Indiana Tribüne, Volume 17, Number 360, Indianapolis, Marion County, 16 September 1894 — Page 3
EmMie fies CeCens. t:an von Ai. tUföfs-rtus. (G. Fortsetzung.) Seit zwei Tagen befand sich Daniela unter der Obhut Dona Angelas, welche die Ankunft des Schützlings ihres geliebten Neffen mit aufrichtigem Wohlwollen willkommen hieß; besaß fcoch die kleine, magere und bewegliche Dame mit dem winzigen, vertrockneten Gesichtchen, auf welchem die kunstvolle schwarzeHaarfrisur helmartig ge stülpt saß eine ausgesprochene Vorliebe für alles schutzbedürftige, von ihren Blumen und Katzen an bis zu den elternlosen Negerkindern, zu deren Versorgung es ihr nach großer Mühe gelungen, einen Damenverein in's Leten zu rufen, von dem sie einstimmig zur Vorsitzenden erwählt wurde. Außerdem besaß Dona Angela, Gräfin de Montsanto e Tavares, ein paar kleine Eigenthümlichkeiten, die einen nicht unbedeutenden Theil ihrer Zeit in Anspruch nahmen: sie ging fast täglich in die Kirche, mochte nun Frühzottesdienst oder Abendmesse stattfinden, und gab bei jeder Gelegenheit der Jungfrau Maria eine Promessa, das heißt Versprechen; lag im Hause jemand krank, oder stand irqend ein Ereigniß bevor, so gelobte sie Maria Santissima. im Falle diese das Unheil glücklich abwende, eine Promessa; entweder geweihte Kerzen, eine neue Altardecke, ein hübsches Bild, oder einen entsprechenden Kopfputz für die heilige Mutier. Einmal yatte sie auch, zum Entsetzen Romanos und zur Bewunderung aller gleichgesinnten zarten Seelen gelobt, zweihundert Milreis in "Almosen, von Haus zu Haus gehend, zu erbetteln, eine Summe, welche zum Bau der ner.en Kirche in Rio bestimmt rourde. Daß von dieser ebenso harmlosen roie gutmüthig beschränkten Dame nichts für ihre Heirathspläne in betreff Romanos zu erreichen war, wußte Valeska sehr genau, und sie hatte auch nicht auf Dona Angelas Hilfeleistung gerechnet; ein Brief an Regine war bereits fort, sie sollte Madme Renard um zwei Tage Ferien ersuchen und am Sonnabend Nachmittag in Rio eintreffen. Nun war die bezeichnete Stunde da. und Frau von Hasselbach fuhr zum Bahnhof, ihre Tochter in Empfang zu nehmen. Kaum dort angekommen, rollte auch der Zug schon in den Bahnhof, die Thüren wurden von den Schaffnern aufgerissen, und aus einem Abtheil der zweiten Klasse stieg gemächlich, auf's zärtlichste von der Mutter begrüßt, Reginens auffällige Erscheinung. Sie besaß die große, üppige Gestalt Valeskas. viel zu voll und entwickelt für ihr Alter; das anziehende des ausdruckslosen Gesichtes bestand in den
Nuyllngssrischen, rosigen Farben, den tadellosen Zähnen unter purpurrothen, schwellenden Lippen, die oft lächelten, dann aber einen stark sinnlieben Zug hervortreten ließen; aus ihren lässigen Bewegungen sprach dasPhlegma. dem jedoch etwas flackerndes, ein Ausdruck lauernder Begehrlichkeit in den schmal geschlitzten braunen Augen widersprach. Die niedrige Stirn verschwand sast unter dem sorgfältig gekräuselten, rothbraunen Haar, auf dem ein dunkelgoldiger Schimmer ruhte. Was soll es eigentlich bedeuten, Mama, daß Du mich heute, bloß unicr dem Vorwand Deiner Sehnsucht nach mir. schon wieder nach Hause kommen läßt? Die andern jungenDamen haben mich einfach ausgelacht und Madame Renard schien es auch nicht lieb zu sein," bemerkte Regine mürrisch, als sie im Wagen der Mutter gegenüber saß. Es lag etwas wegwerfendes, fast verächtliches in ihrem Tone, als ob sie einen verborgenen Groll hege gegen diejenige, welcher sie das Leden verdankte, der sich nicht in Worten hervorwagen durfte, und deshalb seinen Ausweg in ihrem Benehmen und der Stimme suchte; Valeska empfand Un Mangel an Liebe und Zärtlichkeit von Seiten der Tochter schmerzlich, glaubte jedoch den Grund davon in deren Beanlagung suchen zu müssen, obgleich Regine die unliebenswürdige Seite nur gegen die Mutter heraus zukehren pflegte. Meine Sehnsucht diente diesmal bloß als Vorwand, liebes Kind, ich hätte Dich nicht kommen lassen, wenn nicht die Nothwendigkeit dazu vorgelegen hätte. Du weißt einigermaßen, wie die Sachen stehen, Onkel Karls Erbe ist uns keineswegs vollständig sicher. Da es nun aber mein eifriast.es Bestreben ist. Dich für' die Zukunft glänzend versorgt zu sehen, so reifte seit lange der Wunsch in mir. Dich mit dem Grafen Montfanto zu verbinden. Nun denke Dir, was ich vor Kurzem entdeckt habe! Keine andere, als unsere zücktige Daniela geht darauf aus, die brillante Partie für sich zu erobern." Unsinn. Mama. Ich bezweifle stark, daß Romano der Mann ist, welcher sich ohne weiteres von Dir bei der Wahl seiner künftigen Gattin bestimmen läßt. Das ist ein vornehmer Charakter, mit einem Anflug von Phantasie und Schwärmerei, der mich wohl gern neckie, doch höchstens wie ein Knabe, der gelegentlich mit seinem Pudel spielt. Und was Du mir da von Daniela sagst, glaube ich einfach nicht, das bildest Du Dir jedenfalls nur ein; so etwas sieht ihr gar nicht ähnlich." Du irrst Dich, liebe Regine," entgegnete Frau von Hasselbach scharf, und zum Beweise dafür kann ich Dir mittheilen, daß es DeinerDaniela. weldbt Du sür so harmlos hältst, gelungen ist, es so weit zu bringen, daß sie als Äesuch auf längere Zeit bei Dona A?. geli also in täglicher, unmittelbaren
