Indiana Tribüne, Volume 18, Number 33, Indianapolis, Marion County, 21 October 1894 — Page 7

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Okerzlg Stunden Nordsee.

Von Ludwig Hcvest. Jz. der Mensch hat Mitmenschen; darum ist er sittlich verpflichtet, ein ab schreckendes Beispiel zu geben, wo er eZ irgend thun kann. Darum gebe ich verworrenen Aufzeichnungen bei -Oeffentlichkeit preis, wie ich sie in mei nem Notizbuche finde. Wenn der Leser Manches darin nicht lesen kann, so Zst die Nordsee daran Schuld, denn sie war sehr unruhig. Und das Schifj 'stieß unbarmherzig; daher die kurzen, 'gestoßenen Sätze und der nur zu oft abreißende Faden. Wenn diese Zeilen .nur eine Landratte abschrecken, bei rau her See von Hamburg nach Stavanqer zu fahren, bin ich reich belohnt. ÄlsoMan glaubt tn festgestelltem, vierfüsiigem Bette einzuschlafen und wacht in schaukelnder Wieo? aus. Elbnündung. Dumpfes "Uuuh" ia der Luft, langgedehnt, unaufhörlich. Ist Traudchen Helm, hübsche Thüringerin, in Nachbarkoje. Daß es gar so .viele U" auf der Welt gibt! Draußen wird gerufen, gelaufen. Blechernes Geklapper verdächtiger Näpfe. iUuuh! Und Oooh rechts. Und Aaah links! Alle Vokale m Aufruhr. Schlafe wieder ein, träume. Sitze als Kind in Schaukel, geht sehr hoch. .Genug, Fritz, ich will aus steigen!" Ja, übermorgen!" höhnt Fritz, schwingt Seil der Schaukel noch stär!er. Fritz muß Kapitän auf Sirius" geworden sein, sagt auch immer: Uebermorgen!"... Im oberen Bett schnarcht Jemand. Mutz Walfisch sein. Bein hängt über Bettrand herab. Ganz hübsche, weiße Fußsohle, dieser Mr. Braid. Junger DeutschAmerikaner, lernt in Berlin Lokomoti den bauen. Ist mein Chum", Schlaskamerad, in Gaunersprach: der englischen Colleges. Kitzle ihn an der Sohle; schnarcht weiter. Uiiuh!" stöhnt Traudchen Helm. Verdammtes II! Schreib? ihm mit Tintenstift großes 11" auf Sohle; schnarcht fort. Taumle auf Deck. Noch an"dcre Tauml:r o:n. Chorus: Cognac!" ' Der Horizont, das ist doch das horizontalste auf der Welt. Alle star?en Horizont an; Einziges, was nickt schaukelt... Jetzt sind es diese lieben, schraubenförmigen Bewegungen. Nicht so schrauben, Capitän! Pastor LinÄenholz aus Sch:ubrum um einen Lappen Unterlippe kürzer geworden; dersuchte sich zu rasiren. Dr. Traube aus Dresden bei Anziehen rechten Stiesels mit Kinn an Thürklinke gefallen; hat jetzt Doppelkinn. Dresden-Beul-witz; Witz auf seine Beule. Warmholz aus Wien riecht wie Johann Maxia Farina; Flasche Kölnischwasser umgefallen, Sturzbad über ihn. Doll-fus-Straßburg hinkt; bei Waschen barfuß in offene Reisetasche getreten; Gabel von Reise-Eßbsteck sehr spitzig! Müller-Vremen fragt nach Uhrmacherladen an Bord; Nordsee Taschenuhr unter Welt geschleudert. MayerHamburg Zunge halb amputirt; Zahn--bürste, stoßendes Schiff. Damen: Null. Uuuh! Aaah! Oooh! Warm-Wlz-Wien bestellt warmes Bad in Vafckfabinr. Selbstmörders Wis wird das enden? Alles grau. Negen. Nur feiner, trockener Regen," tröstet Capiiän. Thermometer 7 Grad Celsius. Der Gott, der Wolle wachsen ließ . . . Nur sechs bei Frühstück. Schiff rollt unanständig. Chum entwirft Schiffssalon in deutscher Renaissance; lauier kantige Möbel, knolliges Schnitzwerk. Schiff schlingert polizeiwidrig. Schade, daß Chum nicht Sirius" entZvorfen: die blauen Flecke! Warm-Holz-Wiei? richtig gebad. Chorus: Nun!" Er: Nie wieder nehm' ich ein Bad!" Während in Wanne saß, lief alles Wasser aus; unaufhaltsam. Kapitän: Ja, wir haben jetzt Ebbe; baden Sie stets bei Fluth." Aber gesundes Äad. WarmholzWien niest sünfzehnmak hintereinander. Spiele zwei Stunden paar oder unpaar darauf. Dollfus - Straßburg gewinnt. Zehn Mark auf einundzwanzigmal Niesen. Erste Hamburg - Bergenser NordsecvSchnupfen-Lotterie. Capitän beordert Damen an Deck; bestes W I . uemei gegen eekranlyett. krau Herz-Bcrlin, grüngelb, Fräulein Leh-mann-Hannover gelbgrün, Frau Mül-Kr-Bremeni blaubleich. Frauj HertzBerlin bisher seesest; erblickt Schaukelstuhl, das ist zu viel. Unwohl. Capitän: Strecken Sie sich nur auf dem Rücken senkrecht auZ; bestes Mit i?l gegen Seekrankheit." Bringt's nicht zu Stande. Pastor Lindenholz Schaubrum knabbert unablässig Knäk Zebrod; Abwärtsschlucken mache Aufwärts schlucken unmöglich. Frau Warmholz-Wien wird vom Anblick dieser Speise unwohl. Capitän: Knakkebrod ist keine Speise." Sie wird gleich wieder wohl. Suggestion. Chum: Kellner, geben Sie mir ein Smörebröd (Butterbrod) mit Rauch fleisch." Fräulein Lehmann-Hanno-der fällt in etwas, was einer Ohn macht gleich sieht. Capitän zu Chum: Mein Herr, Smorcbrod mit Rauch fleisch dürfen Sie nur im Rauchzim mer essen." Fräulein Lehmann kommt wieder zu sich. Suggestion. Uuuh! Traudchen Helm mit ihrem Mops Gigerl. Unrecht abbitien; nicht sie, nur Gigerl macht Uuuh. Gigerl seh nordseekrank. Traudchen gesund wie Schellfisch in Seewasser, frühstückt doppelt. Trinkt Eau de Stockvis". Ißt Heringsbonbons. Knusperige Person. Rothes Haar. Fräulein Lehmann zu Frau Müller.

