Indiana Tribüne, Volume 18, Number 19, Indianapolis, Marion County, 7 October 1894 — Page 6
vFrrurKar: ' - ,
rrsttmi JOB. omKSfi grom6jatfi4?ttias ÄSE
lEoUcttc:ij5c!jciK:niIc c'.ncs Vaiicli3fts. Sobald dieöcrlher Zeitungen eineit bricht über eine Fesilich!e:t bei Hofe bringen, sei eS nun iiCcr ein Familienfest, tote eine Hochzeit oder eine Tauft, sei es übe? einen großen Ball, so inieressirt die Frauenwelt vor Allem das, n?as über die Toiletten der betheiligien Damen gesagt ist. Welche Farbe die Nobe der Kaiserin hatte, nach we!chem Modell das Kleid der Prinzessin Leopold angefertigt war, wie die Schleppe der Prinzessin Friedrich Karl aussah, das fesselt alle Damen ganz selbstverständlich, und es wird sie nicht minder interessiren, wie diese Hoftoileiten entstehen und in welcher Weift sie wieder abgelegt und dann anderweiig verwendet werden. Betrachtet man zunächst die Zahl der Roben, welch: von einer Königin od:r Prinzessin im Laufe des Jahres gebraucht werden, so läßt sich dafür iiaiiirliclj sein: ??orm aufstellen, weil es euch hier ganz darauf ankommt, ob die betreffende Dame fthr sparsam, ist odc? ohne Rücksicht auf die Kosten mit Lorliebe neue Toiletten trägt. Die Ledürfnif;frage der großen Hofto'letitu. der 5t leider, die für die Repräsentation nothwendig sind, richtet sich uach der Zahl der Hosscstlichkciten. Ist zum Beispie! strenge Trauer am Hose, so werden gar leine neuen großen Galatoiletten beschafft, weil ja keine VerWendung für sie vorhanden ist. Häufen sich dageien die Festlichkeiten am eiger.en Hof. haben die Kaiserinnen oder Prinzessinnen noch Festlichleiten an anderen Höfen mitzumachen, so steiczert sich die Zahl der Toiletten, die angeschafft werden müssen. Für eine Hochzeit, die drei Tage dauert, bedarf eine solche hohe Dame mindestens neun bis zehn neuer Kleider, von denen keiues unter tausend Mark kostet. Unter Durchschnittsv-erhältnissen wird eine Vrinzessin am deutschen Kaiserhofe und ebenso die Kaiserin Friedrich und die regierende Kaiserin jährlich für Festlichkeiten ungefähr sechzig bis achtgroßer Toiletten bedürfen. In welcher Weise werden aber die Toiletten angekauft und besunfsi? Das Vergnügen, selbst sich die Stoffe auszusuchen, haben die Kaiserinnen urd Prinzessinnen nicht. Das Shopping". das heißt das Herumsuchen nach Neuigkeiten in Geschäften, welches bekanntlich die Amerikanerinnen und Engländerinnen so eifrig pflegen, und das auch von unseren Damen aus allen Gesellschaftstreifen kultioirt wird.ist nach der Hofetikette nicht stattl,at. Die Hoflieferanten mit und ohne Titel, welche die ständige Kundsck?aft der hohen Damen haben, machen Mittheilung, wenn neue Muster und Modelle eingetroffen sind, und dann erscheint in dem Geschäft die Oöerl)ofmeis.'erin oder eine der Hofdamen. welch: natürlich über den Geschmack der betreffenden Prinzessin jzanz befonderZ gut unterrichtet sein inuß und trifft unier kn neu angekommenen Stoffen eine Auswahl. Diese Auswahl wird nach dem Schloß oder Palais geschickt und dort sucht die Neqentin oder Prinzessin mit den Hofdamen zusammen die Stoffe aus, die sie behalten will. Selten ist bei dieser Auswahl der Lieferant oder eircr seine? Angestellten zugegen. Wie mit denKleiderstoffen, geschieht es auch mit den Mänteln, mit den Iaäets, Capes u.s.w. Nur hat hier der Lieferant noch die Verpflichtung, W ftdem einzelnen Stück anzugeben, ob es bereits' an eine andere FürstlichUM verkauft worden ist, oder ob ein ähnlichesModell bereits an