Indiana Tribüne, Volume 17, Number 289, Indianapolis, Marion County, 8 July 1894 — Page 4
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Jndiana Tribüne.
Erscheml Täglicd und OonntagS. T.te tSgttche.IrtbüLekoSr durch den Träge, st Cent per Woche, die LonntaglTribüne" l lenx per Ooaje Beide ,usame 15 Senil ode' USmtl per Monat. Pev Vog ,aget5t t uldezahlung i per Jahr. Oskicr - $0. 1 Süd VInin tr Indianapolis. ?nd , 8 Juli 1894 Sonntags-Plauderei. Der amerikanische ZingoiSmuS ist ein Blutsverwandter des französischen Chauvinismus. Uebersetzbar sind beide Ausdrücke nicht, auch sind sie etwa? schwer erklärbar. Man muß eigentlich mehr fühlen, waS sie bedeuten. Der Iingo ist etwaS von dem vaS der Wiener Eigerlnennt, nur mit dem Unterschied, daß der läppische Dünkel deS Gigerl gar keinen Untergrund, der des Jingo die Nationalität alS Untergrund hat, und daß man den Gigerl an seiner Kleidung erkennt, der 3ingo aber durch keine besonderen Merkmale an der Kleidung erkenntlich ist. An Hohlköpsigkeit wetteifern Beide miteinander. Die Großmäuligkeit ist beiden'gemeinsam, ebenso die Eitelkeit und eS ist schwer zu sagen, wer von beiden, die größere Fähigkeit hat, sich lächerlich zu machen. Nun, mir erscheint eS als ein Stück ZingoiSmuS, daß die NewS" eine Sammlung veranstaltet, um ein Geschenk, ein Angebinde, oder dergl. für daS neue amerikanische Kriegsschiff Jndiana" zu kaufen. 3n der That daö Glück für die Bürger dieses Staates, daß die Marinebehörden ein Kriegsschiff Jndiana" getaust haben. ist allerdings groß, und die Ehre nicht hoch genug zu schätzen. Jeder Hoosier hat Ursache künftighin, seinen Kopf höher zu tragen, weil es ein Kriegsschiff gitbt, daS Jndiana" heißt. Ich wundere mich darum keinen Augenblick, daß die Leute herbeieilen und Summen bis zu hundert Dollars auf demAltar des übergeschnapptenPatrio tiSmuS opfern. Zwar, ich wette drauf, die meisten thun eS mit schwerem Her zen, aber, du lieber Himmel, man kann doch nicht anders. Man muß doch zeigen, daß man so zu sagen auch ein pa triotischeS Herz in der patriotischen Brust trägt, und muß, weil man doch einmal zu der Gesellschaft gehören will, in die Tasche greifen, wenn man sich auch noch so sehr dabei ärgert. Am Ende setzt man sich darüber hinweg und denkt : es ist Reklame. Aber lächerlich ist die Geschichte im höchsten Grade, und sie zeigt, wie viele Narren und wie diele Sklaven noch in der Welt herumlaufen. . Da ist noch ein anderes Stück 3ingoiömuö. Der Commercial Club bemüht sich darum, ein paar' Compagnieen Bundesmilitär hierherzubekommen. 3n Deutschland hat eine Garnisonstadt den Vorzug reich an Schätzen zu sein. Jeder Soldat"hat einen Schjtz und ist somit natürlich auch ein Schatz. DaS Schätzebedürfniß wird aber wohl schwerlich daS Motiv deS Commercial ClubS sein, denn wegen der paar Lieutenants ist eS doch wohl kaum der Mühe werth. Aber eS - steckt ein Biöchen Reklame für die Stadt darin, eS dringt ein Biöchen Geschäft mit, man fühlt sich auch etwaS sicherer bei diesen aufgeregten Zeiten betreffs Hab und Gut, wenn so etwaS schießbereite Mannschaft sich, in der Nähe sindet, im großen Ganzen