Indiana Tribüne, Volume 17, Number 289, Indianapolis, Marion County, 8 July 1894 — Page 2

Angustcn's Liebhaber.

Der Tag. an welchem Frau Holderborn auf vier Wochen in's Bad verreisen sollte, war herangenaht. Die Koffer stehen bereits im Hausflur; der Kutscher fährt eben vor, um die Abreisende an den Bahnhof zu bringen; diese selbst nimmt Abschied von ihrem Gatien, der ein betrübtes Gesicht heuchelt, denn in seinem Innern herrscht heller Jubel, die Alte 'mal auf einen Monat loszuwerden und den fidelen Strohwittwer spielen zu dürfen. Diese aber, die ihm nur halb traut hat ihr Dienstmädchen beauftragt, während ihrer Abwesenheit Tag für Tag aufzunotiren. um welche Abendstunde Herr Holderborn vom Wirthshaus zurückkehrt, wovon dieser jedoch Wind bekommen 5ai. Wenn Auguste, so hieß das Mädchen, noch einen Liebhaber gehabt hätte, dann wäre ja nicht zu befürchten gewesen, daß sie wirklich die betreffenden Notizen machte, dann hätte sie ganz sicher die Abwesenheit der Frau benutzt um die Abendspaziergänge mit ihrem herzallerliebsten Schatz bis zur Mitteruachtsstunde auszudehnen, wo dann das Controliren der Heimkehr ihres Herrn zur Unmöglichkeit geworden wäre. Aber das dumme Ding hat ja keinen Anhang, dächte Herr Holderborn und zerbrach sich den Kopf darüber, wie es wohl anzustellen sei, damit sie einen bekäme. Und es gelang ihm wirklich, ihr einen solchen zu. verschaffen. Denn am gleichen Tage, an dem ihre Herrin in's Bad gereist war, paßte ein Mann des Abends ihr auf Xmd als sie auf die Straße trat, um im Kaufladen einige Cigarren für Herrn Holderborn zu holen, redete er sie an, begleitete sie bis zu dem Laden, von da wieder bis an' Haus zurück,- fortwährend dabei Süßholz raspelnd". Einige Tage später ging sie des Abends mit ihrem neuen Liebhaber fort und kehrte erst lange nach Mitternacht wieder in die Behausung Holderborn's zurück. Dieser freute sich ob der ihm gelungenen List, dem Mädchen einen Schatz verschafft zu haben, ganz riesig'und während der vier Wochen, wo seine Gattin abwesend war, kehrte er mehr als einmal .Nachts um Zwölfe mit einem colossalen Rausch behaftet nach seiner Wohnung zurück, denn Auguste konnte ja .licht mehr controliren und mußte froh fei daß er über ihr nächtlichesSchwärmen ein Auge zudrückte. Als die holde Gattin endlich zurückgekehrt, war es ihr erstes, sich von Auguste die Controlliste vorlegen zu lassen und sie nickte zufrieden mit dem Kopfe, als sie daraus ersah, daß ihr Gatte immer so schön um die neunteAbendstunde wieder aus der Kneipe in sein Heim zu?Lckgekommen war. Sobald aber Frau Holderborn wieder daheim hauste, verschwand auch der Liebhaber Augusten's zu deren größtem Leidwesen auf immer; nur Herr Holderborn sah ihn noch einmal an dem Tage, wo er ihm den Lohn für sein vierwöchentliches Poussiren auszahlte: Dienstmann." sagte er zu ihm, Sie haben meinen Auftrag zu meiner größien Zufriedenheit ausgeführt. Sie machten der Auguste stramm den Hef; 's nächste Jahr, wo wir sicher wieder ein anderes Mädchen haben werden, sollen Sie während der Abwesenheit meiner Gattin wieder auf die gleiche Weise beschaftigt werden, vorausgesetzt, daß dieses auch keinen Liebhaber hat." Das Alter der Speisekarte. Auf einem im Jahre 1489 zu Regensburg abgehaltenen Reichstage erregte Herzog Heinrich von Braunschweig Aufsehen dadurch, daß beim Schmaus tin langer zedel bei ihm us der Tafel liegen that, den er oftermal