog Preye?, daß man (vom ersten Moment ab) beobachte, wie sich zu Anfang des Lebens das Mienenspiel verändert, wenn man bei gutem Tageslicht dem Kinde graue Gläser (Rauchglas), sowie blaue, gelbe, rothe, grüne Scheiben von Glas v:r die Augen hält.

Vari'irtes Citat. Ach, ZZZaul. wenn ich doch auch solche Wespentaille hätte, wie. jene Dame da drüUni" Paul: .Wenn Dich die Wespentaille, sticht. So laß Dir ds zum Troste sagen: Die besten Taillen, sind das nicht, . Sie ruinircn Herz und Magen!" Z u spät. Du. Stavfel. z.hr Dein Geld um: der erste Kukuk ruft.- Student: .Meins hat er schon lsna: geholt!"

Zliehtrails und Cowboys. Klima und Boden haben Texas von Anfang an zu einem viehzüchtenden Lande bestimmt, und dieser Bestim mung ist es im Allgemeinen treu geblieben, trotz der verschiedenen poliii schen Stürme, die es durchtobt haben. Die Ursprünge des texanischen ViehHandels reichen bis in den Anfang der fünfzig?? Jahre zurück. Als Texas noch eine mexikanische Provinz war, hatte man daselbst die Zucht spanischen Rindviehs eingeführt; das Unternehmen gelang über Erwarten, so dafc 1860 der Rinderbestand des Landes auf drei und eine halbe Million Stück geschätzt werden konnte. Das Hauptgebiet dieser Industrie waren und sind heute noch soweit die vorgeschrittene Besiedelung des Landes die Weidegründe noch offen gelassen hat die ausgedehnten Ebenen zwischen dem Antonioflusse. und dem Rio Grande, zwischen der alten, spanischen Stadt San Antonio und dem an der mexikanischen Grenze liegenden Orte El Paso. Das ganz; Interesse der Bewohner dieser Landestheile dreht sich um die Rinderzucht und um den

