Indiana Tribüne, Volume 17, Number 353, Indianapolis, Marion County, 9 September 1894 — Page 2

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Jlntcr uns Trauen.

titr hcitte Klugo rcut. In einer Gesellschaft Hörte ich kürz--lich von einem jungen Manne die An.'ficht äußern: Um Gotteswillen nur ieine kluge Frau, sie wird nie für einen Mann anziehend sein!" Viele, ja wahrscheinlich alle fein gebildeten jungen Damen dürften jenen sonderbaren Einfaltspinsel dafür ihrerseits mit -tiefster Verachtung bestrafen, und eS als untrügliches Zeichen seiner eigenen Unbildung betrachten, wenn ein Mann lzeute noch der antidiluvianischen Anschauung huldigen könne, daß eine beschränkte Frau als Lebensgefährtin der klugen vorzuziehen sei. Und doch kann ich unseren mit reichen Kenntnissen usgestatteten Heirathskandidatinnen die Versicherung geben, daß jener Jüngling mit seiner klar ausgesprochenen Antipathie gegen kluge Frauen durchaus nicht vereinzelt dasteht, sondern daß er vielmehr selbst unter den Männern unseres übermäßig kulturbeleckten neunzehnten Jahrhunderts pr zahlreiche treue Gesinnungsgenossen auszuweisen bat. Worin diese Erscheinung ihre BeGründung findet, wieso der eigenthümliche Abscheu vor den allzuklugen grauen bei der Männerwelt entstanden sein maq, das können wir nicht mit Bestimmtheit angeben, aber vielleicht errathen. Wenn der Mann zm Wahl seiner Lebensgefährtin schreitet, so äreten dabei hauptsächlich die praktischen Lebensfragen in den Vordergründ, und die persönlichen Wünsche des Mannes kommen mehr in Betracht ls bei der Frau, welche fast aus.schließlich von ihrer idealen Gemüthsttelt beeinflußt wird. Der Mann erwartet also, daß ihm die Frau nicht nur eine liebende Gattin, sondern ein gefügiger, selbstloser Lebens-Gesell-schafter sei, daß sie nicht nur seinem Hause als liebendes Haupt vorstehe, sondern sich auck, als emsige, rührige, -tüchtige Arbeitskraft bethätige, daß sie nicht nur als hübscher, leuchtender und erwärmender Stern am ehelichen Himmel glänze, sondern sich auch als sparsame, praktische, gesandte Haushälte?in bewähre, daß sie nicht nur selbst gesund an Körper und Seele ist, sondern auch im Stande sei, physisch und moralisch gesunde Kinder in die Welt zu setzen. Die Herren haben nun von früher Jugend an gehört oder gelesen, wenn vielleicht auch gar nicht selbst erfahren, daß diejenigen Frauen, welche ihrer Weiblichkeit zum Höhne die Rednerbühne besteigen und Freiheit und Gleichheit" predigen, die an Universitäten studiren und emancipirten Lebensanschauungen huldigen, die sich mit Schriftstellerei und und ähnlichen gemeingefährlichen Schwarzkünsten befassen, ja selbst solche, die als Aerzte, Buchhalterin oder Lehrerin mehr dem öffentlichen Leben angehören, kurz all' Jene, welche einen gewissen Grad von geistiger Selbständigkeit erlangt und uf eigenen Füßen zu stehen gelernt haben, hierdurch unfehlbar die echte Weiblichkeit und die wahre Qualifikaiion. zum ehelichen Beruf einbüßen müssen. Ein gewisses unheimliches Grauen erfaßt die sonst so muthigen Herren der Schöpfung in der Nähe solch' gebildeter, superkluger Frauen, und sie weichen den gelahrten Blaustrümpfen konsequent aus, vielleicht eus ererbtem Borurtheil. vielleicht aber auch gequält von der Besorgniß, den Hochwelsen Dämchen nicht genugsam imponiren zu können. Hauptsächlich ergehen die besorgten Männer sich aber in vergleichenden Betrachtungen darüber, daß die Begriffe von wahrer ehelicher Liebe und Freiheit und Gleichheit, von selbstloser Unterordnung und selbstständigem Wissen, von emancipirter Lebensführung und häuslicher Zurückgezogenheit, von Secirmesser und Kochlöffel, von Büehern und Stopfnadeln, von nervöser Ueberreizung und strammer Gesundheit, niemals eine innige Verschmelzung mit einander denkbar erscheinen lassen. Und schließlich sind fast alle Ehekandidatinnen darüber einig, daß keine in Politik, Emancipation, Journal!mus, Medicin. Arithmetik oder Pädagogik arbeitende Frauensperson jemals auch eine liebende, fügsame, anspruchslose, tüchtige, fleißige, sparsame, praktische und gesunde Hausfrau, Gattin und Mutter werden könne. Zur erfolgreichen Bekämpfung dieser Vorurtheile bleiben der klugenFrau nur zwei Wege offen. Der erste ist, den Herren klar zu be--weisen, daß weder Emancipation, noch Studium, noch Bildung den echten weiblichen Sinn zu vernichten im Stande sind, sondern daß alle drei nur den Geist stärken, ohne das Herz zu todten, daß die Ausbildung für irgend einen ernsten Erwerb, doch nicht für den Beruf, des Weibes untauglich macht, daß also die Furcht vor den klugen Frauen eine ganz unbegründete ist. Der zweite und letzte Weg w'jre, die -iweifelnde Männerwelt den unklugen beschränktem Weiblein großmüthig zu überlassen und ruhig abzuwarten, bis die Herren vielleicht durch Schaden klug geworden sind. DurchdieBlume. Sie (in der Zeitung lesend): Schon wieder 'mal ein Mädchen beim Fensterputzen abgestürzt. Er (seufzend): Ja. ja, die verdammte Putzsucht hat schon viele Opfer gefordert. N o ch b e s s e r. A. Finden Sie nicht, daß Fräulein L?hmann ein reizendes Lächeln und wundervolle Zähne hat? B.: O. ihr Lächeln ist nicht übel, aber was ihre Zähne anbetrifft, da müßten Sie erst mal ihr anderes Gel sehen, das ist noch viel besser!

