Indiana Tribüne, Volume 18, Number 68, Indianapolis, Marion County, 25 November 1894 — Page 6
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mtrthantsi!;c Componisten. G3 wäre thöricht, zu erwarten, wjj cm junges Zart, wie die Ver. Swc:ten, schon j:tji im Stande fein sollen, in der Kunst und ihren verschiedenen heizen mit einem uralten Kultnrlanfce, wie Enropa .zu wetteifern. D! Musikgeschichte zeigt uns, wie gerade diese Kunst sich in rein geschichtlicher Weise entwickelt hat, wie sie, die schönste Blüthe des Volkslebens. Leöen und Kraft aus dem Volke sog. Es lässt sich mit Leichtigkeit nachweisen, in welehern innigen Zusammenhange gerade die größten Musiker mit der Volksseele standen. Unmusikalisch: Völker, wie die Engländer, haben auch keine Coinponistcn von irgend welcher Vedeutung hervorgebracht. Gleichzeitig sind die Engländer das einzig: Kulturvolk, welches ein Volkslied entbehrt. Die künstliche Schaffung einer Musik, welche nicht aus dem Leben der Nation frisch: Anregung schöpfen kann, ist ein Ding der Unmöglichkeit. Die amerikanische Welt der Componisten und Musikfreunde ist von noch viel jüngerem Datum, als die Entwicklung der Nation. Von jeher litt die amerikanische Musik unter einem doppelien Uebelstand. Einmal gehörte bei Entstehung der politischen Selbstständigkeit die große Masse der Nation dem schon unmusikalischen englischen Stamm: an. Dann fiel die Gründunq der Eolonien in die Zeiten des finsteren Puritanerthums, welches nicht nur die weltliche Musik als sündlich verdammte, sondern auch die Kirchenmusik als Zubehör des verabscheuk.lngswürdigen römischen Götzendiensie" in die Acht erklärte. Unter derrtigen Anschauungen konnten natürlich die Kunst und ihre Jünger nicht cedeihen. Man kann mit Recht sagen, !aß erst der stille, aber mächtige Ein-
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Johrr Knowles Paine. flufe des Deutschtums in den Ver. Staaten freieren Anschauungen Bahn brach und die engherzigen puritanischen Vorurtheile verörängen half. Es ist nicht zu viel gesagt, wenn man die Anfange des amerikanischen Kunstbestrebens in der Musik noch innerhalb der Erinnerung der jetzt lebenden Generation setzt. Seitdem datirt ein mächti ger Aufschwung. Leider von den wenigen eingewanderten tüchtigen Mu slkeri abgesehen fand der amerikanische Student der Musik keine Befri:digunss für seinen Wissensdurst in der eigenen Heimath. Alles wies ihn nach dem alten Kulturlande Europa hin. Dort bildete sich bald in allen Centren der Musik ein specifisch dem Studium der edlen Kunst gewidmetes Amerikanerthum. Die großen Conservatorien von Leipzig, Wien, Berlin. Stuttgart, Frankfurt u. s. w. wimmelten bald von fleißigen Amerikanern und Amerikanerinnen, welche ihrem Studium unter den großen Lehrern der Musik mit unermüdlichem ltit oblagen. Nachdem sie ihre Absicht erreicht, kehrten sie ofrn Ausnahme in die Heimath zurück, das fruchtbare Samenkorn der musikallfchen Belehrung und Erkenntniß mit in die ferne Heimath nehmend. Sie waren die wahren Pioniere der Musik in den Ver. Staaten und mit dem unermüdlichcn Eifer, der den Jankee auszeichnet, gingen sie an's Werk, Propaqanda f'.:r ihre geliebte Kunst zu machen. Mancher befand sich unter der eifrl-' aen Schaar. dessen musikalisch: Begabung v?n außergewöhnlicher Art war. Es bedürfte -nur der passenden Anregano,. der verständig geleiteten Studien, um diese Begabung zur schönsten Blüthe der musikalischen Composition zu wecken. So' hat sich ein: amerikanische Componistenschule gebildet, welche in der kurzen Zeit ihres Bestehens Großartiges geleistet hat. Nicht mehr hat der junge amerikanische Musikjüng:r mit den schier unbesieglichenSchwierigkeiten zu kämpfen, welche seiner vor dreißig Jahren geharrt hätten. Sein Pfad wird von Jahr zu Jahr geebneier, sodaß er ohne Zeitverlust seinem Studium nachgehen kann, ohne daß er nöthig hat, fremde Länder zu besuchen. Als den Hauptvertreter gereifte? Composition können wir ohnKnowles Paine voranstellen, welcher, ein Kind Neuenglands, im Jahre 1839 geboren wurde. Seine außerordentliche musikalische Begabung fand in der Heima'ch nicht genügend: Befriedigung, weshalb er sich entschloß, seinen Studien inBerlin unter der bewährten Leitung des berühmten Organisten Haupt und des Generalmusikdirektors Wieprecht obzuliegen. Bei seiner Rückkehr, die erst nach Jahren eifrigsten Studiums erfolgte, wurde er mit Auszeichnung empfangen. Seine europäische Ausbildur.g hatte ihm einen Freibrief für die musikalischen Kreise seiner Heimath verschafft, und bald erhielt Paine einen ehrenden Ruf als Professor der Musikgeschichte und theoretischen Musik an die Harvard-Universität, in welcher Stellung er heute noch eifrig thätig ist. Seine Compositionen haben ihm einen wohlverdienten Ruf erworben, und sein großes Oratorium Petrus-, welches zuerst im Jahre. 1873 zu Portland. Maine. aufgeführt wurde hat ihm den
Beinamen des Amerikanischen Men delssohn" eingetragen.
