Indiana Tribüne, Volume 17, Number 346, Indianapolis, Marion County, 2 September 1894 — Page 2

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Aas Jcirathsaltcr.

f Die verschiedenen Gesetzgebungen ha ben die Minimalgrenze des Heiraths fähigen Alters verschieden festgesetzt. Auf Grund der betreffenden Codifikaiionen ergibt es sich,daß heirathen dürfen in: Oesterreich: Mädchen von 14, ManZicr von 14 Jahren. Deutschland: Mädchen von 14, Männer von 18 Jahren. Belgien: Mädchen von 15, Männer ton 18 Jahren. Spanien: Mädchen von 12, Männer von 14 Jahren. Frankreich: Mädchen von 15, Maner von 18 Jahren. Griechenland: Mädchen von 12, Männer von 14 Jahren. Ungarn (Katholiken und Orthodoxe): Mädchen von 12, Männer von 14 Jahren. Ungarn (Protestanten): Mädchen von 15, Männer von 18 Jahren. Italien: Mädchen von 15, Männer von 18 Jahren. Portugal: Mädchen von 12. Männer von 14 Jahren. Nuhland: Mädchen von 15, Männer von 18 Jahren. Rumänien: Mädchen von 16, Männer von 18 Jahren. Schweiz (je nach den Kantonen): Mädchen von 12 bis 17. Männer von '14 bis 20 Jahren. In unserem eigenen Lande bestehen n dieser Beziehung keine einheitlichen gesetzlichen Bestimmungen und kann in jeder Staat dieselben nach eigenem Ermessen regeln. Wie man aus dieser Zusammenfiellung sieht, bildet in civilisirten Ländern bei Mädchen das zwölfte, bei Männern das vierzehnteLebensjahr die Minimalgrenze des heirathsfähigen Alters. Diese Gesetzesbestimmungen ntsprechen natürlich nur höchst selten dm thatsächlichen Verhältnissen. In den meisten Ländern wird wohl die allersorgsamste Mama ihre 14jährige .Tochter kaum schon für heirathsfä,rjiq" halten, und ein Mann" von 14 Iahren, der einen eigenen Hausstand ründet.gehört gewiß auch zu den Sel'tenheiten. Im Gegentheil: man hat in den civilisirtesten Ländern, wie in 'England und Frankreich, besonders beim Mitteljnde und in der Aristokratie die Beobachtung gemacht, daß das thatsächliche Heirathsalter in den letzten Jahrzehnten gestiegen ist. Mädchen, die vor 30 oder 40 Jahren als sitzen geblieben" gegolten hätten, sind beute eine reife Partie", und daß man clä Junggeselle nahezu ein Großvateralter erreichen muß, um ganz außer Combination gelassen zu werden, ist auch bei uns zu Lande bekannt. Diese auch von der Statistik bestätigten Verbältnisse sind in dem erschwerten Kampfe ums Dasein" begründet. Das Gesetz aber steht mit seinen Bestimmungen fast überall auf dem Standpunkt: Es gibt keine Kinder inehr" und erklärt z. B. in Spanien Ehen zwischen 14jährigen Männern" und 12jährigen Mädchen für giltig. Im Orient natürlich hält man sich blos i thatsächliche Verhältnisse und in Egypten gehören vollständig abgeblühte und verwelkte Frauen von 14 Jahren nicht zu den Seltenheiten. In Indien gibt es der 13jährigen Wittroen eine schwere Menge, denn erst vor .circa zwei Jahren hat sich die englische Regierung zu einer Reform der indischen Ehegesetze entschlossen, durch welche es unmöglich gemacht wird, daß Mädchen von 10 bis 12 Jahren von ihren Eltern an Gatten verkauft werden. die fünfmal so alt sind. Johanna von (5ulenthal. (Volkö-Valade mit sächsischer Chor. Erläuterung.) Solo: 5s blinken im frostigen Monde'strahl Die alten, verwitterten Zinnen: Gott grüße dich.Veste von Eulenthal Heut' führ' ich die Holde von hinnen! (Chor: Der Sie das ruft, is Sie nämlich ä bildhibsches. blondlockiges Gerlchen von zweeunzwanzig, ä schneidiger Graf aus dem Pärn'schen.) Solo: Was schleicht da im Busche so arausig und stumm. Den Zorn im gespenstischen Blicke? Den Gürtel hat er. den Harnisch um. Und es drückt ihm der Helm das Genicke. . . . (Chor: Der nu hingägen is Sie "der alde Raubridder Vumbo von Eilendhal; ä bfiffigcs Luder; der hat Sie Lunde gerochen!) Solo: And wie nun der Knabe so jung und so heiß Hersprengt auf dem schnaubenden Pferde, Da donnert ihn an der gewappnete Greis, , Und den Handschuh wirft er zur Erde. (Chor: Nu geht'j.' ws! Ei Herr 3nsch nee, is Sie das ä ferchterliches Gemerel!) Solo: Todt liegen sie Beide im rauchenden Blut Bei'm Stumpf der geborstenen Tanne. Wer winkt da vom Söller im ReiseHut ? V:klagenswerthe Johanne! (Chor: Das is Sie nämlich die Ehegemahlin des Bumbo von Eilendhal. die bpflichtvergess'ne Person, die der Jingling entsihren wollte. Siehste, Du Deibelsmamsell, nun kannste Dei Handwffen Widder auspacken!)