aber liegt dem Verlangen hauptsächlich der 3ingoiSmuS zu Grunde, so ein gewisser patriotischer Stolz darauf, daß Wir (mit einem sehr großen W) auch Soldaten haben. Der militärische Zuschnitt und militärische Benennung haben hier überHaupt eine große Beliebtheit." ES ist vielleicht nur Humor, daß da ganz in meiner Nähe, wo die Polizisten schlasen groß angeschrieben steht: Camp Powell", und seit unser Polizeichef seine Mannschaft vergrößert hat, läßt er sich ohne sich darüber zu ärgern im Scherz General nennen. Powell ist seitdem um zwei Fuß größer gewesen, veöhalb aber noch lange nicht die Möglichkeit ausgeschlossen ist, ihn klein zu kriegen. 3n seinen Prinz Albert Anzügen gehen seine EztraS nicht daher, und eine sehr auserlesene Gesellschaft ist eS nicht, die er beisammen hat. Da hat der Sheriff mehr Humor in der Sache gezeigt. Die Geschäftsleute sind es hauptsächlich, die ängstlich sind, daß die Behörden schützend einschreiten, da hat der Sheriff jedenfalls gedacht, daß eS in der Ordnung wäre, wenn sie. selber Hand anlegenund ihreeigenenKaftanien auS dem Feuer holen. Er hat sich die Geschäftsleute in der Süd Meridian Straße für seine Posse (bitte, um 2rrthümern vorzubeugen baS Wort latei-
nisch alS Abkürzung von passe comU
tatus zu nehmen) herauögesu .t und dieselben erklärten mit kühner SelbstVerachtung und großem Heldenmuth, daß sie nöthigenfalls kämpfen werden, wie eine Löwin, die lhre Jungen der theidigt. Die Absicht ist begreiflich, doch fällt mir dabei der Göthe'sche Sotz von der Botschaft und dem Glauben ein. DerVlauderer. Die moderne Vtldüng. Von Irma von Troll'Borosnzani. Noch in keiner Zeitepoche hat das Cchlagwort , mobern" eine so höbe Bedeutung und so großes. Ansehen besessen wie in unserer Gegenwart. Nicht das Kleid allein, das man trägt, Stil und Art der AuSschmückung unserer Wohnräume, kurz, alle die Aeußerlichkeiten unsere Leben? sind modern oder daS .Gegentheil. Nein, heute sprechen wir auch von einer modernen Wissenschaft, von einer auf moderner Naturerkenntniß aufgebauten Weltanschauung, .und 'in der Li teratur und Kunst hat dieModernesich zu einer bestimmten,' scharf umgrenzten Richtung ausgestaltet. . Auch über den Werth einer allge meinen Bildung weichen unsere Heu tigen Anschauungen ab von jener vergangener Zeiten, indem es heute für streng modern" gilt, diel gelernt und sich eine möglichst universelle Bildung erworben zu haben. Eine einseitige, die allgemeine Bildüng ausschließende technische Geschicklichkeit, - beschränkte Fachkennt, nisse genügen unseren modernen Bildungsanforderungen nicht mehr, und ein nur in seinem Fache tüchtiger Mann, eine nur in ihren HSuSlichen Verrichtungen, tüchtige Frau' die außerhalb der bestimmten Sphäre in ihrer universellen Bildung zurück geblieben sind, spielen selbst in unserer bürgerlichen Gesellschaft eine etwas klägliche Rolle. . Wie das Strebe vernünftiger. ihre Kinder wahrhaft liebender Ellern, diese zu tüchtigen, gebildeten Menschen heranzuziehen, ibnen Kenntnisse und Wissen, zu verschaffen, die sie dereinst ju unserer rasch vorschreitenden Zelt zu brauchbaren und achtbaren Menschen