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Dudley Buck. Ein Altersgenosse Paine's ist unser bedeutender Kirchencomponist Dudle!) Buck. welcher der Stadt Hartford In ConMticut entstammt. Seine Ausbildung war eine außerordentlich rundliche: und umfassende. Er machte einen vollständigen technischen und theoretischen Kursus an d.'m Leipziger Conservatorium durch, ging dann aber noch nach Dresden, wo er den Orgel unterricht des berühmten Schneider gcnoß. Zunächst erntete er auf Concertreisen, die sich fast auf alle Staaten der Union erstreckten, reichen Beifall, und da er in Chicago besonders freundlich aufgenommen wurde, beschloß er, sii) dort niederzulassen. Bon hier vertrieb ihn die große Feuersbrunst, weshalb er sich nach Boston wandte, um bald darauf die Stellung eines zweiten Dirigenten unter Theodor Thomas anzunehmen. Bon New Fork wandte er sich nach der Stadt Brooklyn, wo er noch heute lebt und lehrt. - Arthur Foote. Ein engerer Landsmann Paine's ist Arthur Foote, ein Kind Salem's in Massachusetts. Der jüngeren Generation angehörend er ist im Jahr 1855 geboren hat er bereits den Vorzug einer musikalischen Erziehung in seinem Vaterlande genossen. Seine Orchesterwerke sind zahlreich und beliebt. Auaenscheinlich lehnt er sich an Mendelssöhn, was aber der Fülle und Orig!nalität seiner musikalischen Erfindung keinen Abbruch thut. Besondere Gewandtheit entfaltet Foote in der BeHandlung der Instrumente; er weiß durch richtige Anwendung der verschiedensten Klangelfekte eine überraschende und kaum geahnte Wirkung zu erzielen. Er wirkt in Boston als Organist und Lehrer der.Musik. James H. Rogers. Auch James H. Rogers gehört der jüngeren Generation an. Seine Studien führten ihn nach Berlin und Paris. Dort genoß er den Unterricht Löschhorn's und Ehrlich's in der Technik des Klavierspiels, während er sich unter Leitung Haupt's, des Altmeisters der Königin der Instrumente", zu einem gediegenen Orgelspieler heranbildete und zugleich eifrig da Composition und dem Studium des Contrapunkts oblag. Besonders beliebt sind seine reizenden Lieder, in denen er den Ton der naiven Frische und innigen Gefühls glücklich zu treffen weis. Er lebt und wirkt in Clevelald, Ohio, als Organist und geschätzter Lehrer. NeginalddeKoven. : Als Vierter im Bunde unserer Auswähl haben wir den Componisten der überall bekannten und beliebten Operette Robin Hood Reginald deKoven gewählt. Musikalische Studien führten ihn nach Wien, wo er sich eingehend mit der Muse Millöckers und Jabann Strauß's beschäftigte. Seine Bemühunzen sollten nicht vergeben? sein, und der Erfolg des nunmehr 34 jährten Componisten auf der Opere! tenbühne steht bisher unerreicht da. Ethelbert Nevin, ein Sohn des Quakerstaats und kaum 32jahrig,.ist vielleicht der melodiöseste Liedercomponist, Un die Nation hervorbracht. Seine
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Lieder besitzen cin?n außerordentlichen Reichthum der Erfindung, und die Wärme des Gefühls, die aus ibnen spricht, hat ihnen überall begeisterteAnHänger verschafft. Leider hat der Componist durch Ueberanstrengung sich ein Brustübel zugezogen, von dem er in dem milden Klima Algiers Heilung zu finden hofft.