sebr unwohl: Mit MopZ retten;

Familie soll gar nichts haben." Ja, rothes Haar allein macht nicht glucklich; man muß auch Geld haben, es schwarz zu färben. Traudchen zu Chum: Was ist das? Sie vernachlässige mich, Sie lassen mich llnks liegen!" Fräulein Lehmann zu Frau Hertz sehr entrüstet und unwohl: Diese Ausdrücke! Ein Mädchen!" Ein benachbartes Unwohlsein haucht ersterbend: Pfui!" Traudchen scheint sich nichts draus zu machen. Wird nicht einmal roth, ist braun wie AnchoviZessenz von Batty und Co. Bon Wind und Sonne. Chum neüich schwarzbraun wie Reading-Sauce. Schönes Paar. Sie reicht ihm noch ein Smörebröd, das zehnte. Chum nimmt's. Wi sagt der norwegische Dichter? Aus der Hand des schönen Mädchens, schmecken schön die Smörebrödchens." (Chum's Citat.) Chum schrecklicher Mensch. Slikjleiic Sports auf schlingerndem C5anff. Großes Preislagen au5 kiner Planke. Chum allein bringt's zu Stande. Weitsprung über vier Sessel, Hochsprung über ersten Steuermann. Amerilani cycs ooumeooaro Spiel. Acht Vierecke mit Kreide auf Verdeck gezogen, glatte Holzstück: schieden mit Stange. Chum kann Alle-. Fräulein Lehmann gelbgrlln wie der' Neid. Capitän: Sie müssen essen. etwas Leichtverdauliches." Chum reicht ihr Eispillen: Eispillen werdrn schon im Schlucken verdaut. Chum ein Hunderttausendsasa. Fraulein Lehmann, höchst unwohl, zu Frau Warmholz: Möwen füttert sie auch." o . cm es.. 7: (rn'u..-. 7jiuu umiiiuij; i jjiviuzh3 braut." Frau Müller: Die Löwenbraut heißt's." Pastor Lindenholz, Knäkkebrod kauend: Löwenbräu heißt's." Chum: Löwenbreughel!" $ jf: H ' Traudchen Helm einzigeDame bei Tisch. Frau Hertz todtenbleich zu Traudchen: Glückliches Fräulein, Sie haben einen juchtenen Magen. Frau Müller in den vorletzt: Zügen: Einen sohlenledernen." Frau Mayer sehr elend: Klavier spielt sie auch; muß Klavierlehrerin sein. Das hat immer emen. guten Magen." Vertragt in der That Alles, selbst ungepökelte Frauenzunge. Raucht Chum eine Clgar an. Chums berühmte 'Cigarren, auf denen man fitzen kann." Brechen nämlich nicht, weil sie zu feucht dazu sind. Chum und Traudchen machen sich warm; helfen Matrosen Segel waschen. Seg:lwäsch:rtanz mit Besen und Seife, auf Verdeck. Frau Warmholz, schwindlig, zu Gigerl: Küchenfee." Gigerl: Uuuh!" Chum fragt Capitän, ob kein Billard an Bord. Blllardspielen auf Schiff, das Purzelbäume macht! Nachmit tags getanzt. Capitän: Das beste Mittel gegen Seekrankheit." Chum Ballarrangeur. Damen können sich nicht rühren," tanzen aber alle. Pastor Lrndenholz spielt Pianino; tritt Pedal, wie Bälge von Orgel zu Scheu--brum. Alle Damen plötzlich kurirt. Requiemwalzer, Psalmpolka; tanzen 'doch. Temperatur: 6 Grad Celsius. 5 Traudchen: Mr. Chum, warum lassen Sie es so kalt sein?" Chum eilt hinab, holt Bädecker von Süditalien, liest Abschnitt über Catania vor. Liest mit steigender Wärme. Wenn ihnen davon nicht warm wird Chum läßt Warmbier reichen, gibt's für Glühwein aus; an den Abhängen des Aetna wachse natürlicher Glühwein. Abendtisch schon einundzwanzig Personen. Chum zum verantwortlichen Wetterminister für morgen erninnt Danaerportefeuille. Eitler Mensch nimmt an. Pastor Lindenhslz jammert; kann nicht unrasirt schlafen, Bartstoppeln stechen seinen Morpheus. Chum. Sie können Alles; rasiren Sie mich!" Chum: Warum nicht? Geht das Messer fehl, so habe nicht ich, sondern der Sirius Jh nen die Gurgel abgeschnitten." Chum rasirt Pastor. Pastor, wie Student nach zehn Mensuren. Quarte, Terzen, sogar Primhiebe. Schiffsapotheke leistet eine ?)ard englischen Taffets. Heiliger Vandagius, hilf!" yastor: Ich bin geschunden, der Ozean ist weithin von meinem Blut geröthet!" Traudchen, mit Servietten als barmherzige Schwester verkleidet, tapeziert Schmisse mit schwarzen Pflasierstreifen. Pastor zu Chum: So arg mußte es doch nicht sein. Das war böser Wille. Irokese! Rasiren, bat ich. nicht skalpiren! Doch, wie sagt der norwegisch: Dichter? Ich schwör'S bei diesem Tabernakel, ich spiele Dir ein Schabernacke!!" (Chum's Citat, vom Pastor unter unpriesterlicher Verletzung des Autorenrechts plagiirt.) Punsch-Jllumination biZ Mitternacht im Rauchzimmer, das voll Damen. Traudöen raucht Cigar:!t:n, auf detun man sitzen, stehen und liegen kann. Fräulein Lehmann - Hannover zu Cbum: Ihr Vater ist Photograph in Erfurt." Frau Müller: Eine gewöhnliche Photographentochter, und diese Faren!" Pastor au Traudchen, etwas nebelig: Eine Grafentochter!" Frau Mayer und Andere, erregt: Pboto!!" Chum zu Traudchen, lachend: Sie sind eine Photo-Comt-esse." Punschhaft geschlafen. Kein U", noch sonstige Vokalmusik gehört. Gigerl muß todt sein. Scharderwetter. Nordsee tanzt mit Kattegat Ma-' zurka. direkt aus Polen bezogen. Beilchenblaue und gerstenschleimgraue Teints. Null Damen. Frau des Stewards schleppt Warmbier in weibliche Kabinen; jetzt Universalmittel. Chum klappert mit Zähnen NationalMärsche, aller. anwesendenVöZkerschaf.