irgend eine Dam- vom Hofe abgegeben wurde. Es würde dem betreffenden Lieferanten die Kundschaft kosten, wenn er durch Versehen seiner hohen, Kundin irgend twas verlauste, was nicht durch und durch Original wäre. Wenn auf derselben größeren Festlichkeit zwei Dauzn mit demselben Mantel oder demselben Kleid erschienen, so würde das von den Kundinnen sehr unangenehm bemerkt werden. Was die Preise anbelangt, welche für di? Kleiderstoff: oder für einzelne Toilettenstücke bezahlt werden, so richten sich dies: einmal nach der Qualität der Stoffe und dann nach dem persönlichen, Geschmack und den Eigenthümlichkeiten der Käuferin. Die verstorbene Kaiserin Augusta hatte eine Vorlieb? für besonders schwere :,nd gut: Stoffe, und öfter hat sieSeifccn ode? Atlasstoffe angekauft, von denen vc: einfach lieaende Meter mit 150 Mark beblt würde. Sind die Stoffe für die Kleider U schafft, so beginnen die Eonferenzen der Oberhosmeisterin und Garderobiere mir der Hofschneiderin. Die Modelle und die Farbenzusammenstellungen, für die man sich entschieden hat, werden dann zur Genehmiqung der betreffenden Fürstlichkeit vorgelegt, und dann erfolgt die definilive Bestellung. Bei Galatoiletten liczuidirt die Hosschneiderin 150 bis 200 Mark nur für Facon". Sie scheut aber, wenn es sein muß, auch eine Reise nach Paris nicht, um dort das Neueste von Zu!ha:en zu einer Toilette anzukaufen. Diese Staatsangelezenheiten" werden mit einem dichten Geheimniß umgeben. Selbst die in den Ateliers einer Hofschneiderin beschäftigten älteren und jüngeren Damen sind auf das Amtsgehcimniß eingeschworen". Aus Sparsamkeitsgründen, dann aber auch, weil die Anfertigung und Instandhaltung der Sachen für die kaiserlichen Kinder sehr viel Arbeit erfordert, hat sich die regierende Kaiserin ein eigenes Schneiderinnenatelier eingerichtet, in dem sie ständig arbeiten läßt. Die größeren Hoffchneiderinnen werden nur dann zur Aushilft in Anspruch genommen, wenn
das Atelier der Kaiserin nicht im Stande ist. innerhalb einer gewissen Frist genügend Toiletten zu beschaffen. Dieses Atelier der Kaiserin, in dem zwölf, zeitweife aber auch vierzig Arbeiterinnen beschäftigt sin. steht unter Aufsicht einer Hofoame und unter der speziellen Leitung einer Kammerfrau, welche gleichzeitig Garderobiere ist. Auch nach Abbazzia hat die Kaiserin eine Anzahl der Arbeiterinnen aus dem Atelier mitgenommen, um dort die Instandhaltung der Sa chen zu besorgen. Silber- und Goldstickereien, Stickereien in Seide werden in besonderen Ateliers auf Bestellung angefertigt, und die Kaiserin Friedrich mit ihren Töchtern zog bei solchen Gelegenheiten in höchst dankenswerter Weise die Schulen für Kunstgewerbe und Kunststickerei mit heran. Der Preis einer gestickten Schleppe für große Hoffestlichkeiten stellt sich auf zwanzig bis vierzigtausend Mark. Beim Anprobirc'n vonMänteln oder Kleidern ist niemals dieHofschneiderin oder Lieferantin oder eine ihrer Angestellten anwesend. Die Schneiderinnen oder Lieferanten für Mäntel und Iackets geb:n sich die erdenklichste Mühe, um so genau zu arbeiten, daß Aenderungen überhaupt nicht mehr nothwendig sind. Das Maßnehmen und kleine Aenderungen an den Toileiten erfolgen dunrch die Kammerfrau und Garderobiere und nach dem Muster der Kaiserin Augusta haben die Prinzessinnen in den Geschäften, in denen sie beständig arbeiten lassen, Lüsten anfertigen lassen, auf denen die Taillen und Iackets genau abgesteckt und anprobirt werden. Die abgelieferten Arbeiten