Indiana Tribüne, Volume 17, Number 346, Indianapolis, Marion County, 2 September 1894 — Page 6
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Cüzze v?n G5ot:l;aib Kurland. o vri !st er mir feit dem Abend zuwider. Q dem wir über die Arbeiterbewegung sprachen, und er in seiner herzlosen Art Harte: Vor Allem muß dieferftlafje gebracht werden, daß sie zum Arrücn da ist und zum Pariren!"? Oder ist es seit dem Tage, als er seinen Aier-ährizcn ohrfeigte, der ihre thcänenii.be r strömt entgegenstürzte mit der Kund?, daß die Marie draußen im Hofe ein Huhn todt gemacht habe, das so fürchterlich geschrieen hat, so weh that es ihm!"? Dummer Junge, ich will Dir das Geheule vertreiben, um ein elendes Thier!" hatte er das zitternde Kind wüthend angeschrieen und die Thür in's Schloß geworfen, daß das Haus erbebte. Nein, es ist länger her, da er mir zuwider ist, ich hab: :hn nie recht von Herzen c;ern gehabt, meinen Schwager. Als meine liebe einzige Schwester mir nach ihrer Verlobung sagte: Hans, wir bleiben die Alten, nicht t?ahr? Wir wollen uns Alles mittheilen wie Gute Kameraden, auch Alles, was uns drückt," da sagte ich aus meinein fünfundzwanzigiährigen Selbstvertrauen: 5! un natürlich, selöstverständliÄ!" Natürlich, selbstverständlich erschien mir damals, daß Geschwi sier, noch dazu Waisen wie wir, einander in allen Lebensnöthen beistehen, sich nichts verhehlen.sich nur die Wahrt)üi sagen, nichts als die Wahrheit. Damals schien mir das so leicht und heute! Es war in der vorigen Woche, da ist mir's wie Schuppen von den Augen gefallen. Das Unglaubliche ist wahr: er wird zum Verräther an Weib und Kind, an solchem Weibe, an solchem Kinde! Weißt Du. Robert hat seine Fehler." natürlich, aber im Grunde ist er ein Prachtmensch." so schwört dieses selbe Weib auf ihn. Er ist liebenswürdig, herzgewinnend, wenn er will; der alte Zauber, der sie ihm im Sturm erobert hat, wirkt noch heute. Ich hatte es nicht geglaubt, die halben Wink: meiner Freunde hatte ich zuerst nicht verstanden, dann über sie gelacht, und auf einmal fand ich mich in der Allee, die zu dem Dorfe führt, wo sie" wohnen sollte. Es war einer jener naßkalten Novembcrabende, die uns bis ins Mark hinein frösteln machen. Ich war bis ans End: der Dorfstraße gekommen; mir war's, als schleich? ich ihm nach, denn in dem weichen, feuchten Boden k?örte ich meine Schritt: nicht. Aus den niedrigen Vauernhäusern leuchteten di? matt erhellten Fenster. Das letzte Haus an der linken Seite war dunkk.l. Ja, was wollte ich denn hier? In jenes Haus eintreten? Eine Scene machen, wenn er dort war, mit einer Nothlüge m.ich entfernen, wenn ich ihn nicht da fand. Unsinn. Geh beim," sagte ich mir, was nützt das Spioniren! In der trüben Welt siehst Du Alles trüber an. Nov:mberstimmun7. nichts weiier!" Es ist wahr, brut.il ist er im Grunde, einfach brutal; aber er sagt mit so offenem, ehrlichem Munde: Guten Abend, mein Schatz! Ach, bei Dir isi's behaglich!" wenn er Abends ins Zimmer seiner Frau tritt. Keine Spur von bösem Gewissen zu entdecken. nicht die geringste Verstecktheit! Wie im Traume, langsam schlenrernd, war ich zurückgegangen. Ich war einige Schritte über die Stelle hinaus, wo ein Seitenpfad des Dorfes auf die Allee trifft. Da hörte ich Schritte hinter mir uf dem Kies, Schritte zweier Personen und Stimmen. Und