Indiana Tribüne, Volume 17, Number 353, Indianapolis, Marion County, 9 September 1894 — Page 7

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TsS Mart:zriu einer Frau,

&3? den Assifen von Samte in sxrankreich ist soeben ein Proceß verhandelt worden, der eine der trübsten und niederdrückendsten, Tragödien U traf, von denen man in den letzten Iahren gehört hat. Der Fall --.erdient es wohl, daß man ihn zur Kenntniß der weitesten Leserkreise bringt. Ein hübscher junger Mann, Namens Bernhard Wittingham, Sohn iines englischen Generals, bemerkte im vorigen Jahre im Theater von Royan eine reizende Mädchenerscheinung. Es war die jugendliche Susanne Auton, das Kind armer Leute; ihr Vater war Syndicus der Lootsen an der GirondeMündung. Bernhard war sofort von Liebe zu Susanne erfaßt und trotz deZ Widerstandes seines Vaters, sowie der Eltern Susannens heiratbete er das Mädch:n bald darauf. Und jetzt ist Bernhard Wittingham, der seine junge Frau erschossen hatte, zu 20 Jahren Zuchthaus verurtheilt worden. Der Proceß fand unter ungeheu ?em Andränge statt. Der Vorsitzende wendete sich zu Beginn der VerHandlung an den Angeklagten mit folgenden Worten: Sie sind der Sohn des Generals Wittingham, der seit vierzehn Jahren in Frankreich lebt, wählend des Sommers auf Reisen geht und im Winter in Royan wohnt. Sie sind sehr verzogen worden; Sie waren .ein launenhaftes, eigenwilliges, mitunier böses Kind. Ihr Vater derschaffte Ihnen eine Stellung als Officier auf einem Handelsschiffe. Ihr unbeständiger Charakter trieb Sie .Tvieder fort und Sie wurden Photoraph. Ist das richtig so?" Bernhard neigte schweigend das Haupt. Der Präsiden! fuhr fort: Als Sie Susanne zum ersten Male im Theater sahen, reichten Sie ihr, entgegen den englischen Sitten, ohne sich erst vorzustellen, die Hand. Sie verfolgten sie dann mit Ihren Anträgen, und ls Sie sahen, daß Sie es mit einem anständigen Mädchen zu thun Saiten. Sielten Sie um ihre Hand an. Ist das so?" Bernhard Wittingham: a Präs.: Ihr Vater verweigerte seine Zustimmung zu dieser Eheschließung .und Susanne bat Sie darauf instän'lgst. Ihrem Vater zu gehorchen 'und sie wandte sich zugleich an die Oberin eines Klosters um die Erlaubniß. Nov'w werden zu dürfen. Susanne schrieb Ihnen damals: Ich gebe mich keiner Täuschung hin, das Kloster ist eine Hölle für Jeden, der dort etwas anders sucht als Gott. Das NonaenZiabit ist schwer zu tragen; aber ich werde dort meine verlorene Liebe beweinen und ich gebe Ihnen Ihr Wort zurück. Hier kann Bernhard Wittinzham -sich der Thränen nicht erwehren. Der Vorsitzende fährt fort: Sie aber erwiderten: Wir werden trotz des Widerstandes meines Vaters 'Zzeirathen. ich werde arbeiten. Hiedurch gerührt, erbat Susanne von ihIkn Eltern die Einwilligung. In deren Begleitung reiften Sie mit Susanne nach London. Am 15. November 1893, um 8 Uhr Morgens trafen Sie dort ein, um 12 Uhr Mittags fand die Trauung statt, am nächsten Morgen kehrten Sie nach Frankreich zurück und 'benachrichtigten sodann. Jhrenl Vater von der vollzogenen Trauung. Ihr Vater, auf das höchste erzürnt, ließ Sie wissen, daß er Sie enterben werde und veranlaßte in Royan die Veröffentlichung folgender Mittheilung: Von heute ab werde ich die Schulden Meines Sohnes Bernhard Wittinzham ,und die seiner Frau nicht mehr ezahlen. Ihre sogenannte Eheschließung 'wurde in London ohne meine Einwilligung vollzogen." Darauf versuchten Sie es, zu arbeiten, aber Sie waren es nicht gewöhnt und darauf kam die Gefühlsänderung. . . . Denn daSie in Geldnoth waren und die Misere fürchteten was- geschah dann?" Wittingham schweigt. Präs. (nach einer Pause): Es geschah, daß Ihre Liebe zu Ihrer un. glücklichen Frau aufhörte und Sie beschlössen, sich ihre? zu entledigen!" Wittingham protestirt gegen diese Beschuldigung. Präs.: Es war aber doch so! Sie konnten sogar roh sein, Herr Wittingfam. Sagten Sie ihr nicht oft: Du hältst Dich für meine Gattin? Du bist blos meine Maitresse, unsereTrauung war eine Komödie. Und als sie da verzweifelt ausrief: Ich bin verlören. entehrt, ich werde mich tödten!" da erwiderten Sie ihr: Gut, hier hast Du einen Revolver; Du brauchst ihn blos an die Stirne zu setzen. 