sie sein soll! limoreöke von A. venn.

Otto Gelm ging schon seit Jahr und Tag auf Freiersfüßen. Er war wohlhabend, unabhängig, hatte ein gefalliges Aeußere und verbindliches Wesen. Er war der ersehnte Schwiegersohn aller mit Töchtern gesegneten Mütter, und die guten Damen konnten es gar nicht begreifen, daß er sich von ihnen so ferne hielt und nicht um ihre Gunst warb. Sie wußten ja Alle, daß er heirathen wollte so etwas spricht sich rasch herum, weshalb also schlug er nicht den zur Heirath erforderlichen Weg ein? Die Erbitterung der Mütter wuchs mit jedem Tage und manches Töchterchcn meinte schmollend: Ich bin überzeugt, wenn Mama nicht wäre. Herr Gelm hätte längst um mich angehalten." Und es war etwas Wahres daran. Kein Wunder daher, daß er Unfrieden in den Familien stiftete und die hei rathslustigen Töchter ihre Mütter am lieben verleugnet hätten. Treib's nicht zu arg. mein lieber Junge!" sagte einst ein Freund. ..Jetzt würden Dich die Mütter noch in Gna'den aufnehmen, aber benimmst Du Di auc5 ferner so ungezogen gegen sie, dann könnte es Dir passiren, daß Du verschlossene Thüren fändest!" Otto lachte ungläubig und meinte: Eine Schwiegermutter will ich nun aber durchaus nicht haben, denn ich will eine Ehe zu zweien, nicht eine zu dreien führen. Im besten Falle werde ich immer der Shawlträger meiner verehrten Schwiegermutter sein, im schlimmsten der Sllndenbock, an dem sie ihre böse Laune ausläßt." Dazu hat sie doch ihren Mann." Ach, der ist im Laufe der Jahre meist ein unbrauchbares Möbel geworken. "lnterien beansprucht sie nicht mehr von ihm, und der eheliche Streit gewährt ihr auch keine Befriedigung mehr. Im Schwiegersohn sieht sie ihren Mann, wie er jung war, und ihn läßt sie entgelten, was ihr Gatte, nach ihrer Ansicht, an ihr verschuldet. Der Tochter aber gibt sie gute Lehren, quasi um zu verhüten, daß diese nicht ebenso tyrannisirt werde, wie sie es in ihrer Jugend gewesen. Ihre eigemn häuslichen Geschäfte gehen mit 'der Pünktlichkeit einer Maschine, da gibt es keine Ueberraschung, keine neuen Freuden, keine unvorhergesehenen kleinen Ereignisse da hockt sie dann natürlich den ganzen Tag bei der Tochter, wo es immer noch zu verbessern, zu ändern, zu befehlen, zu zanken und zu loben gibt. Donnerwetter nein, bei dem Gedanken allein überläuft mich ein heiliger Schauer. Heirathen will ich gewiß, aber meine zukünftige Frau darf höchstens einen Vater haben. Schwiegerväter sind ungefährlich!" Verliebe Dich nur. und alle Deine Theorien zerspringen wie Seisenblasen!" Kaum ein viertel Jahr später erblickte Gelm zum ersten Mal das eben aus einem Schweizer Pensionat entlassene Fräulein Elly Vrandow. Sie sah aus wie eine kleine Nippfigur neben der großen, schlanken Dame, die in der tiefausgeschnittenen schwarzen Sammetrobe wahrhaft verführerisch wirkte. Wahrscheinlich ist es eine Tante, dachte Otto Gelm, indem er di? große schöne Frau betrachtete. Und guten Muthes folgte er seinem Freunde durch den hellerleuchteten Ballsaal und ließ sich vorstellen. Gestatten Sie. gnädige Frau, daß ich Ihnen und Ihrem Fräulein Tochter meinen Freund Otto Gelm vorstelle Frau Regierungsrath Brandow." Otto verneigte sich höflich und kalt. Mutter und Tochter also schon wieder eine Hoffnung, weniger, denn in dem blonden jungen Mädchen mit dem süßen Kindergesicht und dem herzigen Lächeln sah er das Ideal seiner Träume. So, gerade so sollte seine Frau aussehen! Und nun hatte dieses ideale, reizende Geschöpfchen eine Mutter: und noch dazu eine junge, schöne Mutter, der man sich mehr würde widmen müssen, als der Tochter selbst. Schrecklich! Und doch konnte Otto nicht umhin, er mußte höflichkeitshalber mit Elly tanzen, und da er sah, daß auch die Frau Negierungsrath im Saal: herumwirbelte, so engagirte er auch die schöne Frau zu einer Tour. Ist Ihr Herr Gemahl ebenfalls auf dem Balle anwesend?" fragte er währcnd des Tanzes. ch bin schon seit. zehn Jahren derwittwet," antwortete Frau Brandow. Also Wittwe auch noch das hatte gerade' gefehlt! Otto beschloß, den Ball schleunigst zu verlassen. Aber Elly lächelte ihn strahlend an. 6 hat wunderhübsch ausgesehen, wie Sie mit Mama getanzt haben. Sie waren wirklich das schönste Paar im Saale " Sehr schmeichelhaft, mein gnädiges Fräulein " Oben auf dem Drachenfelsen" aber, wie die Estrade genannt wurde, auf der die reifen Mütter und Tanten dem Tanze der Jugend zusahen, hieß es: Haben Sie gesehen, Gelm hat mit Frau Vrandow getanzt, diesmal scheint es ihm ernst zu sein die kleine Elly hat es ihm angethan Na, zu der Schwiegermutter kann er sich gratulieren, die will noch die Jugendliche spielen, tanzen, kokettiren. Die wird ihrem Schwiegersohn die Hölle schön heiß machen ja. ja das kommt davon!" Otto Gelm merkt: aber gar nichts von dem boshaften Geflüster, denn er war zu sehr vertieft in ein Gespräch mit Elly, und es war ihm förmlich, als erwache er aus einem Traume, als