machen, sich gesteigert hat, so sind auch die Begriffe pon Bildung in einer Zeit, wo nur diese adelt, viel erweitert worden. Gerade diese Vielseitigkeit der modernen Bildung birgt aber auch die Gefahr einer dllettantenhaften Ober flächlichkeit in sich, und eS stellt sich als eine jedenfalls schwierige, wenn puch nicht unlösliche Aufgabe einer guten Erziehung jda? ; daS zu Erlernende nicht zu einem hx oder weniger nutzlosen Gedüchtnißhalltzö wer den zu lassen, sondern im Gegentheil das eigene, selbstthätige Denken und Urtheilen deS Zöglings so zu ent. wickeln und zu schärfen, daß alle die erworbenen Kenntnisse nicht,wie eS oft der Fall ist. als etwas rein Äeußerliches. Zufälliges zutage treten, sondern im Pr5i.ejse der geistigen, in? nerlichen VerarbeituvZ sich der seeli schen Individualität assimjjjren und sich so zu einem harmonischen Ganzen herausgestalten. Eine andere, nicht minder. wichtige Aufgabe der Erziehung ist aber die: im Zögling den eigenen WissenStrieb zu erwecken, den Drang.-zu lernen und Kenntnisse zu erwerben, nicht bloß aus Folgsamkeit oder Eitelkeit, um zu glänzen und Lob und Anerkennung zu ernten, sondern auS Liede zur Arbeit und aus.Freude am Wis sen selbst. Dann wird eS nicht' vor kommen, was leider sg sft geschieht, daß junge Frauen, kaum Gattin ge worden, ihre Bücher, ihre Pinsel, ihr Klavier keines Blicke- mehr ürdigen, - gleichsam berauscht pon ihrer neuen Stellung, der Opfer vergessen, welche ihre Eltern gebracht haben, um ihnen die Mittel zu geistigem Genusse, für die Zukunft aber vielleicht sogar Erwerbsquellen zu verschaffen. , Die NeuvermShlte bedenkt nicht, daß die folgenden Iah fcfn Honigmonden ihrer Ehe nicht gleichen werden, daß der. Drang (der Geschäfte, der Teilnahme am öffentlichen Leben, daS Geizen nach Erwerb und Ehre den treuen .Gefährten ihres rosigen Stilllebens allzubald von ihrer Seite reisen werden und daß dann die Trauerstuaden einsamer Verlassen heit beginnen, deren Leere nur diejenige Frau tröstend zu beleben vermag, welcher die Kunst nicht verloren ging, sich nützlich und angenehm zu beschäftigen. Rasch-greift der Rost träger Unthätigkeit um sich, und nur den Beharrlichsten wird eS gelingen, ihn wieder zu entfernen. Wie schwer ist eS schon, aus den Punkt wieder zurückzukommen, von dem man früher ausgegangen, , .Sie Kenntniß frem der, Sprachen und doS mühsam erwordene Wissen in den anderen FS chern geistiger Ausbildung wurden teilweise verloren. Die Hand, die früher kunstgewandt ein freundliches Bild,' eie ansprechende Zeichnung auf dem Papier und d:r Leinwand zu entwerfen verbanden, ist ungewohnt der Führunz deS Pinsels und der Bleifeder, und dem Auge sind die Dimensionen deS künstlerischen Kennerblickes entfremdet. Die Stim me, die ein gefälliges Lied zu aus drucksvolle Bortrag gebracht,- hat ihren Schmelz nd ihre Biegsamkeit verloren. Die Finger, die einst die Schüfe der Tondichtung mit musika lifchem Verständnis und sicherer Tech nik auf dem. Klavier oder auf der Violine auszuführen wußten, sind! steif und schwerfällig geworden.! Welche Verluste sind da wieder gutzu machen!. Da kann eS nicht wunder nehmen.!
