Indiana Tribüne, Volume 18, Number 12, Indianapolis, Marion County, 30 September 1894 — Page 4

Stotoatw Tribttne.

Erscheint Täglich und Sonntags Die tZgliche.Tribü" kostet durch den Tröge, UCent per Voche. die LonntagS-.Trtbüne- l lern per Woche Beide zusammen Cent oder 65 Cent per Monat. Per Post ,-azesSitt n Vor uSbezahlung kper Jahr. Office : No. 18 Süd Alabaa Str. ZndianapoliS, Ind., 30 September '94 Gin Schuft Eine wahre Geschichte von der Ostsee. - Ans der Terrasse vor dem Kurhaus in dem bekannten Ostsecbade X. waren alle Tische dicht besetzt. Drinnen im großen Saale wurde eifrigst getanzt, denn eZ war der Abend der allwöchentlichen Reunion, und lustige Walzer klänge tönten durch die geöffneten Fen ster in die milde Sommernacht hinaus. Tottor F. und Rechtsanmalt L., die mit ihren grauen auf der Terralje eben zur Nacht gegessen hatten, waren in die geöffnete äalthür: getreten, um ein wenig dem Tanze zuzuschauen. ' Sich' nur, die schöne' Frau M.!" machte Toktor den Freund aufmerksam. Sie tanzt famos! Wie leicht und graziös sie dahinschwebt am Arm des jnngen Mannes, der sich auf diese Gunst nicht wenig einzubilden scheint." Warum soll die junge Frau sich nicht einmal in Abwesenheit des Gatten ein harmloses Tänzchen gestatten? Hier unter den Augen halb Berlins kann doch gewiß nichts Böse geschehen und außerdem hat sie ja auch' noch ihre Schwester als jarda dame bei nch, erwiederte der Rechtsanwalt. Frau 93!., die jekt eben am Arm ihres Tänzers ihrem Platz zuschritt, war eine zunonische Erscheinung, Vlii dem bildhübschen Gesicht, das von vollem. schwarzem Haar in weichen Linien umrahmt wurde, strahlten ein paar dunkelblaue, kluge und gute Augen und um den fein geschnittenen, rothen Mund lag ein Zug von energischer Festigkeit, der dem schönen Kopf einen ganz besonders fesselnden. Ausdruck verlieh. Sie war eine lebensfreudige Frau die sich harmlosen Bergnügungen gern hingab und' sich wenig darum kümmerte, ob die Nets medisante Badegesellschaft dani der ihre nicht immer sehr liebenswürdig gen Glossen machte. Ihr Gatte, Bantier M., kam alle Sonnabende mit den üblichen Strohwittwerzug aus Berlin herüber und selbst die lästerwüthlgsten Klatschtanten mußten verstummen, wenn sie die frJhmüthige Einigkeit des jungen, kaum zwel Jahre verheiratheten Paares beobachteten. ! An jenem Reunionabend war der Schwester der schönen Frau gegen 10 llhr plötzlich unwohl geworden, so daß sie sich allein nach Hause begab, ohne Frau (5ugenie in ihrem Vergnügen stören zu wollen. Tiefe tanzte lustig noch ein Stündchen weiter, wobei der junge Börseaner 6., an dessen Arm die beiden nreunde sie schon vorhin beobach tet hatten in fast aufdringlicher Weise von ihrer Seite nicht wankte und nicht j wich. Doktor F. und Rechtsanwalt L. : saßen schon längst wieder an ihrem , Tisch auf der Terrasse, als sie Frau ' Eugenie mit dem jungen C. aus dem ! aal treten sahen. ..Ich bin doch neugierig, ob der junge i Menscb die sehnn? rslii rnirfi SSnnSe hfs , j ' yj - - y gleiten wird," meinte Doktor F. halb spöttisch, während der Rechtsanwalt so j fort einwarf: ,,Tas glaube ich unter keinen Umständen, die Frau ist viel zu verständig, um sich durch einen solchen z Menschen ganz überflüssiger Weise com promittiren zu lassen." Aber der Rechtsanwalt hatte sich ge- . irrt. iyxau kugenie und Herr (i. am : gen wirklich zusammen über die Ter rasse zur Straße hinunter und waren bald in der dunklen Allee verschwunden. die der unweit gelegenen Wohnung der jungen Frau zuführte. Die kleine teerte war von den verschiedensten Sei tcn beobachtet