'Ich gehe weg. Wenn icb zurückkomme, hoffe ich Dich todt zu finden." Wittingham versuchte glauben zu machen, daß er damit nur einen alberneu Scherz habe machen wollen und nichts weiter. Vräf.: Aber Sie sind doch weggeganqen! Und noch mehr, Sie ließen Ihre Frau mit dem Revolver zurück. Sie lief Jhnez- nach und rannte verzweiflungsooll durch die Gassen, um Sie v.i suchen, und als Sie sie erblickten. riefen Sie ihr zu: Wenn Deine Liebe wie Deine Worte sind, dann liebst Du mich nicht s-hr.denn Du lebst ja noch " Nach den oben erzähltenDingen gingen die Eheleut: auseinander, zogen dann wieder zusammen und WittingUm versuchte seiner Frau ein zweites Mal di?dee eines Selbstmordes zu suggeriren. Diesmal sollte es durch Kohlenoxydgas geschehen. . . . Dann zog Wittingham wieder in die Weite, kam neuerlich zurück und wieder begann für die junge Frau die Tortur, Ich habe Susanne immer angebetet," rief Wittingham. als der Präsident ihm dieseUmstände vorhielt, ich wußte ji? in anderen Umständen da n?:r ei

neues Band zwischen un?." Aber der Vorsitzende unterbrach ihn mit dem Ausruf: Ach. freilich! Sie haben die Unglückliche geliebt! Und wer war es, von dem dieses Schriftstück hier berrührt? Ich, Bernhard Wittingham, gebe dem Publikum bekannt, daß das Mädchen Susanne Audon, welche als meine Frau galt, blos meine Maitresse ist. Ihr Vater hat sie mir nach England gebracht, weil sie in anderen Umständen war; aber unsere Trauung hat weder in England, noch in Frankreich irgend einen legalen Wertb." Die Verlesung dieses Schriftstückes, welches der Angeklagte, wie es scheint, in englischen Blättern veröffentlichen wollte, rief stürmischen Unwillen im Publikum hervor. Präs.: Das war ein infames Schriftstück." Wittingham: Mein Vater hat mir die Hand geführt." '. räs.: Nachdem Sie diese Infamie obne Gleichen niedergeschrieben hatten, gingen Sie nach England und crfuhren dort, daß Ihre Ehe rechtsgiltig sei. Und da schrieben Sie an 55bren Vater: Der Mann des Gesetzes sagt, daß das ..Girl" durch die Eheschließung' Enzländerin geworden sei, und daß sich nichts machen läßt." ...Nach diesem Präludium wandte sich das Verhör d:r Geschichte des Mordes zu. Wittingham war aus London zurückgekehrt. es war Palmsonntag. Susanne noch bei der Mette. Wittingham machte Toilette, spielte mit einem kleinen Hund, der er aus England mitgebracht hatte, und packte seine Koffer aus. in welchen sich zwei Winchester-Karabiner befanden. Als seine Frau heimkam, gingen Beide in ihr Zimmer hinauf. Einige Minuten später sah Susannens Schwester, wie diese auf Wittingham's Knien saß und er sie zärtlich an sich drückte. Aber bald wich die Zärtlichkeit einem heftigen Streit. Dann schlöß Wittingham die Thür ab und plötzlich hörte man einen dumpfen Schall, wie wenn ein Möbelstück fällt Die junge Frau lag, den Kopf nach rückwärts gebeugt, in einem Fautcuil hingestreckt. Ein ganz dünner Vlutfaden rann links aus dem Munde. Wittingham erzählte schluchzend, er hätte seiner Frau das Funktioniren deÄ Winchester-Gewehrs zeigen wollen und unversehens sei der Schuß losgegangen und habe Susanne in's Gesicht getroffen. Wittingham (weinend): Ich that eS nicht mit Absicht; es war ein Zufall. Ich hätte nicht den Leichnam meiner armen Susanne geküßt, wie ich's gethan, und hätte nicht gesagt: O du mein armes Lieb, du weißt wohl, daß ich dich nicht tödten wollte!" Präs.: Sind Sie dessen sicher, daß der Leichnam, wenn er hätte reden können, nicht das Gegentheil gesagt hätte? Sie beharren daraus, daß Sie sich blos einer Unvorsichtigkeit schuldig gemacht haben. Wenn der Zweifel siegen wird, dann müssen Sie als ein Freigesprochener diesen Saal verlassen aber daß Gott Sie dann richte!" Im Zeugenverhör erzählte Susannens Mutter: Am Hochzeitstage lehnte er es ab. sich mit ihr photoZra phiren zu lassen, auch gab er es nicht zu. daß wir unseren Freunden Ver-

mählungskarten schickten. Schon nach zwanzigtägiger Ehe machte er ihr den Vorschlag, daß sie sich als seine Maitreffe deklanre. . . . Seine Rückkehr am 18. März überraschte mich außerordentlich. Er küßte Susanne, als ob nichts geschehen wäre, mit großer Bitterkeit sprach er von der Grausamkeit seiner Familie. Er nahm sie aus den Schooß und küßte sie zärtlich. Ich ging dann weg. Da hörte ich einen Schall. Ich glaubte, ein Möbelstück sei umgefallen; in diesem Augenblick kam aber Bernhard rasch herab und rief: Susänne ist verwundet!" Und ich schrie auf: Verwundet? Nein, todt ist sie! Sie Elender haben sie getödtet!" Wie toll rannte ich hinauf In das Schlafzimmer. Mein Kind lag auf einem Fauteui! hingestreckt, es athmete nicht mehr." Eine Cousine der Ermordeten berichtete hierauf, daß Wittingham eines Tages seine Frau dazu veranlassen wollte.ein Chokoladekügelchen zu essen. Susanne lehnte ab mit der Bemerkung: Wer weiß, woher dieseChokolade kommt!" Hierauf erwiderte Wittingham: ..Von meinem Vater!" Ein Grund mehr," replicirte Susänne, sie nicht zu nehmen." Madame Nicolleau. die mit den Audons intim befreundet war, sagte ihm einmal: Was fehlt denn der Susanne? Sie ist hübsch, musikalisch, wohlerzogen; sie liebt Sie innig!" Darauf erwiderte Bernhard: Ach, ihr fehlt ein Adelstitel. Meine Familie würde es lieber sehen, sie wäre weniger cnständig und besäße einen Titel." 