Indiana Tribüne, Volume 18, Number 75, Indianapolis, Marion County, 2 December 1894 — Page 4

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Jndiana Tribüne. Erscheint Täglich und Sonntags.

. Die tägliche .Tribüne' kostet durch den Träger Cents per NZoche. die SonntagSTribüne' L Cent per Woche. Beide zusamme IS SentS ,dr i ßSCenti der rkonat. Ver Post außerhalb der tadt zuzeschilkt in orausvezaylung a pcx Sau. , ' Offiro IS Süd Lllabama Straße. Zndianapolib, 3nd., 2. Dezember '94 Sonntags - jjfaitai. ' Der 5!ame Turkey" kommt von seiner großen Beliebtheit bei allen Nationen. England und Rußland sihen seinethalben schon lange aus der Lauer, um Turkey" in einem günstigen Momente beim Wickel zu kriegen. Amerika dagegen ...hat ihm schon" und verspeist ihn am Danksagungstag daher der Name mit güsto." s So oder so ähnlich würde ich mich ausdrücken, wenn ich eine geographische Naturgeschichte zu schreiben hätte. ) Unter den TurkeyS giebt ek, ähnlich ' wie beim Menschen, verwandtschaftliche Grade und Lebensalter. ' Man findet solche, die in der Zugend Prangen einherstolziren. ES ! giebt TurkeyS reiferen AlterS, ja selbst ' alte Tanten. Letztere erfreuen sich nicht der Gunst der Danksagungötag hungrigen. Auch ich blieb damit verschont, vielmehr prangte auf unserem Tisch ein feisterwohlgenährter Turkey, ' so daß ich schon auf den Gedanken kam, er sei im Reiche der TurkeyS Clerk in der Supreme Court gewesen. Sine solche Clerkstelle scheint ein fetter Bissen zu sein, wie auS den gelegentlichen Bemerkungen hervorgeht, . welche der neuerwählte Clerk zu machen . beliebt. Dieser Herr heißt Alexander Heß und ist in seiner Art ein Genie. Ein Finanzgenie ' würde ich ihn nennen, wenn er nicht so viel über seine Pläne schwatzen würde. Dieser Hetr Heß also hat ein Einkommen von etwa $3000 und außerdem' noch Sporteln, so daß er sein jährliches Einkommen auf nahe $30,000 schätzen kann. Nicht genug damit, hat er jetzt eine seiner Töchter als Deputee ernannt und gedenkt ) noch zwei weitere Plätze mit zwei weiteren Töchtern zu füllen. Daß seine Töchter etvaö von ihrer Arbeit berstehen, ist nicht anzunehmen. ES gehört doch viel edler Freimu h zu einer solchen Handlung. Ein be- ( kannte? Witzbold macht darüber die i Bemerkung, Heß wird sein Geschäft unter der Firma Heß und Familie" ( betreiben. Eine Heß-liche Geschichte ! ' Ich versprach neulich, dem MusikKritiker der Tribüne" in'S Handwerk zu pfuschen mit einer Besprechung deS 'SangS an Aegir" ; dem will ich nun nachkommen. ' Auf dem Umschlag heißt eS : Sang an Aegir, Worte und Musik von Seiner Majestät, dem deutschen Kaiser, König von Preußen, Wilhelm II." 3n diesen Angaben geruhten Seine Majestät ein wenig ungenau zu sein, denn zunächst hat er sich die Worte von Philipp Grafen zu Eulenburg bestellt jj und dann kann man unter gewöhnlichen Umständen doch nicht gut sagen, man habe etwaö komponirt, wenn man eine Singstimme nothdürftig zusammenstoppelt und sich nachher einen bedeutenden Musiker kommen läßt, dem dann in Demuth ersterbend, das hohe Glück bescheert ist, diese Singstimme ein weI nig mehr vhrgerecht zu machen, außerdem mit seinen schwachen Kräften eine Begleitung zuschreiben, nachher auch für Orchester einzurichten, und was , solche Kleinigkeiten, die man in einer .modernen Komposition zu finden erwartet, mehr find, .j Ich sage : unter gewöhnlichen Umständen, aber dieses sind eben keine geähnlichen Umstände. J Graf Eulenburg wird sagen, eö sei ihm als Kenner .der altnordischen MyEthologie vergönnt gewesen, durch den ZCinblick in dieses herrliche Werk seines kaiserlichen Herrn einige seltene Sonnenstrahlen in sich auszunehmen und jfytt hilfreiche königliche Musikdirekior in Berlin wird vor Freude faft den . Verstand darüber verlierendenn er überhaupt welchen zu 'verlieren "hat 'daß Seine Majestät ihn huldvollst für würdig fand einige iTintenkl'ere im Manuskript auözura,diren. Der -Sang ist merkwürdig. Schon jselne Ausstattung verräth, daß man ' etwas Besonderes vorgesetzt bekommt. Die Noten sind in Schwarz gedruckt, die Worte dagegen in der Farbe der Schamhaftigkeit, nämlich in Roth. Sie lauten folgendermaßen : O Aegir, Herr der Fluthen, . Dem Nix und Neck fich beugt ; In Morzensonnengluthen Die HeUrnschaar sich neigt.