worden und das unvor sichtige Benehmen der Dame, die sich um elf Uhr Nachts von einem Nicht oe rade als Tugendheld bekannten jungen Mann durch eine dunkle Allee nach Hause begleiten ließ, wurde an verschie denen Tischen in ungemein abfälliger lV T i rw w . eise erorieri. Aucy der Doktor und der Rechtsanwalt wußten nicht recht. was sie von dem Vorgange halten soll ten, und schritten schließlich kopfschüt . telnd und etwas verstimmt den heimi schen Penaten zu. Am nächsten corgen es war ein Freitag war der ganze kleine Badeorl naturlich voll von dem skandalö sen" Betragen der schönen Frau Euge nie. Am Strande sprach man von nichts Anderem und besonders die Damen wußten tapfer zu schmähen über das unerhörte' Benehmen emer Frau. die schon nach zweijähriger Ehe die Ehre ihres Gatten in sz leichtsinniger Weise aufs Spiel setzte. So etwas dürste Gunter keinen Umständen geduldet wer. 'Zden, die Dame müßte fortan überhaupt . AVi. f.! flfll w k" . lvvi sein sur Aue, vle q zur gulen Gesellschaft rechneten, und einige beson SderS liebevolle Gemüther trugen sich .sogar schon Mit dem Planden unalück v lichen Gatten sofort telegraphisch von .dem Vorgefallenen' in Kenntniß zu setzen. Die Männer urtheilten weniger -yari, aoer onenvar waren auch Ne be reit, von Frau Eugenie alles Schlimmste x" ... .(..(.. - V, . .r , ju hiuuücii, uno einige auerien cynisch ' und unverfroren, daß sie den jungen s. um eine Chancen bei der schönen rau ausfrichtlg beneideten. - - - Rachmittags war so ziemlich die ganze iBadegesellschaft zum Kaffee auf der Terrasse vor dem urhause vereinigt. als rau Eugenie. die bisher nock mck sichtbar geworden war, in Begleitung ,yrer cywesier erschien. Ihre sonst so blassen Wangen schimmerten roth und m ivrem aamen Geleit Zitterte etwa

wi? sieöerhäste Erregung.' Aha, das

Schuldbewußtsein! murmelten einige hervorragend seine Menschenkenner, als die schöne Frau. rasch durch die Reihen der Tische hindurchschritt. Die Be annten. an denen Frau Eugene vorbeikam, erwiderten ihren Gruß auffalend kühl, wenn sie Nicht überhaupt von einer plötzlichen Kurzsichtigkeit befallen wurden oder ostentativ nach der anderen Seite blickten. Die Aufregung, in der sich Frau Eugenie ohnehin schon befand, war durch diese Ungezogenheiten offenbar noch erheblich gesteigert worden, denn ihre Hände flogen förmlich. als sie jetzt an einem der wenigen noch freien Tische Platz nahm. Aber sie senkte ihr Haupt nicht unter all den frech und neugierig auf sie gerichteten Blicken, sondern ließ ihre Blicke wie suchend über die Terrasse schweifen. Da plötzlich leuchtete es dunkel aus in ihren Augen, sie hatte den jungen Börseaner bemerkt, der eben in einiger (inner nnng von ihr vorübergehen wollte. Frau Eugerne sprang auf. Bitte, wollen Sie sich einen Augenblick hierher bemühen. Herr U.," rief sie laut, so daß es über die ganze Terrasse schallte. Herr E. wurde roth bis in die Haar wurzeln, aber er konnte diesen enerqi schen Anruf nicht gut überhören. Un sicheren Schrittes kam er heran, bis er vor Frau Eugenie stand und mit tiefer Verbeugung den Hut zog. Gnädige Frau.. .." stammelte er verlegen. ..Erlauben Sie, ich habe mit Ihnen zu sprechen, nicht Sie mit mir," rief Frau Eugenie zornflammend. ,,Und es ist gut, wenn alle Herrschaften hier es hören, was ich Ihnen zu sagen habe. Sie haben sich gestern auf der Reunion in auffälligster Weise an mich heranqe drängt. Sie haben mir sogar, als ich nach Hause gehen wollte, Ihre Begleitunq aufgezwungen, obwohl ich für die wenigen Schritte Ihres Schutze- nicht bedürfte. Sie wissen, ich habe Ihre