Indiana Tribüne, Volume 18, Number 75, Indianapolis, Marion County, 2 December 1894 — Page 2
Vesscntliche Erklärung. Hiermit erkläre ich öffenttich und feierlich, daß ich mir nicht im Geringjften bewußt bin, an dem großen Wettfahren zu Bitterstadt Theil genommen zu haben, und erkläre alle Geschichten, hit davon erzählt werden, für erbarm'liehe Lügen. Ich habe überhaupt nur einmal das J-ahrrad bestiegen, das war in meinem Heimathsorte Schwefelberg, und selbst damals hätte ich's nicht gethan, wenn icht meine Ehre dabei im Spiele geWesen wäre. Ja, meine Ehre! Ein gewisser Schurke ich will seinen Namen nicht nennen er heißt Emil Älutenpedder fragte mich in GegenZoart sehr ehrenwerther Damen, worunter auch eine gewie A. B., deren Nainen ich aus Hochachtung verschweige, weil sie meinem Geiste stets als theures Bild vorschweben wird. fragte mich also, ob ich Nad fahren könne. Wie gesagt, hatte ich noch nie ein Rad bestiegen, konnte diese Frage also nicht beantworten. Aber meine Ehre und die Anwesenheit der genannten Dame, des Fräulein Anna Bratenspeck, geboten mir, Ja" zu sagen. Denn ich hoffte, daß früher oder später einmal .sie ebenfalls Ja" sagen würde. Um mich in der öffentlichen Meinung Herabzusetzen, bestritt der teuflische Älutenpedder. daß ich Rad fahren könne. Er forderte mich auf, sogleich ine Probe zu geben. Ich sagte sofort AU, und ein Fahrrad wurde gebracht. Ich versuchte mit einem Spitze aufzusteigen, bemerkte jedoch zu spät, daß der Aufstieg glitschrig war, und so kam es, Zdaß zuerst das Fahrrad auf eine Seite jfiel, dann ich darüber. Außerdem 5ch begreife nicht, wo an dem verd Fahrrad ein Nagel gewesen sein kann, da bei näherer Untersuchung doch keixitx zu finden war, jedoch scheint mir irgend eine ruchlose Bosheit des besagzten pp. Klutenpedder schuld zu sein außerdem wurde mir ein Stück Zeug us dem unteren alle gegentheiligen Behauptungen sind hinfällig, und Tverde ich meinen schamlosen Gegner öffentlich vor Gericht züchtigen unseren Theile der Beinkleider ausgeris Jen. Fräulein Anna Bratenspeck suchte ihre Thränen durch ein geschicktes Lachen zu verbergen, aber diese Thränen sollten einem gewissen E. K. theuer zu stehen kommen. Nachdem mein Beinäleid mit Hilfe einiger Stecknadeln rezparirt war, kam ich doch glücklich auf kas Fahrrad hinauf, indem ich auf eine Bank stieg, wobei mir ein Herr, Z?en ich hier zu seinem Lobe öffentlich namhaft machen will, zu Hilfe kam. tlun wollte ich fahren, jedoch das Fahrxad rührte sich nicht vom Flecke. Spääer wurde mir in einer anonymen Zu schrift mitgetheilt, daß jener gewisse E. Ift. die Naben der Näder mit Zwetsch Senmus eingerieben habe, damit sie incht von der Stelle gingen, und ich Halte das wohl für möglich. Jedoch Jroill ich zur Ehre der Menschheit annehmen, daß jener Anonymus gelogen Zhat. Da das Fahtrad sich nicht rührte, bgleich ich Alles that, um es dazu zu bewegen, wollte ich absteigen. Jedoch Fiel ich herunter, und das Fahrrad fiel ouf mich. Das hatte eine Verletzung neiner nach hinten gelegenen Hälfte zur Folge, und ich glaube, von diesem Anfall schreibt es sich her, daß ich mitunter nicht mehr ganz klar denken kann, was mich veranlaßt hat, ein philosophisches Werk zu schreiben, dessen stes Kapitel bereits fertig vorliegt. Aber noch einmal hebe ich bervor, daß ich an keinem Wettfahren theilgeommen habe und daß anders lautende Behauptungen, nur der unnatürlichen Bosheit eines gewissen E. K., den ich ijier nicht näher bezeichnen will, entspringen. Jeremias Kolkrabe, Materialwaarenhandlungs - Commis. Mutter ?rde.
