Indiana Tribüne, Volume 17, Number 303, Indianapolis, Marion County, 22 July 1894 — Page 6

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Ein ZZild. Eine eegcschichte von P. G. :!n:S.

, Draußen wetterte der Schneesturm 'und trieb die losen Flocken in dichten Wolken über daZ Land, und oben in den Lüftcn heulte und pfiff es, daß eZ eine Art faste. Immer höher thürmten di: Schanzen sich um das Haus und b'o!:r!cn die Thür und häuften sich vor den Fenstern, da. wo im Sommer ein Veet hochstämmiger Rosen üpPig in Blüthe gestanden hatte. Mitternacht war längst vom nahen Kirchthurm verklungen. Aber es dachte doch keiner von uns an Nachruhe. Es war gar zu behaglich drinnen im Zimmer, beim warmen Ofen, in dem die Holjscheite knisternd und prasselnd lohten. Ich darf doch noch eine Auflage machen?" hatte meine Frau mit ihrem lieblichsten Lächeln gefragt und in dem Eigentlich noch etwas gebrochenen Deutsch, das ihr so vorzüglich stand, und hatte dabei hinter sich nach dem schnurrenden Kesselchen gegriffen, in 'dem das Wasser zum Grog noch immer lustig siedete. . Fritz hatte sie fröhlich angefchaut. Ihnen hat doch gewiß noch keiner im Leben etwas abgeschlagen," antwortete er schnell. 0 doch!" lachte sie hell auf; sogar mein Mann hat mir einmal abgeschlagen, mein Bild zu besitzen; können Sie sich das wohl denken?" Nein!" sagte Fritz ehrlich, das kann ich mir nicht denken. Wann hat er denn diesen ungeheuren Frevel begangen? Wollen Sie nicht einmal den Versuch mit mir machen, ehe ich reisen muß? Ich wäre ja zu glücklich, wenn ich so lieben Besitz als Erinnerung an köstliche Stunden mit mir hinausnehmen könnte auf See." Darf ich, Hans?" fragte sie, und beugte sich über mich. Ich mußte ihr in die blauen, lieben Augen schauen. Und wieder durchrieselte mich ein Gefühl unendlichen Glücks, wie ihr warmer Athem mein Gesicht streifte, und ich schlang den Arm um sie und küßte sie auf den weichen Mund, ob Fritz cs auch sah: Ja, Astrid, Du darfst es. Aber dann darf ich Fritz auch erzählen, wie es damals zuging, daß ich Dein Bild nicht haben wollte." Ja, das darfst Du schon; aber dann gestatten mir die Herren wohl, daß ich mich zurüziehe. Die Geschichte ist mir nicht ganz neu, und sie erzählt sich vielleicht besser, wenn ich nicht dabei bin." Sie packte ihr Nähzeug zusammen und reichte dem Officier die Hand. Er sprang ritterlich auf und küßte die weißen schönen Finger: Sie machen mir Schmerz durch Ihr Gehen, aber ich möchte Ihnen meinerseits keinen bereiten durch unangemessenes Bitten." Da ging sie hin, groß, blond und schön, eine Walkürngestalt aus nordischem Stamm, und nickte uns noch einmal zu, .im Türrahmen stehend, umwallt von den bauschigen Falten des Vorhanges, ein Bild zum Malen. Ei du Donnerchen." sagte Fritz und sah mich an. Hans. Du hast das große Los gezogen." Und er hob sein Glas gegen mich. Und nun erzähle! Aber erst zünde ich mir. nun da wir allein sind, eine von Deinen langen Pfeifen da an. In Gegenwart einer Dame schmeckt mir die Pfeife und im Pfauderstündchen unter Männern die Cigarre nicht. So, NUN los Vorschoten!" Fritz war nämlich Seeofficier, mit rnir aus einem Kadettenjahrgang stammend. und wir waren so ziemlich in Freud und Leid miteinander verwachsen, ob wir auch selten auf einem Schiff zusammen gefahren waren nachher. Jetzt verlebte er drei Tage seines Urlaubs bei mir, und dieser nun zu Ende gegangene war der erste Tag gewesen. Fritz hatte meine Frau zum erstenmal gesehen, und ich hätte mich geärgert, wenn sie unserm Chevalier" so lautete von früh her sein Spitzname nicht gefallen hätte. Aber es gab ja keinen Menschen,dem sie nicht gefiel, meine herrliche Frau! Also?" Also ich war Navigationsosficier auf der Gudrun", begann ich. Angenehme Zeit! Wir hatten lange gut Wetter und ich gute Sonne gehabt, und ich hatte ein ganz Theil behagliche Muße, um mit meinem zahmen Kanarienvogel zu spielen und die berühmte Mestebibliothe'k durchzustudiren. die unser Messevorstand, der sparsame Augustinsky, unbesehen um 25 Mark für alt bei einem Trödler gekauft hatte. Das unglaublichste Zeug war darin, zum Theil in Sprachen verfaßt, .die es kaum noch gab: holländisch, slowakisch, dä nisch und ähnlichen, und der Versuch, mich zum Polyglotten auszubilden an ihnen, mißlang mir bis auf das Dänische. das ich, aus dem Nordrand von Schleswig stammend, einstmals wie meine Muttersprache hatte gebrauchen können und nun gern in mir erneuerte. Nun, das nebenbei! Das gute Wetter hielt nicht immer an, und mein Vogel und meine Sprachstudien nahmen ein grasses Ende. Bei einem Teifun hakte das Bauer' mit Mätzchen aus und der arme Piepvogel wurde im Fall erschlagen, und unsere unbezahlbare Bibliothe'k hatte sich, salzwasserdurchtränkt und in ihrem Spinde zerstampft und zerschlingert, in einen papiermacheartigen Urbrei aufgelöst, der ohne Bedauern über Bord gegeben wurde, als wir wieder an Reinschiff" denken konnten. Und das geschahen demselbigen Tage, an dem der Posten auf der Back meldete: Schiff in Sich! rieht voraus!" Richtig. Da trieb in der noch krausen, unruhigen See eine Bark, die tl einmal aewesen war. iekt aber nui noch ein mästen- und steuerloses Wrack n Mi , t ? - 1 vorueule, mir oem oie vsee rnuigraimc