besähe." Graf Haug von Montfort fragte den Herzog schließlich, was er so eifrig lese. Also ließ ihn der Herzog den zedel sehen. Darin hat ihm der tuchenmeister alle esen und trachten in der Ordnung ufgezeichnet und kunnt sich demnach der Herr Herzog mit sinem .sen darnach richten und sinen apetitom uf die besten trachten sparen." Die Speisekarte ist also eine Einrichtung, deren 400jähriges Jubiläum vor vier Jahren sang- und klanglos an der Nachwelt vorübergegangen ist. Beruhigend. Vater: Wenn meine Tochter es denn durchaus will, so kann ich Ihnen meine Einwilligung nicht länger vorenthalten. Aber dazu müssen Sie sich verstehen, denn es ist doch ein eigenthümliches Gefühl, wenn man sein einziges Kind, für das man so treu 18 Jahre lang gesorgt hat.von sich geben soll. Bewerber: O, was diesen Punkt anbelangt, so soll es Jhmn gerne unbenommen bleiben, dies auch in Zukunft thun zu dürfen! Aufgegeben. Herr H. (der gern ein Geschenk machen will, fragt): Nun. lieber Johann, wann ist der Geburtstag Ihrer Schwester? Jobann: Ach. meine Schwester hat eS schon seit sehr langer Zeit aufgegeben, noch Geburtstage zu haben! Frauenlogik. Mann: Mer, liebes Weibchen, wo denkst Du lzin das ist schon das sechste Kleid in vier Wochen!" Frau: Aber das macht doch nichts! Je mehr Kleider ich fjaU, desto mehr schone ich jedes!" Beru lsigend. ' Kokette: J&tnn ich in Ihren Jahren wäre, Herr Major, würde ich doch etwas vorsichtiger mit der Gesundheit umgehen! Major: Ja. danken Sie Gott, daß Sie aus den Jahren schon heraus fad!" . 4 Gutes Beispiel. Vater leinen kräftigen Schluck aus demMaß trüge nehmend, zum kleinen Kinde, welches die Milch nicht trinken will): Trink Sepperl, trink, schau, Dei VaAtz iiinfr ia aucb! ? ..

ZUodcrn.

Von I eh an S o u d a n. Eins zwei drei!" Geschmeidig wie eine Katze stieg Georg Barton mit diesen Worten über das niedere Fensterbrett, setzte die Ze henspitzen behutsam aus. den weichen Teppich und murmelte selbstgefällig: Da bm ich wirklich! Nirgends ein Laut. Wes ist still wie ein Grab, der Gott der Dieb: war mir abermals hold!" Die geübten Finger des nächtlichen Eindringlings fügten geräuschlos den Rahmen des Fensters wieder zusammen; dann zog er vorsichtig seine Laterne ausser Tasche, schob den Deckel zur Seite und ließ den Lichtstrahl über die Wände des Gemaches streifen, das er mit der Miene des Kenners musterte. Hm, nicht übel, das sind holländische Gobelins, wenn ich nicht irre!" Doch sein praktischer Sinn führte ihn schnell wieder zu dem eigentlichen Zweck seines B.'suches zurück. Er bekleidete die dicken Sohlen seiner Stiefel mit leichten Gummischuhen und wandte sich resoluten Schrittes nach der Ausgangsthür wie ein Mann, der mit den Geleaenheiten des Hauses auf das Genaueste bekannt ist. Georg Barton war ein methodischer Mann, ein Künstler in seiner Art, der sein nächtliches Gewerbe mit einem gewissen Raffinement und Eleganz zu betreiben pflegte. Seit zwei Monaten schon hatte er sein Auqenmerk auf die Villa Janina" im Prinzenpark, einem der fashionablsten und reichsten Viertel von Paris, geworfen und sie als besoNders geeignet für sein Vorhaben ausersehen; sie vereinigte auf das Glücklichste alle Bedingungen, die er gemeiniglich für seine industriellen Operationen verlangte: eine abgelegene Villa ohne Nachbarn, ohne KettenHunde, ja selbst ohne den störenden Schutz festgeschlossener Läden. Das hohe Erdgeschoß schien den