eine helle, gesunde Lache aus weiblicher Kehle schlagt an mein Ohr: ..Na. so dumm wäre ich nicht. Dir das zu qlauben. Du bist doch ein Teufelskerl!" Still," flüsterte darauf eine Männerstimme, da geht Jemand vor uns!' Es war zu Kise gesprochen, um die Stimme erkennen zu können. Jetzt überholten sie mich. Es war nahezu schwarz unter den hohen, breitästigen Linden der Allee. Wir gingen und gingen, sie, wie zwei tiefe Schatten in dem übrigen Dunkel, immer in gleicrem Abstand vor mir. Kein Laut von Leiden. Auf dem schmalen Wege, der seitwärts in die Anlagen hinein abbiegt, machten sie Halt, schienen sie Abschied zu nehmen und in der nächsten Minute flogen schnelle Schritte an mir vorüber, zurück, dem Dorfe zu. Also morgen, vergiß nicht!" rief sie ihm noch mit halber Stimme nach, und mir war es. als ob er ebenso zurückruft: ..Ja. ja, inein Schatz!" Dann nur seine Schritte und die meinen, weiter nichts. Hier und da ein leises Knacken in den Aesten oben, sonst Alles still. Das ist sein Schritt, bestimmt! Aber wie viele Menscnen haben den gleichen Schritt! Wir waren mm am Ende der langen lllce; der Lärm aus der innern Stadt , drang nur gedämpft hierher. Noch einige hundert Schritte, und die ersten Laternen der Vorstadt malten ihre Lichtkreise auf die feucht glänzenden Trotioirs. Ich hatte mich beeilt; als er bei der dritten Laterne anlangte, war ich ganz dicht hinter ihm. Nobert, wahrhaftig! Dann wieder durch einen dunklen Raum, wieder durch einen kellen, und so fort bis dicht an seine Wohnung. Durch eine Seitengasse machte ich einen Umweg, um erst vor seiner Hausthür anzulangen, wenn er schon eine Weile oben sein mußte. Nett, daß Du da bist," empfing mich meine Schwester. Robert ist auch vor zehn Minuten gekommen. Geh hinein, bitte, ich will nur noch nach dem Jungen sehen." Sieh da. Hans," kam Nobert mir freundlich entgeg:n. Rechtes Hunde-
wette? heute, Mathilde muß uns nach dem Essen einen Grog brau?a." Und wir speisten. Hätte ein Maler Modelle gebraucht für di: Darstellung eines Familienglückcs erster Qualität, hier konnte er sie finden! Der Junge hat so lang? auf Dich gewartet, wollte nicht zu Bett, ebe Du da wärst. Zuletzt fielen ihm die Auqen zu. Habt Ihr denn immer noch so viel zu thun? Ebhard kommt imier schon um sechs nach Hause, sagte mir seine Frau." Ja, wenn der so schnell mit seinem Kram fertig wird, so ist das sein Privatvergnügen. Andere arbeiten langsamer, aber auch viel gründlicher." Du kommst direkt vom Büreau.Du Aermster?" fragte ich und fühlte, wi: mir das Herz bis in den Hals hinauf schlug. Nun freilich. Ihr habt's gut. Ihr von der Negierung. Du hast wohl schon lange Feierabend gemacht?" Ja. allerdings, von sieben Uhr an bin ich im Nebel umhergelaufen; inein Gesundheitsspaziergang! War aber ein trübseliges Vergnügen heute!" Das kann ich mir denken." sagte er unfchuldsvoll, mein Geschmack wär' das nicht." Wo warst Du denn, Hans?" fragte meine Schwester. In der Linden-Allee." Nobert fuhr unmerklich zusammen, dann aß er ruhig weiter. Mein Gott," meinte sie, das ist ja jetzt am Abend die reine Einöde da draußen. Ganz dunkel und manschenleer." Das war's auch. Auf dem ganzen Wege von Dornbach bis zur Stadt czanze zwei Menschen außer mir. Es schien ein Liebespaar, dem jedes Wctter recht ist." Roberts Gabel klirrte gegen den Teller, so