Indiana Tribüne, Volume 18, Number 40, Indianapolis, Marion County, 28 October 1894 — Page 3

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?ie tEifiQööfc öe Ccßciis. Roman von p. .ieder-ASrens. (12. Fortseung.) Laß doch, Konstanze," erwiderte er, "sanft ihre Liebkosungen abwehrend, Du bist ja vollständig im Rechte, eZ ist eine Hundsgemeinheit, euch armen Weibern in dieser gräßlichen Zeit noch obendrein zur Last zu liegen; ich halte das auch nicht länger aus, entweder tritt eine Aenderung ein, oder ich werde wahnsinnig! Alles, nur nicht so weiter leben, keinen Tag, keine stunde!" 1 Er stand auf und nahm seinen Hut vom Nagel, Konstanze vertrat ihm den Weg. Geh' jetzt nicht fort, Leopold, Du bist zu aufgeregt, und in solcherStimrrnrng könntest Du leicht " sie scheute sich, den schrecklichen Gedanken auszusprechen. Bleibe, thu' mir nur das eine zu Liebe." Beruhige Dich," entgegnete er, einen Blick au? seine Uhr werfend. S3on der Tcllheit sind wir geheilt, wenigstens vorläufig noch. Ich habe öine Verabredung mit Regine und möchte sie sprechen; denn etwas muß geschehen dieses Dasein ertrage ich nicht länger." Wäre es nicht besser, Leopold, im ier solchen Umständen das HoffnungZofe Verhältniß einstweilen aufzugeben, da es Dich nur mit neuen Sorgen belastet? Es ist. für Euch beide so ohne jede Aussicht." Freilich, ohne jede Aussicht, und vielleicht ist's schurkisch von mir gehandelt, daß ich nicht der Sache ein Ende bereite, aber sie hängt an mir ich stecke tief in ihrer Schuld und möchte mich Regine auf keinen Fall undanl bac erweisen,dieGeschichte hat zweiSeiten. Soll ich außerdem dies elende Leben nicht abwerfen, so muß ich doch irgendwo nach Hilse aussehen und vielleicht weiß sie einen Ausweg." Konstanze rang in stummer Qual die herabgesunkenen Hände. Sollte nicht Graf Montsanto eine Stellung für Dich finden, Leopold?" Magst Du ihn darum bitten, nachdem die verrückte Gans da drinnen ihm einen Korb gegeben hat? Wird er überhaupt wiederkommen nach der Blamage? Ueberdies erhalte ich hier keine Stellung mehr, die Sache hat sich 'doch unter unseren Landsleuten herumgesprochen, Konstanze. Ja, wäre ich kein Deutscher! Alle andern Nationen balten unter sich fest zusammen, da steht einer sür alle und alle für. einen, aber zwischen uns herrscht nichts als Klatschsucht, Neid und Mißgunst, da sucht einer nur den andern herunter zureißen und statt zu helfen, gibt man mir noch den letzten Gnadenstoß! Nein, geschieht nicht irgend etwas besonderes, so ist's aus mit mir, vollständig aus nicht einmal so viel bleibt mir, um einen anständigen Revolver kaufen zu können! Hat doch der Hund, der Fiebinger, mich ohne mein fälliges Monatssalär davongejagt; ich schuldenoch zwei Wochen Stübenmiech:, wofür mau meine paar Lumpen als Pfand zurückbehielt. Und dabei," fügte er, mit Hohnvoll unnatürlichem Lachen sich vor die Stirn schlagend, hinzu, weist meine Schwester aus purem Uebermuthe einen Millionär ab, der sich ihr zu Füßen legt!" Konstanz? krümmte sich unter seinen Worten. Q, so machtlos zu sein dem Liebsten gegenüber ihrem schönen Aruder, auf den sie so stolz gewesen, an dem sie mit der ganzen Kraft ihrer Seele hing! Wie hart, ihn verbittert in ohnmächtigem Kampfe vergebens mit 'den trostlosen Verhältnissen ringen zu sehen! Sie küßte ihn zumAbschied, bat zum letzten Mal mit all der Innigkeit ihres bangen Herzens, standhaft zu bleiben, und ging dann zu Kamilla, die noch immer regungslos am Platze saß. Bin ich denn auch wirklich so furchtbar schlecht, Konstanze, habe ich räch so arg an euch versündigt, mußte ich das Opier meiner Liebe bringen?" Um die Lippen zuckte es so schmerzlich und aus den weit geöffneten Augen sprach eine solche abgrundtiefe Verzweiflung, daß Konstanzens Zorn dem Mitleid zu weichen begann. Du hast gewiß von Deinem StandPunkt das beste beabsichtigt. Du dachtest an Egon, an Dich, man darf jedoch nicht immer nur an sich denken. Der Tann ist schwach, aber demWeibe wurde es gegeben, hart zu sein gegen sich, groß zu handeln in den wichtigsten Momenten ihres Lebens, und mit diesem hat die Natur dem' Weibe eine Kraft verliehen, aus welcher die Quelle eines reinen Glückes fließt, das ist: Entsagung! Anfangs ist wohl die 