Indiana Tribüne, Volume 17, Number 316, Indianapolis, Marion County, 5 August 1894 — Page 7

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aö Sättdl?. Von JchanncS Zicglcr.

ES ist fsnfceri'Ci:, daß in dieses zwischen dem Rhein, dem Kanton Graudünden und Vorarlberg eingefcrjobene Ländchen, dem Fiirsienthum Liechtenstein, fast keine Seele kommt. Man kann es beinah' eine unbekannte Gegend nennen. Äie Leute hier sagen selbst: Zu uns kommt Niemand; man redet nicht einmal von uns; wir sind hier ganz abgeschlossen." Sie rneen der angeblich schlechten Verbindung die Schuld frei. Und doch ist nichts leichter, als hierher zu kommen. Von ??eldkirch fährt die Bahn in einer halben Stunde nach Schaan, und von dort kommt man in aöermals einer halben Stunde nach Vaduz. Aber ich glaube, daß die Vernachlässigung Liechtensteins einen anderen Grund hat: Die Reisenden, welche mit der Arlbergbahn kommen, suchen entweder die Schönheiten des Bodensees auf oder gehen nach der Schweiz und las sen das kleine Fürstenthum einfach links liegen, gar nicht daran denkend, welche herrliche Gegend hier zu finden ist. Auf deren Beschreibung will ich mich nicht einlassen, sondern lieber erzählen, wie ich vorwärts kam, woraus dann Jeder entnehmen mag, wie es ihm selbst ergchen würde und wie es s 1 -r f ? i hier beschaffen ist. Hinter dem Bahnhöfe von Schaan wartete eine gelbe Postchaise, an der sich der Kutscher, ein Bursch mit etwas düsterem Blick zu thun machte. Nach Vaduz?" fragte ich. Ja. steigen S' ein." antwortete er barsch, nahm mir mein Gepäck aus der Hand, setzte es in den Wagen, und als ich einstieg, schob er hinten nach. Mit einem Satz schwang er sich auf den Bock und die ssahrt ging los. Der Vorgang hätte nicht vier Sekunden gedauert. Nach kurzer Zeit holte der Wagen eine alte ?Zrau ein, die etwas mühselig einherschritt. Der Kutscher hielt an. Wollen S' mit?" Ja. wenn S' mich mitnehme wolle." Kommen S' 'rauf!" Dann reichte er mit düsterem Gesicht ihr die Hand und half ihr den Äock erklettern. Mir gefällt die Art der alemannischen Leute; kurz, barsch und scheinbar unfreundlich sind sie und dabei herzensgut und hilfreich. Mit erstaunlicher Geschwindigkeit knatterte derBursch fortwährend über den Pferden mit der Peitsche, um die Fliegen von ihnen abzuwehren, deren es hier nicht wenige gibt. Eine Weile ging die Fahrt auf der Landstraße fort, dann kamen die Häuser von Vaduz, einem langgestreckten Marktflecken, von den Bewohnern aber ein Dorf genannt. Das erste war eine stattliche Villa. Wem gehört die Villa?" Dem Herrn Doktor Schlegel." Wer ist das?" Einer von unsere Aerzte." Dann kam links auf der bewaldeten Bergwand ein breites, helles Schloß zum Vorschein. Was ist das für ein Schloß?" Das Schloß Vaduz." Bald darauf hielt er an. ..Hier ischt der Engel". sagte er. half mir heraus, hob mein Gepäck vom Wagen, trug es in die Thür des Gasthauses, schwang sich wieder auf den Bock und fuhr davon. Das dauerte abermals vier Sekunden. Ich trat ein und sah einen großen Lackofen, an welchem ein Mann beschäftigt war. Der Ofen strahlte behagliche Wärme aus, was bei dem bit--terkalten Wetter angenehm war. Ein derbes Mädchen kam, erfaßte schweigend meine Sachen und ich folgte ihr. Eine Treppe hoch, da stand im Halbdunkel die Hausfrau, mit niedergedrückten Augenbrauen mir einen kürzen Blick zuwerfend, in welchem, wie mir schien, Mißtrauen zu bemerken war. Noch eine Treppe hoch, da war a Zimmer, bräunlich tapeziert und möblirt, mit niedrigem kassettirtem Plafond, bräunlichen Vorhängen und Teppichen, sehr nett. In der Ecke stand ein cylindrischer, wurstbrauner Ofen mit blanken Messingreifen. Das dralle Mädchen legte meine Sachen auf das Sofa, und als sie bemerkte, daß ich mit Wohlgefallen, vielleicht sogar mit Begehrlichkeit die runde Form des Ofens ansah, frug sie: Soll ich einfeuere?" Ja." erwiderte ich. das wäre mir sehr angenehm." Kaum hatte sie die Thür hinter sich zugemacht, hörte ich schon, wie sie von draußen Holz einschob, und bald vernahm ich ein angenehmes Knistern. Das war mitten im Sommer. Nun muß man aber nicht glauben, daß es hier immer so kalt sei. Es ist nur in diesem Jahre der Fall. In Feldkirch erzählte man mir. daß man das Vieh von der Alm habe wieder herabholen müssen, weil dort Schnee liege, und im Liechtenstein'schen war es noch gar nicht hinaufgetrieben wegen der