Indiana Tribüne, Volume 18, Number 12, Indianapolis, Marion County, 30 September 1894 — Page 2
StuWrcnöc Trauen.
So sehr auch dasFeld für eine höhere Erziehung der Frauen sich täglich erweitert, so reicht dasselbe noch immer nicht aus, um das stets wachsuide Verlangen nach Gelegenheiten zu? Vermehrung und Vergrößerung des weiblichen Wissens zu befriedigen. Würden doppelt so viele Schulen und Collegesfür Mädchen ezistiren, welche auch der großen Masse zugänglich sein könnten, sie dürften all? überfüllt sein. Erst in den letzten Jahren hat sich das Wollen und Können der Frau mit elementarer Gewalt neue Wege zur Bethätigung des bis dahin schlummernden praktischen Sinnes crschIoen, und wacker sehen wir die kühnen Nevolutionärinnen auf den einmal betretenen Bahnen einherschreiten. Die jungen Mädchen von heute fühlen sich ebenso fähig und berechtigt, nicht nur an Lehranstalten und Universitäten, sondern auch in den verschiedensten Stellungen mit dem Manne in Wettbewerb zu treten, sich ihm gleichzustellen, ihn sogar zu überflügel?. Ob diese Gleichstellung der Frau im Erwerbsleben dazu beitragen wird, sowohl ihre eigene, als die Glückseligkeit des Mannes zu erhöhen, oder ob die Behaglichkeit und der Friede des Familienlebens dadurch gefährdet werden dürfte, das ist eine Frage, welche heute noch nicht endgiltig beantwortet werden kann. Wir wollen hier nur die Thatsache bestätigen, daß nicht nur der Zuzug der jungen Mädchen zu allen höheren Lehrinstituten stets imWachsen begriffen ist, sondern daß in manchen Bildungsanstalten dieAnzahl der weiblichen Zöglinge jene der männlichen weit übersteigt. Der New York State Board of Regents" hat seit geraumer Zeit statistische Daten gesammelt, die für die große Verbreitung des Frauenstudiums bezeichnend .sind. In den Hochschulen werden 23.566 Mädchen mit akademischen Graden auf nur 18,243 Knaben ausgewiesen. Mehr als zwei Drittel von den 438 ertheilten ehrenden Anerkennungen und Zeugnissen erhielten die Mädchen. Es studiren nicht weniger als 2,923 Damen an Colleges. In den technischen und Gewerbe - Schulen finden wir 4,013 weibliche Zöglinge, an den medicinischen Universitäten 216 Hörerinnen, an der juristischen 10. In den Schulen für Pharmaceutik und Zahnheilkunde, an den Kunstinstituten, Conservatorien für Musik und manchen anderen Spetial - Lehranstalten gibt es viele Hunderte fleißige Studentinnen. Der Census von 1890 wies in den Ver. Staaten 125,525 männliche Lehrer, dagegen 238,397 Lehrerinnen auf. Zwei Jahre später hatte sich die Anzahl der Lehrer um 3,974 verringert und die der Leh rerinnen war um 14,483 gestiegen. In dem früher erwähnten Report heißt t fast wörtlich: Den bemerkenswerzthen Aufschwung, welchen die höhere "Erziehung der Frauen genommen hat, sanken wir dem Umstände, daß man cheute fast allgemein der Ansicht hulzigt, daß die Absolvlrung eines College - Cursus dazu erforderlich ist, um sowohl gute Gattinnen, Mütter und Hausfrauen heranzubilden, wie zu eirier praktischen Äerufsart zu befähigen. Die Frau bedarf heute nicht nur der höheren Bildung zu ihrem Lebensunierhalt, sondern sucht dieselbe zu erlangen. um ihr Dasein zu einem glückliche?en zu gestalten, als es ihr früher ohne den erweiterten Gedanken und Gesichtskreis möglich gewesen ist." Ein guter Braten ein gutes Herz. Es wird mit Recht ein guter Braten . Gerechnet zu den besser'n Thaten, Und daß man ihn gehörig mache, Ist weibliche Charattersache: Ein braves Mädchen braucht dazu Mal erstens einmal Seelenruh', Daß bei Verwendung der Gewürze Sie sich nicht hastig überstürze; Dann zweitens braucht sie Sinnigkcit, Ja, sozusagen Innigkeit, Damit sie Alles appetitlich Bald so. bald so und recht gemüthlich Vegießen. dreh'n und wenden könne. Daß an der Sache nichts verbrenne. In Summa braucht sie