ten. Traudchen frühstückt für Zwei, vermuthlich auch für Fräulein Leh-mann-Hannover. die nicht erscheinen kann gute Seele. Sessel werden seekrank, fallen hin. Tische halten sich an Menschen fest, ausrecht zu bleiben. Gepflasterter Pastor drohende Mienen, daß Sardinen in ihren Büchsen zittern. Capitän: Kommen jetzt um Jaderen herum, da ist's immer bösartig." Gram Klippen, Felsbrocken. Einige Damen lassen sich heraustragen, um Norwegen zu sehen. Chum belehrt Capitän über Gestaltung seines VaterlandeS: Wissen Sie, die skandinavische Halbinsel gleicht einer Schnitte Brod; Schweden ist die weiche, nahrhafte Krume. Norwegen die harte, kaum zu kauende Rinde." Chum, weiser Mann! Pastor lacht dazu wie Maulwurf; so ein kleines, unterirdische Lachen. Capitän abgerufen zu Frau Hertz; hochgradiges Seeübel. Will sofort an's Land gesetzt werden, auf nächste norwegische Klippe. Capitän hat ärztliches Büchlein mit Mitteln für Alles. Verschreibt Eisbeutel auf Genick. Wirk! auffallend; Patientin kann acht Tage lang Kops nicht mehr wenden. Rheumatismus norwegisches Landesprodukt, ausfuhrfähig. Jaderen vorbei. Damen stürmen Deck; aschgraue, käsegrün?, reisstrohgelbe. Letztes Diner muß ge nommer. werden! Regen. Kälte. Chorus: Mr. Chum! Verantwortliier Wetterminister! Was haben Sie für ein Schandwetter hergestellt!?" Pastor: Ein Hundewetter, aber für Seehunde!" Gigerl zu Traudchen: Uuuh!" Fräulein Lehmann sehr grätig: Da hab' ich's ja in Hannover wärmer! Bringen Sie doch das Thermometer zum Steigen!" Chum: Sofort, mein Fräulein." Nimm! Kugel von Wetterglas in die Hand, Quecksilber steigt aus eis Grad. Frau Mayer-Hamburg sehr höhnisch: So, nun kochen Sie Kartoffeln dran!" Frau Warmholz-Wien sehr sarkastisch: Lassen Sie die Sonne scheinen, aber gleich!" Chum, keck wie Josua, streckt Arm gebieterisch gen Himmel, ruft: Sonne, ich sehe auf die Uhr; es ist elf. Um zwei Uhr wirst du scheinen!" Traudchen zu Chum: Lästerer! Das wird sich rächen!" Will ihn retten, schlägt Zeitvertreibe vor. Lebende Bilder. Ariadne auf Naxos, bärgestellt von Frau Warmholz-Wien; als schwarzgestreifter Tiger sollte Pflasterhafter Pastor dienen. Wollte nicht. Chum: Natürlich! Wie sagt der norwegische Dichter? Ich kenne diesen Naxos, aus meiner früheren Prazos." Romeo und Julie: Chum undTraudchen. Kniet vor ihr, fleht schmachtend, aber höflich: Ach bitte, Fräulein Julchen, reichen Sie mich doch janz jefälligst einen Kuß." Umsonst. Publikum hört nicht recht zu. Opposition todt. Pastor hetzt. Weist sein Skizzenbuch vor, mit Zeichnung. Meine Damen, was ist das?" Ein Damenhut." Ein Kronleuchter."

