Indiana Tribüne, Volume 17, Number 289, Indianapolis, Marion County, 8 July 1894 — Page 9

Jndiana Tribiwe.

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lj Indianapolis, Ind., 8 Juli 1894. i - f O ffcner SÄreibevrief veS 1 Plzilipp Sauerampser. -Mein guter H:rr Redakttonar!

Sowie deSom mer gestart gehatt Hot. hen mich mei JougsterS getiest und gebattert. daß se in die Lake gehe wollte for ze bade. Zeersch hen ich se im 4 mtt gesattlsselt. wann ich en en Penny for Candy aewe hen. awer-wie's immer wärmer is worde, do wollte se nicks mehr von en Penny wisse un der Karli Hot sogar zu mich gesagt: Wannste mich nit gehe tont, dann gehn ich enmdau. Off Kors Hot er dofor eene hinner die Löffel kriegt, denn ich gleiche nit.wann die Kinner fasst sein. Daß wär mich noch scheener, tch losse inet Kids mt so mir nicks nick un Dir nicks nicks in die Lake gehe, un losse se draune, so iesiz Hot mer sei Kinner nit kriegt, nosörrie. Wie das 2iese kee End nit genomme Hot, do sagt ich: Ich will Elch emol eobeZ söge, sagt ich, wann Ihr Eich recht gut oehehft.dann nemm ich Eich emol mit bade. 'Ich weiß en Pahnd, der is puttiniehr -so gut wie die Lake un dann hawwe mer all zusamme e Schwimm; aw?r behehfe ni&t Ihr Eich, sonst werd xuU draus." Allrecht sagt der Karlie. awer wannste nit mit ur.j gehst.dann sag ,ch die Ma an 2)ta; Uff den Weg, hen ui) gedenkt, hen ich for e Weil Nuh. Awer do war'n ich mißtähken. Mitaus ze stappe hen se zu frage gehakt in Nigard von die Schwimm, wo ich en gzpramißt hen. Pa," Hot der Johnnie gefrogt, ders ich Dich aucq emol in bei Bein Pinsche, wann mer in die Pahnd sin?" Wann de den Truwel nit meindst.wo Du Dich domit machst, dann geb ich nicks drum, hen lch gesogt. Pa, Hot der Frank, was unser Baby is, gefrogt, Pa, kriegt mer in das Wasser auch nasse Fuhtste?" Suhr Dmg, hen ich gesagt. Dann nemm ich mei Robberbuhts mit saat er. Pa, is das Wasser auch kalt?" Sertellie. Kann ich dann do mei Winterkutt mitnemme?" Un so is das immerfort gange. Zuletzt sin ich' so m'ähd morde, daß ich gesagt hen: Wer jetzt noch emol was vom Bade schwätze duht, der mufc daheim stehe." Deß Hot gewirkt, awer Fehses hen se gemacht, als wann ich en Peusen gegewe hatt. Well. schließlich konnt ich das auch nlt mehr ansehe un ich hen gesogt: Morge geht's los, awer behehft Eich." Deß ben se denn auch gepramißt. n Fakt ken ich mich auch druff gefreit, emol in's offene Wasser zu komme. Mer hen w e Badruhm m unser Haus: awer do iS allemol ebbe letz. Emol hen ich mich ausgezoge un hen Mich m de Badtopp gelegt, un wie ich .des Wasser andrehe wollt, do hatte die verrollte Kids die Lecher mit Klee zuae schmiert un es is keen Droppe nit komme. Off Kors hen ich mich wld der dresse Misse, mitaus daß ich gebad gehatt hen. E anner mol Hot mei Lu zie. wo mei Altie is, in de Badtopp gesesse, do konnt se deß Wasser nit ab drehe un es Hot nit lang genomme. do Hot das ganze Badruhm unner Wasser gestanne. Die Lizzie Hot gehallert wie y. . . UN Hot schuhr gedenkt, se Mißt draune. Mer hen zu selle Zeit grad zwee Plommers in's HauS gebatt; die wollte reiteweg in das Badruhm sterze un die Lizzie sehfe. O no, nat motsch," hen ich gesagt, wann mei Lizzie unner die Zirkumstenzes gesehft werre soll, dann sehs. ich se. Du m versteh?" Deß deht mich auch noch fehle! Ich sin Znse!t, hen die Lizzie us das Wasser getackelt un hen ihr schnell ihrn Räpper umgehängt. Dann hen ich die