wenn sie davor zurückschrt'ckt, sich die
unsäaliche Mühe neuer Studien zu geb:n, um nur das Berlorne wieder zurückzuerlangen. Für wen sollte sie. ihrer Ansicht nach, diese Arbeit sich aufbürden? Für einen Gatten, der seine Zeit so wenig zu Hause ver bringt? Ehedem wurde sie doch wenigstens durch das Lob zärtlicher Eltern und eifriger Lehrer aufge muntert; jetzt würden ihre Anstren gungen nicht einmal mit einem Worte der Anerkennung gelohnt- werden. Auch sieht sie gar wohl ein, daß sie, um wirklich Tüchtiges zu leisten, noch gar viel arbeiten und lernen müßte. So schließt sie denn mißmuthig den Flügel zu, sperrt ihre Materialien zum Zeichnen oder Malen in den ersten besten Schrank, räumt sich ihre vom Aegal herabgeholten Bücher auS den Augen und verläßt das Hau, um Gesellschaft aufzusuchen, und sei es die platteste, alltäglichste um sich zu zerstreuen. Sollte nun gar in einigen Jahren materielles Unglück sie heimsuchen, so ist sie ohne Waffen gegen sich selbst, ohne Hilfsquellen, um sich und ihre Kinder vor Elend zu schützen, wenn nicht die Mutterliebe, dieser gewaltige Trieb.' der . selbst ein schwaches Weib oftmals zur Heldin, stempelt, ihrer Seele die entschwundene That kraft verleiht. Es giebt Beispiele, wie Studien wieder begonnen wur den in einem Alter, wo sie am aller schmierigsten sind. ES giebt Mütter, die, um ihre Kinder vor Mangel und Noth zu bewahren, sich wieder auf die Schulbänke setzten, die Arbeiten ihrer Jugendahre von neuem. aufnahmen und sich dann öffentlichen Prüfungen unterwarfen, um daö Recht zu erlangen, den Kindern anderer Leute Unterricht zu ertheilen, damit sie die eigenen kleiden und ernähren konn ten. Um wie vieles leichter würde den Frauen, über welche ein solches Unglück hereinbricht und wer ist sicher, daß ihm solches nicht widersah rcn könne? ihre- Aufgabe gemacht, wenn die Mädchen in ihrer frühesten Erziehung schon gelehrt würden, in der Arbeit nicht eine lästige Fessel, in den angenehmen Künsten und sonsti gen Wissenszweigen nichteinen müßigen Zeitvertreib oder ein Beförde rungSmittel ihrer Gefallsucht zu erblicken, sondern in der Bildung deS Geistes einen dem Leben Werth und Freude verleihenden Schatz und ostmalS einen starken Schild gegen hereinbrechende Schläge eines Unglück lichen Schicksals zu erkennen. Gleichzeitig sollte die Erziehung aber eS sich zur Aufgabe stellen, nicht e,ne schabloneflbaste, dllettantl che Vielwisserei, dje pnzertrennsich ist von Untüchtigkeit und Ungründllch keit in allem Einzelnen, zu erzielen, sondern sollte stets dahin gerichtet sein, m der Ertheilung der unseren modernen Anschauungen gemäß un erläßlichen universellen Bildung nur die wahrhaft werthvollen,! den Geist ..':' i. rrs.itti i oerelqernoen, mt enuraji entwickelnden Kenntnisse aufzunehmen. hingegen dle Erheijuu deS Zlnte?. richt in den fremde sprachen, namentlich aber in den schönen ttün fien nur von der individuellen Besähigung und Neigung deS Zöglings adbänaia zu machen. ' Von ' allen Künsten die gefeiertste weil sie eine Sprache spricht, die allen Menschen verständlich, ist die. Musik. Und von allen Musikinstrumenten daS am meisten'h.eliehteste, das populärste und das am meisten mißhanhandelte ist da? Klavier. Klavierspielen zu könne betrachtet man heutzutage nahezu als eine Bedin gung, um Anspruch' paraus machen zu dürfen, für ejnen gebildeten Men. schen zu . gelten. Namentlich daS weibliche Geschlecht in den höheren und mittleren Ständen schmachtet unter diesem Banne. ES giebt heute wenig Familien in diesen Gesell, schastskreisen, W9 die Töchter nicht einander am Flügel Kblölen, wie die Soldaten am Wachtposten, nur mit dem Unterschied, daß die Letzteren keinen Lärm Machen. ES ist doch glücklicherweise