Fenstern einen genügenden Schutz zu gewähren und hatte es auch bisher gethan; die üppigen Rosen, die es zierten, hatten Herrn Barton's Finger wohl zerstochen, aber sie hatten ihm gefällig ihren W6. tiaen Stamm geboten, daß er sich leicht wie eine Katze an demselben hinaufschwingen konnte. Auch die Bewohner der Villa entsprachen genau Herrn Barton's Bedingunoen. Eine einzeln stehende junge Dame, deren ganze Dienerschaft aus einer ältlichen Kammerjungfer bestand, kein störender Gemahl, nicht einmal ein Schoßhündchen, dessen unzeitiges Gebell hätte störend wirken können. Die Damen selbst ohne Anhalt in der grotzen Stadt, allem Anschein nach Amerikanerinnen! Ein wahres Kinderspiel, wenn die Sache sich wirklich der Mühe lohnte! Herr Barton hatte daraufhin weitere Erkundigungen eingezogen, die in jeder Hinsicht für befriedigend gelten durften: Die Herrin selbst schien durchaus unzugänglich, ihre Zofe aber war um so leichter zu gewinnen. Nach drei Tagen zählte Barton zu ihren Freunden, nach vierzehn Tagen war er ihr erklärter Bräutigam. Miß Julia, der Gegenstand seiner Verehrung, war freilich nichts weniger als schön; eine schwerfällige Schottin mit langen, plumpen Füßen und einer struppigen, blonden Mähne.aber das schadete nichts. denn vom Versprechen" bis zum Heirathen war immer noch ein Schritt, den Herr Barton niemals zu machen hoffte. Er beschränkte sich auf die kleinen Aufmerksamkeiten eines Bräutigams und that sein Möglichstes, um mit jedem Geschenke etwas tiefer in die Geheimnisse der liebenswürdigen Herrin seiner Braut einzudringen, und das gelang ihm vollkommen. Bald kannte er Namen und Stand der jungen Dame und wußte, daß dieselbe. Miß Eva Loring. einer angesehenen Familie aus Boston entstammte, daß sie jung, reich und unabhängig war mit einem starken Anflug von Originalität. Nach einem Monat eifrigen Werbens beschränkte sich freilich seine ganze Wissenschaft auf diese geringen Einzelheiten. Miß Julia hatte für alle übrigen Erläuterungen, die er ihr abzulocken suchte, nut die eine Antwort:' Wann ist unsere Hochzeit?" .Bald, mein Engel," antwortete er mit derselben Konsequenz. Aber Miß Julia behielt die Oberhnd. und endlich mußte Herr Barton doch seinen neuen Fortschritt mit einem Ring erkaufen, den er galant der alten Jungfer an den Finger steckte und zum Danke dafür von. ihr mit dem ersten Kuß die Nachricht erhielt, daß Miß Eva Loring eine .wahre Millionärin wäre. Sie lebte, nach Aussage der Miß Julia, in Unfrieden mit ihrer Familie, ja mit der ganzen Welt; sie erstreckte ihre menschenfeindlichen Gesinnungen bis auf die achtbarsten Bank geschäfte, so daß sie ihr Vermögen allein verwaltete und dasselbe in Gestalt von Gold und Diamanten von unschätzbarem Werthe stets in ihrem eigenen Ver wahr behielt. Kurz, daß sie eine Närim im wahren Sinne des Wortes sei! ' Welch' eine Enthüllung! Herr Barton gestand sich selbst befriedigt ein. ,daß er seine Zeit nicht verloren hätte, und schwankte einen Augenblick, ob er noch bis zur Hochzeit schreiten solle. .'Aber wozu? Er wußte genug, ei durfte es auf dem Versprechen beruhen laffen. doch setzte er, um sich jeden Ge.danken an einen Aufschub abzuschnei den, den dritten Tag als denjenigen fest, an dem er seine liebliche Braut an den Altar führen wollte. Dann, nach einem letzten Kuß von der Geliebten, begab er sich augenblicklich an die Vorbereitungen zu der Expedition, die ti jetzt ausführte!

