Indiana Tribüne, Volume 17, Number 338, Indianapolis, Marion County, 26 August 1894 — Page 6
3m Ilctdje der Zllode. l Selten noch hat sich ein Detail be? weiblichen Toilette so lange in Mode gunst erhalten, wie der Gürtel, der nun schon seit Jahren ununterbrochen, wenn ,auch in Variationen, die Form der Toiletten beherrscht. Ob er nun in Stoff, Leder oder Band auftritt immer gilt er als Abschluß von Rock und Taille; durch eine kurze Spanne Zeit allerdings hat sich ihm eine Begleitung aufgedrängt, die er iedvch bald wieder von sich schüttelte: das Schößchen oder der Volant. Er ist in alter Glorie wieder zu Ehren gekom men. der praktische Ledergürtel und hat insoserne einen Schritt vorwärts geihan, als man es nun gar nicht verschmäht, ihn an Seidentoiletten ebenso wirksam gelten zu lassen, wie an Reistund Hauskleidern. Man ist auch zur Einsicht gekommen, daß das ehemals zu seiner HerStellung in Verwendung gewesene, steife Leder viel zu wenig schmiegsam sei, und der dehnbare, sammtweiche Ehair-Zeder-Gürtel, mit Glaceleder unterlegt, läßt, wenn er auch breit ist, die Taille ebenso zur Geltung kommen, wie das schrägfadige Stoffband, das lose umgelegt wird. Die kleinen Riemchen, die zu seiner Befestigung dienen, tragen zur schönen Formirung der Taille nicht unwesentlich bei. Es ist nämlich falsch, dieselben gleichmäßig anzuspannen, da man dadurch keine gefällige Schweifung erzielt; richtig ist es, das mittlere um ein Lückchen straffer anzuziehen, als das obere und untere, wenn der Gürtel deren drei besitzt; sind es fünf, so verfährt man mit den beiben mittleren so und läßt die beiden oberen und das eine untere R'ttmchsn in gleicher Länge. ,
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Toilette aus Seidengaze und Surah. Selbstverständlich ist der Gürtel sowohl was Form als Art anbelangt, mannigfachen Variationen unterworfen; erstere ist vorzugsweise gerade, doch sind auch kurze Schnebbengärtel mit geradem, oberen Rande sehr kleidsam, besonders für kurztaillige Damen. Anders die Art der Gürtel, welche der Phantasie mehr Spielraum bietet. Vor Allem sind es die aus farbigem Glaceleder (blaßgrün, rosa, hellblau, gelb, lila) hergestellten, die in erster Linie unsere Aufmerksamkeit auf sich ziehen.. Sie treten als Modedebutanten auf, denn es ist das erste Mal, daß farbige Ledergürtel in Anwendung kommen. Diese neueste Neuerung verdient als hübsch besonders lobend erwähnt zu werden ein solch Heller Gürtel mit seinen kleinenGoldschnallen oder Goloschließen und Agraffen oft sin? es tiuch matte Silber- oder oxydirte Eisenschnallen, die zu seiner Befestigung dienen ist wirklich das Reizendste, was man sich denken kann, besonders auf einer schlanktailligen Figur und zu einer Toilette, der er sich würdig anpaßt. Durch eine neue Erfindung ist auch dem lästigen Herausgleiten des Rockbesatzes aus dem Gürtel Einhalt geboten worden. Rock und Taille werden durch einen dünnen Metallbcschlag, der innen anzubringen (er hat kleine, zum Festnähen bestimmte L'öeher) und mit kleinen spitzen Zahnhäkchen versehen ist. untrennbar miteinander verbunden, indem sich die Häkch?n an den Rock klammern, ohne ihn aber, wie etwa angenommen werden könnte, zu beschädigen. Der Gürtel liegt dann vollständig auf dem Rockbesatz? auf, der sich auf solche Art niemals verschieben Jaxn. Mattrosa Seidenkleid. Zum Befestigen der Bandgürtel beöient man sich kleiner goldener Sicherheitsnadeln, die man rückwärts sichtbar anbringt. Ledergürtel können in- Ermangelung der Äefestigungsplältchen auch entweder durch Leder- oder dünne Passepoilestoffspangen gezogen werden, von denen man etwa drei oder vier unterhalb des Rockbesatzes außen anbringt; sie müssen den Gürtel fest umschließen, damit er sich nicht verschieben könne. Diese Art des Festhaltens
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wird besonders zu Blousentaillen sich als praktisch erweisen. Unsere Illustrationen bringen mehrere hochelegante Toiletten zur Anschauung. Gestickte Hellrosa Seidengaze, sowie rosa und grün changeant Surah bilden das Material für die erste Toilette. Der runde Rock aus Gaze liegt der hinten leicht gefalteten Taille aus Surah auf, deren mit kleinen Schleifen aus changeant Seidenband zurückgenommene krause Vordertheile einen breiten Latz von gesticktem Batist einschließen; ein seitwärts unter einer Schleife endi gender Bandgürtel umgibt die Taille, die mit halblangen, mit gleichem Band und Schleifen verzierten Puffärmeln verbunden ist.
