Indiana Tribüne, Volume 17, Number 331, Indianapolis, Marion County, 19 August 1894 — Page 7
ö
au. ., r ypm w L'.jjutgyiB'guiKgiwL3ijr;ii'!mirai waaa
SaS Traumbücher!. So Kerl Wolf in Meran. Kein Mensch weiß, wie Einen oft eine Sach- überkommen kann. Da sitzen auf dem Soldsr der Hart! und der Sixt, der Michl. die Rosel und der Oberiveggütler Bauer. Der Michl, zum Schafen" (Schafe zu hüten) war er aufgenommen, zeigte - sich als ein recht vorlauter Bursche, der seinen Schnabel in alle Dinge steckte, die ihn nichts angingen. Und so war es auch diesmal. Ist gester' Äiechmarkt g'west in der Stadt?" So fragte der Bauer und ehe einer von die Gwachsnen" eine Antwort zu geb-en vermochte, fuhr der Mich! dazwischen: FreUi', weil der Sixt und der Hart! draugt g'wes'n sein." Da langte der Hartl an der Rosel vorbei nach den Ohren des Jungen und beutelte ihn kräftig durch, so daß er noch eine ganzö Weile nachzitterte", der Michl. Der Sixt ab:?, die Ellenbogen auf seine Knie aufgestütz.t, blätterte eifrig in einem kleinen Buche und sagte dann gelassen: Der Michl, wenn's ihm träumt hätt' das Veutlen, der müßet fünfunddreißig setzen." Lieber, mein i, wär's ihm schon, es kiätt' ihm die Sach' träumt," schmunzelte der Bauer. Aber z'weg'n was müßet er fünfunddreißig setzen?" Weil's Schopfbeutlcn die Zahl hat im Traumbüch'l," entgegnete Sizt. Ja so, also auf die Weis' willst r:aus, mit der Lotterie meinst, solltest halt'n," sagte der Bauer. Ja, mit der Lotterie halt i's," entSegnete der Sixt. Diesel-b' Sach' ist eine gute und wenn a Mensch die rechte Nummera derglangt. ist er g'macht für Zeitlebens." - Wenn er sie derglangt die NumTnera," warf der Bauer ein. Freili', wenn er sie derglangt," eiferte Sixt. Da sein mir, i und der Hartl, in die Stadt g'west, auf'n Viechmarkt." Verstohlen kicherte der Michl bei diefen Worten, was ihm abermals eine tüchtige Maulschelle vom Hartl eintrug. Mit einem strengen Blick auf den Michl berichtete Sixt weiter: Ja, auf'n Viechmarkt sein mir g'wes'n, aber Esel w.',' keiner ausg'stellt, weil der Michel hat derheim bleiben müssen. Alsdann, daß i bei der Sach' bleib'. Da sein mir vor der Lotterie g'stand'n und hab'n Maul und Aug'n aufg'riss'n. Auf der Nummertafel sein drei rothe Ziffern g'west und drinn im Lad'n a Muaterle, völli' pocknarrisch vor Gaudi, weil sie den Terno g'wunnen hat." Und was bei der Sach' gar kurios ist, z'sammentramt hat sie die Numinern. 's ist ihr fürkummen, sie sei in der Summerfrist und 's ganze Bett sei voller Flöh. Eine von de Viecher sei leicht as groß g'west, wie a mitters ftackl und sei durch's Stüberl hin und her g'schoss'n, rein ganz narrisch. Auf einmal geht die Thür auf und a Soldat kummt einer mit n'r großmächtigen 5!anon. De ladet er, schiaßt auf den großen Floh und der verwandelt sich mit ein'n Schlag in den Nahnmasckine - Agent'n, der die alte Natherin schon lang z'weg' der Maschin Plagt." 'Floh fünfzehn, Kanon vierzig, Nahnmaschin dreiundsechzig, las Sizt aus seinem Traumbuch. 's Muaterl setzt die Nummern, sie fernen und hennt is sie a reiche Frau." Und de Tram kann man alle aus'n Trambüachl lesen," sagte verwundert die Nosel. Freili'. freili'." eiferte Sixt, 's Trambuach ist a egyptisches und die selben alten Deuter sein off'ne Köpf' g'wes'n." Sell mag schun recht sein," sagte bedenklich der alte Bauer. In die alt'n Zeit'n werd'n sie schon taugli gewes'n sein, die Tramdeuter. Und Wanz'n werd'n sie a gehabt bab'n. Aber mit die Kanunen und mit' die Nahnmaschinen, Teigl Sixt, sell ist mir a zweifelhafte Sach'." Schau, mei' Vater hat alleweil g'sagt, mit der Lotterie sei's a sou. Zr.erst schreit sie: Lotter i! Lotter i! Lntter i! (Lotte? gleich Bettler.) Und wenn D' Dein Geld verspielt hast, lacht sie di' aus und schreit: Lotter du! Lotter da! Lotter du!" Und i zwing's döcht," sagte Sixt eigenwillig. I zwing's, Bau'r, sell werft sechn: Zerscht zwing' i mi zan tramen und nachher werd g'setzt." Mei. zan tramen. zwing'n," sagte verwundert die Nosel, wie richtest denn sell?" Leicht," sagte Sixt, kindisch leicht. Die andere Woch' haben miar auf z' Nacht a schweiners Bratl g'habt, f sell b'sinnt's enk g'wiß. Guat. 