zitterte ihm die Hand. Was ist?" fragte sie besorgt. O. nichts, nichts, nur wieder dieser Schwindel, wie in letzter Zeit, Du weißt, dies ewige Sitzen macht Einen ganz nervös, für mich taugt's absolut nicht. Nun ist's schon wieder gut. Bitte, noch ein Stück Fleisch! Sieh, es ist schon vorbei, hat nichts zu saaen." Auf den Grog an diesem AbenS habe ich verzichtet. Wie gehetzt bin ich dem glücklichen" Heim meiner Schwester entflohen; es zuckte mir in den Fin gern, meinen Prachtmenschen" von Schwager zu ohrseigen. . Wie ekn schlechler Kerl bin ich in diesen Tagen mir selber vorgekommen, und schwer wird es mir, meiner Schwester in ihr liebes, vertrauendes Gesicht zu sehen. Mitwisser dieses Geheimnisses zu sein und dabei nichts thun zu können, die Arme nicht einmal warnen zu dürfen! Und das Allerschlimmste, ihn schonen zu münen, den Ehrlosen, ihn nichts ahnen lassen zu dürfen von meiner Mitwissenschaft! Ja wohl, ich könnte ihm Alles sagen, ihm Vorwürfe machen, ihm meine Verachtung in sein falsches Gesicht schleudern. Was wäre die Folge davon? Ein Skandal! Und der brächte ihr Klarheit, ja wohl, grauenhafte Klarheit! Das wäre freilich so ein Meisterstückchcn von schützender Vruderliebe! Ein Satan oder ein Tölpel wäre ich, wollte ich so ihr Glück zerstören! Ich fand sie bei der Lampe am Kamin in ihrem molligen, kleinen Erkerzimmer. Sie war heiter i immer, und wi? plauderten wie in alten Taaen. wo wir nur uns allein auf der Welt hatten, wo das einzig wahre Glück des Weibes" noch nicht zwischen uns stand. Sie hatte ein Buch aus der Hand gelegt, als ich eintrat. Was lasest Du da?" fragt: ich. Ach, eine dieser modernen Novellen, die sich darauf kapriciren. Alles zu verdrehen. Nur die Wahrheit!" heißt sie. Es ist ein: Geschieht?, die eigentlich ganz einfach die Lüge verherrlicht, uns weiß machen will, daß die Wahrheit zu sagen unter Umständen eine Schlechtigkeit ist, ein ganz verfluchter Egoismus", wie da wörtlich steht." Und wie wird das begründet?" Nun, da ist eine Familie, in der Alles gut und klar ist. Vor der Welt, heißt das. Aber die schöne, junge Frau, die ihren sehr reichen Mann nur aus Berechnung heirathete, verliebt sich in einen seiner Freunde, der sie schon lange angebetet hat. Das Ende ist ein regelrechtes Liebesverhältnis das die ganze Stadt kennt, mit Ausnahme des Gatten, den seine Frau in vollkommener Blindheit zu erhalten weiß. Dieser arme Tropf von einem Mann hat aber einen wirklichen Freund, der ihn vor häuslicher Unehre bewahren will. Von diesem Freunde werden ihm die Augen geöffnet, und zwar so gründlich, daß man ihn am anderen Tage mit durchschossener Schläfe findet. Dieser wirkliche treue Freund nun wird vom Autor in Grund und Boden verdammt dafür, daß er sein Geheimniß" nicht hat auf dem Herzen behalten können, daß er wie ein altes Weib" dies ideale Familienglück ..todtgeschwatzt" hat. Stelle Dir vor. Hans, dieser Freund 'sollte mit dieser Familie verkehren, täglich vielleicht, sollte dabei um diesen Betrug wissen, die scheinheilige Frau mit dem schuldigen Respekt" behandeln! Den Freund hätte er in dem Wahne seines Glückes lassen sollen, dieses Glückes, über das die Welt -achte und lächelte! Wäre ein solches Benehmen nicht perfide gewesen, eine solche fortgesetzte Lüge? Sag, Hans, kannst Du Dir vorstellen, daß ein Ehrenmann sich dazu hergeben könnte? Hieße das nicht niederträchtig gehandelt?" fragte sie ganz im Eifer. Mir war heiß geworden, die Schläfen pochten mir. Du meinst also begann ich und ich mußte mich in Acht nehmen, daß meine Stimme nicht