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Kleid aus Batist mit Moireeschärpe. Die in der zweiten Illustration veranschaulichte elegante Toilette aus mattrosa Seidenstoff mit schwarzen Sammetpunkten besteht aus einem leicht schleppenden glatten Rock und einer reich mit cremefarbenem, gesticktem Krepp verzierten Schnebbentaille. Aus letzterem Stoff hat man den blusenariig eingekräusten Einsatztheil, sowie die den weiten Kculenärmeln. aufliegenden Epaulettetheile gefertigt, die sich, wie ersichtliche längs des Einsatzes fortsetzen; vorn und hinten treten d'.cselden übereinander und sind mit kleinen Schleifen von schwarzem Sammetband verziert; gleiches Band deckt den Stehkragen. Kleid aus Wollenstoff. Sebr zart und duftia erscheint da ür iunae Mädchen überaus kleidsame Kostüm aus weißem, schwarz gepunkteem Bahrt, dessen matten Rock ein Hmten mit einer Schnalle und lang HerabHängenden Enden verzierter Gürtel von weißem Moireband begrenzt. Der ausgeschnittenen Futtertaille schließt sich, wie die Abbildung zeigt, passenartig plissirter, weißer Batist an, dessen Ansatz die eckig ausgeschnittenen Vor-der-und RückentHeile aus gemustertem Batist decken, welche oben in der Mitte, je ein Köpfchen bildend, eingereiht und am Taillenabschluß leicht gefaltet sind. Plissirter weißer Batist liegt, wie ersichtlich, in vier Puffen arrangirt, den mit einer gleichen Frisur begrenzten Aermeln. sowie auch dem Stehkragen auf. der hinten unter einer kleinen Schleife von gleichem Stoff geschlossen wird. Die letzte Illustration zeigt eine geschmackvolle Toilette aus blauem Wollenstoff, deren an einerSeite mit gleichfarbigem Sammt bekleideter Rock aus Taffet. wie ersichtlich, mit einer daselbst eine Tollfalte bildend gerafften Tunika überdeckt ist. die mit einer breiten Moireblende begrenzt und mit einer Moireschleife ausgestattet ist. Die glatte, mit einem Sammeteinsatz verbundene Taille ist mit einem großen, mit einer plissirten Gazefrisur besetzten geschlitzten Kragen von schwarzem Moire garnirt und mit einem, mit klcinen Rosetten verzierten Moiregürtel begrenzt. Verschnappt. Herr: Fritz, die Flasche Wein ist ja leer, haben Sie etwa Diener: Aber, gnädiger Herr, wie können Sie -denken! Uebrigens war er auch ganz sauer! Astronomie im Balls a a l. Fräulein sind Stern des Abends!" Ah, Sie sind der Erste, der das sagt!" Möchte darum auch üblichen Entdeckerlohn haben Ihnen meinen Namen geben dürfen!" Der Protz. Kellner: Was soll ich für Käse bringen, meine Herrschaften Emmenthaler, Gorgonzola?" Bankier: Wie haißt? Unsereins ißt nur Schloßkäse!" Verhört. Württembergischer Batterie - Chef: Na, Herr Lieutenant, höbe Sie scho' g'lade?" Lieutenant: Nein, Herr Hauptmann, Chocolade nicht, aber einen ausgezeichneten Cognac!"