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Ethelbert N e v Z n. Die Aussichten für ein regeres musskalisches Leben der Nation sind oielversprechend. Die Anzeichen mehren sich, dafc sich eine edlere und gründlichere Ausfassung der Musik auch in 'breiteren Schichten des Volkes allmäligBahn bricht, und sobald die Musik einmal erst Gemeingut des Volkes geworden, wir) an tüchtigen Componisten kein Mangel fein. Zweifelhafter Trost. Run leb wohl, Elise; ich hoffe. Du wirst während meiner Abwesenheit mein treues Weibchen bleiben." Sei unbesorgt. Oskar, Du sollst nichts Schlimmes über mich erfahren." Junge Frau: Wie reizend und geschmackvoll das Mädchen gekleidet ist! Sagen Sie mir. Beste, wo lassen Sie arbeiten?" Frage. is x.P x ' -X h -r? V "v X' " . mtor, LV"&Z Karlchen: Hast Du einen Aruder?" Fritzchen: Nein." Karlchen: Hast Du eine Schwester?" Fritzchen: Nein." Karlchen: Mit wem haust Du dich denn?" Stimmungen. Heitre Mienen, sonn'ge Augen, Blick' ich tief in sie hinein. Wird zu Muthe mir, als grüßte Mich der Lenz mit Sonnenschein, Flnst're Mienen, trübe Augen Sind mir wie im Herst ein Tag, Wo die Sonne florumhangen, Ohne Laub und Lied der Hag. Unangenehme Schlug folgerung. Aber Herr Doctor, hören Sie einmal, Ihre Rechnung ich schön gesalzen!" Ja lieber Herr, es muß eben wieder herauskommen, was mich das Studium kostete. Nun, dann müssen Sie aber arg unsolid gewesen sein auf der Universität! ' R o m a n p h r a s e n . Sie erschauerte bei jedem seiner Worte bis in's tiefste Mark ihrer Seele hinein. Und mit hoffnungslos verglimmenden Augen sah er in den Abend hinaus, wo sich außer den düsteren Abendschatten nichts Menschliches regte. Studenten haben vorher so viel übersetzen müssen, daß man sich nicht zu wundern braucht, wenn sie es einmal mit dem VerZ ? tz e n verfuchen. .
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Fräulein Ursula Schmalleder, eine wohlkonditionirte Erbtante, hat all' ihre Herzenszärtlichkeit auf ihren einzi gen Liebling konzentrirt, einen Mops in vorgerückteren Jahren, dessen Schönheit mehr nach innen strahlt und der deßhalb von der nur auf's Aeußere gehenden, oberflächlichen Mitmenschheit als grausliches Beesi" , qualifizirt wurde. Um ihren Liebling für den Fall ihres vorzeitigen Ablebens von Gunst oder Ungunst der grauslichen Menschen" unabhängig zu machen, gibt Fräulein Ursula Echmalleder die feierlichste Er klärung ab, besagten Mops Butzi zum Universalerben einzusetzen und Demjenigen die Nutznießung des Bermögens zuzuwenden, der sich bei ihren Lebzeiten noch die Zuneigung des holden Geschöpfes zu gewinnen weiß und die Verpflichtung übernimmt, ihm unter strengster Kontrolle des Testamentsexekutors ein getreuer Pfleger zu bleiben. Butzi" wird in Folge dessen von Verwandten und Bekannten der Erbtante umdrängt und umbuhlt, die mit Liebkosungen und Leckerbissen aller Art sich in sein Herz einzuschmeicheln trachten. Aber in seinen Launen eigenwillig und unbestimmbar, wie das Herz nur. einmal ist, hat sich Butzi's Liebe ganz und gar der, gleich ihm, nicht mehr in erster Jugendblüthe stehenden, nur inwendig" schönen Köchin, Crepuscula Dornenkranz, zugewendet. Diese erscheint somit als die prädestinirte Nutznießerin und eventuelle Erbin des Vermögens, auf welches ein, in solchen Fällen immer vorhandener, Erbneffe bereits die erdenklichsten Hoffnungsschulden gemacht hatte. Da er also die Erbschaft, auf jede Gefahr hin, nicht auslassen kann, riskirt er das Aeußerste und hält kurz entschlossen um die Hand der Jungfrau Crepuscula Dornenkranz an, die ihm auch ohne weitere Schwierigkeit mit züchtigem Verschämen gewährt wird. Unmittelbar nach der Trauung pra sentirt sich der Erbneffe, mehr siegesals freudestrahlend, mit seiner Gattin bei der Tante die sie mit der Schreckenskunde empfängt, daß ihr geliebter Butzi" einem jähen Schlaganfall erlegen sei und daß sie, sein Andenken zu ehren , ihr Vermögen zu einer wohlthätigen Butzi-Stiftung" bestimmt habe. , Kurios. Alter: Guck. Alte. 's geht doch, kurios, in der Eh' zu. Wie Du noch scharfe Augen hattest, und ich gut hörte, zankten wir uns alle Tage jetzt bist Du fast blind und ich halb taub und nun leben wir wie die Txrteltaud'n!