Plommers gerufe un saat: So. jetzt ken?t Ihr zu deß Wasser tende. Well, um Widder uff unser Eckskur schen zurickzukomne. De neckste Daa sin mer Morgens um 9 Uhr aögerickt. Die Buwe sin bald krehsta worre fco: lauter Plessier. Wie mer - an die Pahnd komme sin. do hen ich erscht auSgeguckt, ob auch Niemand do wor un dann hen ich die Kids gesagt, daß se sich ondresse sollte. Ich selbst hen mich hinner en Busch geheid un hen mich dort ausgezoge. Wisse Se, d i e s e n t is immer mei Motto. Im Wasser do hen lch nachher nms mehr drum gewe. Wie ich alles abgestrippt hatt, do sin lch ln's Wasser qetschumv! un dieselbe Zeit sin ich uff e alte 2!nnbacks gesteppt, un hen mich de ganze Hinnerfuß uffgerisse. Gasch. Hot deö rreh gedahn! Die Kids hen lattse Vionn gehatt un wußte gar nit, was se vor Muthwille alles anstelle sollte. Ich ben en in alle Sticker ihrn Wille geloßt, dann uf den Weg hen ich am wemäste Batter. Uff emol pinscht mich bbes ins Bein. W)a, hen ich gedenkt, das is der Johnny. Er Hot mich vertollt weh gethan, awer ich wellt ihm sein fronn nit spoile un for den Riesen 5)en ich nicks gesagt. Wie's awer doch zu arig worde is, do hen ich gesagt: Daddeldu, Johnny, stapp jetzt!" Me r immer noch nit gestoppt Hot, do wollt ich em eene hinner die Ohre "gewwe, awer do hen ich erscht genohtißt, daß es gar nit der Johnny war. Es war en Pinschbock, so groß wie en Labster. Ich hen en abgerisse un widier en Rack geworfe. daß .er geguckt

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das Bade for mich gesettelt un ich hen die Kids geordert, daß se all de annere Weg qi cke sollte, bis ich zwanzig gezählt hätt. In Fält hen ich aus des Wasser era?ls gewollt un die Kinner brauche doch nit well diesem ls lmmer mei Motto. Ich sin schnell eraus gctschumpt un Yen mich in mein Busch gemacht. Äwer was war dann deß? Schierussalem, mel Kleider war'n all fort! un nicks war mehr do wie mei Necktei! Hot mich so en schlechter Kerl mei ganze Dingses gestohtt! Ich hen die Kinner erbeigerufe un hen en gesaat. was gehappend war. Die Kids ihrn Stoff, wo autseit gelege Hot, war noch all do un der Frank, wo unser Baby is, sagt: Pa. willste mei Pähn- .. - .nu c;n - rn:Vi.:.c u lies anziehe! c yunoinci, hen ich gesagt, un dann hen ich dem Karll gesagt, daß er gleich heimfahre un mich e annere Suht hole sollt. Ällrecht," sagt er, awer Du mußt mich Karsähr gewwe." Schuhr," sag ich un will m mei Hosepacket greise. owwer do hen ich rimembert, daß ich jo gar kee Hose nit mehr gehatt hen. Well, well, do hen ich awer geschworn Denke Se sich nor emohl in mei Sitsuäschen, Herr Redaktwnar, am helllichtige Dag vier Meile von daheim entfernt mitaus ebbes an, daß war orfel. Ich wußt nit. was ich duhe soll! un ich hen schon mein Meind ussgemacht, in meim Busch hocke zu dleiwe. bft es Nachl war un dann mei Neckt?! anzuziehe un heimzugehe. Do Kot mein Karlie e aute Eidie aelrteak. Er hat von i neie Bildung, was mehr bei war zwee KarpenterS herbeigeholt. Von die Hot mich jeder e Paar OderhallZ un e Ehpron gewwe. Do hen ich mich dann e blsst Mit uNgefiair. Een Paar Overhalls hen ich de regelär Weg angezoge, in deß annere Paar sin ich mit die Arme geschlüppt un dann hen ich ein Ehpron ln die Front um de 5ialZ aeteid un die annere von hinne. Dann hen ich e Stick Rohp um mei Westg eteiht. En alte Hut. es war emol e Stohfpeip. wo ich ins Wasser aewnne ben. hen ich umgesetzt un dann sin