Indiana Tribüne, Volume 18, Number 5, Indianapolis, Marion County, 23 September 1894 — Page 7
AagavlMden
Von Olga Wohlbrück. (?s ist schon so viel über Neisend'e Gesellschaften" geschrieben und gesprachen worden, dast man kaum noch eine neue Farbe zur Schilderung dieser sonderbaren Menschen sinken dürfte, die sich Komödianten nennen, im Gegensatz zu ihren vom Schicksal begünstigteren Collegen den Schauspielern. Die goldene Pzpierkrone, der rothe Königsmantöl und das" Paar Reiterstiefel, die Frau Directorin zugleich Heldenmutter, Köchin und Kassirerin. der Herr Director mit den falschen Ringen an den rothen Fingern und der jugendliche Liebhaber mit dem fotoufto schwarzen Anzug" sind AI len bekannt, die je eine Skizze über wandernde Komödianten gelesen. Auch ich wüte nichts Neues über sie zu sagen. aber ein verstorbener Freund hintcrließ mir seine Mappe, eine Reihe loser Tagebuchblätter aus seinem vielbewegten Zigeunerleben. Die theils mit Tinte, theils mit Bleistift gekritzelten Aufzeichnungen, die bald an dem wackeligen Tisch einer rauchigen Schenkstube, bald auf der harten Bank des über die holperige Landstraße fahrenden Thespiskarren flüchtig hingeworfen wurden, haben mich seltsam angemuthet. Ich theile dieselben hier mit, ohne an ihnen das Geringste zu ändern oder ihnen einen schrttiellerischen Charakier zu verleihen, den sie nicht haben sollten und der ihnen auch ihre ganz: Ursprünglichkeit nehmen würde. Dienstag, den 3. August 18... ....Zum Kukuk noch einmal, jetzt toiib mir zu bunt! Ich habe Lust, Neißaus zu nehmen; aber wohin? Meine geographischen Begriffe verwir?en sich. Eines weiß ich freilich: wir sind in Süddeutschland und wollen nach dem Ort B Aber wir sehen seit Tagen nichts als Hügel, Dörfer, Wälder, Burgen von Eisenbahn keine Spur! Was gäbe ich für den Pfiff einer Locomotive - selbst den Applaus eines gesteckt vollen Hauses! Das letzte Mal spielten wir allerdings in keinem Hause, sondern in einer Scheune. Wir gaben Dr. Baust, eine große Tragödie vom Herrn Minister von Goethe." Dem Minister zu Ebren war d!ö Scheune brillant besucht. Noch nie lag ein Gretchen auf so viel Stroh. Wir hatten nämlich zusammengekehrt, was an Stroh in dem großen Raume herumgelegen. Nach der -Vorstellung tranken wir Vier und aßen Jeder eine Knackwurst. Es war g'öttIich! Aber seitdem sind drei Tage vergangen und wir müssen uns wieder mit Wasser begnügen. Die Leute sind hier mehr fromm als kunstsinnig. Es gibt zu viele Kirchen! Und wir können noch so laut trommelnd durch die Straßen ziehen, der Herr Pfarrer laßt die Glocken läuten, um uns zu übertäuben! Auch hier Concurrenz und Brotneid! Unser Komiker ist seit einigen Tagen traurig. Sein gutes, rothes Geficht, mit den wässerigen, blauen Aeuglein blickt ganz sentimental drein. Er spricht oft von seiner verstorbenen Frau. Das war ein Gretchen!" seufzt er und fährt sich mit dem bunten; Tuch iiber die Augen. Eben frägt er mich, ob ich Verse inache. Rein!" Er schüttelt bedauernd den Kopf. Schade, ich liebe Gedichte!" Ob man an gebrochenem Herzen starben kann?" frägt er mich wieder. An Allem," antworte ich, vor Allern aber an Durst." Er wackelt beistimmend mit dem Haupte, dann zieht er eine Flasche aus seinem weiten, großkarrirten Rock. Trinken Sie, junger Mann." Ich setze an es ist der erbarmlichst? Fusel. Nun betrachte ich mir unseren Komiker genauer und bemerke, daß er eine rothe geschwollene Nase hat, nicht von der Kälte jedenfalls, denn wir haben 26 Grad Reaumur im Schatten. Die Damen sitzen in den legersten Kostümen auf den Bänken unseres primitiven Gefährtes und druseln", die Herren schnarchen in Hemdärmeln, der Direktor lenkt die Zügel des matien Pferdes er ist der Held! Ich schreib:, und der Komiker trinkt langsam, bedächtig seinen Schnaps und schwelgt in den Erinnerungen an seine Frau. Armer Kerl! Er ist 56 Jahre lt. hat keine Kinder, steht ganz allein auf der Welt und wandert nun seit 36 Jahren durch ganz Deutschland. !ch bin eine Waise!" lamentirt er. Lehnen Sie sich mit dem Kopf an meinen Rücken und schlafen Sie ein Vis-n!" sage ich ihm. Ich a arme Waise!" jammert er, und Thränen rinnen über seine Wangen und tröpfeln auf mein Papier Donnerstag, den 5. August. Unser Komiker ist krank. Das gibt einz große Repertoirestörung, denn wir wollten gerade ein Stück geben, in dem er allein drei Rollen zu spielen hat. Das Gretchen" legt ihr Sacktüchlein, das sie in warmes, abgestandenes Wasser getaucht, auf seine Stirn, die Directorin kocht Kamillenthee auf Spiritus. Der Director ein edler, aufopfernder Charakter, bemerkt sehr richiig, daß man vor Allem darauf bedacht sein müsse, den Kranken wo unterzubringen. Zum Glück nähern wir uns einem Dorfe. Seiltänzer kommen," ruft uns die Jugend jubilirend entgegen. Nein, es sind nur Komödianten," belehrt ein erbrcner Mann, und mit einem vernichtenden Ach so!" zerstreut sich das fQoli und der We ist. frei. . .
