Indiana Tribüne, Volume 18, Number 44, Indianapolis, Marion County, 1 November 1894 — Page 1
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X o xPi r S AA. Cn S I sefen Sie die Offerte der Tribüne" - fürUnsere Weltausstellung l Cefcn Sie die Offerte der Tribüne" für Msere Weltausstellung ! J (xc Y l5 v r i v i r lll l l l llll liV W w V k w iy iy y iyy V Jahrgang 18 Office : Ro. 18 Süd Alabama Straße. No. 44 Indianapolis, Indiana Donnerstag, den j. November 8g4.
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Offizieller
der
Merciiants National Bank. Indianapolis, den S Oktober 1894.
Aktiva. Anleihen $ 540,635 72 Vereinigte Staaten AondS 250,000 00 Stadt Indianapolis, Marion und andere County Bonds 609.9V6 94 Baarmittel: In Banken $593 238.45 Beim Ver. Staaten Schatzamt 8,500 00 aar (Gold $336,000 00) 436,516 27
Bond-Prämien Gewölbe, Geldschran! und Nööeln ic
Passiva.
SrngezahlteS apital. iirt?5flnb imb ßewnme ' Nationalbank.Noten im Umlauf IT-K V Devositen 1 John P. Frenzel. Präsident. ... V VtiS-Todes-Anzeige. Freunden und Bekannten die traurige Nach xidn, dab unser aeltebttr Sa te und Vater. Valentin Krochler, im Alter von 27 Jahren, nach längerem Leiden a Mittwoch, den 31. Oktober, unS durch den Tod entrissen wurde. Die Beerdigurg findet J' ettag, den Z. Nsvem ber, Nachmittag? Z Uhr, vom Trauirhause, No. S6Vkulberry Strasse auS ftatt. wozu ergebenst einladen, Tie trauernden Hinterbliebenen Mary Nroehler, a'.ttn. nebst Tohn. 6toorge Mörnniinn i S.. ttOTAbp-rj Acriv SSKZW Äw&aS t 5 r .vV Fr I 5 'I älrVÄSh xstr-iK.- - r-.--iri I k ... . - mri. irr, oAT r - ZeiHenbeftatter, Office : 26 Süd Delauaregr. etSHe: 120. 122, 124. 126, 123 Oft Pcarlftr Ttirtbfvn 1? . C?5cn ?aa und Nacöt, 31 5(rtiCt(Cl)f Ct - ncuna, - Eligen SpCyer, Circle Park Hotel Indianapolis, Lditorielles. So vollständig im Dunkeln, wie I bei dieser Wahl tappten die Demokra- . ...Q,;., ;..s ten und Republikaner noch niemals. . . t . : V . (T?. u, Keine der beiden Parteien weiß . u woran sie ist, keine von beiden weiß auq nur unnayerno zu sagen, ircicgc i Partei gewinnen wird. Die Zahl derum mwuini ivu. " I nS nnr 2nnäbernd .u saaen. welcke zweifelhaft Bezeichnettn populistisch stimmen, dann ist sogar der Sieg der Populisten möglich ( Wir w undern unö zuweilen darüber, wenn in Deutschland ein ZeitungSschreiber wegen irgend eineS Wortes oder ScheS verhaftet und beV . . V Wk www.v mov w st'k' wi.. und fr.un n, unscrcr angeblichen Freiheit. Allein in Amerika kann ganz dasselbe pasfiren. Zn einem Städtchen in Tennessee wurde estern der .erauSaeber eine Blat- . g . pw... f U teS wegen folgenden Satzes verhaftet : Nach sorgfältiger Erwägung der Sache wurde beschlossen, eine MassenVersammlung abzuhalten, zu welcher alle ehrlichen Leute eingeladen sind, Der Zweck der Versammlung ist, dem Entschlüsse Ausdruck zu geben, der sich in den Köpfen und Herzen Vieler gebildet bat. lieber zu sterben, als sich am Dienstag, den 6. November eine unehrliche Wahl gefallen zu lassen. Sich solchem schamlosen Betrug zu fugen, wie er in der August.Wahl begangen wurde, heißt alle Mannheit und allen Patriotismus aufzugeben, wom die ehrlichen Leute von Lauderdale noch nicht bereit sind, und ehe sie eS thun, werden sie lieber den Boden mit ibrem Slute düngen. I?d:r ehrliche Mann, der eine ehrliche Wahl wünscht, ist er-
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w.i. : . ?nk,-.,.," ur um uuict ujiru icyi. uau, maq üuitu ua cui cguic viiiuc l ZLi 1 ht ist Tarifbill, welche die Demokraten paf- seines Vaters noch bestärkt worden alS zweifelhaft bezeichnet wcrd.n, ist ' ' fdjlif6Iitö ist nut eine s"n: Thatsache ist es. daß unter seiaußerordentlich groß, und wenn, was p'Me, l1 "Wl ni rc ne lerunq ein Jeder, welcher den Z4.k ,.nws..s,;nl ist d, l Zweite Auflage der McKinley Bill. rfrlnnntn Midersvruck aeaen die über-