Stand des Viehmarkles in den Staaten, die das Absatzgebiet bilden. Vlehbarone auch Rinderbarone", so nennt man die Großindustriellen jener Gegend. Solch' ein Viehbaron ist meiitens tA gemachter Mann. Sehr viele derselben wissen gar nicht, wieviel Vieh sie besitzen. Einmal im Jahre treiben die Viehzüchter mit Hilfe ihrer Untertreibe?, der Cowboys, ihre Heerden zusammen, um den Bestand zu untersuchen und festzustellen und den Nachwuchs zu zeichnen. Zu letzterem Zweck wird das Jungvieh mit dem Lasso emgefangen, zu Boden geworfen und mittels des Brenneisens gestempeltoder mit gewissen Emschnitten im Ohr versehen. Jede? Eigenthüme? hat sein besonderes Zeichen, zumeist aus Buchstaben bestehend, welches behordlrcherselts gebucht tst und ab und zu in den Zeitungen bekannt gegeben wird. 7Ki. WK X .jr r&Xu 0 EinViehzugaufdemMa?sch durch die Prärie. Bei der ungeheuren Anzahl der zu controllirenden Thiere bleibt jedes Mal eine Menge derselben ungezeichnet und daher herrenlos, und so ist es geschehen, daß Leute lediglich dadurch reich geworden sind, daß sie diese ungestempelten Thiere einsingen und mit ihremZeichen versahen. Solches einjähriges, ungezeichnetes Jungvieh heißt In der Sprache der Cowboys Mavmck". Die Hauptabsatzgebiete, der texanischen Viehzucht sind von jeher naturge mäß die nördlicheren Staaten der großen Republik gewesen. Das Vieh mußte dorthin geschasst werden, und dies geschah viel: Jahrzehnte hindurch auf dir einfachste, wenn auch beschwerlichste und langwierigste Art: man trieb die Heerden zu Markte, nicht zehn, nicht hundert, nein Tausende von englischen Meilen weit. Dieses Heerdentreiben bildete sich zu einem ganz besonderen, eigenartigen Zweig der ViehIndustrie aus; die Leute, die sich ihm widmeten, entwickelten sich zu einer Menschenklasse, die weder vorher noch nachher ihresgleichen gefunden hat. So entstanden die Trails oder Viehstraßen und die Cowboys. Im Jahre 1867 wurde von Kansas City aus die Kansas-Pacific-EiseNi-bahn gebaut. Dieselbe sollte die genannte Stadt mit dem westlicheren Theile des nordamerikanischen! Continents verbinden. Wie immer bei solchen Gelegenheiten, so wuchsen auch mit dem Fortschreiten dieser Bahnstrecke eine Anzahl neuer Ortschaften dieselben nannten sich sogleich Städte, und wenn sie auch nur aus einem Dutzend Blockhütten bestanden wie Pilze aus der Erde, und diese Städte bildeten von nun an das Ziel der texanischn Viehtransporte, da den Treibern die neue Bahnverbindung, die ihren Weg abkürzte, sehr willkommen war. Viele Hunderttausende von Rindern wurden alsbald vom südlichen und westlichen Texas her nach den Stationen der Kansas Pacific - Bahn in Marsch gesetzt, und zwar in Heerden von t zwei- bis sechstausend Stück. Gewöhnlich wurde im Frühjahr auf gebrochen, und während der Monat: Mai bis August bewegte sich eine fast ununterbrochene Procession von Rindcrn über die großen Trails. Die ver schiedenen Heerden waren dabei einander so nahe, daß die Rufe der Treiber von Trieb zuTrieb gehört werden konnten. Die ungeheueren Züge bewegten sich, wenn Alles gut ging, in musterhafter, ruhiger Ordnung übe? die grüne, endlose Prärie. Die langsam hinwandelnden, langgeh'örnten. Rinder und die in regelmäßigen Zwischenräumen reitenden Treiber gewährten einen malerischen Anblick. Man konnte eine solche Heerde sehr wohl mit einem Heereszuge vergleichen. Ein Commandeur, der Ortreiber, lei tete das Ganze. Semen Stab bildeten die Cowboys, von denen je acht Mann auf tausend Stück Rinder vertheilt waren. Jeder dieser Männer wa? nicht nu? beritten, sondern hatte auch sechs bis zehn Pferde in Reserve, denn der Weg war lang und man mußte auf allerlei Zuiallkqkeiten und Unfälle vo? bereitet sein. Diese Reservepferde und die Fuhrwe?ke. in den: die Baggage, die Lebensmittel uno vie Zelte mitgeführt wurden, bildeten einen regulären Trxrin, so daß auch hierin der Vergleich der Herrde mit emer Armee aus dem Marsche stichhaltig bleibt.

