Indiana Tribüne, Volume 17, Number 303, Indianapolis, Marion County, 22 July 1894 — Page 2

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TaS Leben vom Traum.

Der Zustand zwischen Wachen und Schlafen, den wir Träumen nennen, hat von jeher den Forschern ein giebt ße Feld der Betrachtung geboten. In einer kürzlich erschienenen Abhandlung hat sich jetzt wieder Herr Dr. P. Graffünde: mit Traum und Traumdeu-tung-beschäftigt. Bemerkenswfrth ist die außerordentliche Schnelligkeit, mit der wir oft im Traume die verschiedensten Dinge erleben. Man hat einmal an einem hervorstechenden Beispiele diese unglaubliche Geschwindigkeit gemessen. Ein Kranker liegt, umfangen von wirren Phantasien, in unruhigem Schlafe. In einiger Entfernung beobachtet die Mutter sorgend die schnellen Athemzüge des Sohnes. Da fällt die kalte, eiserne Bettstange auf den Nacken des Schlafenden herab, wird aber nach einigen Sekunden von der hinzueilenden Mutter entfernt. Erwachend erzählt der Kranke seinen Traum: Plötzlich hineingerissen in die Schreckenszeit der Revolution, sah ich mich vor dem Tribunal des Robespierre, der mich zum Tode verurteilte. Meine Ver theidigung war vergebens. Auf einem Karren wurde ich zum NichtPlatz geführt, während die Menge ringsum Beifall brüllte. Ich werde auf den Block geschnallt und die Guillotine sinkt knirschend herab.um Haupt und Rumpf zu trennen." Da führt ein lauter W:hruf das Erwachen herbei und die Erlösung aus dieser Qual der Einbildung. Und alles dies ist in wenigen Augenblicken erlebt; denn der Traum war ja durch die Berührung mit der kalten Eisenstange erst hervorgerufen. Uns kann dieseSchnelligkeit nicht mehr wunderbar erscheinen; denn die Gedanken sind blitzesschnell, und alles Gedachte Geschieht eben auch für den Träumenden. ... Eine noch lebhaftere, wenn auch einseitige Sinnesempfindung, ja sogar eine Art Wechselwirkung zwischen dem Schlafenden und den Außendingen findet bei dem sogenannten Nachtwandeln statt. Am leichtesten kann man wohl diesen immerhin merkwürdigen Zustand erläutern und seine Merkmale herausfinden durch Erzählung eines Faldurch Erzählung eines berühmten Falles. der an dem Apothekergehilfen Castell! in Florenz beobachtet worden ist, zumal derselbe durch den Arzt, der dabei zugegen war, beglaubigt ist. Eines Nachts erhebt sich Castelli aus dem tiefsien Schlafe und geht in die Apotheke, um ein im Tagebuch liegendes Recept, das ein Dekokt von Marrubium verschrieb, auszuführen. Zunächst zündete er sich eine Kerze an, wobei seine Hand mehrere Male durch die Flamme fuhr, ohne daß er es empfand. Mit einer Hand voll Marrubium begiebt er sich dann? in's Laboratorium, holt Feuer aus der Küche und auch den Blasebalg herbei, um wie gewohnt seine Arbeit zu v:rrichten. Als er aber das Recept, das er noch einmal durchlesen wollte, nicht mehr fand, da es inzwischen absichtlich weggenommen war, fo wurde die seinen Geist erfüllende Gedankenreihe durchbrochen, und er blieb eine Weile starr stehen Nach einigen Minuten treten konvulsivische Zuckungen ein, und es beginnt eine neue Reihe. Im Laboratorium holt er vom Bücherschrank ein Lehrbuch der Chemie herunter und schilt sehr ärgerlich, als er sein Zeichen nicht mehr darin findet: 23er mag mir nur immer meine Lesezeichen herausnehmen?" Darauf liest er einige Seiten sehr eifrig, bis er auf eine Ansicht stößt, die ihm zweifelhaft -erscheint; und wie im Selbstgespräch murmelt er vor sich hin die Worte: Es müßte Kalk, nickt metallischer Staub sein." Als nun sein Herr hinzutretend fragt, entwickelt sich zwischen Beiden ein eifriges Gespräch, während dessen Castelli mehrere Male im Register nachschlug. Zuletzt legt sein Herr einen Bogen weißes Papier über das Buch und unterbricht dadurch wieder den Zusammenhang der Vorstellungen, so daß Castelli wieder auf' eine in der Nähe stehende Bank niedersank, vom tiefsten Schlaf umfangen. Solche auiomatifche Handlungen .vollführte er dann noch weit mehr stundenlang; doch genügen diese beiden schon, um daran das Wesen des Nachtwandeln zu erkennen. Paris. Doubleup: .Dieses Paris ist doch ganz reizend. Ich habe da einige Wochen mit meiner Frau zubracht entzückende Stadt tn der 2tit!" Singleboy: .Ach, Sie könntn sich gar nicht einbilden, um wie viel reizender die Stadt wäre, wenn Sie ohne Ihre Frau dagewesen wä,rtnl" ' Abgemacht. Sie: AberHenry kann das unmöglich gesagt haben." Er: Ich versichere Dich, genau mit diesen Worten." Sie: .Und ich wiederhole Dir, es ist nicht möglich! (Erregt): Warst Du zugegen, als er es sagte?" Er: .Nein, aber " Sie: .Na, clso. Ich war zugegen, als er es nicht sagte!" Im Zweifel. Sie: Nun, was hat der Herr Doctor gesagt? Er: Ich könne essen und trinken, was ich wolle, nun weiß ich net,. bin ich schon unrettbar verloren, oder gar net liank! Bibelfest. Nein, Eduard, bist Du ungalant, lässest mir nicht ein mal den Vortritt! Die Frau soll dem Manne folgen sagt ein heiliges Gebot' und nicht vorangehen! Kurzer Aufenthalt. Ich kann meinem Vorgesetzten nie tu nen. guten Morgen wünschen...." Und warum nicht?" .Eh' ich's ganz heraus hab'. ist er schon wieder aus dem Bureau." - ie hat Erfahrung. Er Gib mir nur noch einen einzigen Ku Liebling!" Sie: .Ich werde Dr? noch einen geben, aber ich weiß. Du toirjt noch mehrere haben wollen!"