2er Hahn deö Diplomaten. Der Legationsrath der niederländischen Gesandtschaft in London züchtet Hühner und hielt dazu bis ganz vor Kurzem auch einen Hahn, der aber gar viel und laut krähte, zuml in früher Morgenstunde nach Hahnenart. Der Diplomat, der in der Londoner Vorstadt Shephards Bush wohnt, hat nur einen Nachbar ins unmittelbarer Nähe. Mr. Larmuth heißt der gute Mann, der durch das Gekrähe so sehr in seinem Schlaf gestört wurde, daß er darob bei dem Legationsrath vorstellig wurde. Allein dieser schlug ihm die Thür vor der Nase zu. Mr. Larmuth ging zum Richter. . Aber o weh! kein englischer Richter hat bekanntlich über einen auswärtigen Gesandten und das ganze Personal der Gesandtschaft irgend welche Gerichtsbarkeit. Mr. Larmuth wandte sich an den Minister des Innern, der ihn aber nur auf einen alten Akt aus der Zeit der Königin Anna verweisen konnte, wonach Leute, welche auswärtige Gesandte behelligen, ' mit körperlicher Züchtigung und ande-

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ren strengen Strafen "bedacht werben. Wie anerkennenswerth nun eine derartige bevorzugte Stellung der Vertreter der auswärtigen Machte wie sie ja in allen Ländern üblich auch sein mag, so scheint es doch ein arger Mißbrauch seiner Privilegien als Angehöriger der niederländischen Gesandtschaft, wenn der Hahnen-Besitzer wirklich nur darauf fußend sich zu einer Ungehorigkeit berechtigt geglaubt haben sollte, die keiner der Unterthanen desLandes selbst begehen durfte, und es scheint soweit die Sache bislang aufgeklärt fast unbegreiflich, wie der trotz oder wegen seiner Schlaslosigleit unermüdliche Mr. Larmuth auch indem er sich an den niederländischen Gesandten in London selbst wandte. mit dem Bescheid abgewiesen wurde, baß auch dieser in der Sache nichts thun könne. Da kam nun Mr. Larmuth, der erklärt, er hätte nicht weite? leben können, wenn das Unwesen angedauert hätte, in seinen schlaflosen Morgenstunden auf den Gedanken, sich an eine höhere Instanz zu wenden und beschwerte sich stracks bei der jungen Königin der Niederlande über ihren unnachbarlichen Staatsdiener und seinen ruhestörenden Hahn. Eine AntWort ist zwar bislang nicht eingetrofsen, aber es scheint dock, daß die junge Königin von ihrer Schulstube oder doch ihrem Cabinet aus dem Herrn Legationsrath auf die Finger fieklopft haben dürfte. Denn wenige Tage nach Absenkung der Beschwerdeschrift war der Hahn plötzlich verstummt. Verschnupft Humoristische Skizze von 23. Eavaillac. Er war Candidat der Philologie! Müssen wir hinzusetzen, daß er wenig zu beißen und ein Portemonnaie hatte, das schon durch sein Aeußeres verrieth, daß es an einer inneren Krankheit, Schwindsucht (nämlich im Geldbeutel) litt? Alle diejenigen, die einmal Candidat der Philologie waren und einen Hauslehrerposten anstrebten, werden mir seufzend zurufen: Unnöthig! Total unnöthig! An Eusebius Wachskopf hatte die Natur, gefrevelt, wiederholt gefrevelt. Einmal hatte sie ihm ein allzuweiches Gemüth und zum anderen einen nicht minder weichenNamen gegeben: Wachsköpf klang schon so schmelzend, so zerfließend, so über alle Maßen zart und demüthig! Namen sind bekanntlich oft eine gefährliche Mitgabe für's Leben und man muß doch seinen Beruf nach ihnen einrichten. Ich kannte einen Arzt, der Tod hieß und der umsatteln mußte, wenn er nicht verhungern wollte. Denn einen Arzt Namens Tod wollte auch der leichtsinnigste Patient nicht haben. Und ich kannte einen jungen dramatischen Dichter, der Unfug hieß. Als sein Erstlingswerk zur Aufführung gelangte, da waren sämmtliche Kritiker darüber einig, daß ein so grober Unfug" auf der Bühne nicht wieder vorkommen dürfe. Und der Dichter nahm sich diesen blutigenScherz so zu Herzen, daß er ein ererbtesLandgut selbst bewirthschaftete und Bauer