Begleitung nur angenommen, als Sie mir mit Ihrem Ehrenworte versicherten, Sie würden sofort nach dem Kurhause zurückkehren, sobald ich Sie vor meinem Hause verabschiedet. Sie haben das nicht gethan! Sie sind nicht nach dem Kurhause zurückgegangen und haben mich dadurch in der infamsten Weise compromittirt. Sie haben Ihr Wort gebrochen, Sie sind ein ehrloser Schuft!" Bei den letzten Worten hatte Frau Eugenie von ihrer rechten Hand hastig den Handschuh heruntergerissen, und klatsch, klatsch!" versetzte sie demJung ling, der wie ein richtiger armer Qvm der vor ihr stand, zwei schallende Ohv feigen. Laute ,,Bravos" ertönten von ver schiedenen Tischen nach dieser energi schen, muthvollen Abfertigung des er bärmlichen Menschen, und einige Herren, unter ihnen auch Toktor ?j. und Rechtsanwalt B., drängten sich wie schützend um die junge Frau, für den Fall, daß der Geohrfeigte sich viel leicht irgendwie zur Wehr setzen sollte Herr E. war jedoch klug genug, nichts dergleichen zu thun. Hastig setzte er semcn Hut wieder auf, vernen so schleu nig als möglich die Terrasse und ward nicht mehr geseh'n", weder an diesem Tage noch an den folgenden. Tags darauf erschien Abends Herr Bankier M. ant der Bildfläche. Die liebevollen Gemüther hatten ihren Plan offenbar in 's Werk gesetzt und ihn von der vermeintlichen Untreue seiner Gat tin ungesäumt telegraphisch benachrich tigt, denn als er mit Frau Eugenie auf der Terrasse des tturhauses Platz nahm, entwickelte sich sofort eine leise, aber Ziemlich heftig geführte Auseinandersetzung. Dr. F. und Rechtsanwalt L.. die am Nebentisch saßen, bemerkten das mit theilnahmsvoller Spannung und wunderten sich eigentlich gar nicht, als Frau Eugenie sich auf einmal zu ihnen umwandte und sagte: Meine Herren, Sie waren gestern Nachmittag zeden falls Zeuge der Scene, die sich hier abspielte. Bitte, bestätigen Sie rnci nem Manne, wie ich den Unverschämten gezüchtigt habe, der mich zu komproimt tiren wagte.- Natürlich erfolgte die gewünschte Bestätigung sofort in ausgieblgster Weise und bald darauf ver ließen Mann und Frau vollkommen versöhnt die Terrasse. Die schöne Frau Eugenie aber kann beruhigt sein, kein Schuft wird es so bald wieder wagen. ihre Ehre anzutasten, die sie so tapser und energisch zu vertheidigen wußte. Daö Opf,r seiner Eitelkeit. Ein haarloser Scheitel ist gewiß nichts Angenehmes, und selbst die erhebende Thatsache, daß Männer wie Eäsar und Bismarck den Lorbeer aus der nackten Schädelhaut getragen haben, kann den Unbehaarten nicht ganz mit seinem Schicksal versöhnen. Die steten Neckereien und boshaften Bemerkungen über ein solch leuchtendes Haupt sind' eben nicht aus der Welt zu schassen, und es gehört fast ein übermenschliches Maß von Gleichmuth und Seelenruhe dazu, um sie zu ertragen. Dennoch aber dürste es besser sein, srei und offen vor aller Welt die hohe Denkerstirn zur Schau zu tragen, als zu einer falschen Behauptung" zu greifen und dadurch eine Eventualität heraufzubeschwören wie der Schuhmachermeister Gustav Pachulke in Berlin, als er sich am 8. Juli dieses Jahres an einem Ausfluge in den Grunewald betheiligte. Denn seine Eitelkeit sollte ihm nicht nur un säglichen Spott und Hohn zuziehen, sie war auch die indirekte Veranlassung zu einer Anklage wegen vorsätzlicher Körperverletzung, wegen deren er sich letzthin vor dem hiesigen Schöffengericht zu verantworten hatte. . Wie Se mir hier sehen, Herr Jeritchsrath, begann der ehrsame Fußbekleidungskünstler, indem er mit der.. Rechten über seinen glänzenden Scheitel fuhr sind die Jahre nich spurlos an mich vorüberjejangen. Ein Haar nach' andere, is flöten iejan-