In grimmer Fehd' wir fahren Hin an den fernen Strand, Durch Sturm, durch Fels und Klippe Führ' uns in Feindes Land ! Will uns hex Neck bedrauen. Versagt uns unser Schild, So mehr' Dein flammend Auge Den Ansturm noch so mild. Wie Frithjof auf Ellida Getrost durchfuhr Dein Meer, So schirm' uf diesem Drachen Uns, Deine? Söhne Heer ! Wenn in dem wilden Horste Sich Brünn auf Brünne drängt. Den Feind, vom Stahl getroffen. Die SchildeSmaid umfängt. Dann töne hin zum Meere Mit Schwert und Schildes Klang Dir, hoher Gott, zur Ehre Gleich Sturmwind unser Sang ! Die- Anregung zu dem Sang kam dem Kaiser bei seiner letztjährigen Nordlavdfahrt. Der bewußte Aegir oder richtiger Oegi? ist dem allwissenden KonverfationSlkzikon nach der Gott der himmlischen . und . irdischen Gewässer, heißt auch Hler und sein Wohnort Hlesey jetzt Lassöe im Kattegat. Sein Helm , Oegiöhialmr", den in der-Mythe Fasner trägt, wird von Siegfried erbeutet. (Vergl. tarnhut.) In seiner ersten Angabe ist das ConverfationSlezikon im Irrthum. Richtig bemerkt dazu Herr Leyh in seinem Aufsatz über den heutigen Stand der Edda - Forschung" im Baltimore? Deutschen Correfpondenten" : Aegir ist nicht wie Viele meinen der Meergott der Normannen oder Nordländer gewesen, sondern ein auS den beiden Edden heraus spintisirteS oder in dieselben hinein geheimnißteS Fabelwesen, wie ihrer die von christlichen Skalden und später von skandinavischen Gelehrten mißverstandenen Edden verschiedene erzeugt haben. Der Meergott der germanischen Vorzeit hieß Nördr und nicht Aegir.

