Indiana Tribüne, Volume 17, Number 310, Indianapolis, Marion County, 29 July 1894 — Page 6
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ptr Gasofen im praktischen Gcbrauch. Seit den legten Jahren hat die VeNutzung der Gasöfen eine sehr große Verbreitung gesunden, doch lange noch nicht eine so allgemeine Anwendung, wie dieser praktische Apparat sie verdient.als das beste Mittel, um namentlich in den drückend heißen Sommertagen das Kochen sowohl, wie denAufenthalt in der Küche und den angrenZenden Räumen erträglich zu machen. Jene Frauen also, welche aus bloßer Liebhaberei oder aus Gründen der Nothwendigkeit selbst das Kochen besorgen, werden finden, daß die ÄeNutzung eines der jetzt so wunderbar vervollkommneten Gasöfen eine ganz bedeutende Ersparniß an Arbeit und Zeit und eine merkliche Verminderung an Schmutz in der Küche mit sich bringt. Wer nun einen Gasofen kauft, der richte bei der Auswahl des Ofens sein Hauptaugenmerk nicht etwa auf' die mehr ode? minder hübfcheAusstattung, oder auf dasVorhandensein von durchWegs Doppelbrennern oder eines Wasscrsackes (Watcr-Lag), sondern ein einfacher Ofen mit vierKochöffnungen, mit vielleicht einem Doppel- und einem gewöhnlichen Brenner, wird den Anforderungen einer nicht allzugroßen Familie vollkommen genügen. Andererfeits begehe man nicht den Fehler, einen zu kleinen Ofen zu wählen (er soll ungefähr fünfundzwanzig Zoll im Quadrat messen), denn im allgemeinen Gasverbrauch ist kein Unterschied, sondern nur der des Backofens ist beim größeren ein stärkerer, dafür hat man aber sonst den Vortheil einer größeren Platte und genügender Löcher zum Aufsetzen mehrerer Töpfe. Ein Ofen mit vier Oeffnungen ist dem mit nur dreien ganz bedeutend vorzuziehen. Der Backofen wird nämlich durch zwei horizontal laufende Reihen von Flammen geheizt. In dem dreilöchrigen Ofen werden gewöhnlich diese beiden Reihen durch nur einen gemeinsamen Hahn angedreht, wobei es also unmöglich ist, eine Reihe ohne die andere zu öenutzen. An dem nächstgrößeren, dem vierlöchrigenOfen, haben diese beiden Reihen jede einen besonderen Hahn, wenn also zu große Hitze erzeugt ist, oder aber man überHaupt nur einen sogenannten langsamen" nöthig hat, dann benutzt man eben nur einen Hahn und schraubt überdies vermiitelst desselben dieBrenner so klein als möglich herunter. So werden die unzähligen Klagen, daß der Ofen zu schnell backe oder brate, welche von Besi!erinnen der kleineren dreilöchrigen Oefen fortwährend einlaufen, dermieden, denn der Grund derselben liegt wahrscheinlich in der bei nur einem vorhandenen Hahn mangelnden guten Regulirung der Hitze. Die meisten neueren Oefen haben auch eine Vorrichtung, die es möglich macht, die Flammen von außen anzuzünden. Ein kleiner Gasarm gegenüber der Oefnung, welche zu den Brennern des Ofens führt, wird angezündet; wenn man nun den Hahn des Ofens andreht, wird durch den Luftzug die Flamme durch die Oeffnunz denBrennern mitgetheilt, und dies ist dem alien Verfahren, wo man die Brenner direkt mit dem Zündholz erreichen mußte, entschieden vorzuziehen. Die Furcht vor dem allzugroßen Verbrauch von Gas ist entschieden überflüssig, wenn die Hausfrau nur versteht, die Sachs richtig einzutheilen. Natürlich wird die Benutzung desBackofcns immer das allermeiste GaS konsumiren, also kann man es so arran-