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gen, .uno troy'äUe Mittel, von die ick mindestens een' halbet Tußend anje wendt habe, is mein Kopp so unfruchtbar jebheben wie ne Preßkohle. Und jeüzt haben se mir, Herr Jerichtsrath da is't Ende von weg. Kam ick Abends in meine Stammkneipe, dann drehten se die Jasflamme?. aus, indem se meenten, meine Schusterkugel hätte Leuchtkrast ienug. Oder es fragte mir eener, ob ick det nich billijer hätte wenn ick mir dhäte photoirafünfen lassen, indem ick doch schon die Platte mitbrächte. Oder se hielten mir 'ne Ei jarrenkiste an'n Kopp nnd fragden mir, wat det wäre Bors.: Nun hätten wir wohl genug von diesen artigen Scherzen. Die Anklage legt Ihnen zur ast, am L. Juli den Tischler Robert Leimtopf körperlich mißhandelt zu haben; wollen Sie sich auf die Anklage auslassen? Anqekl.; Selbstverständlich. Herr Jerichtsrath, aber wenn ick schon verknakt werden soll, so mun ick mir doch ooch verdeffendiren können. Ick hatte also endlich die ewigen Uzereien satt und schasste mir ne Perrücke an. Ach, Herr Jerichtsrath, wenn Se wüßten, wat ick mit diese haarije Idee vor Aerjer jehabt habe! Wo ick mir in de erste Zeit sehen ließ, nannten se mir nich anders als Laubenvater, oder se sangen det scheene ttieo: Ooch ick war een Jüngling im lockigen Haar Bors. : Wenn Sie jetzt nicht endlich zur Sache kommen. Angeklagter, so muß ich Ihnen das Wort entziehen. Unsere Geduld ist wirklich erschöpft. Angekl.: Na sehen Se, Herr Jerichts rath, wie sich der Mensch schließlich an Allens jewöhnt, so jewöhnten sich meine Freunde denn ooch an meine blonde Frisur, und als wir am 8. Juli ne Landpartie mit Damen in'n Jrune wald machten, da fiel es Keenen mehr in, mir uffzilzichen. Aber Unglück schläft nich. Kaum ivaren wir im Jrunewald anjelangt und hatten 'n bisken gepräpclt, als Eener den Borschlag machte, wir sollten doch een Jesellschastsspiel spielen. Ick sagte, ick hätte een Spiel Karten bei mir, und wir könnten eencn recht jcmüthlichen Schafskopf kloppen. Aber damit waren die Tamens nich einverstanden, die durchaus Katze und Maus" spielen wollten. Jalant, wie ick bin, zog ick natürlich meinen Antrag zurück und bot mir selber als Maus' an, wat denn ooch anjenommen wurde. Und wie ick eben im Bejriff bin, vor eene bildhübsche Katze wcgzuloopen, stolpcre ick über 'nen Boomknubben und schlage, so lang ick bin, hin, wobei mir die Perrücke 'runterrutschte, wat ick aber nich jleich bemerkte, (irst det unbändije Hohnjelächter, det die Anderen an stimmten, belehrte mir über die tückische Treilosigkeit der Pcrrücke. Ick machte jedoch jute Miene zum bösen Spiel, setzte mir die blonde Schwarte wieder uff und wollte weiter loosen, als der Difchler meente, det hatte ausjesehcn, als ob da uff det jrüne JraS een mächtijet Straußenei jelejen hätte. Diese jrünschnäblije Bemerkung brachte mir in Wuth, und da habe ick ihn denn ordentlich vewiöbelt. Die Prrrücke aber habe ick seit jenen Nachmittag inifr mehr uffjcsetzt. Mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten und unter Berücksichtigung des Umstandes, daß er zu der That gereizt worden ist, billigte das Gericht ihm mildernde Umstände zu und hielt eine Geldstrafe von 15 Mark für eine ausreichende Sühne. Der Roman einer Gräfin. Das Ende eines Tempels", unter diesem Titel erzählt der Figaro" die Geschichte eines in vergangener Zeit vielgenannten Hotels in der Avenue des Ehamps-ElysecS, in Paris, das im Augenblick zu einem Restaurant im großen Stile umgewandelt wird. Da, wo