nech niemandem ein gefallen, von den jungen Damen als eine conditio sine qua non feiner Bildung" zu verlangen, daß sie Tragödien schreiben oder die KunstauS stellunzen mit bemalten Leinwandstücken beschicken warum also sin det man, daß sie eS jhrxr Bildung schuldig seien, ßlavierschlagen oder ein paar -Lieder von Schumann oder Schubert singen U können? Diese Musikseuche ist schuld daran, daß daS Klavier nachgerade zu einem gemeingefährlichen Instrument ge morden ist. Wer in einer größeren Stadt wohnt, wird die Erfahrung gemacht haben, daß es durchaus nichts Seltenes jß, wenn man gleich, zeitig unter sich, über sich, nebenan und zuweilen auch noch über die Gasse herüber Klavierspielen hört. Ska len. Triller, Sonaten, Walzer, Ope rettenpotpourriS schwirren durchein ander.daß eS einem schwindeln könnte. Und eS ist meine feste Ueberzeugung, daß die von den Aerzten konstatirte Uebexhgndnahme von Nervenkrankheiten zu guten Theil in der gefährlichen Ausbxj.ung der Klavier epidemle ihre Ursache haj. Nun ist eS aber eine durchaus falsche Anschauung, zu glauben, daß daß .Musikalisch. Sein" ein nothwendigeS Ingredienz wahrer Bildung sei. SDxnp einerseits kann man ein höchst qebi'Mer Mensch sein, ohne dle geringste musiksükche Ader zu besitzen, und andererseits kann man tie fes musikalisches Verständniß "und. Empfinden besitzen, ohne in eigener Person durch mehr oder minder dilettantische Musikmacherei dem lieben Nächsten das eben zu vergällen. Und gerade alle .diejenigen, welche von wahrhafter Liebe für die Musik erfüllt sind, sollten vereint danach
sired'en, der unseligen Popularität der Musik, d. h. ihrer Profanierung durch talentlose, stümperhafte Musik mocherei einen Damm zu setzen, .damit sie. ihren Schmestertünsten gleich, wieder, waS sie einst gewesen, eine heilige, herz und geisterhebende, nur von den durch ihre Begabung und durch ihre wahrhafte Liebe für die Musik dazu ' Berufenen ausgeübte Kunst werde. . Die verhängnißvolle, nachgerade schon zu einer Landplage gewordene Musikmanie hat nebenbei such den ja ganz unvermeidlichen, eine wirklich künstlerische Pflege der Musik verhin. dernven Uebelstand gezeitigt, daß bei der Wahl deS MusiklehrerS. statt auf feine Tüchtigkeit in 'feinem Fache, auf die Bescheidenheit seiner Hono raransprüche Rücksicht genommen wird. Nur sehr wohlhabende Familien sind imstande, für den Musik unterricht, namentlich wenn er mehre ren Familiengliedern ertheilt werden soll, hervorragende Meister zu engagiren. So man nun aber auf dieses moderne Bildungsattribut nicht v?r zichten will, wird nun danach getrach tet, den Unterricht auf möglichst bil lige Art zu erlangen. Auf diese Weise ist eine schwere Menge ganz untüchtiger Musik-Lehrer und Lehrerinnen erstanden, die gänzlich außer stände sind,' guten Unterricht zu er theilen, aber da sie dafür einen spott billigen Preis machen, fast mehr gesucht werden als die theureren, jedoch
tüchtigen Meister. Namentlich für den Anfangsunterricht glaubt man emeS guten Lehrers entraten zu kön nen. Wie oftmals hört man sagen: .Ach. für den ersten Unterricht ist jeder Lehrer, jedes Instrument gut genug!" Aber wie gänzlich unwahr ist dieS, wie bitter rächt sich später , eine solche verkehrte An schauung: Der erste Unterricht sei der. beste, der gewissenhafteste, das erste Jnstru ment genüge allen künstlerischen An forderungen, denn ein schlechtes verdirbt den Anschlag und daS musikalische Gehör. Nach Jahren verkehrten oder gewissenlosen Unterrichts ist eS für den tüchtigsten. Meister, für den fleißigsten Schüler sehr schwer. daS Versäumte nachzuholen, die schlechte Grundlage zu verbessern, und man chem entschwindet die Lust deS LernenS für immer, wenn er nach langem