und boshaft ihr Spiel trieb. Aber waö uns, wie wir näher herandampften, am meisten interessirte, das war ein weibliches Wesen, das wir an Bord entdeckten. Ich sah deutlich ihr langes Haar im Winde flattern. Sonst schien das Wrack ausgestorben zu sein. Und außer den gelösten blonden Zöpfen flatterte noch eineArt Nothflagge auf ihm,welche die fragliche Gestalt ohne Unterlaß mit der Hand schwenkte, Rettung heranwinkend. Die See ging noch viel zu hoch, umein Boot aussetzen zu können. Wir dampften so nah wie möglich heran zum Wrack, daß der Wind durchs Sprachrohr Gerufenes hinübertragen konnte, und versuchten nun, eine UnterHaltung anzuknüpfen, denn unsere Signale waren unbeantwortet geblieben. Wir versicherten der jetzt deutlich erkennbaren Frau auf Englisch und Französisch und Spanisch, daß wir in ihrer Nähe bleiben würden, aber wir sahen deutlich durch die vielfach auf sie gerichteten Kiker, wie sie allemal traurig den blondumwehten Kopf schüttelte, als habe sie nichts verstanden. Nathlos sahen wir einander a Da kam mir ein letzter rettender Gedanke, und ich rief, als wir gerade recht nah an dem Wrack vorbeidampften mit schalltrichterartig vorgehaltenen Händen noch einmal auf Dänisch hinüber: Wi blive i deres Närhed!" Da hob sie die Flagge hoch in der Rechten und wir sahen, wie ein Schimmer von Freude und Hoffnung über das todtblasse Gesicht der jungen Frau fuhr. Am Nachmittag hatten wir das verlassene und doch so eigenartig besetzte Schiff entdeckt,das also wohl eine Däne sein mußte; aber es dauerte bis zum nächsten Morgen, ehe die See so weit heruntergegangen war, daß wir den Kutter zu Wasser lassen konnten. Während der Nacht hatten wir alle halbe Stunden Raketensignale gemacht daß die arme Schiffbrüchige, deren Einsamkeit wir uns immer noch nicht erklären konnten, nicht daran zweifeln möchte, daß wir ihr zu Schutz und Rettung nah geblieben seien. Natürlich mußte ich als Sprachkunbiger und Dolmetsch mit ins Boot, und außer mir der Doktor. Besorgt blickten wir auf den großen,hilflos quer vor der See rollenden Kahn, um den die ganze niedergebrockiene Takelage schwamm und uns die Annäherung außerordentlich erschwerte; um so besorgter, als die Bark im Sinken begriffen schien und seit Anbruch des Tageslichtes von der armen Frau keine Spur mehr zu erblicken gewesen war. Endlich mußten wir den Versuch als unmöglich aufgeben, durch dies durcheinandertreibende und stoßende Gewirr von Spieren. Raaen. Masten und Tauwerk mit dem Boot dem unglllckli chen Schiffe nah zu kommen. Aber ehe ich dem steuernden Seekadetten den Befehl gab, wieder an Bord zu fahren, machte ich auf eigene Hand einen letzten Versuch: ich sprang über Bord und schwamm auf das Schiff zu. Vom Fluchen des Kapitäns am Bord der Gudrun und von dem Gefchrei der Leute hörte ich nichts in dem Gezisch der Seen um mich her. Zu meinem Glück faßte ich beim Auftauchen den über Bord gegangenen Großmast, der durch das Steuerbordwant noch in Verbindung mit dem Rumpf stand, und arbeitete mich an ihm allmählich an das Schiff heran, und nach etlichen Püffen und Knüffen hatte ich es endlich erreicht und schwang mich über die halb zerschmetterte Reeling an Deck. Und das erste, was ich sah. war die Gestalt meiner blonden, gemuthmaßten Kapitänssrau, die, die Arme weit von sich gestreckt, auf dem Gesicht an Deck lag, überfluthet von den goldigen Strähnen ihres nassen Haares. Ich bückte mich und nahm die leblose Gestalt in die Arme. Was für ein liebes, wunderschönes Weib hielt ich an meinem Herzen! Aber, gottlob, noch athmeten die bleichen Lippen. Armes, süßes, einsamen Geschöpf! Nun reute mich mein wagender Sprung erst recht nicht. Stark und stolz hielt ich sie hoch auf beiden Armen, daß die an Bord sie sehen mußten, und der Wind trug grüßendes Rusen zu mir herüber. Und nun kam der unglaublichste Tag meiner ganzen Seefahrtszeit. Ich allein mit der reizenden Frau auf dem sinkenden Schiff, das mehr und mehr Wasser machte und das immer schwerfälliger sich bewegte vor dem Andrang der See. Durch einen Raketenschuß war die Verbindung zwischen der Gu-