jetzt ein staubiger Bretterzäun den Umbau verkündet, wo bald das Firmen-Schild des St. Petersburger Restaurateurs Euba prangen wird, starb am 21. Januar 188t die Gräfin Thcrcse von Donnersmarck verwittwcte Bicomtcssc de Paiva, vormalige Gattin des Moskauer Schnei ders Franz Billoing. geborene achmann aus Klein-Rußlaud. Liegt in dieser Grabschrist nickt ein ganzer Roman? Und es war auch für die blasir ten. an die abenteuerlichsten Rastaque-reS-Laufbahnen gewohnten Pariser ein nicht alltäglicher Roman. Theresc Lachmann war eines jener Geschöpfe, die ohne Gewissensskrupel, und selbst ohne sinnliche Passion, Ber liebte, Gecken, Thoren wem sie auf ihrem Lebenspfade begegnete als willenlose Sklaven am Güngelbändchen führte und eine stattliche Anzahl aristo kratischer Existenzen mit ihren zarten Fingern knickte wie. die Knackmandeln. Als sie noch die junge und schöne Frau des Moskauer Schneiders war, sah sie einst der bekannte Pianist Henri Herz. Er verliebte sich in sie und entführte sie alsbald. Die dumpfe Schnei derwerkstatt war rasch veraessen und als

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Madame Henri Herz" zur lluieu Hand begleitete sie den gefeierten Künstler auf seinen Triumphzügcn durch die Hauptstädte Europas. Doch dann kehrte Herz schließlich nach Paris zurück und übernahm wieder seine PianoFabrik. Das Geschäft ging mäßig, und da er keine Lust hatte, sich von seiner Geliebten kaltblütig ruiniren zu lassen, so gab er ihr höflichst den Laufpaß. Run kamen schlimme Tage für die schöne Therese. .Ader sie brauchte in dem schmutzigen kleinen Garni, in das sie hatte ziehen müssen, nicht lange auf das Glück zu warten. ES nahte ihr in Gestalt einer Modistin, die früher. als Therese sich noch Madame Henri Herz nannte, für sie gearbeitet hatte. Besagte Modistin hatte, wie man sagt. eine gute Nase. Sie dachte: Halt! Hier ist was zu machen! Therese mußte mit nach England, dort besorgte ihr ihre kluge Protektorin schöne Toiletten und Diamanten und stellte sie eines Abends in einer Gala-Borstcllung im Eonvent Garden vor dem Publikum der Themse stadt in einer Loge aus. Am uag daraus wurde der schönen Fremden das Haus von ein Paar Tu tzend sterblich verliebten Gentlemen ein gelaufen. Sie ließ sie alle zappeln 14 Tage lang, bis die nöthigen Erkun digungen eingezogen waren, und nach Ablauf dieser Frist lag Lord E., einer der reichsten britischen Magnaten, zu ihren Füßen, als würdigster von Allen ausgewählt. Zwei oder drei andere Theilnehmer des Rennens um ihre Gunst wurden zwar auch placirt. ohne sich aber des erhaltenen Siegespreises anders als nn Stillen rühmen zu dür fen. Nach einem halben Jahre kehrte sie nach Paris zurück als Vcllllvnärin und Freundin mächtiger, einflußreicher edler Briten, die von Zeit zu Zeit über den Eanal kamen und ihr ihre Huldigungen und ihre Banknoten zu Fünen legten. Nun führte sie m Paris das Leben aller großen Kokotten zu Ende des zweiten Kaiserreichs. Herzöge, Grasen, Bankiers, ein Pascha wer zählt die Völker ?c. erfreuten sich der Gunst der schönen Therese und trugen alle dazu bei, ihr allmählig eme Revenue von einer ganzen, runden Million zu schaffen. In jener Zeit erbaute sie sich das Palais in den Champs-Elysees und in diese Epoche fällt auch ihre kurze Ehe mit dem authentischen Vicomte de Paiva, einem portugiesischen Edelmanne, der keinen Groschen besaß und den sie im Elend sterben ließ. Denn Herz . hatte die Paiva" nicht. Man weiß Niemand, dem sie je mal etwas Gutes angethan. Schön war sie, wunderbar schön, auch geistreich, witzig, namentlich wenn es