'Ueberwindung unendlich schwer, doch welche Genugthuung, welche Seligkeit würde Dir erstanden sein aus dem Bewußtsein, um des einen bitteren Kampfes willen Leopold und unserer Mutter eine sorgenlose Zukunft erwirkt zu baben? O, Kamilla, ich hätte nicht gewankt." Du, nein. Du nicht!" rief Kamilla klagend, während Thränen über ihre fangen rollten, Du hast ein starkes, gross's Herz und bist fähig, den Dolch gegen die eigene Brust zu zücken, ich jekoch, o Gott, konnte es nicht. Ich sehe ein, selbstsüchtig gehandelt zu haben und bin bereit zu sterben, wenn es sein muß, aber so lange ich an Egon glaube, kann ich ihn nicht um eines andern willen verrathen." Es ist gut. Kamilla, auch ich war zu hart. Armes Kind, streng genommen hast Du doch nur korrekt gehandelt und Egon von Saßwitz 'müßte Dich für das, was Du um seinetwillen usgeschlagen, in den Himmel heben. Wir wollen ergebungsvoll warten, was Gott bestimmte, nachdem wir das uns?!ge gethan zu haben glauben." Unterdessen verfolgte Romano gedankenvoll seinen Weg, den Berg von

I Santa Theresa hinan: er erkannte in

der weiblichen Seele die Schätze von Liebe, Hingebung und Pflichtgefühl und wußte ebenfalls, daß die Oberflächlichkeit, die kindische Putz- und Vergnügungssucht im Allgemeinen nur Fehler einer falschen Erziehung sind, welche die edlen Keime im Weib ersticken und nur die schlechten nähren; er kam auch zu dem Schlüsse, daß Kamilla Rombeck ganz recht gehandelt, als sie sich durch Rang und Reichthum nicht verblenden ließ, sondern festhielt an dem einen, der ihr Herz besaß, und damit bemächtigte sich seiner eine erleichternde Empfindung; es war ihm plötzlich, als sei der Vorgang seiner unwürdig, alle Vitterit war überwunden. Wie ein Wahn hatte es ihn ergriffen, jetzt, da er ernüchtert zum Bewußtsein gelangt, sah er erst klar die Tragweite des Schrittes vor sich. Noch nicht gebunden! Sollte es wahr sein, daß ein Mensch nur eine wahrhaft lieben kann, die von Anfang aller Ewigkeit für ihn bestimmt ist, dann war diese eine Daniela; aber wie kam es, wenn das Schicksal ihn durch das Band der Natur mit ihr verknüpfte, daß sie sich von ihm wandte? Im Legriff, den Garten seiner Villa zu betreten, ergriff ihn mit einem Male wieder das schwindelnde Gefühl eines stechenden Schmerzes in derHerzgegend, wie immer rasch vorübergehend, und doch mit einer Gewalt, daß Graf Romano sekundenlang zu waken drohte. War das der Vorbote eines frühen Todes? Noch zur selben Stunde lieft er den Wagen anspannen und fuhr zu seinem bejahrten Kollegen, einem berühmten Spezialisten für innere Krankheiten, um zu erfahren, ob das, was er vermuthete, von der Autorität dieses Mannes bestätigt wurde. An einer einsamen Stelle desStrandes der Olindastraße stand eine hin de später ein junges Paar, dessen wei che Schattenumrisse sich verschwim mcnd gegen den sternenflimmernden Nachthimmel abzeichneten. Also auf Wiederfehen am Donnerstag Abend, Leopold, ich komme nicht, ohne etwas entscheidendes ausgerichtet zu haben, verlaß Dich darauf! Nun ich weiß, daß Du zu allem bereit bist, sogar umzusatteln, habe ich meinen Plan doch frage heute noch nicht, laß erst alles fertig sein." Ich frage nicht, Negine, sondern nehme an, was mir aus Deinen Händen kommt, nachdem Du einmal ausersehen scheinst, die Vorsehung für mich zu spielen; Dir schulde ich mein Leben und Dir bleibt es geweiht, es wird doch endlich auch die Zeit kommen, mich dankbar zu erweisen." Nur dadurch, daß Du mich liebst und ganz allein mir angehörst; denn mit dieser Gewißheit trotze ich allem und stehe zu Dir bis in den Tod. Ob Du ahnst, wie unaussprechlich Deine Nähe mich beqlückt? Es ist wie einFieder, ein Rausch von Seligkeit, in dem ich lebe, und nur um Dich zu sehen aus der Ferne würde ich zu Fuß im Sonnenbrände bis Santo Amaro laufen. Hast Du nun ganz begriffen, daß Du mir alles bist, meine Welt, meine Vorsehung, mein Gott?" Er preßte sie in stummer Bewegung an sich und küßte leidenschaftlich ihre Lippen. Es ist. süß. so zu beglücken, mit einem Leben, das mir ohne Dich nur eine Last sein würde. Laß uns hoffen, Regine, solcher Liebe steht der Himmel bei." Sie trennten sich, und über denPlatz, wo sie gestanden, flössen bald darauf die Wellen der steigenden Fluth; die Worte waren in der dämmernden Nacht verhallt, aber sie lebten fort im Innern der beiden Liebenden und trugen ihre Saat. 