giren, daß wenn derselbe einmal heiß ist, er auch zu verschiedenen Dingen in richtiger Aufeinanderfolge gebraucht wird. Das muß naturgemäß weniger ( Gas verbrauchen, als wenn der Ofen ' täglich erhitzt und dann nur z. B. zum Knchenbacken Verwendung findet, anstatt daß man auch noch einen Braten und Lrod etc. bei derselben Hitze bereitet. Also liegt in der seltenen oder häusigen Benutzung des Backofens die Quelle für Sparsamkeit oder Verschwendung des Gases, und ferner kann auch durch Eindrehen der oberen' Flamme von dem Moment an, wo die Dinge zum Kochen gebracht sind, ein geringerer Gaskonsum erzielt werden. Ferner ist es zu empfehlen, jene billigen Fleischgattungen, welche ein stundenlanges Kochen erfordern, um genießbar zu werden, beim GaSofen zu vermeiden, weil dieselben durch den vermehrten Gasverbrauch schließlich kostspieliger sind, als die besseren Sorten, die eben nur rasches Braten oder Boilen" bedingen. Man kann selbst in kurzer Zeit auf dem Gasofen ein sehr schmackHaftes Essen herstellen, also sich anständig nähren und doch seine Gasrechnung in gehörigen Schranken er-, halten. Reben der Ersparniß an Zeit und Hitze sind noch einige Momente bei BeNutzung des Gasofens hervorzuheben. Erstens die große Bequemlichkeit, welche der Umstand gewährt, daß das Feuer stets bereit ist. daß man ferner niemals von den Launen des guten oder schlechten Zuges desKochofens abhängt und schließlich stets über eine gleichmäßige und intensivs Hitze verfügt, so daß viele Speisen in dem dritten Theil der Zeit, welche eine andere Feuerung erfordert, fertig gestellt werden können. Zweitens, daß fast all: Gerichte, auf dem Gasofen bereitct.viel besser munden, sich hübscher bräunen und namentlich der Gefahr des Anbrennens nicht so leicht ausgesetzt sind, als beim Kohlenfeuer. Schließlich erübrigt es nur 'noch, darauf aufmerksam zu machen, daß der Gasofen seh? rein gehalten werden sollte. Die Platte kann gerade, so. gut
vielleicht noch besser, nur abgewichen, anstatt geschwärzt und die Umgebung der oberen Brenner täglich gereinigt werden. Alle Flammen müssen bläulich brennen; wenn dieselben nach den Entzünden röthlich erscheinen, drehe man sie ab, lasse das Gas einige Momente einströmen und zünde sie dann nochmals an. Alle Gasöfen brennen Luft in Verbindung mit dem Gas, doch müssen die beioen richtig vermischt fein, um ein gutesNesultat zu ergeben. Zum Lacken ist noch zu bemerken, daß man die betreffenden Jänner zehn Minuten vor Benutzung des Backofens anzünden und dann den gehörigen Grad von Hitze ebenso prüfen muß, wie bei den Kohlenöfen. Zum Boilen" oder Toasten", das unterhalb derBackofenflammen geschieht, vermeide man den Fehler, den Hahn zu weit anzudrehen, denn eine mittelmäßig groß: Flamme wird zweckentsprechender befunden werden. Die Beobachtung all' dieser kleinen Winke, verbunden mit etwas natürlickzem Verstand und Veobachtungsvermögen, wird die Benutzung 'des Gasofens zu einer großen Bequemlichkeit im sommerlichen Haushalt der Familie gestalten. Und der Gasofen wird so lange auf die unbedingte Freundschaft jener Frauen, die all' seine vortrefflichen Eigenschaften erprobt haben.bauen können,bis das Gute durch dasBessere, der Gasofen durch den elektrischen Kochherd ersetzt werden wird. Aber bis dahin dürfte gar mancher fleißigen Hausfrau durch den Gasofen eine ganz bedeutende Erleichterung ihrer schweren Aufgabe zu Theil werden. Der Brautkranz. Unter allen Kränzen ist und bleib! der Brautkranz doch der schönste. Wohl hat er nicht die Bedeutung des Siegesoder Lorbeerkranzes, ist nicht das Zeichen