mer for heim gestart. Jesses, wie hen ich ausgeguckt! Ich hen micy gefchehmt wie noch nie. Die Leit in die Stritte ben aestavvt un hen mich angeguckt un hen gerufe: Hello Eocksie! En Vedverrecksman Hot muj zuaerufe. ick sollt nor uff sein Wage tschumpe, er hätt heit doch noch nit viel Lumpe gekaust. Mlt (sfymp un Schand sin mer schließlich heimkomme. De annere Daa Hot en Bolismann mei Suht un mei ganze Stoss gefunne. Es Hot alles noch grad uff de nämliche Vlak aeleae. wo ich's hingedahn hat un wie ich aus daZ Wasser komme sin. hen ich nor en Mlßtehk mtt den Auch gemacht, womit ich verbleibe JhnJhr liewer Philipp Sauerampfer. m m Vlaurice Barres alö der Guillotine. Maurice BarreS hat der Hinrich tung Emile Henrys beigewohnt und berichtet über seine Eindrücke in einem Artikel, der lm Journal" erschiene! ist unter dem Uitel Ein Zeuge der Guillotine". Selten hat die Kunst des jungen Autors ein packenderes Gemälde entworfen. ES ist eine kurze. eine ganz kurze Skizze. Während das Herz des Zuschauer sich vor Schauder zusammenkrampfte, hat das Auge des Suchers, neuer Sensaho nen" bizarre Einzelheiten gefunden. Der Artikel ist ein Gemisch von Ent rüstung und seiner Beobachtung DaZ macht seinen literarischen Werth aus. Aber wie er dasteht, ist er auch ein eindringliches Requlsitonum gegen die Todesstrafe. Maurice BarreS schreibt: Als wir um 2 Uhr Morgens auf Place de la Roquette ankamen. wandte nch unser Blick '.diesem wel ten mächtigen Raume tistinktmäßig zuerst nach der kleinen Töür, aus der allein ein Llchtscheln drang und aus der in wenigen Stunden Vit letzten Schritte de? Berurtheilten zrauS sühren sollten. Hier und dort unterscheidet daS Auge allmählich dichte Gruppen von Schutzleuten, an mehreren Stellen aufgehäuft. Einige Personen gehen auf und ad, auf und ab dort oben, in weiter Entfernung sind in den Häusern Fenster erleuchtet. An der Ecke der Rue de la Folie. Negnault, in einem kleinen Eafe, dessen Thüre verschlossen ist, sitzt Teibler mit seinen Gehilfen beim Kartenspiel. Schutzleute umringen das Hau?. Jemand klopst mit sei nem Stock an die Fensterladen. Nur der Hund des Hen.kerS antwortet mit wüthender Stimme. D,ejblr. der vor seiner Arbeit stets nervös ist und sich versteckt, erlaubt nicht, daß geöff et werde. Doch der abgesperrte LZaum belebt sich. Die Munizipal'Garden stellen sich auf. Ist e möglich, daß der Berurtbeilte diesen schweren Lärm von Patrouille und Eavallerie nicht höre! Aber AlleZ legt sich, verstummt. Das Schweigen sinkt wieder herab auf die Roquette. Wenn er in sei nem Kerker erwacht ist wenn er das Haupt erhoben und den Athem angehalten hat, um besser zu hören so hofft er jetzt AFwiß, daß er sich ge täuscht hat. Da kommen, von Polizisten eökor . tirt, die beiden geschlossenen Wagey, welche das Richtholz enthalten. Man könnte sie für Karren wandernder Seiltänzer ansehen. Mit den Fin gern zeigt man sich den Scharfrichter und seine Gehilfen, alle im hohen Hute und schwarzen Rock, außerdem Fuhrleute oder Taglöhner ja langen blauen Kitteln. Das Grau, selbst ist Herdeigekommen und läßt sich aus dem Platze nieder. Bis zur Lösung de Dramas bört man alle fünf M'

nuten eines der an oie Wagen ge