's5 $i Am folgenden Tage, der trüb und stürmisch hereingebrochen, wurde die Erinnerungsfeier eines Heiligen begangen, die Läden blieben geschlossen, und Konstanze befand sich im Wohnzimmer, als sie durch das Fenster den Briefträger kommen sah; Kamilla eilte ihm von der Küche aus entgegen und trat dann mit dem Brief herein. Schon wieder von Egon, der bringt gewiß eine frohe Nachricht, Du wirst sehen, Stanz:, erklärte sie freudigen Tones. Konstanze fuhr in ihrer Beschästigung mit den Rosen- undPelargonientopfen fort, während Kamilla sich in den Inhalt des Schreibens vertiefte; plötzlich begannen ihre Hände zu zittern, auf einen Stuhl sinkend, entglitt der Bogen ihrer Hand und mit seltsam leerem, irrem Blicke sah sie vor sich hin. Konstanze bemerkte diesen Verständnißlosen Ausdruck in den entgeisterten. todtenblassenZügen und trat in derAhnung von etwas schrecklichem auf die Erstarrte zu. Was ist Dir, Kamilla?" Lies!" kam es tonlos und mühsam von den zuckenden Lippen. Konstanze hob den Brief auf und las die Zeilen des Lieutenants von Saßwitz. Mein süßer Engel! Nachdem meine letzten Briefe allerHand Vorschläge zu unserer baldigen Vereinigung enthielten, die jedoch leider im Ernste unausführbar sind, siehst Du mich heute vor einer ungeHeuer schweren Aufgabe; ich habe, auf Ehre, lange geschwankt, ob ich zum Revolver oder zur Feder greifen sollte, und wählte ich das letztere, so geschieht es lediglich aus Rücksicht gegen meine hochbetagten Eltern. Liebes Herzblatt, ich bin endlich gezwungen, einzusehen, daß aus unserem Bündniß weder für Dich noch für mich ersprießliches zu hoffen steht; Du befindest Dich in einem andern Welttheil, häufig genug mag da die Gelegenhei! sich bieten, Dich mit einem der gut situirten feurigenSöhne jenes Landes zu verbinden, während Du mit dem Warten auf mich einem höchst unsiche-

ren Lose ausgesetzt bist; ich selbst aber bin vergangene Woche von Onkel Vogislaw vor die Alternative gestellt worden: entweder den Gedanken einer Heirath mit Dir aufzugeben, oder Enterbung und gänzliches Abziehen seiner Hand; daß ich mich dem letzteren weder aussetzen kann noch darf, wirst Du zweifellos einsehen. Nach Frauenart hat Tante Sabine geschwatzt, was den Hereinbruch des insamen Kraches über mich verhängte. So schauderhaft schwer es mir auch ankommt, Herzblatt, ich kann nicht anders als Dir blutenden Herzens die Freiheit zurückzugehen. Es soll nicht sein, es wär zu schön gewesen!" Und ich bin der Meinung, daß meine kluge, einsichtsvolle Kamilla sich selbst gesteht: es ist so am besten; denn was bliebe uns übrig, als getrennt von einander das Leben zu verseufzen, und schließlich doch fern von einander zu sterben? Zürne nicht, wenn ich Dir wehe that, aber das unvermeidliche mußte geschehen zu unser beider Heil, und in dieser festen Ueberzeugung findet seinen einzigen Trost Dein ewig ergebener Freund Egon von Saßwitz." Um Gotteswillen, Kamilla, Du bist so entgeistert, sprich Dich aus, weine, aber die unnatürlicheStarlheit ängsiigt mich." Die Angeredete schüttelte mechanisch den Kopf. Ich kann nicht. In dieser Stunde ist etwas in mir gestorben, auf immer. O Stanzi!" Und plötzlich einen gellenden Schrei ausstoßend, der ihren ganzen Körper konvulsivisch erschüttelte, sank sie halb bewußtlos in die Arme der Schwester. Es ist nicht wahr, sage mir, es ist nicht wahr, so furchtbar schlecht kann doch ein Mensch nicht sein, er nicht, den ich geliebt habe mit der ganzen Kraft meiner Seele! Sage mir, daß es nicht fein kann!" Konstanze umschlang sie, küßte ihre Stirn und Wangen und tröstete mit den weichen Lauten einer liebevollen Mutter die Verzweifelnde. Fasse Muth, armesKind, einmal mußtest Du erfahren, daß es kein Würdiger war, dem Du Dein Herz gegeben; sei gedul,dig, ein jeder von uns muß daß Maß seiner Leiden durchkosten, ruf' Deinen Stolz zu Hilfe." Ich kann nicht, das ist zu bitter, zu bitter! Er weiß nicht, was er gethan, was er in mir getödtet hat! Mein Glaube an Gott und an die Menschheit ist dchin." Verurtb nle nicht alle um des einen willen, der Dich betrog, Kamilla." Ach, sie sind