Letzterer ist auS einem unverstandenen Liede der poetischen Edda entstanden, welches Oegir'S Gastmahl" heißt, und da man seinen Wohnsitz Liesey auf der Insel Lassöe suchte unnd man sonst nicht wußte, wo man den unbekannten Kauz hinstecken sollte, so machte man ihn zum Meergott, gab ihm die Ran zur Gattin und umgab ihn zur Freude Richard Wagner'S mit neun Töchtern, die derselbe im Rheingold" nach Herzenslust Wigela, weia !" stabreimen läßt." Die letzte Bemerkung ist überflüssig, denn sie hätte, ohne das übrige Gute zu beeinträchtigen, wegbleiben können. Soviel zum Tezt, nun zur Musik. Viel sagen läßt sich da nicht. Das Werthvollste ist jedenfalls die Begleitung, doch auch die hat ihre Mängel. Man bedenke aber, nach Kommando Begleitung schreiben ! Die Komposition steht in G dur mit 4 4 Takt. Die ersten zwei Zeilen sind anscheinend äußerst simpel. Man kann jedoch darin einen mehr als starken. Anklang an das Lied: Ueb immer Treu und Redlichkeit" nicht überhören. Da nun dieses Lied durch den veränderten Tert, nämlich: Ueb immer Liebknecht, Beblichkeit Lis an Dein kühles Grab Und weiche keinen Singer breit Vom Grillenberger ab." eine andere Färbung gewonnen hat, so könnte man darin einen feinen Zug deS kaiserlichen Componisten erblicken. Die beiden nächsten Zeilen bewegen sich in den Tönen deS aufgelösten AkkordeS. Die nächsten Zeilen: In grimmer Fehd' wir fahren hin an den fernen Strand" enthalten das Beste, hier sindet sich Toncharakter. Die begleitenden Triolen im Baß Fis Gis Ais bezw. Ais H Ci sind äußerst wirksam. Das nun Folgende ist mittelmäßig, dagegen bietet die Zeile : So schirm auf diesem Drachen unS, Deiner Söhne He?r" eineUeberraschung Wilhelms deö Plötzlichen. Hier stehen Dur und Moll sich gegenüber wie zwei feindliche Brüder. Ein weiterer Ulk, der fast zum Lachen, wenn'S nicht so traurig wäre, sindet sich in: Dann töne hin zum Meere mit Schwert und Schildeöklang". Hur wollte Seine Majestät einem gewissen Richard Wagner auf die Beine helfen, indem er seinem Sang einige Takte a la VenuSbergmusik einverleibte. Dir, hoher Gott zur Ehre, gleich Sturmwind unser Sang !" Damit und mit einem körte for tissirno schließt der Sang. Eine letzte Kraftanftrengung der Trompeten, ein wuchtiger Schlag deS Paukenisten und der Kunftfreudige Udt sich den Mund, denn den Genuß hat er weg. Aber man darf nicht ungerecht sein. Schubert und Mendelssohn haben allerdings schönere Lieder gesungen, aber trotz alledem und alledem ist der Sang an Aegir" besser, als neun Zehntel 'aller Balladen, Lieder. Romanzen, LiebeSklag und andere "sweet trash" ; wohlverstanden, du Begleitung resp. Jnftrumentirung gebührt daS Hauptderdienft.