ungewohnlichen Kälte. Als ich den Blick aus dem Fenster meines Zimmers warf, sah ich jenseits des Rheins die Verae des Kantons St. Gallen bis tief hinunter beschneit, und das helle Weiß stand in merkwürdigem Gegensatz zu den üppigen Wiesen, von denen gerade das Heu hereingebracht wurde, zu den reichen Obstgärten voll junger Frucht, die den Vordergrund einnahinen. Links sah ich ein Vaueruchaus mit Ställen. Aufschichtungen von Zweizholz und einem Misthaufen, der keinen üblen Geruch von sich gab. Befriedigt von dieser Ländlichkeit, ging ich in die Wirthsstube hinab, um deren Beschaffenheit kennen zu lernen. Helle Tische und Stühle und ein breiter niedrizer Ofen gaben ihr ebenfalls ein ländliches Aussehen. An der Wand hing ein gutes Portrait Bismarcks und auf der anderen Seite ein Bild Friedrich Barbarossa's, der soeben den im Hintergründe sichtbaren Kyffhauser verlassen hatte und in aufgeregter Weise mit dem Schwert yantirte. Aha! Hiff.si ?rf. Ans dem SifA, T.,n Zeitungen auZ dem Ländle".

l y;m)vii ituiiviiu-, ivviitt inun ii.iw begegnet. Das Grüßen ist hier allge meiner Brauch; es vollzieht sich mit sehr ernster Miene. Man gewöhnt sich rasch daran und findet es artig. Und dieses aufgeweckte, treuherzige, unverdorbene Volk war der nahen Gefahr einer Vergiftung ausgesetzt. Als das deutsche Reich wieder aufgerichtet und das Gesetz ergangen war, die Spielbanken in Wiesbaden, Baden Baden und Homburg aufzuheben, wandten sich die Roulettegesellschaften hierher und überboten sich in Antragen und lockenden Vorspiegelungen, in Vduz ein mit allem Pomp ausgestattetes Etablinement zu gründen. Für die Erlaubniß allein wollten sie zehn Millionen Francs an die Landeskasse zahlen. Bauplätze für Paläste und Villen waren schon ausgesucht. Ein Theil der Bevölkerung war dagegen, ein anderer dafür. Dieser sandte Männer nach Wien, um die Zustimmung des Fürsten einzuholen. Der Fürst, den Geldgewinn, welchen sein kleines Volk davon hätte, aber auch den sittlichen Schaden erwägend, fand diesen schwerer und gab seine Einwilligung nicht. Betrübt zogen die Manner von Wien nach Vaduz zurück. Jetzt, da sie älter geworden sind, erkennen sie selbst, dan die Erfüllung ihres Wunsches ein Unglück für das Land gewesen wäre. Man hatte wohl versprochen, das Gebiet der Spielbank strenge gegen den Ort abzuschließen. Aber wie wäre dies möglich gewesen? Der vergoldete Pöbel von ganz Europa hätte sich hier eingestellt. Sammt und Seide würden rauschen auf den Wegen, wo jetzt die Kuhglocke tönt, und Nachts würde die Pistole knallen, mit der dieAusgebeutetcn sich den Rest geben. Was wären jetzt die Knaben, die anfangs der Siebzigerjahre geboren wurden? Geldgierige, abgefeimte Bursche. Und die Madchen? Das kann man sich denken, aber sagen mag man es nicht. Die Versuchung war groß, wenn man Folgendes bedenkt: Allgemein geben die Leute hier zu. daß sie unter manchen günstigen Verhältnissen leben. Militärlast kennen sie nicht und brauchen keine Steuer an die fürstliche Kasse zu zahlen, im Gegentheil, diese öffnet sich ihnen oft. So hat der Fürst ihnen eine schöne Kirche von Friedrich Schmidt bauen lassen. Aber etwas schadet ihrem Lande, und das ist der Rhein. Er thut es ihrer kleinen Landeskaye an. Im Frühling, wenn in den Hochalpen die Schncemasse schmilzt, kommen seine Gewässer hoch angeschwollen daber, führen eine unheure Menge Kieselsteinemit, die. sein Bett erhöhend, das Waier noch höher steigen machen und das Land mit einer Katastrophe bedrohen. Dadurch werden große, mit Steinen gepflasterte Deiche nöthig, hier Hochwuhren" genannt, die kostspielig zu erbauen und zu erhalten sind. Was nun drüben die ganze reiche Schweiz in der Abwehr gegen das Wildwasser leistet, muß hier das kleine Land aufbringen. Dies ist eine verhältnißmäßig dedeu tende Last, welche aber von der Spielbank. als eine Kleinigkeit für sie, übernommen werden sollte. Es ist nicht geschehen, aber dafür ist das Land ehrlich geblieben. Nun will man mit zwei Durchstichen, zwischen Kreissern und Wiednau. sowie zwischen Rheindorf und dem Bodensee. das Bett des Flusses erheblich verkürzen, dadurch das starke Gefälle stärker machen und auf diese Weise bewirken, daß er, in noch größerer Gewalt abkürzend, die Kieselmassen mit sich in Sie tiefen See reißt. Trotz der Bedrängniß durch den schwellenden .Strom und der kostspieligen Abwehr toarl