z:tlerte der Freund durste unter
keinen Umständen lügen, oder vielmehr heucheln, auch dann nicht, wenn er das Glück einer ganzen Familie da durch retten konnte? Der Andere fühlte sich doch glücklich. Er hatte Kinder, an denen er mit Zärtlichkeit hing, und keine Spur von Verdacht mischt: sich in seine Liebe zu seiner Frau. Auch darin also wa? er glücklich. Und da soll so ein Freund "tommen und ihm das Alles im Namen der Wahrheit über dem Kopse in Trümmer zerschlagen! Das wäre ja ein vortrefflicher Freundschaftsdienst, wahrhaftig!" Hans, überlege, das war doch kein Glück, was der Mann hatte. Das nennt man doch kein Glück, was untergraben ist von solchem Lug und Trug! Solches Glück oder gar keins!" Aber, Mathilde, wer sich lücklich fühlt, ist glücklich. Können wir denn beschwören, daß alles Glück lauter und ganz ist, das uns so erscheint? Könntest Du es übers Herz bringen, solchen Ahnungslosen mit einem Schlage un glücklich zu machen?" Ich glaube," sagte sie nachdenklich, ich würde es so sacht, so vorsichtig nia chen, daß nicht gleich ein Unglück daraus entstände. Aber das ist jicher. so empörend lügen und mich verstellen, das könnt: ich nicht. Wo wäre denn da auch nur noch ein Funken von Selbstachtung?" Man muß oft einen Theil seiner selbst opfern, liebe Schwester, will man nicht schuldig werden. Bringt man das nicht fertig, will man nicht seine unangetastete Selbstg:rechtigkeit erhalten um jeden, auch den höchsten Preis, ja, dann handelt man unter Umständen verflucht egoistisch", wie Dein Novellist sagt. Denke Dir, Du wärst eine betrogene Frau, Dein Gatte belüge, hinterginge Dich. Mir wäre das zu Ohren gekommen, ich hätte darauf nachgeforscht und die Wahrheit entdeckt, die häßlichste Wahrheit, die es geben kann: der Verrath an einem dertrauenden, treuen Herzen. Wenn ich jetzt vor Dich hinträte und Dir sagte: Sieh. Mathilde, er ist ein Elender; so handelt er an Dir und Eurem Kinde. Hier hast Du die Beweiset Was thätest Du dann? Würdest Du mir danken. daß ich Dir die Binde von den Augen gerissen? Nein, glaube mir. fluchen würdest Du mir dafür, daß ich Dir Dein Glück so frech zerstören konnte." Sie war in der Erregung aufgestanden. Man kann sich ja nicht da hineindenken, in etwas, das unmöglich ist," sagte sie. Aber freilich, das weiß ich verrückt machen würdest Du mich, wahnsinnig, das ist sicher! Da hülfe auch die größte Vorsicht nicht, so weit hast Du Recht. Aber trotzdem, wohin sollte es führen, wenn die absolute Wahrheit nicht mein Gott, da ist Nobert schon," unterbrach sie sich, als wir ihn die Korridorthür aufschließen hörten, und der Thee noch nicht fertig! Mögen die Novellisten sich ihre Köpfe über solche Fragen zerbrechen. Was gehen sie im Grunde uns an? Nichts, sollte ich meinen!" Nichts, Du hast Recht sagte ich mechanisch. Und das Glück" meiner Schwester, das mir das Herz zerreißt, blüht lustig weiter bis auf den heutigen Tag. Wahnsinnig machen würdest Du mich," sagte sie neulich Abends mit flammenden Augen. Und ich rühre nicht den Finger, um dieses Glück zu tödten. Ich habe Erbarmen mit ihr, und ich lüge!" Abschied.
