Indiana Tribüne, Volume 17, Number 324, Indianapolis, Marion County, 12 August 1894 — Page 2

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Das Lied von äZanapcc.

' Nichts scheint so geringfügig, daß die Wissenschaft, die eben Alles ettunin will, sich nicht mit genauer Forschling daran wagte. Sonst hätte es gewiß nicht geschehen können, daß das vielberühmte Kanapeelied von den Lippen robuster Küchenfeen und übermüthiger Schusterjungen auf den Arbeitsiisch eines Gelehrten geräth, um dort Tiach allen Regeln quellenforschende? Kunst auf Geschichte und ursprüngliche Gestalt untersucht zu werden. Ein Musikkenner ersten Ranges, der besonders durch seine Schubertforschungen bekannte Herr Dr. Max Friedländer Hat bei Breitkopf undHärtel in Leipzig eine ganz ernsthafte und höchst intcressante Monographie über Das Lied vom Kanapee" erscheinen lallen. Da wirkt vor Allem überraschend, daß die Weise, welche wir der etwas untergeordneten Sippe der schnell geboren'en, schnell verlorenen- modernen Gassenhauer zuzurechnen geneigt waien, aus der edlen Familie der Volkslieber stammt und seine Ahnen dementsprechend weit in die verklungenen Zeiien zurückdatircn. Uralt ist ja schon 1)as Schlagwort des Liedes Das Kanapee", das im griechischen Kanapeion gleich Mückennetz, übertragen: 3!uhebett, wurzelt. Dieses Wort wird im Deutschen literawrfähig schon im Anfang des vorigen Jahrhunderts, denn bereits in Benjamin Hanke's Jägerlied vom Jahre 1724 heißt es gar anmuithig: Will Morpheus uns erschleichen. So schläft man auf dem Klee; Das Laub der hohen Eichen Ist unser Kanapee. Freilich ward das Kanapee später von einem neuen Möbel übertrumpft und in den Schatten gestellt, denn um ixt Mitte des vorigen Säkulums sang znan mit trüber Resignation: Ein abgeseßnes Kanapee, Bekleid't mit greisem Sammt und sahlem Schimmer, Gewes'ner Favorit vom Frauenzimmer, Sieh: einen Sopha in der Näh' etc. etc. Aber was speziell jenes Kanapeelied anbelangt, so galt bisher als älteste Quelle em Lied, das Hosmann von FallerNeben bereits aus einer Liedersammlung vom Jahre 1747 hat nachweisen können, die den Titel führt: Gantz neu entsprossene Liebes Rofen, vorinnen viele neue Liebes Arien, und angenehme Lieder zu finden, welche ohne Aergerniß können gesungen werden." Diese Liebesrosen bildeten bisher die älteste Quelle für das Kanapeelieb. Vor ganz kurzer Zeit hat aber Karl Schüddekopf in Roßla eine Form des Gedichts aus dem handschristlichen Liederbuch für Sophie Henriette Komreffe Reuß. Angefangen zu sammeln Anno 1741" veröffentlicht, die äugenscheinlich aus früherer Zeit als die Lie-besrosen-Quelle stammt. Indessen bemangelt auch sie des archaischen Zuges, imd so ist es für Herrn Max Friedländer eine doppelte Freude gewesen, in einem Manuskript aus dem Jahre 1740 eine noch ältere Version des Liedes zu finden. Diese Lesart beginnt: Das Kanapee ist mein Vergnügen, Drauf ich mir was zu Gute thu. Das Kanapee ist mein Vergnügen, In meiner allzusanften Ruh; Thut mir's in allen Gliedern weh. So leg' ich mich aufs Kanapee. Wenn mir vor Sorgen und Gedanken Der Kopf wie eine Trehe geht. Gesetzt das Herz fing an zu schwanken. Als wie ein Schiff, wenn Sturm entsteht 58ei Wind und Wellen auf der See, So leg' ich mich auf's Kanapee. Die für die Ähnlichkeit mit unserem heutigen Kanapee-Liede charakteristisch: Strophe erhält das Gedicht freilich erst in jener Roßlaer Handschrift, denn da finden wir die unsterblich schönen Verse: Wird endlich auch der Leib malade. Weil ich ein Mensch wie andre bin. So macht mein Kanapee Parade. Da sterb ich mit vergnügtem Sinn, Die Seele schwingt sich in die Höh, Dr Leib bleibt auf dem Kanapee. Durch die in den oben erwähnten Liebesrosen zugesetzten Verse: Wenn ich mich in die Länge strecke. So setzt mein Schätzchen sich zu mir, Es hält mir anstatt einer Decke Ein lilienweißes Küßgen für: Das kutzelt in der großen Zeh : j Auf meinem lieben Kanapee. wird nun das Lied zu der achtstrophigen Form vervollständigt, in der es uns in den meisten Abschriften und Abdrücken des vorigen Jahrhunderts begegnet. Unter diesen Niederschriften sind die frühesten in den Liederbüchern des Barons von Crailsheim, um 1755 angelegt, und des Freifräuleins von Grotthus vom Jahre 1764. Die letztgenannte junge Dame schrieb übrigens statt Der Leib bleibt auf dem Kanapee" eine pars pro toto nieder, deren naturwüchsige Derbheit den voll kommenen Gegensatz zur leicht beschwingten Psyche bildet. Welch' erquicklicher Realismus . . . Der schwarze Vrenner ist ein Pilz, denen Z?ruchttraaer schwar? öfters auch blau ausseben: er zerfrist.t krebsartig die grünen Triebe und die Trauben. Dem Auftreten d:s schwar zen Brenners wird durch ein Anstrei chen der Schenkel und d:r Tragreben (Gerten) kurz vor dem Ausknosven rnit eine ZÖprocentigm Eisenöitriollösung vcrgebeugt.