werden auch von den Kaiserinnen und Prinzessinnen sehr genau geprüft und die Prinzeß Friedrich 'Karl steht in dem Ruft, dabei äußerst penibel zu verfahren und jeden verunglückten Stich zu rügen, den sie bei der genauen Revision der abgeliefertenSachen unfehlbar herausfindet. Was mit den Toiletten, die in so umständlicher Weise componirt und hergestellt worden sind, nach der BeNutzung geschieht, ist nur wenigen Eingeweihten bekannt. Die Kaiserinnen und Prinzessinnen tragen gewöhnlich die kostbarenToiletten nur einmal, höchstens zweimal, und auch das zweite Mal nicht ohne Aenderung. Nachdem die Toilette benützt ist, wird sie auseinandergenommen. Es werden Brillanten, Perlen, kostbare Spitzen und andere Dekorationsstücke abgetrennt und zur anderweitigen Verwendung aufbewahrt. Ebenso verwahrt man die Stickereien auf Sammt, die Stickereien in Gold, Silber, Seide; und wie lange solche kostbaren Toilettcnstücke sich erhalten, geht wohl allein daraus hervor, daß jüngst auf einer Hofftstlichkeit in Encland die Gräfin Pembroke ein weißes Kleid mit Silberstickerei und psirsischblüthenfarbener Schleppe trug, deren Stickerei aus der Garderobe der Königin Elisabeth von England (die Königin starb 1603), stammte. Die drei bis vier Mal benutzten Promenaden- und sogenannten Gescllschaftskleider kommen nach dem Gebrauch an die Garderobefrau, deren Eigenthum sie werden. Die Garde-robe-und Kammerfrauen entnehmen aus den abgelegten Kleidern der Kaiserin und Prinzessinnen zunächst den eigenen Bedarf. Was? sie nicht selbst behalten wollen, verkaufen sie. Es giebt in Berlin einige Spezialgeschäfte, von denen sich das größte in der Oranienstraße befindet, welche sich nur damit beschäftigen, derartige abgelegte Toiletten der Kaiserin, Prinzessinnen, Fürstinnen u. s. w. anzukaufen und sie vollständig neu umzuarbeiten, um sie dann zu verhältnißmäßig billigen Preisen an eine seste Kundschaft zu verkaufen, welche in diesen Toiletten noc5 Aufsehen macht. Srtateglsche Ehe.
Schulze: Nun, Herr Schwefele, so viel ich erfahren habe, sind Sie ja jetzt glücklich verheirathet. Schwefele: Jawohl, Herr Schulze, verheirathet scho', dees stimmt, aber glücklich, ischt a n anderer Frag'. Wisset Se, i. und mei' Frau, lebet in strategischer Eh'. Schulze: In strategischer Ehe! Was soll denn das heißen? Wie meinen Sie das? Swefele: Ha. I mei' halt so. Sia kennt doch au 's Maxim' vom verstorben groaße Stratrega, Moltke: Trennt marschira. und vereint schlaga" so heißt's nö au bei mir und meiner Gölte Sia geh! dahi', und i geh' dorthi'; geht sia in's Theaker. so geh' i in mein' Club. Geb' i in's Theater, so geht sia wo anders kji mach' i a Gebirgstour. so mach! sia a Badcreis' Desebt doch ..trenn! marschir!". oder net? Und sind mir na wieder beisamma daheim, so hauet mer anander. Dees heißi ma vereint' schlaga" Geltet Se? Herr Schulze, da hab' i doch Recht? Verschnappt. Der letzte Gast: Kellner, hier hängt ja nur noch ein Ueberzieher und das ist nicht der meinige." Kellner: War der Ihrige besser?" Natürlich. .. sonst hätte ich Sie garnicht gerufen!" Schusterjungenwitz. Meister: Na. Junge, wat sitztDu denn da so dösig?" Schusterjunge: Ach Meestcr. ick hab mir vergriffen." Meister: Vergriffen?wat! wie so!" Junge: Na, ick hab mir wollen mit Essen den Magen verderben, da hab ick mir de Oogen verdorben." Raffinirt. Ich sag: Dir, meine Frau ist schrecklich! Immer, wenn wir auf's Land gehen, hält sie mir dort, wo ein gutes Echo ist. v.im Moralpredigt!"
