Indiana Tribüne, Volume 18, Number 61, Indianapolis, Marion County, 18 November 1894 — Page 4

Jndiana Tribüne.

Erscheint Täglich und Sonntags. Die tüzliche .Tribüne- kostet durch den Träger 12 Cents per Woche, die Sonntags. Tribüne" 8 Gent per KZoche. Beide iusamme 15 Cent oder U CentS per Monat. Per Post anberhalb der Stadt zugeschickt in Vorausbezahlung $5 per Jahr. fftcv: iq Süd Alabama StraZze. SneianapoNS, 3nd., 18 Nov 'mder 'V4 0IUllq - ZZttM. Nach den unsterdilcyen Worten eines allerdings schon längst verstorbenen Philo,ophen denn sonst wüßte man ja gar nicht, daß die Worte unsterblich sind : Reden ist Silber, Schweigen aber Gold", ergreise ich schon aus Bescheidenheit allfonntäglich daS Silber der Nede. . . ' Verjorochenermaßen wollte ich eigentlich über deö Kaisers Lied an Äegir" emige Betrachtungen anstellen, leider bin ich aber noch nicht, soweit damit gediehen, und-so rnufr ich mich denn, auf ein anderes Gebiet begeben. ES ist zwar nicht immer leicht, etwas Geeignetes für die Plauderei zu finden. Nicht als ob sich nichts Passendes ereignete, aber leider ist eS in den meisten Fällen nicht angängig, daS zu erzählen, was. man weiß, und so schwebt man alö Plauderer m der oe ständigen Gefahr, entweder die Redaktion oder dle Leser zu argern. BoS heit ist nie angebracht, wie ja schon bei meinem Lelbpoeten Busch : Dieses sagt der Schneider Meck, Bosheit ist kein Lebenszweck." Kürzlich ärgerte ich einen frommen Mann mit einer Pmtfbfäe Bier. DaS mag lächerlich erscheinen, aber eS ist und kam so : Hin und wieder, mit Vorliebe aber an Waschetagen, pflege lch mem Mit tagessen im Commercial Club einzunehmen und dazu trinke ich, da mir Eiswasser durchaus nicht bekommt und mir der Genuß desselben vom Arzte strengstens untersagt ist, gelegentlich ein Pint Budwener. So hatte mir vor ein paar Tagen der Kellner wieder den Leibtrunk unserer teutonischen Altvorderen gebracht, der. iii ftolae deö oben anaeaebenen Hohlmaßes, in so minimaler Menge erschien, daß die Germanen, wenigstens ohne Vergrößerungsglas, ihn gar nicht hätten sehen können. Für mein V!savis am Tisch war eS aber doch zu viel, der Löffel der Suppe entsank ihm, mit innerstem Ab scheu sah er mich an und dann begab er sich an einen anderen Tisch, von wo . er Blicke zu Mir herubersandte, die dem unterweltlichen CerberuS alle Ehre machten. Den Mann habe ich der "Good Citizen League" empfohlen. Wal würde der arme Mensch erst gethan haben, wenn er einmal statt dieses Flacönchens ein Lagerfaß voll Bier sehen würde? Gräßlicher Gedanke! Aus Verseben sich auf einen "live wire" setzen, könnte keine schlimmere Wirkung haben. Da wir gerade auf den elektrischen &tvAvn n f nmm i sinS srt Kitrft tA Vt yfb4itIUIbll 14IV, V jv v am Platze sein, über eine Erfahrung zu reden, wie man sie mitunter bei nassem Wetter auf den elektri föeir Trolley" 'Straßenbahnwagen machen kann. Das Tau, , mittels des. sen der Conducteur am Ende irter Fahrt die Leitstange von der Vordem seit: nach d:r Hinkrseite des Wagens zurückschwingt, geht hinten senkrech! hinab und ist dann l:icht zu erreichen. Nun ist tos Wasser, welches bei solchem Wetter vom Leitstangzn-Rädchen. ab und daS