für unsere Zraucn.

a Misse der Jakra,?. Es wird oft betont, daß der moderne Haushalt ein völlig anderer gegen den frühere? Tag: geworden ist, und dabei stets hinzugefügt, daß die Frauen unserer Ze'.t es viel bequemer haben, als die unserer Vorfahren. In der That erscheinen die mannigfachen Maschinen, die unsere Zeit in's Leben gerufen hat, die Fabrikation von Seifen. Lichten, Konserven u. s. w. ganz geeignet, die Hausfrau zu entlasten, doch wird im Allgemeinen stets der Umstand außer Acht gelassen, daß erst:ns den Haushaltungen früherer bedeutend mehr Hände und dienstbare Geister zur Verfügung stan den, als dies gewöhnlich jetzt der Fall ist. und daß für diese Entlastung den modernen Hausfrauen Pflichten auferlegt sind, von denen solche früherer Tag: oft kaum ein: Ahnung haben konnten. DaS innig: Eingreifen der Wiffenhaften, der Chemie. Physik und Phyfwlogie in das häusliche Leben macht es durchaus nothwendig, daß die mo-t-rne Hausfrau ihr Wissen nach dieser üchtunz erweitere und bereichere. Wir können nicht mehr damit zufrieden sein, zu wissen, eine Sache müsse so und nicht anders gemacht werden, wir sollen auch wissen, warum dies nöthig ist. Auch stehen die Anforderungen, welche die Zeit und die Verhältnisse an eine tüchtige Hausfrau stellen, oft nicht im Einklang mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln, wenigstens dann nicht, wenn sie nicht scharf zusieht, daß alles in der rechten und ausgiebigen Weise verwerthet werde. Genaue Kenntnisse der Werthe aller Einzelheiten für den Haushalt sind oft im Stande, mit den vorhandenen Mitteln auszukommen, von ihnen den größtmöglichen Nutzen zu erzielen oder Ersparnis? zu machen. Hier helfen die Wissenschaften in der vollkommensten Weise. Sie lehren uns nicht nur, Speisen und Getränke nach ihrem Nahrungswerth zu schätzen, sie belehren uns auch durch genaue Berechnung darüber, was zum Aufbau des Körpers und zur Erhaltung der Lebenskraste nothwendig und was ' uberflüssig ist. wie wir mit ihrer Hilfe die nothigen Dinge am leichtesten- erhalten und bewahren, sie am sichersten vor dem alles vernichtenden 3ah der Zeit zu schützen vermögen. Chemie und Physik dürfen den Hausfrauen heute nicht mehr ein Buch mit sieben Siegeln lein, das i: mit geheimem Schauer betrachten, sie müssen sie vielmehr im Dienste des Hauses und der Familie, i.Il. ? i v ri l iri ii weiieren inne im lenue oesiemeinwohls verwerthen. Denkende. wohlwollende Männer, denen das rastP . r L . . ' !o,e dampfen und streben einzelner Frauen, ihr Geschlecht auf einen würdigeren Standpunkt emporzuheben, nicht gleichgiltig war. haben durch Y . : . i n " c . cn.. c (yvi r Ki;;ueianoiiaje öeienrung Die 10511,jenjqast zu einem Gemeingut gemacht und auch den Frauen reich sprudelnde Quellen des Wissens erschlossen. Wir erinnern nur an Bücher wie Dr. Klenke: .Die Naturwissenschaft im weiblichen Beruf," Bock: Vom aesunden und kranken Menschen." Georg ! Henry Lewes: Die Physiologie des j täglichen Lebens" u. a. Gute, populär geschriebene naturwissenschaftlich: Bücher sollten in keiner Hausbibliothek fehlen. Nur ein gesunder Mensch kann ein glücklicher Mensch sein, und von diesem Gesichtspunkt aus kann zur Förderung der Gesundheit und Wohlfahrt nur derjenige beitragen, der sich sowohl über die vitalen Vorgänge im menschlichen Körper, wie über die chemischen Wirkungen der NahrungsMittel, ihr Jneinandergreisen aufs b:ste zu belehren sucht. Gewiß, die Erfahrung ist eine vorzüzliche Lehrmeisterin. aber sie allein reicht für unsere Verhältnisse nicht mehr aus. Wenn unsere Mütter und Großmütter, um eine gute Brüh: oder einen saftigen Braten zu erzielen, das Vrühfleisch mit kaltem Wasser auf's Feuer setzten, während sie den Braten mit glühendem Fett in einen recht heißen Ofen schoben, so hatte die Ersahrung sie gelehrt, daß man so zu Werke zu gehen habe. Erst unserer Zeit war es vorbehalten zu erklären, daß dies so geschehen müsse, um bei der Brüh: das im Fleisch enthalten: Albumin durch das allmälige Erhitzen zu lösen, wodurch freilich das Fleisch seines Nahrungswerthes' beraubt und ungenießbar wird, während beim Einsetzen des Bratens in den heißen Ofen das