des Verdienstes und des Ruhmes, wird nicht vom Volke oder einem Theile des Volkes gereicht, sondern von der Trägerin selbst oder deren Freundinnen in's Haar geflochten oder auf das Haupt gesetzt; doch ein Siegeskranz ist er so gut wie der Lorbeerkranz: er ist ein Siegeszeichen der Tugend, mit dem sich die Siegerin schmückt, wenn sie im Begriff steht, Tanz und Spiele der heitcren Jugend zu verlassen und den ernsteren Lebenspflichten entgegen zu gehen. Er schmückt die Trägerin in ihrer schönsten Lebensblüthe, während nur ein einziges Gefühl, die Liebe, ihr Herz bewegt, wogegen der Träger des Lorbeerkranzes gar oftmals weit über die Jugendzeit binaus ist und auf Thaten zurückzublicken hat, die. obwohl sie groß waren, seinem Herzen doch nicht die reine Freude und die Ruhe brachten, nach welcher er sich sehnte und welche der eigentliche Preis des Lebens sind. Ein schöner Kranz ist ferner der Kinderkranz, der einfache, kunstlose Kranz, wie ihn Kinder bei frohem Spiel sich fleckten, der nur für den Augenblick bestimmt ist, dem heiteren, der ihn entstehen ließ. Wie leuchten da die Augen der Kleinen! Ja. Blumen und Mädchen gehören zu einander. Ein nicht ersehnter, dennoch aber schöner Kranz ist noch der Todtenkränz, die letzte blumige Gabe, die den Dahingeschiedenen mit in's Grab gegeben wird. Wie heilig und verklärt erscheinen uns die Blumen eines solchen Kranzes, wenn sie sich um die Schläse des theuren Entschlummerten schmiegen! O Blumen, ihr seid Zeichen der größten Freude, aber auch des tiefsten Schmerzes; w'r sollte euch nicht lie-
ben! Der Brautkranz wir? nicht allerwärts aus ein und denselben Blumen oder demselben Material gebunden. In Deutschland wählt man zu ihm Myrthenzweige. in England und Frankreich Orangeblüthe, in Spanien rothe Ro-s-n und rothe Nelken, in Italien weiße Rosen, so auch in der französischen Schweiz; in Oesterreich wird Rosmarin verwendet, der früher auch in Deutschland und von der Landbevölkerung in einzelnen Gegenden wohl noch bis auf den heutigen Tag genommen werden dürfte, im Schwarzwald Versehen Weißdornblüthen, in Lithauen die Raute, auf einigen griechischen Inseln Weinlauö die Stelle. In manchen Ländern ,und auch manchen Theilen Deutschlands treten auch an Stelle der natürlichen Blumen künstliche oder seidene Bänder, oder der Kranz wird zur Vrautkrone. aebiloet aus Gold- oder Silberdraht. Glas. Flitter und dergleichen. so im Altenburgischen. in Bayern, Schlesien, Serbien, Schweden. Rorwegen u. s. w.; hier fast allerwärts mehr noch bei der Land- als Stadtbevölkerung. welche Letztere mehr nach dem Kranz und nach lebenden Blumen oder Zweigen greift. Ueberall ist aber die Myrthe im Zunehmen begriffen und dürste als bräutlicher Schmuck wohl noch zu größerer Herrschast gelangen. , E in irdisches Paradies. Er hatte eben .von ihrem selbstgebackenen Brot den ersten Bissen in den Mund gesteckt und starrte jetzt nachdenklich in die Ferne. ), Geliebter, worüber sinnst Du?" flüsterte sie. Was stimmt meinen Schatz so nachdenklich?" Ich denke an Indien, an die Ufer des Ganges," sagte er träumerisch, und seine Stimme klang verschleiert. Ja, das muß wirklich ein Paradies auf Erden sein. Aber wie kommst Du gerade auf In.dien. Schatz?" Weil dort das Brot auf den Bäumen wächst," entgegnete er mit einem Seufzer. Schlimmer als das.' A.: Hast Du je einen wirklichen Eyclon gesehen?" B.: Rein, aber ich hatte emst eme elersuchtige Geliebte.
Auf der Zjöyc der Zaistn.