Nähe Romanos weilt. Oh die i !lug wie eine Schlange, und Du ahnst nicht einmal den Abgrund von Verstellung in dieser abgefeimten Scha?lspielerin, die mir überall das Terrain streitig zu machen sucht! Das ist ja von Dir nicht zu verlangen. Ich aber besitze hinreichend Scharfblick, um sie zu durchschauen und werde ihre Triumphe zu verhindern wissen. Liebes Herz, morgen findet eine kleine Gesellschaft bei dem Grafen statt, aus diesem Grunde ließ ich Dich kommen; wir müssen Deine Verlobung zu beschleunigen suchen, Du wirst Dich bemühen, ihn dahin zu bringen, daß er sich so bald wie möglich erklärt." Regine lehnte sich nachlässig zurück und nagte an der Unterlippe. Du schwatzest, grade, als ob das ganz allein von mir abhinge! Romano ist ein netterMensch, Gott ja, aber daß er mich nimmt, bezweifle ich. wie gesagt; außerdem ist er so erschrecklich mager, so unscheinbar, ich möche lieber eine große, stolze Männergestalt; mein Ideal sieht ganz anders aus. als er. Laß ihn doch der armen Daniela, wenn sie ihn gerne will, Mama, ich finde noch zehn andere." Kind, das sind Anschauungen, wie die unerfahrene Jugend sie zu besitzen pflegt, ohne Einsicht und Vernunft; bedenke, Du hast kein Vermögen, bist keine auffallende Schönheit, es können sich allerdings wohl Freier melden, doch ich wette hundert gegen eins, kein einziger darunter vermag die Vortheile Romanos aufzuweisen. Stelle Dir nur mal vor, was für eine glänzende Rolle Du später in Berlin als Gräfin Montsanto und Besitzerin eines kolossalen Vermögens spielen wirst." fügte Valeska überzeugungsvoll hinzu, während ihre runden grauen Augen bei den Zukunftsbildern, die sie im Geiste vor sich sah, vor Begierde funkelten. Das ist ja richtig," bemerkte Regine in ihrer gleichmüthigen Weise. Mir ist nur unklar, wie ich es anfangen soll, Romano so schnell zu einer Erklärung zu bringen; ich glaube, ich würde mich todt lachen, im Falle er es thäte das Ganze müßte furchtbar komisch sein." s wird Dir leicht gelingen, Regine. sobald Du ernstlich willst; noch ist sein Herz nicht fest an Daniela gebunden, man ?ann jedoch nicht wien, wohin ihn ihre Bemühungen treiben; denn Romano sehnt sich nach derGründung eines behaglichen Heims er hat die Wirthschaft der verrückten alten Angela satt, verlaß Dich darauf. Da wäre es also recht gut möglich, daß er in Danielas Falle ginge, zumal eine lange Bekanntschaft ihre Chancen noch vergrößert; Du siehst nach diesem, es kommt nur darauf an ein wenig geschickter zu sein, als die schlaue Per-
son, und er gehört Dir. Laß doch Deine widerwärtigen, herabsetzenden Benennungen, sie schaden Daniela in meinen Augen wahrhaftig nicht," äußerte Regine unwillig. Uebrigens," fuhr sie in verändertem Tone fort, sollte es sich schließlich um einen solchen Wettstreit handeln, da wollen wir doch einmal sehen, wer Siegerin bleibt! Aber eins mußt Du mir versprechen, Mama, sonst gehe ich überhaupt nicht auf die Geschichte ein; Du sorgst dafü?, daß Berlin unser künftiger Wohnort wird! Dort will ich leben und mich amüsiren Selbstverständlich, Herz; verstehe mich doch! Mir liegt ja hauptsächlich daran. Dir einen Mann zu verschaffen, der den Rang und die Mittel besitzt, welche Dir die ersten Kreise der Berliner Gesellschaft erschließen und Dir jene Genüsse zu Theil werden lassen, die ich leider zu früh entbehren lernen mußte." Gut, abgemacht, ich versuche, Romano zu angeln, Mama; bah. Du wirst schon sehen, daß tch auch kann, was ich will," setzte sie hinzu, während ihre schmalen Augen unter den halbgeschlossenenWimpern hervor einen sonderbaren unreinen Ausdruck annahmen, der weit über ihre siebenzehn Jahre hinausreichte. Und ich will jetzt; weißt Du, Romano ist gewissermaßen schwach und dumm, er wurde immer roth, wenn ich ihn einmal bei der Neckerei herzhaft küßte, den kann man übertölpeln. Sei versichert, daß ich schon morgen Abend seine Braut bin, wenn sich nur irgendwie die Gelegenheit bieten sollte, ihn ein halbes Stündchen allein zu haben." Valeska von Hasselbach antworte nickt sogleich, sie saß minutenlang wie versteinert da; Regines Aeußerungen, ihre Art und Weise des Ausdruckes, gewährten der erfahrenen, weltgewandteu Frau plötzlich einen tiefen Blick rn das Innere ihrer vielvergotterten Todter und sie erschrak vor 'dem, was sie gewahrte; Valeska erkannte voll Entsetzen, daß von dieser jugendlichen Menschenblüthe bereits der zarteHauch keuscher Unschuld gewichen, und aus Regine schon die Anschauungen, sowie das Wissen eines Mädchens sprachen, dem die Frivolität entarteter Frauenscelen eigen. Du hast zuviel mit Jvette, unserer Kammerjungfer, verkehrt, Regine, sagte sie endlich tonlos. Ich hätte es nicht zugeben sollen; sie hat Dir Dinge in den Kopf gesetzt, die ein Kind von Deinem Alter noch nicht erfahren durfte!" Das ist Blödsinn. Mama." entgegnete Regine. verwundert, die Mutter mit einem Male auf diesem Gebiete zu sehen. So was! Du wolltest doch, daß ich französisch lernte und hast mich selbst immer zu ihr geschickt. Ueberdies was sie mir erzählte, mußte ich so wie so früher oder später erfahren, und wenn ich von ihr gelernt habe, wie man sich zum Beispiel bei dieser Gelegenheit Romano gegenüber benimmt, um ihn anbeißen zu lassen, so kommt das Dir doch auas zugute."