Eiweiß gerinnt, eine feste Kruste um das Fleisch bildet, sodaß der Fleischsaft darin erhalten und sein positiverNäorwerth infolgedessen unverändert bleibt. Wir verfahren also h:ute ebenso mit dem Fleisch wie unsere Großmütter, nur geschieht es mit Kenntniß der Gründe. Freilich gibt es heute noch unendlich viele Hausfrauen, die den beim Beginn des Kochens sich bildenden Schaum vom Fleische abnehmen und ins Feuer werfen, nur weil ihre Mütter es so gemach! und sie es von ihnen so gelernt haben, während dieser Schaum doch das wertbvollste Nahrungsmittel ist, das Albumin, das eben durch das allmälige Kochen gelöst wurde. Ein: Hausfrau, die sich indeß über die chemische und physiologischen Vorgänge belehrt hat, wird diesen Fehler nicht mehr begehen. Aus der Menge des ausgeschiedenen Eiweißes kann die sachkundige Hausfrau übrigens mit Leichtigkeit auch aus die Beschaffenheit des Fleisches schließen. denn es beträgt b:i einem alten Thiere ein bis zwei, bei dem Fleisch eines jungen dagegen bis gegen vierzehn Procent. .Je mehr sich die Frau mit dem 33;c und Warum" der chemischen und i

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physiologischen Vorgänge im Körper, in der Küche und im Haushalt bekannt macht, desto leichter und besser wird sie in ausgiebigster Weise für die Ihrigen sorgen können. Was kann allein auf dem Gebiet: der Hauswäsche durch richtige Kenntniß der chemischen Einwirkungen des Wassers, der Seife, des Sodas, des Kali, der Lauge u. dergl. an Jngrcdienzen erspart und erhalten werden, während durch das Gegentheil oft unglaublich viel gesündigt und zerstört wird! Jede Frau soll wissen, unter welchen Bedingungen die Gewebsfascr oder die Farbe eines Stoffes zerstört oder erhalten werden kann, in welcher Weise, mit welchen Mitteln bestimmte Flecke zu entfernen sind, wie sie in den verschiedenen Stoffen aufgelöst werden können u. s. w. Der alte, weise Salcmo sagt: Der FrauenKlugheit bauet das Haus ihr auf. Der Leichtsinn reißt es mit Händen nieder," und darum ist eine kluge, denkende Hausfrau der höchste Schatz für das Haus; sie bringt ihrem Gatten in ihrem Wissen die reichste Mitgift entgegen. und der Hausstand wird unter ihrer Leitung sich einer gesunden und glücklichen Entwickelung erfreuen! Mund zu!

23on C. S. In manchen Dingen beschäm! der Instinkt einer Indianerin die Hochcultur der modernen Frau. Wir haben dabei natürlich hauptsächlich die Beobachtung hygienischer Maßregeln im Auge. Eine der wichtigsten und zugleich mißachtetsten Gesundheitskorschristen besteht darin, daß der Mensch mit geschlossenem Munde athmen muß und die erste That der indianischen Mutter dem Sprößlinge gegenüber besteht darin, daß sie dem Neugeborenen sorgfältig die Lippen verschließt, damit er sofort durch die Nase athmen lerne. Der Gegenstand scheint kaum einer Erörterung werth und ist dennoch von vitaler Wichtigkeit für jeden Menschen. Unsere Nasenlöcher sind so construirt, daß sie die Luft reinigen und mildern, bevor sie ih: den Zutritt zur Lunge gestatten. Dagegen behält die Luft, die wir mit offenem Munde einathmen, alle Unsauberkeiten, Krank-' heitskeime und schädlichen Substanzen bei, und in unvermittelter Temperatur nimmt sie alsbald ihren Weg zur Lunge. Nun weiß man, mit welchen Staubtheilen, vegetabilischen und mineralischen Giften, mit welchen Balterien und epidemischen Krankheiten, mit welchen Seucheerregern die Luft beladen ist, und diese Thatsache allein sollte genügen, 'auf die bedeutsam: Funktion.welche die Nasenschleimhäute als Luftreinigungsorgane besitzen.sehr nachdrücklich hinzuweisen. Allein ihr: zweite Eigenschaft, die Luft zu temperiren, bevor sie dieselbe zur Lunge dringen lassen, ist ebenso wichtig und die Mißachtung dieser Eigenschaft straft sich durch eine Schädigung der Athmungsorgane. wie sie sich in den verzchiedensten Brauneansallen, Halsentzündungen, im Asthma und anderen derartigen Erkrankungen kundgibt. Aber auch die Zähne werden durch das Athmen mit dem Munde geschädigt. Der kalte Luftzug, von dem er bei dieser Gelegenheit durchströmt wird, hat einen nachteiligen Einfluß auf Gaumen sowohl wie Zähne und ruft leicht Zahnschmerz