pannlen Pferde wiehern. Die Zuschauer. Eigarretten im Munde, durch dichte Hüllen gegen den Frost geschützt, treten näher heran. Unwillkürlich spricht man eise. Der Lichtschein, der auS der Roquette dringt, war bisher die ein zige Nachtlampe in diesen großen, düstern Räumen. Nun aber tanzt um die Wagen ein zweites Licht. Es st die Laterne des Scharfrichters. Teibler, ein wenig krummbeinig und verwachsen, bewegt sich metho disch in den unheimlichen Obliegen hellen seines Beru es. Ist es die Nervenerschütterung während dieser schändlichen zene. oder die Gewalt der daraus folgenden Sensation? alle diese , handelnden Personen sind im Augenblicke, wo ich schreibe-, in meinem Gedächtniß nur mehr Nebel und schwankende Schattten; aber ich höre noch die Sohlen deS Henkers auf dem Pflaster knarren. Hier ist der ttorb, ln den man den Rumpf legen wird, und außerdem der kleine Eimer für den Kopf. - Der Scharfrichter leuchtet mit seiner Laterne an jedes Stück heran, bescr.aut und prüft eö, wie eS der Wechsler mit seinem Golde thut. Schon ist der Unterbau der Guillotine aufgestellt und festgekeilt. Teibler stellt den Eimer darauf und kontronrt durch den Wasserspiegel, ob dle senkrechte Lage da ist. Wenn man ihn so bei seinen Vorrichtungen betrachtet, möchte man ihn für einen Uhrmacher halten, für einen Ehirur gen und zugleich für ein eiliges We fen, das sich von Verachtung umgeben fühlt. Aber in keiner Weise rust er die Idee einer Amtshandlung der Rechtspflege wach. Einige versuchen. lhtt zum Reden zu bringen. Er läßt nur ein unwilliges Brummen hören. Blos auf eine Frage antwortete er: .Wissen sie" für gewöhnlich gut zu sterben?" Er sagt: Meistens sind eö Gassenbengel, man muß sie stoßen". Einer berührt den Eimer mit seinem Fuß. Er fährt ihn grimmig an: WaS haben Sie auf meinen Hilfs apparaten" herumzutrampeln?" Die beiden Seitenpfosten sind auf gerichtet: oben zwischen ihnen ist der kleine Querbalken. AuS einer roth sammtenen Scheide zieht man das ungeheure Messer heraus. Die La terne de3 Scharfrichters ist verblichen. Der Frühmorgen bricht an, wirklich schmudiggrau, wie eS die Legende will. Die Reporter werden schreiben: Man sah nur Leute mlt Unhell ver kündeten Gesichtern." Wir haben uns nämlich angeschaut. Einer den Andern. Die Bäume, die auf diesem Platze um die Guillotine gruppirt sind, haben ern schmächtiges Aus sehen und tragen einen seltsamen Blätterschops. Dreieinhalb Uhr. Man löscht die Gaslaternen aus. Man holt die Schwämme hervor. Herr Teibler läßt das Messer spielen und spricht dabei mit sehr leiser Stimme. Jedes Mal bringt die ausschnappende Feder ein trockenes und metallisches Ge räusch hervor. Ein scheußliches Un thier, eine Art Stallknecht, bringt einen Besen, geht Wasser auS dem Brunnen tchöpfen. Wach langsame Schrecklichkeiten! Es ist, als würde ein armer Haushalt bestellt; ebenso jämmerlich, aber mit aller Infamie obendrein. Dreihundert Personen verlieren nicht eine Einzelheit. Endlich wendet sich Teibler mit lah men Schritten dem Thor der Roquette zu. Er geht ihn holen. Er scheint unS beengt von schwerfälliger Hai tung. Er bleibt stehen, hebt den Besen auf, macht ein Paar Schritte auf der Stelle. Drei, vier Personen mit ihm werden vom Thore ver schlungen:sie gehen den Mann holen. Oberhalb des Thores, von dem un sere Blicke während zwanzig Mlnu ten sich nicht mehr abwenden, sind aus nt Mauer gemalt die Worte .Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeil." Uno nun plötzlich thun sich die Thore der Roquette auf. Ein Schauer, wie ein leichter Windstoß über Blätter rieselt, fährt über alle Köpfe hin und beugt sich nach vorn. selbst die Leute dort oben auf den Dächern. In der Nähe auf einem Pavillon sitzen fünf kleine Mädchen. Der Almosenier. die Gehilsen, Emile Henry brechen eilig hervor. Von da an verließ mein Blick nich mehr dieses Antlitz, auf dem ich die letzten Bewegungen einer Seele zu überraschen dachte, die mich ganz und gar in ihrem Bann hielt. Von der Verwirrtheit dieses Kindes habe ich eine genaue Erinnerung behalten. Um dieselbe schwebt wie eine unsichere und niedere Wolke dec Eindruck der Dekoration, .die durch den Platz, die Truppen, das Publikum und die Guillotine gebildet wurde. AjZ der traurige Zug mit eiligen Schritten Emilie Henry auf den frö stelnden Pla'hlygusstzhrte, erkannte ich einen Cerebrälen!? 'In dieser Kälje. vor diesen! Grausen verrieth sein Körper, so zeschmeidig in seinen Banden, wider Willen seine Bestürz heit, untermischt mit Mujh und Drang, seine Äjfsion" zu erfüllen. Zwanzig Schritt vor der Guillotine dkdeckt sich das Gesicht des Verurtheil ten mit einem Weib, daß keiner be kannten Blässe gleicht, sondern einzig und allein das Weiß derer ist, die alle zum Tode führt. Und die Gehilscn, die sie herbei schleppen, sagen,' ,mail höre sie jmmer ihrey Speichel verschlingen mit einem Geräusch der "'Kippen.' Indessen raffte Emile Henry alle Anstrengun gen zusammen, um nach außen das veredelte Bild zu werfen, daß er von sich selbst gemacht, als er seine Atten täte beging und um Allen dieses Bild aufzuzwingen. Er hatte sich gelobt, als Heros eine? Idee zu sterben. ES jp ihm' gelungen, einen Gliedern ,M3jamen..Mtf MStoli.eine.S

vlrn-Mensücn auszuno'lhlgen. Seine Augen warfen sich von rechts nach

mts; um eS genau zu sagen: sie anzten. Man zog ihn einher mit Schritten, die zu lang waren für seine von Fesseln behinderten Beine, und n seinem Straucheln war etwas Rührende?, sür daS ich Ktzt bei näherer Ucberlegung daS Wort finde: es war das Straucheln eines Kindes, das man gehen lehrt. ZweiselloZ hatte er seinen Ruf vor bereitet. Er stieß ihn ohne große Kraft heraus, aber mit Ingrimm: Muth, Kameraden! Es lebe die Anarchie!" Muth, Kameraden! War daS eine letzte Hoffnung, ein Hilfe ruf? Wollte er nur feinen Glauben bekennen, sich darthun am blutigen Ziel? Er wiederholte: Es lebe die Anarchie!" Die Durchmessung des Raums vom Thore bis zum Schaffott dauerte kaum eine Minute. Ader in allen Epochen und in allen Civilisationen hat derjenige, der angesichts des To des zu trotzen vermag, sich die Be wunderung erzwungen. Denn die Menschen lieben vor Allem die Energie. Unter den Umstehenden sahen sehr Wenige, wie daS Messer siel. Viele flohen bereits, als man den dumpfen Aufschlag hörte. Sechzig Kilogramm, fixiifi d Cl . v rtttf (lll tyUilßl? UjlU4(? WlttUI, UU den Hals dieses Jünglings, der, wie . r n f ci -t. !. man erzayir, geuoroen iii, oyne je ein Weid berührt zu haben. Ueberreizt durch diesen schrecklichen Alkohol, welcher der. Tod heißt, ge berdeten sich Männer, die ich als Ge mäßigte kenne, wie besessen. Es lebe die Anarchie schwebte aus manchen Lippen. Das Blut und die Energie rusenim Grunde des Wesens seltsame Nacheiferungen wach. Dieses gräßliche Spielwerk mit Mechanik, diese Schwämme, dieser unsaubere Eimer, diese entehrten Knechte, all' das erschreckt nur die Feiglinge, läßt nur die Stumpfsinn! gen kalt, aber ekelt den Denker an und bringt den Exaltirten außer sich. Auf Place de la Roquette hat man einige Verhaftungen vornehmen müssen. Aber ebensowenig, wie