's Bratl hat miar taugt und gearn hätt i nou an fausigroß'n Brock'n packt, 's hat aber nit g'reicht. Und wie i sou in meiner Kammer 'nauf steig', .kriag i schun an Glust auf Schweines, gar aus. In Bett leg' i mi inni, auf's Schweinerne denk' i. die Aug'n schließ' i und die ganze Nacht tramt miar, i friß' Sweines in uan fort und je mehr Z friß, desto mehr Hunger hab' i." Kreuz Teufl und nou amal Kreuz Teufl. a sou schian tramen, wenn rna' könnt." fluchte Hartl neidisch. ..'s geht gar nit schwer, versicherte Sirt, i hab's mit andere Sachen a dersuacht. Von Knöd'lessen. Kaffeetrink'n. von alle Art'n hab schun zwungener Weis' tramt." Dcs war a überleglichä Sach'." sagt: bedächtig der Bauer. Dös machet im Jahr an Hauf'n Geld aus, wenn man die Ehhalt'n von de? Kost lei trama lass'n könnt'." 's ward oft von guate Sach'n a nit mera aufirag'n. als lei zen trama." warf hier Hartl bitter ein und fand bei allen Anwesenden großen Beifall mit dieser Einrede.
RCB
Und i zwing mi döcht zu an Tram und sell heut' nou," sagte Sixt. Mein erster Tram hängt zelm cnt'n an der Hausthllrschnall." Am Drücker der Hausthüre hing ein Tasckentuch, in. welches irgend etwas eingebunden war aus den Oeffnungen des improvisirten Rcticuls sahen einige Strohhalme von bedenklicher Farbe heraus. Auf'n Fünfziger hab' i a mächtig's Vcrtrau'n," fuhr er weiter, und 's Noß hat fünfzig. Zwegn dem hab' i miar heunt beim Wirth drunt was g'holt im Stall und sell will i sechn, ob mi der G'ruch nit tramweis' auf a Roß bringt." Sakra, sell hast fein auskopft," stimmte Hartl bei, de Sach' wer' i a vcrsuach'n." Kannst helf'n," sagte Sixt. Wenn miar alle Zwa a Roß tramen, ist der Fünfziger sicher. Morg'n suckln mi? urj a andere Nummer aus und zwingen an Tram." ' Bin derbei," sagte Hartl beifällig, aber i bitt' miar an feinen Tram aus. Schau einmal in Dein Büachl, was hat denn 's Fleischess'n für a Nummer oder 's Tanzen oder meinetweg'n Wein trink'n." Inzwischen war es Abend aeworden ,und endlich Nacht, und da machten die j Leute auf dem Oberweagütlerhof das, I was ;u dipfrr "Rptt nssp rprsitfsf aihnrn l( " yj' .V.V. W. Bauern thun: sie legten sich schlafen. Und am anderen Morgen thaten sie ebenfalls jedes rechtschaffenen Bauern erste Arbeit, sie saßen beim Vormeß" (Frühstück). Bedächtig langten sie der Reihe nach mit den runden Löffeln in die große Suppenschüssel und kräftiges Schlürfen war das einzige Geräusch. Bauersleute reden nicht gern beim Essen, denn es ist eine alte Regel, wichtige Sachen, soll man schweigend erledigen. Und das Essen ist dem Bauern entschieden hochwichtig. Wer beim Essen viel redet, bleibt mit'n Lösf'l z'rugg". Auch richtig. Wie dann die Schüssel ausgelöffelt war, sagt? ohne jede weitere Einleitung der Sixt: A Schimm'l ist's g'west, a wollen a fetter." Alsdann hast'n Tram döcht derzwungen." sagte der Bauer verwundert. Freili' hab' i d'n zwungen. 's Packel hab' i mit an Zuggerschnürl am Dachbaum aufgehängt, g'rad' so an Spannen über mein' Kopf. Kam hab' i die Aug'n zu, steht schon der Schimmel da und ist nimmer g'wich'n bis zon Ave Maria - Läut'n." . Und Du?" So stellte nun der Bauer dem Hartl die Frage, denn der wollt: ja auch dem Sixt 's Roß trawen" helfen. Ohn: Weiteres reichte der Hartl dem Michl eine Maulschelle über den Tisch und als der verwundert fragte: Aber z'weg'n wui?" da sagte er: Weil miar alleweil von Dir tramt hat." Schlag's Vüchl auf," sagte nun der Bauer zum Sixt, schlag' auf, was a Esel für a Nummer hat, weil 'n Hartl die Nacht davon träumt." . Diejenigen, welche die Lotterie erfunden haben, müssen schlaue Leute geWesen sein und gewußt haben, wenn der Spielteufel einmal anpackt, dann hat er die Menschen ganz beim Schöpse. So war es auch beim Oberweggütler. Der Sixt simulirte" den ganzen Tag nur mehr so herum und gar der Bauer, welcher sonst strenge darauf