Die Abbitte. Eine ZirkuSgeschichte von Victor von NeiZ ner-CepinZky.

Ehrenerklärung. Die Beleidigungen und Beschimpfungen, welche ich meiner Frau zugefügt habe, nehme ich hiermit zurück und kehre auch bald wieder heim. H i r s e k o r n, Neichenbergerstraße 31. Dieses Inserat befand sich wörtlich in einer Berliner Zeitung vom 16. November 1893. Welch' eine trostlose, traurige Familiengeschichte mochte wohl dahinter stecken. Meine Frau fand es natürlich nur recht und billig, daß der schuldige Theil in den meisten Fällen der Mann Buße thue. Ich hingegen bedauerte den armen Kerl, denn seine Buße rief mir das nachstehende Erlebniß in die Erinnerung zurück. Es war im Jahre 1886, als ich mich, von einem Freunde zu einer Bärenjagd geladen, einige Zeit in Rumänien ausw i rv"fc . hielt, nacyoem wir zwei .age tm Gebirge verbracht hatten, kehrten wir mit einem mächtigen Thiere, das ich erlegt, auf das Landgut zurück, wo wir einige Bekannte aus dem nahen Städtchen V. antrafen, woselbst der Eircus Eavallo, der sich in Rumänien großer Beliebtheit erfreute, eingetroffen war. Dies war die große Neuigkeit, welche die Herren mitbrachten, und wir beschlössen, der Premiere sämmtlich beizuwohnen. Ein Herr Manescu. der leichtlebige Sohn eines reichen Kaufmanns, der sich der Gesellschaft aufdrang und nicht loszuschütteln war, wußte nicht genug von den Genüssen, die unserer harrten, zu erzählen. Er war erst vor Kurzem aus Bukarest zurückgekehrt und kannte von dorther sämmtliche Mitglieder des Eircus. Als den hervorragendste Stern, als ein Ideal weiblicher Anmuth und - Grazie schilderte er uns Mlle. Zorea und ließ dabei ziemlich deutlich durchblicken, daß er sie nicht erfolglos bewundert habe. Daß dieselbe eigentlich Frau Berger hieß und die Gattin des . .dummen August" war, setzte seiner Begeisterung keine Schranken. Am nächsten Abend waren wir in dem Zuschauerraume des Eircus vollzählig erschienen und harrten, der kommenden Dinge. Die vierte Nummer brachte Mlle. Zorea, am Panneau. als Gärtnerin. Manescu hatte nicht übertrieben. Zorea war wirklich schön. Die Blicke, die sie nach unserer Loge warf, ließen auch seine sonstigen Andeutungen glaubhaft erscheinen. Während der, nach jeder ihrer Piecen stattfindenden kleinen Pausen erheiterte der .dumme August" das Publikum durch seine Scherze. Aber er schien nicht so dumm zu sein, als er sich stellte, denn uns entgingen nicht die wüthenden Blicke, mit denen er Manescu beobachtete. . Dieser schien sich nicht darum zu kümmern und warf der Künstlerin nach beendigter Nummer einen riesigen Blumenstrauß zu, für den sie mit verliebiem Blick und Kußhändchen quittirte. Manescu ging dann nach den Stallungen, um wahrscheinlich gleich den mündlichen Dank einzuheimsen. Wir waren froh, den lästigen Gesellen, wenn auch nur auf kurze Zeit, los zu sein. Nummer fünf von zwei Neckturnern ausgeführt, hatte eben be gonnen, als in der Künstlergarderobe ein furchtbarer Lärm entstand. Wie wir später erfuhren, war Manescu nach Zorea's Garderobe gegangen, wo ihm ihr Mann begegnete. Ein Wort gab das andere, und schließlich erhielt er von dem beleidigten Gatten eine derbe Ohrfeige. Das Dazwischentreten des Directors und einiger Bediensteten retteten ihn vor witeren Schlägen. Der geästigte Director wollte ihn eben zu? Thüre hinausdrängen, als Zorea erklärte, sie gehe mit Manescu, sie sc seine Geliebte und wolle es auch bleiben. Das schlug dem Faß den Boden aus. Seiner nicht mehr mächtig, ergriff August ihre Peitsche und schlug fo unbarmherzig auf sie ein, daß ihr das Blut von -Gesicht und Schultein floß. Es war nicht möglich, den Wüthenden zu bändigen, und er hätte das arme Weib zu Tode gepeitscht, wenn sie ihm nicht durch die Thüre entwischt wäre. Er aber schien die Kräfte eines rasenden Thieres in sich zu haben, denn er hatte mit einem Ruck die sich ihm Entgegenstellenden zur Seite geschoben und eilte ihr nach. In ihrer Todesangst stürzte sie, über und über von Blut besudelt, die Kleider in Fetzen vom Leibe hängend, in die Manege. Ein Schrei der Entrüstung ging durch die Menge und im Augenblick hatte sich, um sie zu schützen, ein Wall von Leiberrb um das zusammengesunkene Weib gebildet. Das Volk, welches bisher den Späßen des dummen Au gust zugejubelt hatte, drohte jetzt ihn zu lynchen, und nur dem Zureden einiger Besonnener gelang es, weiteres Unheil zu verhüten. Die Vorstellung war damit beendet, aber nur langsam verlief sich die erregte Menge. -'An den nächsten Abenden blieb der Eircus, aus , Mangel an Besuch, ge schlössen. Der Director war in Verzweiflung. Da kam ihm ein rettender Gedanke: August müsse öffentlich seine Frau um Verzeihung bitten, nur so war es möglich, das beleidigte Publikum zu versöhnen und zum weiteren Besuch der Vorstellungen zu bewegen. Natürlich , sträubte '.sich August mit Händen und. Füßen gegen eine solche Zumutbung. Daraufhin drohte ihm der Director mit sofortiger Entlassung. Schnell begriff der Missethäter, was

