Indiana Tribüne, Volume 18, Number 5, Indianapolis, Marion County, 23 September 1894 — Page 9

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Jnöiana TrwKne. ei lag t AndianapoliS. Ind.. 23 September '94 Sie Tragödie der BauchtSnzerin. Bon Theodor Wolf. Das weiße Algier sah vor wenia Tagen eine herbe Tragödie. AlS in einem Case.Conzert die schöne Bauch . tänzerin Susia Azar vom Publikum '' mit tönendem Beifall geseiert wurde. ' warf sich, in der Raserei toller Eifer . sucht, ihr Liebhabec Selim den Ab dallah Schemi auf die eben noch Um jubelte und versuchte, sie zu tödten. ill man ihn fortriß', war Sufia Azar ' zwar noch am Leben; aber sie hatte keine Nase mehr. Die Wuth hatte - Selim ben Abdallah blind gemacht. Er hatte diesen lächelnden Mund für immer schließen wollen, damit er kei nem Andern mehr die süßen Worte vertrauter 'Zärtlichkeit znflüstern könne. Und nun hatte er die Nase abgeschnitten, die gewiß an Allem unschuldig war. vi Der Schauplast diese unbegreiflich ' grausammen Attentats war eine jener r EingspielhaÜen, die in den französir ' ten Theilen Nord.AfrikaS stark in die Mode gekommen sind und die sich mit k dem prunkhasten Namen eines be rühmten Pariser - Vergnügungstem ' pels, .Alcazar- oder Folies'Ber eres-, zu schmücken Pflegen. Anden i kleinen Tischen plaudern die ttommiS der französischen Handelshäuser, die ' Leser von .Figaro" nnd .Gil Blas-, die Offiziere deL algerischen ttorpZ. die jungen Staatsbeamten, die ans dem aufreibenden Paris zur Erho luug hierher versetzt sind, und dane den sitzen, lang .und träger, in dem weißen, langfarbigen AurnuS, die Söhne des überrumpelten Landes und rauchen ewig schweigend ihre kleinen, parsümirten Zigaretten. Aber auf der niedrigen Bühne, die ganz dieselbe Bühne ist, dle man in jedem. scheußlichen Tingeltangel sin den kann, tanzt, von einer stumpssin nigen Musik begleitet, die schöne Bauchtänzerin Sufia Azar, der aph ' rodisische Stern dieses Cafe concert. Sie tanzt jenen MuSkeltanz der Regenwürmer, den die Snobs deS viel , geduldigen Europa das Ideal deS ' modernen Tanzes nennen, weil für ' sie längst der Bauch der wichtigste und oft der hervorragendste der Körper theile geworden ist, und weil alle ihre Lebensschmerzen nur noch Bauch . schmerzen sind. - Sie tanzt, ihre ZZüße verlassen kaum den Platz, wo sie zu i erst gestanden, aber oberhalb der Httf- ; ten geräth sie in Eztase. Und je mehr : sie in jenen Gegenden zwischen Hüften . und Hals von künstlerischer Begeiste ' rung geschüttelt wird, desto lauter wird auch der Beifallslärm an ben kleinen Tischen. Der blaffe, schmal' schulterige