Tau , hinabläuft, schwer geladen mit Elektricität. .Jzdun eS be. ständig auf den Boden d:S Wagens träufelt, wird auch daS Holzwerk tot Itbttztn nach und nach mit Elektricität gesättigt, und Z bildet sich eine, nasse Batterie; die elektrische Kette ist vom Motor nach der Leitstange und das Tau hinab nach dem Wagen eine vollsiandiae. Der auf der nassen Platform siebend: Conducteur erhält oft eine leichte .Ladung, und ein Vlitzgrutz fährt khm durch die Glieder, welcher Neulinge manchmal nicht wenig verblüfft. Dann kommt es uch vor, daß der Passagier, wenn ihm . der Conducteur Kleingeld herausqibt. ein elektrisches Schläglein kriegt, welches unter Umständen, wenn der Wagen schon seit einigen Stunden km Regen war, stark genug ist, daß der sich nach dem Geld ausstreckende Arm des Passagiers oder der Passagierin heftig zurückfährt, gerade wie im obigen Fall die Hand des gefoppten Schülers. Zum Glück sind diese elektrischen Grünoch nie wirklich gefährlicher Art geWesen. ' Der MotorbeNenstete aber wird . E10II&3T2I sebr htHia harnn T?rmTf daß ,sem.Wag:n mit Elektricität g:tadelst. Getödtet worden ist zwar nsch -keiner dabei; der vor Kurzem kam eö wäünnd .tme Shirrn2 hör.. daß ein solcher Motorbediensteter snm ganzen Länge nach rückwärts gegen die Thüre seines Wagens geschleudert courde. Auch dabei ging es ähnlich zu, wie in den 'genannten Fällen. Der sögeslnnt CSnnirnTttT" fyri si:.. m WiW UUVb VtiU' : ßenbahnleute die ' Kurbel nennen, mit velcher der MotorbMenstete den Strom schließt und die elektrische Kraft aus 'der Leitstange erhält) befindet sich eahe 'bei der Bremse, welch' letztere ein Lodendraht ist. Falls nun der Wagen mit . Elektricität geladen ist, und der Mowrmann faßt den-.Controller" und 'bremst gleichzeitig, so kann er eine recht unangenehme Lection kriegen. Ersahjene Zzzeben dafex jene Kurbel zuerst

und bremsen ann, wenn ste halten'

vollen, oder m umgekehrter vtntjtn; folge, wenn sie wieder weitersayren vollen. 5kn nassem Wetter kann ein Vassa gier auch schon in dem Augenblick, da er den Wagen betritt, einen leichten Schlag erhalten. Besondere Umstände können diese ör,cheinungen noch begun stigen. Jst das Holz des Wagens sehr trocken und freiliegend, so vag stcy oas Wasser rasch ansammelt, so mag es nöthig werden, solche Wagen auf län aere Äeit in den Schuppen zu bringen. damit das Wasser völlig entfernt, und Die Jsonrung gegen den eleltrischen Strom wiederhergestellt wird. Das sind einige der elektrischen Ueberraschungen, welche im Straßenbahnverkehr vorkommen können. Auf wirklich gute Jsolirung kann man sieg nur bei trockenem und warmem Wetter derlassen, und auch, dann nur. wenn die Einrichtung nicht mangelhaft ist. Eine ZNenge Extrakraft wird bei diesem System buchstablich weggeworfen, und man darf : froh: sein, wenn nicht besonderes llnbell 'durch dieselbe verursacht wird, womit keineswegs jene-kleinen Überraschungen aus den tzstraMbahnwagen gemeint sein sollen.' , ,, mm Offener echreibtdrief des yhilipp Saerampfer. y. '' In RentUu s U jetzt kee Biineß mehr un ich henmich schon hunertmal selbst : kicke gekönnt, for daß ich so fuh. lisch war un hcn Renthäuser uf mei leere Lotte 1 1 " gebilt. Einiger Mann und einige Frau wo ihr nze3 Hot, kann sich aussickern, was mer sor Eckspenses un Satter mit deß, Verrenke Hot. Es Hot. 