Moderne Centauren. Welches Land hat die besten Reiter? Diese Frage, welche von Laien in der Reitkunst oft gestellt wird, kann, nach dem Dafürhalten eines der erfahrensten Kenner von Pferdefleisch" unseres Landes, Colonel Theodore AyraultDodge von der Bundesarmee, nicht beantwortet werden. Wer Menschen und Städte gesehen hat, sagt er, weiß, daß es überall guten Tabak und einen guten Trunk gibt, und ebenso ist es mit den Reitern. Kein wirklich guter und erfahrener Reiter beansprucht für sich das Alpha und Omega seiner Kunst; er weiß, daß Methode, Sattel und Gebiß dem Pferde, der Aufgabe, dem Terrain und dem Klima angepaßt werden müssen, ein bestimmtes Kriterium für den besten" Reiter dah:r nicht aufzustellen ist. Der Orient war die ursprüngliche Heimatb des Reiters und der Krieg die erste Schule des Pferdes. Die Alten ritten ohne Sattel und Bügel, entweder auf Decke, Kissen oder bloßem Rücken; trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, waren sie ausgezeichnete Reiter. Der nordamerikanische Indianer ritt noch vor 40 Jahren ausschließlich auf ungesatteltem Pferde; abgesehen von etwaigem Aufputz war sein Pony ebenso nackt wie er selbst. Und dabei war er ein perfecter Reiter. Wenn man bedenkt, daß er auf der Jagd wie auf dem Kriegspfade seine Hände zu etwas Anderem gebrauchte, als zum
Lenken des Pserdes, sind seine Lei-' stungen als geradezu bewundernswerth zu bezeichnen. Mit Lanze, Pseil und Logen in den Händen, stürmte er in rasendem Galopp in ein Heer wilder Büffel, deren gewaltigem Anprall er Widerstand zu leisten vermochte, trotzdem er sein Pony nur mit Schenkeldruck und Worten regieren konnte. Solches Reiten freilich war nicht mehr Kunst, es war Natur selbst. Später lernten die Indianer den Nutzen des Sattels und der Bügel kennen und adoptirten deren Gebrauch. Allein bei Veranstaltung von Wettrennen, reitet der Indianer auch heutzutage noch auf ungesatteltem Pferde. Die indianischen Reiterkunststücke. im vollen Galopp Gegenstände vom Erdboden aufzunehmen, an einer Seite des Pferdes hängend auf den Feind zu schießen, sind von den Rothhäuten schl. Jahrzehnten gemacht worden.'. Gaucho. Dem Indianer am nächsten, was Einfachheit anbelangt, kommen wohl die Hirten der argentinischen Republik, die Gauchos, welche bekanntlich Mischlinge von indianischem und spanischem Blut sind. Was diese vortrefflichen Reiter Sattel nennen, .besteht aus drei oder vier auf einander gelegten Schaffellen, welche auf dem Rücken des Pferdes mittels eines mehrfach umgewundenen Riemens aus roh gegerbter Haut festgehalten werden. Quer über diesen Fellen, aber vollständig lose, liegt ein starker Lederriemen, an dessen Enden sich eine Art lederner Ringe befindet, in welche der Gaucho zwei Zehen steckt. Daß diese primitiven Steigbügel beim Aufsitzen nutzlos sind, liegt wohl auf der Hand. Der wilde Bursche springt denn auch auf den Rücken seines Pferdes und arrangirt. dann erst den Riemen mit den Ringen für seine Zehen. Ein stählernes Gebiß kennt der Guacho ebenfalls nicht. Er bedient sich vielmehr einer ledernen Halfter mit ledernemGebiß, das er mit Salz einreibt, um es seinem Thiere annehmbar zu machen. Trotz seiner Wildheit behandelt der Gaucho sein Pferd mit großer Milde, auch maliraitirt er dasselbe beim Zureiten nicht in so roher Weise, wie es unsere Cowboys thun. In den Bolas" hat der Gaucho eine sehr gefährliche Waffe, die er mit großer Geschicklichkeit handhabt. Diese Waffe besteht aus einem langen und geschmeidigen Seil von Leder, an dessen Ende drei kürzere Riemen befestigt sind; letztere laufen in kleine Säckchen aus und in diesen befinden sich schwere, runde Steine. Wenn der Gaucho in vollem Galopp dahin sprengt, kann er mit den hochgeschwungenen Bolas das stärkste Thier zerschmettern. j i Bockendes B r o n c o. Durch seinen Charakter mit dem Guacho nahe verwandt, durch sein Aeußeres himmelweit von ihm verschieden, in jeder Hinsicht aber ein ebenso vortrefslicher Reiter ist der mexikanische Baquero. Bon Kindesbeinen an lebt er sozusagen im Sattel; sein Pferd ist sein Alles und es ist wohl natürlich, daß er Sattel und Zaumzeug in der phantastischsten Weise mit