ttommiZ aus dem Wollen ' lager, der auf eine Pariser Sport zeitung abonnirt ist, stößt mit dem z Stock beistimmend auf die Dielen und j der junge Marquis, der bei der fran r zöstschcn Regierung in Algier .arbei tet- und deffen etwa zu leeres Gesicht . an die Gesichter auf Bildern alter ! Zeiten erinnert, da die Maler in Le densgröße gemalte Köpfe noch nicht ' mit etwas Geistigem auszufüllen j verstanden dleserMarquiS erklärt. ; das .wir ln Paris so etwas nicht hatten, in der Rue de Caire, auf der Ausstellung ILvö. Und nun geschieht daS Unglaub , llche: in dle Masut gedämpfte und harmlos lärmende, echte oder geküw stelte Heiterkeit hinein gellt blut dürstig, mordlustig der rasende Schrei der Eifersucht. Zwischen all dieser seinen Accuratesse und Niedlichkeit, zwischen diesem gewählten Chic und dieser berechneten Saloneleganz, zwi schen diesem Lack und Firniß und Parfüm der Cultur wacht in einem jähen Sprunge die thierische Wüd heit des kaum gezähmten Naturbar. baren wieder auf. Selim ben Ab dallah wirft sich auf die zu sehr ge werte Geliebte, und eme Minute später ist die Nase der Sufia Azar ein unschädlich gemachte? Glied der menschlichen Gesellschaft. Der Fall Sufia Azar wäre vielleicht kaum werth, ernst überdacht zu wer den, stünde er vereinzelt da. Aber die Statistik der jüngsten Verbrechen in den gezähmten nordafrikanischen Bey und Dey.thümern dürste erge ben, daß die Nase der schönen Tän zerin nicht das einzige Lebewesen ist. das unter den Streichen plötzlich ent flammter Eifersucht geblutet hat. Und wenn der Verlust an Nasen auch ein verhöltnlßmäßig geringer sein mag, so bleibt zu bedenken, daß auch Sufia Azar die ihrige nur verlor. well Selim den Abdallah em Stüm per war, der das eigentliche Ziel ver fehlt, und der vor die unrechte Thür gerieth, statt in'S Schwarze zu treffen: in das Herz dieses Weibes. . Obgleich eS sich nur um ein so ge ringeS Werthobjekt wie eine Nase handelt, hat die Tragödie doch ihren großen, hochernsten Hintergrund, denn sie zeigt klar und scharf, wo in :)loroasrika dem vordringenden Cu ropäerthum schlimme Gefahren dro hen. Mit fatalistischer Ergebenheit und schweigsamer Resignation haben die Söhne Abd.el'KaderZ in ihre Städte, in ihre kaktusumgürteten zeioepiage den stegreichen Feind deS Propheten einziehen sehen. In un .vergleichlich großartiger Melancholie, ohne Worte und ohne Thränen, stirbt in Nord.Asrika die farbige SultanS Pracht des Orients. Ein öeiliatbum der Vergangenheit wird zerstört und seine schweigsamen Wächter haben m - ri . w . crry w . .. - keine vsene oes Ä)ioerioruas rueoi.