Was auch aus ihren Kindern werde. Ob arm sie, elend oder reich, Die liebe gute Mutter Erde Liebt alle ihre Kinder gleich. Ob viel uns ward an Weh und Leiden. Ob viel an Glück im Lebenslauf, Sie nimmt uns ohne Unterscheiden In ihre treuen Arme auf. Ob hoch, ob niedrig ist die Stätte, Lln der wir wirken ich und du, Sie legt uns in dasselbe Bette And deckt uns Beide friedlich zu. ! Gutes Zeichen. Arzt: Na, wie hat die gnädige Frau denn die Nacht verbracht? Dienstmädchen: Na. ich danke; es geht besser! eute Morgen hat sie zwei Tassen Thee getrunken und dann hat sie mir gleich die Staunt an den Kopf geschmissen! E i n zärtlicher Gatte. Eine Frau ist niedergefallen und hat Zich den Arm verstaucht; ihr Mann rauft sich die Haare und geberdet sich wie ein Rasender.) Arzt: Aber lieber Derr, beruhigen Sie sich doch! Ich begreife ja, daß Sie von dem Ihrer Frau zugestoßenen Unfall schmerzlich berührt sind, aber zu einer derartigen Fas5ungslosigkeit haben Sie keinenGrund! Mann: Sie haben gut reden! Wer niuß denn wieder die ganze Schmiere bezahlen, doch nur ich?!... Gut gesagt. Wenn ich mich recht erinnere, harmonirte Ihre ??rau mit Ihrer Mutter nicht besonders Das war allerdings so aber neuerdings droht zwischen Beiden Einigkeit auszubrechen." Läßt tief blicken. A.: 3ch gratulire!" - B.: Wozu?" Ll.: SZe haben doch vergangene Woche peheirathet!" B.: Hätten Sie gleich in den ersten Tagen grauliren müs len. jetzt haben Sie gar keinen Grund mehr!- .
Dcr Charcr iUirlij. Son Carl Wolf. Wie nach einem gedämpften großen Waldbrande das Feuer bald da. bald dort wieder hell auflodert und die ermattete Rettungsmannschaft nicht gut Ruhe kommen läßt, so war es im Jahre 1809 im Tiroler Lande. Da und dort entflammte der Aufstand zum Unglück des Landes immer und immer wieder. Fanatische Hetzer, unter ihnen besonders der berüchtigte Kolb. wußten immer wieder die Lüge zu verbreiten, der abgeschlossen: Wiener Friede sei nur ein von den Feinden ersonnenes Märchen, um das aufgeregte Volk niederzuhalten, und die öfterreichischen Fahnen zögen siegreich heran. um den Doppeladler wieder einzupflanzen in die tirolische Erde. Viel Unglück wurde durch diese Aufreizungen über das Land gebracht. Am längsten währte der ohnmächtige Verzweiflungskampf im Ober- und Unterpusterthal, und es floß viel Blut an der Mühlbacher Klause. In mancher Hütte fehlte der Vater, der Bruder und Knecht, und vergebens würde man die kleinen Friedhöfe nach den Erinnerungszeichen absuchen. Sie ruhen ferne der Heimath, zusammen mit den erschlagenen Feinden auf dem Schlachtfeld?. Erst Mitte December begann eZ allenthalben ruhiger zu werden, denn aanz Tirol war unterworfen von dem fränkischen Erorberer. Da wurden sogenannte Militärregierunqen eingesetzt, welche, mit unbeschränkte? Vollmacht ausgerüstet, mit unerbittlicher Strenge vorgingen. Im südlichen Tirol herrschte der Varagnay d'Hillizrs, dem die rohen Divisionsgenerale Severoli, Vial und Aroussier b'eigegebenz waren. Den Weg des letzteren bezeichneten Todesurtheile und Brandstätten. Ueberall. wo er auf der Suche nach den Anführern der Rebellen hinkam, wurde Standrecht geübt. Fünfundzwanzig Männer ließ der grausame General füsiliren, die Leichen zum abschreckenden Beispiel aufhängen und von Bauern, ehemaligen Landstllrmern, bewachen. Ein großer Theil der Anführer slüchtete sich auf solche Schreckenskunden in's Gebirge und sie waren dort auch völlig sicher, denn die französischen Soldaten konnten eine Verfolgung in die verschneiten Berge nie wagen ohne Führer. Und wo hätten sie auch Führer gefunden in jener Zeit. Unter diesen Flüchtlingen befand sich auch der junge Tharerwirth von Mit-ter-Olang. An der Spitze der Olanger Landstürmer hatte er dem General Rusea an der MühlbacherKlause eine Schlacht geliefert, die einzig dasteht in den Kämpfen jener für Tirol so ruhmreichen Äeit. Durch das Schicksal seiner Genossen gewarnt, hatte er sich auf die GelterHütte der Geiselbergalpe geflüchtet, die Wirthschaft seinem jungen Weibe und dem alten, blinden Vater Überlassend. Am Thomastage rückte die Vorhut Vroussiers in Olang ein, und eine Abtheilung unter Führung eines Ossiciers nahm sofort Quartier beim Thalerwirth. Ohne jede Rücksicht wurden die Einwohner aus den Wohnräumen vertrieben und mußten sich mit einigen Dachkammern bequemen, denn die Soldaten machten sich in. der Gaststube breit, und die anstoßenden Kammern wurden für die Rächt mit Beschlag belegt. Selbstverständlich war die erste Frage des Officiers nach dem jungen Tharerwirth. Alle im Hause wußten den Aufenthalt. Die Knechte, die Mägde, der alte Einleger hinten in der finsteren Kammer, aber kein Wort kam über die Lippen 'der wackeren Leute, trotz der fürchterlichen Drohungen des Ossiciers. Da wollte er es mit der Schlauheit versuchen. Er ließ sich die junge Wirthin vorführen. .Also Ihr seid die Frau des junaen Tharerwirthes und wißt selbstständlich den Aufenthalt Eures Man-nes."