und Halsschmerz hervor. Das Eintrocknen des Speichels, eine Folge des Athmens mit dem Munde, beschleunigt den Verfall der Zahne, w.'',cke der Mund vor dem Luftzug beschützen sollte. Die Mundwärme sowohl wie die von den Speicheldrüsen abgesonderte Flüssigkeit haben die Aufgabe, den Zähnen einen gleichmäßigen Wärmegrad zu sichern, der ihrem Bestände und ihrer Gesundheit unentbehrlich ist. Wenn es nun schon wichtig erscheint, den Mund in wachem Zustande geschlössen zu halten, so ist es doppelt so wichtig, es beim Schlafen zu thun.' Zu den Uebeln, welche das Athmen mit dem Munde nach sich zieht, gehört auch ein gestörter Schlaf. Viel erfrischender und tiefer ist der Schlaf bei geschlossenem Munde, eine Thatsache, von der sich Jeder überzeugen kann.der den friedlich süßen Schlaf eines mit geschlossenem Munde athmenden und den krampfhaften, von stöhnenden Geräuschen aller Art begleiteten Schlaf eines mit offenem Munde Daliegenden beobachtet. Grauenhafte Träume und Alpdrücken quälen den Schläfer mit offenem Munde, und er erwacht mit ausgedörrten Lippen die sich schwer wieder geschmeidig machen lassen. Dagegen dürfte das Alpdrücken dem Schläfer mit geschlossenem Munde eine unbekannte Sache sein. Auch das Schnarchen, diese Gewohnheit, die einen Patriarchen um seine Würde bringt, hängt mit dem offenen Munde zusammen und das Mittel, sich dieser fatalen Eigenschaft zu entledigen,di: nicht nur denSchnarchenden, sondern seine Umgebung peinigt, besieht in folgenden Verhaltunzsmaßregeln: Die Kissen sollen derartig gelegt werden, daß siz sich nur bis zur Halsbeuge senken, so daß der leicht vorgeneigte Kopf das Auseinanderfallen von Ober- und Unterkiefer verhindert. Die Lippen setze man fest, die Zähne leicht aufeinander, so daß ihre Reihen siu, gerade berühren, dann schlafe man mit dem Gedanken ein, den Mund geschlössen behalten zu wollen. Es dauert nicht lange und die neue wohltbätig: Gewohnheit ist angenommen. Der Voisatz, den man in den Schlaf hinübernimmt, mit geschlossenem Munde

imv&iriMJiijrMnurtftfinjm" ic- - I weiter zu athmen, wirkt mit der 5ha f. i einer Suggestion", wie die Hypnotiker es nennen.und daß derartige Suggestionen wirksamer sind, können wir daran erkennen, daß wir mit Lcichtigkeit zu einer bestimmten Stunde erwachen. sobald wir uns vor dem Einschlafen fest vornehmen, es zu thun. Man stelle sich einen Menschen vor, der mit offenem Munde einhergeht, und man wird sofort bemerken, daß dieser Mensch etwas unfreiwillig Komisches hat, daß er den Eindruck geistiger Jnferiorität macht. Selbst ansprechende Physiognomien verlieren durch diese abgeschmackte Gewohnheit und unbedingt flößt uns 'eine Persönlichkeit, die mit geschlossenem Munde einhergeht, weit mehr Respekt ein, als der immer etwas lächerliche Mensch, der den Mund unmotivirt osfen hält, und zwar geschieht das. auch ohne daß wir uns Rechenschaft über den Grund dafür geben. Vor ungefähr dreißig Jahren bereits hat sich Georg Catlin in seiner Broschüre Geschlossener Mund erhält gesund", über die Wichtigkeit auszcsprochen, welche das Athmen mit geschlossenem Munde für den Menschen hat. Am besten schließen wir die Ermahnung, den Mund geschlossen zu halten was sich übrigens in jedem anderen Sinne gleichfalls empfiehlt mit denselben Worten, mit welchen Catlin seine Broschüre beendet: Ich habe lange genug gelebt und beobachtet, um eingesehen zu' haben, daß die vorzeitige Sterblichkeit in civilisirten Gemeinden von der schädlichen Gewohnheit herrührt, die den Inhalt dieser Broschüre bildet, und wenn ich ein reicher Mann wäre, würde ich in der Ueberzeugung, daß das Heilmittel gegen diese Gewohnheit am wirksamsten bereits in der Wiege angewendet wird, gern vier Millionen Mark bingeben, um eine ebensolche Anzahl oieser Broschüren an reiche und arme Mütter aller Gegenden vertheilen lassen. Denn die Mütter sind die ersten und vornehmstenBezwinger dieser zerstörenden Gewohnheit, aber auch in jeder Schule, jedem Hospitale und jedem Regiment sollten allnächtlichWärter die Runde machen, um dem unnatürlichen, widerwcligen und gefährlichen Brauch, mit offenem Munde zu schlafen, gewaltsam Einhalt zu thun." cberergüssc.