das zu bedeuten habe. ES war der sichere Hungertod, der ihm drohte, und es blieb nichts übrig, als zähneknirschend nachzugeben. Eines Nachmittags bot sich den Bewohnern von' V. ein gar seltsames Schauspiel. Unter , heidenmäßigem Lärm bewegte sich von dem großen Wiesenplatze her ein eigenthümlicher

Zug nach der Stadt. Voran gingen zwei Clowns mit aroßen Trommeln und ein Bajazzo mit Tschinellen. die in ohrenbetäubender Weise ihre Jnstrumente bearbeiteten. Dann kamen einige Artisten zu Pserde und nach ihnen. aus einem Esel reitend, der .dumme August", umgeben von Stallknechten zu Fuß, die aleichzeitia für seine versönliche Sicherheit sorgten. Den Schluß vlivete ein Wagen mit den Damen der Truppe, in ihrer Mitte 5Zorea. die mit huldvollem Lächeln nach allen Seiten grüßte. An allen Straßenecken wurde Halt gemacht und Auaust las mit vibrirender Stimme, aus ver man auf d:e innere Erregung schließen konnte, von einer endlosen Papierrolle folgende Ehrenerklärung ab: '.Ich habe mein anr.es Weib in falschem Verdacht gehabt, was ja wieder von meiner grenzenlosen Dummheit zeugt und beging dann die Gemeinheit, sie vor einem hochlöblichen Publikum zu vrllaeln. Da ich ia der dum me August" bin, so wird auch Niemano an meiner Dummheit zweifeln, und bitte ich Alle um Verzeibuna und lade Sie zu? heutigen VersöhnungsZllornellung ganz ergebenst ein. Mit lautem öallob wurde diele Erklärung überall aufgenommen und der director konnte nen veranuat dfe Hände reiben, denn an Abend wurde die Kasse gestürmt.' Das Haus war total ausverkauft und in den oberen Rängen besonders Von einer mehr oder minder ?adaulustigen Menge besetzt. Augusts Erscheinen wurde mit drohnendem Gelächter begrüßt, dazwischen aber schrie und tobte es unaufhörlich: .Abbitten! Abbitten!" Seine flehenden Blicke baten seine Peiniger um Mitleid, doch das Publikum ließ nicht nach mit Schreien und Toben. Der Bedauernswerthe mußte seine schmachvole Ehrenerklärung nochmals ablesen und erst dann konnte mit den JZroductionen begonnen werden. Der erste Theil des Programmes verlief glatt und unter vielem Beifall des Publikums, doch das Hauptinteresse concentrirte sich auf die zweite Abtheilung. in welcher Mlle. Zorea zu thun hatte. Das Zeichen' zum Beginn wurde gegeben und die zwei ersten Nummern spielten sich schnell ab. Die Musik setzte wieder ein und August kam mit einem Doppel-Saltomor-tale in die Manege geflogen. Nach ihm führte man den Panneauschimmel herein. der am Eingange stehen blieb und seiner zierlichen Last wartete. Im ganzen Hause machte sich gespannte Neugierde bemerkbar und alle Blicke waren auf den, durch einen schweren Tippich verdeckten Eingang gerichtet. Doch die Geduld des Publikums wurde auf eine lange- Probe gestellt und schon begann dasselbe unruhig zu werden und zu murren. Die allgemeine Erreauna steigerte sieb nock. als man die Bediensteten mit bestürzten estcytern ratylos hin- und herrennen lay. Als die Unrube auf den böckissen Punkt gestiegen war, und man den Ausoruch eines neuen Skandals befürchten mußte, erschien der Director und erklärte, daß Mlle. Zorea durch die große Ausregung krank geworden sei und heute nicht auftreten könne. Mit schlotternden Knieen ging nun August, der wohl Schlimmes ahnte, ab. Sein Zittern und seine angstverzerrten Züge wurden als ein vorzüglicher Spaß aufgefaßt und beklatscht. Das Publikum ärgerte sich jedoch über die ihm bereitete Enttäuschung und ließ es den zunächst auftretenden Künstler entgelten. Als aber nach diesem abermals August erscken, um eine Solonummer zum Besten zu geben, da erhob sich ein ganz gewaltiger Sturm der Entrüstuna. Doch die wirklich stoische Ruhe, mit der August Alles über sich ergehen ließ, entwaffnete schließlich selbst die ungeberdigsten Krakehler. Als halbwegs Ruhe eingetreten war, wandte sich der Elown an das Publi kum: .Ich habe Sie sprechen lassen, bitte, lassen Sie mich jetzt auch zu WorZe kommen. - Abermaliges Zischen und Gejohle folgte vlejer kecken Ansprache. Allmählich wurde es aber wieder stiller und August begann neuerdings: .Ich danke für Ihr freundliches Gei. 'r r.f i . yor uno icy rom onen oamr eine Piece vorführen, wie Sie dieselbe in dieser Ausführung noch nicht gesehen haben!" Darauf theilte sich der Vorhang und aus den Hinterbeinen kamen zwei Pu del. als Dorobanzen (rumänische Mi liz) gekleidet, hereinmarschirt. Auaust ließ diese alle möglichen mi litärischen Exercitien ausführen, welche das Publikum wirklich amüsirten. Zum Schlüsse erklärte er, daß sich der Eine einer schweren Jnsubordinatun schuldig gemacht habe und deshalb vom Krieasaericht zum Tod: durch Pulver und Blei verurtheilt sei. Bello sei der Todtengraoer und mu)t seinen Kameraden nach der Hiniichtuna nach dem Friedhofe fahren. Zu diesem 'weae wuroe er vor einen neinen Todtenwagen' gespannt und der De ltnquent, dem August ein humoristi sches Todesurtheil vorlas, stellte sich vor diesen auf. August-: trat darau drei SÄntte zurück uns zoa eine Viitole aus der Tasche. Er. mbü eins, zwei und auf drei fiel Karc nieder. " Alles lacht: und klatschte Beifall