galt, Abwesenden etwas am Zeuge zu flicken. ' Und frech war sie, russischbeute! und gemein bis zum Cynismus in ihren Reden dazu. Die Paiva wurde alt. Sie mußte zur Emaille greifen. Oh, sie verstand diese Kunst vorzüglich. Niemand konnte ihr Alter ahnen, nur lachen durfte sie nicht zu lebhaft. Und da nahm ihr Schicksal doch noch eine nicht mehr erhoffte Wendung, das Glück lächelte diesein seinem Kinde noch einmal zu, und was für ein Glück! Ein steinreicher deutscher Magnat, Graf Guido Henkel von Donnersmarck, freier Standesherr des Königreichs Preußen, Besitzer zahlreicher Bergwerke, der wundervollen Herrschaft Tarno-witz-Rendeck ?c., entbrannte für die alternde, ihm an Jahren weit überlegene schöne Paiva. Das Schloß Pontchartrin, das einst Ludwig der Vierzehnte seiner Lavalliere als Licbcslohn geschenkt, dies herrliche Besitzthum 'war die erste kleine AusWirksamkeit, mit der der preußische Edelmann die Angebetete überraschte. Und wieder einmal sprach ganz Paris von den Wagen, Pferden, Festen und dem Wintergarten der Paiva. Tann heirathete der Graf sie. Die Paiva ward wirklich Gräsin Henckel von Donnersmarck, die legitime Gattin eines wirklichen Grandseigneurs. Wenn man das liest, sind die Kokot-ten-Romane der Leihbibliotheken-Lite-ratur da noch unwahrscheinlich"? Nach ihrem Tode, sie starb 72jährig, wollte der Graf Henkel das HauS in den Champs.Elysccs gern verkaufen. Doch schreckte ber sormidable Preis er verlangte vier oder fünf Millionen Jeden ab. Bor etwa drei Viertel Iah ren erst ging eS in die Hände des Ber liner Bankiers Saloschin über. Tie Hauptkostbarkeit im Innern, eine Treppe ganz aus Onyr, wird dem Hause wohl auch in seiner neuen Be stimmung erhalten bleiben. Graf Henckel, tn zweiter Ehe wieder Alt einer Russin, der geschiedenen Frau oes gegenwärtigen Justizministers Monrawiew verheirathet, mag wohl noch manchmal hier am Pariser Platz oder auf seinen schönen Besitzungen in Schlesien der ersten Hälfte seines Ro manes mitder schönenPaiva- gedenken. IH Verlangt Milch o's Veft Havanna Cigark."

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1fr., Oeo. W C00H v, Ct. Zolzillburh. tu Großes Leiden nach der Grippe. grhtdA Seröusch im Kopse. Sche? zen tm Mage. ,?,r ei Jahren hatt ich einen heftigen afal von Grippe, der mich i einem schrecklich schwache nd hkrabgkkommenen Juftaud zurückliei. Bsrize Sinter hatte ich eine wettere TnfaH und wa? wieder herebgekommen. mein Gesundheit säst ruinitt. Mein ppetit war ganz verschwunden, ich haue kein rast, war fietl müde, hatt una. eehm donnerähnliche Geräusch im Kopse, gleich wem Sasserfa. Auch hatt Utz hefti, opf schmrz und Hestlge drückende Schmerzen d, memem Äagen. Ich ahm Liedizinen. ohn daß st mir nützten, feil ich, achöem ich s diel tidee Hood'b Garsaparllla gehört hatte, mich entschloß. ! Versuche, und da Resultat ist sehr leben werth. Alle unangenehmen Folge der Grippe fi derüder. ich bin alle schmerzen und Leiden icl, nb glauS. ba Hoods Sarsaparilla eine Katarrh sicherlich heilt. Ich empsehl I Un." Seo. W dool 6t. Johntbur. t. Pillen heile nchr,iz. Mizrt,. UtzLlUkit. qual Unterkleider, welche vom lehten Winter übrig blieben, bringen natürlich nicht die Preise von neuen Waare und wir erwarten es auch nicht, aber wir denken, daß dieselben wenigsten? die Hälfte werth sind. Wir legten eine Partie angebrochener Unterkleider auf den Ladentisch heute, markirt theilweise unter halbem Preis, theilweise über, aber alles billig. Seht selber. - Li.Avresio jitdiana Conservatory o of Miisic.

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