Lon S. v. B. AuZ der Hochfluth von neuen, phan wsievollen Toilettengegenständen, die beim Beginn einer jeden Saison heranrauscht. Pflegt sich die eigentlich: Mode erst im Laufe der Zeit, sobald der gewaltige Strom ein wenig zurückebbt, heraus zu krystallisiren. Vieles von dem Neuen zerstiebt wie Schaum, erst was aus der Hochfluth zurückbleibt, was nach und nach festere Form und Gestalt gewinnt, kann man als eigentliche Mode" bezeichnen. So hat nch auch letzt aus dem Gebiete der Sommerkostüme der Geschmack geklärt; wir sehen ganz bestimmte Farben. Formen undStofse, die modern" sind und die sich jedenfalls längere Zeit auf der Oberfläche halten werden. Ein-ganz besonderes Kennzeichen für die diesjährigen eleganten Sommertoitien ist die Verwendung der Spitzen, die in bewunderungswürdiger Weise ; allen Techniken durch die Maschine hergestellt werden und den feinen genähten und geklöppelten Spitzen eine nicht zu unterschätzende Concurrenz machen. Mit gleicher Vorliebe wird besonders der schwarze Moire zu allen farbigen, selbst weißen Kleidern verwcndet. Kleid auS gemusterter Seide. n den Facons lassen sich klar und deutlich drei Strömunzen erkennen. Die bedeutendste ist diejenige, die sich w an die Zeit der dreißigerJahre anlehnt; daneben stellt die Zeit Ludwigs des Fünfzehnten ein beachtenswerthes Contingent von Neuhe:t:n, und endlich behauptet noch die englische Mode der Tailor made" - Kleider nach wie vor hren Einfluß. Es ist leicht begreiflich, daß man bei dem Suchen nach alten Motiven aus der Vergangenheit nicht nur den Farben und Formen, sondern auch den alten Stoffen erhöhte Aufmerksamkeit schenkt, und so sehen wir denn die Levantine - Seide, ein altes, geköpertes Gewebe, das nicht appretirt ist, wieder zu neuem Leben erwacht. Der schimmcrnde Glaiiz dieser Seide, ihr eleganter Faltenwurf sichert ihr auch jetzt Geltung und Anerkennung, wie sie ihr vor einem halben Jahrhundert schon zu Theil geworden. Ein weiteres Merkmal der Sommermode sind die großen runden und eckigen Kragen, die nicht nur aus Spitzen, sondern auch, und fast noch mehr, aus dem Stoff des Kleides gebildet werden. Sie sind oft ganz mit Spitz: bedeckt, oft nur mit einem Einsatz verziert, oft auch ganz plissirt. Wir finden sie nicht allein am einfachen Haus- oder Promenadenkleid, sondern auch an den Toiletten, die am Strand, in den Bädern, zu Rennen, Gartenfesten u. s. w. getragen werdin. Den großen Kragen schließen sichdie mächtigen, breiten Ausschläge an. die ebenso an den Taillen und Jäckchen, wie an den kleinen, runden Pelerinen zu finden sind, durch welche das Kleid zu einem vollständigen Promenadenkostüm gestaltet wird. Rückansicht. Ein fernerer, recht charakteristischer Zug der Mode zeigt sich in der gleichmäßiqen, zweiseitigen Garnitur aller Toilettengegenstände. Die Stehkragen und Gürtel tragen vorn zu beiden Seiten kleine Rosetten, Schleifen, Puffen und dergleichen, die breite Schnalle ist oft das verbindende Glied dieser Gar nitur. Elegante Kleider haben vorn zu beiden Seiten eine volle Schleife. die entweder die Spitzen des Kragens zusammenraffen oder von denen Spi tzenfluthen herabrieseln. Auch gezogene und gepuffte Rosetten mit je ei nem nicht zu breiten, lang herabrallen den Bande schmücken auf jeder Seite vorn die Taille. Der Gürtel ist meist hinten qeschlossen, wo er entweder mit breiten Schlingen, die sich zuweilen bis auf die Hälfte des Rückens legen, ober mit lanaen, herabfallenden Enden uirt i ! gebundenen Schleifen aoschueßi.