Herzensgüte, Ein sanftes Sorgen im Gemüthe, Ein sanftes Lieben insofern Für all die hübschen, edlen Herrn, Die diesen Vraten essen sollen Und immer gern was Gutes wollen. Ich weiß, daß hier ein Jeder spricht: Ein böses Mädchen kann dies nicht, D'rum hab ich mir auch stets gedacht, Zu Haus und anderwärts. Wer einen guten Braten macht, Hat auch ein gutes Herz. F r i tz ch e n erzählt in großer Gesellschaft, in Gegenwart seine: älteren Schwester: Unsere Elisabeth kann im Dunkeln sehen wie eine Katze. Als Herr Müller in die Stube kam. wo wir ganz im Düstern saßen, hörte ich. wie sie sagte: .Arthur. Du bist a heute nicht rasirt." Elisabeth erröjhete tief. Auf dem Jahrmarkt. Zuschauer: Das soll ein Zwerg sein? Der ist ja über fünf Fuß hoch." Budenbesitzer: Das ist gerade die Seltenheit. Dieser Zwerg ist der größte Zwerg der Welt!" Sehr wahrscheinlich. Feldwebel: Na, Einjähriger Nudel, was haben Sie denn gethan, als Sie auf Urlaub waren?" Einjähriger Nudel: Immerfort Parademarsch mit vollständigem feldmarschmäßigem Gepäck geübt. Herr Feldwebel." EingutesKind. Tochter: Nicht wahr, Papa, Du möchtest doch, daß ich Dich nie verlasse? Vater: Gewiß nicht, mein Kind. Tochter: .Dann werde ich Herrn Neumann beiiztn. Papa, er ist einverstanden, bei uns zu wohnen!
Die freiwillige Zeucrwcyr von Dingswcilcr. Humoreske von Hubert Ebeler.
Es ist nicht richtig, wenn man die Bauern vielfach für dumm hält. Allerdings gehen sie viel mit Rindvieh um. und ein bekanntes Sprüchwort sagt ja: Sage mir, mit wem Du umgehst, und ich sage Dir. wer Du bist: aber das trifft in diesem Falle doch wohl nicht zu. Es gibt genug Bauern, die einen offenen Kops haben, besonders wenn gerade Kirchweih gewesen ist. Das Dörfchen Dingsweiler, wo unsere Geschichte spielt, zeichnete sich besonders durch einen zahlreichen RindViehbestand, sowie durch die Jntelligenz seiner übrigen Bewohner aus. Eine elektrische Lichtanlage besaß das Dorf zwar noch nicht; denn die nächtliche Beleuchtung besorgte schon seit Jahrhunderten der Mond, vorausgesetzt, daß er sichtbar war, und diese Beleuchtung war im Lauf der Zeit allseitig als gut und äußerst billig anerkannt worden. Aber etwas Anderes war's, was die biederen Dörfler vor den umliegenden Ortschaften voraus hatten, und worüber letztere vor Neid schier vergehen wollten, es war die freiwillige Feuerwehr, die sich seit einigen Monaten gebildet hatte. Die Hauptsache war dabei natürlich die kleidsame Uniform, in welcher die Mitglieder bei jeder paffenden und unpassenden Gelegenheit zu paradiren geruhten. Der Ortsvorsteher nannte sich stolz Feuerwehrhauptmann", und zur Seite standen ihm zwei Offiziere, wovon der Eine im gewöhnlichen Leben Barbier iyib der Andere Schneider war. was aber ihrer Würde durchaus keinen Abbruch that. Jeden Sonntag wurden auf dem Platze vor der Kirche Uebungen vorgenommen; aber ein wirkliches Feuer war bis zur Stunde noch nicht ausge Krochen zum größten Leidwesen der freiwilligen Feuerwehr. Ja, im Stillen hegten die verehrlichen Mitglieder cinmüthig den verruchten Geda.nken: Wenn es doch endlich einmal etwas zu löschen gäbe! Und dabei malte Jeder sich die Heldenthaten aus, bfe er dabei verrichten wollte. Um den Mitgliedern und deren Angehörigen nun auch einmal eine kleine Freude für ihre Anstrengungen und Mühsalen zu bereiten, war man überein gekommen, eine gemüthliche Abendunterhaltung mit anschließendem Balle" zu feiern, selbstverständlich sollten die Mitglieder bei dieser Gelegenheit in Uniform erscheinen, um in dem Falle, daß während des Festes ein Brand ausbräche, gleich zum Löschen bereit zu sein; in Wirklichkeit aber war der Grund dafür nur die Eitelkeit der Mitglieder. Es sei noch gesagt, daß der Verein den Namen Eintracht" führte. Das Fest hatte seinen Anfang ge'nommen. Der Herr