Indiana Tribüne, Volume 18, Number 26, Indianapolis, Marion County, 14 October 1894 — Page 7

SÄ Tie Wissenschaft dcö TrinkcnS. Im Auarorcnctenljcmfe des östcrrci chischcn Ncichsraths hat einmal eine feifeinde Erörterung über die große Be dcutung dcs TruikcnS für die Socialwisfcnschasi stattgefunden. Ein Abgcordnctcr meinte, das; es auch in den Kneipen gescheite Menschen gebe, und sein Gegner behauptete wieder, daß dies nicht in jeder Kneipe der Fall wäre, worauf dann ein dritter Volksvertreter, olzl in ricktiger Sclb'tbcurthcilung, erklärte, daß in den Schänkcn manchmal veri'.ünftigcr als in den Parlamentcn gcspcochcr. werd.'. Tcr persische Dichter Haf:s, ein treuer Liebhaber von Wein, Leibern und besang, und ein guter Kn.'ipenlenncr, hat schon vor 500 Jahren gesungen: Der ist lein Weiser Der verdient nicht HimmclSfnude Tcr in der Schenke nie sein ftleio, vür Wein verpfändet. " Und bei anderer Gelegenheit: O, trinke Wein. cS gehet Tir Alles leicht von der Hand. Zumal Augenblicke, Wo Tu betrunken bist." Tiefer tiefen Weisheit gemäß I;at mancher regierende Herr oft und tief in dcn Becher geblickt: aber unsere Ach iung vor gekrönten Häuptern verbietet cö uns, bauten zu nennen. Es sei hier nur erwähnt, daß ein Biograph Kaiser Karls des Sechsten aus dem Jahre 1721 es nöthig fand, hervorzuheben, daß dieser Monarch nie betrunken gewesen sei. Ter Kaiser war es auch, der im Jahre 1732 den Kaiferbrunrtcit", aus dein Wien jetzt sein berühmte? Hochuellenwasfe? besieht, entdeckte und sich allwöchentlich dessen Wasser auf Eaumrossen nach Wien bringen ließ. Um dieselbe Zeit leitete Robert Walpole mit kräftiger Hand und schlauem Geiste den englischen Staat. Man hat bei, geschickten Staatsmann in seiner Jugcnd nicht viel mit dem Studircn geplagt, aber die Wissenschaft des Trinicns hat ihm fein Vater gründlich beigebracht. Der alte Walpole, der selbst ein guter Trinker war, ließ den Sohn nicht eher vom Mittagtische weggehen, bis er nicht unter dem Tische lag, denn", sagte er, wohl in Erinnerung cn Vater oah. ein Sohn darf nie so viel Besinnung bebalten, um zu bcmerken, daß sein Batcr betrunken fei." Noch mehr als in England war da mals im heiligen römischen Ncich deutscher Nation die gründliche Kenntniß dcS Trinken? ein (5rforderniß für eine erfolgreiche Bcamtenlaufbahn. Johann Jakob Moser erzählt in seiner Gebensgcschichte, wie, als er im Jahre 1731 zum Asscsor beim Reichskammergericht in WcYlar prüsentirt wurde, der Kammcrrichtcr Graf von Jugelhcim ihm sagte: Wenn Sie nicht trinken fön rrni, so künnen Sie auch nicht Assessor werden." Moser wendete darauf ein: In der Kammcrgerichtsordnung habe ich nichts davon gefunden, es müßte also nur Herkommens bei dem hochpreislichen Kammergericht sein, und dagegen würde doch wohl eine Tispcnsation stattfinden; ich wollte ein Tcmperamcnt vorschlagen auch neben meinem eigenen Antheil noch vor einen Andern zu arbeiten, hingegen solle er für mich trinken." Ter Graf aber meinte, Assessor Ludolf sei auch ein fleißiger Mann und trinke doch dabei einen guten Stiefel". Als dann Moser den Grafen an ein Gespräch erinnerte, das er vor mehreren Jahren mit ihm bei Tische geführt hatte, wurde der Graf fchr hefiig nnd jagte: Ja, so machen es die verfluchten Wassertrinkcr! Wenn andere Leute guten Muthes ein Glüslein Wein trinken, so siften sie immer und lauern nur auf, und führen ein Protokoll über das, was geredet wird. Besonders bar: war dem guten Moser vor dem Besuch beim Acsfor v. Franz, von dem man ihm erzählte, daß er seinen Vcsu chcrn so stark mit Trinken zusetze, daß man Viele von ihm wegtragen mußte. Franz ließ auch sogleich, als Moser bei ihm erschien, einige Flaschen Wein bringen, doch gelang eö dicscm auch flier, vom Trinken diöpcnsirt zu werden. Nachträglich, wurde ihm aber in vollem Ernst erklärt, daß man bei einem zum Assessor Borgeschlagenen auch wirklich daraus sehe, ob er einen Trnnk vertragen könne". Denn es kämen Gclegcnhe.len vor, wo man sich dem nicht entziehen könne", uud da macht es dem Skammcrgcricht Schande, wenn eines seiner Mitglieder betrunken werde. So sei einst ein gcwier 3?, dem man mit vielem Trinken zugesetzt, unter Den StuLl gefallen, worauf man ihn veranlaßte, auf seine Präsentation zu verzichten. So war vor anderthalb Jahrhundertcn di: Protektion des GotteZ Bacchus und cin langjähriger inniger Verkehr mit dessen Gabe zur Erlangung eines .. 1 . - w r w Amtes in deutsaien vanoen erforoerilaz. ms , . Wie tcn Rede ungetanstem, wird bei Verleihung ei--nes Amtes nickt gefragt man fragt höchstens, ob der Bewerber getauft ist. .cututagc sind die Stellen in der höheren Tiplomatic ausschließlich dem Äoei vorocyailen, oamais mar sur cl- , . " , 4 w lT i rn s a neu wcianDien ocini ocuijcpen 'lcicystaae annerdcm eine noch größere Trinkfä'higkcit, als für einen Assesior beim Kammcrgericht crfordcrlich. Wie Püttcr in seiner Historischen Entwicklnng der heutigen Staatsversanung des! Teutschen Reichs" erzählt, pflegte man . ! J. v -wt v r..?jf. nämlich an dcr Tafel des kaiserlichen