Zvcstüche Iiuhhirten. Ein Vravo::rsti!ckchc:l auZ dem Leben cincö EohncS dcr Prairie.
Im ferneren Westen, wo der Desperato noch zu Hause ist, nimmt man es mit Recht und Gesetz nicht so genau. Dieselben werden oftmals gar in die eigene Hand genommen, wobei es dann auf eine Kugel mehr oder weniger auch nicht ankommt. 'Zinem Nebenmenschen das Lebenslicht auszublasen, hat mit der (K;re eines Mannes nichts zu thun. Wer aber ein Pferd stiehlt oder ein Frauenzimmer beleidigt, der wird als ein Schuft und für vogelfrei erklärt. MWs . r t.-y Ein K u h h i r t e. Mir ist indessen ein Fall bekannt, in Welchem einer der Kuhhirten selbst gegen einen Pferdedieb Großmuth walten ließ. Lassen wir den Ersteren die Geschichte selbst erzählen, obgleich diese Leute gewöhnlich über ihre Thaten ein gewisses Stillschweigen beobachten. Der Held der Geschichte, war ein junger energischer Bursche. Er sagte Folgendcs: Es sind jetzt zehn Jahre her, daß ich eines Tages im April einige versprengte Pferde zusammensuchte, welche sich seit drei Monaten außerhalb des Ranch" herumtrieben. Ich hörte gelegentlich, daß eines der Thiere von einem Manne gestohlen worden sei, welcher sich vor ungefähr zwei Tagen in westlicher Richtung entfernt habe. Derselbe sei mit einem Wolfspelz bekleidet gewesen. Ich machte mich sofort auf den Weg nach dem Short Pine-Hügel. In Cedar-Town wurde mir mitgetheilt, daß der Dieb mit dem Pferde durch die Stadt ritt und daß derselbe drei Meilen außerhalb der Stadtgrenze wohne. In der Stadt befanden sich zwei Gasthäuser, von denen ich das Eine aufsuchte. Wo wohnt der Friedensrichter?" srug ich den Schankkellner. Es gibt keinen Friedensrichter," lautete die Antwort, derselbe wurde erschossen." So, und wo ist denn der Eonstabler?" srug ich wiederum. Der Constabler hat eben den Friedensrichter erschossen und sich dann mit einer Anzahl Pferde aus dem Staub gemacht." Gibt es sonst keinen Beamten in der Stadt?" frug ich weiter. Selbstverständlich gibt es einen Probatrichter". sagte der Mann, drüben im Hotel zum letzten Schoppen" steht er hinter dem Schanktisch. Er ist nämlich gleichzeitig Barkeeper." Ich ging nach genanntem Hotel, wo sich zwischen mir und dem Probatrichter folgendes Gespräch entwickelte: Guten Morgen!" sagte ich. Guten Morgen!" antwortete er. Sie sind der Probatrichter?" frug ich. Das bin ich, was wollen Sie?" srug er. Ich verlange Gerechtigkeit," sagte ich. Was für Gerechtigleit wünschen Sie?" frug er. Warum?" mm irir?Am: AS5U5i mzms? vm-& fc ivr-vi - ?-'itirjr Was für Gerechtigkeit wünschen Sie?" Wegen Pferdcdiebstahls," fuhr ich fort. Dann, bei Gott! Ihnen s"ll Gerechtigkeit werden!" rief der Richter und schlug mit der Hand auf den Tisch. Wer stahl das Pferd?" Der Mann, welcher drei Meilen außerhalb der Stadtgrenze wohnt." Wo kommen Sie selbst her?" Ich komme aus Mevory," sagte ich. Das Interesse des Richters erfuhr eine merkliche Abkühlung, schließlich sagte er langsam: Es gibt Jury in Cedar-Town, welche einen hiesigen Mann hängen würde, weil er ein Me-dory-Pserd stahl." Was soll ich aber anfangen, um mein Pferd zu erhalten?" sagte ich. Ich ritt aufunddavo n." Sie wissen wo der Mann wohnt, gehen Sie nach seinem Hause und lauern ihm auf. Wenn er heim kommt,-
WäUX &J,fl " fh JyjT
. xr ' .jr-y
r
r A
I
A j7 MM Mswii MGM ß$$$t lVJ-'V fffr l'f'slY $ 4'i : vhi JM Mwwk MM AreA Hlwi h MMtWwpv v'Viiimwnm m(Mmi"'v
schießen Sie ihn nieder und machen sich dann mit dem Pferde aus dem Staube." Der Rath ist nicht schlecht," sagte ich und macht: mich auf den Weg. Eine Stunde später lag ich hinter cmigen Büschen in der Nähe des Hauses und wartete bis es ganz dunkel geworden war. Ich dachte so über mein Vorhaben nach und da kam es mir in den Sinn, daß ich den Mann p gar nicht kannte und somit am Ende einen Unschuldigen todtschießen könnte, der vielleicht der Frau des anderen Mannes einen Besuch machen wollte. Ich erhob mich nun, ging nach dem Stalle, wo sich mein Pferd befand, sattelte dasselbe und ritt auf und davon. Der Erzähler endete mit einem gewissen Stolze, wie Einer, der einem Nebenmenschen das Leben gerettet hat.