Zur Sie Küche. Keine kundige Hausfrau kaust Ge würze in gemahlenem Zustande, da sie in dieser Form sehr ost gefälscht sind. Ueberhaupt sollen Gewürze, besonders für die Kost kleiner oder heranwachsender Kinder, 'mit Auswahl und Maß angewendet werden; da wirken Senf, Pfeffer, Essig, ja selbst Zucker, in großen Mengen gereicht, schädlich. Gutes Kochsalz muß weiß, körnig und trocken sein. Mucker in gemahlenem Zustande ist oft mit Kalk, Gips oder dergleichen gefälscht, weshalb man besser thut, Hutzucker oder Krystallzucker zu kaufen. Ersterer muß dicht und rein. Letzterer grobkörnig und durchsichtig sein. Salz wie Zucker schütze man besonders vor Feuchtigkeit: Senf kauft man fertig bereitet, doch wird er billige? und oft besser, wenn man ihn aus gelbem oder braunem Senfmehl, ein wenig Salz, etwas feingestoßenem Zucker und dem erforderlichen Essig zusammenrührt. Essig mutz von reinsaurem Geschmack und ganz., klar sein. Er regt, mäßig genossen, die Verdauung an. Zimniet ode? Kane-el muß scharf riechen und schmecken. Zimmetstangen sind besser, als gestoßener Zimmet, der ost verfälscht wird. Muskatnüsse müssen hart, glatt und graubraun sein. Gewürznelken sollen eine braunschwarz: Farbe und einen scharfen Geruch haben. Roslnen und Korinthen müssen rein, süß und trocken 'sein. Zusammengeballte, klebrige, verderben die Speisen. Weiße Bohnen auf englis ch e A r t. Man gebe, sowie du Lohricn abgekocht und rasch abgeseiht sind, in gutes Stück sehr frische Butter dazu und lasse sie damit nur durch und durch heiß werden und die Butter recht durchziehen, richte nun gleich an und bestreue sie mit Cayennepfeffer. Schweinsfußsalat. Man koch: einige Schweinsfüße in Salzwasser, bis die Knochen abfallen. Das Fleisch schneidet man in kleine Stückchen, gibt 12 feingeschnittene Schalotten, eine Hand voll Schnittlauch, Petersilie, Pfeffer, Salz, Kapern, Essig und Oel dazu. Ganspfeffer. Hierzu nimmt n:an Kopf, Hals, Flügel, Füße, Magen und Herz, schneidet den Magen auf und zieht die innere Haut ab, theilt den Kopf der Länge nach, dann Hals und Flügel in zwei Theile, wäscht Alles gut ab und legt es mit Wurzclwerk, gelber Rübe, Zwiebelscheiberr, Lorbeerblatt. Citronenschale, zwei Nelken zweiWachholderbeeren, Pk-ff-rkörnern und Salz zwei bis drei Tag: in den Essig. Nun setzt man den Ganspfeffer mit allen Zuthaten, zwei Schöpflöffeln Beize ud ebenso viel Wasser in einem Tiegel auf das Feuer und läßt es weich kochen, nimmt die Stücke heraus, stellt sie auf die Seite, macht ein braanes Einbrenn, füllt es mit ein wenig Beize auf, rührt es in die Sauce, rührt, wenn man selbst die Gans gestochen, dabei daZ Blut aufgefangen und mit Essig gut verrührt hat, auch dieses hinein, läßt es ordentlich durchkochen, treibt die Sauce durch ein Haarsieb, gibt sie wied:r in den Tiegel, ebenso den Ganspfeffer, läßt ihn aufkochen, richtet zusammen an und gibt ihn mit Kartoffelklößen oder auch gerösteten Kartoffeln zu Tische. Zum Brotpudding gehören folgende Bestandtheile: drei altbackene, kleine Weibbrötchen (Rolls), drei bis fünf Eier, ein Pint Milch, eine Tasse voll Zucker, ein Theelöffel voll Citronenextract, eine Tasse voll Rosinen, ein Gläschen Brandy, zwei Theelöffel voll Butter, eine Prise Salz. Man zer-, schneidet die Rolls oÄer auch ZuckerMaffins in dünne Schnitten und läßt sie zugedeckt eine halbe Stunde stehen. Dann schlägt