Hauptmann hielt eine kernige Ansprache, ein Meisterwerk der Stylistik. Er sprach von den erhabenen Zielen des Vereins: Einmüthig zusammenzustehen, wenn es das Eigenthum oder gar das Leben der Mitbürger zu retten gelte vor drohender Fcuersgefahr. Und, meine Mitbürger, hoffen wir, schloß er endlich mit erhobener Stimme, daß es uns recht bald vergönnt sein möge, durch die That zu beweisen, was wir zu leisten vermögen. Und Bravo! Bravo!" erscholl es von allen Seiten. Der Ball hatte begonnen; . StaubWolken wirbelten durch den Saal, in welchem sich die Bürgerschaft" von Dingsweiler keuchend und schwitzend in lustigem Tanze nach den Klängen der ausgezeichneten Dorfkapelle drehte. Man scherzte und lachte, die Mädels kreischten vor Lust und Vergnügen, wenn der Herzallerliebste sie gar zu heiß und stürmisch an sein liebedurst:ges Herz drückte; da plötzlich während einer Polka tritt der Schneidermeister, Pardon Offizier Schmächtig unvorsichtigerweise der Gemahlin seines Kollegen, des Bartscheerers Fink, aus die Hühneraugen. Das war zu viel für dieses anmuthige, liebreizende Geschöpf, welches, nebenbei gesagt. 250 Pfund wog.mlthin gerade noch einmal so schwer war wie ihr zärtlicher Eheqatte. Ein kreischendes Au" entrang sich ihren Lippen, und im nächsten Auoenblick zerrte sie mit beiden Händen an Schmächtig's langem Ziegenbarte. Das konnte sich dessen Ehehälfte doch wohl nicht bieten lassen, und mit aller Wucht applicirte sie dem kleinen unschuldigen Bartscheerer eine Ohr feige als Belohnung für die Missethat seiner Frau. Nun durften aber auch die übrigen Festtheünehmer nicht lan ger mehr unthätig zusdViuen, in allen Fingerspitzen zuckte es lh.ien. Im Auaenblick hatte sich für beide streitende Theile eine Partei gebildet, und alsbald war eine Schlacht im Gange, gegen welche die Völkerschlacht bei Leipzig nur ein Kinderspiel war. Unschuldiae Stühle wurden ihrer Beine beraubt. UM im nächsten Augenblick auf Menschenrücken unmenschlich herumzutanzen. Gläser klirrten und ergossen ihren Inhalt auf den Fußboden, Weiber und junge Mädchen kreischten, und manche der schmucken Uniformen zeigte bereits bedenkliche Risse. Die gemutynüze. Äbendunteryaltung mit anschließendem Balle" hatte ihren GlanzPunkt erreicht. Der Herr Hauptmann" hatte anfangs versucht, die erhitzten Köpfe durch gütliches Zureden zu beruhigen, aber umsonst, es war dabei nur Oel in's Feuer gegossen. Dann aber hatte er st eilfertig im Sttern mtt dem Wirth ent ernt. Die Schlacht wogte auf und ab, vergeblich hatten dte Musikanten verschiedene Male versa-, surch Jnto-
nirung eines elektrisirenden Walzers I die kämpsenden Freiwilligen" vonein-1 c. c i W v r m i
anoer zu lrennen, oa piognaj lajteßt ein dicke: Wasserstrahl mitten in den Haufes, und die ganze Gesellschaft war im Augenblick völlig durchnäßt. Was war das? Die Feuerspritze, durch den Herrn Hauptmann", sowie durch den Wirth und seine Frau bedient, hatte ihre Schuldigkeit gethan! Alles suchte so schnell wie möglich aus dem Bereich des nassen, kühlenden Strahles zu kommen. Dann aber durchhallte ein Wuthschrei den Saal, und im nächsten Au genblicke stürzten die sämmtlichen Mitlieber in vollkommenster Eintracht auf die Thür zu, in welcher der Herr Hauptmann mit dem Rohr in der Hand stand. Dieser wurde wider die Wand gedruckt, Püffe regneten auf ihn nieder; und dann ging die wilde Jagd weiter auf die Straße, wo die Spritze stand. Die Bedienungsmannschaft, Wirth nebst Gemahlin, konnte sich nur durch schleunigste Flucht retten, und als das Rad der Zeit um fünf Minuten weiter geruckt war, da lag die Spritze vollständig zertrümmert und zertreten am Boden. Ihr erster wirklicher Löschversuch: Erhitzte Köpfe abzukühlen, war von Erfolg gekrönt gewesen, aber sie hatte ihn mit ihrem Untergang bezahlen muen. Der Verein