Frau Vrandow ihm beim Abschiede die Hand reichte und sagte: Es wird uns freuen, wenn Sie uns besuchen wollen, wir leben zwar sehr still und zurückgezogen, aber jeden Sonntag Nachmittag sehen wir doch einige Bekannte bei uns." Schon am nächsten Sonntag machte Otto Gelm seinen ersten Besuch; Elly wurde über und über roth. Sie hatte sich mittlerweile ganz unausfällig nach Gelm erkundigt und erfahren, daß er für Familienverkehr nicht zu haben, weil er von einer wahren Schwiegermutterfurcht besessen sei. Und nun war er doch gekommen. Otto fand den kleinen Kreis ganz behaglich, nur ein Herr mit einer kühnen Adlernase und blitzenden, dunklen Augen, ein gewisser Freiherr von Bornim, mißfiel ihm gründlich. Er hatte so eine eigenthümliche Art, mit Elly zu sprechen, sie anzublicken, manchmal lächelte er ihr so merkwürdig intim zu, daß Otto das Blut siedend heiß zu Kopfe stieg. Kennen Sie den Freiherrn schon lange?" fragte Otto scheinbar gleichgiltig das junge Mädchen. Sie wurde roth und senkte verlegen die Augen. Lange nein aber er ist ein reizender Mentä, er " .So?" Otto biß sich unmuthig auf die Lippen. Frau Brandow war eine sehr angenehme Wirthin, aber er konnte es nicht begreifen, daß sie Herrn von Bornim mit solcher Auszeichnung bebandelte. Begünstigte sie seine Bewerbung um Elly? Fast schien es so Von Zweifeln gepeinigt verließ Otto Gelm das gastliche Haus, um am nächsten Sonntag wieder zu kommen. Der Kreis war diesmal noch kleiner als das erste Mal, aber Herr von Bornim saß wieder zwischen Mutter und Tochter und theilte seine Aufmerksamkeit zwischen beiden Frauen. Elly schien befangen und suchte Ottos Blicken auszuweichen. Frau Brandow behandelte ihn äußerst zuvorkommend. Sie ermuntert mich," dachte Otto,