wurde. Auf seinem eigenen Grund und Boden konnte er soviel Unfug treiben wie er wollte. Das besorgte er denn auch so gründlich, daß er jüngsthin seinen dreizehnten Buben .taufen ließ. Unser Eusebius Schwachkopf krankte cn drei Erbschaften, die ihm seine Erzeuger hinterlassen hatten. Unsinn", ruft der geneigte Leser hier ganz entrüstet: Wie kann man an Erbschaften kranken! Im Gegentheil, sie können den an nervu-rerum"-Schwindsucht Erkrankten mit einem Male völlig gefund machen!" Stopp, lieber Leser es gibt auch Erbschaften, die den Keim unendlichen Pechs in sich tragen. Und zu denen gehörten die drei Erbschaften unseres Eusebius. Zunächst war es die des chronischen Dalles, die sich von seinem Erzeuger, einem braven aber unvraktischen Manne, auf ihn vererbte, zum zweiten der Name Wachskopf", dem der Vater durch die Beifügung des sanften Vornamens Eusebius" vergeblich einen schöneren Klang zu geben versuchte und zum dritten war es eine Nasenspitze, die um einige Grade im Sommer selbst röther erschien, als eine normale Nase im Winter bei 20 Grad unter Null. Und zu diesen drei Erbschafien kam der unselige Gedanke Hauslehrer werden zu 'wollen! Unser guter Eusebius hatte seine Studienjahre binter sich fragt mich nur nicht, wie! Wer je als Student von Freitischen und Nachhilfestunden für stockdumme Tertianer und Unterfccundaner sein Brot mit Thränen aß", wird dem braven EusebiusWachsköpf nachfühlen, daß die alma mater" sehr oft zur mater dolorosa" werden kann. Aber das war nun Lberstanden und das Examen lag hinter Eusebius, ein von einem Althändler erstandener abgetragener schwarzer Rock, eine dito Angströhre und eine große goldgeränderte Karte aber vor ihm, und auf di?ser Karte stand: Samuel von Hirsch, Geh. Commerzienrath,Comthur und Ritter, Ehrenbürger etc. Der geheime Ritter von Hirsch, dem für seine immensen Fähigkeiten, an der Börse ungeheure Summen zu verdienen, auch die verdienten Ehren und Auszeichnungen zugeflogen waren, suchte für den kleinen Hirschritter, der bereits zehn Jahre alt war, einen Hauslehrer und auf eine sehr de- und wehmüthige Annonce, die Eusebius Wachskopf für die Hälfte seiner letzten Baarschaft im Tageblatt erlassen lzatte, war diese Karte als Antwort in fein Dachstübchen geflattert. Frohe Hoffnung? beseelten Eusebius, als er den Inhalt seineZ Tintenfasses dazu

benutzte, die Nähte de Rockes und allzu bedenkliche Stellen des Hutes neu aufzufrischen." Ein geheimer Commerzienrath, Ehrenbürger und gar etc. bei dem konnte es ihm doch wohl nicht fehlen! Wem einmal vom Geschick ein Pechdraht um den Fuß gewickelt ist, der wird sich so leicht von dieser gefährlichen Zierde nicht befreien können. Eusebius' Vorfreude war somit etwas gewagt. Dann natürlich kam er gerade zu einer Zeit in das Palais des geheiwen Ritters von Hirsch, als dieser gerade für ein officielles Diner sich in

Weiß geworfen hatte und außer den Orden den ganzen geheimen Commerzienrath im Gesicht und den EhrenbürCtx in der stolzen Haltung zur Schau trug. Unwirsch schon schaute er auf die auf ein Stück mit der Scheerc zurechtgeschnittenen weißen Cartons selbst geschrieben? Visitenkarte des. pädagogi schen Petenten. Mit einer Bewegung, als sei es armseliger Bittsteller, dem man durch den Lakaien ein Almosen hinausreichen läßt, ließ er die Karte fallen und winkte Jean, den unseligen Eusebius Wachskopf hereinzulassen. Zitternd, den Hut gegen die Brust gedrückt, den linken Rockärmel, der am meisten abgeschabt war, gegen den Leib gepreßt, stolperte Eusebius über die Schwelle. Die durch die fast tropische Wärme im Zimmer schnell anlaufenden Brillengläser thaten das übrige, auf dem weichen Teppich stolperte er noch einmal und so war es zuerst sein Hut, der vor den Hlrsch-Baron kollernd, diesem seine ehrfürchtige Reverenz machte, während Eusebius fast zusammenknickte und mit dem Haschen seines Huttes zugleich eine Verbeugung machte, welche einen Lehrer der Tanzkunst zum sofortigen Selbstmorde veranlaßt haben würde. Der geheime Hirsch-Commerzienrath schaute bei dieser seltsamen Begrüßung immer spitznäsiger, soviel Mühe das seinem Riechorgan auch kostete, drein. Sie beißen?" Eusebius Wachskopf zu die nen." Der Gewaltige wiegte den Kopf, wie Jemand.der nicht genau verstanden ha! und sich einigermaßen scheut, eine Frage zu wiederholen. Hm!" schnarrte der Ehrenbürger dann nach einer kleinen Pause Ihr Name war doch gleich? Eusebius