Daö tt?ttcste .Hazardsplel. Aus unserer Nachbarrepublik Mejico wird zur Jett in bedeutenden Massen eine Euriosität des Pflanzenreiches, Teufelsbohne genannt, importirt. Diese Lohne, welche etwas über einen Zoll lang und von recht bescheidenem Aussehen ist, besitzt die merkwürdige Eigenschast, daß sie auf einem Tische oder einer anderen Fläche.die wunderlichsten Sprünge macht. Ihre Eapriolen mögen dem Uneingeweihten wunderbar erscheinen, in Wirklichkeit sind sie es aber nicht. Die Sprünge werden nämlich von einem kleinenWurm verursacht, der sich in der Bohne häuslich eingerichtet hat. Merkwürdig ist, daß das Thierchen jede Oessnung, die in die Bohne gemacht wird, schleunigst wieder verschließt. Nun zu dem Hazardspiel. Man beschreibt einen Kreis, den man in so viele Segmente, als Personen an dem Spiel theilnehmen, zerlegt. Um das Centrum dieses Kreises wird ein kleinerer Cirkel beschrieben und, sobald alle Theilnehmer ihren Einsatz gemacht haben, placirt man in diesen die Teufelsbohne. Alsbald beginnt das Teufelchen seine drolligen Sprünge und in wenigen Augenblicken hat es sich aus dem inneren 5lreis geschnellt. Derjenige. in dessen Segment es zuerst fällt, trägt den Gewinn davon. rtendomino. Der königl. Hüttendireetor Mauritz in Leröach ha! ein sehr hübsches Kartendomino erdacht, das eine große Zahl verschiedener Spiele zuläßt. 23 Blätter von zwei bis vier Zoll Größe sind in Art der Dominosteine mit Zahlzeichen versehen, die aber nicht aus Punk:cn, sondern aus. den. bekannten. Kar-
fyi y'sfX (sHxX
i r
4 I I. A lf 6 & & ; a e
tcnfiguren Carreau, Herz und so weiter bestehen. Die Zeichen folgen in einer gewissen Ordnung in Roth und Schwarz, es gibt Blätter mit schwarzen Figureni auf beiden! Hälften oder rothen auf der einen, schwarzen auf der anderen. Durch diese doppelfarbigen Karten kann das bekannte Steindomino unterhaltungsreicher gemacht werden. Aber ach Karten-, Wettrennspiele und so weiter lassen sich damit ausführen. Vornehm. Mehrere Damen: Aber, Herr Lieutenant, daß Sie uns gestern, als Sie die Parade führten, gar keinen Blick geschenkt haben, wir Alle schauten aus den Fenstern unseres zweiten Stockes!" Lieutenant: Zweiten Stockes? Ja, da konnte ich Sie freilich nicht bemerkcn schenke grundsätzlich nur den Velletagen meine Aufmerksamkeit!" Stimmt. A.: Dein Onkel sieht noch recht jugendlich aus, für sein Alter. B.: Er färbt sich eben jeden Tag die Haare schwarz, undmacht sich dabei felber etwas weiß! Erfocht. Tochter: Du Frau Assessor ist uns gar nicht ebenbürtig, sie soll ja früher Köchin in einem Restaurant gewesen sein. Mutter: Allerdings, aber deshalb mußt Du doch einen gewissen Respect vor ihr haben, denke Dir nur, sie hat sich ihren Mann kocht! Beleidigend. A.: Wenn ich mal heirathe. dann möchte ich mal ein recht vernünftiges Mädchen haben. B.: Na. wie ist es denn mit Fräulein Scharf, die hat mir vor 14 Tagen einen Korb gegeben. A.: Das Mädcken muß ich haben, stellen Sie mich ihr sofort vor!