Der Komiker 'äcbU w einem fort: Gebt mir was zu trinken!" Die Directorin setzt ihm die Henkellose Tasse Kamillenthee an den Mund. Er verzieht das Gesicht. So 'ne Schweinerei!" brummt er und spuckt aus. Die Directorin wird sehr böse und spricht von Prätensionen eines Trunkenboldes, das Gretchen" zieht sich mit ihrem Sacktüchlein von dem UNdankbaren Kranken zurück. Ich falte meinen Winter-, Staub- und Regenmantel zusammen und lege ihn dem Komiker unter den Kopf, dann springe ich vom Wagen und erbiete mich, Unterkunft zu suchen. Meine noblen Passionen (ich spiele (a B?nvivants) führen mich in das elegante Gasthaus: Zur goenen rone". Der Wirth, zugleich auch Bürgermeister, steht an der Thür. Ich halte eine stilistisch höchst bemerkens werthe Anrede, spreche dann pathetisch ton einem kranken Kameraden. Der Wirth erklärt, daß er Komödianten nur in dem Falle bei sich beherbergen könne, wenn sie Miethe und Zeche im Voraus bezahlten, und der Biirg-ernui sler fordert mich auf, mich sammt meinen Collegen schleunigst aus dem Staube zu machen. Wer weiß, was Sie uns noch für eine Krankheit einschleppen, und ich habe als Bürgermeister die Pflicht, an das leibliche Wohl meiner Mitbürger zu denken. Empfehle mich!" Ich kehre zu meinen Collegen zurück, die Männer fluchen, die Damen stöhnen und der Director sagt: Na, also dann rasch weiter, sonst müssen wir im freien Felde übernachten!" Heißa, lustig in's Land hinein! Unser Klepper ahnt wohl, daß es sich um ein Menschenleben handelt, er ist gutmüthig leichtsinniz und trabt fast In Galopp. Auch Künstlcrblut! Gegen Abend kommen wir an einen anderen Ort. Man mustert uns neugierig und fragt, was wir spielen werden. Wir haben einen Kranken," geben wir zur Antwort, und möchten gern: Unterkunft finden." Die Gesichter ziehen sich in dieLänge, man flieht uns. Endlich aber gelingt es meinen Bemühungen, eine Schenke ausfindig zu machen. Die Wirthin verlangt mißtrauisch, den Kranken zu seben. Sie schwingt- sich, trotz ihrer Körperfülle, ziemlich behende auf's Trittbrett und glotzt den am Wagentoben Liegenden an. Hoffentlich stirbt er nicht in meinem Hause, das könnte ich gerade noch brauchen!" sagt sie laut, dann wendet sie sich an den Director: Vier Männer kann ich beherbergen, die Jrauenspersonen und die Uebrigen müssen weiter ziehen!" Da ist nichts zu machen. Nach einer kurzen Berathung steigen der Directar, der Intrigant und ich aus dem Wagen, den Kranken behutsam tragend. Der ist ja auch wohl besoffen," sagt die Wirihin liebevoll, indem sie uns vorangeht. Die Directorin setzt sich auf den Platz ihres Mannes, ergreift die Zllgel und knallt mit der Peitsche, und das Gretchen" drückt mir noch in aller Eile einen Thaler in die Hand sür unseren Komiker". Beide hat sie Nie wiedergesehen! Sonnabend, den 7. August. . . . . Wir sind doch recht weit von aller Cultur entfernt. Auf dem Tische steht eine Talgkerze, und der Tisch selbst besteht aus zwei ganzen und zwei halben Beinen und einer wurmstichigen Holzplatte. Draußen stürmt und gießt es, im Zimmer, wenn man dieses Loch so nenren kann, ist es schwül und dunstig. Mir gegenüber sitzen der Director und der Intrigant und würfeln um ein:n halben Pfennig. Sie flüstern ganz leise und werfen manchmal scheue lJlicke nach einer finsteren Ecke des Raumes dort liegt unser Komiker in halber Bewußtlosigkeit auf seinem harten Lager. Manchmal lösen sich einzelne, unzusammenhängende Worte von seinen Lippen oder er schreit plötzlich auf, richtet sich empor und greift mit der Hand nach dem heftig pochenden Herzen. Gib doch Ruhe, Alter," brummt der Director und wendet den Kops ab. Ja, ja bald!" kommt es leise