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buntem Zierrath herausputzt. Un glaubliche Quantitäten von Silberfäden wie Silberbeschläge werden hierfür verwendet und ebenso pittoresk ist des Baquero Kleidung ausstaffirt. Beinkleider, Jacke und Hut sind mit silbernen und goldenen Stickereien verziert und mit silbernen Knöpfen oft förmlich überladen. Er bedient sich eines ziemlich hohen Sattels mit starkem Sattelknopf, der ihm beim Einfangen eines wilden Stieres mit dem Lariat den nöthigen Halt gewährt. Die Baqueros sind nicht nur brillante Reiter; in den zahllosen Rencontres mit den als Pferdedieben berüchtigten Apaches und Commanches haben sie auch gezeigt, daß sie mit Revolver, Büchse und Messer gut umzugehen verstehen. - -
Cowboy uno Bronco. Wer den amerikanischen Reiter par excellence, den Cowboy, nicht auf den schier unendlichen Prärien des Westens und Südwestens sein Roß hat tummeln sehen, hat wohl Gelegenheit gehabt, diesen eigenartigen Menschenschlag in einem Circus oder in einer Wild West Show" zu bewundern. Der Cowboy ist ein zäher, ungehobelter Geselle, welcher als Hirte halbwilder Heerden den größten Strapazen ausgesetzt ist. Nach dem Urtheile Sachverständiger übertreffen sie die Baqueros, sowohl was die Kunst des Reitens, als die Gewandtheit im Lassowerfen anbetrifft; daß sie den Mexikanern an Kraft, Ausdauer und Muth überlegen sind, braucht wohl kaum besonders hervorgehoben zu werden. Auf ihr Aussehen verwenden sie freilich weniger Sorgfalt, dafür halten sie aber etwas auf eine möglichst reichhaltige Ausrüstung vonRevolvern, die eigentlich schon mehr Miniaturmitrailleusen genannt zu werden verdienen. - - - . ;jj Araber. Unter den Reitern des Orients hat der Wüstensohn, der Araber, nicht seines Gleichen, wie auch nirgendwo edlere Pferde gezüchtet werden, als in seiner Heimath. Bon dem Araberroß stammen die edelsten Thiere ab, die durch Kreuzung mit anderen Rassen größere Ausdauer und Widerstandssähigkcit erhalten haben. Der Araber bedient sich beim Reiten eines ungewöhnlich hohen Sattels, sitzt sehr elegant zu Pferde und macht einen famosen Eindruck, wenn er, seme lange Flinte in der Rechten schwingend, in wallendem Burnus dahinsprengt. Ungleich den Guachos, Baqueros und Cowboys, welche nur m Sattel zu Hause sind, leistet der Araber auch zu üuß Bemerkenswerthes; daß er aber unseren Cowboy an zäher Ausdauer als Reiter übertrifft, wird bestritten. Freilich läßt sich zwischen diesen beiden Reitertypen wohl kaum em Bergleich ziehen, da ihre Pferde sowohl wie ihre ganze Lebensweise, von dem Klima ganz abgesehen, von einander durchaus verschieden sind. . K o s s a k. Als das Bindeglied zwischen den vorgenannten Kategorien von Naturreitern" und den Reitern der stehenden Heere ist der Kossak anzusehen. Er muß zwar ein gewisses Exercitium durchmachen, ist aber längst, ehe er einem Regiment zugewiesen wird, ein unübertrefflicher Reiter. Seine Art und Weise zu reiten, erscheint auf den ersten Blick absonderlich. Er hockt mit
emporgeMenenKnien auf einem hohen gepolsterten Sattel, der mit drei Riemen befestigt wird; die Steigbügel sind so klein, daß sie kaum den Zehen Platz gewähren. Wer auf einem nach Kossakenart gesattelten Steppenpferde im Galopp seinen Sitz behält, muß schon ein guter Reiter seil:. Allein der Kossak thut noch mehr. In voller Carriere springt er vom Pferd und nimmt ein Taschentuch auf; er läuft eine Strecke neben dem galoppirenden Pferde hin, während er sich mit einer Hand am Sattel hält, um dann wieder aufzuspringen und, mit dem Kopf auf letzterem und den Beinen hoch in der Luft, weiter zu galoppiren. Ein beliebtes Kossakenstückchen besteht ferner darin, die Steigbügel quer über den Sattel zu werfen und, in denselben stehend, mit geschwungenem Säbel dahinzujagen. Mehr werth.