Vlndcrunartcn. Eine pädagogische Studie von Joh. Peter.

Eine der bäufigsien Kinderunarten ist der Ungehorsam. Bekanntlich ist der Befehl eines der wichtigster und häufigst gebrauchten Erziehungsmittel, der sowohl in psychologischer als auch in logischer Folge unbedingten Gehörsam verlangt. Dieser Gehorsam, sei es der bloß mechanische, odev der Gehörsam aus Liebe oder der höchstpotenzirte Gehorsam aus Einsicht, ist es nun, der von den wenigsten Kindern geübt wird, und es ist unbedingt eine bedenkliche Sache, wenn ein Befehl erst mehrmals wiederholt werden muß und dann erst noch nicht fruchtet. Dadurch verliert er schon seine Wirkung, denn im Wesen deö Äefchlcs ist es schon begründet, daß derselbe kurz und bestimmt, entschieden und' unwiderruflich, also consequent sein muß. und wenn dem Gebot und Verbot, der positiven oder negativen Form o:3 Befehls, nicht sofortige Folge acleistei wird, dann darf der Erzieher an keine Nachgiebigkeit denken, sondern muß mit eiserner Consequenz bei seinein Befehle verharren, und sollte dieser auch die Gestalt d:s Zwanges anrühmen! Der Zwang wird die Strafe vereiteln, sollte aber auch er wirkungslos bleiben, dann muß dieselbe in ihre Rechte treten und die Ruthe wird dann zum Sieg: des Erziehers führen. Nur Consequenz gehört dazu, und der freiwillige Gehorsam wird dann alsbald eine der ersten Tugenden des Kindes sein, Gehorsam, der zum späteren Befehlen befähigt. Faulheit und Trägheit sind ebenfalls nicht seltene Erscheinungen an unserer Jugend. Vom sittlichen und materiellen Werth der Arbeit soll das Kind frühzeitig die richtigen Begriffe erhalten, und deshalb ist es eine pädagogische Pflicht, die Kleinen aus den? Banden des Müßigganges in die gesegrieten Bahnen der Beschäftigung zu führen, sei dieselbe nun körperlicher oder geistiger Natur. Arbeit schändet keinen Stand und keine Bildungsstufe, und in jeder socialen Schichte gibt es im häuslichen Kreise der Verrichtuno.en genug, welche spielend leicht vom Kinde geübt werden können. Man leite also frühzeitig das Kind durch den ehrenden Auftrag zur Arbeitsfreude und dulde auf keinen Fall den Hang zum Müßiggang, wenn die Epoche des Spieles überschritten ist; Arbeit erhält körperlich und geistig gesund und führt zu Wohlstand. Zufriedenheit, Selbstgenügen und Selbstschätzung. Sie lehrt den Werth des Geldes achten und macht uns mit der Sparsamkeit vertraut und der zielbewußte Erzieher wird es leicht zu Stande bringen, den Hang zur Faulheit zu bannen, indem er immer in der Form des wohlgemeinten Auftrags, das Kind zu verschiedenen leichten Beschäftigungen anleitet, die er durch sein Lob belohnt und durch sein Wohlgefallen adelt. Nur dann wird sich das Sprichwort bewähren: Jung gewohnt, alt gethan." Eine sehr häufige Kinderunart ist auch die Unverträglichkeit, der Hang zu Streit und Zank, der, wenn einmal eingebürgert, nur schwer mehr auszurotten ist und oft die größte Kunst des Erziehers herausfordert. Man muß sie nur einmal beobachten, die lieben Kleinen, wie leidenschaftlich sie schon sein können, wie der Zorn ihre Gesichter röthet und die Kampfbegier aus ihren Augen blitzt! Und das Faustrecht, das sie bei solcher verwerflichen Gemüthsaufwalluz so gerne auszuüben bereit sind, contrastirt seltsam mit der Nawi tät unbefangener Kindlichkeit, die ja doch immer der schönste Schmuck der Kindesseele sein soll. Dieser Leidenschaft mit ganzer Energie und unbeugsamer Strenge entgegenzutreten, ist pädagogisches Gesetz, denn nicht selten artet dieselbe in Bosheit und Nachsucht. Schadenfreude und