die Versuchung überstanoen. Der Kelch, den die Spielhöhle bot, ging mit seinem süßen Gift vorüber, und das Land blieb finanziell auf sich selbst angewiesen. Es ist nur klein, man weiß es, nicht ganz drei Quadratmeilen groß, von denen wohl zwei Drittheile auf das Gebirge fallen. Dieses hat gute Weiden.noch bessere sogar als die Schweiz, liefert aber nur im Hochsommer Vortheil, trägt daher zum Wohlstand des Landes wenig bei. Obstzucht, der Anbau von Getreide und Wein münen das Uebrige thun. Es ist nicht viel, und doch lebt hier ein vergnügtes Volk in Ruhe und Zufriedenheit. Dieses weiß recht wohl, wie die Schweizer die Schönheit ihrer Thäler auszubeuten wissen, aber es ist ihm noch nicht einaefalleu. gleiches zu thun. Als ich den ! Mta nacy dem allen mion. Äaouz . . y , r r i r tv c j Wanstjeg. dachte ich, wie unschwer es

wie bi:" Liechtensteiner ihre Heimath nennen., ans der nahen Schweiz und Vorarlberg, daneben noch Westermann's Monatshefte und andere illustrirte Zeitungen. Im Nebenzimmer stand ein Schrank, hinter dessen Glasthür sah ich die Werke von Lessing, Simrock. Goethe. Shakespeare, Schiller. Hauff und Hoffmann. Nach einer Weile trat aus dem Halbdunkel des Vorraumes die Hausfrau herein mit den düster herabgedrückten Augenbrauen. Feine Züge, gefälliges Profil und eine Gestalt voll Ebenmaß ließen sie als Schönheit erscheinen. Hier zeigte sich die alemannische. vielleicht rhätische Art in hoher Vollkommenheit. Als sie mich ansprach, nahm ihr Gesicht den Ausdruck von Freundlichkeit und Güte an. So sind eben die Leute hier; zuerst glaubt man beinabe. sich vor ihnen fürchten zu müssen, nachher zeigen sie sich als ungemein artig, zuvorkommend, ja von herzlicher Gefälligkeit. Auch wijjen sie recht viel; man merkt die Spuren eines guten Unterrichts dis tief hinab; das stattliche Schulaebäude siebt nickt umsonst im Orte. Es ist ein Vergnügen, die Dorflinder.Knaben undMädchen. mit der Schulmappe auf dem Rücken dahin wandeln zu sehen. Alle Airiin ? iftitti VfrrA Vr?n rr r tfirtrr

sein müßte, dort ein Plateau abzugraden und darauf ein stattliches Hotel zu bauen. Schon von mäßiger Höhe hat man hier einen Ueberblick über die Hälfte des Landes bis an den Rhein. Er fließt da unten so sanft, als könnte er nie anders sein; wie ein silbernes Band, das sich schlängelt.zieht er durch das majestätisch breite Thal. Jenseits sieht man etwa so viel schweizerisches Gefilde.wie diesseits liechtensteinisches, und der Schienenweg nach Ragatz und bis nach Zürich geht dort entlang. Dann steigen die Berge auf; gerade gegenüber die des Kantons St. Gallen, rechts die von Appenzell und links die Graubündnischen; zuerst die grünen Berge mit den Sennen, dann graue zerklüftete Häupte? von Stein, schließlich die hohen Herren mit ewigem Schnee. An der Rückseite hätte das Hotel den Landwald, in dem der Fürst sich ein Jagdhaus hat bauen lassen, und der den schönsten Wäldern gleich ist. Als ich am Abend in der Wirthsstube, die mir zuerst fremd, dann durch ihre Literatur anheimelnd, schließlich nach Eintritt der Hausfrau elegant vorkam, hinunterging, fand ich dort einige Herren von der grünen Finanzwache. Wir waren rasch miteinander bekannt, und da mein Herz von dem Hotelprojekt noch voll ozx, lief es bald davon über; ja, hieß es, wer sollte das riskiren? Solchen Bau aufzuführen, getraue sich Niemand. Eine Genossenschaft müßte es thun, meinte ich.' Ganz gut, war die Antwort, aber wenn auch dann das Hotel dastünde, wer zöge hinein? Zu uns kommt Niemand, Alle gehe an uns vorüber nach der Schweiz und lasse sich dort das Fell über die Ohre ziehe." Ich hielt dann mit meiner Weisheit inne; man muß nicht klüger sein wollen, als die Leute am Orte selbst. Ich fand sie aber zu bescheiden. Als dann die Schönheit der Gegend zur Sprache kam, hieß es: ja, wenn man dort immer sei, fiele sie nicht weiter auf. Schließlich konnte ich nicht umhin, die Vorzüglichkeit des Vaduzer Weines, der einen originellen Feingeschmack hat. hervorzuheben. Da gaben mir Alle Recht. Einig: Tage später kam ich nach Bregenz und fragte den Wirth meines Hotels, ob ich nicht von dem Wein haben könne? Nein, das sei unmöglich. Warum, das Ländle läge doch so nahe. Das ischt wahr," sagte er. und die Vaduzer haben ein Herrliches Weinle. aber den suffe sie alle selber us." Dagegen ließ sich schlecht terdings nichts weiter einwenden.