ja alle so," rief Kamia mit unsäglicher Verachtung. Sie stellen sich über uns, als die Herren der Schöpfung, als die Starken, Treuen, Schutzspendenden, und wie gern richtet sich das gläubige Weib an ihnen auf, es sieht das Ideal in ihnen und vertraut schrankenlos; denn nur zu geschickt wissen die Erbärmlichen die Rolle des Ehrlichen zu spielen, bis zu der Stunde, da sie eine bessere Partie gefunden, weil die Unglückliche Vermögen besitzt, den verfahrenen Karren wieder flott zu machen. Und das genügt, der armen Verlassenen mit ein paar nichtssagenden Worten den Dolch in die Brust zu stoßen, während er lachend hingeht und sein bethörendes Schmeichellied von neuem beginnt! Mir graut vor den Männern, Konstanze. Mein Herz ist todt. Jetzt bin ich bereit, Graf Montsanto anzunehmen, gleichviel, er oder ein anderer; mag mich der Meistbietende erschachern." Um alles in der Welt, Kamilla, handle nicht voreilig, überlege zuvor; Trotz und Empörung veranlassen Dich, gegen Dich selbst zu wüthen!" Voreilig? Nein, ich will ihm," hier deutete sie, das bleicke Antlitz unheimlich verzerrt, auf den Brief des Lieutenants, nur beweisen, daß ich leicht über feine feige Absage hinwegkomme und imstande bin, ihn von Heute bis morgen zu vergessen. Das mag Lüge sein, aber er soll es glauben, er soll nicht denken, ich weine um ihn, wenn mir auch das Herz darüber bricht. Was liegt noch an mir? Es ist ja doch nun alles zu Ende." Es war Konstanze lieb, heute bei der Schwester bleiben zu dürfen; denn sie fürchtete für Kamilla; sie weinte nicht, es kam auch kein weiteres Wort der Klage über ihre Lippen, doch wo sie ging und stand, starrte sie mit einem Ausdruck in den kindlichen Zügen vor sich hin. so abwesend und irre, daß es Konstanze das Herz zerriß. Gegen Mittag begann Kamilla sich zu einem Ausgang zu rüsten, sie bllrstete das einzige schwarze Kleid sorgfältig ab, heftete eine weiße Spitze um den Halsausschnitt und nähte einen fehlenden Knopf an ihren Handschuh. Willst Du mir Deinen Paletot borgen, Konstanze? Der meine ist nachgerade zu schäbig." Gern; Du willst fort, Kamilla? Dann gehe ich mit." Nein, den Weg muß ich allein besorgen." Kamilla, ich ängstige mich um Dich," bat Konstanze mit zitternder

nmme. Das brauchst Du nicht; ich will nur zu Dona Angela und komme bald zurück." Zu Dona Angela? Das ist einVorwand. Du weichst mir aus!" Gewiß nicht ich will mit Graf Montsanto sprechen." Der kommt doch heute Abend noch hierher!" Wie Du mich quälst,- Konstanze, ich weiß es ja; ich will eben in seiner eigenen Wohnung zu ihm reden." Kamilla, bist Du auf dem Wege, etwas unwürdiges zu begehen?" stieß Konstanze ahnungsvoll hervor. Unwürdiges? Wer weiß;" sie verzog die Lippen zu einem irren, zuckenden Lächeln, das die ältere Schwester ersa)auern ließ. Leopold hat gesagt,

EBS3 sasasaaMesss 11 "' J es wäre meine Schuld, wenn wir alle vier vor Hunger siärben. Das trage ich nicht, Stanzi, das ist zu viel! Doktor Montsanto wollte mich, und ich habe ihn ausgeschlagen um des andern willen, zur selben Zeit, als der mich schon abgeschüttelt wie ein abgetragenes Gewand, das man mit dem Fuße von sich schleudert. Jetzt gehe ich zu ihm, der mich wollte, und gestehe meinen Irrthum ein; ist das so merkwürdig, daß Du mich mit so verwunderten Augen anschaust.?" Konstanze hatte ein Gefühl, als bre che ihr das Herz die Knie zitterten; redete die Unglückliche im Fieber, legten sich auf ihre zuckende Seele die ersten Schatten des beginnenden Wahnsinns? Kamilla." flehte sie beschwörend, aus tiefer Brust, besinne Dich auf Dich selbst. Würdest Du es fertig bringen, Dich so weit zu vergessen, so weit zu erniedrigen und bittend zu demjeniqen zu gehen, den Du gestern stolz verschmähtest?" Erniedrigen?" fragte Kamilla schneidend. Hat nicht Egon von Saßnitz mir den Beweis geliefert, daß wir Frauen gar nichts sind in den Augen der Männer, als ein elendes Spielzeug ihrer Laune, mit dem sie nach Willkür verfahren dürfen, hat er nicht gezeigt, daß er das Weib verachtet, und kein Mannesschwur heilig genug ist, um ihn ihr gegenüber nicht zu jeder Stunde nach Belieben brechen zu dürfen? Gut, ich nehme den Platz an, auf den der Mann mich stellt, als das verspottete, vogelfreie Geschöpf, das