der freiwilligen Feuerwehr Eintracht" aber löste sich in Folae dieses Vorkommnisses in Wohlgefallen auf und bald sah man nur noch die Rangen auf den Gassen mit den Helmen ihrer Herren Väter, der ehemaligen Freiwilligen", auf den Köpfen, wie sie dem Soldatenspiel oblagen. Verschwendete Kritik. Wer hat nur diese Eule da ausge stopft?" Diese Frage wurde in einem Barbierladen von einem Krittler. in der höchsten Mißbilligung gestellt. Alles :m Laden war ruhig. Der Barvier, der viel zu thun hatte, konnte mit seiner Arbeit nicht inne halten. Die Kunden, welche warten mußten. bis die Reihe an sie kam.lasen alle und bekümmerten sich wenig um den un gen Menschen, der ganz plötzlich diese sxrage gestellt hatte. Niemand antwor tete. Der Barbier fuhr fort zu rasiren. - Sehen Sie denn gar nicht, Herr Braun, wie falsch das ganzeDmg ist?" rief der Jüngling wieder. Betrachten Sie sich diese eckigen Flügel, den fal schen Kopf und den zusammengedrückten Hals mit einem Worte, die ganze Eule ist em Pfuschwerk. Meinen Wor. ten dürfen Sie glauben, ich habe Tage und Nächte in hundert Sammlungen zugebracht, mich kann man nicht tauschen, ich verstehe das. Der Vogel ist falsch vom Schnabel bis zum Schweif. Herr Braun,Herr Braun, nehmen Sie dieses Thier herunter, oder Sie machen sich zum Gespött der ganzen Stadt! Der Barbier fuhr fort zu rasiren. Ich habe mich mit dem Studium der Eulen und anderer Nachtvögel beschästlgt, und ich kann Sie versichern. eine Eule kann nicht sitzen, ohne sich feste: aufzustutzen. Hat eme Eule iemals gebogene Krallen? Hat sie, wenn sie ruhig sitzt, so gerade Fuße und so ei nen verbogenen Hals? Das ist unmöglich, das ist gegen alle Naturgesetze! Die Anatomie und die Ornithologie lehren, daß die Eule Zehen hat, die sich unmöglich so biegen können. Ich habe die Eulen studirt. und solch' eine Arbeit zu sehen, empört all' mein Blut! Ich begreife nicht, Herr Braun, wie Sie das Thier in dieser Stellung in Ihrem Laden dulden können!" Der Barbier fuhr fort zu rasiren. Be trachten Sie nur diese Augen! Ich bin starr vor Staunen, daß man es wagt. loici)' eienoes Glas vazu verwenden. undnoch mehr darüber, daß Sie so etwas kaufen konnten. Ich bitte Sie um alles, Herr Braun, nehmen Sie den Vogel herunter und lassen Sie ihn noch einmal ausstopfen!" Der Barbier fuhr fort zu rasiren. Mit etwas Sägespänen und Baumrinde könnte ich im Finstern eine Eule besser ausstopfen, wie diese da ist. Ich könnte einen alten Hut einer Eule ähnlicher sehen machen, als dieses Thier, das so stiif da oben sitzt, als wäre es aus hartem Leder, ha, ha. ha! An dem Vogel ist nicht eine natürlich: Feder!" Gerade in diesem Augenblicke rührte sich die Eule, stieg ernst und schwerfällig von ihrer Stange, ging langsam auf und ab und betrachtete ihren Kritiker mit einem Blicke, als wollte sie sagen: Diesmal hat Dich Dein Wissen arg im Stich gelassen, verschwende es nicht wieder an einem lebenden Vogel! Ich bin eine Eule; Du auch guten Morgen, Herr Kritiker!" Der Barbier fuhr fort zu rasiren. Sparsam. Er (in seiner in's Bad reisenden Gattin): Du. Irma, rn.) bitte 2)lch, spare nur so viel als möglich!" Sie: Gewiß. Oskar! Da Du aber gerade vom Sparen sprichst, so konntest Du mir gleich noch 8100 mitaeben. damit ich das tbeure Telegraphiren um Geld erspare!" brauch. Herr (in eineDroschke steigend): Ich möchte nach dem neuen Kirchhof. Kutscher: Ich auch, aber tii wenn iH wol vln: 3u ä na st lieh. Der kleine Emil: Mama, darf ich nicht ein bischen auf die Straße gehen? Meine freunde saaen. es kommt ein Komet! Mutter: Es ist gut, aber geh' nicht zu dicht heran! Der Patient. Mann: Nur ein Glas Bier. Frauchen! Fräu: Nein, der Arzt hat's verboten. Mann: Ein halbes Glas. Frau: Unter keinen Umständen. Mann: Dann zeig' mir nur wenigstens einen sauern Hering!