Tolstoi'ö (c-rjnerungen Aus der Vorgeschichte der russischfranzösischen Verbrüderung erzählt Graf Leo Tolstoi folgende ergötzliche Geschichte: Ungefähr vor vier Jahren kam die erste Schwalbe des Touloner Frühlings, ein wohlbekannter französischer Wühler für den Krieg mit Deutschland, nach Rußland, um den französisch - russischen Bund vorzubereiten, und stattete uns auf dem Lande einen Besuch ab. Er traf uns alle beim Heumähen, und als wir beim zweiten Frühstück saßen, erzählte er uns sofort, wie er gegen die Deutschen gekämpft und gefangen genommen worden sei, und betheuerte dabei als Patriot, daß er nie seine Wühlereien für einen Krieg mit Deutschland einstellen werde, bis daß die alten Grenzen Frankreichs wie derhergestellt seien. Er hatte aber mit seinen Gründen nicht viel Glück bei uns. Wir hielten ihm vor, daß Rußland ebensogut nicht ruhig sein könne, bis es sich für den Krimkrieg gerächt und daß, wenn die zukünftige französische Revanche erfolgreich sein sollte, Deutschland sich wiederum zu rächen wünschen werde. Und, auf seine Behauptung, daß es die Pflicht Frankreichs sei, die ihm geraubten elsaßlothringischen Söhne wiederzuerlangen, bemerkten wir, daß die Mehrheit der Elsaß - Lothringer unter deutscher Herrschast sich wahrscheinlich nicht schlechter befände, als früher; und wenn einige Elsässer Franzosen und nicht Deutsche sein wollten, so sei das kein Grund, deshalb die Schrecken des Krieges wieder zu erneuern. Da es nunwährend unserer Unterhaltung weder Musik noch Champagner noch eine andere Sinnesberauschung gab, so zuckte unser Gast mit den Schultern, bedankte sich mit der Liebenswürdigkeit des Franzosen für den Empfang, den er gefunden, und bedauerte, daß wir seine Ansichten nicht theilten. Nachher begaben wir uns auf das Heufeld, wo der Franzose bei den Bauern mehr Sympathien für seine Ideen zu finden hoffte. Er bat mich daher, einem alten Bauern, Namens Prokophy. seinen Plan zu übersetzen, wie man auf Deutschland von russischer und französischer Seite Druck ausüben könne. Dabei preßte er seine weißen Finger auf des dauern schweißdurchtranktesHemd. Woh erinnere ich mich noch Prokophys gutmüthigen Lächelns; er hielt den Äorschlng, die Teutschen zu drücken, offenbar für einen Scherz; als ihm cbcr der Franzose sagte, daß sie die Nüssen liebten, wurde er argwöhnisch urd fragte, wozu denn der Franzose eigentlich hergekommen. Die AntWort, daß die Franzosen die Russen überreden mochten, einen Bund mit ihnen gegen Deutschland zu schließen, mißfiel ihm vollständig, und ärgerlich wandte er sich an einige Weiber, die müßig auf einem Heubündel saßen, und rief: Was, ihr Krähen, ihr seid alle eingeschlafen; geyt und arbeitet! Das ist gerade die richtige Zeit, um die Deutschen zu quetschen; das Heu ist nicht einmal umgedreht. Und dann, als ob er fürchtete, den Besucher ! beleidigt Luhaben fujte er lächelnd

hinzu: Kommen Sie lieber und arfreiten Sie mit uns und bringen Sie die Deutschen mit. Und wenn wir fertig sind, wollen wir ein .Fest feiern, woran die Deutschen theilnehmen sollen. Sie sind ein Mensch, wie wir selbst!" Der höfliche Franzose rief lachend aus: Der liebe Kerl!" und damit war denn einstweilen seine diplomatische Sendung nach Rußland abgeschlossen. Graf Tolstoi ist von seinem eigenen Christenthum so eingenommen, daß er dem Patriotismus die Schuld an dem jetzigen Zustande der Gesellschaft und an den auftretenden Kriegen in die Schube schiebt. Selbstverständlich