nur um feinetwillen geschaffen, ihm zum Vergnügen, ihm zu dienen, und ich werfe mich infolgedessen, wie man es fortan von mir nicht besser vcrlzngen darf, dem, der mich begehrt, an den Hals! Was soll 'ich mehr?" Kamilla, der so schnell hereingebrochene furchtbare Schlag hat Dein Urtheil und Deinen klaren Sinn getrübt. Du bist einem verhängnißvollen Irrthum verfallen. Und nun, Liebling, laß Deine Vorbereitungen zum Ausgehen, Doktor Montsanto wird um die gewohnte Stunde da sein, und kannst Du nicht anders, so sprich Dich mit ihm aus; liebt er Dich aufrichtig, nun, dann ist ihm Dein Ja vielleicht auch heute noch willkommen, obgleich es ein anderes Ja ist, und Du wirst trotz alfern noch recht glücklich werden, Kamilla." Als Romano sich am Abend nach seinem Besuch verabschiedete, gab ihm Kamilla trotz des stürmischen Wetters das Geleite bis zur Pforte, wo sie zögernd stehen blieb; es widerstrebte ihr. die Unterredung einzuleiten, mit aller Macht lehnte sich das weibliche Gefühl dagegen auf, und doch trieb einGemisch von Trotz und Muß, von dunklem Pflichtbewußtsein gegen die Ihren und Zerstörung gegen sich selbst sie gemaltsam zu diesem letzten Schritt. Ein paar Worte noch, ehe Sie gehen, ich habe Ihnen gestern eine Kränkung zugefügt, Gras Montsanto." Durchaus nicht, Dona Kamilla," entgegnete er, vermuthend, daß sie die Entschuldigung nur aus Furcht, ihn nachhaltig beleidigt zu haben, vorbrachte. Nachdem Sie mir den Grund Ihrer Weigerung genannt, mußte ich 'Ihnen recht geben und besitze keineUrsache zum Zürnen." Kamilla empfand den etwas, kühlen Ton, fuhr jedoch unbeirrt, als ob sie auswendig gelerntes hersage, in ihrem Vorsatz fort. Es war recht unüberlegt von mir gehandelt, Ihnen die gestrige Antwort 'zu geben." Soll das heißen, Sie bereuen das Nein, welches Sie meiner Anfrage entgegenstellten. Dona Kamilla?" fragte Romano aufhorchend. Ja." antwortete sie verwirrt, während ihre Finger nervös mit der klei nen Quaste des Schürzenbandes spielten, ich bereue es." Sie hoffte, Romano werde ihr jetzt zu Hilfe kommen, dadurch, daß er schnell über den peinlichen Moment hinweggehend, sie an sich ziehend jede weitere Erklärung ersparte, doch seine eigene Verlegenheit überstieg um nicht geringes die ihre; er hatte sich schon gestern mit dem ., entscheidenden Nein abgefunden und war viel weniger enttäuscht gewesen, als er anfangs geglaubt, ja, eine gewisse Erleichterung hatte sich, wie bereits erwähnt, seiner bemächtigt. Und nun kam Kamilla mit der Beichte, daß sie bereuend das Nein in ein Ja verwandeln möchte. Dürfte er sie, die er gestern geliebt zu haben behauptete, heute so tief durch ein verletzendes Zurückweisen beschämen? Unmöglich, alles in ihm, der so ritterlich gesinnt war gegen das weibliche Geschlecht, empörte sich dagegen, und dennoch mußte es sein. Dona Kamilla," begann er nach kurzer Pause voll inniger Ueberzeugung. ick schätze und achte Sie nur um so höher, weil Sie mir gestern die Empfindungen Ihres Herzens offenbarten, das einem andern gehört; Sie fürchten, mich empfindlich verletzt .zu haben, und wünschen die scheinbare Kränkung wieder gut zu machen, doch über mich veraessen Sie in Ihrer Güte sich selbst, und das darf nicht sein. Sie wollen mir, geleitet von Großmuth und Zartgefühl, cin Opfer bringen, das ich unmöglich annehmen kannweil ich Sie lieb genug habe, um in allererster Linie nur an Ihr eigenes Glück zu denken." Soll ich daraus entnehmen, Graf Montsanto, daß Sie heute mit dem Nein zufrieden sind?" fragte sie rauh, die Worte halb gegen ihren Willen von, den Livven stoßend; es bereitete ihr in dieser Stunde ein unerklärliches Wohlgefühl, in ihrem Schmerz zu wühlen; die Qualen, die sie erduldete, durch Grausamkeit gegen sich selbst zu verschärfen. Romano aber war betroffen von der Rücksichtslosiakeit, die Kamilla gegen sich selbst zur Schau trug, und