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weit nnd wir seitd.'in tortge chrlt- ,cneomens icyamen: 'cm Mann Yat

! Von Protcction ist jetzt gar keine sich zcdcnfalls arg in Ihnen getäuscht.

. und nach Wem. getauftem oder als er seine Tochtcr zu Ihnen sandte.

Principal-Eommissars dcr Neihe nach ' sie demgemäß zu behandeln, und noch auf die Gesundheit des Kaisers, der dazu in Gegenwart ibrer Mutter. Vcr Kaiserin dcr 5!urfürstcn insgesammt nichtet siel Fri& auf seinen Sessel zu und noch besonders derjenigen, deren I rück. Nun war Alles aus der AusGesandte zugegen waren, der gesamm 1 trag verloren und, wenn dcr Auftritt ten Rcichsfürsten, des Principal und bekannt wurde, auch seine fernere

des Konkommisiars und der kursürstlichcn Gesandten zu trinken, außer was frttift vrA r O t? fi'Y iirX rwrtVNn rVi üvu; Hl' ""A Qivvi anderen Veranlassungen ausgebracht wurde". Und die Gläser waren mcht klein !.. ..Jm.J.aHre 1679 verlangte der

S&ft

kaiserliche Gesandte überdies ncch, daß man ans die Gejundyeit des .Yaujcs Oesterreich besonder trinken solle. Gin Ll?cliera!)e,:tcucr. fßon G.org Schlauch. In ziemlich niedergeschlagener Stim mung schritt der Maler Fritz Sternau in seinem Atelier auf und ab nnd hielt Inventur: Sechs Mark, eine Flasche Wem und ein Dutzend (igarrcttcn! Netter Reichthum das! Dabei die Wir thin nicht bezahlt, der Löwcnwlrth den Credit gekündigt, daö giebt a recht angenehmen Ausblick in die nächste Zu tunst. 'S ist aber auch zum .ollwcrden! Tic Bilder von der Ausstellung nnprämirt und unverkauft zurück, und bicr in der Stadt weder Ansucht auf Verkauf der alten Schöpfungen, noch auf neue Aufträge. (5s müßte denn die Geschichte mit dem Hausmann Friedrich 5 sprach mir neulich davon, seine aus der Pension zurückgelehrte Tochter malen zu lasten , na vielleicht rcalisirt sich das! Ist allerdings sonst gerade mein Geschmack nicht, solche magere, alberne Backsische zu malcn und stundenlang dem Unsinn zuzuhören, den sie schwakcn ; denn die wird wahrscheinlich gerade so ein cmanzipirteö Tämchcn sein, wie alle von der Sorte. Toch Schwamm d 'rüber! Komm her, traute Flasche ! Eigentlich wollte ich dich auf den günstigen Berkauf meiner Bilder trinken, trinken wir dich jetzt, um diese Misere zu vcrgcsscn!" .Vastlg stürzte Fritz zwei Glas des goldenen Trankes hinab, zündete sich eine Zigarette an nnd überließ stch sei nen ncoamcn: ic schienen allmaylich heiter zu werden, denn seine gcdruckte Miene hellte stch langsam aus. Rascher passte er die bläulichen Wolken in bic vust und schneller leerte er das wieder gefüllte Glas. Tann sprang er ans. wohl, versuchen wir cs. Nächste Woche beginnt die Ausstellung in München, vielleicht lacht uns das Glück dort. Toch halt! Klingelte es nicht? (5s fragt Jemand nach mir ? Ach richtig, Toktor Sclscrt wollte mir ja heute das Modell zu meiner (zolum-' bitte schicken, daö er ausfindig gemacht bat. Wird was 'Rechtes sein bei denen Geschmack. Herein!" Tie Tlzüre öffnete sich, und zwei weibliche Gestalten traten in das Atclier; die ältere eine Frau von vielleicht vierzig bis fünsundvicrzig Jahren, mit freundlichem, bescheidenen Gcsichtsauödrucke, die andere ein ungefähr achtzehnjähriges, hübsches Mädchen; beide gcschmackvoll aber einfach gekleidet. Nichtig," dachte Frii) das neue Modell mit der Mutter, scheint noch rccht schüchtern zu sein. Na, das kenucn wir, wird sich schon verlieren." Wir sind doch hier rccht bei Herrn Maler Sternau?" begann die ältere Fran, wir kommen i Ich weiß schon, ich weiß schon, meine gute Frau. Setzen Sie sich, bitte, nnd Sie, Kleine, kommen Sie mal näher!" Tas Mädchen trat crröthcnd und mit schüchternen Schritten weiter in das Zimmer. Na sehen Sie mal an, Sie sind ja ein ganz netter Käser. Ganz hübsche Figur, noch ein Bischen unentwickelt. Sie vlae ist etwas plump, schadet aber nichts! Wie steht es denn mit den HänUni Tonncrwctter! Sie haben ja rcizcnde kleine Platschhändchcn. Und die vuöel' Beilegen blickte das Mädchen zu Bolcn. Via, nur nicht gcmren; zeigen bi? nal!" und gewandt hatte sich Fritz . . . I geduckt und einen der kleinen m zierlichcn Knöpsstieseln steckenden Füße in die Hand genommen. in der Tausend! Tas ist a cntznaeno, was bie für nette vuijchcn haden! bm ich dem Sclscrt wirklich dankbar, soviel Ccschmack hätte ich dem ncri gar nicht zugetraut." w war mm uno mei r vm:iy l r. t.i4uvt4, luuyicjiu wie uuic um iuuui . . . . Sv v: nv..ii il j. senden Befremden den Worten des Maui üuuuiuji i;aue. Beginnen," hatte cr sagen wollen. hielt aber erschreckt inne, denn während das Mädchen nach einem Blick auf das igr dargebotene phantallttchc Gcwand . n:it leisem Aufschrei zurückfuhr, hatte j sich die Matter in höchster Erregung von iyrem -itze cryoven. Mein Herr, man pflegt ünstlern cm gcwiNes erccntrischcs Sl.'cscn nachmsehen, aber ein anstündiges Mädchen in einer derartigen Weise zu behandeln, ist .!..C L ! r n r r einsaß gemein, le foulen na) Yres . - P .--v - s um sie porträtircn zu lassen, ich werde . ihn jedoch über Ihren wahren Eharakter aufzuklären wissen!" Wie cin Gcwittcrauk rauschten die i Worte über Sternaus Haupt herab, vtt in viniiccn zur aiMUie ' -n i. sx: .-. n -v rr,iarrl Iicn. izi als oic amel verschwunden waren und er die Vor saalthüre in 's Schloß fallen hörte, kam j cr zu sich. , Um Himmelswillcn! Wo hatte cr nur seine Augen gehabt? Tie Tochter des Stadtrathes und Großkaufmanns ! r. w Y. r . .. ent . ' . ', Friedrich für ein Modell anzuschcn und Erntern in der Stadt unmöglich. Wer würde ihm glauben, wenn cr von einer O . - kt. t fl ciiücujiaä spreizen lumuc ei Mensch! Auf dem Tische hatte die gcleerte Weinflasche aestanden. nun würde natürlich allesschreien.: In der Trun