Sle'haden nur Zweierlei für sich de. halten wollen: den Allah Glauben, den sie in sich tragen, und die Frau deL Orients, die sie verschleiern.

Und nun kommen diese feinen und leichten, herz und gottlosen Franzo sen, diese Blagueure, denen Nichts ehrwürdig, nichts unantastbar, nichts heilig ist; sie verstehen sich aus den Frauendienst; sie verstehen sich auf jeden Reiz der Liebe; sie wissen in Allem das Amüsement zu finden; sie haben zede schwache Seite der Frauen ausspionirt, denn sie sehen immer. wo sie auch sind, ein unendliches Ver gnügen m der Beschäftigung mit der Frau. Sie sitzen in dem algerischen Alcazar" und Üben ihren ganzen Kennerwitz an der Schönheit der Bauchtänzerin. Sie applaudiren ihr, denn sie gesällt ihnen. Sie sehen darin wahrhaftig nichts BöseS; auch von einer Dame, die nicht mit dem Bauch, sondern mit den Füßen, und nicht im Alcazar", sondern in einem Ballsalon tanzte, würden sie nicht mit der Reservirtheit eines Landpre digerS sprechen. Mehr als anderswo ist in Frankreich, oder doch in Paris, die Frau eine allgemeine Angelegen heit. Aber mehr als anderswo ist im Orient die Frau die geheimste Privatangelegenheit deS ManneS. Sie ist seine verborgene Freude oder sein heimliche? Unglück, aber niemals kann er es verstehen, daß ein Anderer sie sollte schön finden dürfen. Sie darf nur für ihn schön sein, und wagt sie eö. den Beifall Fremder entgegen zunehmen, so bringt er sie so wirtsam ?.ur Ra son. da tbr nicht nur das Hören und Sehen, sondern manchmal auch daS Riechen vergeht. Selim ben Abdallah kennt das Herz seiner geliebten Bauchtänzerin. Er weiß, wie der Leifall sie freut, er weiß, daß ihr auch bei einer Bauch tänzerin ist daS nicht unmöglich das Herz im Leibe lacht. Aber er weiß auch, daß die wenigsten Frauen die Schmeichelei vertragen können, daß sie nicht,wie die Männer das L ob. das ihnen gereicht wird,auf ihrettunst beziehen können, daß sie immer und in allem sich selbst sehen, nie die Sache. Und nun gar diese Oriente linnen, die hinter Schleiern und HaremSgittern so lange die ganze Köstlichkeit der Schmeichelet kaum ahnten! Müssen sie nicht jetzt, wenn die wohlunterrichteten Franzosen ihnen galant und artig den Hos ma chen, von diesen Schmeicheleien und diesem Beifall berauscht sein, wie die Schwarzen weiter südwärts in Afrika vom Alkohol berauscht waren, als ihn die klugen europäischen Kaufleute zum ersten Mal an der Gold oder Elsendeinküste auf das Wohl der schwarzen Maiestaten kredenten f Und Selim ben Abdallah, der re signirt geschwiegen und sich vor sei nem Gott gebeugt hat, als man ihm seine Städte und seine Weideplätze nahm, springt mit dem Schrei der Rache empor, da er