Wachskopf ." Der Comthur Hirsch riß die Augen aus: Ich höre immer Wachskopf." rief er dann unmuthig. Und Sie hei ßen doch?" Wachskopf." bestätigte Eusebius, während ihm die Augen vor Zittern und Zagen fest übergingen. Aber das ist ja ein unmöglicher Name," rief der etc." grollend. Dann aber hefteten sich ferne Blicke forschend auf die Nase unseres Candidaten der Philologie, die sich unter dem Emflusse der äußeren Wärme und der im nerlichen , Gemüthsbewegung immer purpurner färbte. Die Haltung des Gewaltigen wurde immer strenger, seine Miene immer eissae: und den armen Eusebius durch schauerte es, wie ein Novemberwind den. der fernen Winteruberzieher noch immer nicht vom Leihhause zu holen vermochte. Aber dieser plötzliche TemperaturWechsel m seinem Innern war seiner purpurnen Nasenspitze nicht eben gunstig. Sie ward carmoisin und fing an zu glänzen. Und Sie wollen Hauslehrer meines Sohnes Jsidor von Hirsch werden ?' kam es mit der schneidenden Kälte eines Ostwindes an einem Decembertage von den Lippen des baronisirten Hw sches. Eusebius' Nase spielte in's Bläuliche hinüber em ahnungsvolles Kno beln darin weckte seinen fürchterlichsten Verdacht. Und ehe seine Lippen noch ein schüchternes: Ich würde es mir zur arößten Ehre schätzen. Herr Geheimrath." stammeln konnten, war seine Nase, seine schreckliche Nase schon so voreilig, ihm mit einem fürchterlichen Hatzitt jedes Wort abzuschneiden. Ich danke!" sagte der ComthurEhrenbürger mit einer wahren Nord-pol-Miene. Ihr Antwort ist mir Antwort genug. Wachskops, die Nase und ein Stockschnupfen ich dan ke! Adieu!" Verzweifelnd, frierend und entsetzlich niesend stolperte uuser armer Eusebius wieder über die Schwelle. Sein Kopf brannte, . seine Augen wurden ihm schwer und seine Nase trompete so laut, daß ihm Jean, der naseweise Lasei derer von Hirsch verweisend nachrufen mußte: Ein bischen mehr Ruhe, zunger Herr! Eusebius eilte nach Hause. Das Pech war geschehen. Die eisige Abfertizung seitens des ManneS mit dem Gethiernamen und den riesigen AusZeichnungen im warmen Zimmer hatte ihre Wirkung nicht verfehlt. Eufebius war so davon verschnupft, daß ihm ein Stockschnupfen erblühte, den er durch sofortiges Zubettgehen, Wärmflasche, Fliedertheeconsum m ungeheuren Mengen zu besiegen hoffte. Zu einem Geh. Rath, Comthur und Ehrenbürger ist Eusebius Wachskopf nicht wieder gegangen. Aber er fand einen Hauslehrcrposten bei einemGutsbesitz, der den Namen Pfannkuchen führte, und der eine blaue Knolle an Stelle seines Riechorgans trug. Bei dem hatte ihm Name un) Nase nicht geschadet. DieFreundinnen. Maud: George verliebte sich auf den ersten Blick in mich." May: Das muß wohl so gewesen sein. Ich bin sicher, daß er Dich kein zweites Mal angesehen hat."

Acr Herr im Daujc. Vn C. Neigersbcrg.

Eine der widerlichsten Redensarten, die man im gewöhnlichen Leben leider nur allzu oft Hort, ist die: Man muß die Weiber nicht verwöhnen, fondern ihnen immer zeigen, wer der Herr im Hause ist." Ja, lieber Mann, wenn Sie durchaus dressiren wollen, warum sind Sie denn, anstatt zu heirathen, nicht lieber in emeMenagerie gegangen und Thierbandiger geworden, oder halten sich einen Hund u. f. w. zum Abrichten? Mußten Sie sich denn gerade ein vertrauensse!ig?s Madchen aussuchen, um an ihr und unter dem Vorwand der Ehe Ihre Dressirkunst zu Probiren? Wenn ja, so wünschen wir Ihnen und Ihren Geunnungsgenossen, daß Sie auch an die für S:e Passende ae rathen, nämlich eine solche, die ich ent weder von Anfang an Nicht dressiren läßt oder eine andere, 'die noch zur rechten Zeit aus Ihre liebenswürdigen Absichten aufmerksam wird und dann aber auch Nicht ruht, bis Sie unter dem Pantoffel sieben, daß Sie quiet scW Mancher mag hier einwenden, daß nicht allein sehr energische, sondern so ziemlich alle Frauen sich auch ohne U sondere Anleitung zu vertheidigen und schließlich die Oberhand zu gewinnen wlsten. Dies ist Zedoch durchaus nicht immer der Fall. Im Gegentheil, es gibt verhältnißmäßig nur wenig: Frauen, die sich, wenn sie unglücklicher Weise an einen solchen Thierbändiger gerathen sind, gegen seine Tyrannei in einer aewissen diplomatischen Weise, d. h. so zu vertheidigen wissen, daß sie in der CVrf. fc2 t.k,t? k.". .l:it-p vfc vitui3 ui ciii yciuit Maß von Selbständigkeit nicht deich den Bestand der ganzen Ehe in Gefahr oringen. Im Bewußtsein der ihnen manaelnden Erfahrung und Geschicklichkeit und der