genau so, wie sie Herrn von Bormm ermuntert. Sie will recht rasch ihre Tochter los sein und glaubt deren Preis zu erhoh:n, wenn sie ein Wettwerben veranstaltet. Abscheulich! Nicht über die Schwelle darf sie mir kommen, wenn ich erst verheirathet. Denn daß er Elly heuathen wollte, stand bei ihm fest. Wenn sich nur nicht dieser Bornim zwischen ihn und sie drängte. Anfänglich kam Otto jeden Sonntag; allmählich aber durfte er auch m der Woche vorsprechen. Er mochte jedoch erscheinen, wann er nur wollte stets fand er Bornim in dem kleinen Salon. Die beiden Manner maßen sich mit feindlichen Blicken, und Elly suchte oft vergebens eine unbefangene Unterhaltung aufrecht zu erhalten. Fräulein Elly ist ein reizendes Geschöpf, nicht wahr?" fragte Bornim einmal, als er mit Gelm zufällig allein war. Allerdings," versetzte Otto scharf. indem er seinem Nebenbuhler einen wüthenden Blick zuwarf. Sie würde eine charmante kleine Frau abgeben." Warum heirathen Sie sie denn nicht?" platzte Otto ärgerlich heraus. Bornim lächelte. Da ist noch die Mutter " Aha. die schreckliche Mutter, ' ich verstehe," griff Otto lebhaft aus. Aber sehen Sie, wahre Liebe überwindet Alles, selbst eine Schwiegermutter. Freilich, nach der Heirath ist man Herr im Hause " Erlauben Sie " Nein, ich erlaube nicht. Jetzt habe ich noch kein Recht über Elly " Ueber Elly! Ich finde rc Bezeichnung ein wenig familiär " Das geht Sie gar nichts an, mein Herr " Doch, es geht mich sehr viel an " Sie stehen in keinerlei Familienbeziehung zu den Damen." Das wissen Sie nicht. Jedenfalls paßt es mir nicht, wenn Sie sich in dieser Weise über die Damen äußern." Und mir. mein Herr, paßt es nicht, von Ihnen geschulmeistert zu werden. Ob ich Fräulein Elly heirath: oder nicht, ist allein meine Sache, in die Sie nicht drein zu reden haben." Da dürften Sie sich doch irren, Herr G.:lm." Und mit welchem Rechte maßen Sie sich ein Urtheil an?" Mit dem Rechte der Zuneigung zu Fräulein Elly und " Herr von Bornim versuchte zu lächeln. Elly ist ein so liebes, folgsames Kind," sagte er langsam, daß sie nie gegen den Willen ihrer Mutter heirathen wird. Ich glaube aber kaum, daß Frau Brandow Veranlassung haben könnte, Ihnen die Hand ihrer Tochter zu bewilligen, nach dem wie Sie über sie gesvrochen." Oh, es kann Ihnen nicht schwer fallen, mich bei Frau Brandow zu ver dächtiqen," rief Otto bitter. Haben Sie doch alles Interesse daran, mich aus diesem Hause zu verdrängen. Herr von Bornim sah Otto eine Weile schweigend an. Dann lachte er leise auf und streckte ihm die Hand ent gegen. Im Gegentheil." Wieso?" murmelte Otto bestürzt. Ich habe, wie gesagt, alles Interesse daran, daß Sie in dem Hause bleiben, Ellys Liebe gewinnen und sie selbst heirathen, dann erst, wenn das Alles geschehen, darf ich an die Verwirkli chuna meines eigenen Wunsches denken und Frau Brandow als meine Gattin heimfuhren." St: Sie wollen Frau Vran dow -"irathen? Frau Brandoio, nicht Elly?"

Nein, nicht Elly - Die Männer sahen sich lachend in

die Augen. Schwieqerpapa!" rief endlich Otto Eelm in Hellem Entzücken aus und nichte dem Freiherrn beide Hände. Dann stellte er sich rn feierliche Posi tur und sagte: Hiermit habe ich die Ehre, Sie um die Hand Ihrer Stieftochter, Fräulein Ellv Brandow. zu bitten." Sachte, sachte vorläufig hat nur die Mutter darüber zu entscheiden." Und Ottos Arm durch den seinen ziehend, führte er seinen einstigen vermeintlichn Nebenbuhler zu Ellys Mutter. Am selben Abend wurde eine fröhliche Doppelverlobung gefeiert, und zwei Tage spater verschickte Otto Gelm seine Verlobungsanzeiaen. Was hab' ich Dir Magt?" meinte der Freund, der Otto seiner Zeit von dem Verlieben gesprochen. Wenn Du Dich verliebst, dann 'nimmst Du auch eine