drun und dem Daneörog" hergestellt worden, -und in sickerer Verpackung ging mir ein Theil Getränk und Lebensmittel zu, die uns beiden, meiner holdseligen Pflegebefohlenen und auch mir, nur von Nutzen sein konnten. Es mag zu den seltenen Lebenslagen gehören, daß ein Officier, selbst triesend wie ein leckes Faß. mitten auf See auf untergehendem Schiffe mit Cognac eine junge ohnmächtige Frau zum Leben zurückzurufen sucht.und eine gewisse Romantik war unleugbar über den Vormittag ausgebreitet, an dem ich. auf dem Stumpf des abgehauenen Großmastes sitzend meine holde Bürde auf dem Schoß hielt und mir Mühe gab, ihr den Flaschenhals zwischen die festgeschlossenen Zähne zu zwängen. Endlich fing sie an zu schlucken und nun that sie hustend die Augen aus und sah mich an, so, wie man aus einem tiefen, schwerem Traum er wacht. Zunächst heftig mit beiden, sehr wei ßer. Händen die Flasche abwehrend, richtete sie sich auf und sagte mit hei serer Stimme ein leis?s Gott se' Dank!" auf dänisch. Sie wollte auf stehen, konnte es aber nickit. Mein Arm mußte sie stützen. Iigr schien dii Sonne wieder warm und hell von:

Himmel auf die See und auf Deck: für uns beide durchnäßte Einsiedler jeden falls angenehm, wenigstens für den Anfang. Nun stellte ich die Cognacflasche vorsichtig fest, und griff in den Korb nach etwas Eßbarem. Stumm griff sie danach und genoß einigeBissen; aber mit einem Mal schlug sie die Hände vors Gesicht und fing an, laut zu weinen. Ich ließ tt ruhig gewähren. Und nun erfuhr ich bald alles. Sie war die verwaiste Nichte des Kapitäns, der sie zu Verwandten an der chinesischen Küste hatte bringen wollen; im Teifun war das Schiff zum Wrack geworden, und der stürzende Fockmast hatte den Kapitän erschlagen und über Brod gerissen; die Mannschaft hatte später, als das Schiff Wasser machte, den Versuch gemacht, in die Boote zu gehen, die gleich gekentert waren, und hatte sie. meine arme Pflegebefohlene, grausam genug ihrem Schicksal überlassen zur Strafe dafür, daß sie das Unglück über den Daneborg" gebracht hatte; denn das steht nun einmal fest, daß ein Weib an Bord Unglück bringt. Wir änderten den Kurs der Gudrun nicht sehr, wenn wir Fräulein Astrid Knudsen aus Odensee auf der Insel Fühnen nach Amoy brachten als überzähligen, aber sehr lieben und mit aller denkbaren Rücksicht behandelten Fahrgast; und als wir endlich, gegen Abend an Bord kamen, da wurde sie, Astrid, in ihrer rührenden, hilslosen Schönheit so ehrfurchtsvoll begrüßt, als wäre sie eine recht: Prinzes sm. Zu meiner heimlichen Freude, aber zum offenen Aerger der anderen, verstand Astrid kein Wort einer anderen Sprache, als nur dänisch, und so machte es sich denn, daß sie, wie ich ihr meine Kammer eingeräumt hatte, auch nur mit mir verkehrte und sprach. Was das für mich für Folgen haben mußte, lag klar zu Tage, auch wenn es nicht dazu gekommen wäre, daß ich am dritten Tage ins Lazareth mußte mit meinem, bei dem Rettungsakte doch arg zerstoßenem Knie, auf das ich in der Aufregung und Freude wenig geachtet hatte. Bettlägerige Kranke waren zum Glück gerade nicht da. Ich war der einzige. Und da verging denn kein Vor- und kein Nachmittag, daß nicht die Thür zu meinem unsäglichen Entzücken aufging und Astrid eintrat, mit ihrer königlichen Huldgestalt, jenes Lächeln auf den rothen Lippen über weißen Zähnen, das allein einen ganz verständigen Mann närrisch machen konnte. Und dann saß sie an meinem Bett und sprach freundlich mit mir wie mit einem Bruder: immer ganz Dame sie war aus sehr guter Familie und immer kindlich harmlos und herzlich, und in mir wuchs nur immer die mir schließlich fast die letzte Besinnung raubende Furcht vor dem. Hasen von Amon, dem die Gudrun mit einer Durchschnittsfahrt von zehn Seemeilen in der Stunde näher und näher kam. Am nächsten Tage mußten wir zu Anker gehen. Ich lag noch immer und stand große Schmerzen aus. Sie saß vor meinem Bett und ließ jenes kleine dänische Buch, das in meiner Tischschublade dem allgemeinen Verderben entgangen war, in den Schoß sinken. Nein, es ist zu dumm," sagt: sie, und sah mich an mit einem jener Blick!, die ich nicht vertragen konnte, das kann ich Ihnen nicht mehr vorlesen." Astrid," sagte ich und streckte die Hand aus nach der ihrigen; morgen gehen unsere Wege auseinander.Sie nickte und sagte nichts. Wollen Sie freundlich an mich denken?" fragte ich. Sie sah mich wieder stumm an mit einem ihrer strahlenden Blicke. Mit einem Male stand sie auf und ging davon, aber bis sie aus der Thür war, lag ihr Auge mit unbeschreiblich milden Ausdruck auf mir. Ich schlug die Hände vors Gesicht und stöhnte auf. Ich konnte ja ohne das Mädchen nicht leben, und mußte sie nun doch lassen. Nach einer Weile kam sie wieder. So stolz und anmuthig, so zierlich und fest ging nur eine. Sie hielt etwas in der Hand. Meine ganz: Seele sehnte sich, diese

Hand . !-.. 's ' V ' a"b 5" d" Lippen zu ziehen, mich an lyr lau zu lunen, Das reine yandge-; lenk, das Gelenk eines Kindes, zu umspannen. Ich bin Ihnen mein Leben schuldig," sagte sie mit ihrer klangvollen Stimme, und weiß nicht, wie ich Jhnen je alles danken kann, was Sie für j mich gethan; ich will s auch gar nicht versuchen; nehmen Sie nur dies zum Andenken ; es war unter dem was noch von dem Meinigen gerettet werden konnte, ehe der arme Danebrog" unterging." Es war ihr Bild. Das war sie; ganz sie. Das unbeschreiblich liebe Geficht, die blühende, reizende Gestalt; ich blickte auf das Bild und konnte mich nicht satt sehen; aber mit einem Male war's mir wie ein körperlicher Schmerz im Herzen. Ich hielt ihr das Bild hin und sah ihr in das erglühende Gesicht. Wollen Sie's nicht?" fragte sie mit verschleierter Stimme und warf den .schönen Blondkopf in den Nacken. Nein." sagte ich. nehmen Sie es wieder hin!" Sie war dunkelroth geworden. Einen Moment sah sie. mich mit einem Blick an. den ich nie vergessen werde, dann, meine ausgestreckte Hand nicht achtend, senkte sie das Haupt und ging langsam, in stolzer, ruhiger Haltung hinaus. Ich verlebte böse Stunden. Ich wartere. cb sie nach ihrer Gewohnheit nach dem Essen um sechs Uhr wiederkom men würde, um mir freundlich eine tu hige Nacht zu wünschen sie kam