'Nämlich zuviel Leit, wo gern bezahle dehte, wann se nor kennte, und es Hot auch plenti von die, wo im werhaupt nicks bezahle un wann se auch könne, un mich mit so Leite erumzebattem, das is mehr wie ich stende kann. Wei, ich hen nit lang'zerick e Pahrtie in eins von mei Häuser gehabt, hui! die hen'S arig fein gemacht. De erschte Dag, oic se eigemuhst sein, do kam e Pejähne, Vrossels un feine Fornitscher, un Piktschers,! ich sage Jhne, en ganze Peil Stoff. Die Ruhms hen ganz different guckt. Die Leit hen ihr Rent in Edwehns bezahlt un ich ben zu mei Wie gesagt: .Ich denke, diesmal hen mer die richtige Pahrtie gestrocke." Alle Woch käme feine LehdieS un Schentelmänner .zu die Leit, wer se sin nie nit lang gestände. Alle Dag hen unser Rentsleit feine Dinners un Soppers gehatt, wisse Se, ich konnt'S an dem Schmell nohtisse. Wie der Monat , um war, do sagt die. Frau: .Sah Mister Sauerampfer, ich kann Jhne heit die Rent nit'bezahle. bikohs mein Hoßbend Hot erscht in verzeh Dag Zahldag. Mer bezahle's de; annere Monat zusammen. -Allrecht hen ich gesagt, .duhn Se sich for deß nit truwele." . Wie der annere Monat kam, do sagt daS Frauche: .Mistn Sauerämper, ich fiele arig sarrie, awer Geld hen ich schon. Widder keens; mein Hoßbend Hot sei Geld kriegt awer er Hot uff die Farm, die er e Woch zerick kauft Hot, so e groß Pehme'nk mache gemißt, un dann hen mer soviel Unnerzeig for mich kaufe misse, Se solle n emol seh, wie verfrorn ich an mei ganze Kerper sin." .Is das so? hen ich gesagt. . FeeeS," sagt se-un Hot so fonnie schmeilt un do is die Lizzie derzii kumme. .DaZ Frauche Hot os Kors gleich wieder e different Fehs gemacht un ich war'a kernder gläd, bikohs , die Lizzie iS ar:z tschellus. Bon Wege die -Rent konnte nter' dann nickZ. anerscht duhn, -alZ warte. Un ich hen' auch gar kee Angst gehatt, dann wann mer-sei RuhmS so fein uffgefickst i&l un e Farm kaufe kann, dann muß doch Eener gut ab sein. ' E paar Dag später, d h:n ich die. Frau' in. die .Waschkitsche? geseh, wo ich ebbeS an die Wasserpeif fickse wollt. Do Hot se mich Widder so fonni angeguckt, un Hot en .laute" Seif zer gelasse.: .Wollte Sie, ich wär' noch sinke!?- Hot se mich uf eemol gefrogt. Ich wußt gar nit, was ich -sage sollt un 'do hm ich blos geschmeilt. .Ich wollt Sie wäre noch fcddighot se dann gesagt und, 'Hot 'mich-an mei-Witzkers gepullt. Bei Schinko hen' ich' gedenkt, .die is schuhr in Lohf mit dich gefalle. Ich muß sage, sie war e arig scheeneZ Frauche; well, hen Ich gedenkt,' ich si zwar kee Bijuti, aber ich sin auch noch lang keener von'die ekliaste. Enihau, was kann ich helfe.wenn se mich gleicht? Ich hen ihr e bische die Backe gestreichelt. hm! ich sage Jhne, die reine Pietsch? un se Hot gar nit dergege gekickt. DaS war doch ebbeS annerscht tät mei Lizzie! os KorS, die auch puttiniehr L0 Johr älter. In demselben Moment is n Peddler an die Dohr kumme un ich sin geskippt De.neckfte Dag hen ich geseh, wie die Frau i in de Grocerstore gan iS un Hot eenZ von dene braune Bichelcher in iit Hand