Die unlängst mitgetheilte Entdec'ng" eines Londoner Physiologen, daß der Sitz der Liebe nicht das Herz, sondern die Leber sei, hat einen Mo dernen" zu folgendem Liebesgedicht begeistert: Lebe?ergüsse. Blick mir in's Auge, süßes Schätzchen, Dort liegt die Leber, blick hinein Da wird wohl ein vertrautes Plätzchen Für Dich, mein Leberliebchen, sein... Du zürnst?.... So bin ich armer Streber Umsonst zu Dir zurückgeirrt, Für die alleine meine Leber Schlägt refpective funktionirt? Ein Feuerstrom durchpulst mi? heute Die Leber, die nach Liebe schreit: Ein Feuerstrom von Lebersreud:, Durchloht von Leberliebesleid!" Mit Wonne würde ich verspritzen Für Dich mein liebes Leberblut Nur laß mich letzt nicht langer schwitzen cv n heißer Leberllebesgluth! Da gingen ihr die Augen über, Als ihm das grause Wort entfloh'n: Oh liebe Leber, lebe lieber Sonst bricht die meine stückweis schon!" Und nimmer konnt sie widerstehen Dem Leberdrang, der sie beschlich In's Auge mußte sie ihm sehen, Und sieh' die Lebern fanden sich. Immer der (Sleiche Der Heirathsvermittler Abraham Levy liegt in einemKrankenhause ziemlich fchwer darnieder. Der jugendliche Assislenzarzt untersucht ihn, ordnet das Nothwendige an und geht dann an die anderen Betten. Levy folgt ihm mit den Blicken und ihn vom Kopf bis zum Fuße musternd, ruft er endlich: Herr Doctor!" Dieser dreht sich um und fragt den Kranken nach seinem Begehr. Ich möcht' Ihnen noch was sagen!" Aber ich habe Sie ja schon untersucht." entgegnet der Arzt. Es wär' was sehr Wichtiges!" Nun, dann saaen Sie es schnell!" Aber so vor alle Leut'!?" Herr. Levy. wir haben hier keine Geheimnisse vor einander!" Herr Doctor, ich hab' e' Partie für Sie!" Nutzlos. Mama (zum kleinen Fritzchen, der sich in seinem Bett wälzt): Nun. Fritzchen, bast Du auch schon Dein Nachtgebet gesprochen: Müde bin ich, geh' zur Ruh'. Schließ' die müden Aeuglein zu" ? Fritzchen: Nein. Mama. Jt's no use" die Großmama ha! mir vorhin zwei große Stück? Mince-Pie gegeben. Kindermund. Lehrer: Ich habe Euch neulich gesagt. Ihr solltet versuchen, wenigstens eine Person in der Woche glücklich zu macken, habt Ihr das gethan?" Der kleine Emil: Ja. ich habe Großmama glücklich gemacht." Lehrer: Das ist recht, wie hast Du das aber angefangen?" Der kleine Emil: Ich hab: sie besucht, und sie ist jedesmal glücklich, wenn ich stl"

Zlcbcr das Zjciraihcn.

Von E'.ise M. Das Urtheil über die Grenze der fugend bei den Frauen und über das Alter, welches sich zur Eheschließung eignet, ist in verschiedenen Zelten bei verschiedenen Völkern und Charalteren ein sehr verschiedenes. Bei den Orientalen gilt schon die zwanzigjährige Unverheiratete als altes Mädchen; dreißigjährige Männinnen" waren unsere germanischen Urmütter, die hochgestellten, berathenden Freundinnen ihrer Männer, ehe sie sich zur Ehe befähigt hielten. Auch das Urtheil über das zwischen den Ehegatten zulässige Altersverhältniß ist ein sehr abweichendes. Der Grieche Aristoteles soll den Ausspruch gethan haben, in einer' rechten Ehe müsse der Mann beim Schließen derselben 36, die Frau 38 Jahre alt sein eine sehr erklärliche Ansicht von dem Angehörigen eines Volkes, das seine Frauen wie unmündige Kinder zu behandeln pflegte, und sie von jeder Theilnahme an den tiefsten Interessen des Mannes ausschloß. W. v. Humboldt dagegen sagt in seinen Briefen an eine Freundin: Was in dem Innern einer Frau vorzüglich fesselt, gewinnt offenbar bei fortgeschrittenen Jahren. Ich hätte auch in keinem Alter meines Lebens in engem Verhältniß mit einem Mädchen oder einer Frau stehen mögen, die viel jünger als ich gewesen wäre; am weuigsten hätte ich eine solche heirathen mögen. Ich bin auch in mir überzeugt. daß solche Heirathen im Ganzen nicht nV ' r." ri ir - i Illiv. vsie suyren meluenlyelis oahin, daß die Männer die Frauen wie Unmündige und Kinder behandeln.und es kann bei einer solchen Altersverschiedenheit unmöglich der freie, gegenseitig erhebende und beglückende Umgang, das volle und reine Ueberströmen der Gedanken und Empfindungen aus einem Gemüth in das andere stattfinden, die in dem Umgang beider Geschlechter eigentlich das Beseligende