August verneigte sich dankend gegen das Publikum, fetzt: dann die Pistole an die Schläfe und ehe noch Jemand hinzuspringen konnte, um das Schreckliche zu verhindern, lag er mit zerschmettertem Schädel todt im Sande.

Noch denselben Abend erfuhr n?an, daß seine schmähliche Abbitte fruchtlos geblieben, denn seine Frau war,. mit ihrem Erwählten, kurz vor Beginn der Vorstellung durchgbrannt. Das konnte er nicht verwinden! Und in seinem Schmerze erschoß er sich vor den Augen der Menge, die ihn seines . Unglücks wegen verhöhnt und beschimpft hatte. Für die Küche. Speisezettel. Hirnsuppe. Kalbsgulasch. Gerollter Rindsbraten mit Spargeln. Weinschnitten. Butterklößchensuppe. Gedünstetes Kalbsherz mit Kartoffeln. Hackbraten mit Kopssalat. Gestandenes süßes Plättchen. Kräutersuppe. Ochsenzunge mit geschnittenen Nudeln. Weinschnittcn. Käse und Butter. Hafergrützsuppe. Omelette mit Schinken. Rindskoteletten mit Pflückerbsen. Schneeballen. Kochrezepte. Gerollter Rinds braten. Man nehme ein saftiges Stück, reibe es mit einem feuchten Tuche ab, schneide es auf, so daß es an einer Seite zusammenhängend bleibt, und reibe es mit Salz und Pfeffer ein. Nun macht man eine Fülle, indem man, Speck, genügend Pe tersilie, etwas Zwiebel, Zitronenschale und, wenn man es noch besser machen will, auch Trüffeln sehr fein wiegt, Salz und Pfeffer und ein wenig Muskatnuß daran gibt und alles unter emander mengt. Dann legt man die Fülle auf das Flusch, rollt dasselbe zusammen und umwickelt es mit einem Bindfaden, daß es fest zusammenhält. gibt es in eine Pfanne, in der Schmalz heiß gemacht wurde, und bratet es. n dem man etwas Fleischbrühe nachgießt, in der Bratröhre schon braun, gibt, ehe der Braten fertig ist, eine in Mehl getauchte Schwarzbrotrinde, dann noch etwas sauren Rahm daran und läßt ihn vollends weich werden. Gibt man mit Kartoffelmus. Gedünstetes Kalbsherz. Das Kalbsherz wird gewaschen, in zwei Theile ge schnitten und reichlich mit gesalzenem Speck gespickt. Dann läßt man Butter oder Schmalz heiß werden, gibt eine Zwiebel mit ein bis zwei Nelken besteckt. etwas Fleischbrühe. Essig, Salz und Pfeffer daran, thut das Kalbsherz hin em und oun te: es m etwa einer Stunde weich. Als Beilage eignen sich gerostete Kartoffeln. Fleischklößchen (Frikandellen). Uebrig gebliebenes Ochsenfleisch wird mit der gleichen Menge frischen Schweine fleisches,, zusammen etwa anderthalb Pfund, in kleine Würfel geschnitten und fein gewiegt oder gehackt, dann werden zwei geriebene trockene Milchbrötchen, zwei Eier, fem gewiegte Zwiebeln, Pe tersilie und Zitronenschale, Salz und Pfeffer, em wenig Muskatnuß dazu gegeben, alles gut unter einander gemengt, eigroße Kloßchen daraus ge formt und in heißer Butter goldbraun und rösch herausgebraten. Beilage wie beim Hackbraten. Zuckererbsen. Zuerst zieht man von den Schoten die Fäden ab und wäscht die Zuckererbsen, dann läßt man Butter mit fein gewiegter Petersilie und ein wenig Zwiebel heiß werden, dämpft die Zuckererbsen unter öfteren! Umwenden und Zugabe von Fleischbrühe, damit sie nicht anbrennen, weich, salzt und pfeffert. stäubt etwas Mehl hinein, läßt sie noch ein wig dämpfen und trägt sie auf. Eignen sich zu Kalbsbraten. mm Te? alte Fritz über Mädchenschulen. Mit den Damen wird es Friedrich der Große vielleicht verdorben haben, wenn sie ein Urtheil aus seiner Feder über die Nützlichkeit höherer Mädchen schulen hören. Aus Potsdam, 24. Oktober 1776. schreibt der alte Fritz an seine Minister: .Mein lieber .Etat-Ministre". von Carmer und 'v. Heym!"Es ist mir Euer Bericht vom 19ten dieses über den Vorschlag des .Marsch-Commissarii" von Eicke wegen Errichtung einer Frauen-zimmer-Schule in Schlesien zwar zugekommen, ich muß Euch aber darauf zu erkennen geben, wie ich gar nicht absehe, was damit herauskommen soll: Es giebt ja ja vor die Mädgen dorten Schulen genug, und Stubia" haben sie nicht nöthig, sondern was sie zu lernen haben, das können sie genugsam lernen, ohne daß es einer neuen kostbaren Anstalt gebraucht: Uebrigens sind das nur Grillen, von solchen Leuten, die weite? nichts zu thun haben. Ich bin übrigens Euer p. Friedrich." Leicht beleidigt. Ameyer (Bemeyer auf einem Picnic treffend): Nanu, auch hier? Bemeryer: Jawohl, wie Sie seh'n mit Kind und Kegel. Frau Bemeyer (plötzlich aufbrausend): Kind und Kegel?. Der Kegel bin dann wohl ich? Ich verbiete Dir. daß Du über mich so despektirlich sprichst! M i ß g ü n st i g. Fremder (bei einer Rauferei): .Warum wird denn der Hauptkrakchler nicht hinausgeworsen?" Wirth: .Ja wissen S'. der ist 'bei der Unfallversicherung! Wenn dem 'was g'scheh'n that', krieget' er fünf Mark pro Tag : und' das vergönnen s' igm nicht!"