Ein Spazierstock." Das Alles nicht; ein Pferd ist es. das dort an der Küste graste. Ich zeichnete es, nach der Natur, aber mit steifen Fingern. So mußte es ausfallen, bei' 2 Grad Celsius. Wer ist daran Schuld? Allgemeines Chum! Chum!" : Sie lechzen nach Blut. Chum sieht, daß Ernst wird. Erbleicht bis an iHalskragen hinab, dessen 'goldener .'Knopf davon ganz silbern wird. Murmelt: Was thun, sprach Zeus." Vastor: Er muß sterben!" Chum (dumpf: Vor dem Essen?" Capitän: Mr. Braid hat Anspruch auf ein Diner, das muß er also erst essen." Diner vorbei. - Kriegsgericht über Chum. Schuldig!, ' Nur Gigerl enthält sich der Abstimmung. Warum? Hat gewiß sein'' U" an Chum's Fußsoble gewittert, jist davon geschmeichelt. Todesurtheil müßte einstimmig sein, mein U" i Chum's Leben gerettet. Lange Berathung. Ist Amerikaner .soll also gethert und gefedert werden. Pastors Vorschlag. Capitän liefert Topf voll Therr: ,.Besies Mittel gegen Seekrankheit." Damen steuern Federn bei aus Rfisekissen, von Huten, Boas. Frau MayerHamburg will ihn recht martern, spendet zwei Stahlfedern aus schreibmappe. Chum erblickt diese -olterin-strumente; mit bebenden Lippen: Wie sagt de? norwegischeDichter? Ob hamburgsch, bremisch oder lübsch: Das ist von Dir nun gar nicht hübsch!" Alles bereit. Traudchenz Helm: Muth! Abraham Lincoln, wurde mehr als getheert und gefedert." Chum, mit erhabenem Stoicismus: .Es muß sein, sagte Ali Hussein!" Mulein Lehmann-Hannoder, sehr . teuflffch, taucht dicken Borstpinsel in Tchcertopf. Da... Wunder! Josua!.. $ Sonne bricht durch Walken. Heller l Silberstrahl, leicht vergoldet, zuckt aM Frau Warmholz-Wien nieder. Sie.' hatte es verlangt. Traudchen, verrichlich: Gerettet!" Chum wirft sogr Schatten. Erster Schattenwurf sit vierzig Stunden. Chorus in stauneinder Andacht: Möge Dein Schatten! nie kürzer werden!... SchiffZglock. ..StavanLer!" l vte Fräulein Lehmaniv-Hanno-ver geringschädig zu Fraul' MayerHamburg: Wird er die Pe rson heirathen?" Capitän: Sie ä verheirathet; reist zu ihrem Mann.. Ider malt hier Landschaften, in Aquarell!" Fräulein Lehmann: Sooo? Jal, Oelfarken sind viel theurer. Und Äabei dieser Putz! Drei echte Kolibriftedern von ihrem Hut wollte sie jenem Jüngling aniieven!' Frau Warmh.dlz-Wien mit Betonung zu Chum: Mt bleiben wohl auch in Stavanger?'f Chum: .Nein mnhnmß JA fftr, a i

Nordkap nach...-' Traudchen Helm lustig: Nach Erfurt!"