9 t t f t r zu lr jcmcnn, orer ;o.) jctjami: mien. Ich wußte es, st: saß jetzt mit den anderen Officieren aufKan-.panje und spielte mit dem Doktor Schach; da ging die Thür auf und Graf Arnfried trat ein, einen großen gefüllten Pokal in der Hand. Hier. Tonnersmark. das schickt Jhnen Ihre schöne Dänin, und hat ihn selbst angetrunken; wir haben ihr eine kleine Abschiedsbowle gebraut; ein Prachtweib! Nur schade, daß sie kein Deutsch kann. Bloß mit den Augen klappern ist doch eine mangelhafte Unterhaltung. .Prost oder Skaal!" Also sie saß unter ihnen und hatte doch an mich gedacht. Er wollte gehen. Hören 'Sie, Graf." rief ich ihn zurück, thun Sie mir einen Gefallenen; sagen Sie ihr mir: Kom til mig!", so hätte ich Jhnen aufgetragen." Das heißt: Komm zu mir!" Mensch, was fehlt Ihnen. Sie haben ja Fieber!" rief der Graf, an mein Bett zurücktretend. Ich Unsinn! Also: .Kom til mig". Verstanden?" Es glaste gerade sechs Uhr, da stand sie wieder vor meinem Bette. Mir that sich der ganze Himmel auf, wie sie da mit einem Ausdruck unendlicher Güte auf mich herabsah. Astrid, zürnen Sie mir nicht ich konnte nicht anders. Wissen Sie warum? Weil ich es nicht aushalten kann, auf Ihr Bild zu bliesen, weil ich Sie vergessen muß, wenn ich nicht " Da trat der Kapitän und der erste Officiere ein. Halt, das gilt nicht, uns unseren lieben Gast wegfangen; kommen Sie meine Gnädige!" Und der. Kapitän bot ihr den Arm und führte sie hinaus. Kompromittiren Sie das Mädel nicht!" flüsterte mir der erste Officier zu. Sie ist zu gut dazu!" Und doch schlief ich im tiefsten Herzen beglückt ein. Am frühen Morgen gingen wir zu Anker. Das Rasseln der auslaufenden Ankerkette that mir weh. Da kam sie, um Abschied zu nehmen und hielt mir beide Hände hin. Wir waren wieder allein. Geben Sie mir jetzt das Bild?" fragte ich. Sie schüttelte lächelnd das Haupt und zwei Thränen funkelten in ihren Augen. Und wenn ich einmal komme und Dich selbst haben will, Astrid? Willst Du dann mein sein? Kannst Du mich lieb haben?" fragte ich athemlos, flüsternd. Sie neigte leise das Haupt. Dann bückte sie sich schnell und ehe ich's wehren konnte, hatte sie ihre weichen, warmen Lippen auf meine Hände gedrückt und die Thür schloß sich hinizt ihr. Wir schrieben einander. Mein letzter Brief war sehr kurz. Er war vom Heimathshafen aus geschrieben; es stand nur drin: Kom til mig!" und sie kam. Und jetzt ist sie meine Frau, und weißt Dueine bessere, so raufen wir einmal! Und nun, Fritz, komm und stoß an: Kein größer Glück auf dieser Erden. Als Frauenlieb, wem sie mag werden!" Und wen sie auf einem Wrack im Stillen Ocean geboren würde und Cognac ihre erste Nahrung wäre! Prost!" Vorsichtig. Sag' mal, Jett?, wat is dat eijentlich mit Dir früher schwärmtest Du so für die Cavallerie und jetzt haste immer 'n Infanteristen zum Schatz." Jette: Nu ja, darüber habe ick meine Ansichten jeändert." Liese: ;Afcer ein Cavallerist ist doch viel hübscher!" Jette: Wenn auch! Der Cavallerist verräth sich aber immer! Ob man Abends mit ihm an der Hausthür steht oder ob man mit ihm in der Küche sitzt, immer klappert er mit'n Schleppsäbel!" I m Restaurant. Kellner: Ich muß Sie um Vorausbezahlung bitten." Gast: Was soll das heißcn?" Kellner: Ich wollte Sie nicht beleidigen. Aber dem Herrn, der das letzte Mal hier Mackerels aß, blieb W S V n Gnnrfxtrt im CVTT ftHfn itnS T Hll IIIIIVU III Mit IHUI I V. UMII UllV V - 6 ohnt fi H? ' fi'fi Unb b - h ' - r " mfhnn Wirth zog es mir von meinem Gehalt ab." Praktische Mode. Mr. Downer: Ich bin froh, daß die Mode verbietet, zu einem Frackanzuge die Uhr zu tragen." Miß Upper: Warum?" Mr. Downer: Weil ich meine. Uhr und meinen Frack niemals zu gleicher Zeit habe. R e i n e s B l u t. Mrs. Bond clipper: Was fehlt mir eigentlich, Doctor?" Doctor: Ich glaube. Ihr Blut ist nicht so, wie es sein sollte. Ich werde Ihnen etwas Blutreinigendes verschreiben." Mrs. Bondclip per (hochmütig): Blutreinigendes? Sie wissen wahrscheinlich nicht, daß ich aus einer der ältesten holländischen Fa milien New Jorks stamme!" . Sein wahrer Werth. Jane, man hat mir gesagt, daß man Dich neulich mit meinem Manne im Theater gesehen hat. Ist das 'so?" Zofe: Ja, Madame, es ist so!" Dame: Es thut mir leid,.aberDu hast morgen mein Haus zu verlassen. Ich dulde keine Dienstboten, welche so w nig wählerisch in ihrem Umgange sind!" Die Sommervlaae. A.: Wie ist es Ihnen diesen Sommer ge aangen?" B.: Schrecklich, einfach schrecklich! Wenigstens dreihundert Mal beim Arzt und Apotheker gewesen. A.: Warum denn? Sie sehen, nich! aus. als ob Sie krank waren." B.: War es auch nicht A.: Ihr, Frau? B.: Nein. Ihr Hund!