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sucht, zu komm?n ui tu uigen, daß welche viel haben. Die große Masse, die Rechtspflege, Lahmlegung der provm- . ZA Ans 3:t nnten sn,wZni.st. die ,abtt ziellen und ständischen Initiative,
11 iuy mmi w-. w. . v. . miv k CcUtigt. b.sin..." Ja diesem Artikel befinden sich einige Sätze, welche vielleicht Manchem etwas ark vorkommen mögen. Auch unserem ark Eeschmacke entsprechen dieselben nicht,
Gericht
$l,045,5io4 TA l2,vvöo 17,000 00 12.472.787 28 T ' ' I auu,wuuu 119,594 75 ,, . I 223,750 00 1,829,442 63 I WM" Otto N. Frenzel, assirer. ssf....er iiM"ll denn es sind bloß hochtrabende Phra- ' I sen. Aber eS geHort chon e!n gut U... ,.... l Lls. st.... ei w u biv Theil Haß dazu, m diesen Sahen eine Aussorderung zum Ausruhr zu sehln Dahin lautet aber die Anklage, unier welcher die Verhaftung erfolgte. 3nt - c rx w,!.r s;f deß dleselbe erklart sich wohl damit, daß der verhaftete em PopuUst ljt. Der Vorgang zeigt, daß die politi- . . . , . sche Verfolgung auch in Amerika mcht - r . r .if.t. " ' D --7f I " ' -7 1 , :n v v.c uu...r....i.:.r..r.tM J nur mnniim. i nnurrn rinr juui uile i uuu vup co um uiinci uitiyciuyui feit Freiheit durchaus nicht so weit her ist, wie man glaubt. Daß die Tariffraae für den Arbeiter und auch für den Geschäfts. ..nXs . Utittiit D()(ilIUIU'VtV9 IjUVlUVUl ist, haben wir schon mehrmals dargk' than. Unter dem Schuhzollsystem kann das Land die Produkte nicht mehr auf. c crr:fY: . v .t.:(u uugcn, iüciücii uiucnoiw und die Arbeitslosigkeit drückt den Lohn herab. Unter einem Freihandelssystem werden wir einen Markt im Auslande bekommen, aber um im AuSlande zu verkaufen, müssen wir so riIIi9 kabriziren wie das Ausland und der Lohn muß so weit heruntergehen, wie im Auslande. Ob Schuhzoll oder Freihandel,.bei dem heutigen Stande der Industrie geht der Lohn deö Arbeiterö herab, wenn nicht andere Mittel aisss ffen werden. Und ernr der Arbeitslohn sinkt, so leidet auch .tz! ' w. TT CI " . . . X I afü Atf ff www A M M nttvlTtf u"v ttSii vit.t, die Tarissrage langst zu einem erf.:. VMIUIMVU UMUIVHU MUVVVI, IV k 4 IV . , I I , dieS noch um so mehr, weil trob allen a ' ... ucr .te,c. V''' - - , Republikanern und Demokraten . ii.r x.:.v t,.n.u r:. Man hat von der Tarifbill den Adler abgekratzt und dafür einen Hahn hin- - . . gemalt, und daS soll nun eine Bill üi der Richtung des Freihandels sein. 1H J i i .-rr r ä. . ri ' t Man hat den alten Tarif genomm, und eine demokratische Etiquette men. darauf geklebt und nun soll man glaufcö6 hi- elckickte besser geworden. . K ' " " - I II O Humbug. nich., l, Humbug. Wir haben ein neueS Tarifgefeh. daS dem Zucker Trust 40 Millionen und dem Whiskey Trust 20 Millionen einbringt, und damit soll den Arbeitern ein'EeI ' fallen geschehen sein. Die PullmanS und die CarnegieS werden nach wie vor Millionen ansammeln und dabei die Löhne herabsetzen und die Arbeiter sollen sich darüber freuen. Welch ein Humbug, welch ein Hohn ! Die Trusts, die Syndikate, die Mo nopole bekommen jederzeit den Tarif, der ihnen paßt, sie kaufen sich die Ge setzgeber mit blanken Dollars für 0ie,en Zweck, daS Volk aber hat nichts welter zu thun als leue? zu zahlen uno Hurrah zu schreien. Sm Esel ist, wer letzteres lyur, uno ncy von oen yomxt kanten weiter mit der Tariffrage naSi w m m. w . m w führen läßt. Wenn die demokratische oder die republikanische Partei vom Volk spricht, so meint sie damit bloß die Leute, die waS haben, besonders die, i - ........ 7 -o-i" ich. mit. Die oberen Zehntausend kochen und würzen den politischen Brei nd die Anderen müssen ihn auöfressen. Mag da länger mitthun, wer will I wir nicht !