sah, daß seine Leute Kost und Lohn abarbeiteten, machte dagegen keine Einwendung. Wenn der Saggera am End' döcht an Terno tramet, sell war schun der Teufl." Als es wieder Abend wurde, sagte Sixt zum Hartl: In Fünfziger mit'n Roß in selben haben mir sicher. Heut' mach'n mir kuan Abred'. A Jeder sucht an Tram zu zwingen, wie er mag und wie er ihm taugt. Morg'n werd' nachg'schlagen im Büachl und frischweg g'setzt." A recht." sagte Hartl, klopfte seine Pfeife übe? das Gelände? des Solde?s aus und stampfte hinauf in die Kamme?. schleude?te. ohne sich zu bücken, die Schuhe von den Füßen, schleifte die Hosenträaer über die Achseln, gähnte, daß die Hauskatze, welche sich auf dem Dache, an den Kamin geduckt, wärmte, einen hohen Sprung machte vor Schrecken und schlüpfte in's Bett. Eine Stunde nachher kam auch der Sixt in die Kammer. Mit einem Streichholz fuhr er sich über die Hose und leuchtete seinem schlafenden Kämeraden in's Gesicht. Der schnupperte mit der Nase wie ein Kaninchen. Aha." dachte sich der Sixt, der tramt von Schnupftabak." Das war aber nur Täuschung. Als Rache für die vielen Ohrfeigen hatte der Michl demHartl den gestrigen Traumerwecker" untzr den Kopfpolster gescboben, darum schnupperte er so mit der Nase. Am nächsten Morgen, wieder beim Vormeß, da schaufelten Alls hastiger aus der Suppenschüssel, denn' Jeder war auf das Resultat der Träume bes.ierig. Als der letzte Rest ausgelöffelt war, sagte der Hartl, zornig den Löffel hinwerfend: Himmel Kreuz Teufel ist dös a Tramerei! Alle Knoch'n thuan mir weh. In's Bett leg' i mi' eini und bab' meine Gedank'n fest auf die aroße Bratpfann' in der Kuchl. Voll Kälbrnes denk' i miar die Pfann' und 's kummt miar fölli für, i hör' schun 's Schmalz krach'n über'n Feuer. Und derweil. Kreuz sagqera. di: ganze Nacht g'mahnt hab' i. ein' Wies nach der andern und a Eil' hab' i g'habt, als müsset i die halbete Weltkug'n abmahnen in derselben Nacht." Mahnen, Heumähen heißt's im Trambüchl, ist Fünfzehn," sagte Si"t in seinem Buche blätternd. Jetzt kimm i mit mein' Tram. 5 hab' mi' j in an groß'n Saal g'sech'n. Mitten j drinn' steht a Tisch und auf'n Tisch a ' grownäckte Vfann kälbernes Bratl."
sj Hollteuf'l." fluchte Hartl. jetzt tramt den Saggera mein Bratl!" Na na. sei nit neidu," sagte Sixt fast traurig. Auf an Stuhl vor dem Tisch sitzt, wie a Stadtherr, a Manippele (Serviette) umbund'n. der Schimm'l von gestern und frißt mit Gab'l und Messer 's Bratl; 's Wasser ist mir in die Zähn' g'schoss'n vor G'lust." Mit Gab'l und Messer." gab der Bauer seiner Verwunderung Ausdruck. Und die Sach' ist ausg'macht. 's Roß ist sicher mit fünfzig, fünfzehn 's Mahnen, 's Bratl steht mit sechzig und die drei Nummern werd'n g'setzt." Alle Anwesenden, bis auf den Bauer, einen Gegner der Lotterie, suchten in den verschiedenen Taschen undSchnupstuchecken, um auf die Glllcksnummern mitzusetzen. Sixt stieg in seine 5?ammer hinauf und zog sich ein Feiertaggewand an. Mit langem Schritten wanderte er den Thalweg hinaus. Da stand unten an einen Zaun gelehnt der Bauer "Thust in die Stadt g:h'n?" ,.jto," antwortete Sixt. Da hast an Guld'n." sagte der Bauer, b'setz' mir di: drei Nummern
b'sunder. Ma muß den Schwindl lei a mitmach'n, wenn ma dageg'n red'n I will." Es mochten vierzehn Tage vergangen sein, da herrschte auf dem Oberweggütlerhofe eine große Aufregung. Die Ziehung war vorbei und Sixt wandert: in dieStadt hinaus, um nachzuschauen, ob die Nummern, welche er und die Leute auf dem Hofe besetzt hatten, gezogen seien. Endlich kam er daher und von allen Seiten wurde er mit Fragen bestürmt. 's Roß, 's Bratl und 's Mahnen, all's ist zog'n word'n. Aber jetzt laßt mir Weil, all's braucht sein' Zeit." Mit aller Umständlichkeit zog er sich in der Kammer aus und räumte seine Kleider in den Schrein. Endlich erschien er im Werktaggewand in .der Stube und setzte sich an den Tisch. Alsdann 's. Roß. 's .Bratl und 's Mahnen, alle drei Stuck sein kemmen. und daß i a Es'l bin, sell ist a außerkemmen. 