Verleumdungssucht aus. dunkle Flecken im Kin)ergemüthe, die die verhängnißvollsten Folgen nach sich führen können. Sobald sich diese Laster bis in die Schule fortpflanzen, hat der Lehrer schon einen schweren Standpunkt, denn wenn sich Geschwisier nicht vertragen können, wie soll dies dann unter fremden, Kindern möglich fein? Da hat der Lehrer oft nichts anderes zu thun, als Streitigkeiten zu schlickten und einen steten Untersuchungsrichter zu spielen, und wie viel kostbare Zeit geht dadurch für den Unterricht verloren! Verwandt mit diesem Uebel ist die häßliche Klatschsucht, die einem Kinde nicht schön ansteht und es dem Lehrer widerwärtig macht. Und da gibt es Individuen, die förmlich mit den Augen nach Stoff zum Klatschen und Angeben suchen und ihre heillose Freude haben, wenn der auf's Korn Genommene seinen Merks- bekommt. Der Begriff wahrer Nächstenliebe und innigen Mitgefühls mun ron in der amilie geweckt werden; Eltern sollen es unter keiner Bedingung dulden, wenn sich die Kinder bei jede? kleinsten Gelegenheit verklatschen, also bestrebt sind, einander zu schaden. Das ist schon Uebelwollen, der pure Gegensatz von Wohlwollen, das zu den sittlichen Ideen gerechnet wird! Es soll den Kindern verwehrt werden. Neuigkeiten zu erlauschen und auszutrommeln, weil eine solche Vegierde nur denKlatschtrieb fördert, und dies ist eine Leichtigkeit, wenn - man ihnen kein Gehör schenkt und sie bei jeder Gelegenheit in die Schranken des Wohlwollens und der Menschenliebe zurückweist. Aurf das vorlaute Dreinreden ht die Gelvräche Erwachsener ist eine häufig vorkommend: Kinderunart, die unbedingt nicht geduldet werden darf, weil sie den Grund zur Bescheidenheit unierwüblt und das Kind zu einem falschen Selbstgefühl verleitet. Das Kind soll in Gesellschaft immer Empfänger sein, es soll sich bewußt sein, daß 'es

ein Necht zum Sprechen nur nach erfolgte? Aufforderung erhält, und dann soll es aber auch beherzt, ohne Ziererei und Geschämigkeit seine Meinung sagen in einer Form, die den guten Ton der Erziehung erkennen läßt. Nichts steht einem Kinde widriger an, als vorlautes oder übertrieben verschämtes Benehmen die goldene Mitte wird sich auch hier als der beste Weg erweisen Lügenhaftigkeit ist nicht nur eine der meist vorkommenden, sondern) auch der gefährlichsten Kinderunarten, der mit ganzer Wachsamkeit und eiserner' Strenge zu begegnen ist. Der Geist der Wahrhaftigkeit soll das Kind in jeder Lebenslage beseelen, die Wahrheit soll es freimüthig bekennen, wenn cs auch gefehlt und demnach Strafe zu gewärtigen hat, und sobald es einmal seine Zuflucht zur so oft entschuldigenden Nothlüge nimmt, nistet sich in seiner Seele auch gar bald die Gewohnheitslüge ein, und nun sucht es Alles mit dem Deckmantel der Lüge zu verbergen. Aus dem jungen Lüg?.er wird aber nur zu oft ein alterDieb und oft noch mehr, und schon deshalb, wie auch aus allgemein sittlichen Gründen, ist die Lüge mit der strengsten, Strafe zu bedenken. Hier erweisen sich Lehre und Beispiel als die besten Erziehungsmittel und insbesondere ist der Umgang des Kindes mit seinesgleichen streng im Auge zu behalten und sorgfältig zu controllircn. Auch die Thierquälerei ist eine oft zu beobachtende Kinderunart, die nicht selten in blindwüthende Mordlust ausartet und jeglichen Keim von Mitgefühl erstickt. Die Erfahrung hat gelehrt, daß die herzlosesten Menschen in ihrer Jugend grausame Thierquäler gewesen, und weil im Kinde der Zerstörungstrieb im besonderen Maße ausgeprägt erscheint, so hat die Erziehung ihre ganze Kraft aufzubieten, diesem