Zraucn-Clubs in onoo:t. Der Kampf um's Dasein wird auch

für die Frau ein immer schwererer. Der Muthigen im Heere der Junggesellen, die einen Hausstand gründen, werden immer weniger, die Zahl der Frauen, die auf sich stehen, sich mit eigener Sfrast durch die Welt kämpfen müssen, wird immer größer. Am fühlbarsten wird dieses Verhältniß in den großen Städten. Die alleinsteh:nde Frau, die dort ihre Existenz sucht, ist in einem solchen Gemeinwesen einsamer, hilfloser und verlassener als anderwärts. Der Verdienst ist meist ein so schmaler, daß er eben für die nothwendigsten Lebensbedürfnisse, nicht aoer für Aeschasfuna derieniaen Mittel ausreicht, die in den arbeitsfreien Stunden die Möglichkeit gewah ren, in und mit der Welt zu leben, sich fortzubilden und zu höherem Verdienst gschic!t zu machen. Di: Gründung von Frauenclubs ist in diesen Standen ein Bedürfniß, die Gruppirung eine Nothwendigkeit geworden. Nur durch Zusammenfassen der vereinzelt w:rt-:nZö.cs:n Strafte war es möglich, den Frauen und Mädchen jenen Comfort unter Wahrung persönlicher Unaöhlingigleit rnb Würde zu schaffen. d:n gerade dleze so schwer entbehren, wenn sie auf sich angewiesen sind. Die Parole at die Gründung von 'Frauenclubs ist in Amerika, wo die Frau eine selbstständigere Stellung als irgendwo m der Welt einnimmt, ausgegeben worden. Die Idee hat in England großen Anklang gefunden, und wir sehen bereits über das ganze Reich derartige Clubs gegründet. Ehe es hierzu kam, i freilich lange Zelt vorher die Frage erwogen worden, ob die Frau überhaupt clubsähig sei. Die Männer haben hierzu den Kopf geschüttelt, die Gründung, meinten sie, wäre, schon denkbar, nur sei es nicht denkbar, daß die Clubs auch von den Frauen besucht würden, die, wenn sie nicht in der Gesellschaft der Männer sein könnten, die Einsamkeit vorzögen. Das hieß mit dcn Frauen von ehemals rechnen, mit jenen Gretchen - Naturen, die in Abwesenheit der Männer das häusliche Feuer hüten, des Abends am Spinnrocken ihre Lieder singen und dann, unberührt von dem Getriebe der Welt, sich in ihre Kemenate zurückziehen, um von Lenz und Liebe oder von dem Einmachen saurer Gurken oder den besten Pökelrezepten zu träumen. Das geistige Niveau der Frau ist. wie dies bei allgemeiner Culturentwickelung nicht anders möglich, gewachsen, ihre geistigen Bedürfnisse sind gestiegen, ihr Wissensdrang ein größerer, ja eine Nothwendigkeit geworden. Die Frau ist eben heute in denKampf um's Dasein mit hineingezogen, sie sucht nach de.n Waffen für denselben und findet diese in den hierfür errichteten Arsenalen, in den Frauenclubs. Die Frage, ob die Frau überhaupt clubsähig, ist daher eine ganz müßige. Sie geht ebenso sehr in den Club aus innercm Dränge als aus zwingender Nothwendigkeit. Wie die Männerwelt in London ihre Social Clubs", d. h. ausschließlich der Geselligkeit gewidmete, und ihre politischen Clubs hat. in welchen sich die Parteien zu versammeln und ihre politischen Angelegenheiten zu behandein pflegen, so haben sich für die Frauen zwei große Kategorien von Clubs herausgebildet: die rein geselligen und solche, die neben der Pflege der Geselligkeit sich mit den sozialen Aufgaben der Frau beschäftigen, in denen. bei anaenehmem Aufenthalt.durch Belehrung