's Trambüchl. Leut, sell ist a ärgere S'siudi, dös siech i erst ein und nit umsist sein die Lotterieschwestcrn fölli alle alte G'statteln (Sckachteln)." Auf'n erst'n Ruf ist vierundzwanzig kemmen, sell bat der Schimm'l und i setz fünfzig, weil a Roß fünfzig hat in Büachl. Und in Tram siech i zwoamal an Schimm'l." Auf'n. zweit'n! Ruf kimmt achtzig. Die sell Nummer steht im Büchl auf hart arbeiten". Heu mähen hat fünfzehn, wie mir g'setzt haben." Jetzt auf so was r.it draufkommen, daß, wenn man a ganze Nacht ein Wies' nach der andern abmahnt, daß sell harte Arbeit ist, da muß ma schun na, i will mi nit ausdruck'n," brummte Hartl. 's Aergste kimmt erst," sagte Sizt. Sechzig haben mir auf's Bratl g'setzt. Hab' i nit erzählt, wiai 'n Schimm'l zug'schaut hab', wia er dös Bratl z'sammenschnöllt, ist mir vor Glust 's Wasser in die Zähn' g'schoss'n. Was kimmt auf'n dritt'n Ruf? Nummera zehn, der Glust oder glüstig sein, steht im Trambüchl." Da steht der Bauer auf und sagt: Jetzt braucht's, mein i, kuan Advikat'n mehr, der enk nachweis'n thut, was Ls für Rindviecher seid." Und dein Gulden, Bauer?" schmunzelte Sizt. Ja so, nachher brauch' i halt a kuan, der mir's nachweist." Kreuz Teufel!" fluchte nun der Hartl, 's Geld ist hin und seit dem Tramzwingen thut mein Bett rosselen, i bring' den G'ruch nimmer weiter." Thua halt amal ordentli aufbett'n," lochte Michl, nachher kimmst schun d'rauf aus'n G'ruch." und schoß, um einer Ohrfeige auszuweichen, wie ein Wirbelwind zur Thür hinaus. Modernes Liothwälsch. Jüngst veranstaltete die Polizei in München eine große Razzia, bei welcher etwa 50 Stück lichtscheuer Vögel eingebracht wurden, welche gemäß ihrer Conduite für kürzere oder längere Zeit der goldenen Freiheit Valet sagen dürfen. Eine aus etwa zehn Köpfen bestehende Lumpenkolonie, welche mit seltener Einheit das Vagantenwescn Deutschlands. Oesterreichs und der Schweiz repräsentirt, harrt der richte?lichen Aburtheilung. Nach einigen Tagen Haft werden die deutschen Brüder nach allen Richtungen der Windrose verschubt und vielleicht jetzt schon ist ein späteres Rendezvous bei der Hopfenpflllcke, der Weinlese oder beim Kartoffelklauben vereinbart. Das Sprechen unter sich ist den Kunden nicht erlaubt und sie werden scharf von einigen Gensdarmen beobachtet; dafür hat der Mann der Landstraße seine Zeichensprache, die dem Kundigen oft mehr als Worte sagt. Als der erste Trupp zur Aburtheilung gelangte, wurde ein alter Stromer vorgerufen. Richter: Sie sind der 42jährige Johann Friedrich Gotthold Gustav Jenkens aus Westpreußen? Angeklagter: Kenn! Herr Rath! Richter: Sie dürfen ungenirt Ihre Vagabundensprüche machen, weil ich aus meiner Praxis so viel Jenisch verstehe wie vielleicht Sie selbst. Sie sind ohne Gewerbe und vielmals vorbestraft. Angeklagter: Mein jelerntet Jewerbe is Kattlloff! Meine längste Strafe ein Frosch. Richter: Also ein Metzger wollen Sie sein? Was soll der Frosch bedeuten? Angeklagter: Nu, sehen Sie, das $ falsch. Ich bin Schlosser; der
Metzger is' Katzofs. Frolcy t e'.n Monat, ein Jahr wäre ein Meter. Richter : Ausweispapiere besitzen Sie nicht, was auch wenig bedeutet, da dieselben bei Ihresgleichen doch meistens gefälscht sind! Ebenso! sind Sie mittellos und ein Streuner erste? Qualität. Angeklagter: Da muß ich -vider-sprechen. Ich komme auf gerader Linie um das schwäbische Meer von die Schweiz. Ich hatte die feinste Fleppe mit Siegel und Unterschrift für zwei Jahre In- und Ausland und diese vom königliche:: Amte garantirte Reisezeit will' ich ganz in der Ordnung ausgenützt wissen. Nu aber kommt Pech. Stellen Sie sich einmal ein Hunderegenwetter mit Hagel. Donner und Blitz vor. Dazu ein Panorama mit vielem Wald, wo es zweimal regnet und eine Stunde im Vordergrund ein schmäbisches Kaff (Dorf), keine Winde (Fechtgelegenheit), vor jedes Haus einen großen Rüffel (Hund), in der einzigen Penne (Schänke) der Putz (Gemeindediener) auf der Lauer und der Pcnnebus (Wirth) hart wie Holz. Und die Handlung beginnt