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Jricgerdcr.kZüäicr um ZUch. r Wir glauben unseren Lesern mit

den Abbildungen einige? der hervorragendsten Denkmäler der Schlachtfelder um Metz auch eine kurz: Schilderung jener denkwürdigen -läge gcven zu dürfen. " i ." I

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Abbildung 1 Denkmal des 1. (ostpreußischen) Armeecorps führt uns auf das rechte Moselufer, wo die OstPreußen unter Manteuffels Führung am 14. August 1870 im Verein mit der 13. Division (Westfalen) den auf das Knke Mojeluser abziehenden Gegner so wuchtig anfielen, daß dieser sich genöthigt sah, wieder Front zu machen, und sich dadurch der Möglichkeit beraubte, die nach Westen führenden Straßen vor den Corps der 2. Armee zu erreichen. Auf denselben Feldern wies das L Armeecorps am 31. August und 1. September den großen Ausfall zurück, der die Metzer Armee mit der inzwischen bei Sedan ihre? Vernichtung entgegengehenden Armee MacMahons vereinigen sollte. Beide Siege bezahlte das 1. Armeecorps mit einem Verluste von zusammen 206 Officieren und 4592 Mann an Todten und Vermundeten. cm, Bild 2. Hier kämpfte am 16. August in der Schlacht' bel Vionville-Mars-la-Tour, nachdem das 2. französische Corps zurückgeworfen war, die Kaiserliche Garde gegen Theile des 3. und 10. preußischen Armeecorps. Nordwestlich des Ortes zieht sich das tfSXri'vJ7w?s trftWü Gelände hin, wo (Bild 3) die Brigade Bredow 7. Kürassiere und 16. Ulanen durch rücksichtsloses Einsetzen der in stundenlangem Ringen mit dem überlegenen Feinde verblutenden Infanterie der 6. Division Luft machen sollte. Die beiden Regimenter, nur je drei Schwadronen, zusammen kaum 800 Mann stark, erlitten hier einen Verlust von 16 Officieren. 363 Mann. Doch die Opfer dieses todcsmuthigen Rittes," sagt das Generalstabswerk, waren nicht umsonst gefallen. Die begonnene Vorwärtsbewegung des. 6. französischen Corps war zum Stehen gebracht wenigstens unternahmen die Franzosen von Rezonville her an diesem Tage keinen neuen Vorstoß mehr." ' Die Abbildung 4 führt uns nach dem direkt westlich vonRezonville ebenfalls an der großen Straße gelegenen Vionville, dem Centrum der deutschen Schlachtlinie. 'Friedhofartig muthet uns der Schatten, der Bäume an, und ein Friedhof ist es auch, den wir betreten, reiht sich doch hier rechts und links der Straße Grab an Grab. Der Denkstein, den wir mit No. 5 zur Abbildung bringen, ist zu Ehren der 12. Jnfanteriebrigade (Brandenburg) Regimenter 24 und 64 errichtet, welche Vionville und die östlich oorliegenden Höhen erst mit stürmender Hand den Franzosen .entrissen und dann in -stundenlangem Ausharren gegen die wiederholten feindlichen Angriffe gehalten hatten. Die Verluste der beiden Regimenter an dieser Stelle beziffern sich auf 88 Officiere. 1696 Mann. Wir wandern auf derselben Straßc