So wird es kommen so kommt es gewiß: Es naht die Nacht und di: Finsterniß, Wir stehen Beide am Scheidewege, Leis' flüstern des Herzens schmerzende Schläge: Noch bist Du mein! Noch bist Du mein!" Noch viel will ich fragen und kann es nicht. Ich streichle nur immer Dein liebes Gesicht. Von meinem Nacken löst Du die Hände, Und ich begreife: das ist das Ende! Rings aber erblaßt der letzte Schein Dann küssest Du mich zum letzten Mal, Und wanderst zurück in D:in Heimaththal Ich sehe, wie sich die Schatten breiten Um Deine Gestalt dann: jäh' entgleiten Seh' ich Dich mir und bin allein! Sie will Widerspruch. Frau: Mann, hast Du dem Kellner ein Trinkgeld gegeben?" Mann: Ja. liebe Frau." Frau: Hast Du ihm viel gegeben?" Mann: Ja, mein Weibchen." Frau: Du hättest ihm aber nicht viel geben sollen!" Mann: Ich hab ihm auch nicht lies gegeben. Herzchen." Frau: Du hättest ihm gar nichts geben sollen!" Mann: Ich habe ihm auch gar nichts gegeben. Liebste." Frau (wüthend): Ö, Du ärgerst mich zu Tode!' Mann: Aber, liebe Frau, ich will Dir doch nicht widersprechen." Ein süßer Trost. Edith: Wenn Jack Varlow um mrine Hand anhalten würde.ich würde wirklich nicht wissen, ob ich Ja" oder Nein" sagen sollte." Maud: Das laß Dich nicht beunruhigen. Ich habe mich gestern Abend mit ihm verlobt!" So ist's recht! Denk' Dir' gestern hat mich der Lieutenant Wider meinen Willen auf die Schalter geküßt! Dem werd' ich das nächstens ab:r zeigen, daß ich den Mund aus dem rechten Fleck tyUi
(tljicrafijte. VonA. G er so n.
Der Neue Berliner Thierschutzverein hat kürzlich ein Thierasyl begründet und es verlohnt sich wohl, demselden einen kurzen Besuch abzustatten. Nehmen wir an. daß wir bei diesem Besuche gleich einen auf der Straß? herrenlos gefundenen Hund zur Ablieferung mit uns bringen. Derselbe wird in der Anstalt, nachdem die Eintragungen in die Bücher und Listen bewirkt sind, einer gründlichen, meist auch recht begründeten Reinigung unterzogen und, nachdem er vom Thierarzte untersucht und gesund befunden idiiL i'lii,'!Mik ijyiiip ffrn Wauwau in der Kur.' ist, unter Berücksichtigung von Rasse, Geschlecht und Charakter entweder in eine gesonderte ode? gemeinschaftliche Zelle gebracht. Diefe vertauscht er bei schönemWetter mit einem derTummelPlätze, deren das Asyl, um die erforverliehen Sonderungen vornehmen zu können, mehrere angelegt hat. Kranke Thiere, ebenso diejenigen, welche Jungen haben, werden in dem Krankensaal untergebracht, in dem zahlreiche bettähnliche Käfige aufgestellt sind. Unheilbar kranke Thiere werden in einem besonderen Raume mittelst Eyankalilösung in möglichst schmerzloser Weise getödtet. 'Tummelplatz für Hunde. Neben denHunden stellen die Katzen das Hauptkontingent der Asylbewohner. Papageien, Eichhörnchen, Meerschweine und so weiter werden nur in einzelnen Exemplaren beherbergt, Pferde und andere größere Theere finden zur Stunde noch keine Aufnahme, sollen jedoch später ebenfalls Berücksichtigung finden. Katzen-Hospital. Der Katzenboden ist mit allem Komfort versehen, den sich eine rechtschaffene Katze nur wünschen kann. Durch den vermittelst eines Drahtgewebes für Katze und Kater grennten Raum zieht sich der Schornstein,dessen Wärme im Verein mit dem benachbarten. trauliche Schmollwinkel darbietenden, freiliegenden Balkenwerk schon zwei hauptsächliche Katzenwünsche erfüllt. Hier und da hängen von der Decke zum Spielen einladendeSchnürc mit Bällen herunter. Katzenmütter mit Jungen versammeln sich in großen, in vier Kammern getheilten und mit Heu und Stroh gepolsterten Weidenkörbchen. Auch das für das Wohlbefinden einer Katze, beziehungsweise eines Katers so wichtige Promeniren auf dem Dache wird durch eine sinnreiche Einrichtung ermöglicht. Ein Fenster des Bodens ist mit einem platten Dache durch eine Leiter verbunden und alles durch einen großen Käfig aus Drahtgeflecht eingeschlossen, so daß den Dachpromenaden ein bestimmtes Ziel gesetzt wird. Katzenboden. Außer den Findlingen, die auf Kosten des Asyls beherbergt und erhalten werden, werden auch Pensionäre gegen mäßige jEntschadigung aufgenommen. Gegen Ersatz der aufgewendeten Kosten und Ausstellung eines Reverses, in dem man sich zu einer den Tendenzen des Instituts entsprechenden BeHandlung verpflichtet, kann man auch dem Asyl gehörige Thiere käuflich erwerben. Die Verwaltung des unter Vevmeidung jedes unnützen Schmuckes eingerichteten Asyls untersteht einem In-