um 9 Uhr Nachts. Bis auf die Stande (Hemd) sind Sie eingeseift, die Trittlinge (Schuhe) quitschen und gurgeln und der Obe?mann (Hut) ist vom Stu?me nach cntse?nten Regionen' entführt. In ihrer Handkasse klingeln eintönig acht deutsche Reichsboscher (Pfennige) mit der Bestimmung: fünf für Soreff (Schnaps), drei für Mehlthau (Brod). Nu will es das Geschicke, daß der Pennebus als Garantie für die miserable Schlummerwinde (Liegerstatt) die amtliche Fleppe in Pfand behält. Während ich das Trockenbrod kaue, bemerke ich in die Ofenbank einen Zinken mit drei Kreuze eingegraben, welche besagen: Wanderer, hier eingetreten, lasse alle Hoffnungen! zurück! Auf diese Weise sind meine amtlichen RundreiseAtteste in Schwaben hoffnungslos zurückgeblieben. Richter: Mittel besitzen Sie also keine? Angeklagter: Wenn ich Kies (Geld) hätte. Herr Amtsrath, so würde ich eine Erholungsreise nach einem Seebade machen, mir zieht es nach Norden, im Süden habe ich Pech und nur Pech. Nichter: Dazu werden wir Ihnen Gelegenheit geben, allein zuvor erscheint es zweckmäßig. Sie in einem Arbeitshause aufzuheben, damit Sie sich wieder an eine ordentliche Beschäftigung gewöhnen. 'Mit einer Verbeugung und einem Schmunzeln, als wäre ihm eine große Schmeichelei gesagt worden, zieht sich der Mann einige Schritte zurück und harrt der Sentenz. Das Urtheil lautete auf 14 Tage Haft und Ueberweisung an die Landespolizei. Befragt, ob er sich dem Urtheil unterwerfe oder noch Bedenkzeit zu dieser Erklärung haben wolle, erwiderte der Kunde: Nee! Da sage ich unbedenklich immer man zu! Die vierzehn Tage Kitchen sind schnell vorüber und der Trapp ist dann eine Abwechslung aber verdient habe ich nicht so viel, so wahr ich Johann Friedrich Gotthold Gustav heiße!" Zur Warnung. In den gesellschaftlichen Kreisen Wien's wird gegenwärtig der vor Kurzem erfolgte Tod der Gattin eines bekannten Wiener Arztes lebhaft besprochen. Die junge, blühende Dame, die erst im Alter von 27 Jahren stand, hatte ihren Gemahl bei einem Besuche, den er zu einem seiner Patienten unternahm, auf's Land begleitet und dann mit ihrem Manne einen Ausflug unternommen. Man war wenige Stunden gegangen und die Dame empfand, als man an Ort und Stelle angelangt war, heftigen Durst, enthielt sich jedoch selbstverständlich des Genusses von Wasser. Statt desselben begehrte sie Milch und trank mit großer Hast zwei Gläser von derselben. Schon kurz nach dem Genusse dieser Milch verspürte die Dame Unbehagen und als sie am Abend in ihre Landwohnung in einer Sommerfrische in der Näh: von Wien zurückgekehrt war. stellten sich äußerst heftige Symptome einer Erkrankung ein. Starkes Erbrechen, Wadenkrampf. minimaler Pulsgang das Alles schien förmlich auf eine Choleraerkrankung zu deuten. Der aufopfernden Pflege des Gatten, der einige medizinische Collegen. sowie Professoren zu Rathe gezo gen hatte, gelang es, in dem Zustande der jungen Frau nach etwa vier Tagen eine Besserung herbeizuführen und man konnte schon hoffen, daß sie gerettet werden würde. Bald darauf traten jedoch neue Krankheitssymptome auf, angesichts deren der Gatte, der ja Arzt ist, sich sagen mußte, daß hier jede Hilfe vergeblich sei. Ein Geschwür im Halse wuchs mit solcher Rapidität an, daß der Gemahl die Tracheotomie vorzunehmen sich gezwungen sah. Auch diese Operation blieb erfolglos und die Schmerzen wurden immer ärger und erst nach weiteren fünf Tagen wurde die arme Frau von ihren schrecklichen Leiden durch den Tod erlöst. Es scheint zweifellos, daß die Milch, welche die Dame bei jenem Aussluge Irans, ungekocht war. von einem durch Mllz'zrand inficirten Thiere herrührte und daß durch denGenuß dieser Milch dieKrankheitskeime sick auf die Frau übertrug:n und eine Blu!verg stunz herbeisü'rten. Im Gericht. Howe: Was ist die höchste Strafe für Bigamie?" Hummel: Zwei Schwiegermütter." DieBallsonne. Warum stellen Sie mir Ihren Cousin nicht vor, Herr Lieutenant?Werde mich hüten, den Schneemann in Ihre Strahlen-Nähe zu bringen! . . . .