Der Zar ist todt. Heute Nachmittag starb er nach schwerem Leiden, Nach einer schlaflosen, schmerzreichen Nacht. tariere und Charakter des todten Monarchen. Der neue Zar.
Die Familiengeschichte.
Livadia, 1. Nov. Der Zar starb um 2 Uhr heute Nachmittag nach einer schlaflosen Nacht, in welcher er schwer litt. Er war mehrere Stunden bis zu seinem Tode bewußtlos. ms . m T l C 4 Mit fcywerem cyiage yai oas i - -m r w . mm Km. i L' i i m m rr www t w ajiajai oaa iyaujn vc uwu den tnb'neinen fTußen" getroffen: Der ... Tv-7 C V" Ct'Ll. gemalllge ar Äiexanoer ozt xjuuc. der feelöti)cnctjci aller irtcuBen, von t rr iyu ,., m r y ' cm : oenen Jüituiur oas yjeicgia üicki jjiulioncn von Menschen abhlng, it im Filter von 49 Jahren 7 Monaten wer icyieiazenoen, gmtu?iujcn .ff,, .rWn 9sTrrmhT 9IITslN: IllUIUUCU MUiUIIXV ...... drowitsch war ein echter Repräsentant ' . . . ... i . der NomanowZ aus den Zeiten vor m ri P rw f."-. . ettr vem . roven. m u Gestalt, mit rlesiaen Körperkräften beqabt. hatte der verstorbene Zar die massigen Ziiae, welche seinem genanntn Ähnen eigen waren; allein dessen entschiedenen Charakter und gewaltige Willenskraft besaß er nicht. Em Autokrat m vollsten Sinne des Wortln na, bcm Vbe m Nikolaus dem Ersten, der eine jede freiheitliche Regung als ein Veri - 1 r w i . m.rvreazen gegen tm geyeuigie ynim mtf itnrhtttitmr 5krenae linier , L.rjjl, OIUulC. Alexander der Dritte. Alexander der Dritte, am 10. März (20. Februar) 1345 als Sohn des Kaisers Alexander des Zweiten und dessen Gemahlin Maria geb. Prinzes. Im mm mm ST 1m ö0n uns 6 Ayem geooren, stieq nach seinem Vater, der dem frULr.n iMKftfnnHin! harn 13. h.....m . . ar3 Ls- '..r s war. den Thron. Die astatische Herr- , ttt ucu t. iwit P,n. erzogen worden I . v..jc w .ir.i.s: rn-V. sraufkassuna. in welcher er. wie alle Ct Orgien feiernde Despotie zu äußern waqte. mit unerbittlicherGraur i . . W- 1t "Cfl narnicti Droigr wuw:. ungeja ,ec giuouü, a; - uuu I rr.,.v VrntrVn Ytrrrri tihyritrt VlT JflUUtll lUUVVlil ItUUJ Wlutui ft:c Diocletian die Christen, r0 verfolgte er die Juden und Polen, roelche den mit der Knute geführten Vekekirungsversuchen zum Trotz sich , y , . fT rt r f mcht w j Uz deutschenOstseevrovinzen. in denen tn die deutsche Cultur mit den rigo rosesten Mitteln vorgegangen wurde, war nicht zum kleinsten Theile sein Werk. Zarin Maria Feodorowna. Uebergreisen der Verwaltung in di: - ir r- f . , , ' ri. cv-n: i. SiSWÄ sränkuna der Lebr und BildunaSMtalten, Unterbindunz des geistiäen Austausches mit dem westlichen Eurova. .Knebeluna der Vrcsse ..alles
das blühte unier Alexander dem Drttten ebenso üppig, wie in den vierziger und den ersten fünfziger Jahren, und anscheinend auch mit demselben Erfolge wie damals. Die Bauern, welche trotz der unter seines Vaters Regierung erfolgten Aufhebung der Leibeigenschast in dem größten Elende dalnnlebten, erfuhren von ihm . keine Verbesserung ihrer traurigen Lage. Manche Gewaltmaßregel des dahingeschiedenen Zaren war wohl auf seineFurcht vor den Nihilisten zurückzuführen, welche eS an Versuchen nicht fehlen ließen, ihm ein Ende zu bereiten, wie dasjenige seines Vaters