man die Eier, den Zucker, die Hälfte der Rosinen, den Brandy und den Extract hinzu, schüttet das Ganze in eine einfache, ovale, gut ausgebutterte und mit den restlichen Rostnen ausgelegte Form. Stellt dann die Form in einen To mit kochendem Wasser, so daß dieses bis zu dreiviertel Höhe der Form reicht, läßt so eine Stunde dünsten, stürzt dann' heraus und servirt mit beliebiger süßer Sauce. Zubereitung von Seefis ch e n. Bor Allem muß bemerkt werden, daß sie den sogen. Seegeschmack" nicht immer völlig verlieren, ein leiser Seegeschmack schadet aber nichts Jedenfalls muß man die Seefische zuerst sehr gut reinigen, besonders Maul und Kiemen, letztere, damit man sich an den fcharfen Zähnen nicht verletzt, mit einem Würstchen.' Die Fische werden gut ausgeweidet und abgeschuppt und in Wasser, das man wiederholt wechselt, gut ausgewaschen. Hierauf schlägt man sie vor dem Kochen in Löschpapier, das in Essig getränkt ist, und läßt sie darin eine bis zwei Stunden liegen. Werden die Fische gesotten, so gibt man in .das Wasser ganze Holzkohlenstückchen; diese saugen dann das thranige Fett und die anderen Bestandtheile, die dem Fisch d'en unangenehmen Geruch geben, auf; der Fisch wird so desodorisirt". Bevor man den Fisch aus dem Wasser nimmt, werden die Holzkohlenstückchen, fowie die oberste Schichte des Wassers, die noch Fetttheilchen enthält, mit dem Abschaumlöffel entfernt. Wenn die Fisch: gebraten oder gebacken werden, empfiehlt es sich, sie etwas länger. mindestens zwei Stunden, in mit Essig getränktem Loschpapier einzuschlagen und in die Bauchhöhle, sowie in den , Rachen ein paar Stückchen Holzkohle zu geben, die man natürlich, nachdem sie ihre desodorisirende Wir-
kung gethan haben, vor dem Braten oder Backen beseitigt. Gutes Geschäft. Haben Sie gehört, dem Deyer ist die Frau mit 10,000 Mark durchgegangen?" .Das nenn' ich e Geschäft, 20.000 Mark hat hat sie ihm mitgebracht und 'n Jahr hat er sie erst!"
Im ZlcZchc der Modc.
Die Toilette einer Dame qleich! beinahe einer kunstvollen Mosaikarbeit, denn sie besteht aus unendlich vielen einzelnen Gegenständen, und diese zur einheitlichen Wirkung zu bringen, erfordert fast ebensoviel Geschmack und künstlerischen Sinn, wie das harmonische Zusammenstellen der kleinen römisehen und florentiner Mosaiksteinchen. Wir bewundern die Mannigfaltigkeit, die fabelhafte, bald kühne, bald graziös tändelnde Phantasie, und zuweilen erscheint es uns. kaum glaublich, daß eine verhältnißmaßig einfache ?ache sich in so vielseitiger Art der Ausführung zeigen kann. Das gilt zwar vornehmlich von all ben kleinen Toilettenartikeln, den Shawls, Fächern, Kragen. Fichus, die beute eine so wichtige Rolle 'spielen; allein auch bei den Toileiten selbst müssen wir immer mehr die große Vielseitigkeit und Reichhaltigkeit der Wintermod: bewundern. So verdienen noch einige besonders originelle und hübsche Pariser Toiletten, 'die wir unseren Leserinnen in Wort und Bild vor Augen führen wollen, an dieser Stelle hervorgehoben zu werden. Kleid aus Serge. Die erste Abbildung veranschaulicht ein ebenso einfaches wie anmuthiges Kleid aus marineblauer Serge, das mit gleichfarbiaem Sammet und chinesischer weißer Seide geschmückt ist. Rock und Taille sind glatt, die letztere dem Rock knapp aufliegend gearbeitet. Die Taille zeigt tiom einen gekrausten Einsatz aus Seide, über dem sie mit Sammetriegeln