Außerhalb des Salons, den er leise durchschritten, fand Herr Barton die Treppe, die er flüchtigen Fußes hinaufeilte, immer zwei Stufen zugleich überspringend. Oben, auf dem Treppenabsatz, machte er einen Augenblick Halt, um zu überlegen; Alles um ihn her lag in tiefster Ruhe. Julia hat gesagt, den Gang linier Hand, dann gerade aus bis an die erste Thür rechts, die direkt in Eoa's Zimmer führt! Gut. das stimmt, nun noch einen Blick auf die Utensiliui; hier ist der Revolver, das Chloroform, um den Leib habe ich den Satf für das Gold und die Diamanten; ja, das stimmt Nun vorwärts!" Herr Barton hob seine Laterne bis an das Schlüsselloch and spähte abermals, ob Alles ruhig blieb; dann faßte er den Drücker mit fester Hznd, drehte ihn um, und die Thür hob sich geräuschlos in ihren Angeln. Welch ein Glück!" Machte er bei sich, indem er seinen Köiper leise durch den Spalt schob nnd die Thür wieder hinter sich zumachte. Schloß imd Angeln sind gut geölt, es aeht wirkliÄ nichts über'eine wohlbestellte Häuslichkeit!" Alles schwarz und still wie ein Grab! Larton sieht still und horcht auf die Athemzüge in der Richtung des Bettes. Nichts! Ein sanfter Sdrtaf wie der eines Kindel," denk! er bei sich, selbst nicht ein Athemzug! Was nun?" Er steht unschlüssig, soll er von den Utensilien Gebrauch machen, die er bei sich führt?. Bah. H:rr Barton ist ein Philanthrop, der nur im. Fall legitimer Vertheidigung einer Frau den Hals abschneiden würde! Chloroform? Ja. aber nur, wenn Miß Loring Miene machen sollte, zu erwachen! Sie schläft so sanft, so ruhig! Mit instinktiver Sicherheit wendet er sich nach dem ersehnten Bureau, das die Gegenstände seiner Lüsternheit enthält; der w-eiche Teppich auf dem Fußboden dämpft den leisesten Laut seiner Schritte. Seine Hand berührt den Knopf der Schublade, er zieht sie behütsam auf und läßt das Licht seiner kleinen Laterne auf die angehäuftenSchätze fallen. Da erhellt ein scharfer Lichtstreifen plötzlich das Gemach, und eine sanfte, wohltönende Frauenstimme spricht mit ungekünstelter Ruhe: Ah. Sie sind es. ich hatte es wohl gedacht." Mit einer Geberde des Entsetzens wendet Herr Barton sich zur Flucht, aber die Stimme fährt fort: Halt oder Sie sind des Todes, ich verfehle nie mein Ziel!" Beim hellen Schein des Lichtes, das seine Augen blendet, erkennt Herr Barton, indem er zu der Sprechenden aufblickt, den Lauf eines Revolvers in der Hand einer jungen Dame, so schön und anziehend, wie er noch nie eine gesehen! Aufrecht sitzt sie da, umhüllt von den weichen Federn und Spitzen ihres Bettes, ein wahres Götterbild! Das Licht, welches Ihre Augen blendet, ist eine kapitale Erfindung unserer Zeit, mein Herr! Sehen Sie. ich brauche diesen Knopf nur einmal zu drehen, so umgibt mich Tageshelle; drehe ich noch einmal, so wird es wieder Nacht, sehen Sie, wie einfach!" Zwei Sekunden genügten zum Beweise dieses doppelten Experimentes. Herr Barton steht wie festgewurzelt auf demselben Punkte; zum ersten Mal in seinem Leben sieht er sich gefangen! Was soll er beginnen? Zumal in dieser Verderben drohenden Nähe des Revolvers? Was soll er der Dame erwidern, deren üppiges Goldhaar, sich wie ein keuscher Mantel um ihre Schultern legt, deren große, feste Augen sich nicht einen Augenblick von ihm wenden, um deren Mund ein spöttisches Lächeln schwebt, während ihre feingebogeneNase und ihr scharfes Kinn eine so eiserne Energie bekunden. Ich bin Miß Eva Loring aus Boston," hebt die Stimme wieder'an, und Sie sind Herr Barton. Herr Georg Barton aus Philadelphia, mein Georg", wie Julia sich ausdrückt. Das arme' Mädchen! Sie ist ein vorzügliches