sieht, wie die Frau deS Orients den Schmeicheleien Europas ein geneigtes Ohr leiht. Er will sie sich zurückerobern von diesem Abendland, das sich aus iedes Rasnne ment der Galanterie versteht, er will ihr Leben. Aber, wie Frauen nun einmal sind, das Einzige, was sie ihm gibt, ist die Nase. Wie klein ist selbst die Tragödie deS Othello und der DeSdemona ge gen diese, aus so gewaltigem Hinter arund hervortretende Tragödie deS Selim ben Abdallah und der Sufia Azar!' Vergleichende GeschichtSsor scher aber werden mit Recht erstaunt sein über daS Schicksal der bei den Heldinnen. Denn wenn auch durch Jahrhunderte getrennt, gewiß werden sie im lieblicheren Jenseits unlösbare Freundichast schließen durch gemeinsames Unglück mit em ander verbunden, durch die Noth auf einander angewiesen: DeSdemona ohne Taschentuch, Sufia Azar ohne Nase. LluS einer anderen Wett. ' Von Max Schönau. Er war Damenimitator" und hieß Gianinno Folcrnettl. Aber trotz sei neS streng italienischen Namens war er ein echte Wiener Kind und sprach das Deutsche mit tener liebenswür digen UnVerständlichkeit, die nur in Lerchenfeld zu Hause ist. In Wien war er groß geworden, dort hatte er zwei semer Schwestern aus Brettl steigen sehen und dort hatte ein Im presario eines schönen TageS auch Eiannino'S wunderhübschen, hohen Sopran entdeckt. Ein ivnger Mann, der mit achtzehn noch Sopran sinmn konnte, das war ein Fund, den sich ein Spezialitätenagent natürlich nicht entgehen lassen durfte! Unverzüglich wurde Elannmo zu einem Gesangs meister gebracht und binnen Jahres frist war er soweit zurechtgestutzt. daß er öffentlich austreten konnte. Er gefiel außerordentlich, sehr rasch war er einer der bestzahlten Artisten und die größten Spezialitätendühnen machten sich ein Vergnügen daraus. ihn zu engagiren. Wenn Giannino als Bebe, als Wiener Waschermadl oder im langen. dekolletirten Schleppkleide vor die Rampe trat, sah er in der That aller liebst aus. Das bartlose Gesicht mit den blauen Augen und der etwas breiten Stumpfnase,. die zierliche Ge stalt, sein Gang und seine Bewegun gen, Alles trug ein durchaus weib licheS Gepräge und an Kraft und Wohllaut konnte er mit mancher Bühnensängerm wetteifern. . Gian nino hatt: daher eigentlich, alle Ur fache, vollkommen glücklich zu sein. Er verdiente so viel Geld, daß er nicht nur behaglich leben, sondern anch für seinen alten Vater in aus glebizstem Maße sorgen konnte, sein Bereif möchte ihm Freude und die

hnö seines

T. JAKQQ

gegen::

Rheumatismus. Buckner, Texas. Jahre litt ich an rheumatischen Schmerzen, und war häufig bettlägerig; durch die Anwen dung von St. Jakobs Oel wurde ich dauernd geheilt. Amanda Morton.