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spektor, während eine Anzahl Warterinnen die Thiere bedient. Mittels eines eigenen Wagens werden an bestimmten Tagen die an verschiedene Sammelstellen eingelieferten Thiere abgeholt und der Anstalt zugeführt. Dic deutsche Znsautcrie. Seit geraumer Zeit ist man mit der Umänderung der deutschen InfanterieUniform beschäftigt; der enge steift Halskragen, der schwere Helm und unbequeme Tornister waren ebensoviele Steine des Anstoßes, die auf die Seite geräumt werden mußten. Unsere Abbildungen geben nun eine Anschauung der Versuchsstücke, die seit einiger Zeit bei verschiedenen Bataillonen getragen werden. Das erste Bild stellt einen Unterofsicier vom Kaiser Alexander Grenadier-Regiment in Berlin dar. Sein Waffenrock zeigt im Wesentlichen denselben Schnitt wie früher, nur der Kragen weist eine auffallende Veränderung auf. Es ist ein weicher Umlegekragen, von der Grundfarbe des Rockes, heruntergeschlagen und auf der sichtbaren Fläche zu beiden Seiten je mit einem rothen Kragenspiegel verziert, welche bei der Garde mit Litzen versehen sind. Die Unterossicierstresse
läuft um den oberen Rand, ebenso wie seither am Stehkragen. Bei schlechtem Wetter. Frost u. s. w. kann der Kragen in die Höhe geschlagen und durch einen Riegel geschlossen werden. Der Rock selbst hat vorne des tieseren Halsausschnittes wegen nur noch 7 Knöpse statt 8. und seine Schöße sind hinten offen. Der Helm ist aus feinerem Leder gefertigt, sein Beschlag ist aus Aluminiumbronze statt aus Messing, wodurch eine ganz wesentliche Erleichterung erzielt wurde. Aus Aluminium ist auch die Feldflasche.sowie die gesammte Metallausrüstung des Tornisters. Dieser ist im Innern zweckmäßiger eingerichtet, der Brotbeutel ist weggefallen, bezw. mit der Klappe verbunden. Der Tornister hat auch einen tieseren Sitz, so daß beim Liegendschießen der aufgeschnallte Mantel nicht mehr mit dem Helmrand zusammenstößt und den Mann behindert. Die hintere Patronentasche ist ganz in Wegsall gekommen. die vorderen fassen dagegen jetzt je 45 Patronen (statt 30) und in der Tornisterklappe sind Taschen zur Aufnähme von noch zwei Paketen zu 30 Patronen angebracht. Von der rechten Schulter zur Brust läuft die neue Schießauszeichnung aus schwarz-weiß-rothem Wollgeflecht. Das andere Bild veranschaulicht di: Litewka, die als etatmäßiges Kleidungsstück an die Stelle der Drillichjacke tritt.- Sie ist im Allgemeinen von blauem, bei den Jägern und Schützen von grauem Molton, hat im Schnitt Ähnlichkeit nt der schon länger eingeführten Landwehr-Litewka, von welcher sie sich durch etwas gefälligere Form und durch den. Umlegekragen unterscheidet. Die blanken Metallknöpfe des Waffenrocks sind durch selche von Horn ersetzt. i m Das ist die Liebe. Gnädige: Einmal kommt ein Infanterist, einmal ein Kavallerist, dann wieder ein Artillerist und jeder ißt was ist denn das?" Köchin: Das ist die Liebe !" AufjcdenFall. A.: Gestatten Sie mir. Ihnen zu gratuliren, Herr Müller; ich lese eben in der Zeitung. daß Ihre Frau Si? mit Zwillingen beschenkt hat." B.: Das ist ein Irrthum, der Vater heißt Josef Müller und mein Name ist Heinrich Müller." A.: So? Na, dann gratulire ich erst recht!" Aus Vagabunden kreisen. Der Eim: Heute ist mir eine große Ehre widerfahrer:!" Der Andere: Nun?" Mein neuester Einbrück ist in allen Leitungen sehr günstig rezensirt worden!"