Ich finde Deine Sprache heute o unpassend für ein jungesMädchcn Deine? Erziehung, Regine, Kind, ich bitte Dich, wie kommst Du zu diesem Ton?" Gott, über Deine moralischen Bedenken, das ist wirklich großartig. äußerte Regine kalt und spöttisch. Ich bin im Februar achtzehn, also doch kein Kind mehr, was fällt Dir eigentlich ein? Avette ist noch lange nicht die Schlimmste, obgleich sie in Paris ein tolles Leben geführt haben mag. da solltest Du erst die jungen Damen unserer Pension kennen lernen. Dir würden die Haare zu Berge stehen vor tugendhafter Entrüstung. O jch; zum Beispiel Dona Sidonia Rebeiro; sie befand sich zwei Jahre lang in einer französischen Erziehungsanstalt, hat dann mit ihremSchwager geliebäugelt, bis die Schwester sie mit der Reitpeitsche zum Hause hinaus gejagt, und Emmy Schweden, die sich zwei Monate mit einem Schauspieler in Brüssel umhergetrieben hat, na, ich sage da hat -sine jede ihre Vergangenheit und ich bin zwischen denen noch der reine Engel. So sind sie eben alle heutzutage und was ist denn auch schließlich dabei!" Frau von Hasselbach empfand, als griffe eine eisige Hand an ihr Herz, die etwas da drinnen auf immer vernichtete; sie erkannet, daß Regine ihr unter den Händen entschlüpft war, und es im Grunde ein fremdes Wesen sei, das da vor ihr saß. Entsetzlich! Fremd? Sprach nicht aus den Worten des Kindes doch die eigentliche Gesinnung der Mutter? Aber Regine sollte vollkommen sein, sie hatte sie vor allem beschützen wollen; und nun! Doch, sagte sie sich, zur Rechtfertigung des geliebten Wesens, ist das Kind wohl schuldig hat nicht vielmehr die Umgebung, die Welt den Frevel an ihr begangen? Regine hatte gemeint: so sind sie alle." Jawohl, das war ganz richtig, es herrschte zur Zeit ein anderer, neuer Geist unter der Jugend, Ehrbarkeit und keusche Sitte waren abgethan, i'm einem dreisten, herausfordernden Benehmen Platz zumachen. So strden die Sachen und niemand konnte dagegen an, es galt, sich dem unvermeidlichen zu fügen. Der Wagen hielt vor demPortal der Palmenvilla, die beiden Damen stiegen aus, und während Valeska sich in das Haus begab, blieb Regine in der Veranda, wo sie den Oberst, begrüßte. Guten Tag, Onkelchen, da bin ich mal wieder. Ei, hast Du Dich aber er-
holt, ordentlich rothe Backen bekommen. Onkelchen, Du wirst wahrhaftig auf Deine alten Tage wieder ein sschöner Mann!" Als er geschmeichelt lächelte, küßte sie ihn lachend auf den weißumbarteten Mund. Also Daniela ist fort. Sage mir nur um Alles in der Welt, weshalb sie eigentlich bei Dona Angel wohnt?" Kind," erwiderte der Oberst, indem er seine Brille abnahm und die Augengläser auf ihre Klarheit prüfte, ich werde aus der ganzen unangenehmen Geschichte selbst nicht recht klug, da sind so manche Punkte, Du weißt, die jahrelangenSchmerzen haben mich nervös gemacht, jetzt geht's ja gottlob bedeutend besser, unberufen ich habe gern Frieden um mich.und Deine Mutter meinte " Oberst von Weddingen brach ab, er verlor sich hier auf ein Gebiet, das er vermeiden wollte. Ich sehe schon," bemerkte Regine nach kurzem Sinnen, Mama hat Dir Danielas wegen wieder einmal die Hölle so heiß gemacht, daß Du zu allem Ja sagtest, nicht wahr? Da steckt natürlich was dahinter; denn Mama ist, was Daniela anbetrifft, abscheulich ungerecht, sie kann die Arme auf den Tod nicht leiden, ich habe mich oft genug darüber geärgert. Daniela ist jedenfalls aus Verzweiflung fortgelaufen, was ich schon längst an ihrerStelle gethan hätte." Kind," bemerkte der alte Herr stirnrunzelnd, Du sprichst recht unehrerbietig von Deiner Mutter." Pah habe ich jemals anders gesprochen? Mama hat ihre Schattenseiten, und man müßte blind sein, die nicht zu sehen." Du meinst demnach, sie beurtheilt Daniela mitunter nicht gerecht?" fragte der Oberst nach kurzem Ueberlegen. Jch habe das Kind, offen gestanden, ungern -von mir gelassen und konnte auch nie so recht von ihrerSchlechtigkeit überzeugt tn. Lieber Gott, sie mag ja Fehler haben und sich oft undankbar gegen Valeska zeigen, doch " Wozu sollte sie denn auch Dankbarkeit gegen Mama hegen?" unterbrach ihn Regine mit der ihr eigenen Rucksichtslosigkelt, etwa für die m:serable Behandlung? Na, ich werde