Wenn sich nun einige Zeitungen da-

rüber aufregen, daß ein paar leitende Gesangvereine Amerikas den Sang" zu Gehör gebracht haben, so ist daS kindlich. 3n den Gesangvereinen ist schon Schlechteres gesungen worden und das Recht zum Eomponiren kann man füglich doch auch Keinem nehmen, auch nicht dem Kaiser, denn Wenn er singt, soll man nicht drüber wet tern, So lang er singt, wird Niemand er zer schmettern." DerPlauderer. m Wo die Donauwöllen klagen. Eine Wiener Geschichte. Oben rauscht sie so majestätisch, die blaue Donau, und braust dann wild auf, wo sich die Wellen in den engen Kanal zwängen, um still murmelnd weiter zu fließen, wie von Sehnsucht erfüllt, den großen Etrom wiederzufin den, von dem sie sich getrennt. Und unten, wo die Tonau so mächtig breit zwischen ihren niedrigen Ufern dahin fließt,' da schiebt sich ein Stück grünes Land in das Wasser, wild bewachsen Nlit all den Pflanzen der Auen, und die Wellen schlagen hie? an und laufen, sich weiß kräuselnd," zurück; die Wasser scheinen zu klagen und der Wind, der durch das dichte Gezweig geht, seufzt dazu. Das ist der Ort. wo die Donauwel len ein traurige Stück Land bespülen, das ungeweiht zum Friedhofe geworden, auf dem Grab an Grab sich reiht, schmucklos ohne Stein ohne Kranz, mit eingesunkenen oder wild verwachsenen Hügeln Die Unglücklichen, die ihr Glück in dem Tode suchen, ruhen hier. Da schläft auch die arme Stingler Leni, die. man einst draußen vor der Favoriten.Linie, als dieser Th?ll Wiens noch nicht einen stolzen Sezirksnamen hatte, als daS schönste Mädchen der Gegend prieS, und sie war nicht nur das schönste, sondern auch daS bravste Müd chen. ES ist eine Reihe von Jahren her, da kam die Leni eines Tages recht ver stört zu ihrer alten Tante, die am HundZthurm wohnte; die Greisin wr klug und erfahren, und in ihrem Herzenszweisel ging Leni zu ihr, um sich Raths zu holen. Die Mutter sekkirt mich, ich soll den alten Bittner heirathen und Und Du, mei. lieb's Lenerl, Du hast an Jungen gern? Wart' a wengcrl!" Die Alte erhob sich ziemlich schwerfällig und rutschte mit ihren unförmigen Fleckerpeitschen zum Schubladka sten, von dem sie ein abgerissenes Buch nahm. Sie netzte die zitternden Singer und blätterte und wies dann auf einen Satz. Ehre Vater und Mutter!- So las die Leni und die Alte sagte: Schau Leni, e5 gibt Dir jetzt an Riß, i maß v i w . ot. - rm..i und i iann mir a nim ni nütz a jmm ter will immer das Glück von die 5? in der, wenn'S ah die Kinder net alei'ein seg'n. Folg' der Mutter, eS U g'. scheidter und besser!" Ter Leni gab'S einen Riß, einen or vrnnlazen irctp, oay t glaubte, uzryerz gehe auseinander, aber sie . hatte , sich vorgenommen, der Mutter zu folgen, sie war brav, und der reiche, achtund fünfzigjährige Hausherr Bittner wurde ihr Gemahl. Ter Wolf Franz, der hübsche Bursche, dem sie gut war, hatte, dafür gab ihr die Mutter Beweise, mit Recht nicht den allerbesten Ruf, und so fand sie sich in ihr Schicksal. Sie - wurde nicht überglücklich, aber sie war zufrieden, sie vergalt die innige Liebe ihres (Satten mit aufrichtiger Achtung, und eZ ging. Eines Tages wurde der reiche Herr Bmner in emem ttaneehause m Fa voriten während deS Kartenspieles vom Schlage gerührt und starb sofort. Leni bewahrte ihrem guten Gatten cm ge treues Angedenken, sie wallte oft zu seinem Grabe und pflegte das letzte Haus des Verstorbenen in liebevoller Pietät. Am Allerseelentaae war es. da kniete sie vor dem Hügel, auf dem in reicher Fülle die Blumen sproßten, als Franz Wolf, dessen Gestalt traumhast ver schwömmen hinter ihr lag und nur hie nnd da in ihrem Gedächtnisse herauf stieg, vor ihr stand. Er sah ernst und ziemlich gealtert aus, um die Schläfen zogen sich schon weiße Fäden durch sein schwarzes Haar. Er war gleichfalls in tiefe Trauer gekleidet. Ich hab' g'rad mein Vätern und mei' Mutter hamg'sucht, Sie liegen net weit von Dem Seligen, Leni. I bin ganz allein auf der Welt !" sagte Franz.Jch auch !" seufzte Leni. Es is vielleicht net recht, wann i Ti' jetzt und g'rad da aufsuch', aber Tu maßt ja, das. Herz ist starker wie der Verstand und wie i von meine Eltern fortganyen bin, U mir so eing 'fallen : Wie schön war'S dö wenn wir Zwa " Leni erhob sich rasch. ES schien ihr wie Sünde, Franz den Satz vollenden zu lassen. . Sie entfernte sich eilends. Tie Nacht, eine schlaflose -Nacht, brachte, ihr in goldiger Verklärung die Erinnerung an die Jugendzeit, an die ,rste an . die einzige Liebe. Als der Tag Iflm, erfüllte nur ein Wunsch ihre Seele: .Wenn tx pur käme!" Er kam und' jhr Schicksal war be siegelt: Leni wurde die Seine und n einer anderen Vorstadt errichteieä sie sich ein neues Heim. Einem Frühling ßleich vergingen die Flitterwochen; 2cni begann erst zu le den. : Aber bald zog leise der erste er nüchternde Herbstwind in das junge Haus. Franz hatte Schulden, die be zahlt werden mußten. Sie zahlte, sie tonnte zahlen, denn sie war reich. Aber S schmerzte A, daß er ibr davon nie.