und kleinen Perlmutterknöpfcn geschlossen ist. Dem oberen Theil der Taille sind getheilte, rund geschnitten: Aufschläge us wechem Stoss gegengeräht, die mit Guipürepassementerie bedeckt 'sind. Ein Stehkragen aus Sammet und große Keulenärmel vervollständigen 'das Kleid. Anzug aus Tuch und Sammet. Aus masticsarbenem Tuch und braunemSammet ist der für iunae Damen geeignete geschmackvolle Anzug (Figur mo. 2) gearbeitet, deinen Nock derartig an den Seiten und hinten in tiefen Falten geordnet ist, daß sich vorn ein schmaler tablierartiger Theil bildet, der an der linken Seite, wie ersichlich, mit großen Sammetknöpfen verziert ist. Die Taille aus Sammet ist vorn und hinten mieoerartig mit Tuch bekleidet, vorn seitwärts geschlossen und mit Sammetknövfen. ' sowie Acöselsvanaen versehen. Weite, mit Epaulettes verzierte Puffen aus Sammet liegen den engen, mit Knöpsen besetzten Tuchärmein auf. C o st ii rn aus Sammet mit Spitzen. Sehr geschmackvoll ist das einfache, aus veilchenblauem Sammet gearbeitete Costüm (Figur Ro. 3), dessen glatten Rock ein hinten mit langen Enden verzierter Gürtel von gleichfarbigem Seidenband begrenzt. Eine Garnitur aus geMcher Guipün bildet die einzige Garnitur der Taille und deckt zugleich den Ansatz der leicht gefalteten Vordertbe'ile. Dem Stehkragen liegt ein Sei-
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denband auf, das hinten unter einer Schleife geschlossen wird.
K l e i d m i t I ä ck ch e n. Aus grauem Wollenstoff besteht da5 kleidsame Costüm (Figur Ro. 4), dessen glatten Rock ein Gürtel von gleichfarbigem Seidenband begrenzt, den vorn eine Schleife mit langen Bandenen ziert. Die ärmellose Blusentaill: ist mit einem mit Band überdeckten, hinten mit einer Schleife geschlossenen Stehkragen verbunden. Das Jäckchen fertigt man aus Wollenstoff und Seidenfutter, heftet den Vordertheilen die aus gestreiftem Seidenstoff, leichter Musselineinlage und Futter herzustellenden Revers auf. Die Keulenärmel des Jäckchens sind mit Revers aus schwarz rtd weiß gestreiftem Seiden siosf zu garniren. Billige Noblesse. ' 6 A &m 5 P5 Der jung: Kohn hat ein gutes Ge schäft gemacht. Aus Freude darüber führt er seine Frau an einen 50 Pfen Vl'gZazar. Dort angekommen, sagt er zu ihr: Sarah, such' der aus a Stück und wenn's 20 Mark kostet!" Beim Wiedersehn. Student: Ru, wie gefall' ich Dir, Brüderlein?Der kleine Georg: Du sahst früher nicht so entzwei.aus!" Einziger Trost. Lieutenant: Trostlos heute Abend! Wenn man nicht ab und zu mal in den Spiegel sehen würde, wär's nicht zum Aushalten!" Die zufriedene Ganö. Der Knabe sprach einst zu der Gans: Trotz Schnabel und trotz Schwinge Kannst du wie and're Lögel doch Nicht fliegen und nicht singen!" Was thut das?" sprach vergnügt die Gans, Statt fliegen kann ich flattern; Und wenn ich auch nicht singen kann. Kann .ich doch tüchtig schnattern!" . . Schnadahüpfel. Die Liab is a Briaferl, D'rin steht Hoamlich's g'nua, Und 's Busserl is 's PetschirwachZ Damit pappt man's zua! Waidmännifch. Forsime! sier (zum Assistenten): Aber, Herr Müller, wie kommen Sie dazu,, meiner Tochter einen Kuß zu geben?!" Assi stent: Entschuldigen Sie, Herr Forst meister, sie kam mir halt gar so schön in Kuh5eiie!" Je ungerechter ein Mensch aeaen Andere ist. desto mebr alaubt er selbst verkannt Zu fein. '
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