Exkönig Bcliansul. Die Insel Martinique, zur Gruppe der Kleinen Antillen" gehörig, beherbergt seit einigen Monaten eine seltsame Gesellschaft, die allerdings nicht ganz freiwillig auf diesem meerumbrandeten Eiland ihren Wohnsitz aufgeschlagen hat. Es ist der frühere Amazonenkönig" mit feinen 4 Weibern, 3 Töchtern und seinem Lieblingsprinzen, jener König Behanzin von Dahomey, der sich nach längeren Kämpfen am 25. Janua? d. I. seinem Feinde, dem französischen Genera! Dodds, übergeben und sein Schicksal in die Hände Frankreichs gelegt hat. Nachdem er in den letzten Tagen dcs alten Jahres noch einmal, seine Götzen zu versöhnen und den Marsch der Franzosen aufzuhalten, zugleich als würdige Geburtstagsfeier für seinen verstorbenen Vater Glcgle, das grausam schauerlicheSchauspiel eines Menschcnopfers aufgeführt, nachdem er noch unmittelbar vor seiner Kapitula-
tion seine Mutter geopfert hatte, damit sie seinem Vater einen möglichst getreuen Bericht über des SohnesThaten erstatte", fand er es sicherer, seine gewichtige Persönlichkeit der Gnade der Franzosen zu überantworten als der seines Nachfolge?s Ago-li-Agbo, den sein Besiege? auf den Th?on von Dahomey gesetzt hatte. Und alsbald wa?d c? an Bo?d des Segond" eingcschifft, um nach dem auf der Insel Martinique gelegenen Fort Tartenson in Sicherheit gebracht zu werden. Von seinen 35 Weibern durften ihn nur 4 und ebensoviele seiner Kinder begleiten. Behanzin ist 40 bis 45 Jahre alt, ein großer starker Mann mit brutalem Gesichtsausdruck, der Typus eines wilden Gewalthabers. Eine schwarze, mit Silber beschlagene Pfeife ist seine unzertrennliche Begleiterin. Nicht ohne den Wirth. Wirth (zu dem Studiosus Pumpmeier): Hören Sie, das geht nicht.die zehn Mark, welche ich Ihnen eben gepumpt habe, müssen Sie auch bei mir verputzen." Bor der Feuertaufe. --2 ipY , Hauptmann: Mandelbaum, wie stehen Sie denn da! Und das Gesicht dazu!" Rekrut: Entschuldigen HerrHaupt. mann, es ist doch so a aigenes Gefiehl, bevor man abgibt den ersten Schuß!" Auch ein Reiseeindruck. Ja, wie sieht denn Ihr Hut aus?" Das sind Reiseeindrücke von meiner letzten Tour!" Im Gerichtssaale. Richter: Die Beweise sind nicht genügend und die Jury erklärt, nicht überzeugt zu sein, daß Sie den Ueberzieher gestöhlen haben. Sie sind also entlaslen." Angeklagter: Danke, Judge, danke Ihnen. Also jetzt gehört der Ueberzieher mir und ich kann ihn jeden Taz tragen?"
ß I y VV 4 (SiC " J y Tnl ll- Jr rwL lÄ Vi 1 k.ltv'1 ll I Ujik
i
SKZswsatfss
Acrztlichc Zttaudcrcicn. L?on Tr. H. Lorenz. ?ie Z7rnäl,rung der Slinglinge. Ist es denn wahr, Herr Doktor, daß Kuhmilch und die vielgenannten M:!azurrogate em so diel ungeeigneteres '.'Nahrungsmittel für den Säugling abgeben, als die Milch der Mutter? Ich habe doch manches roth- und pausbäckige Kind gesehen, das niemals die Brust bekommen hat." Gewiß, gnädige Frau, und glücklicherweise ist es nicht unmöglich, bei vernunftgemäßem Borgehen unsere Kleinen auch auf einem anderen, als dem von der Natur vorgezeichneten Wege am Leben und gesund zu erhalten. Aber wie wenig doch diese sögenannten Ersatzmittel die natürliche Nahrung des Säuglings in des Wo?tes strengem Sinne c?setzen, lehrt uns ein Blick auf die Statistik. Oft erzählen uns ein paar Zahlen mehr alt dicke Bände voll Betrachtungen. Hören Sie daher, was die Statistik crgeben hat. Nach Böckh starben von 1000 ehelichen Kindern nur 15 an der Brust gehaltene, dagegen 42 rnit Thiermilch und gar 125 mit einer aus Thiermilch und' anderen Surrogaten gemischten Nahrung ernährte! Also elfmal mehr von denen, die die Mutterbrusö nicht erhielten! Zugleich ergibt sich ein immer noch bedeutender Vorzug der Kuhmilch vor den sögenannten