gebati. Ich, wie all nickZ gutS, ßn nachhe? zu dem Groctt gange UN he en gefrogt, ob die Leit dann ihr GuttZ uffs Buch .hole dehte, un der Storekieper sagt,' se hatt schon seit acht Woche keen Cent mehr beza und beim Butscher wäre se' euch noch penti Geld schuldig. Das war all, waS ich wisse wollt. Ich hen die Lizzie gleich hinge, schickt un hen sage losse, daß mer bis de Samstag unser Rent hawwe mißte. Am Samstig Morgen var'n die Nentleit auögesloge unich ben se seitdem nit mehr gesehn. DaS Peiähno und'daS Fornitscher un all den Stoff hen se zerickgelosse un ich var'n nor froh, daß mer wenigstenI uk.u Bta mii vi

verliere ttäuchke7 In den Punkt war'n ich awer arig mißtehken, for se hatte Alles an Teim gekauft un hen noch nit

een Pehment dran gemacht. De feine Lehdies un Schentelmänner wo immer komme sin, waren AehtschentZ, wo kollekte wollte, awer nie nicks kriegt hen und of Kors is Alles Widder fortgeschafft worde. Sell Ding Hot mich arig mähd fiele mache un ich hen mein Meind uffgemacht, meine Kornerlatt ! zu verkaufe. Dieselbe Zeit hen ich ausgefunne, daß der neie Turnverein eHall baue wollt. Bei Tschortsch, hen ich ge denkt, mehöie do kenntste dei Latt los werde. Ich belange zu den Turnersch un ich hen mich reiteweg zu de Bärnrieg, wo se nit lang zerick gestart hen, angemeld. bekohs do konnt ich doch besser in mei Jnterest etschitiere. Ich sin zu des Turne gange un hen mich auch e neie Turnsuht mach: losse. Wie ich das erschtemol komme sin, do hen se gelacht wie alles un hen auch allerlei Rimarks gemacht, wo ich gar nit ggliche ben. Eener Hot gesagt, ich deht gucke, w en Äff,' der. Patrontasche wichst ; en annerer Hot gesagt, ich mißt iesig iwwer das Pferd tschumpe könne, bikohs mei Bein hätte so e. gutes Schehp derzu un wäre so aebaut, daß mer iesig 'e Bertel Bier dazwischedorch rohle könnt. Der Schuster. Knleriem, Hot gesagt, ich sollt Mei Schuh roth pehnte losse, sonst deht Jeder denke, es wäre Sprungbretter und deht druff tschumpe. &o hen ich dem Feller awer en Blick zugeworfe, der nit von schlechten Eltern war. Er Hot . sich awer kee bische scheniert und sagt noch, wann er so Laibbrodfieß hätt, wie ich. dann deht er keen Step in die Turnhall duhn. .Bei de Weg. Phil sagt er, .des Seis Schuhs was du wehre duhst, is doch enihau 14; un die neckste Number sind Kinnersärgel-cher.-Gasch. war ich do mad! Awer ich hen mich doch nicks merke geloßt. Ich hen gedenkt, fühlt Ihr nor; wann ich Euch mei Latt uffzehängt hen, dann seid Ihr gefühlt un 'dann lach ich. Bald darauf hen mir mit Turnen gestart. Do hen ich doch ausgefunne, daß ich alt und steif sin worre. Zeerscht hen ich mich an de Barre in die Höh gepullt un wie ich grad so en elegante Schlenker mache wollt, do ist des Lttmbr zesammeqebrocbe un ich im an de Floor gefalle un r)en mlch en Wmkelriß hinne in mei Pehnties gerisse, wo et liest e Jard un echalb groß war. Im Falle hen ich mich mein Kopp gegen en Balke gestoße, daß eS nor so gerappelt Hot. Ich sin nor froh, daß eS der K o P P , un keen edle Theil war. . Well of KorS Hot die Gang gelacht wie alles ich sage Jhne, ich hätt se kille gekennt awer g e f a g t hen ich nick. Ich hen mich uf en Tschehr gesetzt, bikohs do konnt mer die Blessur von meine PehntieS nit nohtisse un hen for. die Mittung gewart, wo nach die Turnstund gehalte sollt werde. In die Mietung .sollt auch die Hallkwestschen disseited wer un for den Kaufe hen ich lo die Bärerieg getschoint. 