ausmachen. Gleichheit in allen inneren Bedingungen ist da unentbehrlich nothwendig, und der Mann kann nur daran große Freude finden, daß sich ihm diese in Empfindungen und Denken. nach Maßgabe der Verschiedenheit der Geschlechter in ihrer Art Gleiche, in der mit erlangter Reife vollen Selbstständigkeit ihres Wesens hingibt und seinen Willen als den ihrigen erkennt." Nehmen aber auch die vorschreitcnden Jahre Euch Mädchen wirklich die Hoffnung zur Verh:irathung.wäre das ein so großes Unglück? Seht Euch doch um im Kreise Eurer Bekannten! Wohl preisen wir mit Recht die Frau glücklich, welche geborgen ist in der Liebe eines edlen, sie überragenden Mannes, der sie leitet und stützt und trägt. Findet Ihr denn aber wirklich viele solcher Ehen, die wahrhaft ein Bund zweier Seelen" sind, wie es die echte Ehe sein soll die volle Herzenssättigung geben? Und weißt Du denn sicher, ob Du in der Lotterie der Verheirathung" solch' eine Glücksnummer ziehen würdest? Wie viele Eheleute gibt es doch, beren Ehe nichts ist als ein neben einander Hergehen ohne Streit in Herzensleere. Und wie manche Ehe gibt es, in welcher die Frau statt des tragenden ! Armes den knechtenden fand! Das Madchen, welches heute seme Hand einem liebenden und geliebten Manne gibt," sagt Campe,- wird erst nach Ablauf einer gewissen Zeit mit Zuverlässigkeit erfahren, ob sie einen Freund oder einen Gebieter, oder gar einen Tyrannen an ihm haben werde." Es gibt viele Aussprüche von edlen, Vorurtheilsfreien Männern (wohl gemerkt, von Männern, nicht etwa von verbitterten alten Jungfern", denen die Trauben sauer sind), die besagen, daß gar viele Frauen Eheleid statt Eheglück" fanden. Luther sagt z. B.: Im ersten Jahr der Ehe ist wohl alles köstlich, fröhlich und lustig Ding; man bringt dieselbe Zeit hin mit Lachen und Liebhaben, hernach aber findet sich gar oft allerlei Jammer und Elend." Und an einer anderen Stelle: Manche Männer sind in ihren Häusern schier wie die Löwen hart und unfreundlich gegen ihre Weiber und Gesinde." Oft findet das Weib einen sauren, zorniaen, wunderlichen, seltsamen Mann!" meint Fischart. Männer sind Mai. wenn sie freien, Dezember in der Ehe," sagt Shakespeare, und Jean Paul in seiner humoristischen Weise: Aus dem Honigkuckuck.der zur Süße der Honigwochen einlud, wird gar bald ein gesetzter Honigbär, der den Honig allein haben will!" Sollte es denn wirklich keine Befriedigung außerhalb der Ehe geben? Caroline Perthes. die kluge, warmberzige Frau des bekannten Buchhändlers Perthes, schreibt in einem Briefe an ihre Tochter: Zu meinem Grauen scheute L sich nicht auszusprechen, sie müsse von sich und von jedem Mädchen. welches nicht Frau würde, glauben, daß es seine Bestimmung verfehlt und ein trauriges und verkümmertes Leben zu führen habe. Gott wolle doch jedes Mädchen vor diesem traurigen Wahne schützen. Nein unser Gott hat für uns Alle, weß Standes und Geschlechtes wir sind, Liebe und Glück, wenn wir es nur annehmen wollen. Es braucht keine Seele zu vertrocknen. Wenn wir einen ernsten Zweck recht aus vollem Herzen verfolgen und dafür und daran arbeiten im Aufmerken auf Gott, so kann es nicht fehlen an Gottes Segen und am Glück lichsein. Das ist wirklich meine Mei nunq!" Louise Büchner hat das schöne Wort gesprochen: Die Ehe (d. h. die rechte

Ehe) ehren als die höchste Stufe unseres Glückes und doch sie entbehren

können mit zufriedenem Herzen, das sollte der Gipfelpunkt jeder echten weiblichen Erkenntniß sein." Und Herder sagt: Schau die hohe Cypresse sie trägt nicht gold'ne Früchte, aber sie siehet dafür immer m fröhlichemGrun. Kannst Du, so sei ein nährender Palmbaum, kannst Du es nicht sein, sei ein Cypressenbaum, ruhig, erhaben und frei!" Aber nicht alle von uns sind solche Cypressennaturen!" sagen einige von Euch. Kennst Du nicht auch das Wort: Frauen gleichen den Epheuranken! Sie halten sich an, damit sie nicht schwanken!" und: Epheu und ein zärtlich Gemüth Heftet sich an und grünt und blüh! Kann es keinen Stamm, keine Mauer finden Es muß verdorren, es muß verschwinden." Nun wohl bist Du solch' eine Epheunatur und stehest doch allein, so halte Dich an eine Deiner stärkeren