aus der Ecke zurück, und der schwere Körper sinkt wieder in die Kissen. Ab und zu trete ich zum Stöhnenden und frage nach seinein Begehr. Bist ein braver Junge," murmelt er dann, aber er begehrt nichts mehr. Ich kehre zurück zum trübenLicht der Kerze und lese in einer Anthologie, plötzlich flackert die Flamme auf, die Thüre öffnet sich. Guten Abend." sagt die Wirthin. Da bringe ich einen Teller Suppe, wer will ihn haben?" Wir schweigen verlegen; Niemand hat seit zwölf Stunden etwas Warmes genossen, und Jeder genirt sich, es einzugestehen. Der Director findet einen Ausweg. Lassen Sie nur die Suppe da, vielleicht ißt sie der Kranke." Leb! er noch?" fragt die Wirthin und wendet den Kopf zur Ecke. Dann
fragt sie: Wer zahlt denn die Bestattungskosten, wenn er stirbt?" Ich!" erdröhnte eine Stimme. Wir zucken zusammen, und die Stimme dröhnt unheimlich fort: Veracbte sie uns nicht. Frau Wirthin, wir sind reicher, als sie glaubt, wir tragen unermeßliche Schätze in uns: Ideale! Weiß sie, was das ist: Ideale? Hat sie welche? Nein, eine schmierige Schenke hat sie und sonst ni:s! Ihr Blick fällt auf eklen Schmutz und platte Gemeinheit, wir aber sehen, herrliche, große Gestalten m hellen, lichten Gewändern wir essen aus silbernen Schüsseln und trinken aus goldenen Bechern
w!r werden bewundert und zu Göttern erhoben, denn wir haben Genie. Ja, auch ich habe Genie, und darum bin ich unsterblich, wenn auch mein elender Körper auf der Matratze da verendet!" Die Wirthin ist ganz bleich. Jesus, Maria und Joseph!" flüstert sie, indem sie sich bekreuzigt, er ist verrückt geworden!" Sie stürzt zum Ausgang und stolpert die Treppe hinab. Die Thür bleibt offen und der Zugwind löscht die Kerze aus. Wir bleiben im Dunklen. ' es wird so schön, so licht um mich her!" ruft der Kranke. Siehst Du. Frau, Hab's immer gesagt: Muth, Ausharren ja, jetzt sind wir am Ziele endlich!" Mit zitternder Hand habe ich die Kerze wieder angezündet. Der Kranke kniet auf seinem Lager, die Arme hat er sehnsüchtig, ausgebreitet, der bunte Kittel fällt in losen galten herab; ein schauerlich groteskes Bild Ein Lichtstrabl trifft das Auge des Sterbenden, er sieht uns an, blöde, mit verglasten Blicken. Dann lächelt er so kindlich - unschuldig und bittet: Gebt mir was zu trinken!" Ich eile an sein Lager, ergreife seine Hand sie wird kalt in der meinen. Unser Komiker ist todt! Montag, den 9. August. ....Wie schön ist es draußen! Der Himmel so blau, die Vögel jubiliren. Felder und Wiesen prangen in greller Farbenpracht. Um die Fenster der Schenke ranken sich wilde Rosen und verbergen die schmutzigen Mauern. Ein loser Zweig blickt neugierig in's Zimmer und eine voll erblühte Blume streut ihre blutrothen Blätter auf ein blasses, kaltes Antlitz. Es ist die letzte Liebesgabe der Natur! Heute geleiten wir unseren todten Freund zur ewigen Ruhestätte; ich warte, bei ihm Wache haltend, auf meine zwei Collegen, die einen Geistlichen bringen sollen. Auf der Treppe höre ich Schritte, dann treten meine Kameraden ein. .Allein?" Sie nicken. Ein bitterer Zug lieg! um ihren Mund. Wir sind seine Christen," sagt langsam der alte Director, der oft sein letztes Stück Brot christlich mit uns getheilt. Ja, ja, uns wird ein ehrliches Begräbniß hier verweigert, wir sind Komödianten!" bestätigt der Intrigant. In ohnmächtigem Zorn balle ich die Hände. Ja, leben wir denn im Mittelalier?" schreie ich auf. Wir machen eine Anzeige, appelliren an das Ge-setz-" i Der Director weist auf den Todten. Gönnen wir ihm Frieden," sagt er. Die Erde, in der ein braver Mensch liegt, ist durch ihn geweiht." Einen letzten: Abschiedsblick werfen .vir auf die