Nach Zehne. ....jcu 15 nucg aoer oaive oa rr t , . I I , TK 7Z' m7l . Sae!c?tK)rbir ?an sich das jw , m . . . . sCW ul i.X. ! r j 1 3 jyuu peueuu itounji um Uhre elfen nnwurien. oder man krieatö erst nach zween und denn eisekalt. Wenn oet io Wetter icot. denn . mwi.i I wen -putuuuy: .Vokb n ob brennend , , r I tende Unterofficier. Wassermann, S ' (- , l r. r rG,ieJI!eCtoit.?an Stt noch bei uuiult iuc "5C" V, kuilizurumo- " ' i11 f ln oie Klappe kommen, sonst fofc xd Ihnen V VII I I. yr-: v . l . ? . I . r rr fr ,. I anÄ&8 V f V i V 1 ? -nsoain walt haben - Ha. ha ha. ha 5 5 iUulH?$tn'- $s r.-nd der Eorporalschaftsfuhrer.im Be1 im Äfufe pblich stolperte und das Licht erlosch. k, r-:. : c , . i Warum lassen Sie denn das Licht mcht brennen, bleich mein Bette wied r zurechte Macht hab Herr Unt'r7??? det konnte hnen passen! fallen Sie doch vor 'benlampe brennt, mit Ihrem B tte em. Meme Funze mein PrivatAnthum un damit fzwJP ldkx 'n MondiitrnTttrtvf vrv 7r; M : X. vv., UIUUCJI c?ic mu, Civoi cr rr tu rÄfpX ff,TBBl -r", Unt iff zier! - Tsstensie sich mal ttr n , rf mitnim 'Ttl, V c 1 Z-ir Z-rT1 ,r .J J r V tÄÄSW- - - ; WnrirK v n tn'a (Ärr 1tn I, it'ro 'Zier, mir wurde u f'n Mal so ä W,ZK ntA n?;i imS K-r wollt ick in een p, V 4tW V V4 pen leisten WiiSi' iitiV ffn.rrmAt3 rcjfssA ;uauwi uuv -cuuumuiui viiiuuut ,x. ..k v.Jr.r;. a inT, " ""rr" Patriarch Josua Während der Herbstzeit, in welcher d:e Gewehre der Nimrods :m Wald und auf dem Feld knallen, erscheint die Erinnerung an einen biederen Berliner Sonntagsjäger, der ein köstliches Ori ginal war, wohl angebracht. Er war ein älterer Herr, dem man wegen seines patriarchalischen Aussehens den biblischen Beinamen Patriarch Ioua geaeoen yatle. xi xoax em Mann von gedrungener Gestalt mit weißem Haar und Bart, aus dem ein leider sehr stark gerathetes Antlitz fröhlich lervorschaute. Diese Gesichtsfärbe hatte ih e eigene Geschichte Ein geflügeltes Wort aus dem Munde des Sr w wir. VN .?ns, Ui44l frMM'lh IMU. V W W V. - VIHi . . 3 1 nach der Jagd im DorfkrugEiner zum Wirth sagte: Geben Sie mir einen Schnaps, aber keinen schlechten!" da rief Josua entrüstet dazwischen : Was. Sie dummer Mensch, s ch l e chten Schnaps gibt'S nicht!" Der Arzt hatte ihm verboten. Schnaps zu trln1 en. Er aber half sich auf seine Art. ,Herr Wirth, bringen Sie mir. was ein Schnaps ist. Kümmel ist kein T f rVnTf2HSitmT?Hrii iww i,vvitMmnu(n vniliikv wu druck für Arak mit Himbeer) ist auch fcrn Mnrrr (5nhT?A TiSnFim bY r?mmT 5w:n.; m; IUVI1 Vit tJUIIIIIVl JUVIlltV tll. und öffnete seine Schleusen. Selten tintm rxnKMn ftirSrnnnn tm so feucktes Grab bereitet worden. Ein alter Jagdkumpan aber pflegt Sonnf Morli?ns. nvnn tr slnF der 5?ahrt nach den Jagdgründen an dem Kirche Hof vorüberkommt, in seinen Bart zu ' 9 ' . ? . 2. murmeln: Guten Morgen, Josua! Guten Morgen, Joia! Einfache Kur. Wie hast Du denn eigentlich Deine Frau von ihren Ohnmachten" kurirt?" Ganz einfach, als sie wieder einmal in eine fiel, sagte mein Vetter, der dabei war, auf Verabredung.: Fritz, eine v, r v i c i i i Frau in Ohnint M doch um gu zehn Jahre alter aus!" Seitdem fallt ,ir nil meyr m ynmaazi: Eine Geldangeleaenr i cr . f. t q c i x. um wie lornmu aju als aiizt guter reund dazu, mir meine Braut absvenstig machen zu wollen? Nun hör' mal! In Geldangelegenhelte? Hort doch die Freundschaft ans!' . Stoßseufzer. Dunner Verschnappt. Schüchterner Freier: Und und, glauben Sie, daß Ihre Frau Mama Ja" sagen wird?" Angejahrtes Fräulein: Mama hat noch bei jeder Verlobung Ja" gesagt!" Aha ! Fräulein: Daß Sie so hartherzig gegen die Armen sein können haben Sie schon schlimme Erfahrungen gemacht?" Herr: O ja, auf einem Wohlthätigkeitsballe lernte ich meine Frau kennen!" Verschnappt. Schauspieler (von seinem erstenAuftreten erzählend): : kann Dir sagen, die Lorbeerf m"ÖR g1! ha worden sind ich habe jetzt noch e ... 5.s.i

?n " zt eix v V ' ; ToT Aerhaltni se pa tn, elfern mag. 10 i : Ms uff Ihr n Buael kriezen Ver- ch wohl jene frühere Erziehungsllandewuh Muw?" - Herr Unter Methode, die auf Bescheidenheit und oft zier, mich w mein Bette lnjefallen. Anspruchslosigkeit basirte. der unseriund nu muß ick'Z doch wieder -" -n vorzuziehen, die in vielen Fällen Na, Sie, det :Z ooch der erste J.-ifall, MulnL (trir, w fsrsrh.

TL t V m U . IV TX ebenso Handgreiflich aber ist es. daß sie l 2 V" M"en' ?eek ZU ies nur aus oismus. nur um ihrer piepsen ufhor Streichbolzenher um mmin iUr Unn W Kinderchen