A. : Warum lassen Sie sich -denn jetzt so viele Anzüge machen?" B. : Mir ist ein großes Glück widerfahren!" A. : So? Haben Sie vielleicht das große Loos gewonnen?" B. : Nein, aber ich habe einen Schneider gefunden, der mir pumpt!" ! Wahrhaftig, Egon hat Zeichentalent das bin ich! Aber warum hast Du mich mit offenem Munde dargestellt?" Aber Tante, zu habe ich Deinen noch nie gesehen! , Das schlimme C l a v i e r. Was, Du bist den ganzen Nachmittag im Cafe und beim Skat wo bleibt denn Deine junge Frau?" Sie spielt darum spiele ich auch!" Pfarrer: Aber Jacob, schämt Ihr Euch denn nicht, das ganze Jahr hindurch gar nichts zu arbeiten?" Bauer: Doch, doch, Hochwürden! Aber eh' i' 'was arbeit', schäm i' mi' lieber a biss'l!" Wie Du, mein Liebchen! Und als mir die Erkenttniß ward. Daß Du mich schnöd' betrogen. Da nahm ich meinen Wanderstab. ' Und bin davon gezogen. Die ganze Welt hab' ich durchstreift, Im Norden und im' Süden, Doch ward mir nie Vergessenheit Und nie des Herzens Frieden. , Nur eins gewährte Lind'rung mir Und Trost in meinen Qualen: Ich sah die Weiber an dem Nil, Am Nordpol, in Bengalen. Die Schönen auch im Kaukasus In ihren bunten Trachten, Und freute mich, daß sie es all : Wie Du, mein Liebchen, machten. Prosaisch. Lieutenant: Nun. was sagte meine Braut, als Sie ihr das Vlumenbouquet gaben?" Bursche: Riech' mal, Auguste," hat sie zum Dienstmädchen gesagt!"
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Abenteuer unter canadischcn Indianern. Es war bald nach der Vollendung der Northern Pacificbahn. welche für die Besiedelung und Erschließung Canadas ein Ereigniß von unberechenüarer Bedeutung bildete. Unter den zahllosen Einwanderern, welche Kerbeigelockt wurden, befand sich auch eine große Anzahl unlauterer Elemente,u::d bald stellte es sich heraus, daß die Polizei die Zügel fcer Regierung straff anziehen mußte, wenn die bisherige Ordnung aufrecht erhalten werden sollte. Die Indianer selbst wurden aufsässig, und als es sich herausstellte, daß die Ausrottung des Büffelseine vollendete Thatsache sei.bemächtigte sich der Indianer eine tiefgehende Mißstimmung gegen die weißen Jäger. Sie machten sich kaum noch ein Gewissen daraus, den Weißen ihr Vieh wegzutreiben und ihre Pferde zu stehlen. Das war wiederum der Anlaß zu blutigen Zusammenstößen mit den Ansiedlern und bald bekam diePolizei alle Hände voll zu thun. Einer der schlimmsten Räuber unter den Indianern war ein Unterhäuptling der Schwarzfußindianer, Namens Bull-Elk. Er hatte fast bei allen Rinderdiebstählen im größeren Stil seine Hand im Spiel gehabt, und Inspektor Dickens beiläufig ein Sohn des berühmten Romanciers verfügte seine Verhaftung. Die Ausführung dieses Befehls aber war mit bedeutenden Schwierigkeiten verbunden. Allerdings zeigte sich der Angeschuldigte, als Dickens selbst mit zwei Constablern