Aas Akui ist das Leben des Körpers." AMwesSlyz - Dr. AMsl König's Hamburger Tropseno DaS beste Mittel dagegen.

Zeitungen lovlen iyn, wotn er aucy kam. Und doch nagte em geyelmer Kummer an seinem Herzen. Tro!) deö weibischen GehabenS und trotz sei neS Sopran war Giannino ein echter und rechter Mann, aber er durste es sich niemals merken lallen, lim be. rübmter Arzt, den Giannino aus den Wunsch seines GesangsmeisterS vor Jahren konsirltiren mußte, hatte er I ! - L I V s sT AaAM V liarl, er wulvr leinen vpiuii vi in'S höchste Alter behalten, nur müßte ihm die Ehe für immer ein verschlos seneS Paradies bleiben, er dürfe nie malS heirathen Anfangs hatte dies Verbot den Giannino herzlich wenig genirt. Er gmg ganz in seiner Arbeit aus und all den hübschen Mädchen, denen er auf. seinen Kunstsahrten begegnete, gönnte er kaum einenBlick. Dahatte er in Köln eine kleine Chansonette kennen gelernt. Stephy Alberty war ihm zunächst recht gleichgiltig geblie ben, aber die Kleine schien sich in ihn verliebt zu haben, jedenfalls hatte sie es sich in den Kops gesetzt, den gesei erten Damenimitatsr um jeden Preis zu erobern. AiS Eiannino'S Enga gement in Köln abgelaufen war, kam er nach Berlin, wo er an einem der größten Spezialitätentheater auftre ten sollte. Kaum war er zwei Tage dort, so erschien auch Stephy bei ihm. Sie hatte in Köln Knall und Fall ihren Kontrakt gebrochen und war ihm nachgereist. Giannino od?r Giannel", wie Stephy ihn in Stun den ganz ' besonderer Zärtlichkeit nannte, war halb geschmeichelt, halb gerührt über diese Anhänglichkeit, uud gleichzeitig begann sich in seinem Herzen ein banges, unruhiges Gefühl zu regen, das der Liebe ähnlich sah wie ein Ei dem anderen. Ich lernte daS eigenartige Paar an einer Tafelrunde kennen, die auch sonst an Seltsamkeit nichts zu roün schen ließ. Wir waren unserer acht, die wir Abend sür Abend bei einan der saßen'. Außer wir und noch drei regelmäßigen Stammgästen der kleinen Weinkneipe gehörten ihr Giannino mit seiner Stephy, der Athlet Mr. Jeep, ein waschechter Engländer aus Landsberg an der Warthe, an und Prinz Lititi, der Kleinste Gesangshumorist der Welt". Den Mittelpunkt unseres fröhlichen Kreises bildete selbstverständlich die fesche Stephy. Sie war ein zierli cheö Persönchen mit ganz merkwllr digen Augen, die bald tief schwarz schimmerten, bald gelb grün flimmer ten wie die Augen einer Katze. In ihrem ganzen Wesen hatte sie über Haupt etwas von einer Wildkatze. Die gerade, etwas flache Nase mit den oft leidenschaftlich vibrirdenden Nasenflügeln, die etwas zu hohe und gewölbte Oberlippe und ihre ra schen, unerwarteten und doch graziö sen Bewegungen machten diese Aehn lichkeit noch vollkommener. Die Lippen leuchteten wie zwei Blutstropfen auö ihrem blassen 6e ficht, dessen Ausdruck in unbewachten Momenten etwas Wildes, beinahe Thierisches an sich hatte. Häßlich an ihr waren nur die Hände, die in i rer fleischigen Breite zu der schlanken Gestalt nicht recht passen wollten. Mir war es bald klar, daß der arme Giannino bis über beide Ohren in die schwarze Stephy verliebt war. Nicht besser erging eö freilich dem Athleten Mr. Jeep, einem blonden Riefen mit einem wundervollen, röth? lich schimmernden Schnnrbart. Er trank viel und sprach wenig, aber seine Augen, die denen eines treuen Hundes glichen, hingen unablässig an Stephy und folgten jeder ihrer Bewegungen. Seine breiten Fäuste, mit denen er einen Ochsen ohne wei teren Apparat hätte erschlagen kön nen, ruhten meist lässig auf dem Tisch, und nur einmal, als Stephy ihren Giannino unvermuthet beim Kopf bekam und ihm vor unser aller Augen einen zärtlichen Kuß gab, preßte sich Mr. Jeep'S Hand so fest um sein RothweinglaS. daß eS sofort zersplitterte und der Wein wie BlutS tropfen über den ganzen Tisch spritzte. Stephy wollte sich halbtodt lachen über diese Krastäußerung'und Mr. Jeep mußte ihr seinen Arm mit dem mächtigen BicepS zeigen. Sie wußte sich vor Bewunderung kaum. zu lassen und Mr. Jeep wurde dadurch sosort ruhiger gestimmt.- Ein friedliches Lächeln breitete sich verklärend über seine eben noch so finsteren Züge. Auch Prinz Lititi, der Zwerg mit den Zügen eines Kreises und der Stimme eines lungenkranken Papageis, schien sür die Reize der schönen Stephy nicht unempfänglich zu sein, wenigstens verdrehte er ganz entzückt die kleinen Aeuglein. wenn sie mit ihrem etwas rauhen MezzoSopran irgend einen Wiener Gassenhauer zum Besten gab oder mit Giannino zusammen ein Duett vortrug, bei dem der Damen imitator natürlich die Oberstimme sang. Und die kleine, lustiae Stevbv