Schwiegermutter in den Kauf." Aber was für eine Schwiegermutter!" rief Otto entzückt aus eine bräutlkche Schwiegermutter! Eine Schwiegermutter, die sich weniger um meine Braut als um ihren Bräutigam kümmern wird, die ihre eigene Ausstattung zu besorgen bat und uns daher nicht mit ihren Rathschlägen ve?folgen wird, eine Schwiegermutter, die immer liebenswürdig ist, weil sie noch liebenswerth gefunden worden, die ihr eigenes neues Heim tausend Mal schöner finden wird als das Heim ihrer Tochter, eine Schwiegermutter, die ihren Gatten und nicht ihren Schwiegersohn tyrannisiren, die hoffentlich noch zu viel mit eigenen Kindern zu thun haben wird, um die meinigen mit großmütterlicher Verblendung zu verderben. Kurz eine Ideal - Schwiegermutter!" Ter Zplccn als Netter. Lord (vor einem Abgrunde in den Alpen): Halt! Junger Mann. Sie wollen sich das Leben nehmen?" Sepp: Allerdings. Ich kann die Resi nicht heirathen. weil ihr Vater mir ihre Hand verweigert." Lord: Junger Mann, Sie werden sich nicht stürzen in das Abgrnnd." Sepp: Sie sind sehr freundlich, Mylord, aber Sie werden mich nicht zurückhalten können." Lord: Nix freundlick! Wenn Sie wollen nehmen sich die Leben, geb' ich Ihnen meinen Revolver, was sich schießt sehr gut!" Sepp: Ich könnte vorbeischießen.' Lord: Sie, ein berühmter GemsenZager?" Sepp: Gemsen treffe ich, aber Selbstmordschüsse habe ich noch nicht probirt." Lord: Junger Mann, Sie macken schlechten Witzen, aber mir sein die Sack very ernst yes? Wollen Sie sich erschieß oder nicht?" Sepp: No!" Lord: Well, gutt, dann werden Sie sich erhäng. Wollen Sie sich mit dieser Taschentuck anknüpfen an nächstes Baum?" Sepp: Nein. Ueberhaupt, My lcrd. machen Sie, daß Sie fortkommen. sonst werde ich grob." Lord: Nix grob, junger Mann. Ich will jetzt macken poch poch an Jhrem gutten Herz. Wissen Sie, wer sich vor drei Jahre hat gestürzt in dies Abgrund?" Sepp: Ich weiß. Auch so ein verrückter Engländer hm! hm!" Lord: Junger Mann.dies Englishman war mein Vater. Und wissen Sie. was jenes Kreuz von Holz bedeutet?" Sepp: Da hat sich auch mal einer heruntergestürzt, aber das. ist mindestens zwanzig Jahr her." Lord: All right. das sein gewesen mein Großvater. Also werden Sie sich nicht stürzen in dies Abgrunds" Sepp: Und weshalb nicht?" Lord: Weil dies Abgrund sein unser Familien-Erbbegräbniß." Sepp: Ist mir Wurscht." Lord: Dann gibt es nur. zwei Mittel: entweder Sie lassen sich adoptir' als mein Sohn und stürzen sich dann in das Abgrund, oder ich geb' Ihnen hundert Pfund und Sie verpflichten sich, leben zu bleiben." Sepp: Hundert Pfund? Dann kann ich ja mein Nesi heirathen. Hurrah!" Nicht s o schlimm. Frau A.: Aber, liebe Freundin, was ist denn geschehen, Sie sind erst einen Monat verheirathet und ich finde Sie bereits in Thränen? Frau V.: Ja, denken Sie sich, mein Mann ist doch als Eandidat für den Eongreß nominirt und jetzt erfahre ich erst aus den Zeitungen der Gegenpartei, was für einen gräßlichen Kerl ich geheirathet habe. Nurdarum. Doktor: Bitte, stecken Sie mal Ihre Zunge heraus. (Nachdem cr ein Recept geschrieben hat) So. nun ist es gut! Patientin: Aber. Herr Doktor. Sie haben ja meine Zunge gar nicht angesehen, sondern nur geschrieben. Doktor: Ich wollte nur. daß Sie sich ruhig verhak ten. bis ich das Recept zu Ende geschrieben hatte. Geburtstagsgeschenk. Was! Ich denke. Du bist verheirathet. und nun ißt Du hier im Restaurant?" Ja. eute ist mein Geburtstag. und da hat mir meine Frau das Zuhauseessen geschenkt. Zur Beruhigung. Fräu lein (das von ihrem Entführer nachts aus dem Fenster gehoben wird): Bin ich Dir auch nicht u schwer. Eduard? Eduard: O. nicht im geringsten: Tu hättest ruhig noch einige hundert Dol lars mehr mitnehmen können!