Am cnrifl.cn Eise. Der Kund von dem gänzlichen Fehlschlagen'. derWellman'schenSpritztour" nach dem Nordpol folgt die Nachricht, daß auch die Expedition des Lieutenants Peary nicht von dem erhofften Erfolg begleitet gewesen ist, fast auf dem Fuße. Die Hilfsexpedition, welche den kühnen Forscher, dessen Gattin und seine sonstigen Legleiter in die Heimath zurückbringen sollte, ist heimgekehrt, allein LieutenantPeary ist mit seinem Gefährten Hugh Lee und einem Negerbedienten in Bowdoin Vay zurückgeblieben, um das unvollendete Werk, wenn irgend möglich, im nächsten Jahre zu vollenden. Recht abenteuerlich ist die Geschichte der Expcdition. welche von einem Ereigniß begleitet war, welches wohl noch kein Polarforscher vor Lieut. Peary in den arktischen Regionen erlebt hat. Frau
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Lieut. Peary. Peary. welche ihren Gatten begleitet hatte, ist nämlich am 12. September 1893 von einem Mädchen entbunden worden; Mutter und Kind sind gesund und wohlbehalten, begleitet von einem Eskimomädchen, heimgekehrt. Das Gelingen von Peary's Expcdition wurde durch die ungewöhnliche Ungunst des Wetters vereitelt. Am 6. März 1894 brach die Expedition über Grönland nach Jndependence Bay.dem nödlichsten Punkt.welchen Lieut. Peary auf früheren Reisen erreicht hatte, auf. Vom Tage der Abreise an hatten die acht Mann der Expedition, Lieut. Peary. Entrekin, Astrup, Dr. Vincent, Lee. Davidson. Valdwin und Elarke, welche 12 Schlitten und 92 Hunde mitführten, schreckliches Wetter auszustehen. Dr. Vincent mußte eine Woche nach dem Aufbruch zurückkehren. Am 20. März, während die Nordpolfahrer am Ende der Bowdoin Bay waren, fiel d2s Thermometer während eines heftigen zweitägigen Stmnes auf 55 bis C0 Grad unter Null. Davidson und Lee sowie Astrup, der Norweger, erFrau Peary. krankten an Frostschäden und von den Hunden gingen viele zu Grunde. Die Kranken wurden in Anniversary Lodge zurugelassen und der Weitermarfch 14 Tage lang fortgesetzt, da aber von den Hunden immer mehr eingingen, war es unmöglich, Jndependence Bay zu erreichen, und man kehrte um; am 20. April langte die Partie wieder im Hauptquartier an. Nur 145 Meilen waren in den 4 Tagen zurückgelegt worden und nur noch Lb Hunde am Leben. Davidson war vier Monate krank. Nachdem alle wiederhergestellt waren. wurden Ausflüge in die Nachbarschaft unternommen.' Astrup erforschte Melville Bay und nahm 150 Meilen derselben mit Hilse der Eingeborenen f& I. E n t r i k e n. kartographisch aus. Lieutenant Peary und Frau fuhren in Schlitten nach dem 100 Meilen - entfernten Olrite. während Entrekin und Dr. Vincent Kane's Winterquartier auf Littleton Island zu erreichen suchten, aber da das EiS nicht hielt, umkehren mußten. Während des kommenden Winters werden Eskimos in der Nachbarschaft von Peary's Hauptquartier campiren und dort im Frühzahr, wenn der Genannte abermals gen Norden zieht, als Reserve zurückzubleiben. Die zurückgekehrten ' Mitglieder, der Expedition bezweifeln übrigens, daß Lieutenant Peary im nächsten Jahre großen Erfolg haben wird, da seine Partie zu
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klein ist und ein Unfall, der ein Mitglied betrifft, die ganze Gesellschaft in's Unglück stürzen kann.