Gleichen ist

Neuralgie. St. Louis, Mo. Mit Vergnügen s empfehle ich die Anwendung rcn Ct. Jakodö Oel gegen neuralgische Schmer $ zen. Ich wurde dauernd durch den Ge brauch desselben geheilt. R.G.Troll. wußte allabendlich so geschickt zu la Viren, daß sie keinen ihrer drei Ver ehrer direkt vor den Kopf stieß, in dem sie Jedem hin und wieder ein HoffnungSsünkchen aufblitzen ließ. Der Meistbegünstigte blieb freilich Giannino Jolcinetti, auf den sie offenbar die ernstesten Absichten mit standesamtlichem Hintergund hatte. Aber auch Prinz Lititi wurde zuwei len mit vielsagendem Händedruck be glückt und dem blonden Riesen Mr. Jeep warf sie dann und wann alle Stunden einen 2,bIöNel voll - einen so warmen, verheißungsvollen Blick zu, daß der gutmüthige Herku les bis in die Haarwurzeln erröthete. Mit diesen kleinen Manövern er reichte sie. außerdem noch den Zweck, den armen Giannino alle Qualen der Eisersucht sühlen zu lassen. Wie schmerzlich der Kamps war, der in deS DamenimitatorS liebezer rissenem Herzen tobte, erfuhr ich ei nes Abend, als wir alle in Person Fräulein Stephy bis zur Hausthür begleitet hatten und als ich dann noch allein mit ihm in emem stillen Ease bei einer Melange zusammen saß. Ich liebe die Stephy,- klagte er m seinen weichsten Soprantönen, M liebe sie und möchte sie so gerne heirathen, aber ich darf doch nicht. Noch habe ich nicht genug gespart, noch muß ich paar Jahre arbeiten. um für meinen Vater zu sorgen. Meine Stimme ist doch mein Kapital, von dessen Zinsen ich und meine ganze Familie leben soll." .Stephy wird warten, suchte ich ihn zu trösten, aber innerlich glaubte ich selbst nicht daran, denn die wilde Katze macht mir gar nicht den Em druck, als gehörte zu ihren wenigen Tugenden auch die Geduld. Meine Befürchtungen sollten sich nur zu rasch erfüllen. Schon drei Tage später war Stephy aus Berlin verschwunden und auch Prinz Lititi erschien nicht mehr m unserem Kreise. Wie Giannino mir in den klagend sten Molltönen erzählte, hatte sie TagS zuvor noch einen letzten An stürm aus sein Herz versucht, doch hatte er Kraft genug besessen, ihrem wilden Begehren Stand zu halten. Dann hatte er sie nicht wiedergesehen und nur einen kurzen Brief hatte sie ihm als letzten Scheidegrub hinter lassen. Der Brief lautete : Gian nerl, Du bist ein altes Weib, und kein Mann! Prinz Lititi hat mir versprochen, mich zu heirathen. Ich fahre mit ihm nach Kopenhagen. Adieu, Du armes Krepaunzerl Du !" Mr. Jeep, der auch sofort Kennt niß von diesem Brief erhielt, stieß einen schweren Fluch aus und schwor, er hätte die kleine Stephy unfehlbar gehelrathet, wenn sie nur gewollt hätte. Dann trank er sich einen furchtbaren Rausch an und prügelte einen Kellner, der einmal zu lächeln gewagt hatte, halbtodt. Giannino aber ging sehr früh nach Hause, um in der Einsamkeit seinem Schmerz über die Verlorene nachzuhängen. Trotzdem hoffe ich. ihm dermaleinst als mehrsachen Familienvater und als tüchtigem Jaßsänger wieder zu begegnen. Warum die wilde Stephy aber gerade mit Prinz Lititi durchge gangen ist, während sie doch nach dem Riesen Mr. Jeep nur den Finger auszustrecken brauchte? Wer weißes? Offener Schreibebrkef des Philipp Sauerampfer. Mein guter Herr Redaktionär! Well, jetzt sin ich Widder all recht! Die Liz zie iö Widder heim un aller Truwcl hat e End. Sie wer 'n off Kors iiit eck, peckte, daß ich Jhne alle Die tehls nporte von unser Widdersehe, bikohs eemohl duht Jhne des kee Bitt intereste un for'Z annere is es auch nit von Jbne Ihr Bißneß. Ich will Jhne nor, soviel sage, daß die Lizzie arig gut ausguckt un so fett geworde is. daß ihr kee Dreß mehr fitte duht; wei, ich hätt se putti nier gar nit mehr gekennt. Die alte Leit in die alte Kontrie hen einiges ge bahn, um se ze pliese un zu schaffe Hot se gar nit gebraucht. Of Kors Hot se des gegliche wie Alles, un do wunner ich gar nit, daß se's so lang Hot stende kenne. Well, schließlich Hot se awer doch all gehabt, waö se gewollt hat un is for henn gestart. Jetzt is se Widder do, un alles is Widder in sein regulär Gang. Die KidS hen die erschte Zeit gar nicks um ihr Ma gewwe und sin auSgeschniekt, wenn se 'konnte. Wei, der Johnny Hot sogar emol zu mich gesagt: 'X was will denn die alte Frau in unser Haus? Mach se doch fort gehe Of jorö hen ich em eene erunm atfaut, bgL useduikt..bs Jxr