gewesen war. Die wiederholten Attentate hatten zur ffolge,' daß der Schatten, den daZ schreckliche Ereigniß, der Anlaß seiner Thronbesteigung, über ihn gebreitet, nicht wankte und wich. Derselbe wurde durch die fortgesetzten Anschläge auf sein Leben noch düsterer. Wie durch ein Wunder entging Alexander mit seiner ffamilie dem Eisenbahnattentat von Vorki. Die unausgesetzte Aufreung und Angst übte auf seinen Ge müthszustand naturgemäß einen über aus nachhaltigen Einfluß aus, unt dem selbst seine nächste Umgebung schwer zu leiden hatte. So erschoß er in einem plötzlichen Anfall von Rase rei einen seiner Adjutanten.
In der That ist keine Herrscher familie derartig heimgesucht worden wie die russische. Der letzte Kaiser wurde durch nihilistische Bomben umgebracht; der jetzige Zar war mit seiner kanzen Familie bei dem schrecklichen Eisenbahnunfall zu Vorki zugegen; der Zarewitsch erhielt in Japan einen Schwertschlag über den Kopf und kam gerade noch mit dem Leben davon und die Großfürstin Xenla stürzte an ihrem Hochzeitstage mit ihrem Gemahl köpfüber aus dem Wagen, und ein Wunder ist's, daß sie nicht für ihr ganzes Lebe.n beschädigt wurden. Thronfolger Nikolaus. Trotzdem der verstorbene Zar ein Autokrat vom Scheitel bis zur Sohle, par dieser Mann, in dessen Hand die Entscheidung über rteg und Frieden, also daS Schicksal eines ganzen Welt theiles lag, ein Fürst des Friedens; der Männer mordende Krieg war ihm ein Greuel, wie aus seinen Auslassungen in den Reminiscenzen von Seba stopol hervorgeht. Semer Friedensliebe ist es auch wohl nur zu verdan ten. daß Alexander, 'der aus seinen Sympathien für Frankreich kein Hehl machte, dieselben vielmehr bei mehr als einer Gelegenheit in demonstrativer Weise bekundete, dem Drängen der Panslavisten zu emem Kriege mit Deutschland entschiedenen Widerstand entgegensetzte, Prinzessin Ali?. Zar -Alexander hatte sich am 9. No vember 1866 mit der am 26.November 1847 geborenen dänischen Prinzessin Dagmar, welche als russische Zarin den Namen Maria ffeodorowna an nahm, verehelicht. ' Dieser Ehe sind fünf Kinder entsprossen, drei Söhne -v. ev"jfci. . rvi uno zwei .ocyier, nami'.cy - llcoiaus WltrrtrthrnYniifj) fZ'AfnYYnüfr( ' fämts. MVAH.vtvWf. WM VtWQ fürst-Thronfolger. geb. am 13. ' (6.) Mai 1863; Großfürst Georg Alexanbrowitsch, geb. am 9. Mai (27. April) 1871; wrok ürstin Xenia Aleran drowna, geb. am 6. April (25. März) ip; Broblürlt Michael Alerandro
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witsch, geb. am 5. December (23. November) 1878, und Großfürstin Olga Alerandrowna, geb. am 13. (1.) Juni 1882. Alexander war ein guter Gatte und Vater, allein auch als solcher hat er viel Trübes erfahren. Der Groß-fürst-Thronfolger bereitete ihm viel Kummer, denn, mit einer jüdischen Hetäre liirt. verstand er sich nur auf den ausdrücklichen Befehl seines Vaters zu der Verlobung mit der am 18. Mai 1863 geborenen Prinzessin Alix von Hessen. Auch diese sträubte sich lange und energisch gegen diese Verbindung mit dem russischen Thronfolger. In einer freiheitlichen Geistesatmosphäre erzogen, empörte sich Prinzessin Alix gegen den, als unerläßliche Bedingung deö Ehebündnisses mit einem Russen vorgeschriebenen Uebertritt zur byzantinischen Kirche. Ihre Opposition war so nachdrücklich, daß der erste Pope, welcher vom russischen Kaiserhofe nach Darmstadt gesandt wurde, um die. Prinzessin in den Lehren der griechischen Kirche zu unterweisen, seiner Mission bald überdrüssig wurde und