An der spitze deS unabsehbaren Zu- s

ges schritten die Leitstiere dahin, die ' wahrend des ganzen Marsches diese , Wurde behielten. Die Cowboys aus ihren flinken texanischen Ponys flankirten die Schaar und sorgten dafür, daß die Thiere auf dem Trail blieben und daß ihnen nichts nahte, wodurch sie scheu gemacht und w Schrecken gesetzt werden konnten. Die Heerde, von Panik ergriffen. Das texanische Rind ist äußerst wild und nervös. Eine Kleinigkeit qenüat. es in die größte Ausregung zu versetzen. Eine über die Prärie ?asende Schaar wilde? Büffel, ein unerwartet geschwenktes Tuch, ein Blitz aus einer Gewitterwolke, das Knacken eines brechenden Zweiges, ein Nichts fast qenüat. KJ. ftnrtl V?f f rif rnSf CStVi trt M ü 'vvvvfvjv vrww w lifc die wildeste Panik zu versetzen. In der Sprache der Nancheros und Cowboys ?:iLt solch eine Panik e:ne Stampcde", diese aber richtig zu beschreiben. ist die Feder nicht im Stande. Eine Stampede ist ein Wirbelsturm von Hörnern und Schweifen, ein Bonnerndes Ungewitter von Hufen und blitzenden Augen, Alle Ordnung ist aufgelost, und blindlings rast die ganze Schaar in wirrem Durcheinander querfeldein. hinaus in die unendliche Prärie. Dies ist eine? de? Momente, wo die Cowboys zu beweisen haben, aus welchem Stoff sie gemacht sind. Die Pferde zur äuße?sten Schnelligkeit anspornend, die schwere Peitsche m de? Faust, jagen sie an die Spitze de? tobcnden Schaa? und drangen die vordersten Rinder unausgesetzt nach einer Richtung ab, so daß nach und nach die galoppirende Heerde einen, ungeheueren Kreis beschreibt, und die Spitze den Schluß des Zuges berührt. Nun geht es immer rund herum, wie eine Mühle; was stürzt, bleibt liegen und wi?d zu Lrei zerstampft, und nicht eher endet diese? wahnsinnige Kreislauf, als bis die Thiere völlig erschöpft sind. Auch das bloße Erscheinen emesußgängers rust oft eine Panik he?vo?, da die große Mehrzahl der Rinder den Menschen niemals anders als zu Pferde gesehen hat. X iv i fS täJL, lyr ? ,4' a; W Auf den W e i d e g r ü n d e n. Der Marsch der Heerden währte ununterbrochen vom Morgen bis zum Abend, bald schneller, bald langsamer, je nachdem den Rindern gestattet wurde. sich neben dem Trail auszubreiten und zu grasen. Im Durchschnitt wurden täglich zwölf bis fünfzehn englische Meilen zurückgelegt. Mit Anbruch der Nacht trieb man die Heerde, vom Trail ab und auf einen dichten Haufen zusammen, man rundete sie ein", indem die Cowboys dieselbe in immer engeren Kreisen umritte, bis die Rinde? sich wiederkauend niederlegten, um pon den Strapazen des Tages zu rasten. Während der ganzen Nacht aber mußte die Heerde von den einander ablösenden Wächtern umkreist werden. So ging der Zug vorwärts, Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat, in Sonnenbrand und Regenwetter. immer auf dem Trail, an dessen Rändern die Gebeine der Rinder bleichten. dit'im Lause der Jahre auf dem Marsche zusammengebrochen und hie? liegen geblieben waren, den Wölfen und Geiern zum F?aße. Ab und zu bezeichnete auch ein kleiner Hügel in dem g?ünen G?ase de? Prärie die Stelle, wo ein Cowboy seine letzte Ruhestätte gefunden hatte, ereilt von der Kugel cines ma?odirenden Comanchen oder Apachen oder von sonst einem der Unfälle, die in seinem gefährlichen Berufe so häufig waren. Nach einem Marsche von hundert bis zweihundert Tagen war endlich die Verladestation an de? Eisenbahn e?reicht, etwa Wichita, Ellswo?th oder Abilene. Hier wurde das Vieh in die großen Umzäunungen getrieben, deren Ausgänge unmittelba? in die Waggons führten. Wie sich ein Fußpfad durch die Wiesen bildet, so ist auch der Vieht?ail du?ch die Prärien entstanden. Schwarzbraun, tief ausgetreten von den Millionen vonHufen, die jahraus jahrein über ihn dahinzogen, schlängelt er sich in vielfachen Windungen durch die grünen Ebenen, Hügel überschreitend und Flüsse kreuzend, diele tausend Meilen weit, den Süden mit dem Norden verbindend, den Bevölkerungen der großen Städte die Nahrung aus dem Ueberflusse des gesegneten Golflandes zuführend. Die sich im Laufe der Jahre immer weiter nach Süden erstreckenden Eisenbahnen haben dem Viehtreiben auf den Trails, von denen drei im Betrieb warcn. ein Ende gemacht; seit 1891 hat viese Art des Rinderervo?tS aufaeh'ört, die so lange einer großen Anzahl von Leuten Beschäftigung und guten, Ver

' feiN STNW v sfrjY k k4jC J-J 4i vP J V. 5 ' ' "-:.-jiY

MM

dienst geboten hatte. Heute wird nur noch das Jungvieh gemächNch die einst so bevölkerten Trails entlang getrieben, um, nach einer sechsmonatlichen Wan-