-s) y -. Y7 fr ,' Sl . P i i . !., AI wtIv ;y jt- i f 1 1s fi"' P v 3
Constantin von Danncken. In dem ch:nesisch-japanischen Krisae ist der ehemale deutsche 5sicier Constalin von Hanneken zu besonderer Prominenz gelangt. Dadurch, daß er bei dem Untergange des von den Japanern in den Grund gebohrten chinesischen Transportschiffes Kau-Schunz wie durch, ein Wunder dem sichern Tode entging, ist zum ersten Male die allgemeine Aufmerksamkeit auf ihn gelenkt worden. Constantin von Hanneken wurde im Jahre 1851 als Sohn
lj iMM . AiJi IV?' y'.": f-J-.
des zu Wiesbaden verstorbenen Generals z. D. von Hanneken geboren. Im Cadettencorps erzogen trat er im Jahre 1873 als Portepee-Fähnrich in das 8. Ostprcußische Jnfantcricregiment Nr. 45 zu Metz ein. wurde dort Officier und im Jahre 1877 in das Feld-Artillerie-Regiment Nr. 27 nach Mainz versetzt, von wo er im Jahre 1878 seinen Abschied nahm. Im Jahre 2879 erhielt er von emem alten Freunde seiner Familie, der schon viele Jahre in China sich befand und als wichtigster europäischer Nathgeber des Vicekönigs Li-Hung Tschang in Tientsin eine hervorragende Stellung einnahm, die Aufforderung, nach China zu kommen. Diesem Ruf folgte er, wurde dem Vicekönig Li-Hung Tschang vorgestellt und von diesem zunächst probeweise als Milit'ärinstructeur engagirt. Er lernte in einem Jahre die chinesische Sprache fertig sprechen und schreiben und wußte sich in militarischer Hinsicht dem Vicekönig unentbehrlich zu machen. Er war zunächst Adjutant des Vicekönigs, functionirte dann aber in verschiedenen selbstständigen Stellungen, stieg von Rang zu Rang und wurde schließlich vom Kaiser von China zum Ober-Commandi-renden der Truppen des Nordens ernannt. Neben der Ausbildun g der Truppen leitete v. Hanneken den Bau und Befestigung der Kriegshäfen Port Arthur und Wei hei Wei. Harpagon zu Hause. . Was? Geld brauchst für die Schneiderin? Sieh' mich an brauch ich a Geld für die Schneiderin? Unangenehm. Junger Gatte (nach der Trauung): So, meine Geliebte, jetzt bistDu mein, jetzt sind wir nur noch eins." Gattin: Ach, wie reizend, ist das auch wirklich wahr?" Gatte: Gewiß, mein Herz, wir sind in Leib und eine Seele; aber was ist Dir?" Gattin (ängstlick,): Ach Gott, Karl, ich glaube, es beißt uns was!" Ausreden lassen. cy. Ach habe gehört, Emmy, ein Kuß ohne Liebe schmeckt wie ein Ei ohne Salz. Ist das wahr?" Das kann ich Jh'ia; wirklich nicht sagen, ich habe noch nie in meinem Leben " Aber Emmy!" Ein Ei ohne Salz gegessen." Ach so. Sie: Karl, Du liebst noch jemand anderes, als mich. Er: Ich schwöre Dir, es ist nicht wahr. Sie: O, ich weiß es ganz genau; ich könnte Dir sogar die Person nennen. Er: Da bin ich doch neugierig! Wen liebe ich denn mehr als Dich? Sie: Dich selbst! a o
ffK
J f 3sv 5V I IXM ifev! ir?W I V'ßo nr , ifo r
' fr R '