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ri-C und erreichzn nach Kilometer bei Mars-!a-'our wo wir franzo : c?es eoiei oeneien oen auernen uuicii lue. . i . i t ' r l tf rv ill I gel der deutschen Schlachtlinie. Hier war um die sechste Nachmtt. tagsstunde der Angriff der 38. Jnsanteriebrigade an den intakten Divisionen des 4. französischen Corps zerschellt, als das 1. Garde-Dragonerre-aiment den Befehl erhielt, durch rück-

weiter räch ungefähr vier

sichtsloses Draufgehen die Trümmer Procent. Von da ab wird das Heirader urückttutbenden Infanterie zu then immer unwahrscheinlicher. Vom

retten. 3um zweitenmale an diesem

denkwürdigen Tage tritt jetzt," wie das bis 45. auf 2 1-2. vom 45. bis 50. Generalstabswerk sagt, die preußische auf 3-8. vom 50. bis 55. auf 0,2 ProKavallerie für die aefäbrdete Sckwe- cent.

sterwaffe opferwillig ein. Der Stoß der Dragoner trifft vorzugsweise das 13. französische Linienregiment, welches. mehrfach durchbrochen und über9 ' ' ' ' ritten, sich um seine Adler zusammen-ffr-ron itnh 9 Wnnn hnrunifT M tvtvtvti uitv uvuiiiii uiiriii -w innir i? ji r r i il uir icl im, -rr.: t orr:.:... :n w:-r re,. folg erkauft. Auf dem Friedhof der Gemeinde (vti..p r -v :n w;r. evkv Mars-la-Tour ist diesen Tapseren ...r.,,. ;i v. h r.P.; J zusammen Mit den vom Schwes.enegiment am selben Tage Gefallenen das r ! fcJTrff ST rTT r-i mvs v in No. 5 abgebildete Denkmal gesetzt. Der Ersolg der Schlacht bei Vion-bille-Mars-la-Tour, wo das 3., 10. und Theile des 8. und 9. Armeecorps ft ttl a 1 T (untm r( 4 VA?i ucucu cui& u i uuvviuz utuviuiuuji iu Schlachtsel ' beAptet hatten lag megrauT iinnegwin u rneic , inoern der b Wegnaz CT'urvcr ey-i ITZ uroe, oav zi lfui B fammte 1. und 2 Armee unter Befehl oes onigs iciDii zur niioun Macht heranrücken konnte. Abbildung No. 6 führt uns nach St. Privat-la-Montagne, auf den Punkt des Schlachtfeldes, wo in vorgerückter Abendstunde durch den An rr c ri c . c c - n I-T!j griff der Garde und des 12. (königlich r" t f r t . . . c r VI rc i T .1 . I iacyi.li.cyen) nrmcccorps oic "H" dung zu Gunsten der deutschen Waffen siel. Nach stundenlangem hin und her wogendem Kar.-pfe gelang es hier den nannten beic-en Corps, nachdem durch immer ernste Vorstöße im Centrum und aus i.m rechten Flügel der Schlachtlinie die ganze Kraft des Feindes festgehalten worden war, das französische rechte Flllgelcorps zu umfassen und aus Metz zurückzuwerfen. Auf weithin sichtbarer Höhe erhebt sich Bild No. 6 das Denkmal des Gardecorps, welches die Hauptarbeit, aber auch den weitaus größten Verlust zu tragen hatte. Von dem Gesammwerlust der Schlacht bei Gra-velotte-St. Privat von 899 Officieren und 18.767 Mann entfallen auf das Gardecorps . 307 Officiere und 7744 Mann, der stärkste Verlust, den ein Armeecorps während des ganzen, an Opsern so reichen Feldzuges an einem Tage erlitten. Fin de siecle. Also Du warst noch niemals vers liebt. Antonie?" Verliebt nicht, aber verlobt!" Vertrauenerweckend, Junge yjluütn Wenn Sie dem Kind em Bad bereiten, so nehmen Sie immer den Uyermometer zu Hllse, um zu se hen, ob die Temperatur auch richtig ist!" Kindermädchen: Ach, das ist der Mir nicht nöthig. wird das Kmd roth, dann ist das Wasser zu heiß, wird es blau, so ist das Wasser zu kalt!" Nurzweihalbe. A.: JQxt vertheidigte sie sich denn, als. sie der Bigamie angeklagt wurde?' 58.: Sie vlaidirte Nicht schuld". Ihre beiden Gatten seien nur Dudes gewestn!..