zugleich berührte ihn die seltsame Schroffheit ihres Wesens, deren Grund er nicht kannte, peinlich. Ihre offene Frage, Dona Kamilla, fordert von mir eine eben solche AntWort; gestern hätte Ihre Einwilligung, die Meine zu werden, mich zum glücklichen Manne gemacht, heute vermag sie es nicht mehr in demselben Maße, weil ich von derjenigen, die ich an mich fellele als mein Weib, ein ganzesHerz beanspruche. Es wäre mir unerträglich, denken zu müssen, daß Ihrer Wahl ein gewisser Zwang, den die Vernunft heraufbeschworen, zu Grunde liege, daß Ibr Lächeln vielleicht nur dem heimlichen Bild in Ihrer Seele gälte und nicht mir; von solchem Verdachte aber vermöchte ich mich nach Ihrem früheren Geständniß nicht mehr zu befreien." Sie haben vollständig recht, Graf Montsanto, es ist nichts mit so einem getheilten Herzen," sagte Kamilla mit dem abwesenden Lächeln überquellender Bitterkeit und in einem Tone, der ihr selbst fremdartig an die Ohren drang. Doch hätten Sie in diesem Falle darüber beruhigt sein können; was aeltern nock in meinem .Kerzen

I lebte, ist seit heute morgen für immer todt. Leben Sie wohl, und nehmen Sie noch einmal meinen Dank für allcs, was Sie der Mutter und uns gutes gethan haben!" Er wollte erwidern, wie eine so rasche Wendung der Herzensstimmung möglich sei, ihre sonderbare, ausgeregte 'Gemüthsverfassung fiel ihm auf, doch ehe Romano noch antworten konnte, hatte sie sich empfohlen und war nach der Richtung des kleinen Hauses zu verschwunden. Was bedeutete das?" dachte Graf Romano, als er bewegt den Heimweg antrat. Zweifellos war sie aus Gründen der Vernunft zu dem Entschluß gelangt, sich selbst überwindend, zum jWohl der Ihren die vortheilhafte Verbindung zu wählen; aber er bereute seine Handlungsweise nicht; denn aus solchem Opfer ihrerseits konnte für sie beide kein rechtes Glück erstehen. Als 'Kamilla beim Eintritt in das Wohnzimmer den fragenden Blick Leopolds auf sich gerichtet sah, bedeckte sie Idie Augen mit der Hand und stützte den Kopf schwer auf Konstanzens ,Schulter; aber er ehrte doch ihren Schmerz genug, um die verletzende Be,merkung, welche ihm auf den Lippen schwebte, zu unterdrücken, und er äußerte nur ungehalten: Du begingst eine große Unklugheit, , schon heute und in der Gemüthsverfassung mit dem Grafen zu sprechen. Er ist ein feiner Kopf und meines Erach tens wahrhaftig nicht der Mann, sich von unverständlichen Weiberlaunen leiten zu lassen; ich wette, Kamilla, Du hast durch diesen neuen unverantwortlichen Schritt alles verdorben, was noch gut zu machen war." Laß sie nur jetzt," bat Konstanze, den Arm schützend um dieSchwester legend, wie um sie vor dem rauhen Eindringen Leopolds zu schützen, sie that es um unsertwillen und leidet namenlos." .Leopold hat recht," sagte Kamilla, 'sich aufrichtend. Graf Romano will mich nicht mehr, weil er kein getheiltes lHerz mag; ich kann es ihm auch nicht .verdenken, daß er mäch nun verschmäht; 'ich bin eben ein unnützes Geschöpf auf der Welt, eine Ueberslüssigkeit, die nur Ida ist. Euch zur Last zu fallen." Steht die Sache so. wird er nach dem Vorgange natürlich nicht wiederkommen, sondern einen Kollegen an seiner Statt schicken, und sollte er es nur thun, Dir seinen peinlich gewordenen jAnblick zu ersparen. Was fangt Ihr 'dann an, ohne den? Keine Miethe, Schulden, und nichts da. sie zu bezahlen! Es ist großartig, großartig, was Ibr Frauen zu leisten vermögt, wo ,es gilt Dummheiten zu begehen!" Schweige doch nur jetzt," bat Konstanze verzweifelt, während Kamilla ihn nachdenklich mit großen Augen ansab. Er hat recht, Stanzi; durch mich habt Ihr nun auch ihn verloren, unsere einzige Stütze. Ich tauge zu nichts, ich bin überall im Wege; durch mich gehr Ihr zu Grunde." Und wie von einer inneren Eingebung angeregt, verließ sie plötzlich das Zimmer und ging nach ihrem eigenen Stübchcn, wo sie aufräumend und ordnend eine Stunde verblieb. Damit fertig, es war nicht weit von sieben, und die Dämmerung begann an diesem trüben Tage schon zu sinken, äußerte sie die Absicht, nach der Stadt zu gehen, um eine Kleinigkeit zu besorgen; Konstanze suchte sie davon abzubringen, doch Kamilla beharrte fest bei ihrem Beschluß. Bitte, laß mich nur gehen; ich will hinaus und frische Luft schöpfen, mir ist's, als müsse ich ersticken hier zwischen den vier Wänden." Kamilla ging in den dunkelnden Abend hinaus; hier draußen war alles Unruhe, Bewegung Sturmgebraus, sie athmete, still stehend, auf; das war ein Wehen, Rauschen und Sausen, die Wolken droben, deren gigantische Schatten über die Erde huschten, die sich neigenden Kronen der