glaubt er nicht an patriotische Kundgebungen und an die Begeisterung der Menge und erzählt dabei einen Vorgang, um zu beweisen, wie solche Begeisterung künstlich herbeigeführt wird. Einst, als Alexander der Zweite noch Thronerbe war und das Preobradschensky - Regiment besichtigte, machte er Nachmittags dem Regiment im Lager einen Besuch. Sobald sein Wagen in Sicht kam, liefen die Soldaten, die noch in ihren Hemden waren, heraus, um ihren Befehlshaber zu begrüßen. folgten dem Wagen mit Begeisterung, wobei viele sich bekreuzigten. Alle, die dem Empfange beiwohnten, waren fies gerührt von der schlichten AnhangUcyfeit des russischen Soldaten an den Zaren und dessen Sohn und von der echten Religiosität, wie sie sich unwlllkürlick durch die Bekreuzuna ausdrückte. Und doch war das Ganze nur künstlich, in folgender Weise vorbereitet worden. Taas vorher drückte der Vrinz nach der Truppenschau dem Brigade - Commandeur den Wunsch aus. das Regiment am folgenden Tage wieder zu besichtigen. Wann sollen wir Ew. Kaiserliche Hoheit erwarten i Wahrscheinlich Abends, indessen erwarten Sie mich nicht, und treffen Sie kernerlei Vorbereitungen. Sobald der Prinz sich entfernte, berief der BrigadeCommandeur alle Hauptleute zusammen und gab den Befehl, daß am folaenden Taae alle Gemeinen reine Hemden anlegen, und sobald die Ankunft des Wagens des Prmzen von oesonderen Signalgebern angezeigt sei. sollten sie ihm alle mit Hurrahruf entgegenlaufen, und ferner sollte je der zehnte Mann in jeder Compagnie sich beim Laufen bekreuzen. Die Feldwebel ließen darauf die Compagnien antreten und befahlen jedem zehnten Mann, sich zu bekreuzen. ..Eins. zwei, drei! wldorenka, du hast dich zu bekreuzen! Eins, zwei, drei, Iwanow, bekreuze dick!" Auf diese Weise wurde der Eindruck einer freiwilligen Begeisterung aeschaffen. die auf alle Zuschauer, selbst auf den Brigade - Commandeur einwirkte. Derselbe Vorgang ipteitc sich bei den französisch - russischen Festlichkeiten ab; es sah aus, wie ein unwillkürlicher nationaler Gefühlsausbruch und war doch sorgfältig vorher inscenirt worden." Fischaltswürfe durch Vulkane. Eine der auffallendsten Erscheinungen, welche die Vulkane aufzeigen, ist unstreitig, als mit ihrem sonstigen Wesen ganz unvereinbar.das Vorkommen von Schlamm- und Wasserströmen, in welchen sich Fische, zum Theil sogar noch lebend, vorfinden. Man hat diese Erscheinung bis jetzt nur bei den Vulkanen in der Andenkette von SUdamerika bemerkt, welche überhaupt sämmtlich manches Ungewöhnliche darbieten. Nur wenige, und zwar die niedrigsten dieser Vulkane, speien Lava aus, wie der Jorullo in Mexico, ein Basaltkegel, der erst 1759 sich erhob. Die Vulkane von Guatemala stoßen eine Menge von Salmiak aus, die von Papayan schweflige Säure und geschwefelte Wasserstoffgas; die von Quito Bims, Basalt- und Porphyrschlaken, nebst Wasser und Thon oder Schlamm, welcher das Land auf zehn Stunden in der Runde fruchtbar macht. Lava haben sie niemals ausgeworfen, weil sie wenigstens fünfmal höher als der Vesuv sind. Besonders die Vulkane von Quito geben von Zeit zu Zeit das Schauspiel einer Fisch eruption. Der Cotopazi, der Tungurahura und der Sangay zeigen es nur alle zwanzig bis dreißig Jahre, dann aber werfen sie ungeheure Massen von Schlamm und mit ihnen eine solche unzählige Menge von Fischen aus,daß diese an manchenOrten durch ihr Verwesen die Luft weit und breit verpesteten und Faulfieber hervorbrachten. Der Cotopaxi wirft die Fische hoch über dem Meer heraus, sie sind wenig verunstaltet, scheinen keine besondere Hitze erlitten zu haben und geben oft noch Lebenszeichen von sich; auch ist das Wasser kalt. Der Vulkan Jmburabu überschüttete im Jahre 1791 die Felder der Stadt Jbarra förmlich mit solchen Fischen. Im Jahre 1798 stürzte der Krater des Carguairaza ein. nachdem er gleichfalls zuvor Tausende dieser Fische, mit thonigem Schlamm vermischt.ausgeworfen hatte. Nicht immer kommen sie aus dem eigentlichen Krater an der Spitze des Vulkans, sondern zuweilen auch aus Spalten und Oeffnungen an der Seite. Wahrscheinlich stehen unter irdische Seen und Höhlen, die von ihnen bewohnt werden, mit den Vulka nen in Verbindung, denn das ausaeworfene Wasser war in den beobachteten Fallen ungesalzen, wie das der Landgewasser. AusderKüche. Mrs. Eastside: Was ist denn äus dem hübschen Menschen geworden, der Dich früher so oft besucht hat?" Kö chin: Er kommt nicht mehr, seit er verheirathet ist." Mrs. Eastside: Der hat geheirathet? Wenn denn?" Köchin: .Mich." ..