Einc Hochzeit in Hosen. Nirgendwo in der weiten Welt hat die Frauenbewegung so große Fortschritte gemacht wie bei unseren Antipoden in Australien, namentlich so weit die Bestrebungen hinsichtlich einer Umgestaltung der Frauenkleidung in Betracht kommt. Besonders thätig in dieser Hinsicht ist die New Zealand Dreß Reform League", unter deren Auspicien jüngst in Adelaide eine Hoch&tf SAl mm. C zeit in dem.,Zukunftscostüm- stattfand. Herr I. R. Wilkinson, .der unentwegt mit der Feder für die Reform" kämpft, war der Bräutigam und Fräulein Kate Walker die Braut. In vorstehender Illustration ist die Hochzeitsgesellschaft dargestellt. Der Oberkörper der Braut war in der conventionellen Weise bekleidet, die unteren Extremitäten verschwanden in einer Art modificirter Hosen. Das Eostüm war aus blauer Bengaline gefertigt, mit Weste und Revers aus weißer, mit Gold gestickter Seide. Handschuhe trug sie nicht, dagegen hatte sie im Haar, von dem in graziösen Falten ein Schleier über ihre Schultern herabfiel, einen Jasminkranz. Die Brautjungfer, Frl. Nellie Walker, trug einen ähnlichen Anzug aus cremefarbener Seide mit Spitzenkragen. Die Dame, in deren Haus die Hochzeit gefeiert wurde, hatte einen hübsch besetzten Easchmiranzug angelegt. Alle Anzüge hatten nahezu denselbenSchnitt eng anliegende Knickerbocker", langer Rock mit Revers und langer Weste: der Rock war mit einer Schnur, die zum Stoff paßte, eingefaßt. Die Herren trugen ebenfalls Knickerbockers". Durchschaut. Lieutenanant: Ganz Ihr Sklave, ! gnädige Frau." j Junge reiche Wittwe: Bedaure, ; Herr Lieutenant. Ich gehöre zum Anti - Sklavereiverein oder sollten Sie am Ende losgekauft sein wollen?" Ganz nach Wunsch. Frau (hat zum ersten Mal ihren Mann in eine Restauration, begleitet): Aber, Männchen, Du trinkst ja ein Glas nach dem anderen!" Mann: In welcher Reihenfolge würdest Du es denn lieber sehen?" Aufrichtig. Herr (Besuch): Ist das Ihr Bild, Fräulein Käthchen?" Käthchen: Eigentlich ja aber manchmal mufe es auch die Heiraths lustige Jungfrau darstellen!" Der wahre Grund. A: Sie habe ich ja eine Ewigkeit nicht gesehen, wo haben Sie denn gesteckt? B.: Ick war krank. A.: Was Sie sagen, Sie sind doch sonst immer die Gesundheit selbst, wodurch sind Sie denn kränk geworden? B.: Ich habe mich ein paar Tage nach einem mediziNischen Werke gerichtet! Ländliche Logik. Wirth: Du, der Herr hat von dem Kot'lett die Hälfte stch'n 'lass'n er Hai g'sagt, es wär' net recht frisch!" Wirthin: Dees muß a' Nobler sein dem rcchn'st um fünfzig Pfennig'
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In ZNänncrklcidung
Plaudcrci von N. Wilhelm. Die Fälle mehren sich, in de.en Frauen in der Oeffentlichkeit als Man ner gekleidet auftreten und dadurch natürlich nicht unbedeutendes Aufse'.ze'i erregen. In Paris ist es zum Mooesport geworden, daß Damen im Frackanzugi die Theatervorstellungen besuchen, trotzdem ein ziemlich scharf gchandhabtes Gesetz den Freuen das Tragen kr Männerkleidung verbietet. Selbst in dem prüden England f inert man diese Neigung der Frauen sür Männerkleidung und zwar nicht nur in den höheren Schichten der Eeic9.schast, in denen die Damen sich oazu entschließen, nach Männerart im Sattel zu sitzen und daher beim Reiten wenigstens theilweise Herrenzarderoöe anzulegen, sondern in allen Ständen und in den verschiedenen socialen Schichten. Vielen Lesern wird der sensationell? Fall der ungarischen Gräfin Charlo!te Vay erinnerlich sein, der im Jahre 1830 sich abspielte. Die junge Gräfin kleidete sich nicht nur als Mann und lebte wie ein Mann mit anderen Mannern, fondern heirathete auch eine jung; Dame. Die Entdeckung dieser Extravaganzen machte damals außerorder.tliches Aufsehen. Die Schüler Maniegazzas waren auch gleich mit ihren Erklärungen dieses Vorfalls zur