Wilden Triebe Einhalt zu gebieten, wenn er zur ThierquälereZ ausartet. Wecken wir in dem kindlichen Gemüthe das innigste Mitgefühl für die von uns abhängige 'Thierwelt mit dem Hinweis, daß auch die hilflose Creatur demselben Schöpfer sein Dasein verdankt, den wir unsern Vater nennen, und daß es ein Recht auf fein kurzes Leben hat, das zu schmälern eine große Sünde ist. Und sollte diese Belehrung nichts nützen, dann vergelte man einmal Leid mit Leid, Schmerz mit Schmerz, und wir sind überzeugt, daß dieses letzte Mittel gewiß nicht seinen beabsichtigten Zweck verfehlen wird. Zu den Kinderunarten gehört auch die Unordentlichkeit, die der zarten Menschenpflanze nicht schön ansieht. Schon das deutsche Sprichwort und so manches gewichtige. Dichterwort bringen uns den sittlichen Werth derOrdnungsliebe so rech! eindringlich zu Gemüthe. Die Erziehung zur Ordnungsliebe ist im Ernebungswerke ein Capitel für sich allein Halte Ordnung, übe sie, Ordnung spart dir Zeit und Müh'!" sagt das Sprichwort ein Kernsatz, der unserer Jugend nicht genug eingeprägt werden kann. Mit gutem Beispiel heißt es da vorangehen und die Controlle über des Kindes Bewegung im Hause muß eine stete sein. Ordnungsliebende Kinder werden früh zu Bette gehen und früh aufstehen, weil diese Lebensordnung am meisten der Natur entspricht. Die Kleidung wird auf den bestimmten Platz zu legen sein, Bücher und Schrifien sind hübsch beisammen zu halten; man wird kein Loch im Aermel, keinen fehlenden Knopf an Kleidung und Cck.ubwerk dulden, zur Schule dürfen die Kleinen nicht zu früh und nicht zu spät geschickt werden, und was im Wege liegt, muß aufgeräumt werden. Nur so gewöhnt man sich eine sittlich: Lebensordnung an, und deshalb darf der Hang zur Unordentlichkeit auf iti nen Fall geduldet werden. V Eine andere Unart ist die Unreinlich keit. Die äußere Reinheit ist der inneren Unterpfand, und rein soll die Kindesseele sein wie die Lilie. Von der Reinheit hängt die Selbstschätzung nicht wenig ab, deshalb soll durch die Methode der Gewöhnung das Kind früh-zei-tiq zur Reinlichkeit geführt werden. Alles an ihm und seine Schulsachen soll blank und sauber sein, und das häusliche Beispiel muß derart beschaffen sein, daß es zur Nachahmung dient. Das Haus muß die beste Schule der Reinlichkeit sein. Manches andere ließe sich noch anführen, doch beherzigen wir diese kurze Darlegung wärmstens. Im Keime begriffene Unarten sind noch leicht zu ersticken, sie sind die Steine, welche der Sittlichkeit im Wege liegen, und weil die Sittlichkeit dieKrone aller Erziehunn ist. so müssen dieselben hinweggeräumt werden mit dem Aufgebote der gon-zen moralischen Kraft, so daß sich auch hier Schillers Wort bewährt: Kannst du nicht scbön empfinden, dir bleibt doch, vernünftig zu wollen Und als ein Geist zu thun, was du als Mensch nicht vermagst!" Jenachdem. Mann: Ich werde heute Abend den jungen Doctor mitbringen!" Frau (die mehrere heirathsfähige Töchter hat): Ist schon recht! (Klingelt; Köchin erscheint): Marie, wir bekommen heute Abend Besuch, machen Sie eine feine Bowle!" Mann: Er ist ein äußerst netter Mann, den Jeder sofort lieb gewinnt!" Frau (klingelt): Marie, machen Sie für heute Abend auch einige Torten!" Mann: Ebenso nett und liebenswürdig soll auch seine junge Frau sein!" Frau (klingelt): Marie, lassen Sie das mit der Bowle und den Torten und serviren Sie .heute Abend nur Bier!" Kasernhofblüthe. Unterofficier: Lümmelt sich der Mensch wieder am Querbaum herum wie ein Zebra, das sia? di: Streifen am Gummibaum Herausradiren will!"