Palmen, daö Knarren der Aeste in den Mangobäumen, die, gebeugt vom Sturm, doch an den Boden gefesselt, seufzten und ächzien wie das arme Menschenherz, das nicht herauskam aus dem Kerker der qualerfüllten Brust. Leopold und Konstanze sahen der im Dämmerlicht verschwindenden Gestalt, wie sie, nach vorn gebeugt, gegen den Wind ankämpfte,, nach, und plötzlich erfaßte Konstanze eine suchende, unbesiegbare Angst. Hole sie zurück, Leopold, mir ahnt etwas schreckliches! Wir hätten sie auf keinen Fall alllein gehen lassen sollen." Aber ich bitte Dich. Konstanze, sie spürt das Bedürfniß, sich auszuruhen, ich halte ja auch nie lange hier zwisckcn den vier Wänden aus; Kamilla ! ist doch im Grunde ein viel zu vernünf-

,tiges Mädchen, um wegen so eines großschnauzigen Lieutenants eine ernsie Dummheit u begehen." Die mit voller Zuversicht g:sprochenen Worte verfehlten eine vorübergehende Wirkung nicht; dennoch ging Konstanze, von einer wachsenden Angst getrieben, immer wieder nach derPsortey um in den heulenden Sturm hinein nach nahenden leichten Schritten zu hören, oder die aus dem Dunkel auftauchende bekannte Gestatt zu erspähen. Doch es blieb still und keine Menschenseele wurde sichtbar in der einsamen, sturmerfüllten Nacht. Die Finsterniß verdichtete sich und schien greifbar zu werden wie eine Wand; und Konstanze streckte in ihr vergebens die Arme nach der verlorenen Schwester aus. 12. Kamilla schritt rasch den verlassenen Palmenweg dahin; von Zeit zu Zeit fiel ein Tropfenschauer aus den Riesenblättern nieder, sie merkte es kaum, es war so unheimlich dunkel in ihr und rings herum. Sie dachte eigentlich nichts bestimmtes, die Gedanken verschwammen schemenhaft in einander, sie ertappte sich immerfort bei einem anderen Gegenstand, und nur das schwere, dumpfe Bewußtsein von etwas furchtbarem, dem sie entrinnen wollte und mußte, lastete mit erdrückenderGewalt auf ihrer irrenden Seele. Einige Male tauchten auch, unbestimmt, wie vom Nebel verhüllt, lichtere Bilder auf und bittende Stimmen wurden im Innern laut: Ich bin so jung es gibt so viele Freuden, die ich kaum dem Namen nach gekannt; Mama, Konstanze, Leopold," und dazwischen sah sie ihr kleines Zimmer. Doch Furien gleich richteten sich von neuem die dunklen, drohenden Bilder auf, Finsterniß lagerte sich über alles und aus ihr erstand wieder unabweisbar die eine Nothwenchigkeit: sterben. Jetzt lag die erleuchtete, vonMenschen belebte Stadt vor ihr, sie sah es ,wie ein Traumbild aus der Ferne. gu denen sie, einer Auszesioßeien gleich, nicht mehr gehörte; und, wie imTraum, immer nur getrieben von dem einen, Inneren: Du mußt! trat sie in ein kleines, ruhigs Damenrestaurant und ließ sich Tinte, Feder und Papier geben. Eilig flog dann die Hand über den Bogen und es entstanden folgende Zellen: Meine Mama, Konstanze, Leopold! Nach dem, Was ich seit gestern durchlebt habe, ist es mir unmöglich, länger .bei Euch zu bleiben. Die Gewißheit, 'eine Last zu sein. Euch alles, worauf Ihr hofftet, zerstört zu haben, drückt mich zu Boden. Aber so gedankenlos, wie Ihr im ersten Augenblicke glauben werdet, gehe ich nicht aus der Welt, mein Plan ist reiflich überlegt; um die Kosten sür mein Begräbniß zu sparen, sterbe ich draußen auf offener See, und das barmherziae Meer wird mich sanft hin-

austragen in das weite schöne Grab des blauen Ozeans. In dem braunen Kasten auf der Kommode habe ich alle meine kleinen Kostbarkeiten zurechtgelegt, die goldene Uhr von Papa, das Armband und die übrigen Schmuckgegenstände; wenn alles das verkauft wird, so bringt der Erlös schon einen Theil der fälligen Miethe. Und bin ich todt, wird auch Graf Montsanto Euch nicht verlassen, sondern nach wie vor zu Mama kommen; grüßt ihn von mir, und ich gedächte seiner in Liebe. Zürnt nicht, und glaubt mir, es ist so am besten, für mich gibt es keinen Platz hier unten, ich bin zu viel; Gott wird mir verzeihen, wenn ich ungerufen vor ihm erscheine; denn Du, Konstanze, sagtest mir doch einmal: er würde mehr vergeben, als selbst das eigene Herz vergibt. Lebt wohl, meine liebe Mama, Konstanze, Leopold! Ich segne Euer Andenken und meine Gedanken sind bei Euch bis zur letzten Minute. Kamilla." Sie schloß' den Brief, forderte eine