Medium, das nichts Geheimes vor mir haben kann, ich schläfere sie ganz nach Belieben ein. Und Sie, Herr Barton, glauben Sie an Hypnotismus? Ob ich Sie wohl auch einschläfern könnte?" Herr Barton verstand kaum denSinn dieser Worte, die so weich und versührerisch in seinen Öhren erklangen; er fühlte plötzlich eine fremde Kraft, welche die Stärke seiner Muskeln, die Freiheit seines Denkens zu brechen schien. Ich will mich gleich davon überzeugen." fuhr die junge Dame fort und beschrieb mit ihrer linken Hand leichte Kreise in der Luft, während die Rechte unverändert' den Lauf des Revolvers auf das Haupt des Diebes gerichtet hielt, und ihr Aug: unverwandt das seinicze fixirte mit einem Blicke, der Herrn Barton bis in's Innerste der Seele drang, wie um ihm etwas zu entwenden. das ihm gegen seinen Willen entfloh, sein Ich. seinen freien Willen, er wußte selbst nicht, was! Die weiße Hand senkte sich langsam herab, und ihre Besitzerin sprach: Es geht ganz gut. wie fühlen Sie sich, Herr Barton?" Hm, ganz sonderbar!" Die Antwort entschlüpfte ihm unbe wußt; seine Stimme klang hohl, fern, wie die eines Schläfers oder eines vom Opium Betäubten. So fühlt man sich immer beim ersten Versuch," erwiderte Miß Eva gelassen, -lagen Sie mir ohne falsch? Sl.-am H'?r Barton, gehören Sie zu den Geschickteren in Ihrem Berufe?" .B'k jetzt hielt ich mich allerdings... antwortete Herr Barton mit Anstrengung. indem er die Hand ungeduldig an die Stirne führte, wobei ihm seine Diebslaterne entfiel und auf den Boden

rollte. Miß Eva, deren scharfen Blicke nicht einen Augenblick sein Auge verlassen, fährt fort: Sie werden ein seh? gutes Medimn abgeben, Sie sind vortrefflich dazu angelegt; ich habe immer behauptet, daß die rerbrecheriscbcn Ideen nicht allein in abgestumpften Köpfen austreten; was halten Sie davon, Herr Barton?" Ich weiß nicht," antwortet Herr Barton mit einem Seufzer, unbeweglich wie ein Marmorbild. Miß Eva lächelt, Herr Barton ebenfalls, obwohl ohne sichtliches WohlbcHagen, und Miß Eva lacht noch'herzlicher über sein klägliches Gesicht. Auch Herr Barton lacht mit einem abscheulichen Grinsen, und Miß Eoa spricht mit Heiterkeit: Sie sind wirklich ein vorzügliches Medium, ein viel besseres, als ich ansangs glaubte." Sie neigte den goldig umwogtenKopf auf den weichen Batist ihres Kissens, während ihre rechte Hand den drohenden Revolver behutsam auf die Purpurrothe Steppdecke sinken läßt. Dann wählt sie nachlässig aus einer Malachitschale am Kopfende des Bettes eine feine CigareUe, steckt dieselbe in eine Prachtvolle, mit Türkisen gezierte Bernsteinspitze und zündete dieselbe ganz behaglich an, als ob sie den Dieb ganz vergenen hätte. Dieser jedoch folgte jeder ihrer Jewegungen mit der gespanntesn Aufmerksamkeit; er empfand eine gewisse Erleichterung darüber, daß die Augen der jungen Dame ihn nicht mehr so siharf fixirten, zugleich aber war er sich vollkommen bewußt, daß Miß Eva im Stande war, den geheimsten seiner Gedanken wie in einem offenen Buche zu lefen. Und fast in demselben Augenblick gab sie ihm einen Beweis davon, indem sie sagte: Mein Revolver? Sie sind.nickt im Stande, sich desselben zu bedienen." Sie blies d,is Streichholz aus, warf es in das Kamin und fuhr fort: . Auch Ihr Chloroform würde Ihnen nichts nüen;, nicht wahr, Sie haben welches in Ihrer rechten Rocktasche?" Zum zweiten Mal hatte sie seine Gedanken errathen! Diese Miß Eoa war augenscheinlich eine Fee oder eine jener allwissenden Zauberinnen, .von denen Herr Barton trotz seiner geringen literar'eschen Bildung in seiner Jugend gelesen hatte! Nachdem Miß Eoa ihre Cigarette in