Ein Königreich in Miniatur. Königin Anna von Trinidad" dürfte wohl der stolzeste Titel sein, welchen ein reiches Jankeemädel jemals erstrebt hat. An amerikanischen Goldkäfern, denen die millionenreichen Papas europäische Marquis, Barone. Grafen, Lords, Herzöge und Fürsten gekaust haben, ist bekanntlich kein Mangel, allein zur veritabeln Königin hat es noch keine Tochter der amerikanischei? Geldaristokratie gebracht. Diese Ehre nun soll der Tochter des Oel-Millionärs John H. Flagler. welche die Gattin des französischen Barons Harden-Hickey ist, zu Theil werden. Dieser Baron scheint das Prototyp eines französischen Edelmanns der alten Schule zu sein, wie sie Dumas der Aeltere in seinem berühmtenRoman Die drei Musketiere" so anziehend geschildert hat. Voller Muth und Verwegenheit, mit Muskeln von Stahl und scharfem Verstand begabt, hat der 40 Jahre alt: Baron, der aus einer alten irischen, zur Zeit der Verbannung der Stuarts aus England nach Frankreich geflüchteten Familie stammt, die ganze Welt durchwandert. Er war Jesuitenzögling in Namur und flotter Student in Leipzig; er besuchte die Militär-Akademie von St. Cyr und war mit Erfolg als Literat wie als Journalist thätig. Als Herausgeber des Journals Triboulet" in Paris gerieth er in Tribulatioven; 114 Male wurde er vor das Gericht citirt und die ihm auserlegten

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König James der Erste. Strafen beliefen sich auf mindestens 300.000 Frs. Gewandt mit der Feder, führte er eine gute Klinge, wie er in einem Dutzend Duellen bewies. Als die französisch: Regierung ihm den Boden zu heiß machte, ging er nach England und von dort aus trat er auf dem' Kauffahrer Astoria", Capt. Jackson, eine Reise um das Cap Horn an. Durch einen furchtbaren Sturm verschlagen, kam die Barke an das Gestade der Insel Trinidad, zu dessen König Baron Harden-Hickey sich jetzt machen will. Dieses Eiland ist nicht mit der britischen Antilleninsel gleichen Namens zu verwechseln. Unseres Franzmannes Insel liegt unter 20 Grad 30 Minuten südlicher Breite i und 29 Grad 22 Minuten westlicher Lange, ca. 700 Meilen von der orasilianischen Küstenstadt Victoria im atlantischen Ocean, und ist bei einer Breite von drei Meilen ungefähr fünf Meilen lang, sie ist felsig und mit einer Warze auf dem Antlitz der Mutter Erde vergleichbar. Menschen leben auf dem Eiland nicht.dagegen habenMyriaden von Seevögeln und ungezählte Riesen-Schildkröten dort ihre Bau-; Plätze; es ist also gewissermaßen eine Entbindungsanstalt für das wilde Geihrer. Das Wappen vonTrinidad. Dort hat Baron Harden-Hicky seine Flagge aufgehißt und dort will er als James der Erste seinen Thron aufrichten. Seine zukünftigen Unterthanen will er sich selbst auswählen, damit dem Embryoreiche von Anfang an alle antagonistischen Elemente ferngehalten werden. König James' des Ersten Unternehmen hat einen starken Operettenbeigeschmack, allein was ist in dieser närrischen Welt nicht Alles möglich, wenn man die ungezählten Millionen eines Krösus der Standard Oil Company, wie Papa Flagler einer ist, zur Verfügung hat? Auf der Bühne oder: Verfehlte Wirkung. Volk: Brod, Brod, gieb uns. o König! Wir sind dem Hungertode nahe! Betrachte unsere abgezehrten Gestalten!" Eine Ueberraschung. Wittwer (zu seiner 16jährigen Tcchter): Effie. weißt Du schon, daß unsere Haushälterin sich verheirathen wird?" Effie: Wirklich? Na, Gottlob, daß wir dieses abscheuliche, häßlicbe Ding los werden. Wen beirathet sie denn?" Wittwer: Mich!"

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Japanische Kriegsschiffe. Auf dem Felde der Ehre" in dem fernen Ostasien krachen die Kanonen, daß es nur so seine Art hat. Es ist offenbar, daß die Japs" bei den Preußen nicht umsonst in die schule gegangen sind, denn sie vermöbeln die schlitzäugigen Chinesen nach allen Regeln der modernen Kriegskunst. Ob auch schon ein japanischer Kutschke" erstanden ist.um Li-Hung-Tschang.den chinesischen Napolium", zu besingen, wie dies im Jahre 1870 Napoleon dem Dritten geschah?