stillen Züge, dann heben rtr den Deckel deS grobgezimmerten Sarges, und mit einem großen, schweren Buch, unserer einbändigen Theaterbibliothek, schlagen wir die Nägel in das weiche Holz. Abwechselnd tragen wir den Todten querfeldein auf dem nächsten Wege zur Kirchhofsmauer. Spatzen und Lerchen geben uns das Geleite, und die Gräser und Blumen neigen, grüßend ihr Haupt. Wir sind angelangt. Knapp an der Mauer ist eine Grube gegraben, außerhalb des Kirchhofes. Eine Schaufel liegt daneben, wie von ungefähr. Behutsam lassen wir den Sarg hinab in die Gruft, ein paar Feldblumen werfen wir ihm nach, und nun kollert die ftuchte schwarze Erde auf das gelbe Holz. Ein schlichtes Kreuz ausBaumstämmen hatten wir mitgebracht. Dieses stellen wir auf und stampfen dann mit den Stiefeln die Erde fest. Nun ist das Grab vollendet. Die Schaufel lehnt an der Mauer, aber wir bleiben noch stehen, als hätten wir etwas vergessen. Wir sehen uns gegenscitig an ohne Worte haben wir uns verstanden. Wir haben im selben Augenblick dieselbe:, Empfindung, daß wir unseren treuen Gefährten nicht begraben, sondern verscharrt. Was uns fehlt, ist nicht der Priester, sondern das Gebet! Trotz der Sonnengluth entblößen wir das Haupt. Vater unser, der du bist im Himmel," beginnt feierlich langsam der Director, dann stockt er und wiederholt nochmals: Vater unser, der du bist im Himmel " Geheiligt werde dein Name, zu uns komme dein Reich," falle ich laut ein, doch auch ich bleibe stecken. Ich werfe einen hilfesuchenden Blick auf meinen zweiten Collegen, aber er schüttelt nur traurig sein graues Haupt und murmelt: Hab's lange nicht mehr gesprochen " Sollten wir unserem armen alten Freunde nicht einmal das mitgeben können?" frägt der Director mit zitiernder Stimme. Wir drei sehen uns rathlos an. In Ihrem Alter habe ich es noch gewußt," bemerkt der Intrigant, indem er mich vorwurfsvoll ansieht. Eine alte Frau mit einem Korbe Streulaub auf dem Rücken geht langsam über den Feldweg. Einer plotzlichcn Eingebung folgend, winke ich ihr zu. Bald darauf steht sie vor uns, alt und gebrechlich. Was wollen die Herren?" fragt sie angstlich. Ein Vater Unser," antworte ich und falte ihre Hände. Sie blickt halb erschrs-cken, halb verwundert um sich, starrt einen Augenblick das Kreuz über dem kahlen HLqel an und spricht dann mechanisch das Gebet. Wir flüstern jedes Wort nach, eine ganze Reihe von Erinnerun-
gen steigt irr uns auf und Thränen stürzen aus unseren Augen! Nun bist Du zur ewigen Ruhe bestattet, alter Kamerad! Drei arme Vagabunden gaben Dir das letzte Geleite, die das Vater Unser, das sie Dir an Deinem frischen Grabe zugedacht, einem fremden alten Weibe nachstammein mußten! Paradc-ttlt. ... Zurück! Immer noch mehr retour, meine Herrschaften; der Damm muß frei bleiben! Das gilt auch für Sie, Fräulein." Sehen Se woll, Sie kleene Kuhblume. Kommen Se man jetrost an meine jrüne Seite, sonst fallen Se noch bei det Gesetz in Unjnade und Ihre jelbe Jacke wird Ihnen villeicht noch entzogen." Fritze. nu kommt det Aluminjum-Bataillon," wat de jrößten Leichtfüße von unser: janze Armee sind; sojar aluminjum'ne Schuhnöjel haben sie." Ach so. Du meenst woll die militärsche Proöirmamselle, mit de fuffzehn FennjcPlusSalär?" Jette, Jette, kiek ens. die Fruensmenscher hebben jo 'n Boart." Aber Männeken, det sind ja Ehineser-Mandarine, die von Li Hung Schanken hierherjeschickt sind, um unsre deitschen Jnrijtungen von uns abzulernen." Du Theekessel weeßt 'n Quark! Det is janz eenfach blos de Dienerschaft von 'n Jesandten. Der eene Zoppmensch kooft immer in de Dorotheen-Marchthalle." Au. au, meine Hühneraugen!" Zurück! vorwärts zurück