Sell war unnütz zu leugnen." sagte das arme Weib. Aber damit's Enk a weitere Frag erspart, kein Marter, de's Enk aus köpfen könnt, wär im stand, miar ln ein Silb außerzulockn. was mein armen, verfolgten Mann angeht." Ihr seid irriger Meinung, wenn Ihr glaubt, Euerm Mann einen Dienst zu erweisen." sagte gütig der Officier, damit, daß Ihr uns nöthiget, densel selben mit aller uns zu Gebote stehen'den Gewalt einzuliefern. Und dann aber muß er als Rebell, als Feind behandelt werden, während wir trach ten, einflußreiche Männer als Freunde für unsere Regierung zu erwerben. Bewegt Euern Mann, daß er sich sreiwillig stellt, und er soll der Gnade des GeneralsBarangnay d'Hilliers wärmstens empfohlen fern. Was Oes da von mir verlangt.kann Enker Ernst nit sein r sagte das mu tbiae Weib. Von Gnad redet Oes mir vor! Dös Wort, mein i. kennt Oes gar nit im französischen Reich. Na na, bei ins im Tiroler Land sein die Wei b:r nit a so. daß sie in a jede Fall einitappen, und a Fall wär's doch. wenn i Enkern Worten Glauben schen ken that." Erzürnt ließ der Officier das Weib abführen. Da trat ein Corporal ein und erstattete eine Meldung. In einer kleinen Kamme? des' Hintergloaudes hatten sie einen Mann gefunden, der, wie es den Anschein habe, genau den Aufenthalt des Rebellen wisse. Der Mann sei arm, ein herumstreichender Vagabund und, wie die anderen im
Hause befindlichen Tiroler aussagen.
ungemein schlau und habe schon manchen verwegenen Streich ausgeführt. chmledadl sei sein Rame.und der vielleicht wäre mit Gold zu gewinnen. Dem Officier schien es auch nicht unwahrscheinlich, so einen armen Teufel mit Geld zu einer Aussage bewegen zu können. Jedenfalls wollte er den Versuch wagen. Er ließ sich den Schmiedadl (Schmied Adam) vorführen und behandele ihn zuerst mit gewinnender Freundlichkeit. Der Schmiedadl war - ein Mann, vielleicht Mitte der vierziger Jahre, von gedrungener Gestalt, sehnig und sonnenverbrannt, mit gar listig funkelnden Aeuglein unter buschigen Brauen und die Haare glatt in die Stirne gestrichen. Seine Gewandung war abgeschabt, vielfach geflickt, und die Füße staken in Schuhen mit Holzsohlen. Als er in die Stube trat, wo der Ofsicier seiner wartete, tupfte er den Mittelflnger rn das dort hängende Weihbrunnkrüglein und grüßte, wie landesüblich: Gelobt sei Jesus Christus. Der Officier gab hierauf keine Antwort und betrachtete sich stumm den Burschen von oben bis unten. Dieser warf erst einen Blick an seinem Körper hinab, als wollte er UNtersuchen, ob er vielleicht an seiner Kleidung etwas bemerke, was den Officier veranlasse, ihn also zu mustern. EndIlch sagte er, sich mit der rauhen Hand die Haare in die Stirne' streichend: Mei 's Klllftl (Kleid, Anzug) ist frei' schun a bissele mitgnummen. Aber 's Festiggewand, sell leg ! , nimmer an, weil mir in Tirol kuan Festig mehr haben. AlsoJhr seid derSchmiedadl," sagte der Officier, ohne sich auf weitere Auseinandersetzungen mit dem Burschen einzulassen. Eure Findigkeit und Eure Schlauheit wurde uns vielfach gerühmt. Ihr habt den Aufständischen oft qute Dienste geleistet. Schade um Euch." O mei", entaegnete treuherzig der Mann, o, mei. gar nit schad ist's um mi, gar nit. yilt amal der Strick zahlt si aus. wenn s mi aufhangen laßt. Nicht doch, so ist meine Rede nicht gemeint", sagte der Officier. Ich meine, es ist schade, daß ein so findiger Kopf nicht in unseren Diensten steht." A sell geht nit", sagte lachend der Schmiedadl. Ra na. i bin schon viel zu alt und 's Französische erlernet i nimmer bis an mein End." Wäre ja nicht nöthig, mein lieber Freund. Wir brauchen Leute, die gevau vertraut sind mit den Einwohnern dieses Landes, denen aöe Schlupfwinkel bekannt sind und die im Stande Wären, uns von jeder aufkeimenden Bewegung sofort zu verständigen." Teufl," sagte lauernd der Tiroler, ma würd' gut zahlt vcrdn für so a Angestellung." Fürstlich würdet Ihr belohnt werden und Ihr stündet unter dem Schutze unserer mächtigen Regierung." Aber na na, 's gang nit", sagte Schmiedadl, indem er sich hinter den Ohren kratzte. Sell gang nit, denn i mein grad, zu wenig Geld haben thät's, mi zu zahlen." Wieso," fuhr der Officier zornig in die Rede. Ja ja, zu wenig Geld