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N a n i w a. In unseren Illustrationen bringen wir naturgetreue Darstellungen der japanis)en Marine. Dieselben sind nach photographischen Aufnahmen, welche sich in der Sammlung des Lieutenants Miyaoka, des MarineAttaches der japanischen Gesandtschaft in Washington befinden, angefertigt. Der Kreuzer Naniwa", welcher die bedeutende Fahrgeschwindigkeit von 19 Knoten hat und mit allen modernen Einrichtungen versehen ist, hat in dem jetzigen Kriege mit der Vernichtung des chinesischen Schisses Kow Shing" einen bedeutenden Erfolg errungen. iws: ' Matrosen der N a n i v a. Seine Torpedos brachten dasselbe nach einem kurzen Rencontre zum' Sinken und mit Mann und Maus liegt das Schiff mit der Flagge des grünen Drachens im gelben Felde jetzt auf dem Grunde des Meeres. Eine Gruppe von Theerjacken des Naniwa" stellt die zweite Illustration dar. Es sind offenbar kernige Gesellen. deren untersetzte Gestalten zu dem schweren Dienst an Bord eines Kriegsschiffes wie geschaffen erscheinen. Die Vorbereitungen zu einem TorpedoExercitium veranschaulicht die dritte Torpedo-Uebung. Illustration. Das Faß wird in See gelassen und dient als Ziel für die Höllenmaschine. Zur Entzündung der Torpedos dient die Elektricität, über deren Handhabung die japanische Marine eingehend instruirt wird. Daß die Instruktionen ihrer Officiere auf fruchtbaren Boden gefallen sind, erhellt aus der Promptheit und Accuratesse, mit welcher das chinesische Schiff Kow Shing" in den Grund gebohrt wurde. N a g a u r a. In dem Schulschiff Nagaura" besitzen die Japs" ein Fahrzeug, dessen moderne Einrichtungen es ermöglichen, die jungen Cadetten in alle Geheimnisse des modernen Seekrieges einzuweihen. Um die moderne Schiffsbaukunst zu studiren, brauchen die jungen Leute aus dem Lande der aufgehenden Sonne nicht mehr fremde Länder zu besuchen, denn Japan hat selbst durchaus leistungsfähige Regierungswerften, auf denen kürzlich von Eingeborenen ein Kreuzer von 4500 Tons Deplacement vollendet wurde, gewiß eine respectable Leistung. Behobener Zweifel. ! r.f 'tTTrr f. W' ' 7ÄdMfe W"!l,5 Andreas, wirst du morgen kommen?" Ich bin noch im Zweifel " Es gibt Spanferkeln. Andreas." Ich komme bestimmt." Doppelt reißt nicht. Sie: Unsere Hochzeit bis October verschieben? Unmöglich! Wenn ich Dich im August nicht heirathe, kann ich es überhaupt nicht!" Er: Warum nicht?" Sie: O Mr. Simmons bat mich, ihn im September zu heirathen, und ic'j v?::sprach es ihm."

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Meine erste Suflsahrt. Humoreske von C. Cromc'chro'.cninz.

WaS ich nie geglaubt hatte, war gescheh'n! Ich hatte ein lenkbarem Lu'tschiff erfunden! Da sah ich es vor mir in schönster Deutlichkeit der Ballon, dem ich wieder die alt: reelle Kugelgestalt gegeben hatt: und unten an dem Ballonreif hängend mein lenkbares Lustschiff von weitem nicht unähnlich einem riesigel Bog:! mit Schwung- und Schwanzfedern. Nur, daß die Federn aus dem feinstgeschlagcnen Aluminium und der Leib des Vogelkörpers 'mit seinem spitzen Schnabel aus demselben Stoss bestanden, also ungeheuer leicht waren und dennoch sich von ein;? ungeheuren Festigkeit erwiesen. Und indem mein: Augen vollcr Freude auf dem glänzenoen Ehaos von mattgelber, vom einströmenden GaS bereits straff gespannter Seide, vcn weißglänzenden FlÜL?ln, Rädern un) von scharf sich abzeickiuenzem dunklem Strickwerk hafteten, fühlte ich mein Herz von einem Hochaejühl geschwellt, wie ich es nie zuvor empfunden Die unzählige Menge, die rings um den Ballon-Füllplatz meines Äufsteigens harrte, war voller Spannung und mit einigermaßen bezreiflichcr fieberhafter Erregung ging auch ich an die letzten Vorbereitungen. Meine Hände schienen Zauberkraft zu besitzen im Handumdrehen waren die letziin Schwirigkeiten beseitigt, ich sprang in den metallenen Bogelleib, der di: Gondel darstellte uno schon sauste ich empor in die stille, reine Abendluft, immer höher, immer höher im Nu verschwand