nach St. Petersburg zurückkehrte; seinen Nachfolger empfing sie überhaupt nicht. Angesichts dies es energischen ich der Heilige Widerspruchs verstand Shnod zu Zugestandni fftn.welche noch einem Convertlten gemacht worden waren; Prinzessin Alix brauchte die beim Uebertritt zur byzantinischen Kirche vorgeschriebene Verfluchung" hres früheren Bekenntnisses nicht auszusprechen. Zar Alexander, welcher seines Sohnes Widerwillen gegen die Heirath mit der hessischen Prinzessin wohl kannte, mochte wohl befürchten. daß nach seinem Tode das Verhältniß n Stucke gehen konnte und daß der Heilige Shnod". die Antipathie der künftigen Herrscherin gegen den finsteren byzantinischen Glauben kennend. zu der Lösung desselben nach Kräften beitragen würde, sprach aus dem Todesbette den Wunsch aus, daß das Verlöbniß noch .vor seinem Tode die Weihe der Kirche erhalten solle. Dem zufolge trat Prinzessin Alix die Reise . . e . c. r l nacy loavia an, roo vie xixuum nach dem byzantinischen RituS vollzogen wurde. Da die russischen Krise rinnen'keincn aerinaen Einfluß auf die Politik auszuüben pflegen, und da Prinzessin Alix durch ihr bisheriges Verhalten sich so selbstbewußt und energisch bewiesen, so ist wohl zu erwarten, daß sie auch als Zarin von ihrer Macht in segensreicher Weise Gebrauch machen und am Hofe zu St. Petersburg den deutschfeindlichen Bestubungen entgegenwirken wird. Großfür st Georg. Sein Lieblinassobn war der Sronfürst Geora. den er an der Scbwindsucht dahinsiechen sehen mußte und der im fernen Kaukasus seiner Auslosung entgegengeht. Zar Alexander hatte wohl am liebsten diesen, seinen Lieblingssohn, als seinen Nachfolger aus dem Throne der Romanows gesehen, allein dessen unheilbares Leiden machte die Verwirklichung dieses Wunsches unmöglich. Für alle Eventualitäten, d. h. für den Fall, daß Nikolaus ohne Hinterlassung eines legitimen Sohnes sterben sollte, wurde deshalb der junge Großfürst Michael alS Thronfolger proclamirt. Diese Maßregel war nothwendig, um inneren Wirren vorzubeugen.. Alexander's Leiden, über dessen Natur übrigens die Ansichi ".ir!j i , ii oci u.zi.iqcn ÄUioriiaiei. auselnandergingen, war iine complicirte Nierenkrankheit. welcher gegenüber selbst die beruhmtestenSpezralisten wie Prof. Sacharjin, Prof. Leyden u. A. machtlos waren. Eine Ironie des Schicksals wollte es übrigens, daß als letzte Hilfe an das Krankenbett d:s Zaren ein Sohn d:Z von diesem so bitter versollten Volkes, der jüdische Professor Lcndcn aus Berlin berufen wurde! Schissö, Nachrichten. Angekommen in : London: Lydian Monarch" von New Jork. Hamburg: Scandia" von New Sott. Baltimore: Weimar" vay Bremen. Southo,mpton: Aller" von Jew Sork. ' Genua: Auzufta Victoria von New Jork. Hamburg: Gellert" von New Fork, Polaria" von Baltimore. Liverpool: ,Catalynio." von Hoston..