Viele ähnliche

??.nn?!iirlKeN 3cl Zaire litt ich an einem Mazenleiden, ich gebrauchte UD"" . mehrere Aerzte, aber ohne Erfolg, wurde jedoch durch den Gebrauch von Tr. August König's Hamburger Tropfen wieder voSständig berge stellt. Bertha Woolfe. Stockten, Cal.

Blutkrankkieiten Meine jüngste Tochter Elfe litt an Hautausschlag, die OWHriUUijUi. clrc zgt von Blutunreinigkeiten waren, ich probtrte verschiedenes ohne Erfolg. Als das erfolgreichste Heilmittel erwies sich Dr. August König's Hamburger Tropfen. G. F. Engelhardt, Jessersonville, Ind.

UnVerdaulichkeit. August König'S Hamburger Trovfen nahm. Diese Tropfen stellten mick in kurze, Zeit wieder her. Christian Lehe, 2016 OrleanS-Straße, Baltimore, Md. eüerleien Längere Zeit litt ich an einem Leberleiden und aebraucktevie les ohne Erfolg, bis mir schließlich Dr. August König's Ham burger Tropfen rollständige Heilung brachten. Frau Caroline Weise, 127 Lake. Straße, Cleveland, Ohio.

mal gesprochen hatte. Eines Abends erwartete Leni ihren Gatten vergebens. Er kehrte erst bei grauendem Morgen heim, er war betrunken. Leise Vor würfe fanden ihre Erwiderung in einer Fluth von Schimpfworten gemeinster Art Leni weinte. Ter erste Wintersturm! Leni zog fröstelnd die Decke über das Haupt, ihr Schluchzen klang dumpf daraus hervor. E" hörte nicht, er schnarchte. ES kam ärger. Franz war ein Lump, der daS E'eid seiner Frau als sein Eigenthum betrachtete und es verschwendete. Eines TageS wurde der Frau Wolf ein Wech sel präsentirt, der des Gatten und ihre Unterschrift trug ihre Unterschrift war falsch. Aus dem Lumpen war ein Verbrecher geworden. Leni zahlte. Ihr Reichthum bröckelte sich ab, die schwarze Sorge kam in Haus. Franz blieb derselbe, er trank mehr wie vordem, er verlachte seine Frau, die auf dem Grabe des ersten Gatten oft und oft verzweifelnd die Hände rang. An einem Morgen kam er betrunken, wie fo oft. nach Hause. Ein zweiter Mann war in seiner Begleitung. Freunder! Set;' Ti', mei Alte is net dumm! Sie laßt scho' mit sich red'n. Sie i sehr wirthschaftlich und brav. Tu bist a Wittwer und hast a Geld. Sie soll Tir die Wirthschaft führen und mir gibst a paar Hunderter und die G'schicht is g 'macht!" Leni erfaßte ein Schauer, da sie ihren Mann so sprechen hörte. Hinaus!" schrie sie. Elender! Hin aus oder Tu bist ein Kind des Todes!" Geh'n m'r! Geh'n m'r! Sie wird scho' zu beruhigen sein. Ter Vrannt weiner hat scho' offen. Warten wir unten a wengerl!" flüsterte Franz dem Freunde zu und zog ihn mit sich. Leni erhob sich, sie warf einige Kleider um den zitternden Leib, sie nestelte ihr Haar mit einigen Nadeln in die Höhe und lief wie eine Verfolgte hinab auf die Straße, dem Wasser zu. Nach einigen Wochen -erst wurde ihr Leib von