die Erde, die jubelnde Menge unter mir. nichts hörte, nicbts vernahm ich mehr in lautloser Stille segelte ich meinem Gefühl nach dmch ein Nichts dah'.n, selbst ein Nichts, ohne Willen, ohne Gfühl.ohu: Denkkraft, nur erfüllt von einem ru higen. seligen Gefüül des Glücks. Endlich kam ich z mir selbst zurück! Es war schon dunkler geworden, aber das mattschimmern'oe Metoll meiner Flugmaschinerie stand deutlich vor meinen Augen. Ich ergriff die Kurbel und setzt: die Flügel in Bewegung. Prächtig meine Erfindung bewährte sich unzemein wie ein Vogel, so schnurgcra schoß mein Luftschiff vorwärts. Und nun setzte ich das Gegenrad in Bewegung eia plötzlicher Ruck wie das Anhalten eines Wagens, wenn man die Pf:rde zurückreist das Luftschiff stand imd bewegte sich cuf weiteres Drehen der Kurbel so gehörsam zurück, wie ci.r rückwärts gesicucrtcr Nachen. Triumph das für unlösbar aehaltene Problem war aelöst, von mir gelöst! Nun würde in wenigem Jahren sich die Luft bevölkern. Erschreckt irü?d:n die gefiederten Bewohner der blauen Luft riesige Ungeheuer mit MetallflÜgeln und -Schwänz? unter ihn'N auftauchen sehen und im rasenden Fluge auf- und abwärts, nach ahn Seiten hin die letzten trennenden Schranken des Raumes und Zeit zu besiegen trachten. Die euigstcn Bligzüge, die da unten, an die Eisensch'.!--nen gefesselt, dahinkroch-n, waren zu Schnecken geworden im Vergleich zu dem Adlerslug. den ich der erstaunten Menschheit schenkte. Ich war der Herr der Lüfte, ich ganz allein, und in diesem Vorgefühl einer Macht, die mein Herz vor Freude erbeben machte, ließ ich meine Maschine nach Herzenslust spielen. Längst war es finster geworden ringsum nur das Licht der Sterne über mir zeigte eine fanfte Helle, unter mir, die Welt, lag in finsterer Nacht.' Da kam mir ein Gedanke, der mir so zauberisch schön erschien, daß ich chn sofort auszuführen beschloß: In geringer Höhe über den Ha. fern der Stadt wollte ich dahinstreich'n und von meiner Gondel aus die Fre lde genießen, den Menschen so nah?- und durch meine Erfindung doch fn weit von ihnen entfernt zu fein! Gesagt gethan! Ich ließ das Gas ausströmen und der Ballon sank wie eine Kette von Johonniswürmchen lagen die Laternen der großen Hauptstraße unter mir. Aus den Fenstern der Häuser drang heller Lichtschein. Musik tönte schwach zu mir herauf einem Gotte gleich fühlte ich mich. Da während meine Augen starr sich auf etwas Entsetzliches, schier unfaßbares richten, stoße ich einen Entsetzensschrei aus. Eine riesige metallene Spitze hat sich in meinen Ballon eingebohrt und die seidene Hülle im weiten Umkreis zerrissen. Mit Riesenschnelle entwich das Gas, die ungeheure Kugel legte sich auf die Seite .und der nächste Augenblick mußte meinen jähen Absturz in di: Tiefe unter mir bringen, mich und mein Luftschiff unrettbar in Atome zerschmetternd. Instinktiv machte ich einen Satz aus meiner Gondel auf die metallene Spitze, die von einem starken runden Knopf ausgina.zu und klammerte nnch daran fest, während mein Luftschiff lautlos hinabglitt und in dem Duntel unter mir verschwand. U..d jetzt erkenne ich die Situation. Bei meinem Dahinstreichen über die Dächer binr.';g, habe ich nicht an die Kirchtluicme gedacht und bin mit meinem Ballen recta via in den Blitzableiter eines Kirchthurms hineingesegelt. Da hing ich. nun in fürchterlicher Pein hoch oben auf dem Knopf, mit letzter Anstrengung mich festzuhallen trachtend. Unter mir die gähnende Tiefe, über mir die Sterne.i zu tv.tn schienen und d:r Mcu?,ott höhnisch mich anzulächeln schien, als wollte er sagen: Alter Freund, mit oem