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Den auseinande.: tretenden GarnZturen fügen sich neue kostbare Schmuck-
nadeln an, die sich zwar für alle Toiletten eignen, aber ganz besonders bei Sportkleidern zur Verwendung kommen. Für die Ruderinnen finden wir d:e lange, feine Nadel durch ein Ruder gebildet, auf welchem sich eine schlanke, aus Brillanten, Rubinen und meergrünem Aquamarin gebildete Libelle wiegt. Die Reiterin findet eine Passende Schmucknadel in dem langen. goldenen Hufnagel, um den ein aus Brillanten geformtes Hufeifen gelegt ist, u. s. w. Reben den leichten Kleidern aus Seidenstoff, Krepp, Batist und dergl.. die so unentbehrlich in den heißenSommertagen sind, ist die alte deutsche Leinwand wieder zu Eüren gekommen. Zu den kühlen, echt sommerlichen Leinenkleidern rn Dunkelblau. Ecru und dergl.. die mit reicher Stickerei oder Verschnürung verziert sind, gesellen sich auch solche aus gemustertem Pique, die ebenso wie die Leinenkleider meist mit offenem Jäckchen, mit den unvermeidlichen Aufschlägen oder einem langen Shawlkragen gearbeitet sind.' Zuweilen ist das ganz: Jackchen bis auf die Aermel und die Aufschläge mit Kurbelstickerei ausgestattet, oder auch nur mit abstechendem Paspel begrenzt. Besonders findet man dies bei dem weißen, mit kleinem, rothem oder blauem Muster versehenen Pique, der mit rothem oder blauem Stoff eingefaßt wird. Gelber Pique mit schwarzen Punkten wird schwarz begrenzt. Zu diesen Kleidern wählen junge Damen am liebsten den einfachen Matrosenhut aus rothundweiß- oder blauundweißgestreiftem Stroh. Zu gelben Kleidern ist jedoch em einfacher weißer oder schwarzer Hut vorzuziehen. Gelb, das schon in der Wintersaison ein: bedeutende Rolle spielte, hat sich auch für die Sommertoilette zu einer Modefärbe entwickelt. Wir finden es in allen Nuancen; besonders wird das feine, röthlich schimmernde Maisgelb für Kleider, Blusen und Hutgarnituren gern gewählt. Pelerine aus Tuch. Die vorstehenden Illustrationen geben schätzenswerthe Anhaltspunrte für eine geschmackvolle Toilette. Vorderund Rückansicht eines eleganten Kostüms sind in den beiden ersten bärgestellt. Dasselbe, aus dunkelblauem, in sich gestreiftem Seidenstoff mit weißen Punkten gefertigt, besteht aus einem schlichten Rock und einer leicht faltig arrangirten, wie ersichtlich einen breiten Gürtel bildend, mit ca. 3 Zoll breitem, schwarzem Atlasband garnirten Taille. Hinten zieren die letztere zwei je 20 Zoll breite Schärpenenden in doppelter Stofflage, die an den Achseln leicht gefaltet und am Taillenabschluß unter einem Stoffknoten dicht zusammengefaßt, von da lose bis zum Saum des Rockes herabfallen. Außerdem ziert die Taille vorn G Zoll breite ecrufarbene Spitze, von welcher zu beiden Seiten der Mitte je ein 45 i$i'rr 551 5 Hut aus Stroh geflecht. Zoll langes, eingereihtes Ende aufgesetzt ist, das in Windungen fällt und auf dem Gürtel je mit zwei großen Stahlknöpfen befestigt wird; gleiche Spitze deckt den unter einer Spitzenschleife geschlossenen Stehkragen. Die mit. wie ersichtlich, in Falten arrangirten Puffen überdeckten Aermel sind am Ansatz der letzteren mit Atlaöband garnirt, das unter einer Rosette endigt. Eine sehr beliebte Vervollständigung leichter, eleganter Toiletten bilden die kurzen, aus den verschiedensten Stcffen, wie Tuch. Sammet, Seidenstoff u. f. w. herzustellenden Pelerinen. Die oben Dargestellte besteht aus einem größeren Pelerinentheil aus dunk:lrothem Tuch, der, wie ersichtlich, mehrmate mit gleichfarbiger, golddurchwirkterSoutache verziert ist und einem kleineren, in Zacken ausgeschnittenen Pelerinenkragen; letzterer ist mit Applikationsfiguren von weißer Spitze, sowie Jettstelnche und Perlen ausge stattet und am unteren Rande mit einer plissirten Gazefrisur garnirt. Den Stehkragen deckt eine volle, vorn mit plissirten Enden abschließende Rüscke aus letzterem Stoff. Aus der schier unendlichen Auswahl hübsche? Hüte bringen wir zwei seh? hübsche Modelle. Der Erste aus beme farbenem Strohgeslecht hat einen tin