Hand. Charlotte Vay war demnach ein W::b mit männlichem Gehirn", eine Frau mit männlicher Seele und wie die schönen Erklärungen noch alle heißen. Professor Meynert in Wien wies damals die Thorheit dieser Wissenschaftlichen" Erklärungen nach: die jung: Gräfin war von einem excentrischen Vater als Knabe erzogen worden. ba:te von frühester Kindheit an Knabenkleider getragen und so war es kein Wunder. wenn die excentrische T?ch!er ves excentrischen Vaters zu allerlei Extravaganzen neigte, wie sich dies namentlich in der Heirath zeigte. Den gleichen Unfug verübte fast zu gleicher Zeit eine Amerikanerin, v!e in Columbus in Ohio ihr Wesen trieb: Miß Carrie Davis. Sie gssÄ sich :n der Rolle eines Don Juans und vr:lobte sich gleichzeitig mit vier Brauten". Es gab Anklagen wegen Bruch des Eheversprechens und nun mußte Miß Carrie gestehen, daß si: ein Mädchen sei und nur aus Abenteuerlust ihre Rolle gespielt habe. Diese Lust zu Abenteuern, dies? Sucht, Extravaganzen zu begehen, findet man gerade häufig bei jungen Damen aus der besten Gesellschaft, und diese Ausschreitungen sind nichts als praktische Demonstrationen gegen die eigenthümliche Stellung, die man der Frau in der Gesellschaft gibt und ein Protest gegen das Unpraktische der weiblichen Kleidung, zu deren tragen die Frauenwelt heut verurteilt ist. Jene junge Pariserin, die vor einigen Jahren als Dragoerosfizier verhaftet und die Heldin ciner kleinen Sensation" wurde, hatte kein enderes Motiv für ihre Handlung-weise, als den Uebermuth. Ihr Bruoer war Dragoneroffizier und die junge Dame kam eines Tages auf den Gedanken, seine Uniform vor dem Spiegel anzliprobiren. Die Uniform paßte ihr vortrefflich. Sie ließ einen Wagen ko'imen und fuhr nach dem nächsten kleyanten Restaurant, vergaß aber, daß ihre Stimme sie verrath:n mußte. Ein Polizeibeamter kam, verhasrete den weiblichen Dragoner und erst nach mehrstündiger Haft hm die junge Dame wieder in recheit. . Man hat viel darüber gesvöttelt, daß diejenigen Frauen, die v& mit der vernünftigen und praktische.'. Emanzipation der Frauen beschäftigien, vor AIlem eine Reform der weibr'chen Kleidung wünschten und tohi.? strebten die Männerkleidung auch den Frauen gänglich zu machen. Aber ist denn nicht dieses Bestreben logisch und vernunftgemäß? Muß die Freihei? der Bewegung, die man für die Frau verlangt, sich nicht zu allererst auf die ewegungsfreiheit des Körpers beziehe?:? Ist nicht die Frauentracht, wie wir sie jetzt haben, ein Hinderniß, i$ die Frauen unbehilflich, unfähig zu ein?? schnellen Bewegung macht? Ist die Frauentracht ferner nicht o.esu".dhe:tsschädlich in hohem Maße? Ast die Frauenkleidung trotz aller ihrer Mängel nicht auch weit theurer als die der Männertracht? Ist weiter die Frauentracht m't ihren schleppenden Gewändern nicht auch außerordentlich gefährlich? Ja. die Frauen haben es längst selbst eingesehen, wie tböricht die Kleidung ist. die ihnen Gebrauch und Sitte" vorschreibt. Wenn sie Versuche machen. sich dieser Kleidung zu entledigen, sollten sie von Seiten der Männer 'n ihren Bestrebungen unterstützt, aber nicht verpöhnt und verspottet werden. pressende Frage. Wirth: Also Sie sind die Wäscherin; was sind Ihre Bedingungen?" Wäscherin: Na, gnä' Herr, ich komm' halt in der Fruah. und da krieg' ich gleich um a Sechse an' Kaffee mit zwei Semmeln. na, und um a acht Uhr mei Fruahstuck, wieder an' Kaffee und a paar Semmeln, um Zehne a Butterbrot, zwa paar Würsteln un a Glas Bier, na, was halt da is, um a Zwölfe 's Mittagessen: Suppen. Fleisch. Gemüs und Mehlspeis'. Um drei Ubr a Jausen, um fünf Uhr a Vesperbrot mit an' Seiderl Wein und um sieben Uhr 's Nachtmahl. Na, und wann i fortgeh', halt nur an' Guldenzettel." Wirth (gemüthlich): Na, und was, zahl' ich Ihnen, wenn Sie den ganzen T?g essen?"