Nun da gehen Sie mal hinter die ter war eine Fran voll Wst. Wik und Ipanlkche Wand dort. " fuhr ritz fort. Geschmack; sie sang und spielte Klavier. lind ziehen S icot-Kostüm an, ;c mx einc Dilettantin als Malerin, tarnt tonnen wir ja heute gleich " lllI0 b;c kleinen Bcrse. die sie in den Al.

. r-' kenycll ein ehrbares Mädchen insultirt! Seinen wahren Charakter gezeigt! Im Wein liegt Wahrheit!" (5s wär zum Bezweifeln. Wer Hütte aber auch in dem bcschcidenen, einfachen Kinde die in seiner Pension erzogene reiche Kaufmannstochtcr vermuthet? Tie hatte er sich ganz anders vorgestellt. Hübsch war das Mädchen gewesen, und wie gut ihr die mit Entrüstung gepaarte Verlegenheit zu Gesichte gestanden hatte! Was war nun zu thnn? Tas (5inzige war, am andern Tage zu Herrn Friedrich zu gehen und ihm den Borfall zn erklären, freilich auf die Gefahr hin, aus dem Hause geworfen zu werden. Vielleicht erreichte er durch seine Entschuldigung wenigstens, daß das Borkommniß nicht weiter bekannt wurde. Schweren Herzens stand Fritz am andern Morgen im Privatkontor des reichen Kaufmanns und stotterte seine (intschu'ldigungSrcde heraus. Stockend, znsammenhangsloS kamen die Worte von seinen Kippen, während cr jede Minute erwartete unterbrochen nnd mit kalten Worten hinansgewiescn zu wecDen. Tech sein Gegenüber ließ ihn vc!, lendcn: und als cr n:in zum Hunderts sie" Male di' Bersch,'r,",g seiner lln. trösilichkcit wiederholt hatte und den aesenkten Blick erhob, sah er in ein jovlalcs lächc-lndeS Gesicht. Beruhigen Sie sich, mein lieber Herr Sternau, die Sache ist bereits gc stern Abend durch Ihren Freund, den Toktor Scifcrt, aufgeklärt worden. Als er die Affaire von meiner Fran erfuhr, kam cr sofort auf die richtige Jdce und bat die aufgeregten Gemüther bcschwichtigt. Und nnn kommen Sie mit hinüber in das Wohnzimmer nnd vollcnden Sie selbst die durch Ihren Freund begonnene Rechtfertigung." Fritz fühlte sich um eine (scntnerlast leichter. Freilich folgte cr dem Boranschreitendem noch etwas beklommen, doch Frau Friedrich, eine licbenswttr rige, geistvolle Tome, half ihm in seincr Weise über die peinliche Entschuld!p.ung hinweg, und auch das Töchtcrchcn versicherte ihm in Kürze, daß cS ilzm nur noch wegen der plumpen Nase" böse sei. Was sollen wir weitersagen? Fritz war bald in der Friedrich 'schcn Fami lie, mit deren Tarnen seine Bekannt schast auf so merkwürdige Weise begon ncn hatte, ein täglicher, gern gesehener Gast. Turch die Protektion dcö Hausbcrrn gelang es ihm bald, Käufer für