1 Well, der President Hot die Mietung zur Order gerufe, un die Kwestschen: .Wohin solle mer baue? is gerehst worde. Grad in demselben Moment, wo ich me' Propektie rikomende gewollt hen. do sagt eener von den MemberS, er wollt e Stuck Land for e Hall dem LZerein for e Pressent mache. Of KorS is daS ekzeptet worde un ich war'n mit enei Nroverti5 nilttfL t?eb'n Se. so geht mich'S . immer. Mein PehntieS Hot mer Lizzie dem PehpereckSman for een Penny verkauft, womit ich verbleibe ' '" ' Jhne Ihr liewer Y hilipp Sa u e ? a m p f e r. Entlarvt. Humoreske von Karl Rode. .Der Himmel ist hoch und der Zar wohnt weit!" sagte Pieter Alexandrawitsch . Popowo, der Schreiber deö Herrn Gutsverwalters Iwan Jwanowitsch Grumbkow, indem er tzie kleine Glocke zog, die über der Einfahrt zum r- m n - ' iLulsyose in einem yurmchen hing. .Der Himmel ist hoch und der 5Zar tyyhnt weit!" Und gleichzeitig hallte es he? und lustig durch die stillen Gassen des weitzeöauten Dorfes hin: .Bimmelim. bimmelim bim. bim!" Das war ein Ruf an Mänglein und Weiblein, schleunigst herbei zu eilen und zu hören, was Väterchen Schreiber seinen Schäfchen mitzutheilen habe. Keine Minuje später kamen sie von allen Ecken und Enden herangesprungen, die braven Muschicks, Männer, Weiber. Greise und Kinder, ein Jed:r eifrigst bestrebt, nicht zu den Letzten zu gehören. .' Denn wehe diesen! Ließ Väterchen Gutsverwalter gerade irgend einem armen Teufel das ehrliche Fell gerben, zu welcher gar nicht seltenen Procedur des abschreckenden Beispiels halber- alle Dorfbewohner zusammenkommen mußten, dann fielen für die Letzteren um so sicherer ein paar Bro samen vom Tische des Herrn- ab, als Väterchen Gutsverwalter sich hierzu in der Regel mit einigen tiefen Zügen aus ber Wutkyflasche vorher gestärkt hatte. Das war nun heute nicht der Fall. Vaterchen' GutSderwalter war gar nicht da, und Väterchen Schreiber war ein guter Kerl, den hatte man nicht zu fürchten, sondern zu lieben. Wer deShzlb die Kleider noch nicht ordentlich hatte, vielleicht weil ihn d Glockenruf h.e) einem dringenden GeWfte überräschie, der brachte sie unierwegS in Ordnung; wer gerade den Mund vollgestopft hatte, der kaute erst ouS, und die Weiber, die bekanntlich ftetS hen Münd voll haben, fanden Zeit und -Muth,' noch ein paar Worte auszutauschen, bevor sie Väjerchen Schreiber zum Worte ließen. Nun haltet einmal Eure gefräßig Mäuler. gebot dieser endlich als e? sah, daß er daS Häuslein seiner Lieben um sich persammelt hatte, .und gebt

rern ?rcyr, was la Euch sagen werde. Unser allergnädigster Herr, Seine Excellenz Graf An7,'chkowo, den der gütige Himmel uns noch recht lange erhalten möge, hat seinen Besuch angemeldet. Ihr wißt nun wohl, als er daö letzte Mal hier war, hatte Väterchen Gutsverwalter noch die Ställe voll Schafe und Schweine, daß es eine Lust war, dem Grunzen und Blöken der lie-