Studium bei einem unbefähigten Lehrer es zu nichts gebracht hat. Nur der Künstler, der-Musiker von Beruf kann mit Erfolg Unterricht in seiner Kunst ertheilen; wer sich aber an einem bei einem dilettantischen Lehrer durch' einige Monate mechanisch eingedrillten Stückchen genügen läßt und wem die Gründlichkeit deS Studiums ein Greuel ist. der bleibe weit gh dps.l Wegeyenn' er wird it niemals dazu bringen, ;dß seine Musikmacherei ihm und anderen eine wahre Freude und geistige' Erhebung zu gewähren vermag waö doch ihr Zwea ein oute. . Die Gaben der Kunst können nur mit eisernem Fleiße in Verbindung mit wirklichem Talente , für diese $runfy errungen werden, und der im mer allgemeiner herrschende PZusiksst natiSmuS. welcher zahlreiche Unbe gabte zur Erlernung der Musik zwingt, für welche ihnen oftmals auch alle Lust und Liebe fehlt, muß geradezu als eine Thorheit bezeichnet werden. Eine gründliche Heilung der Gesellschaft von dieser thörichten Mu sikmanie würde zur Folge haben, daß man zwar weniger, .dafür aber nur gute Musik zu hyren bekäme, waSder waore und mit. künstlerischem Ver ständniß begabte ' Musikfreund nur mit Freude begrüßen könnte. Die weitere Folge aber wäre die. daß eine Menge' Zeit für nützliche Thätigkeit und für die Erwerbung anderer,' je nach der individuellen Begabung zu wählender, nutzbrin gender und geistbereichender Kennt nisse erspart würde. Edle Tropfe. Wie in jenen Zeiten, von denen der Dichter unS erzählt, daß. dje al ten Teutschen 0n beiden Usern des Rheins saßen und immer noch eines tranken, findet sich auch in den Tagen des Dampfes und der Elektrizität dort alljährlich eine Anzahl trinkfe ster Germanen zusammen, die, zwar nicht auf Bärenhäuten liegen, son dern auf feinen Plüschsesseln sitzen und mit urkrüftigem Behagen mancheS GlaS des edlen Saftes schlürfen. daS dem Rheinstrome daS volksthümliche Attribut seines weiten RuhmeS verleiht. Unter Yen herrlichen Rebenblüthen, die gn den Usern deS mächtigen VaterS Rhein ihre Schönheit entfalten, bildet sich auch die köstlichste derselben, auch jene Traube, auS der die Rheinweinperlen gekeltert werden, die den Gastmälern unserer Plutokratie und selbst gekrönter Häupter ihren besonderen Reiz verleihen: Schloß JohanniSberger, Kadinet! Hoch oben auf einem mit Reden bewachsenen Vorberge, da wo vor nahezu neunhundert Jahren der Mainzer Erzbifchof Rutthard ein Benediktlnerkloster begründete, erhebt sich, 340 Fuß über dem Wasserspiegel deS Rheins, daS Schloß JohanniSberg, einst das Besitzthum der Prinzen auS dem Hguse Oranien (WilHelm der Erste der Niederlande), jetzt iN Eigenthume deS HaüseS Metternich.. welches daS Schloß im Jahre der.yeillgen Allianz, 1314, vom Kmser. Franz dem Ersten von Oesterreich als Lehen erhielt. Auf .femem Gelände gedeiht, der edle-Rebensaft, per Schloß Johan nisberger ttabinetwein, auch jener kostbare Tropfen." pe'n ffaiser. WilHelm der Zweite dem '.Alten m Sachfenwalde" als VersöhnüngSgabe sandte. Die Preise, die diese Weine .erzielen sind, zuweilen erorbitant. ,
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2fr. Herman Htck dou Vtschep, 1L Ein Jahr lang täub, verursacht durch Ratarrh im Koxfe. Katarrh ist ei konftüntionell, Leiv und tu sordrrt ine tonftituttouelle' HilmwlH, tolt Hood'A SarsitpaxU, rn l kuriren 8ftt: vor dr! Jahren l Folg Katarrh, verlor ich ' HänjNch etae HSrkrast und. Un ew Iah, lau, aud. Ich konm kein Laut muerlcheid. ' Ich beadftchtigte, ich ter Obhut int Lpezialifte, ; ,drnaun, aw ir Jmad tieth. ö,llchr, weis durch Hood' saHarMa Lindru, ,n erhalten.. JchKea es hmn. nx jedoch dauernde bhü, dada icht versprechend. L einem rVaua nd i et treten Frend, fand ich. nachden ich drei Zflasch ,,nomn hatte, daß ein Hörkrast