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und einen halben Zoll hohen Kopf und eine vorn fünf, hinten zwei Zoll breite 5crempe, der. wie ersichtlich, eine 3 Zoll breite ecrufarbene Guipürespitze aufliegt. ' Den Ansatz derselben deckt ein hinten an der rechten Seite mit einer
H u t aus beigefarbenem Stroh. hochstehenden Schleife abschließendes, ein und einen halben Zoll breites grünes Sammetband, das vorn mit einer kleinen Schleife von gleichfarbigem Kababast ausgestattet ist. Außerdem ziert den Hut ein großes Bouquet aus grünen Mohn- und Schlüsselblumen. Dem ein und einen halben Zoll hohen Kopf des hübschen Hutes aus gelblichem Strvhgeflecht schließt sich eine vorn vier und einen halben, hinten drei Zoll breite Krempe an, welche an beiden Seiten, sowie hinten mehrmals eingepreßt ist. Schmale Streifen von gebrannter rosa Gaze unig:ben. hinten mit einer kleinen Schleife verziert, bandeauartig den Hutkopf und enden vorn unter einer Rosette, sowie einer vollen Schleife von gleichfcn Stoff; inmitten der letzteren ist ein Büschel Kornähren hochstehend befestigt. Ter Torpedozerslörcr Hornct". Männer mordende Erfindungen sind in unserer Zeit an der Tagesordnung. Auf dem Gebiete des Landkrieges ist Turpin's famose Satans-Mitrailleuse. mit welcher der Erfinder einem Heere von Hunderttausenden in einer Stunde den Garaus machen zu können, behauptet. das Neueste; freilich hat er den Beweis, daß er kein Münchhausen ist. noch nicht geliefert. Eine wichtige Erfindung für den Krieg zur See sind die Torpedozerstörer", von denen England nicht weniger als 43 anzuschaffen beschlossen hat. Zwei derselben, Hörnet" und Havoc" sind bereits vom Stapel gelaufen. Wie der Name besagt, sind diese Fahrzeuge dazu Der Hörnet. bestimmt.die feindlichenTorpedoboote zn vernichten. Bei einer Länge von 180 Fuß. einer Breite von 18 Fuß 6 Zoll und einem Tiefgang von 5 Fuß erhalten ditfe Boote Maschinen von 3400 Pferdekraft. Der Hörnet" hat 8 Kessel neuester Construction. welche sogar 4000 Pferdekräfte liefern; er ist mit einem 12-psundigen Schnellseuer-Ge-sckük. drei Secksvfündern und drei Torpedo-Lancirrohrcn armirt und seine Besatzung zahlt 43 Mann. Xit Fahr geschwindigkeit betragt 27 Knoten, gleich 30 Landmeilcn, pro Stunde. Daß diese kleinen, aber sehr schnellen Fahrzeuge in einem Seekriege eine bedeutende Rolle spielen werden, wird von allen Sachverständigen zugestanden. Ach, wenn er doch heute seinen Antrag machen wollte: Da sagt er immer, daß er sich an mir nicht satt sehen kann. warum beißt er denn nicht an? Sinnspruch. Wer die Jugend verpaßt und ver säumt. Der hat mit wachen Augen geträumt; Und wers im Alter will hc.en nach. Der ist wie blind am hellen Tag! Unter Freundinnen. Else: Also der junge Süßlich hat sich bei Dir auch einen Korb geholt, Röschen?" Röschen: Freilich, ich bin nun die sechste Dame aus unserem Kränzchen, in die er verliebt war. Else: Entsetzlich! Der Mensch ist ja der reine Rundbrenner!" Gutausgegangen. Packträger (zum andern, der eben auf sei nen Standplatz zurückkommt): Du mußt einen guten Verdienst gehabt ha ben. weil Du so schmunzelst?" Der andere: Das glaub' ich. ich hab', weil heut' der Erste ist, beim Baron Bumberer die Gläubiger 'nauswerfen müs' sen und dafür fünf Ma?k wirklich kriegt...."