"r K&Hfi sZr-- vm

eW

Durchqueren eines Flusse 2. derung. auf den W:ideg?ünden von Montana und Wyoming gemästet zu we?den. von wo die Thiere dann nach zweijähriger Ruhe als wohlausgewachsenes und fettes Schlachtvieh nach den verschiedenen Marktplätzen zur Verladung gelangen. Zu Anfang der siebziger Jahre schwankte der Auftrieb zwischen vierund siebenmalhunderttausend Stück Rindvieh jährlich, später bezifferte d:rselbe sich nur noch nach Millionen. Der durchschnittliche Preis eines Thieres be trug dreizehn Dollars; während derZeit des Bürgerkrieges' konnte man jedoch schon für drei Dollars den besten Stier erstehen. Die Viehausfuhr zur See war von jeher nur eine verhältnißmäßig geringe und belief sich in den besten Zeiten auf nicht mehr als 40,000 Stück im Jahre. Am Endpunkt des Ma?sches: Verladen der Rinder. Es mag hier noch erwähnt sein, daß eine verhältnißmäßig nicht unbedeuicnde Anzahl der Viehzüchter in Texas aus Deutschen besteht, oder doch von deutscher Herkunft' ist. Auch unter den Cowboys war das deutsche Element zahlreich vertreten. (?tn VicttcnschwarnL an der Hand. Herr Fritz Feller in Ludwigsau an der Donau besitzt in seinem Garten ein Bienenhaus mit 112 Wohnungen, von denen augenscheinlich 72 besetzt sind. Einst kam er gerade dazu, als ein Schwärm auszog. Um ein Entweichen desselben zu verhindern, fing er kurz entschlossen die Königin, ergriff sie bei den Flügeln und eilte mit derselben dem Schwärm nach, der sich bereits ziemlich weit entfernt hatte. Als dieser seine Königin bemerkte, schaarte er sich sofort um sie und ließ sich, wie die Abbildung zeigt, traubensörmig an der Hand nieder. Herr Feller trug ihn dann an den inzwischen bereit gestellten Kasten und schüttelte ihn hinein. Bei dem ganzen Vorgang.der ungefähr drer Viertelstunden dauerte, trug Herr Feller nur vier ganz leichte Stiche davon, ein neuer Beweis, daß die Biene ungereizt nicht sticht. Der Schwärm war eine Kreuzung von Krainern und Jtalienern. Zu hübsch. Hausfrau: Ich würde Sie engagiren. aber Sie sind mir zu hübsch und daher gefährlich für meinen Mann Dienstmädchen: Oh fürchten Sie nicht, ich verliebe mich nicht in Civilisten." Unangenehm. Reisender (der mit der Tochter seines Principals durchgebrannt ist, kehrt spät Abends in's Hotel zurück): Wollen Sie mir den Schlüssel zu meinem Zimme? geben! Portier: Sie entschuldigen, welche Nummer hattenSie doch gleich?" Reisender: Die Nummer! ... die hab ich vergessen!" Portier: Darf ich dann um Ihren werthen Namen bitten?"ReiLtsender (Lr sich): Donnerwetter, unter welchem Namen hab ich mich denn in's Fremdenbuch eingetragen!?" S e h r b i l l i g. Herr Schmidt: Sie waren Za wohl bei der Braun'schen Hochzeit, He?r Lieutenant? Was haben Sie denn dem glücklichen Paare ge schenkt? Lieutenant: Ach Vergnügen meine? Anwesenheit! . Wie's kommt. A.: Du. sage mal. um welche Tochte? willst Du eiaentlich anhalten? B.: Na, ist de? Alte vergnügt, um die jüngere; ist er äraerlich. bitte ich um die alte!

T . Ä z.. I rfflfi'j5 ciljfc - ' jj -y

WPwh MiSXlUiä i MlJ&W

Die Aerzte des Jarcn. Unter den hervorragenden Männern der medicinischen Wissenschaft, von denen der verstorbene Zar Alexander der Dritte Hilfe in seinem unheilbaren Leiden erhoffte, nehmen der berühmte Berliner Kliniker, Geheimrath Prof. Ernst Leyden, und der Russe Prof. Grigori Sacharjin den ersten Rang ein. Beide führen wir unseren Lesern im Bilde vor.