lartc&hm. Ich fuhr fort, i ich drei weitere Flasch ,nomme ha. Seit, h , jetz. Ab e! Jak 14 kann aulae. ich , hör,. Tier Aarrh drUstia, mich je .25 hftraftt di al ine mVtl. wtrdigenFall md ndfofe auf Herzlichst Hood'S Sarsaparille, VASffJffgVn' 0t't CCa tt& ttuuiSL So kostete ein 1858er ttadinetswein 9 Gulden, die Flasche 1862er 14, eine Flasche 1859er, 18(51 und eine weitere Sorte je zwanzig Gulden. Da ist eS denn nicht verwunderlich, daß, stch alljährlich zu den Versteigerungen deS JohanniSberger Gewächses die Elite der Weingelehrsamkeit aus Schloß JohanniSberg ein Rendezvous giebt, Auch dieses Jahr hatte sich zu der sur den 21. Mai angesetzten Verfteigerung eine große Anzahl geldkräftiger Weinkenner, ihre Vertreter, die Weinmakler, eingefunden, sowie eine Anzahl anderer Personen, als deren ErlchemungSmotlv hier und da. wohl nicht mit Unrecht, die Mög lichkeit, einen guten Tropfen ganz ohne Inanspruchnahme ihrer Geld Mittel schlürfen zu können, angege den werden darf. Zur Probe wird eben Jedermann zugelassen! Welch ein Sümmchen der ertragreiche Py? den des Geländes von Gchjoß Johannisberg dem $3esiK$T einbringt, beweilen auch die diesmal erzielten Preise; so brachte ein Halbstück (000 Liter) ity'öti öoöu Atark. andere Nummern diese? exquisiten ÄahrgangeS erzielten 4800 bezw. 42Ü0. 3950 und 3410 Mark. Daß im Uebrigen die gedrückten Verhältnisse selbst bei der Versteigerung so ausgezelchneterWein sich geltend, machen, mag daraus entnommen werden, daß eine der de ften Nummern deS 1890er Jahrgan, geS keinen Käufer fanh. , -ntn Betrügerische 2ottetle Sy steme. Seschickte Devisen und BoguS.Ctrkular. durch welche viele Leute beschwindelt wurden. New Orleans, La., 23. Juni 1894. Seitdem die Louisiana Staats Lotterie Company nach HyndvraZ über gesiedelt und ihre Geschäfte dort unter bem Namen Honduras National Lot tery Company wieder aufgenommen hat, wurden die Kunden .derselben ein begieriger Koder sur geschickte Opera teure und jeden Monat wurden Tau sende von Menschen durch Lotterie Systeme angelockt, mit dem Inhalte, sie seien die- wirkliche' Louisiana StaatS-Lotterie. Der ModuS overandi" besteht darin, an eine prominente Person ein Bündel Loose zu schicken und ein Complimentary Ticket" gut. für $80 beizulegen. Diese Person wird mstrmrt, ein Fünftel deS LooseS an eine andere prominente Person zu verkau fen und daS andere Fünftel für sich zu behalten.' Noch eine Bedingung ist die, daß die Person $100 alS Zahlung für die Loose remittlren mu und spätestens drei Tage vor der Ziehung." Um die Offerte echt erscheinen zu lassen, wird ein Cirkular der Honduras National Lottery Company, beigefügt, nebst Adresse von 2. I. Lombards k Co., New Orleans, Lg.. welche sorgfältig in rother Farbe über die Adresse von Paul Conrad, Puesto CorteS, Honduras, C. A., eare of Central American Erpreß, Port Tampa City, Fla., abgestempelt ist. Thatsächlich hat die Honduras National Lottery Comvany keine derartigen Agenten in New Orleans und Lombards & Co. hatten mit dieser Comvany nie in Verbindung gestanden.' Die Neu-England Staaten find mit diesen BoguS-Circularen überschwemmt und eine Anzahl Personen ist schon beschwindelt. Boston (Mass.) Herald," 23. Juni. ' Suchst Du Beschäftigung? Eine ausgezeichnete Gelegenheit für deutsche Männer und Frauen die sich ein gutzahlendes Haupt oder Nebenaeschäft gründen wollen. $75 bis $100 per Aonal garantirt. Nähereh durch Dr. Schoop, No. Main St., Racine, Wi?c. Ob es Jude, Heide oder Christ, ein Zeder gern auteS Brot, Pumpernickel und Sträußelkuchen ißt, wie man. stet? frisch bekommt lei Bern h.T l) a, . ' ' ' Yl Soöbrook Str. oder am öftl. Marktftand Sfo. IZz und
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