man eine Idee guillotinirt, ebensowenig wird man die nervöse Erschütterung aushalten können, welche durch solche soziale Tragödien entsteht und Wl derhall findet in den dunklen Theilen des Menschen, der ein flelschsre en deS und idealistisches Thier ist. Als der Wagen, der mich von die sen schmachvollen Scenen entfernte. durch den Leichen-Fourgon eingeholt wurde, der mit verhängtem Zügel nach dem Kirchhof von Jory lagte. sah ich die Menge. Den grüßen, den sie auf dem Trottoir vor dem Cafe Terminus hätte zerfleischen mögen. Der Morgen deö 21. Mai hat dem Ausruhr einen guten, der Gesellschaft einen schlechten Dienst geleistet. Der Kamps gegen ldeen wird Durch psychische Mittel geführt und nicht mit den Hilfsappakaten" deS Herrn Deibler. In emer Krisis, wo MSn ner von Herz von Nöthen wären. vermögen der Politiker und der Hen er nichts zu beschaffen, als AuS unstSmittel." Zerrbilder von Amerika. Emanuel Baron Korff hat in den beiden vergangenen Jahren große Reisen durch vier Welttheile gemacht a. V im ri c . 2 a a a V X a 4 . uiiu uu uuiciucu ciu Jiuycuuiv yc führt, in welchem er die überall auf genommenen Eindrücke in voller Fri sche wiedergiebt. . Der erste Band welcher die Vereinigten Staaten be bandelt, entbält um Tbeil reckt dra stische Schilderungen von Land und - .- r t . meinen, ueoer oas peilen in une rem Lande schreibt der blaublütig Baron Folgendes: DaS Sveiien in Amerika iii seb uniiemütklick. 5?unt Nreakkast. Lunck und Dinner giebt eS eine endlose Sveilekarte mit drei Suvven. dann folgen erst die kors ü'oeuvrvs, hieraus giebt eS Lamm mit Mintsauce Schildkröte mit Austern. Qammelriv den mit Bobnen. Erbsen und eine Menge unbekannter übelschmeckender Gemüse. , Alles' schmeckt nach Vfeffer und Wasser, das Jlelsch'naH Holz und Pappe. Dann giebt es kalte SorvetS von allen Früchten, die recht gut sind, dann kommt G.-flügel wie Leder, Spargel, die wie im Wasser ..r'fri' m;wr-v: r r . ausgeloie -oinojucni zu jcin iqeinen, dann Eiscream mit Früchten, Käse. ikassee. Nun giebt eS einen Strich auf her Speisekarte und dann stehen untereinander ebensoviel kalte Spei sen. Von Fisch habe ich gar nicht gesprochen, weil der überhaupt nicht ,u essen jst. Es giebt einsach in Amerika keinen frischen Fisch. Noch nie bin ich einem begegnet, an keinem Ort. Mir scheint, diese Fische sind alles Ueberreste der in Blechbüchsen eingemachten unglücklichen Petrefakte. die schon 1834 auf der FischereiauS stellung in Berlin waren. ES wird nicht erwartet, daß der Gast Wein trinkt, und wenn er eS thut, steht er i:n Verdacht der'Ptz.llerei und Zrunk sucht. Der bedienende Neger wird sogar von seinen Kollegen mit hei tereru Bedauern angesehen, solch einen Gast bedienen zu müssen. Von früh bis spät in die Nacht trjnkt der Amerikaner EiZwassex' mit einem so großen Etück i im Glas, daß un sere Lippen und Nasenspitze in eine Art Gefrlergrad kommen. Der Ein geborene sagt dem Neger, waö er essen will, und nun stellt der liebliche Echwsrze alle Speisen zugleich auf den Tisch, giebt pneerfl neue Teller, Messer und Gäheln und sieht wo an? d.erS hin, wenn m'an'mit ihm spricht, als pb ex Übtthaupt nicht hört redet dazwischen sogax'mit ejnenz anderen Farbigen. Will man also vernünf tig essen, muß man stets nur daS eine Gericht bestellen und dann erst das andere, wenn man mit dem ersten fertig iS. ES jji dieS nichtS weniger

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