Daniela aufklären, sie muß wieder her; das ist ja eine Verrücktheit sondergleichen." Thue das. Kleine, sprich vernünftig mit ihr, ich bin ein alter Egoist, 's ist schon richtig, aber was thut de? Mensch nicht um des Friedens willen m seinem Hause. Natürlich, armes Onkelchen," schmeichelte Regine, ihn von neuem küssend. Stille, Mama kommt, sagen wir ihr nichts von unserer Unterredung, Mama muß, ohne daß sie es ahnt, auf den richtigen Standpunkt gebracht werden, sonst verdirbt sie ate.m Frau von Hasselbach hatte für eine reizende Toilette gesorgt, mit der sie Regme überraschte, ein weißes Tull kleid mit sammetartigen, apfelblüthen farbenen Gewinden, von zarter, mär chenhafter Schönheit, dazu sollte sie das bräunlich schimmernde Haar, wie Daniela es liebte, in reicher Lockenfülle herabfallend, tragen, so baß sie am Sonntaa Nachmittag wirklich einen überaus lieblichen Anblick voL und
Valeska vo? mütterlichen Stolzes und siegesfroher Hoffnungen an ihrerSeite der Villa auf dem malerischen Hügel von Santa Theresa zufuhr. Es war ein stattliches Gebäude, vor dem der Wagen hielt, in weiß und gelb gehalten, rechts von einem achteckigen Thurm flankirt, mit Balkons, und um das Dach btxum mit einem vergoldeten Gitter gesmückt; der Garten, in dessen Mitte es lag, war nicht groß, doch von seltenen Exemplaren auffallend schöner Palmenarten bestanden, die ihre krausen, zierlichen Blätterwedel im Meereswinde, der hier oben von allen Seiten herüberwehte, bewegten. Dona Angela empfing die Damen mit ihrer überschwänglichen LiebensWürdigkeit auf der kleinen Seitenterrasse desHauses, die in einen hallenartigen Raum führte, welcher, mit kostbaren Gartenm)beln ausgestattet, einen angenehmen, kühlen Aufenthalt gen.ährte und r.n einer Flucht freundlicher Zimmer abschloß; dort befanden sich bereits Frau Doktor Rombeck, Konstanze, Kamilla und Daniela im Gespräche mit Romano, der bei dem unerwarteten Anblick Reginens eine so aufrichtige Freude bezeigte, daß Frau von Hasselbach innerlich jubelte, und als sie sah. mit welcher Sicherheit und koketten Anmuth ihre Tochter auf feine Scherzreden einging und ihn bald derartig in eine Unterhaltung zu ziehen wußte, daß er sich zeitweilig ihr allein widmete, voll Befriedigung erleichtert aufathmete; es konnte nicht fehlen, Regine besaß in der That eine bewundernswerthe weibliche Geschicklichkeit, die Männer zu fesseln die Sache nahm ganz ihren Lauf, wie sie wünschte und bestimmt hatte. Bald darauf kam Leopold, die vornehmstolze, imponirende Gestalt im neuen, hellgrauen Anzüge, die Spitzen des kleinen blonden Bärtchens keck nach oben gedreht, und das wellige Haar über seinem schönen, regelmäßigen Ge-
sichte geschmackvoll vom Friseur geordnet; er trug in der Hand zwei halberblühte Marschall Nielrosen, die ihm nicht weniger als sechs Milreis gekostet und für Daniela bestimmt waren. Denn er zürnte sich noch immer selbst, sie an jenem Abend im Parke durch seine Voreiligkeit verletzt zu haben und beabsichtigte die Versöhnung. Nachdem es ihm gelungen, sie an einer Fensternische ein paar Minuten ungestört zu sprechen, bat er so treuherzig und aufrichtig, ihm seine Drcistigkeit. welche er so bitt:? bereue, zu vergeben, daß Daniela erröthete und nicht anders konnte, als ihm die Versucherung zu ertheilen, längst vergessen zu haben, was damals gesprochen worden; als er dann bat, zum Zeichen dcrVersohnung die Rosen von ihm anzuneymen. williate ne lächelnd ein und befestigte die herrlichen Blumen an den. Gürtel ihres weißen Kleides. Graf Romano, der noch mit Regine sprach, war trotz seiner scheinbaren Aufmerksamkeit gegen diese der kleine Austritt zwischen jenen beiden, die er scharf beobachtete, nicht entgangen. Er sah das hastige Aufluchen Danielas von Seiten Leopolds, sein dringliches Aufsieeinreden, ihr Erröthen unter i rtft2VTitr3vrtssrrf OrtsfcTr ttriS frnTtn-s uusviuuvvuiu vuuyvt lich das Befestigen der geschenkten Rosen; Romano wurde verstimmt und einsilbiger, es war ihm nach diesem an sich unbedeutenden Vorgang unmöglich. die Ueberzeugung zu bannen, daß er sich doch nicht geirrt habe und der einnehmendere Bruder des verstorbenen Verlobten auf dem besten Wege sei, das Herz des