hättet's. Secht's, wenn -dös Haus da, in dem mir stehn, ganz ausg'raumt würd' und ringsum bauet man a stockhohe Mauer drauf und den ganzen Raum füllet's mit Goldstücklen. dös reichet alleweil no nit, aus miar so an schlecht Kerl zu mache, wie Oes im Sinn habt. I bin a armer Mensch und muß ost und oft zur Mahlzeit lei a hart's Brod in an Brunnentrog einweichn, ober kuan Gold der Welt verlocket mi zu so an schlecht, nichtsnutzign Handl. Schnurgrad könnt i Enk hinführn zum Winkele,. dös den jungen Tharerwirth versteckt. Enkere Leut finden ihn nit und wenn sie no hundert Jahr suchn. Aber Schmiedadl heißt er nit, der Enk hinweist!" Zornig riß der Officier die niedere Stubenthüre auf und fchrie hinaus: Sergant Duplan, beordern Sfc sofort zwei Reiter. Dem ersten soll am Schwanz des Pferdes der Bursche da mit den Händen argebunden werden. Der zweite nehme eine der langen Baueinpeitschen, wie sie da an der Wand hänaen und treibe tüchtig nach. Der Rebell ist sofort dem Capitän Re in Brunneck abzuliefern." Hierauf ließ der Officier alle Einwohner des Hauses zusammenrufen. und auch eme Menge Nachbarsleute ka men. Finsteren Blickes trat er vor die Ver sammlung hin und wendete sich zuerst an den alten blinden Vater des gefluch teten Wirthes. Wo ist Euer Sohn? Antwortet mir. Mei Sohn," sagte lächelnd der Greis, wo mag der lei sein! I hoff und bitt insern liaben Herrgott, daß er auf an Ort ist, wo Oes nit hinfindet. Gut". sagte hierauf derOfficier, so vernehmt den Befehl meines Generals. Wenn sich von heute ab in drei Tagen der der Nebellion und der Aufwieae lung zum Aufstande angeklagte Peter ieamalr rncqt freiwillig stellt, wl? werden in dieser Frist nicht das Ge rinaste unternehmen, ihn aufzufinden , so ist an seiner Statt der Vater abzuführen und in Brunneck zu erschießen. Nun kennt Ihr alle den Sachverhalt und ich hoffe, der junge Tharerwirth w:rd ehestens Kunde hier von erhalten." Da trat der alte Tharerwirth an der Hand seines Enkelkindes hoch erhobenen Hauptes vor und wendete sich an seine Landsleute. Leut, bei meine schneeweißn Haar bitt i Enk, nehmt's miar nit den guten Glauben an die Tapser-
keit der Tiroler und verrathet's nit mein armen Sohn. Schaut's, was liegt an die etlichen Tag, die mir der liebe Herrgott im Himmel schenkt. Dös ist wirkli kuan Opfer, dös i bring, wenn i für mein Kind erschossen werd, steh i ja selbst mit eim Fuß im Grab Mit zitternden Händen schob er sein
nlelklnd vor. Schau, Lenerl, heb die Handlen auf und bitt die Leut da recht inständig, sie sollen Dein Vater nit verrathen." Doch fast unwillig schnitt er da seine eigene Red: ab. Ra na, Lenerl, thu's nit. Wenn einer da drunter wär, der Dein Vater verrathen konnt. Dein Vater, der mit ihnen gekämpft hat. so ist leicht besser, sie erfchießn ihn." Bin neugierig, ob Eure Herzen so verhärtet sind, daß Ihr den unschuldigen alten Mann für den schuldigen Sohn leiden lassen werdet", sagte hamisch der Officier. Da wendete sich der blinde Bauer zürnend gegen den Sprecher. Unschuldig sagt's? O na.mein liaber Herr, unschuldig bin i nit. Mit Ergebung und Geduld hab'! 's Unglück ertragn, vak es mir nit vergunnt ist, 's Sunnenlicht und die Welt zu schauen. Wie i aber die Stutzen hab krachn hören. fcie Schwegler und Trommler und unsern alten Schlachtruf: Mit Gott, für Kaiser und Vaterland, da hab i 's erste Mal gmurrt mit'n lieben Herrgott, daß er mi hat erblinden laßn. Und jetzt, Herr Officier, jetzt dank Z ihm Mit ausgehobenen Handen, daß es mir ergunnt ist, meim lieben, armen Tiroler Landl a an Opfer zu bringen. Unschuldig memt's werd i e,schoßn? O baleib, da macht's Enk kein Gewißn draus. I glaub nit. daß einer zu finden ist, der die Franzosen so haßt wie t, und, Gott mög mir die Sund verzeihen, den Franzosenkaiser. den versluch i " Halt. halt, eine solche Rede darf ich Nicht dulden!" Mag sein, daß Oes so a Red nit anhörn dürft. Aber den Fluch seid's nit im Stand zu unterdruckn, weil er nit lei aus meim Herzn, o na, aus viel tausend Herzn kummt! So, meine lieben Leut, jetz wölln mir in's Haus ein! gehn und unablässig zur Himmelsmutter beten, daß mein Sühn, Enker Vater, nit heimkummt." So vergingen drei Tage in banger Erwartung. Der alte, blinde TharerWirth