Surrogaten: LiebigsSuppe, Nestles Kindermehl u. f. w." Aber ist denn Kuhmilch so wesentlich verschieden von Muttermilch?" Wenn auch in vielem übereinstimmend, so doch verschieden genug, um nicht einfach als gleichwerthig angesehen werden zu können. Beide haben der Art nach dieselben Hauptbestandtheile: Fett, Kasein (ein, Eiweiß stoff), Milchzucker und gewisse, für den Körper unentbehrliche Salze, welch: namentlich auch die Elemente für den Knochenaufbau: Kalk und Phosphor enthalten. Aber die Mengen, in denen diese Stoffe gemischt sind, sind verschieden. In der Muttermilch hat di: gütige Natur die Bestandtheile, die zum Organ- und Knochenaufbau des tleinen Weltbürgers erforderlich sind, m richtiger Mischung geboten." Aber bitte, lachen Sie nicht, Herr Doktor, wenn meine Frage thöricht ist gedeiht denn das mit Jhihmilcü genährte Kalb nicht trefflich, wächst es nicht sogar viel schneller als das menschliche Kind?" Sie treffen, gnädige Frau, gerade den Punkt, der die Kuhmilch ohne weitere Behandlung für das Kind unzuträglich macht. Gerade um dem stärkeren Organ- und Knochenwachsthum des Kalbes zu genügen, enthält die Kuhmilch mehr Eiweißstofse und mehr Kalksalze und ist daher im Hinblick auf den Bedarf des menschlichen Säuglings damit überladen! Dazu kommt. daß das schon an sich zu reichliche Kasein der Kuhmilch zu gröberen Klum pen im Magen des Kindes gerinnt und daher schlecht verdaut wird. Andererseits enthält die Kuhmilch weniger Zucker. Ein zweiter, außerordentlicher Vorzug der Muttermilch ist erst in unserer Zeit in seiner vollen Bedeutung erkannt worden. Bei dem Interesse, mit dem Sie, gnädige Frau, allen Fortschritten der Wissenschaften folgen, wissen Sie, daß ein großer Theil auch der Kinde?k?ankheiten von de? Forschung unserer Tage auf gewisse minimale, schädliche Keime, welche unsere Nahrung und Athemluft verunreinigen am bekanntesten sind die vielgenannten Bakterien zurückgeführt ist. Um uns gegen solche Keime zu schützen, treffen wir die sorgsamsten Maßregeln. Die Natur hat nun, indem sie die Mllch direkt von der Brust in den Mund dcs SäuqlinaF gelangen läßt, alle jene Verunreinigungen mit krankheiterregenden Keimen am sichersten und einfachsten verhindert, zu denen bei Gewinnung. Ueberfüllung, Verschickung, Aufbewahrung der Kuhmilch so reichliche Gelegenheit geboten ist. Hier werden dann künstliche Maßnahmen zur Herstellung der Keimfreiheit uothwendig." Sie geben also zu. Herr Doktor, daß man dieser Gefahr durch geeignete Maßnahmen begegnen kann? Ebenso ließen Sie durchblicken, daß die ungeeignete Mischung der Stoffe in der Kuhmilch durch r:chtigq Behandlung sich korrigiren läßt?" In der That. Es läßt sich die grobklumpige Gerinnung der Kuhmilch durch Zusatz von Hafer- oder Gerstenschleim vermindern, um aber den durch die Verdünnung , bedingten Verlust an Süße bei der schon an sich zuckerärmeren Kuhmilch wettzumachen, muß man Zucker, am besten Rohrzucker, hinzusetzen!" Wie stark soll die Verdünnung sein?" Bis zum dritten Monat setzt man zweckmäßig die dreifache, vom dritten bis fünften Monat die doppelte Meng: Wasser hinzu. Dann Milch und Wasser zu gleichen Theilen. Vom siebenten Monat ab etwa verträgt das Kind schon unverdünnte Milch. Was den anderen Punkt betrifft, fo stellt Sorhlet. dem wir hauptsächlich die Erkenntniß von dem sanitären Werth keimfreier, d. h! sterilisirter Milch verdanken, die Forderung auf. dem Kinde nur gekochte und danach gegen jeden Zutritt von Keimen geschützte Milch darzureichen. Die andauernde! KochHitze tödtet nämlich alle pflanzlichen und thierischen Krankheitserreger. Geaen Metalkaift ist allerdings auch sie unwirksam." ..Kommen auch Metallgifte in de? Milch vor?"