Zungen Madchens zu erobern, wenn er es nicht schon besaß. Die Bitterkeit in seiner Seele wuchs, und unwillkürlich wandte er den Blick von Regme ab auf Kamllla, die mit dem jungen Celso Rodrigues plauderte und heute so frisch erschien, auf ihrem lebensfreudigen Wesen solch einen Hauch von sprudelndem Champagner und Frühlingsversprechen entfaltete, daß es ihn, wie um Vergessen zu suchen von dem großen Schmerze seines Lebens, lebhafter denn je zu ihr zog. In der Luft lag heute eine drückende Schwüle, die den Ausbruch eines Ge witters verhieß; noch glänzte der Himmel zwar in ungetrübter Klarheit, doch rings am Horizont erhob sich drohend eine schwarze Mauer, in deren Schooß es gelb und grünlich leuchtete, und die unheilverkündend ihre gigantischen Wolkenarme nach oben streckte; es wurde dunkler, und nachdem man sich im Garten mit allerhand Spielen, wie Lawntennis und Kricket, belustigt hatte, gingen die jungen Leute inRomanos Atelier, um seine Schätze zu bewundern. während Dona Angela in Gesellschaft Frau Doktor Rombecks und Valeskas den Balkon betrat, angelegcntlich bemüht, die Damen zu bewegen. als Mitglieder ihres neuen Vereins für elternlose Negerkinder zu wirken, wozu jedoch weder Frau Doktor. welche keine Mittel dazu besaß, noch Valeska, die Negerkinder verabscheute, die geringste Lust verspürten. Als Dona Angela endlich einsah, daß es den beiden eingefleischten Weltkindern gegenüber vergeblich sei. sie handelnd auf das weite Gebiet der allgemeinen Menschenliebe zu ziehen, begann sie. ihre Gäste auf die großartige Schönheit des rings zu ihren Füßen sich erstreckendenLandschaftsbildes hinzuweisen; dort lag in feurigem Glanz der hinter der dunkeln Wolkenmauer verschwindenden blutrothen Sonne die weite Riobai mit ihren tausend stolzen Schiffen, umgürtet von pittoreskenFelsengebirgen, die sich im Ozean verloren; sie nannte die Namen der zierlichen weißen Kirchen auf den Hügeln, der Klöster, öffentlichen Gebäude und anmuthigen freien Plätze, um schließlich in ein Klagelied über den armen geliebten Kaiser Dom Pedro zu ver--fallen, den die barbarischen Re publttaner zur Abdankung gezwungen Mtten nur. weil die. regierende Krön-
Prinzessin Jsabella eine so sehr fromme, die Kirche beschützende Dame sei. Unterdessen stieg die Wolkenwand mit Riesenschritten höher, der Himmel verfinsterte sich, durch die Straßen da unten fegte der erwachende Wirbelwind die Staubwolken wüthend vor sich her. angstvoll flüchteten die Menschen in die Häuser; am Gebirge entlang jagten sich unförmlicheÄolkenmassen in langen wallenden Schaaren, durch die dunkeln Lüfte zog ein heulendes Sausen; plötzlich rollte der Donmr in schmetterndem Krachen über die zitternde Erde hinweg, grelle Blitze zuckten in allen Farben flammend und züngelnd in die Tiefe, ein erhabenes Drama der Natur, vor dem die winzigen Menschen dort unten sich bebend verkrochen. Allmählich aber wurde es stiller; in Millionen klaren Säulen ergoß sich ein brausender Regen, die schwarzen Wolken wichen und in erhabenem Glänze lächelte bald darauf am tiefblauen Himmel in leuchtender Farbenpracht ein Regenbö-
gen. der Bote des Friedens, auf die erquickte Erde nieder. Ein letzter Strahl dir scheidenden Sonne nel auch durch die breite Glaswand in Romanos Atelier und warf eine ftiutö warmen Lichtes auf die kostbaren, rothen Seidendraperien der Wände, auf die hellen zugendllchen (sestalten, welche sich hier bewegten, und die stimmungsvollen Landschaften, zumeist unter seiner Hand entstanden. Regine, die gewöhnlich so gleichmüthige. befand sich zu Danielas Verwundcruna heute in einer ausgelassenen Stimmung, zeigte sich so Feuer und Nlamme. wie sie die Jugendgefährtin noch nie gesehen; es w-ar ihr freilich entgangen, daß diese Ausregung Reginens erst mit dem Erscheinen Leopold Rombecks, den sie zum ersten Male sah, bemerkbar geworden. Und so verhielt es sich; seit der Ankunft des jungen, Mannes war etwas nie empfundenes über sie gekommen, es zog sie unwiderstehlich, ihn anzusehen. Solch' eine prachtvolle Reckenqestalt, solch ein bildschönes Männerantlitz war ihr noch nicht vorgekommen wenn das Romano Ware! Und wie entzückend es aussah, wenn er lächelte, und die