ben Threrchen zuzuhören. Leider sinc die Ställe inzwischen leer geworden. Die Schäflein hat Väterchen Gutsver. Walter verkauft und die Schwemchen, die lieben Thierchen. hat er auch nicht alle aufgegessen; nun hört man kein Grunzen und kein Blöken mehr m den Ställen, und das ist schlimm, meine lieben Schäfchen, das ist sehr schlimm. Was wird Seine G?.aden der Herr Gras sagen, wenn er kein Blöken und kem Grunzen mehr Hort? Aber das Schlimmste ist, daß Väterchen Gutsvermalter veraessen hat, das Geld für die lieben Thierchen an Seine Gnaden den Herrn Grafen abzuliefern. , Er hat sich Wntky dafür kaufen müssen, meme Schäfchen und. Schweinchen Ihr, Wutky, das arme Väterchen Gutsver-.: Walter um sich -zu starken,-wenn' er Euch die. Knute 'geben lassen, mußte! Seht, das ist das Allerschlimmste.' Was .wird Seine Gnaden der'. 'Herr Graf sagen, wenn er Hort, daß Ihr' so böses Gelichter seid, daß Ihr so oft geknutet werden mußt, daß Väterchen Gutsverwalter soviel Wutky zur Stärkung gebrauchte, daß das. Geld für die BKzfe u:io Schweine daraufgegangen .d nun kein Llöken und Grunzen .ebr aus den Ställen zu hören. ist?" Väterchen Schreiber hielt mit seiner Rede einen Augenblick inne und blickte die Musciks der Reihe nach an, auf deren gutmüthigen Schafsgesichtern kaum ein Schimmer des Verständnisses aufzuleuchten schien. Dann fuhr er fort: Ja, das ist schlimm, meine lieben Schäfchen und Schweinchen ja, sehr schlimm. Seine Gnaden de? Herr Graf Anischkowo wird , nicht schlafen können, wenn er keinGrunzen und Bl'öken mehr hört. Das werdet Ihr nicht wollen. Denkt doch nur, das Unglück, wenn Sewe Gnaden nicht schlafen könnte. Väterchen Gutsverwalter, Gospodar Eeumbkow. wird Euch deshalb erlauben, daß Ihr Me, meine sieben Schäfchen und Schweinchen,- Eure Schafspelze anlegt und Euch in : die Ställe begebt, so lange Seine Gnaden hier sein wird, die alten Weiber und die Männer in die Schweineställe,- die jungen Weiber and die Kinder in die Schafställe. Damit Ihr nicht verhun, gert, dürft Ihr Euch zu essen mitbringen. Wer am besten blökt oder am be sten grunzt, der bekommt mal ein paar Knutenhie.be weniger, wenn Väterchen Grumbkow sich mit Wutky gestärkt hat. Pascholl, pascholl, holt Eure SchafSpelze, wer-zuletzt wiederkommt, erhält Fünfundzwanzig auf daS Gesäß, Ihr meine Schäfchen und Schweinchen ! Väterchen Schreiber fuchtelte lachend mit dem Karbatfck in die Menge hinein und diese stov lachend und kreischend davon, um in die Schafspelze zu. schlüpfen. Keine Viertelstunde späte? war daö ganze Dorf wie auSgestorben. Alles was Odem zum Grunzen dder zum Blöken hätte, saß in den Ställen deS GutshofeZ und ließ dort' ein so lustiges Concert - los, daß Jedermann, der für derartige landwirthschaftliche, Genüsse empfänglich ist, seine Freude daran, haben konnte. Ganz besondere Freude hatte aber Väterchen Gutsverwalter, der biedere Gospodin Iwan Jwanowitsch ' daran, ls er gegenAbend mit Seiner Gnaden, dem Herrn Grafen Anischkowo, auf den Hof gefahren kam. ' ..Hören Euer Gnaden, meinte . c? grinsend, .wie munter die lieben Thierchen sind? Als od sie sich freuten, vag dr Herr einmal nach- ihnen auözuschauen beliebt 1" ; Und Graf Anischkowo lacht vergnügt dazu: .ES ist gut, mein lieber Grumdlow. eS ist gut so! Das Blöken, Grunzen und Quieken ging bis in die späte Nacht hinein 'und nahm mit dem ersten Morgendämmern wieder seinen' Anfang. Seine 'Gnaden hatten ausgezeichnet geschlafen unt schauten nun seelenvergnugt zum Fen per hinaus. . ... .Potz Blitz!" dachte er da, .sollK doch mal nachschauen, wie die liebe thierchen sich befinden, daS Grunzen und Blötkn hört sich doch gar zu lustig an.". - . Damit schlüpfte er in seine großen Galosche und begab, sich nach de.m Hofe hinab. Väterchen GuiSverwaster hatte auch ausgeschlafen und steckte gleichfalls !vergnügt den Kopf zum Fenster hinaus. Sein Vergnügen hatte seinen - Grund -aber darin, daß er Seine Gnaden-so glücklich getäuscht hatte und die Ge fahr der Entdeckung vorüber war. Da sah er leider zu spat zu seine größten Schrecken den Herrn Gra sen nach den Ställen . schreiten, : die Thüren öffnen und die .Grunze?. BB ker. Quieker-, welche daS alb Signal zu verdovpelten Anstrengungen betrach' teten, mit den Schafspelzen über! den Rücken auf allen Vieren herauskommen und vor den Augen Seiner Gnaden deS Herrn Grafen ein wahnsinniges Concert anstimmen. ' : ' Da war denn bald ermittelt, wo der Hase im Pfeffer, lag .und dem guten Väterchen Gutsverwalter wurde noch am selbigen Vormittag daS Leder so gründlich durchkarbatscht, 'daß er eS r n.ci : i . c . icm eoiag niazi wieoer vergessen yar. Entomologifchf Merkwürdigkeiten. . ; n .-!:,; ES ist eine wunderbare. Sache -um ! die Jnfcctenwelt. . -In ihrem Gestalten. Reichtum ' wie in der Mannigfaltigkeit und Eigenthümlichkeit der LebenSüuße jungen bietet sie so ungemein viel An- : ziehendes, daß ihr Studium von jeher ' rnebr sevlleat worden )$L'sÜ ude? ftN-

verk TeN'der Zoologie uxCS die" Vereh. rer der Entomologie auch unter den Laien zahlreicher sind als die irgendei nes Zweiges der ' Naturgeschichte der Thiere. Gleichwohl bleibt noch vieles auf diesem Gebiete zu erforschen und überraschende Einzelergebnisie gehören in der entomologischen Wissenschaft noch nicht zu den Seltenheiten, Bekannt ist die Thatsache, daß die Natur den sonst wehrlosen Kerfen mancherlei Schutzmittel auf den kurzen Lebensweg mitgegeben hat, die sogenannte Schutzfärbung oder schützende Aehnlichkeit, durch welche die Thiere den Augen ihrer Feinde mehr oder weniger entzogen werden und deren sonderbarste Form von den englischen Ldeiser.de Bates undWallace zuerst in den Tropenländern beobachtet und unter den Namen Mimikry" in die Wissenschaft eingeführ, worden jst, und weiter die Fähigkeit, durch Einziehen der Glieder sich todt zu stellen. Blattkäfer, Marienkäfcrt Maiwürmer und Blattwespen . ziehen Fühler und Beine bei der Berührung ein und beobachten längere oder kürzere Zeit eine vollkommene - Unbeweglichkeit, um die Aufmerksamkeit ihrer Verfolger, die sich nur von beweglicher Beute näh-