oder gegenseitigen Gedankenaustausch die Frau die Eigenschaften erwirbt, die sie für den Kampf um die Existenz geeignet machen. Typisch für die letztere Kategorie scheint mir der ca. 800 Mitglieder zählende Sommerville-Club. Derselbe liegt mitten in dem Stadtviertel, welches man seiner zahlreichen Clubs wegen als Clubland zu bezeichnen pflegt, in Oxford Street, im Westen Londons. Er besteht nur aus Frauen, und die Politik ist aus demselben ausgeschlossen. Geleitet wird derselbe von einem Comite von 20 Damen, welches durch Stimmenmehrheit erwählt, wird, doch muß jedes ComiteMitglied, bevor.es als solches wählbar, ein Jahr dem Club angehört haben. Ueber die Aufnahme von Mitgliedern in den Club wird von dem Comite abgestimmt. Zwei schwarze Kugeln genügen, um die Candidatin abzuweisen, doch wird es als ein Ehrenpunkt angesehen, daß keine derselben wegen ihrer persönlichen Ansichten schwarze Kugeln erhält. Der Vorschlag erfolgt durch zwei Mitglieder des Clubs, doch kann das 'Comite bei Einstimmigkeit auch ohne diese Formalität, wenn ihm die Candidatin vollständig bekannt ist, eine Ernennung vornehmen. DieAufnahmegebühr beträgt 10 Shilling und der jährliche Beitrag ebensoviel. Der Club ist von des Morgens 9:30 geöffnet und wird um 10:30 Abends geschlössen.. Fremde müssen sich im Wartezimmer aufhalten) können aber in Begleitung' eines Clubmitgliedes auch die übrigen Räume mit Ausnähme der Bibliothek betreten. Es besteht ein Subcomite für die Bibliothek, welches die Auswahl über die für den Club zu beschaffenden Zeitungen. Bücher und sonstigen Publikationen zu bestimmen hat. sowie ein anderes für die Debatten und geselligen Unterhaltungen. Der erste Dienstag im Monat ist für die Debatten bestimmt, zu denen jedes Mitglied zwei Freundinnen, aber auch Freunde' einzuführen berechtigt ist. Der dritte Dienstag im Monat ist der geselligen Unterhaltung gewidmet, zu. welcher ebenfallß eingeMte Fremde Zutritt haben, di: üb-

rigcn Dienstage im Monat werden durch Vorlesungen meist über Gegenstände, die nicht blos die Frauenfrage betreffen, ausgefüllt. An jedem Montag sind sogenannte Uebungen im Debattirenj eingeführt, zu denen kein Fremder Zutritt erhält. Sind vier Mitglieder zur Erörterung eines Themas zusammen, dann kann die Geschichte losgehen, und jedes Mitglied darf sich an der Debatte betheiligen. Der Jahresbericht spricht sich über diese Uebungen im Debattiren sehr günstig aus. Die Schlagfertigkeit der Mitglieder ist gewachsen, und die Führung der Debatte, namentlich wenn sie von dem, welcher sie eröffnete, gehörig vorbereitet war, zeigte einen merklichen. Fortschritt. Besonders hat man gewisse Artikel aus Monatsschriften zum Gegenstande der Debatte gemacht, wie: General Booth's Pläne", Die Compensation der abzulösenden Kneipwirthe", Freie Erziehung", die Moralität des Wettstreites" u. s. w. Wir lassen dahingestellt, ob die Wahl der genannten Themata, wie der zur Debatte gestellten Gegenstände besonders den Frauen für ihre Angelegenheiten förderlich gewesen ist. Darauf kommt es auch am Ende nicht an. Der Blick weitet sich, und das logische Denken, diese Klippe, an. welcher jede andere Beschäftigung der Frau, als die ihr im Hause zugewiesene, so oft scheitert, wird geübt.