Prof. Leyden. - Als Kliniker und besonders als Therapeut genießt Prof. Leyden einen ganz hervorragenden Ruf. Er gehört zu denjenigen Aerzten, welche vor Jahren dem therapeutischen Nihilismus. der sich in der absoluten Verwerfung der meisten Heilmittel und Heilmethoden gefiel, mit Erfolg entgegentraten und die Grundsatze emer noch heute allge mein giltigen Behandlung nach rein indlviduellen Grundsätzen festsetzte. Nicht eine Krankheit, sondern einen Kranken gilt es zu behandeln so lautet das A und Q der Leyden'schen Therapeutik, und in solchem Sinne hat der große Kliniker stets gewirkt. Prof. Leyden steht gegenwärtig im 63. Lebensjahre; er übernahm im Jahre 1876 die durch den Tod des genialen Traube freigewordene Professur an der Berliner Universität, zu deren berühmtesten Docenten er gehört. Prof. Sacharjin. Eine? alten Bojarenfamilie entstammt der 64 Jahre alte Prof. Grigori Antonowitsch Sacharjin. Diesem Mann, der, nach Vollendung seiner Studien auf der Universität Moskau, in Berlin unter Virchow's Leitung sein Wissen erweiterte, hat die Arzneiwissenschaft in Rußland viel zu .verdanken. Als Docent der Therapie brachte er; neues Leben in die Kliniken und gewöhnte er seine Schüler daran, nicht, nur am Sectionstisch eine glänzende! Diagnose zu stellen, sondern eine solche auch mit Hilfe der geringsten Anhaltspunkte und Symptome zu erhalten mittels feinster Combination. So groß sein Ansehen als Arzt ist. auch unter den Männern der Wissenschaft, so kleinlich ist Prof. Sacharjin in Geldsachen; ja seinen Patienten gegenüber legt er oft eine schmutzige Habsucht an den Tag und deshalb ist er beim Pu blikum nichts weniger als beliebt. . j Fetter Bissen, a Die kleine Dora (auf der Marie-..-bader Brunnenpromenade): Mama, hier würden sich die Menschensresser aber gewiß den Magen verderben!" AufderFährte. ' Wie. jetzt treffe ich Sie schon im dritten Restaurant und jedesmal Hasenbraten essend!" Pst, ich bin auf der Suche nach den beiden Katzen, die mir diese Woche gestöhle worden sind!" Schlimmste Krankheit. Du, ich weiß nicht. Deine Frau kommt mir heute so schwermüthig vor!" Ach! Ihre Modistin war vorhin mit neuen Modellen da darauf ist sie immer etwas schwärmhütig!" Im Superlativ. Meier: Zunae Schulz soll ja so unter dem Pantoffel stehen?" Müller: Stehen? n. r X Wo WtMii

;seo lagt gncn, oct uuu wuuuu .

Zm 5!cil!ic der Moöe. Wohin wir bei den Neuheiten für die Winterzeit blicken, überall sehen wir Farben nichts Verschwimmendes, sondern alles fest, charakteristisch, ausgesprochen! Man begegnet dabei aanz außerordentlich zarten und feinsinnigen Farbenzusammenstellungen, die malerisch und kleidsam zugleich erscheinen; auch abschattirte Farben werden oft in glücklichster Weise verwendet. Selbst dem solidesten Geschmack dürfte eine Toilette aus Hellund Dunkelgrün, aus Blau und Rehfärbe u. dgl. sicherlich zusagen. Den starken Geweben für Winterkleide? fügen sich einige neue an und zwa? Matelasse in kleiner Musterung, ein feingekörnter, halbseidener "Stoff, der wie polirter Granit wirkt, und ein solcher, der auf dunkelfarbigemGrunde, wie Dunkelblau, pompejanisch Roth, Dunkelqrün u. s. w., eine erhabene schwarze Spitzenmusterung zeigt. Eine weitere Auswahl bieten Tuch, Floconne. Velours frise und endlich die Himalayastoffe. Auch weitgehende Ansprüche dürften die in unseren Illustrationen veranschaulichten Toiletten, welche den ersten Berliner Ateliers entstammen, genüaen. . . .