daraus entspringenden Gefahr für die Ehe selbst lassen sich die betreffenden besseren Hälften daher lieber die unwürdige Behandlung gefallen und verschließen ihren Kummer schwe:oend in ihrer Brust, ehe sie den ungehobelken satten zu weiteren Rohheiten xnZen. Daß die Gattung Haustyrann" so zahlreiche Vertreter zählt, ist übrigens nicht ohne physiologische und psycholoaische Gründe, deren nähere Beschreioung uns zedoch zu weit fuhren wurde. Für den Zweck unserer Plauderei genügt es vollkommen, darauf hinzuweisen, daß im Allgemeinen ein gesundes und vernünftiges, d. h. also nicht auf den äußeren Schein, den Fang llnes reißen Mannes u. s. w. turnnes Mädchen keinen besonderen Respekt vor einem Menschen hat, der sich nach Belieben um den Finger wickeln läßt, sondern einen Mann mit einem festen Willen und Charakter haben will, zu dem sie aufsehen und auf den sie sich stutzen und verlassen kann. Ja, viele solcber Mädchen gehen so weit, daß sie überhaupt nicht heirathen, wenn sie ihr Ideal nicht finden können. Das Prinzip ist unzweifelhaft richtig und lobenswerth. Trotzdem birgt es bei der je nach Umständen größeren oder geringeren Unerfahrenheit eines anständigen Mädchens große Gefahren in sich. Denn wenn sie sich ganz allein auf ihr eigenes Urtheil verläßt und nicht auch erfahrenere Leute, als sie selbst in diesem Falle also zunächst ihre besten und treuesten Freunde, die Eltern , mit in das Vertrauen zieht, so kann sie nur allzu leicht die Beute eines Mannes werden, der vor der Hochzeit seine Anlagen zur Tyrannei unter der Maske von Energie, vielleicht auch hier mehr, als sonst, gefährlichen Deckmantel der groben Biederkeit mit dem bekannten Brustton der Ueberzeugung zu verbergen weiß. Wer diese Biedermänner aus Erfahrung kennt, der läßt sich natürlich durch ihre erheuchelte Derbheit nicht anführen. Das Unglück ist, wie schon angedeu!ct. nur das, daß ein Mädchen in dem kleinen Kreise ihrer Familie, wenn dieselbe kein großes Haus macht oder viel in Gesellschaft geht, nur wenig Gelegenheit hat, vielerlei Menschen kennen zu lernen und deren Charakter zu siudiren. und daher zuweilen auf einen solchen Biedermann hereinfällt. Um uns übrigens keiner Einseitigkei5schuldig zu machen, wollen wir bei dieser Gelegenheit nicht unerwähnt lassen, daß es auch genug Mädchen ibt, die sich während des Brautstandes anstellen, als ob sie nicht bis drei zählen könnten, als Frauen dagegen sich als wahre Xantippen entpuppen. Darum Vorsicht von beiden Seiten! Doch, wie immer die Charaktere der Gatten vor und bei Beginn der Ehe gewesen sein mögen, es ist nach der Heirath zwar etwas spät und schwierig, be! einigem guten Willen und gegenseitigem Entgegenkommen aber durchaus nicht unmöglich, im weiteren Verlauf des Erlebens etwaige Härten im Charakter der beiden Gatten zu mildern und' schließlich ganz abzulegere. So vollständig ohne ein bischen Tyrannei", wenn wir das Wort schon beibehalten wollen, und zwar vonSeite des Mannes, geht es in der Ehe einmal nicht ab, was auch die hysterischen immer in den höheren Regionen schwebenden Schönredner sagen mögen. Es liegt dies in der Natur des Verhältnisseö zwischen Mann und Weib, welches keiner dieser Weltverbesserer zu ändern vermag und wird. Und so lange die besagte Tyrannei" nicht ausartet, sondern im Verein mit treuer Liebe und Achtung für die Lebensgefährtin ein mildes Regiment führt, wird eine vernünftige Frau auch nichts dagegen einzuwenden hab'n. Selbstredend tritt auch der Egoismus bei dem Manne bedeutend mehr

bervor, als bei der mehr passiv veran-

lagten Frau. Und es ist gut. daß dem so ist, denn wo blieben Frau und Kinder, wenn der Mann, der ja doch seine Familie als etwas mit seinem eigenen Wesen unzertrennlich Verbundenes betrachtet, nicht aus etwas gröberem Holze geschnitzt wäre, um den hart:n Kampf mit dem Leben durchzufechten und sich und den Seinen Ellenbogenräum zu verschaffen? Natürlich sollte auch diese I:gitime Art von Egoismus sich zum größeren Theile auf die männliche Thätigkeit außer dem Hause beschranken. Doch es ist nicht einem Jeden gegeben, alle die rauhen Ecken und Enden seiner Umgangs formen so gründlich a bzuschleifen, dan ne nicht zuweilen duru)schimmern. Wenn es jedo-ch bei dem Dvcöschimmern bleibt und nicht zu lieblosen Worten oder gar Handlungen kommt, so sollten die Gatten eben gecenftitiz Nachsicht üben. Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen und sollten daher auch die unserer Nebenmenschen zu entschuld!gen und zu ertragen suchen, namentlich in der Ehe. welche doch so vielen und reichen Ersatz für die Verluste und scrÄ:n Härten des- Lebens gewährt, und ferner auch bei den Mitgliedern ein und derselben Familie, die unter allen Umständen zusammenhalten und sich nicht wegen einer jeden Kleinigkeit verfeinden .llen. Von einer ähnlichen Sorte, wie die an der Spitze unserer Plauderei stehende. ist auch die Redensart: Was verstehen die Frauen vom Geschäft?" Ihre Schuld. Ihre eigene Schuld, lieber Herr, wenn Ihre Frau gar Nichts von Ihrem Geschäfte weiß." Nicht als ob wir es für nothwendig oder auch nur wünschenswerth hielten. daß eine Frau, weil ihr Mann z. B. ein Arzt oder Kaufmann oder Handwerker u. s. w. ist. deshalb auch im dicin studiren oder die doppelte BuchHaltung oder das Handwerk .ihres Mannes erlernen sollte. Durchaus nicht: denn für die Arbeit zur Erhal tung der Familie ist der Mann da und wenn die Frau nicht allein das Besuchszimmer, sondern auch ihre ganze r-. -ik. v r c-v. vorige ausyaiiung grunuuu; iujiu nuna hält, so hat sie genug zu thun. Man braucht ja selbstredend den Aerger. welchen man während der Arbeit hinunter schlucken muß, nicht mit sich nach Hause zu bringen, noch viel weniger an den Seinen auszulassen. Aber der Mann soll seine Frau wenig stens so weit von der Art seiner Beschäftigung oder dem Stande seines Geschäftes u. s. w. unterrichtet halten, daß sie im Allgemeinen Bescheid darüber wein, und wäre es auch nur, damit sie unter Tag s daran denken und sich darübe: freuen kann, in welcher Weise ihr Mann in dem riesigen, die Welt treibenden Apparat von Wissenschaft. Handel. Industrie u. s. w. thätig ist und wie er es in seinem Fache allmälia vorwärts bringt. Auch sonst ist es für den Mann gut, wenn er. wie alles Andere, so auch die Geschästssachen zu Hause ruhig über denkt und bespricht. Mit wem sollte er auch lieber, und mit wem kann er so vertraulich wie mit seiner Frau, über einen Gegenstand sprechen, der ihr gemeinsames Schicksal so nahe angeht, wie gerade sein Geschäft? Was das Interesse der Frau an derartigen Unterredungen betrifft, so kommt es in erster Linie natürlich auf den Grad der Liebe an, mit welcher sie ihrem Manne zugethan ist. Ist die Verbindung eine moderne Geld- oder Konvenienzheirath, so brrrr. sprechen wir nicht davon. Schon der Gedanke, daß man so Etwas auch eine Ehe nennt, ist widerlich genug. Handelt es sich aber um eine wirkliche Herzensehe.so wird die Frau ohne Zweifel das größte Interesse an den geschäftlichen Verhältnissen ihresMannes nehmen, und ihm zu helfen suchen, in die Höhe zu kommen. In den meisten Fällen braucht sie dabei nicht einmal direkt Hand anzulegen, obwohl viele Frauen auch das thun. Im Allgemeinen genügt es, wenn sie aufmunternde Worte spricht, ihres Mannes Bemühungen freundlich anerkennt und spart, wenn die Verhältnisse besondere Opfer in dieser Richtung erheischen. In so manchen Haushaltungen sähe es heute bedeutend besser aus, wenn der Mann seiner Frau zur rechten Zeit und aufrichtig gesagt hätte, wie er stand. Viele Frauen haben ein ganz außerordentliches' Geschäftstalent. Dagegen giebt es natürlich wieder andere, welchen der Sinn für das Kaufmännische total abgeht, der übrigens, so nebenbei bemerkt, auch sehr vielen Männern fehlt. Was den Frauen jedoch in dieser Beziehung mangelt, das ersetzen sie durck den, den, meisten derselben angeborcnen sicheren Blick für das Praktische und Erreichbare, während die Männer, wenn auch in der besten Abficht und wie sie glaubten, im Interesse ihrer Familien, oft etwas zu hoch fliegen wollen. Zuweilen liegen die Verhältnisse allerdings umgekehrt. Aber im Großen und Ganzen sind vernünftige Frauen höchst konservativ und na-, mentlich sanguinische und daher etwas, zu unternehmungslustige Männer wer-, den es nicht zu bereuen haben, wenn sie erst den Rath ihrer besseren Hälfte ein-, holen und dann auch befolgen, ehe sie sich in neue Unternehmungen stürzen schnell einen anderen anscheinend besser lohnenden Beruf ergreifen u. s. w. Lasse sich nur ja Niemand irre mchen, wenn Leute, welche das Hetzen hinter dem Rücken zu ihrem Handwerk erkoren haben, mit ihren' boshaften Anspielungen auf den Pantoffel-Hel-den, das Siemand'l u. s. w. zu fcrni Manne, und mit ihrem heuchlerischen Mitleid für die arme unterdrückte Sklavin zu der Frau kommen.