die Herrschaften!" Schubsen Se doch nich so, Jroßvaterns Bratenrock jeht aus'm Leim." Wat is denn da hinten los?" Hier schreit 'n Hauklotz Hilfe, Herr Wachmeester." Hurrah, jetzt kommen sie!" Wer denn?" De kenigli. chen Eklipaschen!" Nee. so 'ne UnVernunft von de Leute, hier kleene Jöhrcn mitzubringen." Jungdeutschland will ooch wat seh'n." ' Mir wird janz mulmich; hat denn keen Mensch 'n Schluck sor mir?" Ja woll, ick hätte schonst eenen, aber det Mitkübeln kost 'n Pimperling." Na, jeben Se mal her! Wat is cen Nickel jejen so'n. knolligen Durscht." Platz forn Herrn Sommerleitnant!" Vor mir ooch, ick bin Kaptän von de Heilsarmee." Und ick Ritzenschiebe? bei de lenkbare Lustballönger und darumwejen " Zurück meine
Herrschaften! Vorwärts zurück! Oessentlicher Schreiber. Bei dieser Ueberschrift fühlt man sich ganz unwillkürlich in die gute alte Zeit oder auch in den Orient versetzt. Wer denkt nicht an den alten Mann mit der Riesenbrille auf der Nase, mit dem mächtigen Gänsekiel bewaffnet, mit den verschmitzt dreinblickenden Augcn? Das ist der öffentliche Schreiber". wie er uns noch in Büchern geschildert wird. Lange, lange ist es freilich her. Die neue Zeit hat auch ihm den Todesstoß versetzt. Doch nein nicht so! Mülhausen im Elsaß hat noch seinen öffentlichen Schreiöcr". Auf dem Friedensplatze hat er seine altersgraue, historische Bude aufgeschlagen. Die sonderbare Inschrift Zockt uns heran wir treten ein und fragen den Mann nach dem Geschäft. .Sie schreiben wohl Liebesbriefe, was?" Nee. heute nicht. Es ist schon lange her, daß ich etliche geschrieben." Das Geschäft geht doch immer?" Ja, Schatz und Schätzchen" gibt es genug, aber keine Liebesbriefe!" lachte er. Hm, es muß doch auch eine Ursache haben!" Die Ursache liegt klar auf der Hand: es ist dies der obligatorische Schulunterricht." Nee, nee. heute ist nichts mehr. Ha, sie bringen jetzt alle selbst ihre Liebesseufzer zu Papier! Da ist Ihnen freilich eine reiche Quelle verstopft," erwiderte ich. Pah, ich schreibe Gesuche an die Negierung, ziehe Erkundigungen ein, sordere Zeugnisse u. s. w. Nur zur Erinnerung an das uralte, an dieser Stelle geübte Gewerbe habe ich den alten Namen öffentlicher Schreiber" beibehalten. Heute könnte ich oder müßte ich mich vielmehr Geschäftsagent" nennen. Na, auf den Namen kommt es ja nicht an. Ich verdiene immer noch mein hübsches Geld!" So, wie viel?" Hatte schon 5 Mark per Tag, b. h. so lange der Markt andauerte. Als geringste Taxe fordere ich 50 Pfennige. Erfordert die Sache noch Studium, dann verlange ich natürlich mehr." Sind Sie der einzige öffentliche Schreiber" in der Stadt?" Ja, ein anderer könnte auch nichts machen. Das Plätzchen ist eben ein historisches. Die Erben meines Vorgängers haben mich gebeten, die Bude zu übernehmen. Nanu, ob Du zu Hause auf Deiner Bude sitzest oder hier, dachte ich und übernahm den Posten als öffentlicher Schreiber". Hab's ja besser als mancher hoher Beamter, ich kann meine Bude schließen und öffnen wenn ich will!" Auf unsere Frage theilte uns .der öffentliche Schreiber" mit, daß sein Bureau resp. Bude an allen Werktagen geöffnet sei. Der jetzige Inhaber dir historischen Bude ist itfnU gens ein sehr liebenswürdiger Herr, ein pensionirter Beamter. DesGattenWeh. Brown: Verletzt auch Ihre Frau so oft Ihre Gefühle?" Smith: O ja. so manches Mal." Brown: Auf welche Weise?" .Smith: Mit dem Besenstiel." Doppelt gefaßt. Frau: Neulich erwischte ich meinen Mann, wie er gerade die Köchin um die Taille gefaßt hatte." Nachbarin: Da hätte ich die Verlegenheit sehen mögen " Frau: Nein, schändlich, eben nicht, er war ebenso schnell gefaßt, wie das Mädchen."
