Indiana Tribüne, Volume 18, Number 68, Indianapolis, Marion County, 25 November 1894 — Page 9
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Jndiana TribNne
ma 2c beiden MakartVouquetö. Humoreske von R. F. ' Im Freihafen-Pavillon", einem freundlichen Gasthause emeS Vorortes von Bremen, versammelte sich allabendjfc t. CÄf .Y..vYt 'Wrtn sx. Jjrzmr$z ältere . i Grundbesitz . er JJCIT, OOU 9UiUiuiuiuicu uu Frohsinn, der Rentier L.. den man. ; c.:. r,n fcm u m I""." .aw o-". dene hemalme Schmiedemelster G., realer um mroua; igciii uuiui uuw i in der Frik Reuter'schen Sprache seine welcher mit urwüchsigem Humor und Erlebnisse aus seinen WandeMren so Msch "zum Besten gab. daß er ei seinen Schwanken ZUM zehnten Male meine Ausmerksamkeit wukte. m.c... v r Herren war aber auch die jüngere Geyicucu uic cu uiiu uuvcicji uiiciui I
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wohlsituirte Burger. tote, ver 5 . " -.7" V i' -neinie, le unipunq aui
er V.. ein kleiner, kugelrun- i "ui TX'!"! ZCrttYhL pNenl)ste mt angelnupst zu yaoen. a..ittitt..: .. svrucke auf em anseynttches elrarys- m t. V.:.
, auch wenn man sie r' ' " , : r veyusttA wa?, eine neiMiaze,
.. ' sich erbot, die a che zu tragen. ..- b-n: denn er erkundiate sich, wie man s;. w,m
neration. Kaufleute. Architekten un a",,tÖVf;2: i m 7n und führte das Fräulein in das ReLebrer. dort vertreten, und da diese kung sämmtliche? Stam,aft kam e in strant. .Ich habe Sie sogleich an
jüngeren Gäste sich meistens durch bescheidene Rücksicht vor dem Alter auszeichneten und die Kunst des ZuHörens zu üben verstanden, so waren sie von den älteren gern gesehene Genossen, sowohl beim vergnügten Skat, als bei gemüthlicher Unterhaltung. Nur einer unter den jüngeren Stammgästen, Herr N., ließ die schuldige Rücksicht den älteren Herren geenüber außer Acht und führte gern selbst das große Wort. Er war Auf cuiTiUBrcimcu vicuunq uno i einen i Kenntnissen im Färberfach und in der (KUnL , r,S7n !M. rnn iftn k4V AW VWbtl. fctlt lituii IWII l rx vlt vviit, uuitr. mau jiuuicii iwiiiicii, uun I 5. ik. U1L 1TÜU1 L L uulir 1 LJ 1 1 .11 y j L II 1 1 il c I yj 0 .f.. rrvf. X, irrt r.If.-,- I 7 Mi4Q4W 4 W i I fnWn)ryTtfvnm r?tnnln tSrtrft fiTS St I Leerheit seiner Prahlerei, und N. V4UlllttVil jVVVU VUIV ViW " 1 VlllV VII, wurde der Gegenstand des Ulks, zumal er von einer erstaunlichen Leichtgläubigkeit war, wenn es sich um die Vorziige seiner Person handelte. Bald redete man ihm ein. die Gäste des Freihafen-Pavillons" wollten selbst eine Wollfabrik gründen, in weleher natürlich keinem anderen als Herrn N. die Leitung übertragen werden könnte: bald erzählte einer, scheinbar an alle gerichtet, von einer neu entdeckten Metbode. mit 'Schwefelsäure blau zu färben, oder grün mit Citronensäure. N. war in seinem Element; er hörte, mit verwunderter Miene und tnni n-offn-f-rn TOimS hifM TtfenS v... I die Neuiakeit an, um dann zu thun, als r ',. vrrffms. rTfiff rn I 1" - V IV VM. 4WfcMVVW IVWV I - .... Da N. auch aus seine männliche Schönheit und jugendliche Körperkraft doller Einbildung war, und renommirte. datz alle jungen Mädchen der Wfffirtrfrff hnr Pf, 21. ffim fn vergingen, so konnte es nicht fehlen, daß man ihn auch hiermit zu necken beaann 9 k 7... . lnes Aoenos nun. als c. zusaulg ick anwesend war. b ät erte t mit der .