den Wellen an 's Land getra Len- . , - Auf dem Familienball. Die . Metallarbeiter Hofsmann -und Kirchner in Berlin hatten sich vor dem dortigen Schöffengericht wegen groben Unfugs zu verantworten, nachdem sie gegen den erhaltenen Strafbefehl, durch welchen sie in 10 Mark Geldstrafe ge nommen waren, Einspruch erhoben hatten und mit knapper Noth einer An klage wegen Diebstahls entgangen wa ren. Vorsidender (zu Hoffmann) : st eö richtig, dak Sie und Kirchner in einer Julinacht den Bäckerlehrlingen H. und B. einen Korb mit Backwaaren auf dem Oranienplatz weggenommen und damit nach der Kottbuser Straße gelaufen sind?- Angekl. Hossmann : Herr Rath,- ick weeß von nischt mehr. Ick war so rahmig an den Morjen.' det ick jar nich mehr weeß, wie jck mit die Väcker zusammenjerathen bin.Vors. (zu Kirchner) : Und Sie Kirchner? Angekl. Kirchner: .Ick schließe mir meinen jeehrten Vorredner pn. . Jck war ooch fett.- Vors.: Dann werden wir die Zeugen hören." Angekl. Kirchner: Ters ich noch mal um'S Wort bitten?- Vors.: Ich er. theile Jt?nen das Wort.- Angekl. Kirchner: Ich merke, det Sie unS et nich jloben wollen, det wir Beede nich so janz richtig war'n. Sie können et uns aber jlooben, denn, denken Se mal, wat uns allens in dieser Sommernacht passirt worden war. UnS laden een par Fremde zum Familien Ball - nach de Hasenheide in, un wie wir hinkoin men, da is et jar kein Familienball, sondern een Krünzken, wo lauter junge Backfische mit ihre Pusseure wie die Maikeber rumhippten.- Mein alter Freind Dietrich, der f rieher bei Löwe gearbeitet hat, kratzt mir denn ooch jleich so'n kleenen Pussel an und sagt: Hier, Heinrich, habe ick ooch eene Braut . vor Dir. Nanu war't jut. Eene halbe Stunde war allens ruhig, da hatte Hoffmänn schon perschiedene Eonjäcker hinter de Binde jekippt und wurde etwas anziechlich. Er frug nämlich alle Mädchens, ob se noch Eltern hätten Eene Weile jing der Spaß; als er aber uff det Plakat in' Saal, wo druff stand: Jro. ßer Familienball, mit Bleistift uffje. schrieben hatte: aber ohne Eltern", da kejelten se Hossmann janzplöblichrauS." Vors.: Aber, Angeklagter, die Vor, gänge in der Hasenheide interessiren unS hier gar nicht, wir haben uns hier nur mit dem Vorfall aus dem Oranien Platz zu beschäftigen." Angekl. Kirch. ner: Da komm ick ja ooch noch hin. Wo war ick denn steh'n jeblieben ? Ach so. Jetzt komm ick druff. Wie se Haffmann 'n rauSjefesserr hatten, flog ick jleich hinterher, weil ick een Knicke been hör meine liebe Braut nich be zahlen wollte." Bein'y AuSst-llungs park trafen wir uns denn Beede wie der. Hoffmann hatt'n se den Kragen knzwee- ierissen, mir de Weste un " Kors.: Nun kommen Sie aber ' zur Sache ' Angekl. : Kirchner: Hoffmänn machte nun den

Falle.