war heiter und froh und wiederholte nur immer wieder die Bitte: Liebe Himmelsmutter, den großn Gfalln thust mir, und laß Weg und Steg so verschneibn, daß mein $ohn keine Nachricht zukummt." Die Männer im Dorfe gingen finsteren Blickes herum. Einmal hatten sie sich in einem Kellerraum versammelt und berathen, auf welche Weise sie den blinden Wirth befreien könnten. Doch General Broussier hatte ihnen alle Wasfen abgenommen und hatte durch seine unerbittliche Strenge die armen Leute so niedergedrückt, daß man in ihnen kaum mehr jene Helden zu erkennen vermochte, die einer solchen Uebermacht im blutigen Kampfe tapfer und ohne zu wanken gegenüberstanden. So kam der dritte Tag heran, und als es vom Kirchthurme zwölf Uhr läutete, forderte der Officier die Leute alle auf, sich in der Gaststube zu sammeln. In den verflossenen Tagen hatte man noch fünf Bauern, welche sich hervorragend an der Erhebung nach dem abgescblossenen Wiener Frieden betheiligten, gefangen eingebracht. Nachdem sich die ganze Familie des Tharerwirthes und die Nachbarn eingefunden hatten, ließ der Officier auch die fünf eingefangenen Bauern vorführen Es ist Euch geigend bekannt," sagte er, vor sie hintretend, welches Schicksal Euch erwartet, wenn Ihr nach Brunneck abgeführt werdet und dort die von mir aufgenommenen Protokolle zur Verhandlung kommen. Es wird sich kaum mebr ein so günstiger Augenblick finden, der Euch alle retten kann, wie eben jetzt. Das sind keine leeren Worte, die ich spreche, es handelt sich um Leben und Freiheit. Volle Begnadigung kann ich Euc aber zusichern, wenn Einer von Euch meine Frage offen beantwortet: Wo ist der junge Tharerwirth?" Auf diese Rede war es so still in der Stube, daß man es deutlich vernahm, wenn der Krummschnabel in seinem Bauer am Fenster von einem Stänglein auf das andere hüpfte. Ich begreife," sagte darauf der Officier, keiner von Euch will hier vor den Leuten offen sprechen. trete hier in die Nebenkammer und lasse Euch einzeln vorführen, so wird es immer unbekannt bleiben, wer meine Frage beantwortete." Da trat der Bauer Leitgeb vor und sagte: 's ist schad um die Müh. die 's Enk gebt. Schaut, nit a mal fragn thu i meine Kameradn, ob sie einverstandn sein, wenn i sag, in der Stubn steht kein Verräther." . . Mit gefalteten Handen stand der blinde Vater von der Bank 'auf und sagte: Vergelt's Gott. Leut, in Himmel aufi vergelt's Gott!" In diesem Augenblicke wurde die Thüre aufgerissen und bleich, mit wirren Haaren stan der junge Peter Siegmair im Rahmen derselben Einen Augenblick starrte er auf die Gruppe, dann stürzte er mit dem Rufe Gott sei Dank, i kimm nit zu spät!" zu den Füßen seines blinden Vaters. Mei armes, armes Kind," flüsterte dicser, die Hände wie segnend auf den Kopf seines Sohnes legend. Hast denn nit an Weib und Kinder denkt?" Da wendete sich der Held erst zu seiner Familie. Mutter und Kinder liebevoll an sich ziehend, sagte er: Kein Macht der Welt könnt mi aufhalten, auf die Schreckensnachricht, die mir der Schmiedadl, der . seinen Wächtern durchbrennt ist, heut hinterbrachl hat.
Da ist mein Platz, Vater, und wenn i a den sichern Tod entgegn geh, so kann
x nit änderst handeln. Und für mein letzn Weg bitt i um Enkern Segen, Vater, so wie i a meine Kinder segne." So hoch ich Eure Kindesliebe achte und ehre," sagte nun der Officier, ich muß meiner Pflicht nachkommen. Peter Siegmair, Ihr seid mein Gesängener!" Als nun der blinde Großvater hörte, wie Mutter und Kinder laut aufweinten. als man den Vater .mit Ketten fesselte, da tröstete er: Meine lieben Kinder, die Ketten, mit denen man den Vater fesselt, sunst a Zeichn der Schmach, sein Ehrenzeichn, viel herrlicher,. als a goldene Kaiserkron. Und Oes, wenn's der Meinung seid, mit an jeden Schuß, mit dem's a Menschenleben aus der Welt schafft, vermindert's Enkere Feinde, da seid's falsch dran. Dös köstlich: Pflanzl. die Kaisertreu, in an jeden jungen Tirolerherzn gedeiht es und neu aufblühn wird's, wie Alpenrosen nach dem Winterschnee." Umsonst blieben alle Bitten, umsonst das Jammern und Flehen der Mutter und Kinder. Am zweiten Sonntag nach Neujahr wurde Peter Siegmair, der Tharerwirth. erschossen. Als einzige Gnade wurde erwirkt, daß