----7 r- -vj' 1 sleser mit dem Ausruf: Das s'Z. ns,rn m 1 ,,n5 sZ lUNllS wäre iwn 'aÄ den 'm feMittVaMoig kj'rikaktk 9jrhtZnMM tnr,q.rzysle ..ebeZgedlcht toi. r- , , i - . m . Es lebt der Eisbär fern im Norden, Im Süden leöt das Känguruh, In Wäldern leben Räuberhorden, In meinem Herzen lebst nur Du. Alle alten Herren riefen fast einstimmig: Schicke Sie ihm daö! Schreiben Sie eZ ab und schicken Sie es ihm!Andern Tages saßen alle gespannt und voller Erwartung, als der Kellner CÄrw m m,;.k fc....:,. mTL AnSlSxhn 5 M"? .Än?6S? r An, 9s , i TtM,t , s r tr ÄsnÄ und vtii iiii, iic niva wuii y,rr, ox,st ...x.. ISÄ der Tafel eine neugierige Frage that, konnte N. es nicht über sich gewinnen, sein Glück allein zu tragen. Er zog den Brief wieder hervor und sagte: Mü den Mädels ist es fooch rein zu arg; da ist schon wieder ein Liebesgedicht." Dabei bog er das Blatt unter der Ueberschrist um und zeigte den Tischgenossen zu ihrem innerlichen Gaudium di Anrede: Angebeteter! mUUUl VIC I UJl l 1 IWUtil Wlt sehen.- sagte N., knickte daK Blatt noch einmal, und nun konnte man lesen: ÄnTlÄ i3 8iJ . S?ZiÄmfö ?mm?K titt Za?esS!' aU'm fffl Kl JmIZ ? fm fc SmlSn bke N Mkm? 9 erhielt jt. mt fetten. ES wohnt der Troglodyt in Höhlen, .Auch die Unterschrift fallen Sie Fürst Bismarck wohnt in Friedrichsruh. -Es wohnt die Fröhlichkeit in Sälen: In meinem Herzen wohnst nur Du.
Ani Zweiten Tage liefen die Verse ein: EZ liegt der Hirt bei seinen Schafen, Auf fetter Weide liegt die 'Kuh, Die Schiffe liegen in dem Hafen: In meinem Herzen liegst nur Du. Endlich brachte die Post gar solgende Zeilen: Wrn ftrrtMt hir frrTIf nne.
Bei Nacht strahlt unZ das Mondlicht gU V U k IVUtJt y w -jw-wmw w-......, n , " ' I Des TrmkerZ Nase strahlt m Wonne: In meinem Herzen strahlst nur Du. N. war aufter sich vor Freude, sich so viel umworben zu sehen, und seine M,!nung m s!mr Unwiderstehlich. ... . r.. . , . . ltwK c;. crk.,. UI ma u c runoe txiiatuc iyu lauuu m vki nsnn OsTa YmFirr nn rmrm dtr nhfos t fif t CT TT -V..- 5,., ' .Äfl5 Ä"MS? , H Tna nS ftmfiT er lebte wohnt '.lag und strahlte 2? ? EI ff" vlT . . ... ... . ? ne oenmge m? w z ' . c L7"7 Ö amc ' WWffir rr 'IV That durch eine wunderbare Gunst deS Sch Ml uia oer rxci uixictaciujuct un t.- i ÖSL-ffi.-SÄÄ'S SKÄ J: l v i 7. rS3r V zu werfen, da sem Weg nach Hause ge. rade an einem solchen vorbeiführe. - ' j v, n it v K?Sen. und man beschlob. statt deS fQZIthi ClNC Antwort auf bCNWfiCN m ' C nach Berlin und Ztwar an den dort le- . . " . . , benden Sonn eines ttt verren Mit ' v l oem ' Äi3ÄnJ" "ffeÄ "mm Sffl UCIt , . , j.-t I mi' V5"1 ? alrluJ:. ZU lanen. cr juagc aiiHi . $ die Zuschrift an N.. m welcher es 0lc aeionxiiiqaii ow m wen ?l gemacht werden, wohin ihm ln ai" A"" naazisiages auj yaioem uege enigc Anreisen wurde? als Erkennunaszelwar das 'Tragen eines Makartouauers ve,ttmmi. . D?? m tou"c on der "l ici"uucu. F'WVV1 "i4" Architekten mit zierlicher Frauenhand uno ram oaio oaraus mir oem erner Poststempel an N. zurück. Noch Ntt hatte flchN. so sehr aus oas ,.(, r i f 3 Cff t I TVKJ mtt dlesesMal. Er suhlte sieb so aehooen in ver stlm- " . . 4 fm I ?.un als hatte er die IMark llirf 'rt v , VT auflnchtfa stch bis über ie Ohren m ihn ver- ; uwwjsuiji. Manchen der alteren Herren über kam bei der VertrauenSfeligkeit N.'S Bedenken; e fehlte daher mcht an angstlichen Gemüthern, die ihn warn,.n I,n. -z ikn mPrUn lZ,b,n man treibe Ulk mit ihm. Allein er glaubte p- p.x ; v.