Sm lt6)c let ZNode. Bei den Herbstneuheiten, soweit man sie bis jetzt übersehen kann, ist noch Vieles im Werden und ein vorzeitiges Urtheil nickt am Platze; aber das, was bereits fertig ist, erscheint sowohl in Farben wie Geweben feinsinnig emPfunden und künstlerisch ausgeführt. Die durch die sommerlichen Kreppgewebe angebahnte neue Art der rauhen Stoffe gestaltet sich für den Herbst noch ausdrucksvoller und mannigfaltiger. Besonders sind es die sogenannten Schlingenstoffe" und die Himalaya Vroche", die für die Herbstmoden fabricirt werden. Die Schlingenstoffe bestehen aus einem glänzenden Gewebe, das an die lockigen Felle asiatischer Lämmer erinnert, nur daß die Löckchen ganz klein und zierlich erscheinen; sie sind ' wunderbar weich und anschmiegend; die Stosse sind einfarbig oder sie zeigen auf schwarzem Grunde verschwimmende Carreaus in Eminence, Cerise, Dunkelchartreuse. Tabak, Grünblau u. dergl. m. Andere wieder haben auf glattem, schwarzem Grunde nur schmale, farbige, bandartige Streifen, die mit schwarzen Schlingen begrenzt sind. Aus den einfarbigen Schlingenstoffen fertigt man mit Vorliebe Jäckchen ohne Schoß mit ziemlich bauschigen Aermeln, die zu gemusterten Röcken aus anderen Geweben getragen werden. In der That werden dadurch ungewöhnlich hübsche Wirkungen erziölt. Besonders reizvoll erscheinen feine Wollstoffe mit Carreaus in zwei Farbenstellunzen; so z. V. vereint sich Mode mit Dunkelblau, Braun. Olive, Grün, Heliotrop, Schwarz u. dergl. Aus alledem geht hervor, daß die glatten, einfarbigen Stoffe wieder mehr durch die gemusterten verdrängt werden. Vornehmlich beginnen Carreaus, wenn auch bisher nur in bescheidenen Größen, eine Roll: zu spielen; die Vereinigung von Blau und Grün ist hierfür 'sehr beliebt. Die Carreaus sind entweder schachbrettartig, oder mit verschiedenen, gleichlaufendenLinien durchquert. Diese Musterung von Blau und Grün finden wir in den verschiedcnsten Geweben, in Himalaya, Cheviot, Kammgarn u. s. w. Recht eigenartig ist ein neuer Stoff, Melange deux Faces", mit schmalen Galons und gestreifter oder carrirter Unterseite, die als Besatz zum Kleide verwendet wird. Broches mit kleinen schwarzen Muschen auf farbigem Grunde wie Cerise, Bleu gendarme", Reseda, Braun, Olive. Grau, sowie solche mit vertikalen Streifen und Muschen, gehören ebenfalls zu den beachtenswerthen Neuheiten der Herbstsaison
?-r"v
Herbsttoilette mit Peler i n e. Unsere Abbildungen veranschaulichen mehrere Toiletten, welche auch den verwöhntesten Geschmack befriedigen dürften. Die erste Illustration zeigt eine Toilette aus leichtem, hellgramm Tuch, deren Rock, vorn ein Tablier bildend, an den Seiten, sowie in der Hinteren Mitte in nach unten breit ausspringende Falten gelegt und, wie ersichtlich, mit zackig aufgesetztem, schwarzem Sammetband verziert ist. Die vorn am Taillenabschluß leicht gefaltete, sonst glatte, im Rock zu tragende Taille ist mit weiten Puffärmeln versehen und wird durch eine vorn etwas abgeschrägte Pelerine vervollständigt, die mit einem hohen Umlegekragen von Sammet begrenzt und mit Sammetband verziert ist. Ein gefalteter, hinten unter einer vollen Schleift geschlossener Sammetgürtel umgibt die Taille. Der hierzu passend: runde Hut aus grauem Tuch ist mitRosetten und hochstehenden Enden von schwarzem Sam--met, sowie mit Federaigrettes garnirt. Toilette aus Tuch, Sammet und Spitze. Eine sehr kleidsame Toilette aus beigefarbenem Tuch und türkisblauem Sammet, welche auch in anderer Zusammenstellung z. B. Creme mit Goldfärben, Silbergrau mit Kirschroth, s.kr wZrkunasvoll sein dürfte, ist in der zweiten Abbildung veranschaulicht. T ssl.j m hrtrn 1t fltWn ' A,tb ll Wilt g wv