weißen, tadellosen Zähne unter dem blonden Bärtchen blitzten! . Von dieser Minute an begann sie ein kokettes Spiel mit Leopold, und er, der Frauenkenner, dem stets ein mertwürdiges Glück bei den Damen gelächelt, erkannte sofort mit dem Scharfblick des Mannes, dan er rn Regme vonHasselbach ein Mädchen vor sich hatte, das den Männern die Eroberung leicht zu machen pflegte, ein Mädchen, das der Mann von einigem Geschmack nicht achten kann, weil die niedrigen Triebe allzu deutlich rn den Vordergrund tre ten, und welches dennoch als ein Spielzeug, das man bald wieder von sich wirft, begehrenswerth erscheint. Er sah sie an, mit jenem bedeutungsvollen Lächeln, das eine vielsagende Frage enthält ein ausdrucksvolles Verzie hen der Lippen und dem entsprechend mit jenem schweren Blick, der Regine bezauberte einem zündenden Funken gleich m ihre Seele fiel langst ge hegte glühende Wünsche, die bis dahin nur verworren in ihren Träumen gelebt, zu lebendigem Erwachen rufend. und dadurch m dem llebefthnenden Mädchenherzen eine Leidenschaft zu entfachen begann, die ununterdruabar sich mit elementarer Gewalt ihre Bahn brechen mußte. Ueber de.r wenigen, nichtssagenden Worten, die sie gewechselt, hatte ein schwüler Hauch geschwebt, unter dem ahnungsvoll dr heiße Trieb der gegenseitigen beabsichtigten Annäherung lauerte. Nein, Romano, die Bilder von Onkel Karl und Dona Angela sind wirklich großartig ähnlich, bitte, male mich doch auch, es 'väre zu hübsch! Jch mochte nämlich Mima damit zu ,yrem Geburtstag überraschen. Du überschätzest tfich, Regine," ent gegnen Romano, de' sich die unstet flackernden Augen und glühendenWangen des Mädchens, aus deren Wesen etwas wie cm bacchantischer Freudentaumel sprach, nicht zu erklären vermochte und sich abgestoßen fühlte, jene Bilder sind nichts als stümperhafte Versuche, die mir beweisen, daß ich nicht zum Künstler berufen bin; solche Versuche sind die zuverlässigsten Freunde, weil sie uns rückhaltslos die ungeschminkte Wahrheit sagen; deshalb habe ich auch das Portrait ausgegeben und beschäftige mich in meinen Mußestunden nur noch mit der Landschast. . Nach dieser trockenen Erklärung warf Regine ihm einen spöttischenBlick zu und wandte sich an Leopold; sie hatte schon mehrere Male im Laufe des Nachmittags Gelegenheit gefunden, einzusehen, daß Romano weit davon :ntfernt war. anzubeißen." wie sie es nannte; er blieb ihren stechenden Blicken aeqenuber eme uneinnehmbare Festung, ließ die Blume, welche sie ihm geschenkt, unbeachtet in der Laube lieaen und jetzt schlug er ihr sogar die Bitte, sie zu malen, die er doch voll Feuer hätte ergreifen müssen, rundweg ab! Das genügte mochte er lausen: gab es doch seit kurzem ern an deres Ziel, das zu erreichen sich besser der Muhe verlohnte. AlsRomano gleich darauf einen Augenblick allein an dem Geländer der schmalen Galerie stand, welche das Haus an dieser Seite umgab, und in die Pracht des Sonnenuntergangs hinausschaute, gesellte sich Konstanze zu ihm; beklommen suchte sie in seinen Augen die Beantwortung der Frage zu UUn ob er ihr Manuscript bereits gelesen habe, und was sie in den seinen las, war ausdrucksvolle Bejahung. ' .Nun?" " '
Craf Romano zögerte einen Mo-
ment, stutzte den rechten Ärm auf das Geländer und sah liebevoll prüfend in das feine, durchgeistigte Antlitz, dessen Ernst seltsam mit den zugenonchenugcn kontrastirte. Darf ich ganz offen sein und auch den Tadel nicht verschmähen, Dona Konstanze?" O. r . y I i f V 1 l? mf T "ninstc Offenheit."., entaegnete sie, leicht erT?tfeln - ? händigen und einsichtsvollen Tadel lernen besser noch als von dem Lobe; er ist wie em befruchtender Regen, der die Schaffenskrast stählt und tausend neue Keime zum Leben ruft." Das ist de? richtige Standpunkt, und ich konnte mir wohl im voraus sagen, daß ein so klarer, weitumfassender Geist wie der Ihre, ihn einnehmen würde. Dona Konstanze; Sie sind ma) vegaoi, in Z?rer toeeie giuyi oie heilige Nlamme, welche das Göttliche ' i (v, . i c I im Menschen hervorzuziehen und in eziail uno orm zu oannen mein, v. rzi.iTL ris..:r,.. rr 4; I uzi vyciji ciyi iuiiuiiucji vuui, aver in yrem vyiizoen, ganz rnovern y . v r n . . r. . 