Der Sommerville-Club gewährt aber auch andere, greifbarere und prak tischen Vortheile. Ich will hier nicht von den schönen lustigen, schlicht aber anständig mobllrten Räumen sprechen, . i cr:t r rn . v : . ! von der guten Bibliothek, dem reichen Broschüren- und Zeitungsmaterial, von welchem . die eines gemüthlichen Homes entbehrende Frau einen uneingeschränkten Gebrauch machen kann. Im Vorzimmer fand ich auch Anfchläge von zu vermiethenden Zimmern, Arbeitsnachweise, Ankündigungen von unentgeltlichen Lehrkursen. Wer da weiß, wie schwer es einer einzelstehenden Dame wird, ein Unterkommen oder Arbeit zu finden, der wird dergleichenEinrichtungen zu würdigen wissen. Auch für des Leibes Nothdurst und Nahrung ist entsprechend gesorgt. Man kann ein gutes und reichliches Mittagsmahl für einen Shilling erhalten, es werden jedoch keinerlei Spirituosen verabreicht. Eleganter ist der Pioneer-Club in Cork-Street. Derselbe befindet sich in günstigen finanziellen Verhältnissen und ist nicht so exklusiv wie der vornehme Alexandra-Club. Er öffnet seine Thore aroß allen denen. Gästen wie Mitgliedern, die den ernsten und ehrlichen Willen haben, gute und nützliche Arbeit im Interesse der Gemein - schaft zu thun. Der Geist dieses Clubs kennzeichnet sich durch das Motto seiner Präsidentin: In großen Dingen Einheit. In kleinen Dingen Freiheit. In allen Dingen Wohlwollen." Das neue Club-Mit-glied, welches in Cork Street zum ersten Male seinen Einzug hält, steht, nachdem es eine Glasthür mit der Inschrift: Pioneer-Club" passirt hat, vor einem kleinen Jungen in Livree und einem sehr dicken Buch. In das Letztere fordert es der Erstere auf, seinen Namen einzutragen. Dann darf sich das neue Mitglied die Treppe hinaufbewegen und gelangt in den durch ein Portieren-Arrangement getheilten Empfangssalon. Derselbe ist mit schwarzem Eichenholz möblirt. und die in der Farbe der gelben Primel gehaltenen Wände schmückt ein gemalter Fries von schlanken purpurnen Lilien, Ueber dem reichen und mächtigen Kamin befindet sich ein Bild, zwei Frauen darstellend. Die eine liegt in müder Haltung auf der Erde, sie ist die Frau der Vergangenheit, die andere erhebt sich, glänzenden Auges der aufgehenden Sonne entgegenstrebend, die Frau der Zukunft. Wendet man sich eine Treppe höher, so schallt Einem sicher, wenn es um die Fünf-Uhr-Zeit ist, das Klappern von Theetassen entgegen. So ganz hat die Frau von jetzt also noch nicht mit der Vergangenheit, dem geliebten -Theetopf, gebrochen. Die Debatte ist hier im vollsten Gange. Es handelt sich um die Revolle der Töchter", um die in letzter Zeit viel erörterte Frage, ob die Mädchen über ihre Bestimmung als . Frau aufgeklärt werden sollen oder nicht, Aehnlichen Debatten begegnen wir in dem Club der Schriftstellerinnen, der soeben sein neues schönes Clublokal eröffnet hat, und deren Seele Lady Jeune ist. Der vornehmste West-5nd-Club. der aber keine wissenschaftlichen Jnteressen verfolgt, ist der Alexandra-Club. Die Aufnahme-Gebühr in diesen Club beträgt 5 Pfd. Sterl. und der jährliche Beitrag ebenso viel. Die Einrichtung ist eine sehr elegante. Die Aufgabe des Clubs ist nach den mir vorliegenden Statuten die: einem Bedürfniß nach einer Lokalität abzuhelfen, wo Damen ihr Frühstück oder ihren Nach-mittags-Thee nehmen, Freundinnen treffen, Dienstboten engagiren, und wohin sie sich Briefe und Packete in London bestellen können. In der Aufnahme neuer Mitglieder ist der Club sehr erklusiv. Es werden nur stelluna bei Hofe ausschließlich von ihnen abhängt. ' Der Club ist von desMorgens 9 Uhr bis Abends 10 Uhr geöffnet. Nur' wenn . Mitglieder im Club .diniren, wird er ausnahmsweise nicht vor elf Uhr geschlossen. Des Sonntags und am Charfreitag ist der Zutritt nur von ein bis acht Ur Mattet. ' Kein

solche Damen aufgenommen, die der Zu viel verlangt. CourHofe vorgestellt sind oder doch derart!- ma'cher: Schöne Frau, sind wie eine aen Familien angehören, daß ihreVor- Rose! szau (ältlich: Coquette): Hörst