die Execution nicht, wie der Befehl lautete, vor seinem eigenen Hause, sondern von diefern entfernt vor dem Baumgartner Hause vollzogen wurde. Das ist die Geschichte eines Tiroler Helderl in schlichter Lodenjoppe und Kniehose, mit einem Herzen aber so edel wie Gold. Vergebliche Warnung, Ein Veilchen blüht am Wege, Ein Jäger geht vorbei; Er sieht es nicht, er merkt es nicht, Aieht auch sein Duft ihm in's Gesicht, Es ist ihm einerlei! Ein Mägdlein, traut und wonnig, Bleibt vor dem Blümlein Peh'n; Sie bückt sich rasch und pflückt's voll Lust, Steckt's sorgsam d'rauf an ihre Brust, Um's Veilchen ist's gescheh'n! . . Der Jäger kommt zurücke Vom grünen Waldrevier, Er spricht zum Mägdlein: Küsse mich!" Das Veilchen ruft: Du. hüte Dich! Sonst geht Dir's so wie mir!' Vergeblich ist Dein Warnen." Das Mägdlein lächelnd spricht. Und soll mir's so wie Dir eraeh'n. Was Schön'res kann mir nicht gescheh'n, Wenn auch das Herz mir bricht!" rnoiuTUM est. Untcrofficier Brinkmann war der Verzweiflung nahe. Dieser Poschinski, dieser Poschinski bringt mich um meinen guten Ruf als Turnlehrer, ächzte er. Morgen war Rekrutenvorstelluna Sämmtliche Grenadiere von der Corporalschaft Brinkmanns verstanden ihre Sache tadellos, bis auf Voschinski. Im Gewehrexerzieren gings ia allenfalls, aber das Turnen, das Turnen! Der Kerl kriegt ja nicht den einfachsten Klimmzuq fertia!" wetterte der geängstigte Corporal. Und er wutzte ganz genau, daß der rnsplZi rende Officier gerade auf Klimmzüg großen Werth legte. Aber Brinkmann war ein Genie so schnell gab er seine Sache nicht ver loren. Eine Stunde vor Beginn der Vor stelluna entfaltete der Corporal unter Assistenz einiger Grenadiere in der Turnhalle eme gehennrnßvolle Geschaf tigkeit. Darauf nahm er den unge schickten Volaken zur Seite. Also Poschinski. wenn's heißt Klimmzug!" dann schaust Du scharf an die Turnhallendecke, genau über Deiner Reckstange und alles wird gut gehen." Zu Befehl, Herr Untcrofficier!" Der kritische Moment war gekommen. allseitige Spannung. Herzhaft packten Poschinskis Riescnfäuste die Stange starr heftete sich sein Blick auf die Decke wie in heißem Verlangen erweiterte sich das Auge und ein freudiges Schmunzeln verklärte sein Gesicht. Jetzt das Commando mit spielender Leichtigkeit hob sich die vierschrötige Gestalt an der Reckstange emvor. Brav, mein Sohn, der Klimmzug war gut!" lobte der Officier. Und mit rechter Freudigkeit wurde die Uebung vollführt, so gefällt mir's." Wie hätte sich Poschinski aber auch der magnetischen Anziehungskraft der großen, schönen Wurst dort oben an der Decke entziehen können! Genau befolgt. Der Amtsschreiber Schläule hat eine Bäuerin, die von einem Viehhändler betrogen sein will, aufgefordert, mit ihren Zeugen an AmtssteUe wieder zu erscheinen. Zur bezeichneten Zeit tritt die Bauersfrau, begleitet von einer Sau und zwei Jungschweinen, ein. Der Gerichtsschreiber flüchtet entsetzt . auf den Schreibtisch und donnert die Frau an: Was ist das für eine Schweinerei?" Jessas," saat die Bäuerin ganz verblufft. Oes Haben's doch g'sagt, i soll mei Zeigen mitbringen, und dos da san die einzigen-Zeigen, die gehört haben, was mir der Malefiz-Viehhändler dersprochen un nicht g'halten hat!" Der Unverstand deiner Freunde schadet dir mehr, als der Ver?!and deiner Feiade.
zn y r t h e tt. Manche Sitten und Gebräuche er-
scheinen uralt, weil sie allgemein und weit verbreitet sind. Forscht man ihnen aver nach, so ist man bisweilen merkwüria enttäusckt. wenn man findet. wie jung sie noch sind. Eine P on i m . i r Illngsrauucye raur oyne cyrli)enlranz, das ist in Deutschland etwas so Undenkbares, daß man wirklich daraus schließen könnte, diese Sitte sei uralt in Deutschland. ' Und doch sind es kaum dreihundert. Jahre her, seit d erste deutsche Braut den Myrthenkranz trug. Noch vor etwa 150 Jahren war 'der Myrthenkranz etwas Vornehmes, beute möchte die ärmste Braut ihn nicht missen. Aber wenn die Mvrtbe auch in Deutschland erst eine kurze Geschichte bat. so kann sie 'doch rn den südlicheren Landern auf eine Jahrtausende alte Legende zurückblicken. Bekannt ist es, welche Rolle die Myrth? Aboth in Israel svielte. und noch beutiaen Tages spielt. Argan