-rtTA f?2 erbat sich m der Fabrik gleich ' bis Neu ahr Urlaub, obwohl man absichtlich das Rendezvous, in die Festtage gelegt hatte, um N. IN semer geschäkt a i fa' . . 0 1 i . a Am heiligen Abend verzehrte N. als Junggeselle seine Weihnacktskarvsen lm Restaurant des Frelhasen-Pavu Ions, oen Nachtisch aver wartete er nicht ab, sondern eilte mit seinem Ma-kart-Bouauet zum Baondos. um am andern Morgen rechtzeitig in Stendal zu sein. . Der erste Zug von Berlin traf am Weihnachtsmorgen um 7 Uhr 25 Mimicu m vsiciiwui cm. yi., 1x1 iui Bahnhofshotel Logis genommen hatte. lieb sich nach kurzem Schlafe frühzeitig cn v.. wecken, machte aufs sorgfältigste Toileite und eilte noch eine Viertelstunde vor Ankunft des Zuges auf den Per- ;. T; crn.f ..i .,, ron, wo er Mit seinem Ma!artouf' und abging, bis der Zz er- ... UVa IVlb UtfliUlkwl Vl.Wfc UV tauscht; das erwartete Waisenkind dar noch nicht mit angekommen. - Sie und mit dem Zuge um 21 Uhr kommen tröst se sich N. und begab sich in das Bahn.'s?-R'taurant zum Frühstück. Darauf suchte er sich die Zeit mit Lesen in den ausliegenden Zeitungen zu verkürzen, aber seine Ungeduld w'.'chs von Minu'e zu Minute. Er nahl sein Makazt-Bonauet. das er ., .!. . c : a V um k.-., PreiZ aus den ai. hatt und ÄfiW uet durch die Straben wandelte; alle Leute sahen ihn an und schon ange bcm aSpUM auf sein Gebahren aufmerksam geworden der Bahnhofsinspektor und der Besitzer des Bahnho s.Restaurants sahen ihm lachelnd nach und machten mit dem Fin. g bezeichnende Hindeutungen nach der Stirn: Mtt dem ist'S nicht ganz rlch. tig." Ein Schutzmann stand schon im Bedenken, ob eö nicht besser sei, den wunderlichen . Fremden -zu verbaften und ihn einer .Irrenanstalt zur.Veob
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hörte, stets allge. , .m. s.'.n. die sie bei sich führte, aus dem Wagen
zu erzielen Ä in S5 M 1 V iu 5tben,und nahmes dan end an, als
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acorunq 7ttnks UJei istwunanö zu übergeben, ehe er ein Unheil anrichtete. Da fuhr aber schon der Zug heran.und kaum k?ar er zum Stillstand gelommen. als N. auf einen der letzten Wagen zustürzte, auZ welchem er eine junge Dame, die ein Makart-Bouquet m einer Vase trug, herausblicken sah. Ma, dachte der Schutzmann, cm Rendezvous!" Merkwürdige Er kennungszeichen! Strohbuschel! murmene er noq ioor 113 oann roanpic er sem wachsames Auge anderen Dn- . l?r i . li. tffl ZU. N. verbeugte sich vor der Dame, die, wie er überzeugt war, ja keine andere sein konnte, als das Fräulein mit den 160.000 Mark. Ich bin entzückt, mein Fräulein, Sie zu treffen," sagte ""i iwurnc uuu uiciuui, vu xuui rf fe u.u w 'a Wr!f ms mir '"1 rr" . . . ' oie vceijenoe Mark-Dame Fräulein zeigte 's durchaus sei I ilC U11WIU541, VUVUU tWVU UWil Wiy UtfaaU s sich Wttjmb faW mm.rn.m 1 T MM TY XmWA 2 ÄrtlATW ctvcuic iu ü.iuyuu v uy. ste6eRÄtt,arblgf daß Sie mich hier am Bahnho erwarten." ann Iie& sxe xutg gcfrV daß eine Erfrischung zu nehmen. sagte N. dem. Makart-Bouquet erkannt." setzte die Unterhaltung fort, als mm und ein Imbiß gebracht waren. Ja erwiderte ba Fräulem, M ! habe aus Vorsicht lieber noch ein k ei " wn sen hK,,m( rNt. ?.s . f.. TOlTwcfi 2 m t d esem Auftrage bemüht.' , nLufiu ; nö N. glaubte nicht recht gehört zu ha ben. 2ic Tante nicht wohl?" wwm U ' rf- r p vt i ttnnungszelazen )tm ouir. a Jetzt war das Erstaunen aus Seiten der Dame. Mit Schrecken erkannte ste, VC a lAnm hrtTA VsO a Ä ÄM mtalb. Jhi A in. unl,b. V4WUbllW, .19 IWUVVti. Vllll Uil4lfcVferne Verwechselung, stattgefunden hat, unb bafe ene anbew Dame hier er. ber ich bin ?!hnen eine Erklärung schuldig," fuhr sie gefaßter ft. Jch bin hierher gekommen, um das Nest bei Onkel und Taute zu der zen. AIS Geschenk für den Onkel iese Vase gekauft und sie um mi tintz fejncn Malerei geschmückt. Nun hatte ich meiner Tante schrieben, mir hier am Orte ein Ma-kart-Bouguet für die Vase zu besorgen, ba6 Ä Zck au? der Ne se nicht danii: antwortete, daß sowohl sie, als auch der 0n(cl ctoaÄ erkältet wären, sie würde s,.Tjt Srtfm ;f. f VUt VVII 'WV.. nS Nachbars vom Bahnhose abholen rr. sjl ... v?. mr, ; w U VHl )W IVUb IU V iV V tv VW h' daran. würde er mich schon erkennen. Da Sie mich nun am Waggon anredeten, glaubte ich. den mZr' unbekannten Nachbarssohn meiner Tante getroffen zu haben. Mit weit geöffneten Augen hatte N. zugehört. Zuerst war er verwundert und bestürzt, daß ihm am Ende, so ü ain vit iov.vw a;iaw uu v: jci rt.t iPA nrtrt crn..i v-jc entgingen; dann aber hellten sich , .7. ' .e v I uuu 'luuuuc ucsuaio uiiciivc; c uic cu scheinbaren Irrthums iqnnvaren Wmdung7we che' dV'Änge g, qr !gnrginlli,i durch we Ekklarung der Dam erhal. t.rt fiTft trrnTiTt iit triinn ten hatte, eingehen zu müssen Sie haben recht," sagte er verschmitzt lächelnd, es war ein Irrthum, aber ein Irrthum, den ich weit entfernt.ihn zu bedauern als den glück lichsten meines Lebens schätze, da ich ihm Ihre Bekanntschaft verdanke.. Sie werden erlauben, daß ich die einmal übernommene Rolle des Nachbarsobnes zu End führe und Sie zu der Wohnung Ihres Herrn Onkels geleite. 2 , y. . ... .. m Man tauschte nun gegenseitig die ?? ,?uS, .dann erkundig!, fmjt. Nch nach vem Wege zum Hauje wr un kels der Dame und begleitete diese dort hin. Unterwegs erbat er sich die Erlaubniß, sich am Nachmittage nach dem Befinden deS FräuleinS erkundigen zu dürfen, was diese ihm bereitwilligst gestattete, da sie, in lustiges, junges Mädchen, die Verwechslung jetzt auch von der heiteren Seite nahm. MS N. am Nachmittag seinen Besuch machte, erfuhr er von dem Onkel der Dame, daß der Nachbarssohn, dessen Stelle er vertreten hatte, ein Knabe war. der das Glück, ein Zungeö Mädchen zu begleiten, noch so wenige zu schätzen wußte, daß er den Auftrag beim Spiel vergessen hatte. Im Innern schenkte N. dieser MitTheilung keinen Glauben, und dachte, sie laufe wieder nur darauf hinaus, die Begegnung als zufällig hinzustellen, laut prieö er jedoch die Vergeßlichkeit deS Knaben als ein Glück. DaS Befinden deS Onkels und der Tante hatte sich inzwischen Gebessert, und sie luden N. auf den zweiten Weihnachtstag zu einer kleinen Gesellschaft, denn man sühlte sich ihm seiner Ritterdienste wegen verpflichtet. Die Gesellschaft fand an dem offenen Wesen des jungen ManneS allgemein Gefallen, befonderS aber erschien dem Fräulein ihre so eigenartig ge schlössen: Bekanntschaft äußerst. Interessant, und ,-.vaS sollen. wir. lana
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erzählen N. kehrte im neuen Jahre als glücklicher Verlobter nach Bremen zurück.