M? jj Jeni iXV IäA TLWM l rS LuryaT i ll fWjff L jn MM M Lyj- W y U N ß
zweimal mit einer sehr ausdrucksvollen; Guipüre - Schnurspitze besetzt, deren aneinander treffende Ränder ein Schrägstreifen aus Sammet deckt, der oben unter dem Gürtel mit einer Schleift endet. Die Taille ist am Taillellabschluß hiiüen und vorn leicht gefaltet und mit einem breiten Gürtel aus Sammet umgeben, der hinten mit einem gekräusten Köpfchen schließt und vorn durch Fischbein gesteift ist. Die Taille, der ziemlich volle Pufsarmel eingesetzt stnd, zeigt außer dem breiten Stehkragen aus Sammet noch Achselstücke aus Spitze, die ebenso wie am Rock mit 'mmetstreiftn ausgestattet sind.
Vi'r,r7 ty
V l Gesellschafts - Toilette. Rosa carrirter Seidenstoff, grüner Moire und breite ecru-farbene Spitze bilden das Material dieser eleganten Toilette. Dem leicht schleppenden, am unteren Rande mit einem Moirestreifen und Spitze verzierten unteren Rock liegt ein, vorn eine Spitze bildender, glockenförmig geschnittener Oberrock aus Seidenstoff auf, der am unteren. Rande mit Moire und Spitze garnirt ist. Die in Jäckchenform gefertigte Taille aus Seidenstoff ist vorn mit einem Blusentheil von hellgrüner Seidengaze versehen, der unten mehrmalsgürtelartig eingereiht ist und oben mit dem gefalteten Stehkragen abschließt. Die vorn durch eine Schleift zusammengehaltenen Jäckchentheile sind mit zwei einander aufliegenden Revers von rosa und grünem Moire ausgestattet, von denen der untere mit Guipürespitze begrenzt ist. H e r b st k l e Z d aus Tuch. Die letzte Abbildung veranschaulicht ein sehr hübsches, fesches. Herbstkleid mit kurzer Pelerine für junge Damen, das aus dunkelblauem Tuch gefertigt, am Außenrande der Pelerine mit weißem Leder umrandet, sowie durch einen gleichen Gürtel vervollständigt ist. Der schlichte, mit Futter versehene runde Rock legt sich vorn und an den Seiteir oben eng an und ist nur hinten in einige Falten geordnet, die nach unten, hin breit ausspringen. Sehr einfach ist auch die kurze Taille gearbeitet, deren vorn geschlossene Futtertaille hinten glatt mit Tuch überspannt ist, während der im Ganzen geschnittene vordere Tuchtheil unten in einige Falten, gelegt, an der einen Seite und Achsel übergehakt wird. Die Taille ist mit einem mäßig hohen Stehkragen, sowie mit in Keulenform geschnittenen Aermeln verbunden. Eingelenkt. Frau (ihren Gatten spät Abends an der Thür empfangend): Du schwankst....!" Gatte: Ob ich Dir einen Hut oder ein neues Kleid kaufen soll, Schätzchcn!" Splitter. Ein Verliebter, der andern die Freuden der Ehe schildert, gleicht einem Badenden, der, an Händen und Füßen vor Frost klappernd, den Nichtschwimmern versichert, das Wasser sei ganz hübsch warm! K e.i n e R u h e. Gläubiger: Ich muß aber heute mein Geld haben! Kranker Schuldner: Sie sehen doch, ich bin todtkrank, lassen Sie mich' doch in Frieden sterben. Gläubiger: Ja,das möchte Ihnen so passen, damit - Sie Ihre Schulden nicht mehr zu bezahlen, brauchen'.
JßK ".521 ( 7 , j p
1
I uljäT
MM (iifep4