Marke, bezahlte und verließ den behaglichen, lichterfüllten Raum, um draußen das Schreiben in einen Kasten zu werfen. Auch das war geschehen Kamilla hatte mit dem Leben abgeschlossen, jetzt fehlte nur noch der letzte, schwerste Schritt; zu diesem Ziele schlug sie, über den Largo de Paco gehend, die Richtung nach dem Strande ein, zur Ferrystation, wo die Dampfböte zwischen Rio und St. Domingo alle Viertelstunden eintreffen und abgehen; es hatte wieder zu regnen angefangen, die Menschen hasteten unter den nassen Schirmen an ihr vorüber und suchten eiligst dem unwirthlichen Wetter zu entkommen. Kamilla löste mit den letzten in ihrem Besitz befindlichenPfennigen eine Karte nach Praia Grande und bestieg das flache Verdeck des Votes, welches in der Kajüte geschützte Sitzplätze bot. Ein schriller Psiff ertönte, die wenigen Fahrgaste nahmen m dem matterleuchteten Raume Platz, das Schiff stieß ab; die Lichter am Ufer wurden allmählich blässer und bald umgab sie auf der breiten Meeresbucht dichte Finsterniß. Kamilla spürte das alles von neuem nur noch wie im Traum; unwiderstehlich zog es sie hinaus hinab, alles übrige versank in Schatten; sie verließ die Kajüte und trat an das niedrige Railing im Momente als gerade aus dem wild zerklüfteten Gewölk derMond hervorsah, es magisch mit goldenem Rande färbte und auf die weißschimmcrnden Wasser da unten ein geisterHaftes, bleiches Licht warf; fast lautlos glitt das dunkle Boot darüber hinweg. Plötzlich ertönt ein gellender Schrei, dann das Aufschlagen eines Körpers im Wasser, hoch recken die sprudelnden Wellenarme sich empor und versinken wieder, ein brausendes Gurgeln, vorbei. (Fortsetzung folgt.). .

Der Mann auf dem Vaume.

Am Ufer des Ealcasieu River, nicht weit vom Lake Charles, im sonnigen; Louisiana haust ein alter Sonderling Namens Tom Nogers in dem Geäfte einer mächtigen Eiche. Der merkwürdige Kauz hat sich in der luftigen Höh? ine Hütte gebaut, und dieselbe in de? primitivsten Weise ausgestattet. Von der nächsten Ansiedlung mehrere Mo Y'Y 'VCZ len entfernt, unterhält Rogers mit seinen Mitmenschen gar keine Beziehungen; nur wenn er Feldfrüchte, Eier oder Geflügel zu verkaufen hat, was selten genug vorkommt, begibt er sich in die Stadt. Ein Stück Land vorc. 7 Acres, das er sorgfältig bebaut, liefert ihm Vegetabilien und der Waldt sowie der Fluß' decken feine sonstigem Lebensbedürfnisse. Ueber die Vergangenheit dieses Einsiedlers ist nicht daS Geringste bekannt. Der Gedankenleser. I. Chaje Tekeles fährt mit der Eisen bahn von Krakau nach Leipzig auf die Messe. Außer ihm befindet sich noch ein Herr im Coupe. Derselbe läßt sich mit ihm in ein Gespräch ein und stellt sich als Gedankenleser vor. Tekeles. ist ungläubig und ruft: Fünfzig Gul den geb' ich Ihnen, wenn Se errathen, was ich mer in dem Augenblick denk'." Sie denken," sagt der Gedankenleser, ich fahre jetzt nach Leipzig auf die Messe, kaufe dort Wolle für 100,00 Gulden, fahre dann nach Krakau zurück und sage Concurs an." Sofort greift Tekeles in die Brieftasche und überreicht dem Gedankenlese? 50 Gulden. Nun," meint dieser, hab' ich's er rathen?" Nix haben Se errothen, aber auf eine ausgezeichnete Idee hoben Se mer derholfen!" Der gestrenge H er rBürger m e i st e r. X Sie, Gemeindediener, seit drei Monaten sind keine Strafgelder eingegangen! Badet sich denn gar Niemand mehr an der verbotenen Stelle, lauft,' Niemand über die Felder, reißt Nie mand 'was ab?! Was ist denn das für eme Sauwirtshschaft? Zu früh gestorben. Gigerl: O, Regine. wenn Du jetzt noch lebtest und mich in meinem neuen, blaugrünen Sacco-Anzug fehen könntest.'..!" Je nachdem. Gast: Ist der Gansbraten frisch oder von Mit-, tag?" Kellnerin: Will gleich einmal fragen (in die Küche rufend): Ob der Gansbraten frisch ist, oder von Mittag?" Wirthin: Wer fragtdenn danach?" Kellnerin: Der Herr Müller!" Wirthin: Frisch!" Ein guieZ K i n d. Fremde Dame: Weshalb weinst Du denn so sehr, mein liebes Kind? Du hast Dich wohl verKufen? Kleines Mädchen: Ja, ich habe mich verlaufen. Ich bin mit meinem Vater spazieren gegangen, und da hat -er mich verloren. Wenn: er ohne mich nach Hause kommt, kriegt, er von der Mutter Prügell

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