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Jü rönnen, aus oas Urlyeit sachverständiger gestützt, dreist behaupten, die in Amerika gebraut werden, und jeder Vorurtheilslos Urtheilende wird dieS lllüiMHolis 8rewmg

söUfc heit en getrocke. Wisse Se. ich kann nit stände, wann Kinner fasste sein; do kann ich mad wie der DickenZ werre. Der Karl, wo mein Aelster U un wo ich viel mehr SenS zugetraut hätt', Hot seine Ma gesagt, daß wann se sich nit behehfe deht, ich ihr e gut Drasching gewe deht. Des Hot die Vizzie arig mäd fiele mache, un ich duhn se nit dervor blehme. De erste Dag, wo die Lizz! inS HauS war, hen die Buive e gute Zeit gehabt, de neckste Dag hatt's awer geschellt; do hen se Schmiß kriegt, daß es en.Hund gejammert Hot; ich sage Jhne, Herr Redak. tionär, die FellerS hen Blistersch an ihre ganze Hmnerfront gehatt, awer ich hen nickS drum gewwe. denn wann mer Kinder rehse will, wie's recht is, UN mer will'en e feine Edjukehschen gewwe, denn misse se jeden Dag ihr Lickin hawwe, bikohS deS duht de Geist scharp mache. Wei, ich hatt mei ganz Lewe nit so e feine Edjukehschen kriegt, wann mich der alte Mann nit als emol mit die Mistgawwel getickelt hätt'. Wie ich an's Dipoh gange sin, for die Lizzie ra miete, do hen ich e öäck geheiert, for uns heim zu fahre, des Hot en Triet for de Lizzie sei solle. Der Dreiwer Hot gesagt, er deht mich nit kenne un er wollt sein Preis in Att Wahns. Do konnt' ich nicks dergege duhn, un ich hen ihm en Dahler gewe. Wie die Train in'S Dipoh eingekauft is, do sin ich off KorS hmgerennt un hen mei Altie empfange un dann sin mer zurück um, in die Kerritsch ze gehe, awer nick sie, die Kerritsch war fort un mein Dahler auch. Do sin mer in die Strittkahr un sin for en Nickel heimgereit. UnnerwegS Hot mich die Lizzie erzählt, daß se sich e ganze Backs voll Tscheine - DischeS un e ganzes pikfeines Dinnersett mitgebrachthätt; biseids deß hätt se e paar Dozend Weingläser un noch mehr von den Stoff mitgebracht. Off KorS hätt' se in Nei York dreißig Dahler Zoll bezahle misse, awer sie gab nicks drum, sie wär eni hau froh, daß se den Stoff mitgebracht hätt'. Wie ich von die dreißig Dahler geheert hen, so sin mich alle a zu Berg gestanne, awer ich hen nicks ge sagt, bikohs ich hätt' doch nick gezoge, wie de Kerzeren, un ich w?llb ihren Fonn nit spoile. Wie mer heim sin komme, do Hot der Mister Seideschwänz, wo neckst Doh? von unS in Rent wohnt, gesagt, es wär en Expreß mann mit e Backs dogewese un hätt' se awer Widder mit fortgenomme, weil Niemand do war un die Expreßkoste bezahlt Hot. Off KorS hen ich gleich Widder dauntaun gemißt, daß der Expreßmann die Backs gleich Widder gebracht Hot. Ich hen de doppelte Preis bezahle misse. waS zwei Dahler gekost Hot. Endlich hen mer die Backs heim-' gekriegt un die Lizzie Hot gleich deS Hätfchet genomme. bikohS se Hot die annere Tuhls nit finne kenne. Ich den festhalte misse un off KorS Hot mich die Lizzie. mit des Hätfchet uf mei Finger gekloppt, daß ich gedenkt hen. mei letzt Stindche wär komme. Ich hen gekrische, als wann mich eener e Rehser in de Stommeck gepuscht hätt. Die Lizzie Hot arig sorri for mich gefiehlt, awer deß Hot mich kei gut gedohn. Schließlich Hot die Lizzie die Backs ufgemacht un waS denke Se. der ganze Stoff war in Sticker gefmäfcht. wo des größte wie e Deimpies war. Es war nickö ganz gebliwwe, wie t Sohpdisch un noch etwas, wo mer in des Bettruhm juhfe duht. Die Lizzie Hot vor Wuth die Fiis kr'.egt un Hot gesagt, deS käm davon. wenn merr'so en Schoofskopp von eme Mann hätt, womit ich verbleiwe Jhne Ihr liewer PhilippSauerampfer. germalmten und aan&tn C o k c zu Haben bei der Inäolk Gas Co.

AÄlIffil itek

VOT UlG fünf bis sechs Monate gelagert hat. 00 7

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Offizieller Bericht

der

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Indianapolis, den 18. Jutt 1894,

Aktiva. Anleihen $ 659,893 63 Vereinigten Staaten BondS 250,000 00 Stadt Indianapolis, Marion und andere Counth BondS 684,774 62 Baar an Hand und in Banken (Gsld $332,885 00) 1,252,974 58 Bond-Prämien 12,000 00 Tilgungsfond mit Bundesschatzamt, 6 Pro;, der Zirkulation 9,950 00 Gewölbe, Geldschran! und Möbeln ,c 17,000 00 $2,686,592 73 Passiva. Eingezahltes Kapital $ 800,000 00 UeberschußFond und Gewinne .' 93,475 87 Nationalbank.Notm im Umlauf 223,700 00 Unbezahlte Dividende 800 00 Depositen ,. 2,069,116 86 $2,68692 73 John P. Frenzel, Präsident. Otto N. Frenzel. assire'r. O. F. Frenzel, Assistent-Kassirer.

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