1 zu lern, nno ie aus einen noweg gerathen." Als Konstanze fragend zu ihm hinüber sah, fuhr Romano fort: .Sie haben in Ihrer Novelle, nur der modernen Strömung gewisser Aertreter der aeaenwartmen- Literatur folgend, ein schlichtes Photogramm der Natur gesckaffen, das getreue Abbild eines Stückes alltäglichen Lebens mit all seinem Elend und seiner abstoßenden Häßlichkeit; die Menschen lassen uns kalt, sie erheben sich nicht über das Niveau des allergewöhnlichsten. wie wir es jammervoll genug überall vor Augen haben; cm solches getreues Photogramm aber des entarteten und gesunkenen Lebens, m welu.nu uiui? uuuuuucu, iuuy uns ci jr, . -t-w , Hebt, erbaut und erfrischt, ist nicht imstande, eine Daseinsberechtigung - Mi -r4MlVrrtrlr " i.uWJuIVuvii. ' liebevollem Tone gesprochenen Worten gelammt, uno als ne stch jetzt zu Momano wandte, leuchtete aus ihren Augen ein lichter Strahl schöner Begeiirerung. O. wie recht Sie haben. Graf Montsanto. und wie dankbar ich b:n, van yncix aus ocn ixajngcn ge-.-v- t . T I- VI : fuhrt zu lein! Mir ist als hatte tch einen tiefen Standpunkt, woNeöel und Dämmerung den Ätick begrenzten, überwunden und eme Hohe erreicht, da q oer nomM nayer. von iyrem velebenden Athem angehaucht, zu schafjen vermöge, a, wenn e eiivas g'.bt. das uns nach oben zieht, so i)t es die .göttlich: alles versöhnende und ausgleichende Kunst, das empfand ich lucirn v MUiU,. ui, 'I , l , , y fc ArnI3 4rt i ! hieUv 'I C - U 'iUU rj. :7... , a rt wu;a cu oic iwcuci, jouu jiuiistanze," äußerteRomano bewegt, indem er ihre schlanke weiße Hand voll ritterlicher Ehrfurcht an die Lippen zog, ich bewundere Sie; denn ein etwas tn der verfehlten Arbeit sagt mir deutlich, das; Sie, durchglüht von dem heilicen Neuer ecbter Begeisterung, eine ideale Trägerin des göttlichen Funkens mot one oen oas eoen iji roie eine schattenlose Wüste." Sie sollen das nächste Mal mer mit mir zufrieden sein, Gras Montsanto! Was Sie heute in meine Seele säeten, wird sicherlich edlere Fruchte zeitiqen." frn,n mh t)h nUnm nmm ; K,a wT;,r '.. s; I!t,st'. lll VIV .V.V"U"3 wurde allgemein, bis man sich eine halbe Stunde sväter im Balkonzimmer um die glänzend gedeckte Tafel reifte, r- "in w r-xr ' lttJ'llim-ad) bCi gleichsam iVia Mi rii'trrthi'rt."TMri IWema . Vl r y s rungswechsel den Gesprachsgegenstand, wo? sich L'p'd ntsch'n uf di , W ÄÄ5& lliU 1TIUU UUli dJU UVUU Ull WtlVUt w;. ;r. eys.. rr. die monarchische Idee vertrat; ta sie - u.S! V. L . X röX IVlAlil UIHl, VVCLUW f.? j, dfl ,,g ,Iw,m IlWllWl WiUIIVUIItlV VI- Miwv.. flrürfrtrtf sn fcrrfc pt hi, tfrrrfr rnif s?5ner Seite batte. und sofort war Zwischen den beiden rebellischen Geistern jene unüberwindliche Abneigung entstanden, welche die Vertretung schroffer. volitiscber Geaensäke bervorzubringen vklegt. Um so peinlicher wirkte es daher auf Valeska. als sie ReainenZ offenkundige Bevorzugung diesesMenschen mit den pöbelhaften Gesinnungen . - rv r gewahrte; voll wachsenden esremdlns sah sie die zwanglose Heiterkeit ihrer Tochter, die sich jetzt sogar soweit vergaß, ganz kameradschaftlich Ort! -Y" i J. II .... .IT. 1 ! C ein niellieolyen IN II u)m zu r,,cil, iuuy rend Romano, der feine Aufmerksamkeit hauptsächlich zwischen Kamilla und nnftrrnie theilte, aar Nickt von ihr l V. Z o 'f .., . " r J veachtei wuroe, was ihn vorigen ,eo.r gleichgiltig zu lassen schien. Unerhört! ??rau von Hasselbach ließ ihre Blicke erst unwillig, dann drohend 7 . ., l vw i. zwischen oen lumen- uno oerrtichen ??ruchtaufsätzen hindurch auf Regine ruhen, aber diese lachte sie so harm - los unverschämt an, als ob es auf der Welt keine wüthenden Mütter gäbe; l r-rtL. c rcr: und die Sache sollte noch viel fchlim-
mer kommen. Der junge Marquis -Celso Rodrigues, Romanos Freund, der aus dem Innern ein paar Tage zum Besuch gekommen, schlug nach der Tafel, um das Ganze würdig zu beschließen, ein Tänzchen vor, da man jedoch der Trauer um Ewald wegen hiervon Abstand nahm, so meinte Regine, es nüßte reizend sein, ein Pfänderspiel zu arrangiren; der Plan fand Beifall, und bald war das beliebte Spiel der Jugend im besten Gange, während die älteren Damen vom,offenstehendenRebenzimmer aus dem lustigen Treiben zusahen. ' ' (Fortsetzung folgt).