Ajus der JnstrucN'on.

"'7 "Ä H ' 6 J Voraesekte des Kanoniers sind die Officiere und Unterofficiere aller Rafsen, es kann aber auch auf höhere AnOrdnung jederKanonier in das Verhältmß eines Vorgesetzten treten! Ufuuer, wiederholen Sie mal, was ich eben ge sagt habe!" " Den Kanonier seine Vorgesetzten sin die Officiere un Unnerofficiere von alle Waffen un auf nähere Anordnung kann der Kanonier ein Verhältnig antreten! Entrüstet, . Gestern habe ich 50 Mark im Hazard gewonnen. Weißt ,Du, was ich mit dem Gelde angefangen habe? Ich habe Dir ein Kleid gekauft!" Wie oft habe ich Dich gebeten, nicht mehr zu spielen, lieber Mann. Du machst uns noch Alle unglücklich! Was ist es denn sür ein Kleid?" . Ergehtnichtdaravfein. W mO Gott, nun kann ich d5s Armband, das ich aus Scherz anfrobirte, nicht wieder abkriegen!" Mache kein dummes Ze'kg, Frau . . . da müßte ich Dich ja hier layen," t: Sommerfrische.. ( fh ' r Nicht wahr, meine Gnädigste die unausstehlichen Mücken wie zudringlich!" Wahrhaftig, gerade als wären sie bei Ihnen in die Schule gegangen!" Ein Protz. Richter: Haben Sie auch pekuniären Schaden gehabt durch die Verletzung, welche durch UnVorsichtigkeit des Angeklagten entstand?" Kläger: Wenn i net a gut g'stellter Privatier war, der's net nLthig hat; war i halt zwei Wochen arbkitsunfähig g'wesen!" . '

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Von Salv. di Giacomo. Die Schlachtballe in Poppioceale" wird jeden Morgen, von 7 bis 10 Uhr, von einer großen Schaar junger bleichsüchtiger Mädchen besucht, die dem Abschlachten" der Thiere bewohnen und muthig ihr Glas hinstrecken, um dasselbe -mit dem heißen, frischen Adernwein" füllen zu lassen, der ihnen frisches Leben und neues Blut bringen soll. Mit etwas zitternder Hand und halbgeschlossenen Aug.'n wird das Glas genommen, geschwind zum Munde geführt und in einem Zuge geleert! Die Schlächterei fährt indeß ununterbrochen fort. In der enormen Halle ertönt das dumpfe Gerausch der rasselnden Ketten, der Schläge, der fallenden Thiere und des Aufziehens der noch zuckenden Körper. Nachdem die Mädchen das den Schlagädern entspritzte Blut getrunken, treten sie in ein großes, nacktes, feuchtes Nebenzimmer, wo die muthigen rothgefärbten Lippen und Hände mit frischem Wasser gewaschen werden. Abgesehen von dem guten Erfolge, den diee neue Heilmethode hat. ist der Spektakel, den die Bluttrinkerinnen" dem neugierigen Zuschauer bieten, ein äußerst peinlicher. Kaum ist der Besucher in die Schlachthalle getreten und hat sich der Schlachtbank genähert, so hört er ein fortwährendes dumpfes Geräusch: es tönt, wie wenn in einiger Entfernung eine Menge Teppiche ausgeklopft würden. Statt der Teppiche sind es jedoch die noch zuckenden Körper von Kühen, Stieren und Kälbern, Kaum sind nämlich die Thiere unter den Dolchen der famosen Toreadores" gefallen, so werden sie mit wuchtigen Schlägen auf Bauch und Rücken bearbeitet, damit sich die Haut besser vom Fleische löst. Währenddem der Eine diese Arbeit verrichtet, bläst der Andere mit einem großen Balg den Leib des Thieres auf. und ein Dritter wühlt mit einem langen. am Ende abgerundeten Eisen in dessen Eingeweiden herum. Das Blut fließt in Strömen und überschwemmt förmlich den steinernen Fußboden. Die Schlächter - Gehilfen bücken