und einem Sergeanten die Verhaftung vornahm, in keiner Weise widersetzlich. Aber als er nach dem Militärlager abgeführt werden sollte, fanden die Beamten. daß sich eine gewaltige Menge von Indianern angesammelt hatte, welche eine drohende Haltung annahm. Der Sergeant wurde niedergeschlagen und bald knallien Schüsse von allen Seiten. Doch die Beamten ließen sich nicht einschüchtern, und hielten ihren Gefangenen fest. Der Inspektor selbst deckte seine Leute mit seinem Revolver, bis ihm der Rest der Mannschaft zehn berittene Polizisten zu Hilfe geeilt war. Der Gefangene sollte nach Macleod gesandt werden, um dort processirt zu werden. Bald aber versammelte sich eine Schaar von siebenhunderi mit Winchesterbüchsen bewaffneten Indianer vor dem Lager, in der ausgesprochenen Absicht, die Abführung des Gefangenen auf jede Weise zu verhindern. Natürlich hütete sich Dickens' kleine Schaar, von ihren Feuerwaffen Gebrauch zu machen, denn dann hätte wohl ihr letztes Stündlein geschlagen. Schließlich gelang es durch die Dazwischenkunft des den Engländern freundlich gesinnten Häuptlings Crowfoot, die Schwarzfußindianer zu bewegen, sich zu zerstreuen und die Waffen niederzulegen. Der schuldige Bull-Elk wurde nach Fort Macleod abgeführt und dort verurtheilt. Berechtigte Frage. Herr Baron, da Sie eine meiner Töchter heirathen wollen, so theile ich Ihnen zunächst mit, daß meine Jüngste 60,000 Mark, die Aeltere 75.000 Mark und meine Aelteste 90.000 Mark Vermögen einst bekommt!" Verzeihen Sie, Herr Commerzienrath haben Sie noch eine ganz alte?" Cousine: Spielst Du nicht Psänderauslösen mit, Tante Aurelie?" Tante: Nein, nein, die Herren wollen da immer Küßchen haben!" mm 1 Unerwarteter Bescheid. A.: Ei, guten Morgen, Herr Doctor, schön, daß ich Sie mal treffe, wollen Sie nicht so gut sein, und mir sagen, was ich thun muß, wenn mich hie und da im Magen so eigenthümlich drückt. Dotcor: Zu mir in d'e Sprechstunde kommen, damit ich Ihnen was ver-schreibe!
Pumpernickel. -"" Von der Entstehung des Wortes Pumpernickel erzählt man sich mitBorliebe folgende Anekdote: Ein Iranzose sei eines Tages hungrig in einem westfälischen Wirthshause eingekehrt. Da habe er unter Anderm auch den schwärzlichen Pumpernickel mit oorgesetzt erhalten, der durch seine Derbheit wohl einem kernfesten deutschen, nimmer aber einem süppchenverwöhnten welschen Magen frohes Behagen erweckt. Den Franzmann überfiel auch ein nicht gelindes Grauen bei diesem ehrlichen deutschen Brote und er rief in verächtlichem Zorn aus: bon pour Nickel! (Gut für Nickel!) Mit Neckel aber, englisch Nag", bezeichnet man in den Niederlanden eine Art kleiner, unansehnlicher Pferde. Und des Iranzosen Pferd, das draußen vor der Hausthür angebunden stand, gehörte dazu. Aus bon pour Nickel, nahm man an, sei dann Bompur- und Pumpernickel geworden. Die Westfalen selbst erzählen sich diese Anekdote gern, die ihnen viel Spaß macht. Und später tauchte so allen Ernstes die Meinung auf, das Wort Pumpernickel sei darauf zurückzuführen. Aber schon die alten deutschen Landsknechte sangen vom Bompurnickel": Bompurnickel ist wiederkommen, Hat die Schuh' mit Bast gebunden." Hier ist es indessen der Name sür eine Person, und das bringt uns zugleich der Deutung näher, von der wir unten sprechen. Als Browame findet man Pompernickel" zuerst bei Friedrich von Logau: Heißt Marzipan Soldatenbrot? so essen nur die Großen, Der arme Knecht, der mag sich nur an Pumpernickel stoßen." 