Mann erhält als Gast Einlaß in dt Club, und jede Dame, die im Club wohnt der Club vcrsügt über eine Anzahl Lozirzimmer , dort aber erkrankt, muß sich von einer Clubärztin behandeln lassen. Für die Zuziehung eines Arztes ist ein Comitebeschluß erforderlich. Das sieht freilich nicht so aus, als ob man überflüssig viel Vertrauen in die Moralität der Damen, setzte. Die Logirzimmer kosten 5 bis 6 Schilling pro Nacht, ein Zimmer für das Kammermädchen 3 Shilling, ein Zimmer mit zwei Betten, von zwei Clubmitgliedern bewohnt. 8 Shilling. Einem Clubmitgliede ist es gestattet, sein Zimmer mit einer von ihm einzeführten Gastin, die aber über 17 Jahre sein muß, zu theilen. Für das von der Fremdem benutzte Bett ist dann, eine besonders hohe Miethe von 8 bis 10 Shilling zu zahlen, vermuthlich um die Fremden so sehr wie möglich von dem Club fernzuhalten. Nur wenn nicht andere Ansprüche erhoben, darf ein Zimmer länger als acht Tag: d:wohnt werden. Viel interessanter als dieser l-o5z-feine Club sind die Arbeiterinn:ncluc5 des East-End. Die intelligenten Arbeiterinnen legen sehr großen Werth auf diese Vereinigungen. Die lrbeiterin," sagte ein eifriges Cluömitglied. verliert viel durch den Mang'l festen Zusammenhasiens und dieMlichkeit der Combination gemeinsanr Schritte. Das Aussaugen der A:-

beiterinnen von gewissenlosen Arbeitgebern wäre nie so weit gekommen. wenn demselben ein durch Vereinigur. starker Widerstand hatte entgegerige T .ui , . t CTs..jC fif .. - setzt werden können. Durch das AuZsaugesystem ist gewiß den Männern viel Unrecht geschehen, aber ungleics) mehr den Frauen. . Manches arme Weib hat sich seine Gesundheit ruiniren lassen und Hungerlöhne annehmen müssen, blos weil es an Gelegenheit fehlte, einen Widerstand zu organisiren. Die Männer haben ihre Genossenschaften, ihre Trade Union", und wir haben endlich unsere Clubs, wo wir uns zusammenfinden, unsere Angelegenheiten besprechen und Einer Interesse an dem Loose des Andern nimmt." Der Erfolg der ArbeiterinnenClubs ist ein großer gewesen. Der Mutterclub ist der von Miß Stanley, einer Philanthropin, gegründete SohoClub in Greekstreet, nach dessen Muster sich über zwanzig andere Club) unter den verschiedensten Bezeichnung gen aufgethan haben. Der SohoClub, zu welchem nur Arbeitermädchen Zutritt haben, ist Wochen- und Sonn- ' tags-Abends von sieben bis elf Uhr ge i öffnet. Der Eintrittspreis beträgt ein Shilling und der Beitrag zwei ! Shilling pro Quartal. An einer Bar kann man Kaffee und Thee bekommen, und auf Wunsch erhält man auch einen warmen Imbiß. Hinsichtlich derAusfüllung der Zeit ist jedem Geschmack Rechnung getragen. In den verschie- . densten, für das praktische Leben nützlichen und erforderlichen Gegenständen ' wird Unterricht ertheilt. Diejenigen, welche den ganzen Tag über an der Arbeit gesessen haben und sich etwas die Beine vertreten" möchten, hierfür ' aber das gefährliche Trottoir der Lon doner Vorstadt fürchten, finden des Abends einen ' Calisthenics-Unterricht, der, ohne allzu sehr zu ermüden, dem Körper Grazie und Geschmeidigkeit gibt. Die betreffenden Uebungen, die auch wohl in einen Tanz ausklingen, werden nach Musikbegleitung ausgeführt. Für diejenigen, welche musikalisch sind und üben wollen, finden sich fünf Klaviere im. Club. Da man auch in diese Clubs Gäste einführen darf, so begleiten Mutter und jüngere Schwester oft das Clubmitglied. Der Leser wird sich selbst sagen, welchen Gefahren der Club das langweilende Arbcitermädchen entzieht. Außerdem wird dasselbe gezwungen, den Arbeiterkittel abzustreifen, ein wenig Toilette zu machen und so auf ihre eigene Person mehr zu halten. Der Gedanke, einem Club anzugehören, gibt dem jungen Mädchen außerdem daö Gefühl einer gewissen Bedeutung, die es von manchen Dummheiten und von Vernachlässigungen fern hält. Daß die Nachtheile überwiegen, die zweifellos mit einem Verbringen des Abends außerhalb der Familie verbunden sind, könnte man erst behaupten, wenn man weiß, daß die Familie für die Vorzüge, die der Club mit sich bringt, Ersatz zu bieten vermag. - Anstrengender' Beruf. Freund (eben zu Besuche - bei einem jungen reichen Protzen, welcher ganz erschöpft im Fauteuil ausgestreckt liegt): Sage mir nur, Mensch, wovon Du eigentlich so müde bist? Privatier Wohlleb: Das verstehst Du nicht, hab', nur einmal 525.000 Revenuen jährlich durchzubringen, so wirst Du bald sehen, was das zu schaffen macht, Unter den W i l d en. Ein Missionär wurde zu einer vornehmen Familie zu Tisch gebeten, wo die Töchter mit sehr ausgeschnittenen Kleidern, erschienen: Der Vater glaubte sich dem Missionär mit der herrschenden Mode entschuldigen zu müssen. O, bitte. sagte dieser, das gernrt mich garnicht. ich war 10 Jahre unter den Wilden! Du's Gatte? Wenn Du so denken woll'test! Mann: Sagen in Gottes Namen, denken aber nie! Boshaft. A.: .Unser Freund' Schultze scheint nicht grade sehr glücklich verheirathet zu sein." B.: .Viel lekcht hat er. als er mit beiden Füßen i den Ehestand hineinsprang, den UNS oabei verilMt!