J)is nltc gltX
Tragödie tvn Martha Sicvcr? knnst Tu da? alte Liedern? Eö klingt so süß, ti tiinct so trüb tf nrnjjtci! ci5c Kerlen. Sie hatten sich viel z lieb. Ein milder Juniabend. Leise streicht der Abendwind durch die dunt len Kronen. Die Blätter flüstern geheimnißvoll. Es kommen Zwei den Berg herauf Der Mann hat den Arm um den Leib des Mädchens geschlungen undleitet sorglich ihre Schritte. Das Mädchen ist schön und jung.. Kaum 18 Jahre. Aber ihre Zügesind matt und müde, die Mundwinkel. ein wenig herabgezogen... das Leid steht darin geschrieben. In den Augen liegt Etwas, das zu denken gibtV Sie blicken so weltverloren, so hoffnungslos. Der Mann bleibt jetzt stehen und schaut in ihr bleiches Gesicht, dann beugt er sich nieder und küßt den krystallklaren Tropfen weg, der an ihrer Wimper hängt. Sie gehen langsam weiter. Jetzt haben sie die Höhe erreicht. Hinter ihnen dehnt sich der tiefe Wald mit seinem undurchdringlichen Dunkel, vor ihnen liegt das weite Thal mir dem Heimathdorfe. Sie sind an deir Rand des Abgrundes getreten. Das Mädchen deutet in die .Tiefe. Das wär' das Leichteste," sagt sieund beugt sich weit hinüber. Ein wilder Aufschrei aus seinen: Munde schon hält er die schlanke Gestalt in seinem Arme. Maria!" Sie lehnt matt den Kopf an seine Schulter. Nein, sei ruhig, Franz, ich thu's nicht." Und wieder schweigen Beide, enz aneinander geschmiegt. Scharf heben sich ihre Gestalten auf der Höhe vom Horizont ab. Die Sonne verschwindet. Vom Dorfe herauf tönt das Läuten der Abendglocken. Maria schauert zusammen und rich tet sich in seinen Armen auf. Schon." flüstert sie bang. Er streicht ihr die Locken aus der Stirne eine Welt voll Liebe liegt in seinem Blick. Plötzlich legt sie beide Hände auf seine Schultern und sieht ihn an. Du liebst mich, Franz?" Ueber Alles. Maria!" Du wirst mich nie vergessen? Nie eine Andere lieben?" Nie!" Schwöre es mir." Ich schwöre es!" Da schlingt sie in ausbrechendm Jammer die Arme um seinen Hals. ), Franz, das Leben wird nicht zu ertragen sein nach dieser Stunde! Laß uns sterben!" Er athmet hefkia. Nein!" ruft er entschlossen und preßt sie fest an sich. Du nicht. Maria. Du nicht!" Ihre Augen öffnen sich weit. Ich nicht?" wiederholt sie schreckensbleich und starrt ihm in's Antlitz. Ich nicht Und plötzlich kommt ihr das VersiändNlß. ..Franz!" schreit sie gellend auf. Du Du o Franz, Du wolltest mich verlassen. Du wolltest sterben! Und Du sagst, Du liebst mich?" Sie schlägt die Hände vor das Gesicht und schluchzt verzweiflungsvoll. Wie ein überführte? Verbrecher steht er vor ihr. Langsam zieht er den Revolver hervor und legt ihn auf die Bank. Dann wendet er ihr sein schönes Antlitz voll zu und nimmt ihr sanft die Hände von den feuchten Augen. Ja. Maria," sagt er ernst und seine Stimme bebt in verhaltener Leidenschaft, ich wollte sterben. Es nützt Nichts mehr, es Dir zu verbergen. Ich wußte, daß ich das Leben ohne Dich nicht ertragen könnte, Dich nicht an der Seite des Anderen wissen, ohne darüber wahnsinnig zu werden " Und ich?" unterbricht sie ihn, und ich? Hast Du auch an mich grdacht? Hast Du bedacht, daß ich langsam daran verbluten müßte, wenn Du so von mir gingst?" Du hast Pflichten. Maria, Du mußt für Andere leben." Ein fremder Zug legt sich um ihre. Mund. ..Ich habe Niemand," sagt sie hart. Sie wollten mich dem ungeliebtem Manne verkaufen und achteten nicht meines Schmerzes, meiner Verzweiflung ." Der Vater hat gesagt, er wolle mich lieber todt sehen, denn als Deine Gattin. Er soll seinen Willen haben," vollende! sie mit düster zusammengezogenen Brauen, und ihre Augen blicken fast schwarz. Nun ganz Dein, mein Gelieöter." flüstert sie. Er fühlt seinen Widerstand gebrochen. Die Nacht ist hereingebrochen. Kein Lüftchen regt sich. Da hallen kurz hintereinander zwei Schüsse durch den Wald. Das alte Lied. Aus der Reitschule. Unterofficier (zu einem dicken Einjährigen, der vom Pferde fliegt): .Entweder Reiten oder Luftschiffen! Beides zusammen geht nicht!" Entschuldigung. Wollen Sie wohl aus dem Kornfeld 'rauS geh'n, Trampeln Sie in Ihrem eianen 'rum." Heeren Se. Kuoester, ich hab' Sie nämlich kar kein Gorn sew!"