7laa Hindernis!.

Gine Tportgeichichtc von Cofie v. Khuc::borg,. Am Privall, der sonst so stillen, kleinen Halbinsel bei Travemünde, war lautes Leben. Das alljährliche Rennen fand neuerdings statt und die Tribünen waren zum Brechen voll. Ueber die große, kurzgrasige Haide hin schritten selnbezchuhte Damenfuße, langgestreckte, gelbe, schnabelartig gebogene Schuhe von Gigerln, knappe, feste Officiersstiefel, hier und dort auch ganz gewöhnliche Schuhe von ganz gewöhnlichen Menschen. Die Sonne brannte erbarmungslos, als erklärte sie sich in ihrer Urweltskraft als Freundin all' des spielenden Sports, auf die zum Theil recht aparten, zum Theil recht geschmacklosen Toiletten der Damen, auf die Uniformen und englischen Anzüge der Herren hernieder. Von den Waldbäumen herüber fegte ein würziger Hauch und die blauen Wellen der Trave, die sich gegen die Ostsee zu buchtartig erweitert, schlugen schäumend über die niedere Böschung und netzten immer von neuem die glattgespülten großen Steine und die sandigen kleinen Muscheln die zu tausend den Uferrand bedecken. Ein entzückender Rennplatz! Das Derbyrennen war eben vorbei. Shylock", der Sieger, ein schönes, hellbraunes Pferd, leise zuckend von der überstandenen Anstrengung, wurde umringt und mit Liebkosungen überschüttet. Sein Jockey, eines jener charakteristischen Zwittergeschöpse von Mann und Puppe, mit den scharfgeschnittenen, alten Knabenzügen, im blaugelben Eostüm, das die magere Gestalt umschloß, hatte die Mütze abgenommen und trocknete die Schweißperlen auf der Stirne mit dem blaugelbgeränderten Taschentuch, in dessen Ecken Sportinsignien flach gestickt waren. Andere Jockeys in roth-weiß, blau und grün, gingen hin und wieder. Die Pferde für das nächste Rennen ein Hindernißrennen wurden mit prüfenden Blicken betrachtet, beim Totalisateur staute sich beständig eine wogende Menschenwelle. Kurgäste aus den umliegenden Ostscebädcrn. Sportsmänner aus Berlin und Hamburg, Familien aus Lübeck ja sogar plattsprechende Bauern, die sich einen Sitz geleistet hatten. Ein buntes Chaos von Eleganz undSpießbürgerlichkeit. Titus von Fork, Großgrundbesitzer im Mccklenburgischen.einer jener Landaristokraten, die halb Bauer, halb Gentleman sind, hatte den Platz neben seiner Frau, der schönen Ilona, verlassen, um nach dem Startplatz zu gehen und sah noch, sich halb umwendend, wie Wolf, fein Freund, den leeren Stuhl einnahm und sich lächelnd über Frau Ilona's Hand beugte. Er sah es mit dem ruhig freundlichen Blick eines vertrauenden Mannes, der keine Eifersucht kennt. Ilona, ein feuriges Ungarkind, das dem kühleren Nordländer auf einer Schweizerrcise begegnet war und ihm das Herz entwendet hatte, galt für eine sehr reizende, sehr kluge, aber etwas gefährliche Frau. Sie zwang alle Männer in den Bann ihrer sammtschwarzen Augen und zog sich dadurch die unversöhnliche Feindschaft aller Frauen und Mädchen zu. Auch Wols, der lebensfrohe, brave Wolf, der in der glücklichen Lage war, so hübsch als klug und so liebenswürdig als reich zu sein, konnte nicht umhin, der Schönheit Ilona's, die er vor wenigen Monaten erst kennen gelernt, seine Huldigungen darzubringen. Er war erst kürzli-ch von seiner Orientseite heimgekehrt und hatte nicht ohne Ueberraschung seinen Freund Titus, den er für einen heimlichen Weiberfeind hielt, im Besitze dieser schönsten Frau vorgefunden. Wolfs Anerkennung für Ilonas Schönheit überschritt aber niemals jene Grenze, die seine Freundschaff für Tüus gezogen hatte und die gewissermaßen den feurigen Blick seiner blauen Augen milderte und in den Ton seiner Stimme eine Färbung von Brüderlichkeit legte. Das eben war es, was Ilona's Interesse stachelte und sie verlockte, die ihr angeborene Koketterie zu einer Art von Neigung zu steigern, welche ihr Herz in ungewöhnliche Unruhe versetzte. Sie war eine jener verwöhnten, weltfreudigen Frauen, für welch? das Bewußtsein ihrer Anm.th zugleich die Entschuldigung für jede Thorheit ist. Als Wolf nun zu ihr trat und ihre unbehandschuhten Finger mit seinen lächelnden Lippen berührte, warf sie die ihren trotzig auf und sagte: Man müßte wahrhaftig wünschen, heute ein Pferd zu sein, damit man bemerkt wird! Eine Stunde lang sind wir schon hier und jetzt erst würdigen Sie mich eines Blickes." Er lachte. Ein eiwas verlegenes Lachen, das eigentlich gar nicht am Platze war. .Sie wissen ja, Ilona (Titus hatte ausdrücklich erklärt: Lass' doch die Baronin weg. Du bist kein Fremder für uns!). Sie wissen, meine Lola" ist an dem Rennen betheiligt. Ich halte große Stücke auf sie, ich wollte bei ihr sein." Ich sag' es ja," gab sie spottend zurück, ich müßte eben Lola" sein." Sehen Sie," rief er, da steht sie unten dort, der Jockey in maisgelb, ah. ich habe Mühe gehabt mit ihm, aber nun stellt er seinen Mann!" Ich habe auf Lola" gewettet", sagt Ilona und sieht ihn unter dem schmalen Rand ihres entzückenden Hutes hervor schelmisch an. Dann muß sie siegen!" gibt er zurück in selbstverständlicher Galanterie. .Ich habe schon ein Festmahl be-

stellt daheim zu Ehren des Sieges", sagte sie fröhlich. Alle Ihre Lieblingsspeisen: Rehfrikassee und Flamngotorte!" Ach, wie Sie gut sind, Sie verwöhnen mich, Ilona! Ich muß wahrhaftig Titus bitten, mich in die Verbannung zu schicken!" Er sagte das halb im Scherz, halb klang doch die Ueberzeugung hindurch, daß diese Güte eine Gefahr sei. Möchten Sie das?" fragte sie vorwurfsvoll. Ich werde es müssen," flüstert er halblaut, fast um etwas zu sagen. Sie erröthet und wendet den Kopf nach dem Startplatz, wo die Pferde schon in einer Reihe stehen, mit nervös zuckender Ungeduld.wie sie Rennern zu Eigen ist. Die bunte Reihe der Jockeys mit dem schon zum Ritt gebogenen runden Rücken hob sich malcrisch ab von den dunklen Pferden, die den Boden der Haide mit bebenden Füßen stampften. Wolf folgte Ilonas Blicken, aber seine Augen blieben an den feinen, hellen Haaren hängen, die auf Ilonas Nacken sich duftig kräuselten. Sie trug ein röthliches Kleid, das den Hals frei ließ, auf dem koketten Hütchen eine Touffe von Haidekraut. In ihrer Toilette lag ein entzückender Chic, wie ihn Wolf nur auf den Boulevards von Paris und in den Straßen Wiens gefunden hatte. AIS fühle sie diesen auf ihr ruhenden Blick, stieg ihr eine Blutwelle zu Kopf und verbreitete sich langsam auf dem schönen, festen Halse... Auch den vollen Haarknoten, der unter dem Hütchen hervorsah, betrachtete Wolf und unwillkürlich, mit der Phantaste eines sechsündzwanzigjährigen Herzens, dachte er sich diese vollenHaarwellen aufgelöst, niederrieselnd über herrliche Schultern. Er erschrak beinahe. Solche Betrachtung schickte sich schlecht für den Freund von Titus. Einen Augenblick später ertönte die Startglocke und in wildem Lauf jagten die Pferde dahin. Auf dem Rennplatze herrschte athemlose Stille ter Erwartung, unterbrochen von einzelnen Rufen, von zischelnden verworrenen Flüstertönen, von den heiseren, an-