sich alsdann, sammeln mit den bänden das schon zu Klumpen aeronnene Blut, füllen, damit eiserne Gefäße und leeren dieselben in große Fässer, die in der Ecke zu diesem Zwecke bereit stehen. Alle diese Arbeiten werden mit der größten Schnelligkeit und Pünktlichkeit verrichtet, da die Schlächter in einem einzigen Tage über 900 Stück Vieh zu schlachten haben. Ganz besonders die Kühe treten traurig in die Schlachthalle ein und senken den Kopf bis zur Erde. Sie riechen das Blut schon von Weitem und blicken ängstlich um sich. Ein erstes leichtes Frösteln durchschauert ihren Körper; die großen, sanften Augen werden naß. Währenddem sie mit den Hörnern an die großen, mit Blut befleckten Gestelle angebunden werden, fahren sie fort, den Kopf nach allen Seiten hin zu drehen; aus dem Munde rinnt der -weiße Geifer, gleich Silberfäden, zur Erde und vermischt sich dort mit dem Blute. Behutsam nähert sich nun der Schlächter; in der geschlossenen Hand halt er den kleinen Dolch verbor gen. Plötzlich erhebt er den Arm. Mit Blitzesschnelle dringt der Dolch zwischen 'den beiden Hornern tief m 3 Gehirn, um gleich darauf wieder rauchend zum Vorschein zu kommen. Der Schlächter springt alsk.ann schnell zur Seite: die Kuh fällt auf ie Erde. Die Beine zucken einen Mo:.M in der letzten rapiden Convulsion, dann rührt sie sich nicht mehr: sie ist :oli. Die Gefährtin, die ihr zur Seite steht fängt an, unruhig zu werden und sucht sich zu befreien. Sie hält den Kovf in die Hohe und blickt mit den groß ge öffneten Augen ängstlich um sich. A? auch ihre Reihe kommt; schon blitzt jcr Dolch: ein Schlag und sie stürzt neben der Gefährtin Gleich nachher beginnen di Schläge auf den Korper, das Aufolasen des Leibes und das Wühlen in den Eingeweiden. Bevor das Thier auf den Rücken fällt, nähert sich rasch der jung: GeHilfe, das Glas in der Ha ad. um das frischausströmende Blut aufzufangen. Er ist barfuß: die Fuße stecken oft bis an die Knöchel im Blute. Kaum ist das Glas gefüllt, so überreicht er es dem jungen bleichsüchtigen Mädchen, das den ekligen Inhalt bis auf den letzten Tropfen a istrinkt. Die Lippen und das Kinn fürben sich dabei roth; ganz eigenthümlich glänzen die goldenen Reifen an den mit Blut beschmutzten Fingern! Der größte Theil dieser jungen Bluttrinkerinnen" gehört der Arbeiterklasse an. Es sind meistens Modistinnen, Schneiderinnen oder Blumcnmacherinnen. Mit aufgeschürztem Kleide und auf den Fußspitzen treten sie aus der Halle, können aber nicht verhindern, daß die Koben Absätze der Stiefelchen mit Blut beschmiert sind. In Neapel grassirt die Bleichsucht in fast allen Stadtvierteln. Am meisten sucht sie sich ihre Opfer unter jenen Mädchen aus, die, nachdem sie den ganzen lieben Tag in einem dunklen Laden o-der feuchten Laboratorium gearbeitet haben, Abends in ihre elenden Wohnungen zurückkehren.' wo Jahr aus, Jahr ein. niemals weder ein Sonnenstrahl noch frische Luft dringt. Man muß sich nicht wundern, wenn bei einem solchen Leben und bei schlechter, ungenügender Nahrung die rotten Blutkügelchen fehlen. Und doch betrachtet sie einmal, diese 'jungen, meistens sehr hübschen Mädchen aus dem Volke, wenn sie Morgens früh durch Toledo" spazieren, bevor sie zu ihrer Arbeit gehen. Wie kleine GräFinnen sind si? aekleidet es fehlt wede?