Sprechende Zlhrcn. Dem Genfer Uhrmacher Sivan ist die Construction eines Chronometers gelungen, welche den sinnreichen Mechanismus der Nepetiruhr in die Rumpelkammer verbannt. Sivan's Uhren haben kein Schlagwerk; im eigentlichen Sinne des Wortes verkünden sie die Zeit, sie sprechen. So unglaublich dies erscheinen mag, so ist es nichtsdestoweniger eine Thatsache. Das anscheinende Wunder hat Sivan unter Zuhilfenahme der Phonograph zu Wege gebracht. Er hat das Glöckchen der Repetiruhr durch eine kreisförmige. mit ausgekehlten Furchen versehene, phonographische Platte von vulkanistrtemGummi und den Hammer durch einen Stift ersetzt. Die beigefügten Illustrationen veranschaulichen den durchaus nicht complicirten Mechanismus der sprechenden Uhren. In der ersten Abbildung ist ein: offene Uhr
dargestellt, deren Werk von der phonographischen Platte bedeckt ist. Die Platte hat 48 Furchen, welche den 12 Stunden und 36 Vierteln des Zifferblattes, die der Zeiger bei seinem jedesmaligen Umkreisen berührt.entsprechen. Wenn die Platte sich an ihrem Platze findet, so bewegt sich über ihre mit Furchen versehene Oberfläche ein Stift, der durch letztere in Vibrationen versetzt wird. Diese Vibrationen werden in gesprochenen Worten, wie ein Uhr. halb vier Uhr u. s. w., deutlich vernehmbar, denn die Furchen sind nichts anderes, als die auf einer Fläche dargestellten genauen Reproductionen, der spiralförmigen Streifen, welche eine menschliche Stimme auf einem phonographischen Cylinöer hervorbringt. Die zweite Illustration vernschaulicht das Werk der Uhr ohne die phonographische Platte. Selbstverständlich lassen sich Uhren aller Art mit dieser sinnreichen Einrichtung versehen und die phonographischen Platten können ganz nach Wunsch mit beliebigen Lauten imprägnirt" werden. So construirt Sivan Uhren, deren Platten das Krähen des HahneS reproduciren, und Wecker, die zu einer bestimmten Stunde den lauten Rus: Aufgestanden!" erschallen lassen. Der Erfinder hatte manche Schwierigkeiten zu überwinden, ehe die sprechenden Uhren allen Anforderungen genügten. Da war zunächst das MißVerhältniß zwischen den überaus kleinen Furchen und der Stärke des erforderlichen Lautes, auch scheitern seine ersten Versuche an dem Mangel eines zur Herstellung der Platten genügend elastischen Materials. Jetzt hat er die Letzteren so weit vervollkommnet, daß dieselben nicht blos mehrere tausend mal sprechen, sondern sogar gewisse Modulationen der Stimm: zum Ausdruck uringen können. . Stoßseufzer. Wie bist Du nah und doch so fern! Unbegreiflich. Lebemann: 's ist zu dumm mit den Weibern! Als ich vor zwanzig Jahren die Mutter heirathen wollte, hatte die Bedenken jetzt, wo ich die Tochter heirathen möchte, hat die auch wieder Bedenken!" D e r wahre Pessimist freut sich im Grunde über jedes Unglück, das ihn trifft. Unerträglich ist uns ein Mensch, den man verachten möchte, und mit dem man nun gerade in seinen Schwächen und Leidenschaften zufirnetreffen muß!
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Jörgen Säznul's Mmkelzr.
Bon L.H. Schubert. Anne-Marie saß an einem Fenster der kleinen Fischerhütte und arbeitete in einem Netze. Hin und wieder warf sie einen Blick durch die Scheiben auf das Meer, in, dem rothglühend der Sonnenball versank. Da nahte ein Mann schnellen Schrittes der Hütte. Ohne Umstände trat er übe: die Schwelle und stand dem Weibe gegenüber. Eine Weile sahen sich beide schweigend an. Na, Anne-Marie," sagte der Mann endlich, kennst mich denn nicht? Bin i Dein Mann. Jörgen Schnut!" Ann:-Marie schüttelte langsam den If. Jörgen Schnut ist todt!" versetzte er ist vor zehn Jahren ertrunken." Nein, n.i, er lebt, Du stehst ja! llnf wunderbare Weise ward ich errcttet. ich erzähl Dir das ein ander Mal. Schicksale hielten mich so lange von der H'imath fern. Sieh, mich genauer an he! kennst Du mich nun? Das Weib schüttelte wieder denKops. Jöra?a Schnut fuhr vor zehn Iah?:n hinaus auf'sMeer, seinem Gewerbe nach, er kam nicht wieder. Er ward für todt erklärt wie willst Du also beweisen, daß Du der Verschollen? bist?" Seh io) ihm denn nicht ähnlich 1 Jörgen trug keinen Lart." Ich "hab: ibn mir wachsen lassen." Wind und Wette? hätten Jörgen's Gesicht rauh gemacht." Ein wärmeres Klima hat meine Haut geglättet." Jörgen hatte eine vom 'Trunk geröthete Nase, die Deine ist blaß." JÄ habe mir das Trinken