seine Bilder zu sindcn, und das Porf rät des falschen Modells wurde auch fertig. Was aber sonst, während der langen Sitzungen, die das Porträtircn erforderte, noch fertig geworden war, zeigte die ein halbes Jahr später veröffentlichte Bcrlobung von Fräulein Vartha Friedrich mit dem Maler Fritz Sternau. Tas über ihre Nase gefällte Urtheil fcat Martha ihrem Bräutigam später auch noch voll nnd ganz verziehen, dafür hat ihr Fritz versprechen müssen, nie weibliche Modelle zu malen, da sie den dabei gebräuchlichen Bcrkehrston aus eigener Erfahrung kennen gelernt l;avc." Versprochen hat er cZ; ob er es aber halten wird ? Der Bund der Ung,treueu. Eine Geschichte aus dem vormärzlichen Wim Es maa nock Leute neben, die sich des stattlichenEraSmus Natter erinnern, der in Gumpendorf auf der Haupt straße sein Haus hatte und in dessen weiten Fabriks'Localitäten über hun dert Wcbnüble lcknurrtcn. Natter war ein Sebwener nnd als iunaer Buricbe zog er auf der Lmzcr Relchsstraßc gegen Wien, um hier sein Glück zu suchen v - j-- ----- - -7 f 5.' 1 ' und zu finden. Als er die Tochter sei nes ehemaligen Herrn nnd Meisters, die schöne (5aroline Nahl. heimführte und Besitzer der großen Shawlweberei cwordcn war. schien sein Glück den Höhepunkt erreicht zuhaben und nur der blasse Neid zischelte in der Umge. dung des Natter'ichen Dauses. Kmz nii.r um f,;, r x .v..w . 1 r 1 . . . J i Iinlki nrth er IM.Mr !rinrtMT er cin eund solcher glanzvollen SVrfarnm iinacn war. (aro ne Na - manaS nnd in den eitunaen veröfsentlichte, gefielen. Außer dcn qroszen Gesellschaften aab cs bei Trxau Natter literarise .anc" m denen di? glcichgcfinntcn Freundinnen und auch freunde bcigczogcn wurden und die Herrn Natter in tiefster Seele zuwider waren. Nach solchen Jausen mit Sckiller undKoetke". wie er sie nannte. war seine Lina wie ausaewcckselt. sie ging dcklamircnd mit aufgelöstem Haar I . I" . in dcm Zimmer umher, so dak dcn ar ' mcn Fabrikanten oft eine wahre Gänscnhaut überlief. Ta kam der Frühling und die ent schlichen Jausen KafsccS" hörten auf zur großen Freude des Herrn Natter, der nunmehr eine baldige Heilung seiner ?vrau erhonte. Der arme Mann lzatte sich jedoch schwer getäuscht. Eines agcs erjcyien die avrttantm va ihrem Gemahl und erklärte ihm. daß die literarische Gcscllschast jeden Tonncrstag nunmehr Ausslüge in die Um gcbung machen werde und daß er nicht besorgt sein möge, wenn sich diese Zu sammcnkünfte bis spät in die Nacht hinein ausdehnen sollten. I' . ' ' ,,Jch hätte mir die Sache im Anfang besser einrichten sollen!" brummte Erasmus, als er allein war. ,, Alles hat seine Grenze. Auch mein Langmuth!" Und er versank in dumpfes Brüten. Tas Haus in Weidlmgen steht heute oäl in dem der Elub Zusammenkam. in dem Frau Earoline Natter prüftI . , , n , , , . oine. Vis iiano oamaiö zlcmilcy av seits allein und der Wald ging bis an sein entter. 3V? lNuk, hatt dieses 'HauS üx den Sommer gemiethet und