Die Tafelrunde :m Frelhafen-Pa-villon" mußte natürlich anfangs glaub:n. N. renommire wieder, als er eräblte. das Fräulem getroffen und sich mit demselben verlobt zu haben. Erst als A. berichtete, wie zart seine Braut es eingerichtet habe, daß es gar nicht so slteine. als wäre die Verlobung durch eine profane Zeitungsannonce enrstanden. durchschau!: man den Zusammenhang. Weil man aber den N. trotz seiner Fehler doch als einen braven. harmlosen Menschen kannte und ihm im Grunde nur Gutes wünschte, so ließen die Stammgäste des FreihafenPavillons" ihn der semem Glauben und freuten sich über den glücklichen Ausgang ihres Ulks. N. selbst aber wird wohl sein even lana überzeugt bleiben, er habe durch die Zeitung sein Glück gemacht. Ein Glück war es nämlich wirklich; denn, wenn da Fräulein auch kein Waisenkind mit 150.000 Mark war, so hatte es statt dessen doch einen sebr wohlhabenden Vater, der eine große Fabrik besaß und sich freute, an dem zukünftigen Schwiegersöhne einen juaendkrästigen Beistand in der Leitung derselben zu gewinnen. Zu der fröhlichen Hochzeit N.'s waren auch die Stammgäste deS Frei-hafen-Paviöonö" geladen, und viele leisteten der Einladung gern Folge. ' Aut Stammtische im FreihafenPavillon" wurde noch lange der lucullischen Genüsse bei N.'s Hochzeit gedacht. In dem jungen Heim der Eheleute baben die beiden Makart-Bouquets, welche sie sich von dem Onkel zurucker, vaten. einen Ehrenplatz erhalten und werden dort als die Stifter des Glückes pietätvoll ausbewahrt. Gluck und Glas. Nach dem Französischen von Alphonse AllaiS. An jedem Dienstag zwischen zehn und elf Uhr erscholl von einem End ver :raße bis zum anderen der Ruf: Glaseeer nix Glaser? Greller. vlbnrender rief es der junge, flinke Glaser. Ehemaliger Stadötrompeter in einem Jäger - Regimente, hatte er aus seiner militärischen Laufbahn eine r m - ' : . laoallermaL'.gek Nonchalance und rn besondere eine gewisse Art. seinen lan nen Schnurrbart aufzudrehen, bewahrt, roueqc oer auen, hstuvenmaöchen und auch einigen Frauen viel Beifall fand. Das war einmal ein Mensch, der sich im Leben nicht langweilte. Eine? Dienstags Vormittags um zehn Uhr beschäftigte sich die verwittwete Frau Schmelzle damit, in ihrem Salon die auf der Etagereaufgestellten Sächelchen abzustäuben. Sie vertraute diese Sorge Niemandem an, da die heutigen Dienstmädchen so unachtsame Geschöpfe sind. Die Thür ging auf und Gertrude erschien: Madame, ich habe in der Küche eine Scheibe zerbrochen." Was Sie Alles ruiniren!" Heute kommt ohnedies der Glaser vorüber. Soll ich ihn rufen?" Gewiß sollen Sie ihn rufen! Wir können doch nicht ewig mit einer zerbrochenen Scheibe leben." In demselben Augenblick ertönt der Ruf: Glaseeer nix Glaser?" Gertrude eilte die Treppe hinab und kam bald in Begleitung deS Mannes zurück. Der war in der That ein sehr hübscher Junge! Die verwittwete Frau Schmelzle schien durch den Anblick dieses bescheidenen Handwerkcrs nicht unangenehm berührt zu sein, und als der Schaden gut gemacht war, bot sie ihm ein Glas guten Weines an. dem bald mehrere folgten. Seinen langen Schnurrbart drehend, erzählte der ehemalige Stabstrompeter mehrereEpiscden seines Kriegslebens. Es war klar, daß der hübsche Junge, trotz seiner Bescheidenheit, ein Held war. Die bei. den Frauen hörten ihm entzückt zu. Frau Schmelzle, brünett, mit flachgelämmtem