das hochmoderne Hütchen, die schwarz-

'ebenen Strumpfe, die laairten Stie'elchen, noch das farbige, gestickte Sack;uch, das kokett aus dem Seitentäschchen der Piarchetto" guckt. Auf dem Arm traaen sie 'die crauot: Acantiglie", für den Abend bestimmt, unÄ rn der Hand den eleganten Sonnenschirm oder Fächer. Betrachtet sie genau erkennt Ihr sie denn nicht? ES sind ja die nämlichen jungen, Personchen, die gestern so muthlg den heißen Aoernwein in der Schlachthalle aetrunken. Sie haben zwar nur zwei elende koldi rn der Tasche für das frugale Frühstück bestimmt dafür berühren die Lippen zärtlich ein duftendes Veilchcnbouquet und die Ichwarzen, tiesen Äugen gruben vielversprechend den jungen, eleganten ..Herrenkutscher", der 'den galanten Gruß mit der eleganten Peitsche knallend erwidert. Gc!)cn als cibcsubunq. Mach' nicht so große Schritte, mein Kind! Das schickt sich nicht für ein Mädchen. Es sieht häßlich aus. Gewöhne dir einen zierlichen Gang an!" So sprechen die Mütter oft zu ihren kleinen Töchtern, und der Appell an. die liebe Eitelkeit bleibt nicht unerhört. Die Kleinen gewöhnen sich gar bald das zierliche Gehen, den kurzen Schritt an, trippeln umher und gehen, wenn sie älter geworden sind, im Promenadeschritt durch's Leben. Dem rüstigen Fußgänger ist diese Gangart verhaßt. Muß er einmal langsam dahinschlendernde Personen begleiten, so ermüdet er viel rascher, als bei seinem gewöhnten Marschtempo, und der Hnaieniker muß ihm Recht geben, wenn er das kleinschrittige Gehen in der frischen Luft verpönt. Warum? wird wohl manche unserer? Leserinnen erstaunt fragen. Der Beweis ist nicht schwer zu führen. Das Gehen wird heutzutage so eifrig als Leibesübung empfohlen, weil ein großer Theil der civilisirten Menschen zu einer andauernden Beschäftigung im Sitzen oder Stehen gezwungen ist. Nun ist eine solche Thätigkeit mit Nachtheilen für die Gesundheit verbunden. Stehen wir, so wird die Vertheilung des Blutes im Körper ungünstig. Infolge der Schwere entleeren sich die oberhalb des Herzens liegenden Blutädern leichter, als die unterhalb desselben liegenden. Es tritt also in den unteren Theilen des Körpers eine Blutstockung ein, welche den Grund zu den bekannten Leiden, wie Krampfadern und Hämorrhoiden, legt. Beim Sitzen wird diese Blutvertheilung noch ungünstiger, da die Adern vielfach geknickt werden. Das Gehen ist nun geeignet, diese Schädlichkeit auszugleichen; die Beinmuskeln. welche dabei in Thätigkeit gesetzt werden, gehören zu den mächtigsten Muskelmassen des Körpers; während sie arbeiten, braucht die Lunge mehr Luft, wir athmen stärker, und dadurch wird der Blutumlauf wesentlich gcfördert. Außerdem pressen die Muskeln, wenki sie sich zusammenziehen, das Blut mit Gewalt aus den kleinsten und kleinen in die größeren Adern. Schließlich ist in der Schenkelbeuge die Lage der großen Schenkelblutader derart beschaffen, daß sie bei ausgiebigen Bewegungen des Schenkels durch ein Band abwechselnd erweitert und zusammen gedrückt wird. Dank dieser Einrichtung wird das Blut aus den Beinen förmlich gegen das Herz gepumpt, aber nur dann, wenn die Schenkelbewegungen wirklich ausgiebig sind. Und das ist beim kräftigen Marschiren stets der Fall. Schlendern wir aber langsam dahin, oder machen wir nur kurze, zierliche Schritte, dann vermag die erwähnte Einrichtung nicht in Wirksamkeit zu treten. Die Schwerkraft des Blutes wird durch die wenig energischen Zusammenziehungen der Muskel nicht überwunden; die gewünschte Erleichterung tritt nicht ein, die Beine bleiben blutüberfüllt und werden schwer. Dazu kommt noch, daß auch die Ermüdungsstoffe 'des Körpers bei der geringen Anregung zum tieferen Athmen nicht ausgeschieden werden und infolge dessen das Gefühl der Ermüdung bei kurzschrittigem Gehen sich eher einstellt, als bei flottem Marsche. Dr. F. A. Schmidt, der ein sehr lehrreiches Buchlein über Leibesübungen" geschrieben hat, verwirft das kleinschrittige Gehen beim Mädchenturnen und aufUebungsplatzen der Jugend. Wir meinen, daß es auch im Privatleben auf das geringste Maß beschränkt werden sollte. Uebrigens müssen unsere Hausfrauen bei einigerUeberlegung aus eigener Erfahrung die Richtigkeit dieser Ausführungen bestätigen können. Bei hauswirthschaftlichen Arbeiten im Zimmer und in der Küche ist das klein-, schrittige Gehen ein? nothgedrunaene Bewegungsart. Die Hausfrauen wissen, daß es ermüdet und daß vie Bewegung in der Wirthschaft die Bewegung im Freien nicht ersetzt. Nur sollte diese Bewegung im Freien nicht minder in Schlendern, in den Promenadeschritt ausarten. Rüstig vorwärts! Das sei auch für unsere Madchen die Losung! A ch so! A.: Ich habe über ein Gemälde einmal Thränen vergosenn. B.: Was Sie sagen; es war wohl ein historisches Gemälde? A.: Nein, es war ein Blumenstock. Als ich es mir in der Ausstellung ansah, fiel es von der Wand und mir auf den Kopf, und darüber mußte ich Thränen vergießen! Grob. A.: Ihr Vater war wohl ein sehr bedeutender Mann?"' B.: Nein, warum meinen Sie das? A.: Na, man sagt doch immer, alle geistreichen Leute haben dumme Kin dtt!V ' '