Großfürst Michael. Der GroMürst-Tbronfolaer ailt als ein unbedeutender Mensch, doch soll in seinem schwächlichen Korper em reger Geist wohnen. Gegen alle ReaierungSgeschäfte soll er eine heftige Abneigung empfinden. Er wird wohl einen recht unentschlossenen. unselbstständiaen Herrscher abgeben, an dessen Hofe die verlcyiedenen Kamarlllas und Sondergruppen ihr ränkevolles Spiel treiden und um den Besitz der Macht kämPfen werden. Die äußere Politik Rußlands, der europäische Frieden, mag darunter cht schlecht fahren, noch schlimmer aber die inneren Zustände, die schon unter seinem Vater sich rückchrtttllch gestaltet und emen unver Die Zarenkrone. kennbar nikolaitischen Anstrich erhalen haben. Unter dem neuen Regime dürfte der Großfürst Michael, ein am 25. (13.) Oktober 1832 geborener Onkel des verstorbenen Zaren, eme roße Rolle spielen. Die europäische Friedenöconstellatioy dürfte durch den Tod des Zaren nicht geändert werden. 3i(is)(iiiisl)iii1j(ri!. Inland. Wetterauötichten. Schön und wärmer heute Nacht; chön mit gel:gentlichen Regenschauern Freitag und Freitag Abend. Der Schulbesuch in d e n V e r. Staaten. Berichte deö Erziehungöcommissärö. Ein Lob für die Bibliot h e 7 e n. Washington, 31. Okt. Der Jahresbericht von Dr. W. T. Harris, CrziehungS-Commlssar, sagt, bad 23 Prozent der Bevölkerung zu gewissen Perioden ceS Jahres die schulen besuchen. Die Durchschnittszeit ist jedoch sur jedes Kind nur 89 Tage im Jahre. Der Bericht fuhrt aus: Es scheint der Zweck unseres Systems zu sein, jedem Kinde in den Elementarschulen die Fähigkeit zu lesen beizubringen. Nachdem es die Schule verläßt, wird erwartet, daß eS an seiner Erziehung durch Lesen von Zeitungen und Büchern weiter arbeitet. Die große Zunahme der öffentlichen Bibliotheken in den Ver. Staaten ist ein bezeichnender Fortschritt in der Verwirklichung dieser Idee. 1892 hatten wir über 4000 öffentliche Bibitotyeren mit uoer luuu anoen in jeder. Die Schulen lehren das Lesen. die Bibliotheken liesern den Lesestoss Aber die Blbuotbeken u enteben sckem Einfluß weit übertretend sind die täglichen Zeitungen und Magazine. Wir werden von der in den Zeitungen ausgesprochenen öffentlichen Meinung zu einem solchen Grade regiert, daß unsere Civilisation eine ZettungScivl lisatlon genannt werden rann. Die Bibliothek und die Zeitung find unsere Hauptwerkzeuge für den Fortbestand der Schule und der Universität. Kampf mitWeißkappen. M e m p h i ö, 31. Okt. Der junge Farmer Llge Haiton von Sevter Co war schon öfters von Weißkappen, die im Eounty ihr Unwesen treiben, mal traitirt worden und sann deshalb au Rache. C? kaufte sich eine Flinte und begab sich nach Henderfon SpringS, wo er mit zweien seiner Bersolger, Lobe Latham und 3saac Kübler, zusammen traf. Ein fürchterlicher Kampf ent spann sich, in dessen Verlauf alle dre Bianner getodtet wurden.