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2m Zleiche der Mode. Eine kurze Spanne Zeit nur ist der elsenbeinweiße Moire und der Moire antique während der all: Gebiete umfassenden Moiremode als Material sü? Brautkleider in Action getre'ten. Sei es, daß der Kostenpunkt dzbei eine Rolle gespielt hat Moire in minderer Qualität läßt auf den ersten Blick seinen wirklichen Werth errathen sei es, daß der schwere Stoff nicht in allen Fällen, z. B. für kleine unansehnliche Figürchen, für passend und vielleicht auch zu wenig jugendlich kleidend erachtet wurde, er hat dem altmodernen, jetzt zu neuer Würde erhodenen Taffei den Platz geräumt. Dieser wird rein- und mattweiß und nur in guter Qualität genommen. Er vereinigt mehrere Vorzüge: Haltbarkeit. Billigkeit und leicht mögliches Färben. Daß die Facon eines Brautkleides möglichst einfach sein soll, ist zu bekannt, als daß wir diesen Umstand besonders betonen müßten. Spitzen so!len für junge Bräute wenig in Anwendung kommen, es sei denn eine echte Kante, die in möglichst prunkloser Art placirt werden soll. Auch viel Myrthenschmuck wird vermieden; neuer dings sind es modernste Seiden- und Silber-, allenfalls Paillettenstickereien, die, auch nur in geringem Maße, etwa als Tablier oder Aermelschmuck das eintönige Weiß unterbrechen. Unsere erste Abbildung zeigt ein Brautkleid aus Taffet mit Perlensticke-
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Brautkleid aus T a f s e t. rei. Die Schnebbentaille schließt rückwärts mit Haken; sie ist vollkommen anpassend und wird mit Silberflitter bestickt. Man schneidet die Oberstofftheile in gleicher Form mit dem Futter; die vordere Schweifungsnaht reicht bis zum Halsrande. Die Aermel haben anpassendes Futter, mit welchem die Stulpen gleichartig zu bilden sind. Die 'Schoppen sind wie der Rock mit Seiden- und Silberstickcrei verziert und haben Schlitze, welche mit gouffnrtem weißen Mousseline-Chifson ergänzt sind. Der Stoff zu den bauschigen Aermeltheilen soll in die Rundung geschnitten sein, um di: von den Achseln abfallende Form annehmen zu können. Maschen aus Taffetband schließen die Schlitze ab. Das Futter des Rockes gibt leichter Seidenstoff; am Vorderblatte erscheint eine guirlandenförmige Seiden- und Silberstickerei, die sich in gleicher Form mit dem Taillenrande nach rückwärts zieht und dort mit zwei gekreuzten Ausläufern abschließt. Paillettenstickerei am Tablier. Die übrigen Illustrationen v,?ran, schaulichen elegante Sommertoilettea und zwar die zweite ein Sommerkleid aus silbergrauem Taffet und gouffrirtem weißen Mousseline-Chiffon. Die Miedertaille wird separat angelegt. Sommerkleid aus Taffet. schließt vorne mit Haken; der üöeriretende Vordertheil ist mit dem Gürtel niederzuhalten. Wird die Miedertaille nicht getragen, dann bedient man sich eines weißen Gürtels, entweder aus Leder oder aus Band, welches vorne zu einer Masche geknüpft wird. Es kann statt des Seidenstoffes auch Lustre genommen werden, und der Doppelrock und die Blouse könnten statt aus Mousseline-Chiffon auch in Batist ausgeführt werden. Der Rock wird wohl, . was wegen der Breite des Seidentof-! fes am