Schwestern. Es kann nun einmal nicht jede von uns, nachdem sie, wie Heyse sagt, über die Wiese der Jugend geflattert, sich auf den Arm des Herrn Gemahls lehnen, um fein bequem vorwärts zu kommen auf der beschwerlichen Landstraße des Lebens. Aber wir brauchen darum nicht allein zu gehen wir können uns gegenseitig helfen und tragen. Sollten wirklich nur Mannerarme als Stütze dienen können? Es gibt auch unter uns solche, welche es wohl vcrmögen, die schwächere Schwester zu stützen. Und Du kannst und sollst auchNahrung finden für Dein zärtlich Gemüth",für Dein liebebedürftiges Herz! Ob auch ein Weib herrsche oder dichte, so kann es doch nimmermehr vergessen zu lieben!" sagt Jean Paul. Er hat recht. Alle Dichterlorbce ren vermochten es nicht, die hochbegabte, sangesreiche Sappho zu trösten über ihr Liebesleid. Aber vermag denn nur Männerliebe unserm Leben Werth zu derleihen? König David hat die Liebe vieler Frauen genossen, und doch sagt er von seinem Freunde Jonathan, der ihn geliebt, wie sein eigen Herz, seine eig ne Seele", daß er große Freude und Wonne an ihm gehabt", und daß seine Liebe ihm sonderlicher gewesen sei als Frauenliebe". Sollte solch' eine alle Herzensbedürfnisse befriediende Freundschaft nicht auch unter Frauen und Mädchen möglich sein, sodaß die eine Freundin von der andern auch rühmen könnte: Deine Liebe ist mir köstlicher gewesen denn Mannerliebe!" Kennt Ihr nicht auch, wie ich, solche Freundinnenpaare, die sich mehr als Schwestern lieben, die in einander Uebereinstimmung und Ergänzung suchen und finden und treulich alle Lust und alles Leid des Lcbens mit einander theilen? Darum fort mit dem Gedanken, daß die Unverheirathete nicht auch glücklich sein könne! Die wahre Schönheit der Zrau. Daß eine Frau ihre besten Jahre bereits hinter sich hat, wenn sie das 25. zurückgelegt, und daß sie mit 30 bereits passee" ist, wird kein Verständiger gelten lassen wollen. In Wirklichkeit sollte sie sich ihre Schönheit bewahren bis in ihr fünfzigstes Jahr und sogar darüber; ihren Zemth erreicht sie meist erst zwischen 33 und 40. Helena war 40, als sie all: Herzen in Flammen sitzte, Aspasia 36, als sie sich mit Perikles vermählte, Kleopatra über 30, als sie zuerst Antonius begegnete. Auch Diane de Poitiers hatte das 36. Jahr erreicht, als sie Heinrich des Zweiten Liebe gewann, die sie sich zu bewahren wußte, trotzdem der König halb so alt war wie sie. Anna von Oesterreich war 38, als sie für die sazonste Frau Europas galt, Madame de Maintenon 43 zur Zeit, da Ludwig der Vierzehnte sie heirathete. Mademoiselle Mar galt für am schönsten zu 43 und Madame Necamier zwischen 3c und 55. Die heißeste und dauerndste Leidenschaft wird nicht durch zwanzigjährige Schönheit eingeflößt; die höchsten Reize sind nur dann vorhanden, wenn der Körper seine volle Entwicklung erlangt hat. Denn Schönheit besteht nicht allein in Form und Farbe, wie sie in der Wachspuppe zu finden ist, die Frische der Jugend und eine Haut, wie Milch und Blut, vereinigen sich oft in einem Gesicht.' das doch nicht entzückt, weil iqm Leben und Ausdruck mcngelt Die besten Jahre einer Frau sind zwi sehen 26 und 40 Jahren, es ist lächerlich, wenn sie sich vorher als passee betrachtet. Zufriedenheit und gute Laune werden immer die besten Mittel bleiben, um sich die Jugend lange zu bewahren, besser als Alles, was man erfunden hat oder erfinden wird. Ein noch so schönes Weib wird schnell alt und versauert werden, wenn ihr die Heiterkeit mangelt, wahrend die Ve sitzerin eines fröhlichen Herzens sich jung erhalt. Jede Frau sollte die Schönheit zu einer Art Studium machen, aber wahre Schönheit, nicht die, welche man durch Einschnüren, Schminke, Puder oder Toilettenwasser zu erlangen glaubt! Wahre Schönheit beruht auf einfacher Lebensweise. Mäßigkeit, Sauberkeit und Bewegung bilden einen kräftigen Körper heran, und Regelmäßigkeit der Züge oder vollkommene künstlerische Schönheit kann fast häßlich werden durch eine unklare Haut (die auf , unreines Blut schließen läßt) oder durch einen nüchternen, uninteressanten Ausdruck. Schönheit liegt in der Grazie und Lebhaftigkeit der Be-

wcgung, im Bau, In der Lerda?.