Großer Diebstahl. C h i c a g o , 31. Okt. Ein russischpolnischer Arbeiter, Vincenz Doonwicz, ist hier auf die Anklage verhaftet worden, 5S000 in Gold und Papier, welche Frau S. Christian in Geoige Straße
in ibrem Keller veraraben hatte, at sohlen zu haben. Um zu dem Orte u gelangen, wo das Geld lag, hatte Doonwicz einen Tunnel von einem verlassenen Hause auS, daS in der Nähe der Wohnung der Frau Christian steht, hergestellt. ' Auffindung eine? Mastod o n s. Huntington, Pa., 31. Okt. Aus der Farm von George W. Swavne unweit Sdi'leySburg ist man eifr'g da mit beschäftigt, daS Skelett eines Matodons aus einem Sumpf auszugraben. Einer von seinen Fangzahnen ist 4 Fuß 7 Zoll lang und hat an der Basis einen Umfang von 16 Zoll, zvei Backahne wiegen ie fünf Pfund. Außerdem sind mehrere Nippen und ein Theil des Rückgrats aufgefunden worden. Sämmtliche Theile sind woblerhalten und man hofft, daS ganze Skeelt zusammen zu bringen. Ausland. Eine Verschwörung gegen den Zarewitsch. London, 1. Nov. Einer Nachricht aus St. Petersburg zu Folge, wurde hier eine Verschworung gegen das Leben des Zarewitsch entdeckt. Seit einigen Tagen schon hat die Polizei Nihilisten verhaftet, darunter mehrere 5fiintitn Schwenkungenderdeutschen Politik. Berlin, 31. Okt. Die hiesigen Zeitungen bestätigen die Nachricht, daß der landwirthschastliche Minister von Heiden-Cadow zurücktreten werde. 3n Verbindung damit soll die Diskussion übe? einen Bauernkrawall in Weisau n Bayern stehen, welche in einer Ministerconserenz unter Vorsitz deö Staatssekretärs deö Innern und VicePräsidenten deö preußischen Ministeriums, Dr. von Bötticher, stattfand. Bei dem fraglichen Krawall mußte das Militär eingreifen, und zwei Bauern uurden durch Bajonnettstiche getödtet. Die halbamtliche Kolnische Zeitung welche zuerst den Rücktritt Caprivi's und Eulenburg'S ankündigte, meldet heute, daß der landwirthschastliche Minister von Heyden-Cadow um seine Entlassung beim Kaiser nachgesucht, und dieselbe erhalten hat. DaS Blatt bcmerkr, Herr von Heyden werde anderweitig im Staatsdienste verwandt werden. Berlin, 31. Oktbr. Der LokalAnzeiger behauptet, der preußische Finanzminister Dr. Miquel sei zur Unterstukung des Fürsten Hohenlohe zum Vicekanzler ernannt worden. London, 1. Nov. Der.Correspondent deS Standard in Berlin erklärt, er glaube nicht, daß Dr. Miquel zum Vicekanzler ernannt worden sei. Die Ernennung deö Freiherr v. Biederstem, deS SekretarS deö Aeußeren, zum preußischen Minister ohne Portefeuille sichere daS Festhalten cw Caprivi'S Handelsvertrags. Politik. Cme Depesche auS Rom sagt, dem Vatikan sei die Ernennung deS Fürsten Hohenlohe zum Reichskanzler nicht erj f Ü 4. . . municor, oa er ein egner oer papllichen Unfehlbarkeit und der Einmisch. ung deS Papstes in die Politik sei. Deutscher Spion in Paris verhaftet. Paris, 31. Okt. Der Haupt mann beim Eeneralftabe, Alfred Drei fug, welcher dem OrganisirungS- und MobilisirungS-Departement zugetheill war, ist unter der Beschuldigung ttt VerrathS und der Spionage im Auftrage und Dienste des Dreibundes ver haftet worden. Vom Schmerzenölager deö Zaren. L o n d o n , 31. Okt. Eine Depesche der Pall call Gazette auö Livadia von heute Nachmittag s'.gt : Der Zar liegt im Sterben. ES beißt, die Entzün. dung des linken Lungenflügels sei so bedenklich, daß zede Hoffnung aufge geben sei und sein Tod stündlich ervar tet werde. Das Parthenon baufällig. Athen, 31. Okt. Eine amtliche Untersuchung hat ergeben, daß daö Parthenon durch die Erdbeben vom letzten Frühjahr stark beschädigt wor den ist. Bas evauoe lo u nq in ge fahrdrohendem Zustande befinden. Maßregeln für die Reparatur werden sofort getrosten werden. , ) Entsetzlicher Schiffbruch. Sydney, N. S. W., 31. Oktbr Der Dampfer der Union Linie War raipa scheiterte am Sonntag Abend aus der Fahrt von hier nach Auckland.N S., an der Great Barrier Insel gegen über der Nordostkuste von Neu See, land. Der Dampfer hatte eine groß
' Passagiere an Bord, von denen zanken. Die Zahl der Gcrette.icht genau bekannt doch befin- ' unter ihnen auch einige Passa-