barin fanden Ncd icden Tonncrnaal

etwa zwanzig Frauen und Männer zuainmcn, um cmcn srchcn Tag, lcdig der Fesseln der (5H, zu verbringen. Frau ?!attcr, das überspannte Weib, wnrde die Prophetin einer neuen Lehre, oclche nichts davon wijscn wollte, da; man dcm Gatten auch Treue schuldig cl. Sie nannte ihren Bercin: Der Bund der Ungetreuen." (nncö Tages ließ sich cm Herr bei dem Fabrikanten Natter melden, der sich als Gemahl einer Frenndin der Frau Natter vorstellte und dieser erzählte mit Thränen in den Augen, was er gehört. r erzählte Alles, denn scme rau ?attc ihm gestanden und eine vollstündigc Beichte abgelegt. Natter war verltemert. In seinem Antlitze zeigte sich keine (Erregung, kein Zucken der Wimper, kem Bewegung .Nuskel verrieth die furchtbare innere Bewegung des ManncS. Er dankte ruhig und höflich für die Mitthclung ind ging in feinen Bcrfchlag, um mit icbcrhastcr Emsigkeit zu arbeiten. (5s ist heutc Tonnerstag, ich habe nicht viel Zeit!" sagte er oft dann schlug cr die Bücher zu. schloß sie in die eiserne Truhe und ließ einen Wagen holen. Nach Weidlingan!" Ter Fiaker flog gegen die Mariahilfcrliniezn. ni Bund der Ungetreuen" ging lustig zu. (5s lebe die Freude!" rief cinc Tame und hcll klangen die Gläser zusammen. Ta wurde die Thür cufgerisscn und ein Mann in chocoladc braunem Frack stand in der Stubc. Sein Blick hcstete wie klagend auf rau Natter, deren Gestalt in dem schneeig .'n griechischen Kostüm, das alle Bunoesmitglieder beim Eintritt in das Haus anlegten, überaus hohcitsvoll hervortrat. In dcn Augen des Mannes glänzten thränen. Frau Natter suchte durch Lachen ihren Schreck zu bcmeistern, doch ihr verglaster Blick strafte ihre Llppcn Lugen. F!cnde!" rief Erasmus Natter, der stille, schweigsame Fabrikant von Gumpendorf, nnd trat dicht an (5arolinc heran. Empfange dcn Lohn für Tcincn Bcrrath! So straft man die Untreue!" Earolinc schien festgebannt, sie regte sich nicht, selbst dann nicht, als sie in der Hand ihres Gatten ein Tcrzcrol blinken iah eine Sekunde und der Schuß krachte. Earoline Natter sank zusammen, sie war todt. Bcrwirrnnq, Schrecken herrschten in dcm Zimmer, in dem eben die zugcl' loseste Ausgclaffcnhcit sich brcit gemacht hatte. Endlich ermannte sich einer der Männer und stürzte sich mit dem Rufe: Mörder!" auf Natter. Ticicr schütt leite dcn Kecken mit einem einzigen Rucke von sich und ging ruhig die Treppe hmab. In die Schranne!" Tcr Fiakcr fuhr entsetzt aus dem Halbschlaf? empor. Wohin, gnä' Herr?- In die Schranne am Hohen Martt!" Ter Fiakcr schüttelte den 5topf, hieb in die Pferde ein und fuhr zur schranne, dcm alten Gerichtshause Wiens. Natter stieg aus, trat in dcn Thorbogen und meldete sich bei dem Posten als Mörder. Ein Nuf der Entrüstung ging durch die Stadt Wien, als die Tragödie des Fabrikanten von Gumpendorf bekannt wurde. Tie Namen der V!ltglieder des Bundes der Ungetreuen" blieben nicht langc gchcim. Man ricf sie laut auf der Straße und auf dem Schottencld brachte man einer Frau, die gleich' alls diesem saubern ölub angehört 'latte, eine Katzenmusik. Mit Span nung sah man dcm Tage entgegen, da auf dcm Balkon des Schranncnhauscs über Erasmus Natter der Stab gcbroeben werden sollte. Doch ein gnädiges Geschick bewahrte dcn armen Mann davor. Als man ihn einst zum Berhöre holen wollte. lag Erasmns Natter todt aus dem Boden der Zelle. Man sagte, cm Herzschlag habe ihn gctödtct. Chinesische Werbung Ter iunqe Chinese, der sich in 's Che ioch zu werfen gedenkt, thut nichts, um seine Zukünftige durch eigene Bemühungen zu gewinnen: Sein Vater und emcr seiner Freunde leiten die Unter Handlungen nn. folgendes ist ein authentischer Brief von dem Vater eines jungen Mannes, der für dcn Sohn um die Hand der Tochtcr eines seiner Nachrarn bat: Auf dcn Knieen bitte ich ich, nicht dieses kalte und gemeine Gesuch zu verachten, sondern auf das Wort dcs HcirathsvcrmittlerS zu hören und Tcine ehrwürdige Tochtcr meinem sklavischen Sohne zu geben, damit das Haar mit Scidcnfädcn vcrbnndcn, in jadcglcichcr Freude vereinigt werden möge. Zu lenchtender Frühlingszeit will ich Hochzcitsqcschcnke darbieten und ein Paar Gänse geben. Und laßt uns hoffen auf langes andauerndes Glück und vorwärts schonen durch cndlose Generationen auf die Vollendung dcö Maßes aufricutlgcr Zuneigung. Mögen sie singen vom Einhorn und jede Glückseligkeit genießen. Auf dcn Knieen bitte ich Tich, meinen Vorschlag gunstig aufzunehmen und dcn splcaclhcllcn Glanz Tcines Auges auf diese Zeilen zu werfen." Auf dies Schreibcn erwiderte der Vater der Braut mit dcr Versicherung, daß er sich um die Aussteuer seiner verarmten, arüN' fcnstrigen (armen) Tochtcr bekümmern werde und dieselbe Nicht ohne Bctt;eua.. Eattunklcider, Haarnadeln nnd Ohrringe sein solle. So sei zu hossen, daß dem Paar bestündiges Glück zu Theil werde." Moderne Kinder. Anna (zehn Jahre alt): Hast Tu in diesem Za'qr schon viel Heirathsanträge be kommen? Klara (zwölf Jahre alt): ein, die jungen Leute denken jetzt aar , , , r. . Nicyi mcyr ernnyast an 's Helratyen! Nicht der Kampf, sonc Ort f . t vn m ern Die zsti onnuna mit Dem tutina schick führt zum Frieden.