ren, abzulenken. Bei den Käfern, welche mit diesem Vertheidigungsmittel begabt sind sieht man nun gleichzeitig aus dem Mund oder zwischen den Bemgliedern einzelne Tropfen einer gelben oder röthlichen Flüssigkeit austreten. .Schon im Jahre 1859 hat Franz Leydia in Bonn über diesen Saft zutreffende Vermuthungen ausgestellt, denen aber alle folgenden Forscher widersprochen haben, und erst neuerdings hat dee französische Entomologe Cuenot nach einem der Pariser Akademie ' vorgelegten Berichte durch Üußerft interessante Versuche -den Nach weis erbracht, daß Leydig Annahme richtig gewesen .ist daß jener auZtre tende Stoff nämlich direkt aus dem Inuern des Körpers kommendes Blut dar stellt Für drei Gruppen von Käfem, die Blatt-, Marien, und Blasenkäfer, hat er als zweifellos festgestellt, daß sie die sonderbare Fähigkeit besitzen,' ihr eigenes Blut freiwillig auszuwerfen. Bei starker' Vergrößerung zeigt der willkürlich ausgeworfene Tropfen alle Eigenthümlichkeiten des Blutes, daS man durch Anstechen aus dem Insekten leibe ziehen kann, und zwar denkt Cuenot den Vorgang sich so, daß der Druck des plötzlich zum Stillstand ge brachten Blutes die Haut in den Punk, ten geringsten Widerstandes sprengt und dann ein Tropfen herausgepreßt wird. ES ist offenbar. daS dieser merkwür dige Aderlaß für die Tiere als ein wirksames chemisches Schutzmittel dient. Wie denn ein Blattkäfer, der eine ' Eidechse vorgeworfen ward, von dieser in den Mund genommen, aber sofort fahren gelassen wurde, als er einen gelben Blutstropfen eusspie; Marienkäfer wurden von Eidechsen und Amphibien, wenn sie aus Unachtsamkeit von ihnen verschlungen waren, sogleich wieder ausgeworfen. Die schützende Kraft liegt in dem unangenehmen Geruch oder in dem zusammenziehenden , Ge schmack des BluteS. und jedenfalls wird man das eigenthümliche Palladium durch sortgesetzte Beobachtungen auch noch bei anderen Jnsectenarten als den genannten drer entdecken.. Pläne und Lieder. Pläne hab' ich viel gemacht Auf der Lebenöreise. . Lieder hab' ich auch erdacht Nach bekannter Weise. Sind die Pläne auch zerstreut Und verweht die Lieder. Käm' zurück die Jugendzeit. . Glaub', ich macht' sie wieder! Tlas Dorf Kartscheran unweit Tislis wurde von der aus 20 Leitern und 30 Fußgängern bestehenden' Bande deS - berüchtigten' RäuberhauptmannS Naii überfallen und nach harter Gegenwehr der Bewohner, von welchen . 13 getödtet wurden, - beraubt und in Brand' gesteckt. . , Starke Mili. tär- und' Gendarmerie-Abtheilitngen fabnden nacü den Räubern. 2Zr, JZerman Utekt) tn ZoUUr, VL y. Ein Jahr lang taub, dernrfluht rej Äatarrh im Ropfe. atnh ifi i, kuftitttell,I Leis & . forbnt lind koftituti,lle HeilKlI, feil Hd' ErsaPkUla cl , faire. 2ft: Cor ftret 3atircm i g?!, a?h. Mrbr lch tKnM mewe Hörkra ub war U i Iah, la, aud. Ich tonntt leint Lant ttencheide. Ich beabsichtigt ich b Obhut we eprztalift u,unrue. a ir Jemand xtt i,lichn, weis durch Hood' e5aeZchLl Liuderuu, $m he.. 3ibcatai c in brnc, jedoch dauernd bhiUt, dab ich versprechend. L ewe rsia d ein tret Freud fand ich. achden lch drei Zsiasche , ba daß ei Hörkratt ehrt. Ich fuhr s,r, di ich drei weke? Flasche euomnien hatt. Veit, her ist jetzt ad ein tatst rid ich kan, an, ichue ,u hbre, . ar,t, tläfti, ich i ,r we. Ich htom ine mrtU wRrbi ffftS und eMbsl ass'I Herzlich fta 'Hood?s OarsapariUa CSn rtt Katareh vehaste,. A tn tt Oiqw . Ca KcUter. .H - 75? L f iTI Cp3 k-d tat tt;Uii

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