Haar, war trotz ihrer vierzig Jahre noch sehr- hübsch. Gertrude. ein kleines, pikantes Stubenkähchen. hatte blonde Söckchen, die in jedem Lüftchen flatterten. Während der ganzen Woche träumten die Wittwe und die Zofe von dem schönen Glaser. Gertrude konnte nicht mehr an sich halten und am nächsten Dienstag krach ein Ellbogenstoß in die Scheibe! Madame, ich habe wieder eine Scheibe zerbrochen." Aber können Sie denn nicht Acht geben, liebeö Kind?" Wie ich mich umdrehte, bin ich mit dem Besenstiel hmeingerathen." Sie müssen den Glaser rufen." Sehr wohl. Madame." Gertrude strahlte und Frau Schmelzle konnte sich eines inneren Wohlbehagens nicht erwehren, wie man es nur selten über daS Zerbrechen einer ?-JC . t i v V. vsajeioc empsmoel. nachdem der schöne Glaser seine Berufspflicht erfüllt hatte, setzte er die Chronik mit seinen Heldenthaten fort und drang immer weiter in die Herzen der beiden Frauen ein. Das wurde nun eine allwöchentliche Gewohnheit. An jedem Dienstag iraa? gao es eine zerbrochene Scheibe. Das kostete die verwittwete Frau Schmelzle jährlich hundertvier Franken und zwe. ndfllnhig Flaschen ausgezeichneten Weines aber was lag d?.ran? Das Glück muß ja auch wie alles Andere auf der Welt bezahlt werden. Eines Dienstags aber glaubte Frau Schmelzle Etwas zu bemerken. uno )er:ruve eryielt sofort die Wei i r.j. V . su..Z. iaj u:v. einen anoeren Plan zu kümmern. Die schöne Wittwe war so erzliriü, daß sie es vorzog, dem Mädchen lieber die vierzehn Tage zu bezahlen, als sie noch einen Tag läng:r 'm Dienste zu behalten. Das Erstau--:n bii Glasers war ein sehr großes. '.:Z cr a-r nächsten Dienstag Gertrude -iicht mehr im Hause fand. Madame l:aben vielleicht mit dem Stubenmäd-
cyen gewechselt'" 'Ach ja, leider habe ich es nur zu spät gethan! Ein schmutziges, lügenhaftes, naschhaftes Mädcken drt. lind tine ?snffiifiritnrrt
Die Polizisten des ganzen Viertels ha ben sich bei ihr Rendezvous gegeben." Ah, wer hätte das geglaubt! Dann war es also ein neues Stubenmädchen, welches' diese Scheibe zerbrochen bat? Eine jungfräuliche R'öthe überflog das schöne Antlitz der Frau Schmelzle und mit niedergeschlagenen Augen sagte sie: Nein, ich war es!" Welches Geständ. mß lag m diesem Errothen! Der Glaser begriff als alter Trompeter das sofort. Er drehte seinen lanqen Stan bart und entgegnete ziemlich einfältig: Amfi ich. Madame, seit langer Zeit schon!" Und der ehemalige Trompeter heirathete die schöne Wittwe. Sie kauften das Haus und sind sehr glück lich. Glaseeer nix Glaser!" Caserto-Dolche. So allgemein in ganz Europa das blutige Verbrechen, welchem das Leben des Präsidenten der französischen Rc publik, Sadi Earnot, zum Opfer fiel, verurtheilt worden ist, ein Mann (von den Anarchisten selbstverständlich abae sehen) hat sich doch gefunden, der, wenn auch nicht über den Tod Carnots. wob! aber über die Folgen der Mordthat eine gewine tficucc empsiiuxi, wen iie lym ...iirr.. cr-...v. . .riv.i t rr . r zur uiue unerwarteten LorManoeZ geworden ist. Dieser Mcmn ist ein brader, redlicher und friedliebender Bürgersmann in tzene, oer lein ro: recy: I und schiecht vervlent. ett dem 23. JUM verölen: er es aver Nicht nur recht L. P t iA 0 c iM m . I UND schlecht , lonoern vollauf und reichlich, und Einige bebauvten soaar. er sei im Begriffe, ein Bermöaen zu machen. Der Mann ist seines Zeichens