minim, d. h. Citronendaum. Dattelpalme. Mnrthe und Thränenweide, bildete das Symbol der Vereinigung der Gottheit mit der Creatur. Doch nicht unsere gewöhnliche zweiblätteriae Mvrtbe. sondern eine dreiblättrige Form ist Äboth, der Olmmel und sein System. &o ist die Myrthe auch das Symbol des Friedens. des Todes im alten 2e tament. Mebr dem ?!deenaanae der neueren Äeit entivreckend war die Mvrtke der lden Gnechen der Baum der Liede. Mancherlei Saaen werden uns uberhefert, wie die Myrthe entstand. Daß sie Nicht nur der Venus, sondern auch der Ceres, der Vroservina und dem Bacchus heilig war, wissen wir aus den Schriften der Alten. Myrthenkränze spielten eine große Rolle im arieckiscken Volksleben. "Eine der ei genthümlichsten Sitten war es. daß derieniae. welcher Verse des Aeschylos oder Simonides vortragen wollte, sich zuvor einen Myrthenkranz aussetzen mußte. Bei den alten Römern war der Myrthencultus nicht' minder ausgebildet. War ein Sieg ohne Blutvergießen errunaen. so erhielt der Sieger die Corona ovalis, den Myrthenkranz. Die Muse Erato und Hymenaeus. der Gott der Ehe, trugen Myrthenkränze, doch dürfte auf den Altar der guten Got tin". bei deren Gottesdienst die Männer ausgeschlossen waren, keine Mynhe nie deraeleat werden. Tugend und Schönheit brachte die Myrthe und bringt sie in Italien noch heute. Myrthenessenz oder ngelwasser l.Eau d'anae") ist ein wichtiges Kosmetikum der italienischen Damen. Der Woblaeruck der Mvrthenblätter ist allbekannt. Er rührt von einem Oele her, welches sich rn kleinen Drusen der Blatter befindet, die man deutlich sieht, wenn man ein Blatt gegen das Licht bält. Nach altariechischer Sage haben diese feinen Pünktchen eine besondere Geschichte. Phadra, die unglückliche Gattin des Theseus. beobachtete unter einem Mvrtbenbaume bei Trözene. in Träumen versunken. Hippolyt, als er seinen zwelradrigen Wagen bestieg und, vom Geheul der Meute begleitet, zur ?laad aufbrach. In ihrem Liebesschmerz zerstach die Verschmähte die Blätter der Myrthe mit den goldenen Haarnadeln und erhängte sich dann selbst an einem Aste des Baumes. Die deutsche Myrthe ist die einzige Art ihrer Familie in Europa. Von den etwa 1800 Verwandten sind fast die Hälfte in Sudamerika und eine ann'äbernd ebenso große Anzahl in Au stralien heimisch. Unter den letzteren befinden ilck die böchsten überhaupt bekannten. Eucalyptus-Arten nämlich, welche mit fünfhundert Fuß Höhe selbst noch die nordamerrkanischen llummutbbaume übertreffen. Einige Verwandte der Myrthe erfreuen sich eines besonderen Ansehens bei den Haussrauen. Sierber aehoren zum Bei p:e - die .Gewürznelken", der Vimentpfeffer. auch enansches Gewürz genannt, und 'die dreieckige Paranuß. Andere Verwandte sind rn ihrer Heimaty veliebte Obstpflanzen. wie zum Beispiel die Jambosen oder Rosenäpfel, die Guaiaven, der Topfsrucht- und der Ka nonenkuaelbaum. Das Caiavut-Oel stammt ebenfalls von einer Verwandten der Myrthe. I Besonders werthvoll sind aber viele Mvrtbenaewackse wegen ihres ko tba ren. oft farbiaen Holzes, das nicht sehr fest ist und sich in Folge dessen zu mancherlei Dingen verwerthen läßt. So ist der Kupferholzbaum ein naher Verwandter der Jambose. der echte Eisenholzbaum und der Ratabaum verwandt mit dem Cajapetbaum, der neuholländische Mahagonibaum und der Eisenveilchenbaum ein Eucalyptus. Manche dieser Hölzer könnnen nur in j frischem Zustande bearbeitet werden, weil sie spater eine solche Harte erlangen, daß gewöhnliche Werkzeuge daran abprallen. Außer der deutschen Myrthe sind einzelne Arten beliebte Zierpflanzen, die sich theils, durch ihr glanzendes, schönes, immer grünes Laub auszeichnen, wie z. B. die Eugenien. theils auch ihrer prächtig gefärbtenBlüthen wegen cultivirt werden, wie die Callistemon-, Melaleuca- und Metrosi-deros-Arten. M o d e r n e E h e. Helene:Dein ' Gatte war ein Mann von ausgezeichneten Eigenschaften." Henrietta: Ja. er war ein guter Mann. Jedermann sagt so. Ich war nicht genau bekannt mit ihm. Er war Mitglied von sieben Vereinen." Schlau. Madam: (zumDienstmädchen): Minna, waschen Sie mal : den Fisch." Dienstmädchen: Aber,Madame, warum soll ich den denn waschen, .'der, ist doch sein ganzes Lebenlang im j Wasser gewesen."