1693 suchte dann der gelehrte Götze in Osnabrück nachzuweisen, daß Nickcl ein deutsches Wort sei, eine nieder'oeutsche Verstümmelung von Nichte, Nichtgen. Nichtelgen. Das sei als Schimpfwort für die Wirthschafterinnen unoerheiratheter Männer gebraucht worden, weil die sich gern als deren Nichten. ausgaben. Von pour Nickel heiße also, für diese Nichten" ist das grobe Brot gut. Und das haben die biederen Westfalen auf französisch gesagt? Damit. daß Nickel deutsch ist, hatte der brave Denker, der mitten im PumperNickellande wohnte, ja recht. jfur, daß es nichts mit Nichte zu thun hat. Es ist ein in ganzDeutschland gebräuchliches Schimpfwort, das mit necken zusammenhängt und ursprünglich einen Kobold (Nix, Neck), später aber ein boshaft trotziges Kind bezeichnete. Und auch Pumper" ist gut deutsch, eine alte Nebenform für plumper. In Bayern nennt man einen kleinen, untergesetzten, dicken Kerl einen Pumpernickel. Und ein uraltes Kinderlredchen in Salzburg und der Schweiz sagt in demselben Sinne: Ich bin ein kleiner Pumpernickel, ' Ich bin ein kleiner Bär, ! Und wie mich (Zott geschaffen hat. So wackel' ich daher." Wenn also die Nachbarn der Westfalcn die selber nur den Ausdruck grobes Brot gebrauchen deren seltsames Brot spottweise Pumpernickel nannten, so wollten sie damit sagen, es ähnelt in der Gestalt einem klotzigen, dickköpfigen Knirps, einem plumpen oder pumpen Nickel. Das schwarzbraune, verbrannte Aussehen, der derbe, angenehme Brotgeschmack und die, gesunden Magen außerordentlich zusagende starke Nährkraft des Pumpernickels werden durch die eigentbümliche Behandlung des Teiges und des Feuers bei seiner Herstellung erklärlich. Er wird aus feinstem Roggenmehl bereitet, indem der Roggen zweimal geschroten, aber nicht gebeutelt wird, so daß die ganze Kleie darin bleibt. Den Teig überläßt man dann 16 bis 20 Stunden einer langsamen Gährung. 12 bis 14 Stunden muß auch das Gebäck im Backofen stehen. Und dieser sorgfältigen Erziehung macht derVumpernickel auch keine Schande. f Durch sie wird er, wie er sein soll: k:rnig und nährend. Wenn der alte Gleim in seinen bekannten trockenen Kriegsliebern eines preußischen Grenadiers" vom Mllnstermanne singt, der voll Furcht und Hunger ritterlich In Pumpernickel biß," so dachte er nicht daran, daß dem West falen kein anderes Gebäck über seinen Pumpernickel geht und daß der solcher Liebe auch werth ist. Herzlich gelacht hätte ' er, der süßliche Halberstädter Anakreontiker, aber, hätte ihm Einer prophezeit, der verachtete Pumpernickel werde, noch ehe hundert Jahre in's Land gehen, in der Welt als Delikatesse geschätzt werden. Da brachte der humorvolle Hamburger Johann Gottwert Müller dem westfälifch-n was sag' ich! auch dem deutschen Geschmack tieferes Verständniß entqegen, wenn er in seinem heiteren Roman Siegfried von Lindenberz" so schön phantasirt, wie das Thor aus zwo entsetzlichen Schinkenschnitten be stand, die sich an Pfosten von PumperNickel dreh'n". Aber noch mebr er-
freut uns Lichtenbergs Wort: Was unsre Deutschen von Herzen sprechen, gleicht ihrem Rheinwein und Pumpernickel." Das Nichtigere. A: Sie haben wohl die pikante Geschichte aus der Zeitung geschnitten, bevor Sie sie Ihrer Frau und Ihren Töchtern mit nach Hause nehmen?" B: Ach nem. -ich habe nur die Annoncen der Putzge t&'zti .rx:n. t
luuii-c uusyciuuucu; ,
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