5iwölf Nathschlüae für deutsche
Jungfrauen. Gehst Du zu irgend einem Ball, Mach' nicht zu viel der WorteSchwau? Doch auch nicht mundfaul setz' Dich hm. Halt immer hübsch die Mitte inn', j Trag' Dich natürlich, einfach, nett, ; TOfHkaJh Afir rn frfff Ajl WIIVUI. UVbt llll IVH Denn glaub', ein Menfch, ob Weib, öS tt Mann Durch Selbes nur gewinnen kann. ' w Vielen Gutes, Böses Keinem, ; . nU . vri . v,n Tnr. V4 MtiV IV VW V 0 v V Lern' gern in Haus und Küche auch. Was auter Hausfrau'n Thun unti Breuch. Lern' kochen, backen, Salat machen, Und all' die andern schönen Sachen. Gemüse vuken. Svarael stecken. Schalotten säubern. Schoten brechen. . . '. . ' ' Beim Pilzeschmor'n die giftigen mei den Petersilie von Schierlinz unterscheid ven .. I ... . ' . . uno was Ion l N0Q aeyorm er Zur edlen deutschen Kocherei. . ' Befolgst Du diesen meinen Rath, Bist gut und fleißig früh und spat. Dann wird Dir s nicht an Werbung fehlen, Es muß ein Mann sich Dir vermählen. Und wenn Du dennoch Keinen kriegst. Beim Zeus! verlierst Du auch noüZ Nichts. Heimliche Braut. Dein Wangenroth so zart und fein, in Maler könnt' es malen. So leuchtend strahlt kein Edelstein, n?, rUrt,n nss,n. m,mh so stumm. 3v?n Tbun 1 1- 1 ' ' 1 r.:r f.:mT; ra,f,n. ' .5, w2;t?&fc MW. IVUäl iu twir). vu imj ivv U I ' " '' 1 I Wrf, w,2 rnir Vr.thoTtr.fcrATT ! IWWtp Vh4 Vft4VVW44Wft Dein Glück noch fromm, tief, tief ve steckt, Noch märchenhaft verboblen. Noch nicht bestaunt, noch nicht beneckt.' Noch beilia und verstohlen. Noch nicht beneidet und belacht. Noch voll von Taugeflimmer. . m . . . . , - . oH nicht vergattert und Verflach! I ' ' ' Im grellen Tagesfchimmer. I Als trllast Du einen auberhort Uf fernem Waldessteige, - klmat in Dir das Märckenwort. Das Glückswort: Schweige! Schweige! Stumm trägt Dein Herz den sel'gen; mre urch all die lauten Schaaren : ;A c,, WA 72 I iU. IVKAU IWU 4W Ml VVU VV Ms IWIII I 19 - ' WA vi3 rntr trnhrfafrnl 1 IVU Mit )VIVVU1UI. Nrida Schanz. I U 1 W " W " 3 Zur Geschichte der Perrücke Als 1742 in Potsdam eine Predl erstelle zu besetzen war, .resolvirtere Seine königliche Majestät, daß Jhnm gZs Salle einiae Eandidaten sollten verschrieben werden, die von gutem Ansehen wären, gute Stuvia hätten und womöglich eigene Haare trügen". Die vom König gestellte Forderung eigene Haares für die zu sendenden andlda ten erklärt sich aus dem Widerwillen Friedrich s des Zweiten gegen die Per I rücke. Diese war von seinem Groß Vater, dem ersten König in Preußen. am Berliner Äofe einaefübrt. Der . . ' ' ., ganze Hof. vom Minister und Lelbmedieus an bis zum geringsten Lakaien, erschien damals mit den ungeheuere Perrücken a la Fontange, die bis zu den Hüften herabwallten und oft vielI . Pfund wogen. Sie wurden erst Mit fU v,,.. ;sr;. mz,. Umschiff.. Er entlieft bi feinet Thrnbche!gunz .. , l fr ..t,. 88 perruckcntragende Kammerherrn, 1 . , . f m . j n, und noch viel mehr Bediente und Laien. Dann warf er selbst die Per- , ,, m , c Cm 'si" rucke IN die Ecke. Beamte und Militär, 1 Y , ryy . r , begannen nun, nach dem Beispiele des einfachen und gestrengen Landesherr ihr eigenes Haar mit emem schwarz umwundenen Zopf zu tragen. Es ist bemerkenswerth, daß es gerade der damals noch kleine preußische Hof war. der diese Revolution in der Haartracht der Männer zuerst anregte und durchführte. Die Perrücke blieb auch unterz König Friedrich dem Großen beseitigt, i s n c r Pf om r c uno seivu vie sächsischen ncuslier, me Friedrich aus Dresden kommen ließ, leqten dem Könige zu Liebe die macht! gen Perrücken ab, nur der berühmte.' I vn fW I l - v i r 1 Acusller ujiaxa lyal Dies nicht, wofür ihm aber auch Friedrich, als das Spiel beendet war, sagten Er accompaqnirt I ..rr. rmri I 14" vv4. Verrücke!" Im ganzen übrigen gebil beien Europa herrschte jedoch damals die Perrücke noch unumschränkt atnd die Tracht der preußischen Könige machte rr . r . : , nv.-Cf -fc S.!. im o oici nui,eyen, oau u;c preußischen Dukaten, auf denen Fried ! tieft Wilhelm der Erste und später Friedrich der Zweite mit einem einfa i chen Zopfe dargestellt waren, allgemein I . , . , . . i Schwanzdukaten" genannt wurden. An Stelle des Zopfes trat dann später der zierlichere Haarbeutel, bis auch diefer im Anfang unseres Jahrhunderts verschwand. Opferfreudig. Tante: Du weißt ja, weshalb ich nach hierher gezogen bin: weil es mir auf dern: Lande zu einsam war und ich geselli ger leben will. Daher habe ich auch beschlossen, Eurem Club beizutreten, weil nach Eurem Erzählen es dort im mer so gemüthlich zugeht." Neffer .Aber. Tante, der Club nimmt nur Lerheirathete auf." Tante: .Gut; auch zu diesem Opfer bin ich bereits
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