abgewöhnt." Das glaub' ich von Jörgen nimn::r! Kennst Du sein Lieblingsgetränk?" Ste'.fcr Grog!" Das ist nicht schwer zu errathen, c? wird hier viel getrunken. Aber wie c? ihn bereitet: trank ihn Niemand weit:r im ganzen Dorfe." Der Mann trat an den Herd, schürie das ffeuer und hing den Kessel mit Wasser darüber. Ich werde Grog bereiten uird Du wirst sehen, daß ich Dein verschollener ftann bin." Er holte aus dem Spind die Flasche mit Num und zog die Tischlade auf, cin:n Löffel herauszunehmen. Ich weiß noch sehr wobl Bescheid in Deiner Wir'hschast. Es liegt und steht noch alleö g:nau wie vor zehn Jahrcn," sagte er. Die Wirthschaften in diesem Dorfe, wie in dem .nächsten und übernächsten gleichen alle aus ein Haar," versetzte sie; nach zwanzig, nach dreißig Iahren werden sie noch so aussehen. Warst Du erst in einer, bist Du in den andern eben bekannt. Das ist kein Beweis, da?z Du Schnut bist." Der Mann streifte den Aermel auf und zeigte seinen nackten Arm. I. S. stand in blauer Farbe darauf, darüber ein Anker, darunter ein Herz. Di: Buchstaben und den Anker ließ ich mir als Knabe cinbrennen, das Herz, als ich Dich beirathete." Nachbar Frenzel that dasselbe, als c: Fiele Bracht zum Weibe nahm und viele, viele Andere ebenso. Was soll das also sagen?" Aber die Buchstaben?" Müssen sie gerade Jörgen Schnut heißen? Können sie nicht auch Jochen Schütt, oder Joel Sievers oder Jonathan Sanders bedeuten? Und wenn sie Jörgen Schnut hießen, gibt's nicht deren Unzählige im Umkreise?" Das Wasser kochte. Der Fischer bereitete den Grog und reichte ihn dem Weibe. Sie kostete erst ein wenig, dann mehr. Nun ist es JLrgenSchnui's Grog?" fragte er. Beinahe." lautete die Antwort, doch machte er ihn nicht so süß, ich litt es nicht, daß er so viel Zucker, verschwendete." Wenn man sa lange von Hause weg ist, entwöhnt man sich der Zucht." Schnut hätte meine Lehren nie ver-. gessen, ich predigte ihm Morgens. Mittags und Abends. Nur eines gewöbnte er ssch nicht ab: das Spucken auf die Dielen. Du hast bisher noch nicht einmal gespuckt." Ich kaue den Tabak nur noch im Freien. Trete ich in eine Wohnung. so speie ich ihn fort." Das ist lobenswerth. Wenn Du Jörgen Schnut wärst, würde ich sagen: das ist mein Werk." Eine Pause entstand. Der Mann schlürfte seinen Grog, das Weib blickte hinaus in die Dämmerung. Ich will Dir sagen, weshalb ich Zweifel an Dir hege," hob sie endlich an. Nun?" fragte er erwartungsvoll. Jörgen Schnut hätte sich, wenn er wirklich nicht ertrunken und irgendwo verschlagen wäre, niemals nach AnneMarie zurückgesehnt. Denn, wie ich schon sagte, er trank gern und reichlich und kam er Abends aus der Taverne, sparte ich die Worte nicht, und brauchte ich kräftigere Unterstützung, waren der Theekessel und die Feuerzange gern dazu bereit. Nun, das vcroroß ihn. Er brummte oft darüber, daß er mich zum Weibe genommen hatte und sen Wunsch war, sich einmal ordentlich satt zu trinken. ' Die Gelegenheit war günstig, sich von mir zu trennen. Verlaß Dich d'rauf, er wäre nie zurückgekehrt. Deshalb kann ich nicht recht glauben, daß Du Schnut bist." Hm, ich habe mich auch außerordentlich wohl gefühlt. Aber am Ende hab ich gedacht, die Anne-Marie wird
alt, sie bedarf dc? Stütze, es ist doch nichts, wenn ein Weibsbild allein auf der Welt steht, und da hab ich mich auf die Socken gemacht." Na, allein steh' ich nicht, denn ich habe mich wieder verheiratet. Aber bei dem Niclas Claas, meinem jetzigen Mann, darf ich nicht mucksen. Jörgen Schnut war ganz anders. Und wenn Du es wirklich wärst, was ich immer noch nicht recht glauben kann, so wärest Du mir tausendmal lieber. Der erste Gatte hat ja wohl auch das Vorrecht." Der Fischer machte große Augen. Du bist verheiratet, AnneMarie?" rief er. Ach, Du machst mich ja zum Glücklichsten der Menschen. Dann ist ja für Dich gesorgt und Du brauchst mich nicht. Da tonnte ich mir die weite Reife sparen. Du solltest nur nicht darben. Da aber die Sachen so stehen! Behalte Deinen Mann in Gottes Namen. Ade. Anne-Marie. und grüß den Niclas. Juchhe, ich bin frei!" Er stülpt? den großen Hut auf den Kopf und schritt eilends fürbaß, als fürchte er. zurückgeholt zu werden. Das Weib stand und sah ihm nach, bis er in der Dunkelheit verschwand. Wie eilig er es hat, von mir fortzukommen Jetzt weiß ich's bestimmt: Es war Jörgen Schnut!" Napoleon der ?rste n die Taub stumnlcn.