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Stalzlpanzer-(?cschosse. Ueber die Größe der modernen Stahlpan.zeraranaten befindet man sich leicht im Irrthum. Um eineanschau liche Darstellung zu geben, haben ttir eine 45 Eentimeter (17.7 Zoll)-Stal)l-panzergranate und eine kleiner: zeichnen lassen und zum Vergleiche einen Matrosen in Normalgröße daneben gstellt. Man sieht, daß der Matrose das mächtige Geschoß noch nicht einmal um Haupteslänge überragt, und man kann sich vorstellen, welch: vernichtende Wirkung das schwere Stahlunzeheuer im Ernstfalle zu erzielen geeignet ist. Endlich allein ! Hochzeitlich Walten! Morgen schon graut, Innig sich halten Vräut'gam und Braut. Trauliches Düster Hüllet sie ein, Wonnegeflüster: Endlich allein!...." Doch in sechs Wochen Wankt schon die Treu'. ' Schwüre gebrochen. Alles vorbei Beide geschieden. Sich zu befreien, Seuszen in Frieden: Endlich allein!....BeimPhotographen. IVVWiV; M mm. ?4" MW M fgmm a,xjv . . rc 7 SÄVÄM ya n VW. Bäurin: Thun &' mi Photogra phiren?" Photograph: Ja, setzen Sie sich nieder!" Väurin: Ist's so recht?" Photograph: Nein, Sie müssen den Mund zuhalten!" Vaurin: I nee, Herr Photograph, den Mund halt' ich offen, hab' mir doch für 30 Mark neue Zähne 'nein machen lassen! D e tz h a l b. A.: Weshalb heirathet denn Herr Huber. der Mitarbeiter unseres Witzblattes, seine Schwiegermutter? B.: Damit ihm der Stoff für seine Witze nicht ausgeht! Beim Wort genommen! Meyer s zanken sich. Du bist ein rech tes Ganschen" sagt er. Halt' den Schnabel sagt sie. worauf der arger liche Gatte ihr sofort den Mund zuhält! Im Vaterdaus. Vater: Nein, es ist schrecklich, dak die Hunde steuer wieder erhöht ist und daß alle Hunde versteuert werden müssen. Lu xushunde, Jagdhunde, ja sogar Zug t v. rr r os, t . nrc. aunve. junnc ueunajen; uuet Vater, müssen denn die Schweinehunde, von denen Du immer sprichst, und die ich doch noch gar nicht gesehen habe, auch versteuert werden?"

Fmi Am vjA ' XJl y 'i iuJmk MWÄ.

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Zur die ZZausftau. Von Louise Holle.

Es bat einmal cin berühmter Volkswirthschaftler gesagt: Es stände besser n . r f. o'r . y ' I um uns.menn unsere aussrauen qizmj 1 wißbegierigen Kindern bei ihrer vielseitigen wirthschaftlichen Thätigkeit immer fragten: Warum?, statt nach - - 1 . , . , überlieferter, vielfach veralteter )lüzt zu handeln und oft instinktiv recht, oft aber auch gründlich falsch zu versahren." Der Erfüllung dieses Wunsches

sind wir schon etwas näher gekommen, lei Nohgewürz: und auch nichts vm seitdem di: Einsicht Verbreitung sin- ihrer Kraft einbüßen wie frische Gedet, daß wirthschaftliche Thätigkeit die ' würze, die durch längeres Liegen einen Hausfrau nicht nur nicht herabwür- großen Theil ihtts Aromas verlieren, digt, sondern, wenn mit Verstand und Wichtig ist bei der Verwendung derUmsicht ausgeführt, ihr zur besonderen Gcwürzextrakte auch die Thatsache, Ehre gereicht. daß man zu allen Zeiten die Gewürze Wirthschafts- und Haushaltungs- haben kann, die man sich sonst rn unschulen sorgen in unserer Zeit nicht nur günstiger Jahreszeit selbst nicht mit praktisch, fondern auch theoretisch für Geld und guten Worten verschaffen, die Ausbildung guter Hausfrauen.und kann. Endlich ist aber auch die Erdie erfahrenen Hausmütter selbst las- sparniß an Zeit nicht bei dcr Empschsen es sich nicht nehmen, ihre Töchter lung der G:würz:xtrak!e zu vergessen. 1 ' ' ' mm V X-Hfc- - Ort C .

in die Geheimnisse der Hauswirthschaft Ire maü?en alles klonen, .eloen UNV in allen ihren Zweigen einzuweihen. Zerkleinern der Gewürze unnöthig. daZ, Dazu öffnen auch die großen und klei- oft recht störend die Zeit der Haussra nen 5Zeitsckrit'ten immer mebr ibre in Anspruch nimmt, denn leine prakti-