D:5 betreffenden Ehelcute selbst.und niemand Anderes, haben Die Folgen

davon zu tragen, wenn 7-e si) ihr Hius zur Hölle machen, während die Zwischenträger ste im Stillen auZlachen und ja doch Niemand etwas geben. wenn er nichts mehr ya:. Was schließlich den Herrn vom Hause" betrifft, so gibt es in einer guten Ehe überhaupt nur eine Herrin, für welcye beiden Gatten kein Qpser zu groß sein sollte, und das ist die Liebe. Herrichte:: vo:z (Scflüccl. Das Geflügel wird geschlachtet, indem man die Flügel hart am Rücken zusammennimmt, den Halö' zuruab:egt und den Zopf mit der gleichen Hand festhalt, dann nahe am Kopse so t:ef einschneidet, daß es blutet, worauf man das Thier abwärts hält, damit es gut ausbluten kann. Im Winter ist es rathsam, das Geflügel ein oder mehrere Tage vor dem Gebrauch zu schlachten und ausfneren zu lassen, wodurch das Fleisch mürbe wird. Bei älterem Geflügel werden die Federn, so lange dasselbe noch warm ist, trocken au-g:rupst, worauf es in nicht zu jtarker Flamme gesengt und nach dem Sengen mit heißem Wasser abgewaschen wird, wenn man nicht vorzieht, die Haare auszurupfen. Will man dasselbe jedoch länger aufheben, darf es weder gewaschen noch ausgenommen werden. Jungest Geflügel wird gleich nach dem Schlachten ane Viertelstunde in kaltes Wasser gelegt, worauf man es in heißes Wasser taucht, ohne die Haut zu verbrühen, jedoch so, daß man die Federn leicht wegnehmen kann. Das Ausnehmen geschieht auf folgende Art. Nachdem der Brustknochen eingedrückt beziehungsweise eingeschlagen ist, macht man unten am Bauch einen Schnitt, greift vorsichtig, damit die Galle nicht verletzt wird, hinein, nimmt das Eingeweide heraus, schneidet das Darmende ab und reinigt alles mit frischem Wasser. Dann schneidet man die Füße ab, sticht die Augen aus, zieht die hornartige Haut vom Schnabel, macht am Hals eine kleinenSchnitt und zieht den Kröpf nebst de? Gurgel heraus. Nun entfernt man behutsam die Galle von der Leber, schneidet den Magen in der Mitte auf und zieht die Haut ab. Schließlich wird alles mehlmals innen und außen gewaschen, bis es frisch und rein ist. Leber und Magen werden in den Leib gelegt.damit sie nicht austrocknen, oder später erst mitgebraten. Wildes Geflügel jedoch wird nie gebrüht, weil es. seinem Wildzeschmack verlieren würde. DasFüllen geschieht nur bei zahmem Geflügel und da auch meistens nur be! Tauben, Gänsen und Enten. Bei den letzteren wird die Fülle einfach in die Bauchhöhle gelegt und der schon beim Zurichten gemachte Schnitt am Bauch wieder zugenäht. Bei den Tauben greift man beim Halsschnitte hinein, löst die Haut über der Brust von derselben, verfahrt beim Bauchschrntt ebenso, füllt die Fülle zwischen Haut und Fleisch in die gemachten Oeffnungen ein und näht die beiden Schnitte wieder zusammen. Das Zurichten geschieht bei Kapaunen, Hahnen und ähnlichem Geflügel, indem man die Flügel nach dem Kopf? hin dreht, dann den Kopf gegen den Rücken zu biegt, ihn unter den Flügel nach der Brust hin legt und die Beine in den Bauch steckt. Nun legt man dasselbe auf denRücken und drückt es breit. Tauben werden ebenso zugerichtet, nur werden die Füße abgeschnitten. Gänsen und Enten schneidet man Kopf und Hals, sowie die Beine im ersten Gelenk weg, haut die Flügel ab und verwendet diese Theile mit dem Magen zum Pfeffer (Ragout); die Leber nimmt man zur Fülle. Bei Rebhühnern werden nur die Sparen abgehauen und die obere Haut von den Füßen, welche vorher in heißes Wasser zu halten sind, abgezogen, die Spitze der Flügel wird abgeschnitten, die Flüge! nach dem Kopfe hin umgebogen, die Beine in den Bauch gesteckt. Be! Wildenten und dem übrigen Wildgeflügel geschieht das Zürichten auf gleich: Weise. Welcher König hat die mcistclt Echuldcn? Böse Zungen werden natürlich sofort sagen: Der Ex-König Milan von Serbien! Das ist jedoch nicht richtig; denn im Schuldenmachen hat Milan, in dem sogenannten Könige von Korea einen Meister gefunden. Dieser arme Monarch, dem es- jetzt so schlecht geht, hat drei Viertel seiner Unterthanen: und außerdem noch viele AusNänder angepumpt, und zwar um ganz nette Summen. Er war bereits, bevor er zum Spielballe in der Hand der Japaner wurde, so ausgepreßt, daß er nirgends mehr galt als eine Null. Das Betragen dieses verschwenderischen und sorglosen Königs hat den ganzen gegenwärtigen Eonflikt hervorgerufen. Die Regierenden, die für schweresGeld ihre Aemter kaufen mußten, haben sich natürlich entschädigt und den Bewohnern ihrer Verwaltungsbezirke das Fell über die Ohren gezogen. Die vom Fiskus an den Bettelstab gebrachten Bürger und Bauern behaupten.daß die Ausländer und vornehmlich die Japaner das ganze Unglück verschuldet hätten, und das ist die wahre Ursache der koreanischen Insurrektion gegen die Fremden und des japanisch-chinesischen Krieges. Kuriose Mädchennamen. Herr: Was ist denn das für ein kleines dickes Mädchen, das an der Milchflasche saugt? Vater: Das ist mein Töchterchen Margarine. Herr: Maragarethe, wollen Sie sagen? Vatcr: Nein, Margarine sie besteht doch hauptsächlich auö Fett mit titort Milchzusatz.