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Monolog. K. J., - "v x X il 1 $ Wl iv fiw ,L h
Schmuggeln von ilrclioscn. Der Schmuggel mit Diamanten, Verlen und werthvollen Schmucksachen, wird in weit größerem Maße bctriebcn. als man angesichts der gegentheiligen Versicherungen der Herren Importeure glauben sollte. Ja es soll sogar vorgekommen sein, .daß besagte Importeure sich selbst lebhaft an der Veschummelung des längst noch nicht genügend wachsamen Onkel Sam lctheiligen. So z. V. kennt man im Cuswm-House Departement einen altfränkischen silberbeknopsten Spazierstock recht gut, in dessen ausgehöhltem Innern häufig genug Diamanten im Werthe von 25,000 hereinzeschmuggelt wurden. So viel man weiß, hat dieser berühmte" Stock mindestens zwölfmal die Reise von Europa herüber gemacht, jedesmal in der Hand eines' andern Trägers. Gegenwärtig dient der berühmte Stock einem Chicagoer Bürger als Stütze. Besagtem Bürger können die Zollbehörden jedoch nichts am Zeuge flicken, so'gern sie das auch möchten. Natürlich betheiligen sich durchaus nicht alle Importeure von Glihersteinen an solchen unsauberen Geschäften, aber Thatsache ist es trotzdem, daß beständig von Einzelnen geschmuggelt wird. Man wählt zur eigentlichen That" solche dunkelen Ebrenmänner aus, welche gern umsonst eine Reise nach Europa machen. Daß besonders die Frauen den Hang zum Schmuggeln haben, ist eine wohlbekannte Thatsache. Sehr viele Frauen, denken sich gar nichts Schlimmes dabei, es macht ihnen sogar Vergnügen.den Onkel Sam hineinzulegen. Unter den Schönen, welche sich auf der Ueberfahrt so verführerisch im. OceanDeckstuhl hinzuflegeln Pflegen, gibt es einzelne, welche das Hereintragen steuerpflichtiger Objekte in profesiioneller Weise betreiben und deren Abfassung so unendlich schwer ist. Ach, sie sind so sweet", diese Gracien, sie wissen Onkel Sam's vereidigte ZollZerberusse so verführerisch anzulächeln, benehmen sich bei der Revision so kühl und exemplarisch, daß der untersuchende Beamte nicht den geringsten Verdacht hegt und doch bergen ihre Koffer und häufig auch ihre verschiedenen Toilettengegenstände unaussprechlichen Genres, die sie am. eigenen Körper tragen, eine Fracht, deren Werth nach vielen Tausenden von Dollars
zahlt. . . si sa Iviilp ümtMtfm. " I ii-v Falsche im Kossn, Echte im Hut. Zuweilen kommt es vor, daß die Zollbeamten von polizeilichen Spürnasen in Europa aufmerksam gemacht werden auf solche Passagiere, welche drüben viele Diamanten gekauft batten. Solche Passagiere werden dann natürlich auf's Genaueste untersucht. Eine gelungene Geschichte wird von einem Schmuggler erzählt, der ersahren hatte.daß er vorher denuncirt worden war. Als man seine Koffer csfnete.fand man eine Anzahl falscher Diamanten und die Beamten glaubten, daß der Denunciant sie hinters Licht geführt habe. Die echten Dianmnten trug der Schmuggler.- unter dem Deckel seines feinen Cilinderhutes.und er kam auch wirklich damit durch. In Amerika werden Goldfassungen für Diamanten gemacht, mit dem Stempel der amerikanischen Firma versehen und so nach Europa geschickt. Dort sehen nun geschickte Juweliere, welche den amerikanischen Geschmack genau kennen, sehr werthvolle Arilkanten in die von Amerika gesandten Fassungen und der Schmuggler kann sich dann bei der Zollrevision damit brüsten, daß er vor Jahren die Brillanten in Amerika gekaust habe. Mancher biedere Zwischendecker hat schon, ohne daß er es selbst wußte, in seinen Effekten Steine mitgebracht, die ein großes Vermögen repräsentierten. Er