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glücklich zu nennen, der im Stande ist. tnrrh s,?n? Wrfc?f5frnft s??n? Münsck? V " - I - 17ZI, d,m ,Z Unt tintnt ll WVIWVW w I " 1 - Irl . Kraft ermöglicht, die für seine 5r sten, nothwendigen materiellen Güter erringen. Ein Hauptgrund für die frtli,f, in vr sckweben.de Unzufriedenheit ist ohne Zweifel auf v,:. '".f..t.:.f.. m.,.s'. vlc uvurntuuu juivuiuuuij t" vw V4 V -rf ItlVUVItf Mttv W - .vv.w.. . n?wnknr. ff . n i I die sie später nur in Ausnahmefällen m hthilain in d:r Laae 5md. " I a So sehr man heutzutage auch gegen v? iV. ,,s rffnriHhtnnn. vv uttvn wittwit iiw v 3 , dk jaMfach ich. m-hr in unsere iwi"-" ,v" sucht, des Eigensinns und Egoismus frei entwickeln läßt, um nur ja nicht die Individualität des Kindes zu unt'rdrücken Blicken wir einmal in die erste, so wZtftt, ttMmfc des LebenZ: die Kinderstube. Da wird mancher kleir.x Weltbürger bei seiner Geburt in in ml tlni ausgestattetes BettdCn .sZ oder blauen Gardinen tU bic in Spitzenüberzug bedeckt nd seidene Bandschleifen zusammenlten. Es ist ja natürlich, dak die Mütter ihre kleinen Lieblinge von dem t md ihres Daseins an o i 1 nu s..m l!nntn in i.irhrt 0sslr rrrtrn fern? ivjmi.il ni vnn auiuh ivw Schönkeitsemxkmdung haben! JeifeIIo m t m Unrecht. u:nn die ' i ' ' . Mütter über dem Schönen das mäbize vernachlässtgen . llrS Vi.lJhtai. nK3.f.TTln. rlttCl V.- T..U.. Cl ?5fr3V, .nn .2 Ä., ;.sw " lyr avi) oura) ein ynu,a juciuucu i j , .n.rr o rc n w v: Stoffen herzustellen? Gm Kind wird in einem adrett Machten Wolllleida. irr, N7!:t.. ns . m fi',rs.' Viiill lll -CJJlilll-V UHU lil Ulivm V I Kattunkleidchen im Sommer ebenso niedliä; aussehen, als wenn es em Sammetkleidchen oder ein mit Spitzen und Stickereien besetztes anhat. Was bleibt ihnen denn für später übrig, wenn sie schon als Kinde? an Seide, Sammet, Pelzbesatz, Spitzen, Federn und Stickereien gewohnt werden? Und nun erst der übertriebene Lurus mit kostbaren Spielsachen, vor allem Mit Puppen! Wie oft wird heute so einem kleinen Madmn die als Braut, als Balldame, Schlittschuhläuferin oder dergleichen ausgeputzte Puppe nur stundenweise zum Spielen gegeben, damit a nicht der Anzug der l"uÄaIf? Tb? ?'"d "t mehr an ?er eje ?RVaber?L ?b8?n luxuriöser Ausstattung. Das ist aber Puppe darunter leide! Schließlich erI . Y - . I I nifr.Tiiiitä tirr.nTT iinr durchaus verkehrt und unnatürlich. denn be: unverwohnten Kindern wird man stets beobachten, daß sie ihr kleines Herz am liebsten an diejenigen Dinge hängen, die sie sich, wenn auch in primitivster Weise, selbst hergestellt haben. Eine einfache, selbstgemachte Peitsche macht dem Knaben mehr r " , k. uri M als eme tlt&nU. glaiijtt; das Madchen will lieber selbst für ihre r rr ,l - i r f - r 1 Silber auszu uschen. als fertige Abziehbilder zu bekommen u. s. w. r Y ' '1 , v Y I (, . . r , scharst, ihr Talent geweckt wird; sagt doaz schon Goethe: Die Jug:nd will U'ber angeregt als belehrt sein. . Durch theure, kostbare Spielsachen. du ana MlÄ in VI cijt aenommen werven I r? e svi r f "n -.! müssen, kann der Beschäftigungstrieb des Kindes unmöglich gefördert w:rsVN- l l W den. Wobl aber dadurch, dan man sie bei ihren Spielen möglichst sich selbst überläßt. Wie oft kann man die Beobachtung machen, daß kleine Mädchen einen Hund oder eine Hauskatze als Kind" in den Schlaf sing:n, als krank" zu Bett bringen u. f. w. Und wenn sie keines dieser q.duldigen Thiere bei der Hand haben, so entwickeln sie eine außerordentliche Ernuiviuuii ii viii. uun.ivtwiititWk findunqsgabe in der Herstellung von Wickelkindern aus irqlnd einem zusammkndrn ein-r v-stt? ?Z?7?n7 n.-kndtuck nd?? d,rnl?Zn. I ........ , 7 r I Die stets weise waltende Natur hat l diele Vorliebe für Vuvven den Mädchen mit auf die Welt gegeben. Eine recht widerstandsfähia.s Puppe, die aus- und angezogen werden kann, so oft es ihre kleine Mama" für nötste ceren Spielsachen. Man werfe blos einen Blick in eine heutige Puppenstube. Da stehen in dem MiniaturPrunksalon nicht nur die elegantesten Polstermobel. auch Klaviere, Blumen tische, Schreibtische, Trumeau?, sogar Büsten auf Konsolen, sowie Bajen, Schalen, Arm- und Kronleuchter, Schreibzeuge, Papierkörbe, Panierscheeren, Journalmappen sind dort ver treten! Das größte Staunen aber errczt die gedeckte Tafel in einer solchen modernen Puppenstube. Da gibt es vollständige Service in den elegantesten Mustern. Roth- und Rheinweinqläser. Bowlen. Bierkrüge, Wemkuh 1 Ier m'.t einer Veuve Cliquot". Tofel