in der Farbe. imDent- und Ausdrul-.: vermögen, und jedes Weib kann daher viel tozu thun, diese Schönheit zu sördern. Es fr durchaus keine falsche Eitelkeit, oft den Spiegel zu Rathe zu ziehen, aber man muß sich bestreben, mit genügender Unparteilichkeit herauszufinden, welche Fehler man besitzt, um ihnen nach Möglichkeit adzuhelsen. Wenn Aerger oder Kummer die Rosen aus dem Gesicht verbannt, so nehme man keine Schminke, um sie zu ersetzen. Auch das ungeübte Auge entdeckt diese. und so ist der Zweck verloren, urcy das Reiben mit der flachen Hand, die man in weiches Wasser getaucht, wird man oft die Blässe der langen vertreiben können. Die Massage deö Gesichts muß nicht von oben nacy ur ten. sondern umgekehrt und nach autze zu geschehen: besonders sind die empflndlichen Muskeln des Mundes 1.0 zu glätten. Vermeide es. Dich über Klei niqkeiten aufzuregen, zu schelten, zu. scbmollen. zu laut oder zu viel zu la chen, oder fortwährend zu lächeln. Gesundbeit ist naturlich vor Allem zu wirklicher Schönheit nöthig. Farbe, Fülle, Glätte der Haut sind davon avbänaia. Wenn dieser ulle Elasticität und Farbe mangelt, so ist dies ein Beweis, daß das Nerven- oder rnayrungssystem nicht in Ordnung ist. Eine kräftige, aber einfache Nahrung, gemäßigte Temperatur, gute Verdauung, Veweauna in freier Luft. Schlaf und ein sorgloses Gemüth sind ausgezeichnete Schönheitsmittel. Sehr oft werden schon in der Kindheit die Fehler begangen, die zu einer schlechten Gesundheit sühren: zu scharSpelsen. ußigkeiten, starker Kasse u. s. w. werderr aenossen. und wenn dann das Mädcherr erwachsen ist, dann sind seine Augen trübe, die Zähne schlecht, die Lippen, blaß und die Haut unrein. Schminke, Eorsetts. Toilettenwasser und Belladonna sollen dann Abhilfe schaf en. aber in der Lebensweise tritt keinerlei Veränderung ein. Ebe aber an eine wirkliche Beneruna zu denken ist. muß diese erstere anders werden. Die Nahrung soll einfach sein: gepfefferte Suppen, Ragouts, Wildpasteten. Gewürze, zu viel Butter oder Sckmalz schaden der Gesundheit unv sind nicht gut für den Teint. Eine Frau, die eine reich besetzte Tafel allzu sebr liebt, wird, ehe sie Dreißig geworden, eine schlaffe Haut und eine schlechte Gesichtsfarbe haben. Wer em nervofcs. sanguinisches Temperament besitzt sollte sich hauptsächlich auf Eier. Milch, Brot. Früchte, leichte Suppen undFisch beschränken. Malz- und splrttuojenbaltiae Getränke schaden dem Teint; auch Medizinen, in denen sich Eisen oder Phosphors aure befindet, sind gar nicht zuträglich. Ist die Haut einmal dick, roth und unrem geworden. o darf man. wie aesaat. nicht zu tun tlleben Mitteln greifen; Regenwasser, Sonnenschein und Bewegung imFreien bleiben die besten Medikamente. Haufiges Baden ist ausgezeichnet. Äie körperliche Bewegung muß aber nicht übertrieben werden, der Zweck ist, die Muskeln zu kräftigen, die Glieder gelenkig zu machen, zu starke qvmnallscke Uebunaen z. B. aber schatten die vortretenden Gelenke. Zum Schluß noch ein Wort. Die höchste Schönheit liegt im Ausdruck des Gesichts, all? niedrigen Gefühle und Leidenschaster:, ft. Neid und Bosheit, müssen alsoniedergekämpft werden, um diesen Ausdruck zu einem guten und somit aucy schonen zu machen. Ter Bauerund seine Ttiefeln Daß im Gerichtsleben mitunter' recht scherzhaft: Schriftstücke vorkommen, zeigt folgender Brief eines westfalischen Landmannes, den er an das Landgericht in Paderbo:n sandte, um ein gestohlenes Paar Stiefel, die sich als Beweisstücke in Verwahrung des Gerichts befanden, zu erlangen: Lover Här Gerichtshcf, da ich ein armer Mann bin und noch immer nicht min Stiebel haben thun, die mich damalsder verfluchtige Kerl gestohlen hatte in Meschede, so ging ich vor einigen Tagen bei die Härens auf das Gericht in Meschede, ob sie mich nicht die Stiebel raußer geben möchten. ' Die Härenswaren sehr anständig zu mich und sagten, die Stiebels sind nach Padcrborn geschickt. Die eine von die Härens war ein so guter Härr und schräbmich dieses Zettelche, was dren ist. Nu habe ich aber doch ganz vergesse, ob eswörklich der hohe Härr Gerichtshof is. wo die Stiebel hängen oder ob se der Härr Staatsanwalt verwohrt hat. Wenn der meine langschächtige Stiebel. hat, dann bitte ich, dem gnädigen. Hären Staatsanwalt, disses Briefche. zu weise, dann wärt er mich die Stie--bel schon schöcke. Meine wärte Aträsse is An den Härn Otto Ochsenfäll, ab schöcke se man mich balt die Stiebels meine Frau is öcklich und gnorrt ömer und sagt ömer, die Stiebels krist du. voll nich nie zu sähen. Aber ich wäb ja, das der Här Gerichtshof sä mich schöcken wärd. Vergesse sä toch mann, nich, es wäre so gude par lange Stie--bels, sä passe so sörgers gut." ' M a l i t ö s. A.: Hier. einPries--chen gefällig? Der Tabak ist sehr gut.eu reinigt das Gehirn und schärft den. Verstand." B.: So, so! Von derSorte schnupfen Sie wohl auch noch nicht lange?" Viel verlangt. Herr (zum. Maler): Malen Sie mich so ähnlich, daß sogar jeder mich nicht Kennendeausruft: Das ist er, wie er leibt und lebt!" U n g a l a n t. ... .Und wie alt sind Sie, Zeugin?" Ich bin ich bin Ach. sagen. Sie e5 nur rasch sonst werden Sie ja noch ältere '