hatte das.Packetchen aus Gefälligkeit für einen amerikanischen Freund mitgenommen. Recht häufig werden Diamanten eingeschmuggelt in Zeitungen, welche durch die Post von Europa versandt werden. Auch die bekannten Sendunqen mit der Bezeichnung Muster ohne W'.h" enthalten oft sehr werthvolle Beilaaen. In Paris gibt es Läden, welch: Zweiggeschäfte in New York. Boston und Chicago haben. Amerikanische Clerks bedienen dort. Kommt da eine dem Elerk. der alle Schiffslisten stu--dirt.wohlbekannte Dame aus Amerika M , ,85 5) jfl fjrziLs .In Loftsn körnen TIe ihn unscr Zeigzeschjsi um
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und sieht sich die Herrlicoleiiea c-.. Aber ach. der Creditbrief ist s07. f. st aufgebraucht und so muß sie d:rn Kaufe entsagen. Aber der gefällige Clerk weiß Rath. Sie soll nur den herrlichen Ring mitnehmen ohne Zahlung, auf Probe. Wenn sie sich dann in Amerika nicht zum Kauf entschließen könne, so möge sie den Ring nur an das bekannte Zweiggeschäft in New Aork oder Boston abliefern. Wie herrlich würde der Ring im eltrischen Licht des Dampfer-Speisesaals an ihrem schönen Finger flimmern. So schwätzt der gefällige Clerk und die weibliche Eitelkeit siegt leicht über etwaige Bedenken. Der Ring wandert an dem schönen Finger über See. wird später in Amerika abgeliefert und Onkel Sam hat die zehn Procent Zoll verloren. Natürlich wird ein solches Schmuggelgeschäft nur mit ganz sicheren Kunden gemacht. Carnot'S Mörder.
Die nachstehende Illustration ist eine getreue Wiedergabe des Portraits des Präsidentenmörders Cesario Santo Hieronymo, gewöhnlich Cesare Santo genannt, welches im Gefängniß zu Lyons aufgenommen worden ist. Cesare Santo. Der junge Anarchist, welcher durch seine Blutthat den Abscheu der ganzen civilisirten Welt hervorgerufen bat, besitzt ein einnehmendes Aeußere; als Knabe zeichnete er sich unter seinen Altersgenossen durch seine wvhlgebildete Figur wie durch seine schönen Gesichtszüge so vortheilhaft aus. daß er bei Veranstaltung von Processionen stets mitwirken mußte. Deutlich. Die gnädige Frau kann unmöglich herauskommen, sie hat furchtbare Zahnschmerzen!" Ich muß sie aber unbedingt sprechnr? sagen Sie ihr, da soll sie ohne Zähne kommen!" VorEericht. Angeklagter (nachdem der Vcrtheid! er ihn herausgestrichen): Nein, was muß ich für eiir. auständiger Kerl sein!" Gut herausgegeben. A. (zu einem Bauern): Was, Ihr wißt noch gar nicht, was eine cleürische Beleuchtung: ist? Das weiß bei uns jeder Ochse!. Bauer: Da lriffts ja nachher gut. da können Sie's mir nachher gleich erklären! Es wär so schon gewesen. Der kleine Otto: Mama, kann ich etwas Wasser und Seife haben? Mama (erfreut): Gott sei Dank, daß Du endlich einmal eingesehen hast, wie schön die Reinlichkeit ist! Der kleine Otto: Ich will mich ja gar nicht waschen, liebe Mama ich will blos. Seifenblasen machen. Benutzte Gelegenheit. Verehrer (zu dem Gegenstand seiner Neigung): Fräulein Helene, seit mehreren Wochen habe ich vergeblich vcrsucht, mit Ihnen zu sprechen, aber Sie r2ben mich nie zu Worte kommen las sen. Ich benutze daher Ihre äugenblickliche totale Heiserkeit, um Sie um Ihre Hand zu bitten!Ein ängstliches Gemüth. Warum sind Sie denn so erregt, Frau Lehmann?" Ich bin in der Urania" gewesen. Und da hat ein Astronom einen Vortrag gehalten, daß die Sonne nur noch 56 Millionen Jahre leuchten wird." Und das erregt Sie so?" Ja. wissen Sie, wenn das unser Kaufmann hört, schlägt er gleich wieder mit'm Petroleum au
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