Spalten, um ihren Leserinnen allerlei m 1 w 1 - mi I ceues und MNenswertkes tu? iyre ' '-I Hauswirthschaft zu! bringen.das auf wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut und vielfach erprobt worden ist und Wirthschaft, ausbilden. Wenn auch nicht alles, was als neu und praktisch" angepriesen wird, diese Bezeichnung verdient, und wir Wohl sichten müssen unter dem Gebotenen ; gar vieles davon verdient mit Recht den Hausfrauen empfohlen zu werden, um ihnen Gelegenheit zu geben, an Geld und dies erscheint mir ebenso wichtig an Zeit zu sparen. Ich möchte nicht zu meiner Großmutter Ofttl "P a r w Vttdhart (& vJk v'l tu yutui tjauui . utbiu vt' danken habe ich schon oft gehabt, wenn ich vor meinem Eztraktschränkchen stand und alle Gewürze, die mein Herz, oder vielmehr meine Komkunst. begehr te, in Extraktform immer unverändert gut und frisch herausnahm. Ja. wi: gut könnten die Hausfrauen es gegen früher haben, wenn sie nur wollten! Aber besonders gegen Extrakte scheinen die Hausmütter ein ungerechtfert:ges Mißtrauen zu haben, das zeigt schon die noch immer oft gehörte Abneigung gegen Fleischextrakt, das, bei richtiger Verwendung, nicht, wie oft angenommen wird, eine. Vcrschwendung, sondern eine Ersparniß bedeutet, die den wirklich praktischen Hausfrauen klar ist, da auch die gesparte Feuerung, ihre Aufsicht und Zeit in Rechnung ziehen, die es kosten würde, wollten wir Kraftbeigüsse, Fleischsulzen und so weiter w:e früher bereiten. Uebrigens kann eine sparsame Hausfrau sich den Gebrauch des Fleischextraktes noch billiger gestalten, wenn sie die Ueberresie von Schinken benützt.um sich mit deren Hilfe und reichlichem Fleischextraktzusatz eine gute Kraftessenz zu bereiten, zu der ich die Vorschrist folgen lassen. Kraftessenz. Die letzten Neste des Schinkens wässert man gut, verhackt sie so fein wie möglich und brät sie in Butter langsam dunkelbraun. Man füllt ein Viertel Quart kochendes Wasser, Pfefferkörner, Gewürz und Suppengrün an und kocht hiermit die verhackten Reste, bis die Flüssigkeit fast eingedampft ist. Dann gießt man abermals ein Viertel Quart kochendesWassei an, fügt eine Unze Fleischextrakt zu und kocht alles noch langsam dreißig Minuten. Die gewonnene Essenz wird entfettet, durch einen Beutel filtrirt und kochend heiß in vorher erhitzte r, r r"vi l? r1" rr iicinc laiajen gesuur, oie im -wai'erbade darauf nach dem Verkorken zehn Minuten gekocht werden. Bei der Verwendung d?r Krafiessenz ist zu bedenken, daß sie nicht lange haltbar ist, weil sie nicht völlig feiifre! und noch recht wasserhaltig ist; man darf daher nicht zu viel davon herfiellen und sie nicht lange aufheben. Hin und wieder empfehlen Hausfrauen auch das Zermahlen von Bratenknochen. Anbraten derselben und Auskochen zu Krafiessenz. von diesem umständlichen Verfahren rathe ich jedoch ab; die gewonnene Essenz wiegt nicht den Werth der auf ihre Herstellung verwandten Mühe und Zeit auf. da sie wenig Eigengeschmack Hai und selbst durch gröteeren Fleischextraktzusatz nicht genügend Ausdruck erhält, um später durch ihre Beifügung anderen faden Gerichten Wohlgeschmack zu verleihen. Als Ersatz von Fleischextrakt möchte ich allerdings auch die erste Kraftessenz nicht bezeichnen, aber sie ist von gutem Geschmack und erfordert bei ihrer VerWendung einen geringeren Fleischextraktzusatz als sonst. rn;-if..r,ns s,a TViitf.rfrnft im Laufe der Zeit aber allmählich in alle Küchen fast seinen Eingang gefunden frt sind lwiZrljte" d?n I tt .-J-C- - -w frauen fast immer etwas Unbekanntes. und selbst wenn sie von diesen Extrakten hörten, würden die Hausmütter sie nie aus eigenem Antrieb Probiren, Und doch könnten sie mit ihnen so gute Erfolge erzielen, daß ich eine vorurtheilsfreie Probe allen Hausfrauen nur empfehlen kann. Ich selbst möchte die Gewürzextrakte in meiner Küche nicht wieder entbehren. Man kann beinahe alle Gewürze, die es überhaupt gibt. in Extraktform bekommen, aber sie eignen sich nicht alle gleichmäßig gut für den Küchengebrauch, daher gebe ich eine Auswahl zum Probeversuche an, der jede denkende Hausfrau zurFreundin dieser Extrakte, machen wird, Man wähle: Citronensaftextrakt, Citronenschalenextrakt. bittere Mandelnextrakt, Champignonexrakt, Sellerie-

dazu dienen soll, die Hausfrauen im- man neyme nicht meyr. ein ueverwurmer mehr zu Künstlerinnen" in ihrer zen verdirbt die feinste Speise, ein Zu-i-ofrtmft, s?k-nLik?it;s,Zt fcir CVni3 wenia kann erseht, ein Zuviel ab:v