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ballt. Die Infanterie ist aus ihrer t0-,'''111 mißlichen Lage befreit, doch, als sich ich 41 1, m Belgien 54.1 rn Schtoe die Dragoner wieder sammeln, fehlen "6siV7Ä fast sämmtliche Führer." Mit 14 ftn 262.8 m Dänemark 3.5.1. m der

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ti&t ißahrfcbeir. hQUü hat ein mr t r - r aocyen zu yeiralyen. ure e orennende Frage bcntwortet ein Statistiker folgendermaßen: vom 14. bis 20. Jahre betragt die Wahrscheinlichkeit zu heira then 14 1-2 Procent. Vom 20. bis 25. steigt diese Wahrscheinlichkeit auf 52 Procent. Vom 25. bis 30. sinkt sie auf 18. vom 30. bis 35. auf 15 1-2 35. bis 40. 3 3-4 Procent, vom 40. Ehescheidungen entfallen nach dem eriazi eines totaniniers aus zeyniausend Ehen in Irland 1.4, in Frank, ich 9,87, in England 13.9 m RußV"iirri j lli . nn c 1 Os land 14,7 in Schottland 22.5 in Not V3UIUCIJ 1S. - jC. , ! - Tst I l-X. inUllttAKlM i w m w t i ui -yiui ureu iuciujc vcnuu uu Jahre 1892, einer amtlichen Statistik I vumiuuuiuutdi iiuüiwhuuwuwfc oui,' 00. r... "2. ulz v" uuuuu ivui in vci . V4IVU VW V V vy V V fr V rinnen. Prinzessin THerese von Bayern, die einzige Tochter des Prinzregenten Luitpold, hat in Osteuropa, in Nord- und Sudamerika weitere und auch wissenschaftlich ergiebigere Reisen unternommen, als sie wenigstens in Deutschland für Damen von hohem Stande üblich sind. Ihre Aufnahme unter die Mitglieder der Akademie der Wissenschaften verdankt die Prinzessin den über ihre Reisen veröffentlichten Büchern. Neuerdings ist sie mit der Ausstellunq ihrer Sammlungen vorgegangen, die zwei Säle des alten Münchener Rathhauses füllen und eine reiche Fülle ethnographisch und naturwlssenschast lich interessanten Materials eryalten. Als dienende Schwestern des Joi t .. l 0 n l ..e v. gSI S' ffi Damen aufgenommen, es sind durch den- Hexenmeister. Prinzrcgent Albrecht vonBraunschweig ie Patente vollzogen worden. Von diesen 500 Schwestern sind 70 ausger,,, s?, stA tbeils aan, dem Diakonissenberufe, theils der BerufsI 7 ' I" I 7 -l O J Krankenpflege gewidmet haben; 50 dagegen haben sich verheirahtet, sind jedoch dienende Schwestern geblieben. Der Orden verfügt über 65 Plätze in denDiakonissen-Mutterhäusern in allen I ' .. ' Provinzen Deutschlands, zwecks Ausbildung von dienenden Schwestern, Die Ausbildung geschieht auf Kosten beg Johannitcr-Ordens und dauert 6 Monate. Die Pariser Malerin Rosa Bonheur wurde kürzlich ZUM Officier der Ehrenlegion befördert. Miß Aimee Rapin, die Malerin ohne Arme, welche jüngst ein Bild der Herzogin von York vollendete, hat zetzt auch em vorzügliches Portrat der Pnnzessin von Wales fertiggestellt. In Neynavlk aus Island haben patriotische Frauen Mädchenschulen gegründet, indem sie wertyvolle Erbstuüe dazu hergaben, und eine von ihnen macht Vortragstouren auf dem Continent, deren Ertragnisse in die Schulfonds fließen. Das Geld wurde zum Theil zur Ausbildung von Lehrerinnen in Dänemark verwendet, und es grbt in Reykjavik jetzt medizinische, theologische und lateinische Seminare. Die Diplome dieser Anstalten berechtigen zum Studium auf der Kopenhagener Universität. Die Frau des Componisten. W Es ist schrecklich! Wenn man mit Dir von Sommerkostümen spricht, dann pfeifst Du! Entsetzliche Glelchgiltigkeit!" Im Gegentheil! Ich- bin gar nicht gleichgiltig! Ich suche nur nach einem neuen Walzermotiv, damit ich nachher .auch die, Rechnungen bezahlen kann! ; . Ti e f st e Zerknirschung. Hast Du gar keine Reue empfunden, als Du das kostbare Pathenoesche.k in's Leihhaus trugst? O doch. Paa. ich bin bin gleich daraus in's Wein Haus qeaanaen! n s a n t r e r r l o I e. Eine fein gekleidete Dame destelgt mit ihrem. j fechsiahrlgen Knaben eine Pferdebahn und gibt dem Condukteur, als er das Fahrgeld einkassirt, eine Mark. Dn leine verfolgt aufmerksam die Bewe gungen ves Beamten und ruft, au dieUx auf das Geld herausgkgeben hat. seiner 'Icutter trmmpylrend zu: Ma ma, Mama! n hat die fische. Mark nommen! , ' .

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