Nach dem mißglückten Versuch des unseligen Jünglings Staps, sein deutsches Vaterland durch den Mord des korsischen Eroberers von der ZwingHerrschaft zu befreien, war der sranzösische Kaiser auf das Aeußerste gegen alle deutschen akademischen Institute eingenommen, welche er Brutstätten verschrobener und revolutionärer Ideen nannte. Aus diesem Grunde bielt die Umgebung Vonapartes stets darauf, daß bei festlichen Gelegenheiien die reifere Jugend der Orte, in denen der mächtige Sieger verweilte, zur, Theilnahme und zu lauter Begrüßung des Imperators angehalten wurde, um bei ihnen das einmal gefaßte Vorurtheil zu mildern. So geschah es auch, als Napoleon kurz nach dem berühmten Monarchen-Eongrcß zu Erfurt auf kurze Zeit in Aschaffenburg Aufenthalt zu nehmen gedachte. Der dem Kaiser vorangehende General Rapp, der deutschen Sprache kundig, beschied den Bürgermeister der Stadt zu sich und machte das Oberhaupt Aschaffcnburgs auf das Strengste verantwortlich, daß am Tage des Einzuges die Schüler sämmtlicher Anstalten auf dem Wege aufgestellt sein müßten, den Napoleon nehmen wollte, und den Kaifer nach Vermögen freudig zu begrüßen angewiesen würden. Der geängstigte Bürgermeister versprach sein Bestes, und Dank seinen emsigen Bemühungen vermochte er auch Wort zu balten. Der Einzug Napoleons erfolgte, auf kurze- Strecken vertheilt standen kleinere und größere Gruppen von Knaben und Jünglingen, die ihr lautes Vive l'Empereur!" riefen. Napoleon schien guter Laune. Plötzlich aber verfinsterte sich sein Antlitz, mit einem Schlag trieb er sein Pferd zu rascherem Trab an und schien erst beruhigt, als er die Gruppe von etwa zwanzig jungen Leuten hinter sich hatte, die bei dem Nahen des Jmherators wohl ihr Haupt entblößten, aber aus deren Mitte auch nicht ein Laut des Grußes ertönte. Noch an demselbenTage wurde der Bürgermeister zum Kaiser beschicken. General Rapp war anwesend, um den Dolmetscher zu spielen. Napoleons Stimmung hatte sich entschieden verschlimmert. Ihre Stadt ist ein Herd der Rebellion, und Sie hegen solche unter Ihren eigenen Augen," fuhr er das erschrockeneStadtOberhaupt an. Ich werde strengstens untersuchen, und wehe den Burschen, wenn sich mein Verdacht bestätigt." Ganz verwirrt blickte der Bürgermeister, wie Hilft suchend, auf den General; dieser aber schien nicht minder empört, als sein Gebieter. In rauhen Worten warf cr dem Manne vor, daß sich eine Gruppe von Knaben und jungen Leuten, die man am Enöe des Marktplatzes aufgestellt, wohl aus sei nem anderen Grunde, als den des kindischen Trotzes, bei dem Vorübcrreiten des Kaisers völlig lautlos verhalten, und daß man ihn, den Bürgermeister, für diese öffentlich: Widersetzlichkeit verantwortlich machen werde. Bei dieser Mittheilung wich sichtlich der Ausdruck der Furcht aus den Mienen des städtischen Oberhauptes. Es ist wahr," nahm er das Wort, die jungen Leute haben sich stumm verhalten. .... aber sie sind für ihr Schweigen nicht verantwortlich zu machen, noch bin ich es. . . . da müssen Sie sich schon an unsern Herrgott halten, Tire. Es ward befohlen, sämmtliche Institute der Stadt auf dem Wege Eurer Majestät aufzustellen. Jene Gruppe war das Taubstummen-Jnsiitut des StitU ses Aschaffenburg." Stumme könnt Ihr freilich nicht reden machen," sagte der .Kaiser. Dem Taubstummen-Jn-stitut ward am nächstenTage eine reiche Spende aus der Privat-Schatullc Napoleons zu Theil. Ein Gefallener wird niemals die verlorene Achtung der Welt wieder zu erringen suchen, wenn man ihn nicht kosten läßt, wie süß noch ein letzter Rest derselben schmeckt. Das ganze, volle Glück der Liebe lernen wir freilich nur in der glücklichen Liebe kennen; aber auch in der unglücklichen Liebe lernen wir es wenigstens begreifen und ermessen. Zum Wohlthäter bedarf es e'nes guten Herzens und eiueS schlechten Gedächtnisses.