Durch Gebrauch unzweckmäßiger Gefäße ist derartiges schon, wenn auch selten, vorgekommen. Kupfer- und Zinkgefäße geben leicht Metall ab. Aber auch die Glasur der Tho'.-.zefä:
enthält oft Blei und Hot schon zu Ble:Vergiftungen Anlaß gegeben. Porzellan. Steingut, Glas sind unbedenklich. Eine strenge Ucberwachung de? Meiereien u. s. w. hierauf ist durchaus am Platze. Ein endlich noch zu erwähnende? Nachtheil dc? Flascoe l nicht durch die' Kuhmilck selbst, sondern du?ch einen häufigen Fehle? bei ihrer Verabreichung bedingt. Aus naheliegenden Gründen wird d:e lasche viel es ter gereicht als die Brust; auch entnimmt ihr daö Kind 'schneller und leichter die Milch. Dadurch tritt l:i2)t Uebersutterung mit ihren bösen Folgen, den Mäzen- und Danikah??h:n, ein." Aus alledem ersehe ich. Herr Doltor. daß sich die Nachtheile der Thiermilch doch nnrncrl;:.? erheblich einschränken lassen." ..Sicherlich! Ohne Zwcisel würd: die schrecklich? Zahl, welch? di? St?rblichle'.t der Flaschenkinder illustrirt, gai'.z außerordentlich Herabzehen, wen überall die richtige Vor- und Umsicht angewandt würde. Auch die übrigen, durch die Sterolichleitszifser noch gar nicht zum Aufdruck gebrachten Folgcn mangelhaft'.'? Ernährung: Rachitis und Skrophulose könnten erheblich dermindert werden. Dem steht aber die Unkenntniß. Gewissenlosigkeit und leider nur zu ost die Noth vieler Mütter und Pflegerinnen entgegen. Letzterer Faktor spielt sicher eine große Rolle." Wollen Sie die Milchsurrozate ganz verwerfen?" Etwa vom achten Monat an ist nichts gegen sie einzuwenden. Aber niemals sollten sie die alleinig: Rahrung bilden, sondern abwechselnd mit Kuhmilch oder als Zusatz gegeben werden! Unter ungewöhnlichen Umständen. z. I. auf längeren Seereisen, thun einige Surrogate (so die kondensirt? Milch) gute Dienste. Wo Kuhmilch durchaus nicht zu erhalten oder besonderer Umstände halber zu meiden ist, kann man auch zu den Kinder.nehlen greifen, die übrigens ziemlich theuer sind. Im ganzen aber müssen wir dran festhalten, daß. wo auf die Muttermilch verzichtet werden muß. die unter den angegebenen Voisichtsmaßregeln angewandte Kuhmilch das nch:rste Mittel ist, unsere Kleinen zu kräftigen, von! körperlichem und geistigem Siechtbum freien Menschen zu erziehen! Möge das jede Mutter gerade jeki in den heißen, dem Kinde gesährlichsten Monaten beherzigen!" LluS dem Tagebuch einer Männer feinditt. Ein Mann war es, de? den Gedanken aussp?ach: Die letzte Liebe ist immer treu. Das Alter sollst Du schätzen," sagt die heilige Schrift. Bei den Frauen darf dieses Älter die Grenze des zwanzigsten Lebensjahres nicht viel überschritten haben. Die Männer ersetzen die unbercchtigte Nachsicht, die sie für sich selbst habcn, durch eine unerlaubte Strenge gcgen die grauen. Männliche Moral: Er darf sich der Dinge rühmen, deren sie sich schämen muß. Wo ist der Mann, der sich nicht gegen das Gebot der Bibel versündigte: Du sollst urtheilen ohne Ansehen der Person!" Der Mann hat sich zu seinen Zwecken das Wort zurechtgelegt: Wenn Zwei das Gleiche thun, ist es nicht dasselbe. Wenn ein Mann liebt, verzeiht c? alles sich! Die Frauen dürfen nicht dreinreden in die Politik. Welch' ;arte Rücksicht! Denn natürlich, die PoKiif verdirbt den Charakter. Die Männer meinen, ein Frauenherz sei ein Räthsel. Für Räthsel sollte man die richtige Lssung suchen, nicht sie willkürlich mißdeuten. Es könnte manchem Manne nichts Schlimmeres passiren, als wenn seine Frau sich an ihm ein Beispiel nimmt. Eine Frau ist eifersüchtig auf den, den sie liebt; die Männer quälen eine Frau durch ihre Eifersucht auch dann, wenn sie Andere lieben. Gin Pantoffelheld. Edwin Booth, der aroße König Lear" der englischen Bühne, war ein großer Pantoffelheld. In seinen AufZeichnungen findet sich folgende köstliche Tragikomödie". Ort der Handlung: Wohnzimmer in meinem Hause. Versonen: Mr. Edwin Booth Mistreß Booth. dessen Gattin Edwina Booth, deren Tochter. Alle drei sitzen um einen qroßen Tisch. Mr. Edwin Booth liest. Mistreß Booth strickt. Miß Booth stickt. Es schlagt ' 10 Ubr Abends. Mrs. Booth (den Finger erhebend und auf die Uhr zeigend): Edwina!" Miß Booth (legt den Stickrabmen bei Seite, steht auf. acht zu Mistreß Booth und küßt sie): .Gute Nacht. Mama." (Geht auf Mr. Booth zu und küßt ibn): Gute Nacht. Papa." (Durch die Mitte ab.) Große Pause. Nach einer Weile scblägt die Uhr kalb Elf. Mrs. Booth (den Finacr erhebend und auf die Uhr zeigend): I.Mr. Booth!" Mr. Booth sckläqt das Buch zu. erhebt sick. geht auf Mrs. Booth zu. küßt sie. seufzt und sagt: Gute Nacht, mein Herz!" (Durch die Mitte ab.) Mrs. Booth strickt weiter. Der Borbang fällt. De? Autor dieses häuslichen Schau-, Lu''!U!:d Trauerspiels setzt hinzu: Iho dieser Mr. Booth bin ich!!!"
A o