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aufsätze mit imitirten Früchten und Schüsseln mit den verschiedenartigsten Gerichten, mit garnirten Fischen. Braten. Hummern, ja sogar mit Kaviar vielleicht gibt es auch indische Vogelnester", die haben wir freilich bisher noch nicht gesehen. Und ist eö wirklich nicht betrübend, Wenn man auf dem Toilettentisch in solchen modernsten Puppenstuben sogar Parfümfläschchen und Puderbüchsen mit Puderquaste sieht? Um dem Kinde ein momentanes Vergnügen zu bereiten, wird es an alln Luxus der Neuzeit gewöhnt, den es im späteren Leben kaum noch übertreffen, in vielen Fällen aber schwerlich erreichen kann! Und dann beklagt man sich über die Vlasirth:it der jünc;:ren Mädchengen:ration! Um wie viel rationeller erzieht man da doch in den meisten Fällen die Knab?n! Sie werden weder in der Kleidung. noch durch ihre Spielsachen allzu v:rwöhnt. Ihre Schaukelpferde, Lautästen u. s. w. sind , viel zweckinäfeiger. Den Mädch.n macht es stets großen Spaß, wenn sie selbst für ihre Puppen 7.ähe:l können; man fördere also diesen Trieb dcr Selöstbeschäftigung! Ind:m man sie zunächst für die Puppen die einfachen Kleidungsstücke selbst arb.iten läßt, werden sie zu einer praktischen Thätigkeit angeleitet. Sind die Mädchen nach ganz klein, so lasse man sie ruhig ihre ersten Back- und Bauvzrsuche mit Sand ausprobiren, daZ macht ihr:en Freude und sollte ihnen daher nicht durch die beständige Furcht vo? einem Beschmutzen der 5cleider" verkümmert werden! In der Kindheit soll der Körper sich frei bewegen, sich kräftigen, daher muß die Kleidung einfach und leger sein. In der Jugend soll das Kind lernen, vor cllem durch unterhaltende und anregende Svielsachen, die seinen Geist in nützlicher Weise beschäftigen man denke stets daran, daß die Kinderstube maßgebend für's Leben ist. .

-raucnlcben im Ncichcöcr Mitte China und Japan sind durch die politischen Ereignisse, die sich jetzt im ernen Osten Asiens abspielen, rn den Lordergrund unseres Interesses getreten. Waqrend es früher den Leuten in Europa ziemlich gleickziltig war, was dabei herauskam, wenn im fernsten Orient die Völker aufeinander schlugen", bedingen es die modernen Hondels-' und Verrehrsbezichungen, daß wir von den politischen Veränderungen, die etwa in Ostasien sich ereignen, recyt wohl in Mitleidenschaft gezogen werden können. Naturaeman nehmen wir darum auch an dem ganzen dortigen Culturleben heute weit regeren Antheil als vordem. Besonders interessant dürfte es für unsere Leserinnen sein, über das Familienleben und die Stellung der Frau ;n demjenigen Landc etwas zu ersah ren, das mit seiner uralten Civilisa tion, auf die es so überaus stolz ist, geineinhin als das Land der echten und rechten patriarchalischen Familienverfassung, der es seine fabelhafte LebensZähigkeit verdanken soll, angesehen wird. . In richtiger Würdigung des berühmten Ausspruches:. Die Civilisation eines Volkes erkennt man an der Stellung, die die Frau in demselben einnimmt," müßte man bei dem Alter des himmlischen Reiches der Mitte eine ganz andere Stellung der Frau erwarten, als sie der Chinesin zugewiesen i t. Die Frau in China sieht aber auf einer so niederen Culturstufe, wie man dies anderswo, mit Ausnahme der wilden Volker, kaum mehr für möglich halten wurde. Ebenso staunenerregend ist die Wahrnehmung, daß der amerikanische Einfluß sich hier nicht bemerkbar macht. China hat sich in deZ Wortes vollster Bedeutung seinen, Zopf bewahrt, und zopfig wird Alles noch dort gehandhabt. Man bewegt sich noch heute in den ewig gleichen, Jahrtausende alten Formen und Bräuchen, und wehe dem, der an ihnen zu rütteln wagt! Nach diesen nicht gerade modern zu nennenden Bräuchen wird die Chinesin wie nur irgend ein Hausthier als Bcsitzthum, ennveder des Vaters oder des Gatten, betrachtet, und wie bei einem solchen ist man einzig und allein auf die Pflege ihres Körpers bedacht, und dies wiederum ausschließlich aus dem Grunde, um sie so bald und so vortheilhaft als möglich zu verkaufen, bzw. zu verhelrathen. Der Vater ist das Oberhaupt der Familie. Die Söhne, welche heirathen, wohnen mit ihren Familien im elterlichen Hause oder gehören doch zum Familienveröpnd. der bisweilen ganze Dörfer und Gemeinden umfaßt. Nur die verheirateten Töchter scheiden aus. Die Söhne heirathen in der Regel im zwanzigsten, die Töchter im vierzehnten Jahre, und da das Heirathen als crst: Bürgerpflicht gilt, so sind die chinesischen Familien überaus zahlreich; man findet oft vier Generationen unter einem Dache, und ein: Frau im Alter von fünfundvierzig, Jahren ist meist schon Urgroßmutter. Das Mädchen lernt in China weder schreiben noch lesen es sei denn, daß ihr Vater zufälligerweise Schulmeister oder beschäftigungslos ist und fragt man ihn, warum er es nicht thut, dann sieht er den Frager erstaunt an und entgegnet: Das hieße ja das Feld für einen anderen Mann bestellen, eine goldene Kette, um den Hals eines fremden Hundes legen, der jeden Augenblick von seinem Herrn heimgcpfiffen werden kann." Und wenn man ihm sagt: Aber sie ist doch Ihre Tochter!" Nicht, nachdem sie gebeirathet Hai." erwidert er -ann. ihr Mann soll sie nur selbst er--ichcn, wenn er will; warum soll ich

ie lesen, schreiben und rechnen lehren.