bequemsten ist. aus Zwickelthei-1 len zusammengestellt, doch müssen diese. ! um den Rock breit zu gestalten, erstens in genügender Anzahl und zweitens in entsprechender Abschrägung verwendet werden. - Die Rllckenbahnen werden ebenfalls an beiden Langenseiten m Zw!ckel geschnitten. Der Rock wird, zum genügend abstehen zu können, etwa '30 Zoll hoch mit Steif-Mousseline uniterlegt; am unteren Rande kann. !wenn dies etwa unterbleiben fzllte. '.zwischen Stoss und Randbesatz eine
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Bastbordej eingenäht werden. Das zackige Ueberkleid erscheint wie die Blouse in gouffrirte oder plissirte Falten geordnet. Die Blouse hat eine rund ausgeschnittene, mit möglichst we nig Nähten ausgestattete Futtertaille und gouffrirten Bahnen, die, sich über einanderlegend, den vorderen Hakenverschluß decken. Die Aermel ruhen gleichfalls auf Futter; durch die AnHäufung der Falten beim Ansätze der Aermel bauschen sich dieselben am Ellbogen mehr als oben. Am Rane des Aermels Gummizug, mittelst dessen er zu beliebiger Höhe gschoppt werden kann. Die Miedertaille soll ebenfalls mit möglichst wenig Nähten versehen sein; sie besteht aus einer Rückenbahn und zwei mit je einem Einnäher Versehenen Vordertheilen, deren überzreifender eine mittlere Schweifungsnah! erhält. Die Achselträger aus schwarzem Taffetbande können mittels Si cherheitshaken befestigt sein. Ein Promenadekleid a u 5 Woll-oderSeidenstoff . ist in der dritten Abbildung dargestellt. Die Llousentaille schließt rückwärts mit Haken; die aus weißem Mousse-line-Ehiffon in schmale Säumchen genähte Passe erscheint nur vorne, wo sie in gefalteten, zu beiden Seiten in kleine Rosetten endenden Bandspangen ihren Abschluß findet. Unterhalb des Bandes schließt sich eine Zackenspitze oder Batiststickerei an die Passe, bis zu den Seitentheilen reichend. Der Oberstossvortheil bleibt nahtlos, ist gereiht an die Passe gesetzt und wird wenig überhängend gestaltet. Der Gürtel schließt rückwärts unter einem Köpfchen mit Haken; zu beiden Seiten erscheinen Stoff- oder, Bandschleifen mit separat aufgesetzten kleinen nach aufwärts strebenden Maschen. Der Rock wird in gewöhnlicher Art hergestellt. EingutesWeib. Gatte: Was, Du hast Dir scho wieder einen neuen Anzug bestellt?Gattin: Sei nicht böse, ich habe ihn aus meiner eigenen Tasche bezahlt!" Gatte: Wo hast Du denn das Geld her?" Gattin: Ich habe Deinen SommerÜberzieher verkauft!" AusderKaserne. Wie schreibt man Grenadier? Nun Einjähriger, beantworten Sie die Frage, Sie müssen ja orthographisch können!" Eine Familien ka tastrophe. Sie: Lassen Sie das, bitte!" Er: Was soll ich lassen?" Sie dürfen nicht auf den Knieen vor mir liegen!" Und warum nicht?" Mein Bruder könnte in's Zimmer kommen!" Was wäre dabei? Er darf es wissen." Ja, aber wenn, er es weiß, pumpt er Sie an, und ich habe schon drei Verehrer dadurch verloren!" Beinahe. Freundin: Wie in diesem vollgepfropften Kupee hast Du gesessen?" Ach. es war schrecklich, dies: Hitze und der Tabaksqalm. beinahe wär' ich auf der letzten Sta tion in ein Damenkupee gestiegen!"
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