iiten den gierc. Die Nacht war sehr dunkel, und der wachthabende Ofsizur wußte nicht, daß man sich in der Nähe deS Landes befand, alS der Dampfer auf die Felsen stieß. Der Kapitän Mc3ntosh befand sich zur Zeit aus der Kommandobrücke. Er und die eisten Mitglieder der Mannschaft fanden ihren Tod. Die ee ging hoch, alS der Dampfer strandete. ES wurden Versuche gemacht, die Boote auszusetzen, aber ihrer mehrere wurden an der Schiffswand zerschmettert, ehe sie daS Wasser erreichten, oder kenterten, ehe man sie inS Meer hinauösteuern konnte. Alle Znsassen der Boote kamen um. Die noch an Bord waren, weigerten sich, diesen RettungSweg zu versuchen. Inzwischen hatte man Versuche vom Lande auS unternommen, den Schiffbrüchigen zu Hülfe zu kommen. Der Dampfer hatte drei RettungSflöße an Bord, und diese wurden auSgeworfen, nachdem man sie mit starken Leinen am Schiff ' befestigt hatte. Dann kletterten einige Passagiere mit Hülfe von'Tauen hinunter und ließen sich auf die Flöße fallen, welche alsdann lokgemacht wurden. Sie trieben schnell uferwärtS und wurden von Leuten in Empfang genommen, welche, so weit sie konnten, in'S Wasser gegangen waren. Schließlich wurde eine Leine zum Dampfer herübergeworfen und an diesem befestigt. Auf solche Weise wurden zahlreiche Schissbrüchige gerettet. Leider kamen jedoch 111 Passagiere und 23 Personen von der Mannschaft durch Ertrinken um. Die Ueberlebenden sind in Auckland angelangt. ,, m General-Agentur. Feuer-Versicherua. CoLcktion von Miethe, Geld an- und ouSzuleihen. Schiffsscheine, Reisepässe. Vollmachten und CrbschastSerhebungen. A. M e fe a t x GrundeigentbumSAgentur. Ergründet 18LZ. Hiesiges. Polizeigcrlcht. Einen widerlichen, abstoßenden Eindruck machte heute Morgen der Steinmaurer 3ohn Wilkev. 363 W. Pearl Str. wohnhaft, der seine in anderen Umständen befindliche Frau gestern Abend in angetrunkenem Zustande aus geradezu bestialische Weise gemißhanoelt haben soll. Wenn man den Auösagen der Frau und der übrigen Zeugen vollständigen tauben beimejjen wollte, so hätte der Mann eine Zuchthauöstrase von mehreren Jahren derdient. Cr soll sie nicht nur georfeigt, sondern un den Haaren aus dem Hause geschleppt und mit Fußtritten vollene die Stufen hinulergeftoßen haben. AlS die sehr angegriffene Frau deS Wütherichs heute ihre Aussagen machte, siel sie plößlich in Ohnmacht, und man mußte sie in ein Seitenzimmer tragen, wo Dr. Kahlo ihre Uedersührung ins Hoöpital für nothwendig erklärte, da ledenfallö eine Früh- oder Fehlgeburt infolge der skandalösen Mißhandlungen zu erwarten sei. Dadurch kam daS Verhör vorlausig zum Abschluß und weiterer Termin wurde auf den 22. November angejeßt. Dem Berichterstatter kam dabei die entsetzliche Gestalt auS ZolaS L'Assommolr vor Augen, em besoffener Kerl, o.r auö reiner Mordlust, auö Wollust an Qualen, seine mutterlose Tochter langsam zu Tode Peitscht, und sich an den Qualen seines Opferö weidet. Solche Vorkommnisse, wie daS obengenannte, erinnern einen daran, daß die Bestie im Menschen" keine Ersinoung der erhitzten Dichterphantasie ist, sondern eine Erscheinung deö wirklichen Gebens. Eugene Pinchback erhielt $25 Buse diktirt, weil er Minvie Warnack geschlagen und $5 weil er dieö im Raufche gethan. Morriö Wilson hatte den Wirth LouiS Burkhardt, 1 Madison Avenue, mit einem Bierseidel an den Kopf gewarfen, der eine tiefe Wunde am Kinn verursachte. Stubbö erkannte auf 550 Buße und auf $5 eztra wegen Trunkenheit. Wegen wilder Ehe wurden Mary Carpenter und Frank Stockton zu je $10 Buße verurtheilt. Frank Rador, ein Nachtwächter in Nord Indianapolis, passirte gestern Morgen vor Tagesanbruch das HauS deS Herrn Eug. Udell und bemerkte daS Gebüsch im Hos sich bewegen. Er glaubte, eö sei eine Kuh und ging hinein, um sie herauözutreiben. Auf einmal richtete sich ein Mann aus und feuerte seinen Revolver auf ihn ab. Die Kugel ging durch RadorS Hut. Der Mann lief dann davon, erwiderte aber noch einmal daS Feuer deö ihn verfolgenden Nachtwächter. Wahrscheinlich beabsichtigte der Mann emen Vmoruq.
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