Luftsahren ist das nun vorbei wärst nit aus fi g'stiegen, wärst rat abi cfallen ! Ich will schreien, aber kein T?'N dringt aus meiner Kehle. Ich fühle, wie mekne Finger von dem glatten. Metall abgleiten, wie meine Schenkel, die den Knopf umklammert haben, ab rutschen. Noch einen Moment und alles ist vorüber meine Hä'nd: gleiten ab, ich rutsche, falle und mit einc'N gellenden Schrei versinke ich in die. Tiefe. Ein Donnergepolter mein Rücken und mein Kopf schmerzen furchtbar. ich schlage meine Augen auf und sehe meine Logiswirthin in einem Negligee. das schon nicht mal mchr ein Negligee ist. mit einem Leuchter in der Hand und mit entsetzter Mienevor mir stehen. Um Gotteswillen, was l,aben Sie denn gemacht?" Mein Luftschiff vom Kirchthurm!" ächzte ich. Sie träumen jetzt wohl noch?" rast: die gute Frau und rüttelt mich , auf. Was Luftschiff und Kirchthurm Sie sind aus dem Bette gefallen und haben den ganzen Nachttisch mit u-nze-rissen. Nee, über sie aber oo" Aus dem Bett r Ich hebe meine schmerzenden Glieder :mpor und während meine Wirthin sich :ücksichtsvoll entfernt, nehme ich auf meinem Vettrand Platz. Gott sei Dank! Also kein Luftschiff, kein Kirchthurm, kein Fall in die gähnende Tiefe, scndern nur auf den allerdings merkwürdig harten Fußboden meines Schlafzimmers. Nichtig gestern Abend hatte ich' ein Werk über Luftschifffahrt gelegn das war die Folge dieser Lectüre. Aber am ganzen nächsten Tage hat mich ein Gedanke nicht verlassen: Wenn erst einmal, hoffentlich nicht von mir, die lenkbaren Luftschisfe erfunden und der Luftdroschk;udienst eingeführt werden, so wird cs sich alsNothwendigkeit erweisen, die Kirch thurmspitzen mit Lakrnen zu verse--hen ! . ... Ter Gipfel der Bequemlichkeit. Für alle Diejenigen, welche dem Wahlspruch huldigen. Bequemlichkeit ist das halbe Reisen", dürste eine Erfindung von Interesse sein, welche ein Luxupapier-Fabrikant gemacht hat und nunmehr zu fruktifiziren sucht. Es handelt sich nämlich um Postkarten aus den verschiedensten Bade- und ErHolungsorten, welche, d. h. die Postkarten. nicht nur mit entsprechenden Ansichten geschmückt, sondern auch mit Versen versehen sind, welche Schreiben des Teztes dem Absender überhaupt ersparen. Derselbe hat nichts weiter zu thun, als nur die Adresse auf die Karte zu vermerken und letztere der Post zu übergeben. Der Hausdichter jenes Fabrikanten' ist seiner Aufgabe in sehr geschickter Weise gerecht geworden, wie unsere verehrten Leserinnen und Leser aus einigen Stichproben von seinen Erzeugnissen ersehen mögen, die. wir hier folgen lassen. Ein Gruß zu Dir hinüberweh' Vom schönen Niederwald. Ich bin, wo ich auch geh' und steh' Dein treuer Willibald.

Gestern Kuhstall, Hitze stramm Heute Prebischthor; Morgen in die Edmundsklamm, Gruß : i Dein Theodor. . Von der herrlichen Koppe, bedeckt mit Schnee, Sendet tausend Grüße Euer Sohn M. W. Hier sitz' ich nun in Norderney Auf blumenumrankter Veranda. Und wünschte nur, Du wärst dabei Mit innigem Gruß Deine Wanda. Bei sechsundzwanziq Reaumur Erstieg ich heut des Brockens Spitze Es schmeckt der Harzer Käse mir Mit Gruß Dein stets fideler Fritze. ; i Diese schöne Erfindung hat freilich einen Haken, denn alle Diejenigen, die andere Namen als die von dem Papierhauspoeten vorgesehenen führen, sind zu einer Umdichtung" genöthigt, die mitunter große Schwierigkeiten bieten dürfte. Praktischer ist die für Ferienkolonisten an der Ostsee bestimmte Karte, weil sie nicht an einen bestimmten Namen gebunden ist. Der Vers, lautet nämlich: Hier sitz' ich an-der Ostsee Strand Und buddle froh im Dünensand. Es denkt an Euch zu jeder Frist ' Euer Sohn, der Ferienkolonist. ! Spitz. Concertsängerin: Den--ken Sie sich, die eine Arie mußte ich gestern dreimal wiederholen!" Freunbin: Wahrscheinlich war das Publikum der Ansicht, es wäre ganz gut, wenn Sie die Arie noch ein paarmal durchnehmen." Aha! Nun habe ich meinen: Trauring vom Finger verloren!" Vom Finger? Wie ist das möglich?" Wie das möglich ist? Natürlich ist das möglich! Wenn man eine Frau hat. die einem nicht 'mal die zerrissenes Westentaschen zunäht !" G u t e r R a t h. Baron Pumpmeier: Sieh' zu. lieber Nefft, daß Du in Deinem Leben Niemandem .etwas schuldig wirst. Bist Du es aber einmal, dann bleibe es!" Schlimmer T r o st. 'Tochter (weinend): Ach. Papa, heute bin ich schon dreißig Jahre alt!" Vater: Sei ruhig, mein? Kind, das wird auch vorübergehen!"