spornenden Naturlauten des Jockeys und dem weich verklingenden Hufschlag ver Pserve. Wolf und Ilona verfolgten aufmerksam nebeneinander sitzend, so daß ihre Arme sich fast berührten, den Verlauf des Nennens. Lola , die zuerst zu rückgeblieben war, schoß mit einmal an den anderen vorbei und sauste über das erste Hinderniß hinweg. Wolf konnte emen Ausruf der Freude nicht ? unterdrucken und unwillkürlich berühr ' ie er Ilonas Hand mit der seinen, um sie aus die Wendung von Lolas Absichten aufmerksam zu machen. Sie blickte auf und Beider Augen flamm ten ineinander, von gemeinsamer Sportlust erfüllt, dieselbe gleichsam übertragend auf ihre unausgesprochene Neigung. Titus von einer unsichtbaren Hand gewissermaßen herumgezwungen, wandte den Kopf nach der Tribüne und nickte lächelnd hinauf nach den beiden Menschen, die er am meisten liebte. Dann verfolgte er wieder mit der Gewissenhaftigkeit des Preisrichters das Rennen, das seinem Ende nahte. Lola hatte sich rn der vordesten Reihe gehalten, ja sie war den anderen um Kopfeslänge voraus, es schien zweifellos, daß sie siegen werde. Da machte Barbarossa", ein englischer Rothfuchs, gewaltige Anstrengungen, um Lola j zu Überholen. Nebeneinander sausten die Pferde hin, nebeneinander nahmen sie das zweite Hinderniß, schon hatte Barbarossa- einen kleinen Vorsprung I gewonnen, da flog Lola" über ihn hinaus und in rasender Flucht dem ' Ziele zu. Ein wildes Gemurmcl befreiter Aufregung durchwogte den Rennplatz. Wolf war von Ilonas Seite aufgesprungen und führte sie am Arm zum Sattelplatz. Fast hätte sich ! Wolf von Ilona losgerissen, um schnel- . ler, als ihre schmalen Füße es vermochten, zu Lola" zu gelangen, die schon in Decken eingehüllt, langsam aus und nieder geführt wurde. Wolf sprach mit seinem Jockey, während Ilona Lolas" Hals streichelte. Dann trat Wolf hinzu und Beide lächelten sich Äber den niedergezogenen Kopf des Pferdes hinweg fragend an, wie Kinder, die darüber nachdenken, was nun geschehen würde. Es war ihnen, als müsse diese Stimmung, die heute in ihnen gährte, ein Nachspiel haben, als müsse dieser bebenden Erwartung auch ein Sieg folgen, ein Sieg, wie die schlankbeinige Lola" ihn errungen, über alle Hindernisse hinweg an das ersehnte Ziel... Mitten in die- ! sen stummen Dialog hinein kam Titus heran, in seiner liebenswürdigen, freimüthigen Gelassenheit. Na, Kinder", -sagte er, das war aber fein, diese Lola" hat ja den Teufel im Leib, ich gratulire Dir, Wolf!" Sie schüttelten sich die Hände und Titus konnte sich nicht enthalten zu sagen: Was Du heute schön bist, Ilona Du hast doch Wolf zum Essen geladen?!" Ja, ja, natürlich," sagte sie ha stig, in einem Aufluge von Unbehaglichkeit. Titus, in seinem ahnungslosen Zutrauen, fing an, sie nervös zu machen. Sie hätte ihn lieber eifersüchtig gesehen, um ihn ein bischen quälen zu können. Als der Abend kam, überlegte Wolf einen Augenblick, ob er nicht lieber UnWohlsein vorschützen und bei Fork absagen lassen solle. Seine brüderliche Zuneigung für Ilona hatte heute bei dem Rennen unmerklich fast eine andere Färbung angenommen. Das beunruhigtc ihn. Er sagte sich, daß Ilona ihn zu lieben beginne, in ihrer kapri ziösen, leidenschaftlichen, zu allen

Thorheiten aufgelegten Art. Unb welcher Mann, den eine schöne Fra'