ZZochzeitsvräuche. Ihrer hohen und etwas abenteerli--
chen Gestalt haben die Windmühlen es zu verdanken, daß die Sagen, Märchen und Lieder dichtende und sinnvolle Bräuche und Sitten schaffende VolksPhantasie sich mit ihnen beschäftigt, besonders in den Marschen, in deren flacher Ebene sie weithin gesehen werden. In den Hannover'schen Elbmarschen, besonders imLande Hadeln und rn dem zu Hamburg gehörenden kleinen Amt Ritzebüttel knüpft sich an die Mühlen ein merkwürdiger Hochzeitsbrauch, der noch bis auf den heutigen Tag ausgeübt wird. Inmitten Curhavens, auf seinem schönsten Platz, erhob sich eine große Windmühle, ein altes Wahrzeichen Curhavens, das früher auch als, Seemarkc eine Rolle gespielt hat. und drehte bis vor kurzer Zeit unbekümmert um die vornehme Nachbarschaft ihre gewaltigen Flügel in der frischen Seebrise. Aber schließlich hat diese Nachbarschaft, der er nicht mehr paßte, den Riesen doch überwältigt; er wurde auf Abbruch verkauft. Als es so weit war. wurde im Ort eine Hochzeit gefeiert. Da erschien plötzlich aus der Dachöffnung der Mühle eine große Stange mit lustig flatternder Fahne. Die dem Untergang geweihte Mühte wünschte so sagten die Zuschauer zum letzten Mal Glück zu einer Hochzeit. Die Flaggenhissung stand allerdings im Widerspruch zu dem ursprünglichen Brauch des MühlenGlückwunsches": Auf dem Hinweg zur Kiraze und auf dem Rückweg von dort, so sagt ein alter Glaube, dürfen die Pferde vor dem Wagen, auf dem das Brautpaar sitzt, nicht scheuen, denn ein Unglück auf diesem Wege würde eine unglückliche Ehe nach sichziehen. Führt nun der Weg an einer Windmühle vorüber, so müssen die herumsausenden Flügel still stehen und wehte auch der beste Wind, weil sie die Pferde erschrecken könnten. Am Morgen der Hochzeit erkundigt sich deshalb der Altgeselle der Mühle nach dem Zeitpunkte, an dem der Hochzeitszug vorüberkommt; zu dieser Zeit läßt er dann die Flügel stillstehen, und zwar in der Scheere", d. h. in der Gestalt eines lieaenden Kreuzes, denn ein stehendes Kreuz würde wiederum Tod und Unalück bedeuten. Zwischen die unteren beiden Flügel aber tritt der Geselle, den Zug begrüßend, und der Bräutigam wirft ihm für seine Gefälligkeit während der Vorüberfahrt einen meist in ein Taschentuch geknoteten Thaler zu. Ist dann der Zug vorbei, so werden die Flügel dem Winde wieder preisgegeben. Sinnig ist auch ein Hochzeitsbrauch in Ungarn, das Strickschneiden". Er erinnert in seinem Ursprung an schwere Zeiten, in welcher die Ungarn unter türkischer Herrschaft standen und harte Kämpfe durchzumachen hatten. Die Kirchen waren damals alle mit festen Mauern umgeben.und stieg die Drangsal der Bevölkerung allzuhoch, so slüch teten die Greise, Frauen und Kinder mit ihren Habseligkeiten in die mauerumgebenen Kirchen, um dort Sicherheit, zu finden und zu beten, während die Männer draußen in heißem Kampfe mit den Türken lagen. Der Weg von einem Orte zum anderen war mit schweren Gefahren verknüpft, und traf es sich, daß ein Brautpaar aus zwei verschiedenen Ortschaften stammte, sl mußte der Mann die Braut oft mit dem Säbel in der Hand einholen. Daran will der noch übliche Gebrauch gemahnen. In der Nähe der Kirche wird der Weg durch ein Strohseil versperrt, und kommt der Hochzeitswagen heran, so muß der Bräutigam vom Wagen springen und mit einem Holzsäbel sich freie Bahn schaffen. Schlägt er das Strohseil auf den ersten Hieb durch, so kann er ohne Lösegeld passiren; für jeden vergeblichen Hieb aber muß er ein nach dem Brauch des Ortes und dem Reichthum des Ortes bemessenes Löseaeld entrichten, und erst nach demSiege führt er die Braut heim". Novemberregcln für Ihn" und Lie , FürJhn". Der Ostwind pseift durch alle Gassen Und treibt die Blättlein durch die , Straßen, Es wendet sich der Mensch und geht. , Wo er ein freundlich Heim erspäht. So geht es auch im Leben, zu. Die Stürme, die am ärgsten brausen. Die können nimmer lange hausen. Bald folgt nach ihnen stille Ruh. Trifft dich ein Sturm, so stehe fest. Ein gesunder Baum nicht entwurzeln sich läßt! Für Sie". Wenn es draußen stürmt und bläst. ' Mach beschaulich . Und recht traulich ' Ihm" daheim das warme Nest. So sollst, wenn des Schicksals Stürme Ihn" entblättern Und umwettern Du nach wildem Sturmgebraus In den Herzen ihm ein Haus Fein erbauen! Edle Frauen Sind's. die uns in Sturmeszeiten i Zur ersehnten Ruh geleiten! Mißverstanden. Dam? (im Gespräch): Kennen Sie die Sekte der Mormonen?" Lieutenant: Gnädiges Fräulein setzen mich wirklich inVcrlegenheit, bilde mir ein so ziemlich alle besseren Sektsorten- zu kennen; von den Sekten der Mormonen habe ich aber, ouf Ehre, noch nichts gchört!" Die dritte Partei. Tom: Ich werde, wenn ich erwachsen bin, ein Demokrat sein." Bob: Und ich ein Reublikaner." Will: Ich werde keines von beiden, sondern ein Politiker sein."