Messerschmied, Waffenfabrikant -und Bandagist". so wenigstens steht es zu lesen aus seinem Ladenschild, und heißt Guillaume Baux. Guillaume war der yanoler, vel oem azeno ven Volch kaufte und mit 5 Francs bezahlte, mit welchem er den Präsidenten Carnot ermordete. Kaum war dies bekannt ae. worden, als auch schon auö allen Weltgegenoen nlcy: nur aus Frankreich ,Zn, rMh hon - nrttffitnAMt mt? v J - m rw vwwvj V auf ähnliche Dolchmefser bei Guillaume einlief, denn Jedermann' wollte ein Andenken", ein Erinnerungsstück an Carnot und dessen beklagenswerthes Ende besitzen. Der Waffenhändler in der Rue Gambetta in Cette besaß aber nur ein kleines Detailgeschäft, das so gronen und so plötzlich gestellten An fcrderungen in keiner Weise gewachsen war. Luoem yalte er öle Wasse an Ä t II I -r mm Caserw verkauft, ohne sich dieselbe ge nau anzusehen: er war daher kaum im Stande, seinen neuen Kunden ein ge. nau gleiches Exemplar abzugeben, denn sein Vorrath war gering, und wenn schon die Klingen bei ' allen Dolchen gleich waren, so unterschieden sich doö d!e einzernerk Stücke durch Griff und Scheide. WaS thun, um seinen Kun den gerecht zu werden, die alle einen .spanischen Dol a la Caserw" verlangten? Zunächst verkaufte der Ge schäftsmann, waö er gerade vsrräthig hatte, dann gab n die Bestellungen der Fabrik in Spanien, von wo er das Modell bei Gelegenheit einer Reise mit gebracht hatte, und schlieklick. als die Aufträge sich in'S Ungeheuerliche ltei gerten. setzte er ein Dutzend Arbeiter in seine Werkstatt und ließ den Dolch in massenhaften Exemplaren herstellen. Erst bei der Proceßverhandlnng gegen den Anarchisten, bet welcher die Mord wafse unter den Geschworenen von Hand zu Land wanderte, wurde daS genaue Aussehen derselben auch in wei teren Kreisen bekannt, so dak der Was c.rj t.L r e-ti r. c cuiajmicö inne aorriaiion naa? n dn S'iwng Mkn Mr.!. ijuiica ciunaitie. uie mziz uajcciu Dolche" mag er wohl seither verkauft haben? Das sagt er nicht, aber man sagt, es sollen viele Tausend: sein, und dabei haben viele Leute das Stück bis zu 10 Francs bezahlt, obwohl sie wu ten, daß der Mörder nur hundert SouS dafür entrichtet hatte. Sonderbarer Welse gehen die meisten Bestellungen von Journalisten. Beamten und Un iersuchungsrichtern aus, und alle die Bestellungsbriefe, die der Händler erhielt, bilden schon eine gewaltigen Stoß, den Her? Guillaume, der ein unternehmender Mann ist, später ein rnal, wenn daS Dolchfieber nachgelassen haben wird, auch noch zu versilbern ge, denkt. , Auch ein Beruf. Richter: cm .TJC m C t t . rm m ucitycii ciuj aoen Siki (öd gabund: Jch bin Baumeister.Richter: Was bauen Sie denn?Vagabund: Luftschlösser.AucheinVorzug. Sie:Jft es wahr, datz Bu in Dnnen früheren Jahren einmal so betrunken warst, datz Du auf der Straße lagst?- Er: Merdings, aber in schönster Lage der stadt!" Der schlaue Dude. A.: Ich weiß gar nicht, wie eö Brave mit seinem schmalen Einkommen ferkia bekommt, sich so gut zu kleiden.lfichis einfacher als das: er ver pfändet immer feinen alten Anzug und . me . . 0 Psano,umme oenulzl er zum Ve peslt für einen neuen.Ricli. Nehmet nur die echten. , sJ$MF. Brandt's prq V5M.'a?7Lrl. UUIlliUILUI v Blutroinlgond. BefSritera dla Verdauung. Bestes Kittel gegen Leber-u. einenleiden. . T Za hsJäea la allen Apotheken,
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