liebt, bliebe fest und stark in dieser steten Versuchung einer zauberhaften Nähe!? Aber dennoch, er konnte unmöglich heute Nein sagen. Heute, wo man ihm und seiner Lola" zu Ebren tafeite! Und Ilona hatte seine Lieblingsspeisen bestellt! Er freute sich halb darüber, daß kem Entrinnen möglich war!. . . . Rehfrikassee und Flamingotorte waren verzehrt und der kühle Champagner erhöhte die lebhafte Tischsttmmung. Titus hob sein Glas und leerte es auf die braune Lola". Ein kleiner Gutsnachbar ließ die Frau des Hauses leben und Wolf, dem nun eigentlich keine Wahl blieb, hielt eine klein: Ansprache auf Titus und hob sein Glas auf dauernde Freundschaft. Er erzählte be'r diesem Anlasse eine Anekdote aus ihrer Knabenzeit und wie Titus und er seit jenem Tage einander gut geblieben seien, bis auf diese Stunde. Titus schüttelte ihm gerührt die Hand und Wolf übersah deshalb, daß Ilonas Augen einen starren Blick annahmen und ihre Hände nervös an dem Rosenstrauß zerrten, der neben ihrem Teller lag. Wolf hatte ihn in Eile binden lassen und ihren Platz damit geschmückt. Er sah jetzt, daß sie ihn achtlos beiseite schob und aus der großen Vase, die den Mittelraum des Tisches zierte, ein paar andere Rosen nahm und sie an ihrer Brust befestigte. Er warf ihr einen fragenden Blick zu. Einen jener Blicke, denen ein tieferes, wenn auch unausgesprochenes Einverständniß zu Grunde liegt. Sie warf wieder trotzig die schönen Lippen auf und blickte an ihm vorbei nach dem Gatten, der voll jovialen Lebensmuthes das stockende Gespräch weiterführte und nichts von alledem bemerkte. Er gerieth allmälig mit den anderen Gästen, auf landwirtschaftliches Gebiet und bemerkte in seinem lauten Eifer über Pflugmaschinen und Reblaus auch nicht, daß Ilona aus dem Speisesaal in den Garten getreten und Wolf ih? gefolgt war. Sie ging lässig quer den WiesenPfad und fühlte, daß Wolf's Augen ihrem nachschleppenden maisgelben Kleide folgten, wie einem voraustanzenden Sonnenstrahl. Dann betrat sie den kleinen Jagdpavillon, in welchem Titus seine Waidmannssiege verewigt hatte. Mitten unter Hirschfängern, Flinten und Geweihen hing sein Bild in flotter Jägertracht, mit dem vertrauenden Ausdruck seines lächelnden Gesichtes, das ihn so angenehm kleidete. Ilona wandte halb den Kopf nach der Thür, sie wußte daß Wolf' eintreten werde. Was sie von diesem Zusammensein wollte, erwartete, das wußte sie eigentlich nicht recht. Sie scheute sich, darüber nachzudenken und sie bereute fast, hierhergekommen zu sein. Aber als Wolf eintrat, zögernd,leise, mit suchenden Augen, da ging sie ihm entgegen und ließ, wie selbstverständlich, in einem Aufruhr ihres Herzens das Haupt an seine Brust sinken, willenlos seiner Leidenschaft oder sei ner Vernunft anheimgegeben... Einen Augenblick, voll seliger Bestürzung, erglühend von der Nähe der schönen Frau, schloß er die Arme um das gesenkte Haupt und küßte die gekräuselten Haare ihres Nackens. Da, mit einem Mal, gewahrte er Titus Bild, das lächelnd inmitten der Jagdtrophäen auf ihn niederblickte, als ob es sagen wollte: Wolf, Wolf, du wirst doch deinen Freund nicht bestehlen. . So hatte Titus auch heute gelächelt.als Wolf auf die Freundschaft sein Glas erhoben hatte. Freundschaft! Das Wort machte ihn plötzlich wach und zeigte ihm den Abgrund, an welchem erstand. Er gab Ilona frei und trat zurück. Ich reise morgen nach England," sagteer weich und leise, und ich möchte nicht, daß Sie Ursache hätten, mir eineThräne nachzuweinen, Ilona! Was Sie an mir gewännen, ist nichts imVergleich zu dem, was Sie an ihm verlieren würden. Sie fühlen das nicht so in diesem Augenblick, aber Sie werden es noch einsehen lernen. Leben Sie wohl, Ilona, der Freund Ihres Mannes darf nicht anders handeln, auch wenn es ihm noch so schwer fällt.'..." Er küßte ihre niederhängende, schlanke, kalte Hand und ging. Ilona sah ihm nach mit großen bestürzten Augen, voll brennender Enttäuschung und lange nachklingender Beschämung, die erst ganz allmäliz in ihrem Herzen, verhallte, um einem Gefühle platzzumachen, das mehr an dankbare Achtung, als an Liebe streifte. Wolf , trat seine neue Reise mit dem befreienden Bewußtsein eines guten Gewissens an. Auch er hatte gesiegt wie seine Lola", aber in negativem. Sinne. Er hatte das Hinderniß nicht genommen, denn es hätte seiner Ehre den Hals gebrochen! Er weiß es. Mama: Fritzchen, weshalb zieh'n denn im Winter die Störche nach dem Süden weißt Du es schon? Fritzchcn: Ja, Mama. Mama: Nun, weshalb denn? Fritzchen: Weil die Leute da auch Kinde? haben wollen. S o Einer! Und ich bin wirklich das erste Mädchen, dem Du Deine Liebe geschenkt?" Gewiß mfin Jfwn." JÄA. man kann ntsh iiivni "Wtr I w v I Männern so sckwer glauben! Kannst Du es beschworen?" Das heißt, ich habe schon einmal ein Verhältniß mit einer Wittwe gehabt." Prompte Bedienung. Gast: Ich möchte ein belegtes Brödchen mit Ei, aber die Eier müssen frisch sein! Kellner: Sehr wohl, ich werde die Eier von der Henne direkt uuf das Brödchen legen lassen!

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