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extrakt. Spargelextrakt und Gewürzcomposiiwn 1. bis 8. Diese Composiiionen enthalten in trefflicher Zusammenstellung alle zumDünstcn und Ma-

riniren jeglicher Fl:ischart paffendenGewürze, auch die Würzen für Farcen, crrv . : ..s cn:.r..t.v.. , zxcui unu -oicijufn uuu uun, suken Speisen unV Äaetl?erk. Alle, Gewürzextrakte sind bei richtiger AnWendung billiger als frische Gewürze, mi rt.i.t.L zumal, wenn man in eiraazi zieyr, daß diese Extrakte man verwechsle sie nicht mit Essenzen! nicht den, Verderben ausgesetzt sind wie manchersche Hausfrau wird zerkleinerte Ge- . i r r i. t.t !jii würze lausen, weiiz i 0. 035 rciaji r"r 1 . . . a w ! - f . sT mehr verfälscht wird als d:el,e. en. Gewüriextrakten ist die richtige Ee-brauch-anweisung stets beigegeben; nicht verwischt werden. Eocnso munen. es die Hausfrauen sich klar machen, daft die Gewürzextmkte die frischen Gewürze in den Fällen nicht ersetzen können. wo diese nicht allein dem Geschmack, sondern auch dem Auge sich be merklich machen, wohl gar zur Berzicrung dienen sollen, wie die Citronen scheiben bei Fisch und Austern, die: Zwiebeln beim Kaviar, die Kapern Ul Saucen und die Petersilie bei Gemüsen. und so weiter. An unsere Tällilcr. (fluch dem Französischen dcs Jl:lcs Cinlo:,. Wenn du Arbeiterin bist.mein K'tb, betrachte dich nicht als eine Enterbte, Es ich grundfalsch, die Nothwendigkeit. arbeiten zu müssen, als ein Un glück anzusehen. Wohl hast du Ursache dich zu beklagen, wenn das Maß der dir zugetheilten Arbeit deine Kräfte übersteigt, aber niemals, wenn sie imrichtigenVerhältniß zudemselb:n sichte Wie unglücklich würdest du sein, wen dir die Möglichkeit, wirken und thätig sein zu können von einem Tag auf de andern, entzogen würde: eine lebendige Seele gefesselt an den todten Korper! Die fortgesetzte Mnthätigkeit ermüdet mehr, al s die sich in vernünftige:? Schranken bewegende regelmäßige ArI oeit und wenn em weiser Mensch zu Wahlen hatte zwischen langem Mun I gang und einem fast zu großem Mak aufreibender Thätigkeit er würde sich für die letztere entscheiden. I Eine durchaus falsche Anncht ist es auch, daß die eine Prsfession höherer Gattung sei als die an dere. Es sind alle gle:chwerthig. ini fern der Inhaber seine Stelle voll undi ganz ausfüllt. Nur die Strcberei nach! etwas Höherem hat die sogenanntes Deklassierten" auf dem Gewissen. E5 soll zugegeben werden daß Mädchen, die durch den Zufall oder weil man ihre körperlichen oder geistigen Eigenfchaften verkannte, in einen für jte nicht passenden Beruf hineindrängt wurden, alles aufzubieten haben, um, in eine.ihncn mehr zusagende Arbeitt sphäre 31 komen. Ein Mädchen z. B.. das geistig sehr begabt ist und sur Handarbeit weniger Geschick hat, maa sich ja immerhin zur Lehrerin ausöil I C - s - rY .. ! - f TjC-t ccn; vas vu auzi nicnmtÄ ycjuni, nur weil dieser Beruf als ein vorn mer taxiert wird. Allen Familientöch tern möchte ich übrigenS zurufen: lernt tüchtig, lernt alles wa euch selb ständig und zu nützlichen Gliedern der menschlichen Gesellschaft machen kann, lernt es auch wenn ihr wohlhabend seid. Nehmt das Leben ernster, als eS gewöhnlich in euern Kreisen geschieht, Niemand ist vor seinem Ende glücklich nichts ist dem Wechsel so unterworfen wie der Besitz. Hundertausend Fran ken in der Hand eures Vaters, weislich verwaltet und zusammengehalten. sind, so lange die Familie beisamme ist. ein Capital au? dcm sich ein anständiger Lebensunterhalt besNeitm läßt. Schließt er die Augen und th:ilen sich fünf oder fechs Überlebende darin, so sinds für jedes von euch nur noch hunderttausend zwanzigCentime Stücke, während euere Ansprüche die gleichen geblieben sind. Sorgt a priori für den Ersatz dadurch, daß ihr arbei ten lernt, arbeiten und erwerben. Verwechselten die landläufige . Meinung nicht mit den natürlichen Gesetzen den unfruchtbaren, wenn auch an und sich kaum unrühmlichen ich .mit den ernsten mtvtn Pflichten. I n der Schwimmanstalt, Herr Müller badet zum ersten Male in seinem Leben in einer Schwimmanstalt. Dcr Bademeister hält ihn amTau und läßt ihn die Schwimm bewegunzei, machen. Lassen Sie mich heraus, Herr Lehmann; lassenSie mich heraus. Herr Lehmann; lassen Sie mich heraus. Ich schlucke so viel Wasser. Seien Sie nur unbesorgt. Herr Müller! Es bleio! für die Andern noch genug übrig! Der Unterschied. Sie: Der Zahnarzt hat mh die Zahne wun derbar schon gemacht. Niemand sieht, einen Unterschied gegen die echten. Er: Nur ich. die echten haben mich nichts gekostet, für die falschen muß ich viel Geld bezahl:.!