iiJjN W

Gesellschaftstoilette. Mattlila und gelb changeant Seidenstoff, sowie gelbliche Seidengaz: bilden das Material für die in Figur No. 1 dargestellte Toilette, welche mit aelb getönter Spitzenapplikation garnirt ist. Der Rock ist mit halblanger Schleppe versehen und der. Laktheil der Taille mit plissirter Gaze bekleidet; die Aermel sind aus Seidenstoff mit dreifachen Puffen aus Gaze hergerichtet. Kleid aus Wollenstoff und Sammet. Einfach, aber elegant ist ein aus tabakfarbenem Tuch und Sammet in dunklerer Nuance gefertigtes Kleid, (Zvigur No. 2) dessen mit kreuzenden Vordertheilen versehene Taille vorn und hinten mit einem Einsatz aus gestlckter Spitze verziert ist. Der iem lich weite, keilig geschnittene Rock bildet hinten drei tiefe röhrenartige Falten, die mit Roßhaareinlage versehen sind. Die Aermel sind, oben in Falten gereiht, mit Blenden garnirt und das Kleid mit einem Gürtel, sowie Rosetten aus Sammet ausgestattet. Promenadenkleid. Das aus Rock, Weste und Paletottaille bestehende Kleid (Figur No. 3) aus dunkelgrünem Wollenstoff mit rother Rückseite ist an dem grünen Rock seitwärts mit einem sich oben zuspitzenden Einsatztheil versehen, für den die rothe Rückseite des Stoffes verwendet ist; letzterer wird von einer mit rother Soutache ausgeführten Bordüre beare?zt. die sich auch am unteren Rande des Rockes festsetzt. Die ärmellose rothe Weste ist vo?n unte? eine? Tollfalte geschlossen und mit einem mit ?otbe? Soutache benähten grünen Stehkragen und Halbgürtel begrenzt. Die arüne Seite des Stoffes ist auch zu der ku?zen offenen Paletottaille ve?wendet, die theilweise mit eine? ?othen Ve?schnü?ung ausgestattet und mit einem Shawlk?agen, sowie g?oßen Knöpfen ve?zie?t ist. Volle Bauschä?mej die unten mit Soutache benäht sind, ve? vollständigen die Taille. Aus g?auem Cheviot besteht das hübsche Costüm (Figur No. 4), dessen alatie? Rock am ' obe?en Rande aus vorn, sowie an den Seiten mit schma-

len, spitz verlaufenden Tdeilen von

prune-farbenem Sammet garnirt ist, deren oberen Ansatz ein breiter Gürtzj C o st ü m aus Cheviot. von gleichem Stoff deckt. Das kurze. hinten glatte, vorn in regelmäßige Falten geordnete Bolerozackchen aus Eheviot ist mit Keulenärmeln verbunden und öffnet sich vorn über einem Blusenchemisette von malvenfarbenem Sammet, welches durch ein Bündchen aus prunefarbenem Sammet begrenzt Wird, dem ein Umlegekragen aus hellem Sammet aufliegt. 2er kleine Bote. yvs. Ein Hündchen hatten wir dressirt Speciell zu unsern Briefen, Die Briefe wurden ezpedirt Zur Nacht, wenn Alle schliefen. Wir sparten vieles Porto so '-' . Und brauchten nicht zu bangen, Daß Späheraugen frech und roh ' In unsre Liebe drangen. Das Hündchen schlich nach Mitternacht Zur Hinterpforte leise Und kratzte an der Schwelle sacht Das war gewiß sehr weise. Doch weise war es sicher nicht Von meinem kleinen Mädchen, Zu schicken durch den kleinen Wicht Mit Würstchen ein Paketchen. Das war nicht klug, das war vielmehr Ein wenig zu vermessen Das Hündchen kam, der Korb war leer, Die Wurst war aufgefressen. Die gelehrte Köchin. Junge. Frau (während des Mittagessens): Ich hab's Dir ja nock gar nicht gesagt. Adolf: heute habe ich selbst gekocht!" ' Mann: Wirtlich?!.... Da hab' ich jetzt der armen Minna in Gedanken Unrecht gethan!" Niederträchtig. Fräulein (am Morgen nach dem Ball): Denken Sie, die ganze Nacht habe ich mit einem Herrn getanzt, der mit mir zusammen die Schule besucht hat!" Herr: Wie! Und der alte Herr konnte noch so flott tanzen?!" Ein Rückschlag. Aber Micbel, was ist denn das? Kaum sind Deine Wunden von der letzten Rauferei geheilt und Du aus de? Haft entlassen und schon hast Du wiede? Einem den Maßk?ug an den Kopf geschlagen! Michel: Des is net ande?s 'gangen! De? Dokto? hat mi? des schon voraus c'sagN Michel, hat er g'sagt, an kleinen Rückschlag wird's scho no geben. Recht hat er g'habt, nur is er jetzt halt a bissel größer ausg'fallen! Eine Ausnahme. Mann: Liebe Adele, Du bist feit einiger Zit schrecklich gleichgültig gegen mich." Frau: Aber Du bist wirklich der ein, iqe Mann, der sich darübe? beklagt.- ' ,

M

v

jJ I fl llj

vffll

o