wenn mir das niemals zugute kommt?" Es ist em naiver Egoismus, der auZ dieser Anschauung spricht, die jedoch vom Chinesen für so natürlich gehalen wird, daß er ihr unumwunden Ausdruck verleiht. Wer nun aber glaubt, daß das chmeischc Mädchen sich wenigstens körperlich frisch und frei entwickeln kann, der befindet sich in einem großen Irrthum. Was die Chinesen in dieser Beziehung unter körperlicher Pflege verstehen, sieht eher einem Marterjoch ähnlich. Als Ktnd schon wird das Mädchen deS himmlischen Reiches der Mitte gemartert, um sie dem chinesischen Schonheitsideal möglichst nahe zu bringen; da werden ihr die Fuße in barbariscyster Weise eingeschnürt, um die gcbogcne, in unseren Augen so scheußliche Form des Fußes herbeizuführen. Es ist dieö eine Sitte, die zuerst im Jahre 934 v. Chr. in China ausgekommen und zetzt mit Ausnahme des niederen Volkes ganz allgemein geworden ist. Je großer das chinesisch? Madchen wird, um so größer auch die Qualen, die es ausstehen mug. Und all' daZ, um, noch nicht den Kinderschuhen cntwachsen, irgend einem fremden Menschen verlobt zu werden. Dann izi haben ihre Angehörigen Ruhe, dann ist ihnen die einzige Sorge um die Tochter abgenommen, dann sind sie sie ,IoS". Für das arme Wesen aber beginnt nun crst recht die Leidenszeit, die verhältnißmäßig geringe Freiheit, die sie im Vaterhause bisher genossen, ist nun für immer weg. Sie darf nirgends hingehen, sie darf sich vor den Mitgliedern der Familie, in die sie hincinheirathet, nicht sehen lassen, m. das Merkwürdigste ist sogar, daß es c.ls das Allerschrecklichste betrachtet wird, wenn sie zufälligerweise doch von einem Mitgliede der neuen Familie crblickt wird. , Aus diesem Grunde auch werden mit Vorliebe die Bräutiaame aus fremden Städten gewählt, selten gehört ein Paar derselben Stadt an. Weshalb dieses Verbot des Gesehenwerden?, weZhalb die Einpressung des armen Dinges erfolgt, dafür vermögen di: Chinesen selbst keine Gründe anzugeben. eS sei denn, daß Gewohnheit und Sitte ausreichende Gründe genannt werden können. In der Ehe ist die Frau ihrem Manne zur Unterwürfigkeit. Treu: und Gehorsam verpflichtet. Daß dies in Bezug auf Unterwürfigkeit und Gekorsam nicht gegenseitig der Fall ist. ist ja auch nach modernen europäischen Vegriffen noch selbstverständlich. Aber euch zur ehelichen Treue ist der Chinese nicht verpflichtet. Im Gegentheil, der chinesische Ehemann ist, wenn seine Frau während mehrerer Jahre linderlos bleibt, geewissermaßen gezwungen, sich eine oder mehrere Nebcnfraucn zu nehmen. Das Loos dieser Nebenfraucn ist noch trauriger. Sie nehmen eine, wenn auch anerkannte, so doch noch subordinirtere Stellung ein, sie sind der eigen!lichen Frau untergeordnet. Je vornehmer und reicher der Mann ist, um so mehr Nebenfrauen kann er sich ha!ten. wie es ja bekannt ist, daß die l-öchste Person des Reiches, dcr Kaiser l'on China, stets eine stattliche Anzahl von Nebcnfraucn hatte. Auch ihr Schicksal ist keineswegs bcneidenZwerth; Tag und Nacht von Eunuchen bewacht, können sie sich niemals frei bewegen, jedem ihrer Schritte wird nachgespäht, jeder Bewegung nachgespürt; der Böswilligkeit und Rachsucht preisgegeben, müssen sie in steter Angst sein, die unlautersten Motive bei der unschuldigsten Handlung unteergeschoben zu bekommen. Das ist das Schicksal der meisten vornehmen, reichen Chinesinnen. Mit den azmen Chinesinnen wird nicht selten ein weit kürzerer Proceß gemacht; in den großen Seestädten des Südens werden Kinder weiblichen Geschlechts. wenn die Eltern sehr arm und nicht im Stande sind, alle Nachkommen zu ernähren, ausgesetzt oder getödtet. Diese Thatsache allein spricht Lände von der chinesischen Ausfassung !es Werthes der Frauen. Die Nawität, mit welcher der krasse Egoismus ter Männer dü eingestanden wird, ist rerblüffend. Daß man frtn Töchterchen, bevor man es überhaupt versucht, mit dcr Noth zu kämpfen, einfach tödte't, daß man das arme Wesen, wenn ihm schon sein Leben gelassen wird, nur so viel lehrt, wie dem Manne zugute kommt, daß man das Mädchen, da5 Weib nie auf seine eigene Jndividualität hin prüft, es nie als Mensch, sondern nur als Obiekt und zwar als das Objekt und Besitztum des Mannes behandelt, das wird dort als ganz natürlich befunden. Daß die Frau ufi Mensch ist. berechtigt zu eigenem Empfinden und eioenem Genießen, ?u eigener Freude l'nd zu eigenem Leide, dieser Gedanke ist den Männern dcS himml-schen Reiches der Mitte bisher noch nicht in den Sinn gekommen. Wann wird auch für diese Aermften die stunde der B:frciung schlagen? Nütys'cl. 5r stiehlt beim hellen Tageslicht; Was er gestohlen, hat er nicht, Und wem er stiehlt, dem fehlt es nicht. Und kein Gesetz den HalZ ihm bricht. Wer ist's, von dem das Räthsel spricht? 'g Z l g 3 ß V 2 Ganz geeignet. Gouveriante: Fräulein Emma, haben Sie in Schillers Werken ein Gedicht gefunzen. welches sich zum Deklamiren bei der silberner? Hochzeit Ihrer Eltern tignet?" Emma: O ja, den Kampf ut dem Drachen"."

t , iUlUU Vtjuynii.