Vorschlag zu eene Vierrete. rst war'n wir in de Bärwaldstraße un zuletzt so jejen 5 Uhr uff'n Heimartt. Da komm'n uns zwee Bäckerjungens in den Weg jeloofen mit'n Korb . Schrippen. Hossmann iv Ihnen ja nu ooch eener, der keene Katze uff de Straße ruhig loosen lassen kann, sagt zu die beeden Jung's Teech'Affe" un die beeden BengelS, die ooch nich uff 'S Maul je fallen war'n, sagen: Maulaffe". Det durften sie eigentlich nich, aber ick krieje eene Idee und sage zu de beeden JungenS: Bengels, sag' ick, wollt Ihr Eich Beede een' Vierfinder verdienen, denn halt' mal stille." Tie Jungens fallen ooch uff die Zicke rin und bleiben steh'n. Kennt Ihr Beede jut rennen, frage ick, un Beede antworten: Na ob". Wir stellen unS nu Beede mit die beeden JungenS uff die Bricke, un nu sage ick: Wer von Eich Bceden zu erst' uff'n Moritzplatz kommt, kriegt een' Viersinder. Tie Jungens den Korp mit de Schrippen hinstellen un loosloofen, det war eens. Wie die Jungens so ziemlich an'n Moritzplatz sind, da sagt Hoffmann zu mir : Weeste Heinrich, nu woll'n wir mit den Korp mit de Schrippen ausreißen un woll'n mal seh'n, wat die beeden Bengels vor'n Jesichte machen, wenn wir Beede un die Schrippen wegjeloofen sind. Eens, zwee, drei, da draben wir ooch Beede mit den Schrippenkorb loö, bis ant Thor, da kamen die Jungens hinter uns her un schrieen : Spitz, buben!" Vors. : Sie erinnern sich des Vorfalles noch mit allen Einzelhei ten, mithin kann doch von einer sinn losen Betrunkenheit keine Rede sein." Angekl. Kirchner : Beschmoort war'n wir aber alle Bccde." Vors. : Nach Lage der Sache empfehle ich Jh. nen, den Einspruch gegen den Strafbe fehl zurückzunehmen, die Strafe dürfte vielleicht sonst noch härter ausfallen." Angekl. Kirchner: Noch härter? Wat l.icenen Sie woll, wie se uns an't Thor verhauen haben for den Ulk. Hoffmann hatt'n se de Nase janz auö'n Winkel jerickt. Und da bitten wir doch um janz jroße Milde." Ter Amts anmalt beantragt 20 Mark Geldstrafe gegen jeden Angeklagten. Vors. : Wollen Sie Ihren Einspruch nicht doch zurücknehmen?" Angekl. Hoff. mann (zu Kirchner) : Heinrich, et is woll besser, wir erjcben uns." Tie Angeklagten nahmen ihren Einspruch gegen den Strafbefehl zurück. Als die Angeklagten auf den Korridor kam:n, wurden sie lon den leiden als Zeugen geladenen Bäckerlehrlingen begrüßt, die an dieselben die bescheidene Frage richteten, wie es denn mit dem Vierpfünder wäre, den sie noch nickt gekriegt hätten." Tie Angeklagten wür digten die Lehrlinge keik eö. Blickes und schlichen kleinmüthig von bannen. zzt raryoNschen Kirche zu Cottbus gerieth :n dem Au aenblick, als der Geistliche eine Trau ung vornahm, der Schleier der Braut, die eine brennende Kerze in der Hand hielt, in Brand. Die Braut war bald in Flammen gehüllt. Der Geistliche und die anwesenden Trauzeugen leiste ten zwar rasch Hilfe, doch trug die Braut lebensgesährliche Brandwunden davon, und wurde bewußtlos aus der Kirche geschafft. 2r. Oeo. IT. CooH rn et. z,hidH. et. löroßes Leiden nachher Grippe. gchtA Snö,sch tat fl$pfu C$ntf cx tat Mag. ,9t t Jahr Utte ich tarn ftfrt las! Von rippe. der mich ta ine schrecklich schache ,v hk,adzekene Sustand ur2L!iZ. ,rize 3tnt? hatt ich es toetteret fall to wieder hnobzekom, ei esundheU fast Wirt. r!ippetitwar,an, drrsch,de.ich haue sein rast, ar ftet müde, hau . nehm donnerähalich nlusch i Kops. ,!ich we vassersal. uch hatt ich hefti,, Pf. schmerze ab Heftige drückende Schmerzen ta innern Vlaien. Ich ,h TOeotjtnc, h a ßi, Ktzte. lii ich. achdem ich s diel der H?d'A SarfapartllaikhLn hatte, mich entschloß. I i versuche, nd da esultat ist sedr Kden. enh. All, genehm Folge de? Sripp Haft pnider, ich di all Schmer,, ad Leide lo, rn iui, t Hpyd'g Sarsaparille, ei fiatarrh sicherlich heilt Ich mpf;t U.a. ... Q. jo,l t. Zh,,bar. Yt. O'l YUl hu Bn&elj. BlfTtM, Qto Ca3.

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