Brand gesetzt hatte, wandte sie sich wieder zu ihrem ungebetenen Gaste und fragte: Sie hatten sich wahrscheinlich nicht auf diesen Empfang vorbereitet, Herr Barton? Die Diamanten, welche Sie in der oberen Schublade suchten , ,Sie haben vortreffliche Erkundigungen eingezogen ganz richtig, dort oben, wollen Sie mir das Köfferchen einmal herbringen?" Er gehorchte mit der Pünktlichkeit eines Automaten und wandte sich um; befreit von dem Banne ihrer Augen fühlte er abermals ein unbestimmtes Verlangen, seine Willenskraft wieder zu erlangen; aber Miß Eva sprach freundlich: Es ist ganz unnütz, sich gegen meinen Willen aufzulehnen, Herr Barton; ich würde es an Ihrer Stelle nicht mehr versuchen. Sie sind ein viel zu gutes Medium." Und der arme Herr Barton, der den Sinn dieses fremden Wortes nicht einmal verstand, war wirklich ein vorzügliches Medium! Gehorsam, wie ein Sklave nahm er das verlangte' Köfferchen in seine Hände und stellte es auf den Tisch am Kopfende des Bettes, ganz in der Nähe Miß Eva's, deren zarte Formen sich unter der leichten Decke mit verführerischer Genauigkeit modellirten. Als ob sie sich selbst von der Jurisdiktion dieser Nähe Rechenschaft gäbe, hüllte Miß Eva sich keusch in die. dichten Rauchwolken' ihrer Cigarette und sprach, wie um sich zu entschuldigen: Sie gestatten, daß ich rauche, nicht wahr? Es ist ein Rest meiner schlechten amerikanischen Erziehung! Das Köfferchen hat kein Schloß, nein, nur einen Knopf, auf den man drücken muß, so . . ." Der Deckel sprang empor! Beim Scheine der Edison'schen Lampe erglänzten die Diamanten in tausendfachen Reg:nb:genfarben von überraschender Pracht! Ich muß Ihnen doch. meine-Steine zeigen. Sie haben es wohl verdient," sprach die kleine Fee, sie sind ihre hunderttausend Pfund Sterling werth, auf mein Wort. Und dort, in der anderen Schublade, die Sie vorhin geöffnet, liegen zehntausend Pfund in baarem Gelde; finden Sie nicht auch, daß sie bei mir sicherer aufbewahrt sind als in einer Bank? Sie verlieren durch meine Schuld wirklich ein gutes Geschäft, und doch habe ich gar nichts Besonderes gethan, ich habe einfach die letzten Fortschritte der Wissenschaft auf Sie angewendet." Die hübsch: weiße Hand zündete, eine zweite Cigarette an und' strich die goldigen Locken aus der Stirn zurück. - Wie alt sind Sie. Herr Barton? Sechsunddreißig Jahre? , Und ich? Ich bin nur zwanzig Jahre alt. Schon als kleines Mädchen erkannte ich meine Gewalt über gewisse Menschen, und ich habe sie nach Kräften veroollkommnct. Vater- und mutterlos, ganz allein in der Welt, habe ich die Verwaltung meines Vermögens mit neunzehn Jahren übernommen. Ich lebe mit Julia, die mir als Medium dient. Dieser letzte Umstand scheint Ihnen nicht ganz zu gefallen, ich kann es leider nicht ändern. Was soll ich nun mit Ihnen machen? Ah, ich weiß." Der zarte Finger berührte leise einen Elfenbeinknopf; Herr Barton steht verdummt, unbeweglich und Miß Eva fährt fort:

Ich rufe Ihre Braut, das thue ich oftmals in der Äachl, wenn ich meine Kräfte üben will. Da ist sie schon, sehen Sie." Miß Julia erscheint auf der Schwelle im einfachsten Nachtkostüm, fast ebenso fürchterlich wie Miß Eoa's Revolver für die erschrockenen Augen ihres Bräutigams. Auf eine einzige Bewegung Miß Eva's bleibt ihr Geschöpf wie angewurzelt stehen. Julia ist ein vorzügliches Medium, wie ich Ihnen sagte, Herr Barton; das leiseste Zeichen von mir genügt, um sie einzuschläfern. Sie können sich selbst davon üderzeugen. Julia, hier ist Herr Barton in Geschäftsangelegenheiten; Du hattest seinen Beruf errathen aber Du warst im Irrthum zu glau den, daß er seinen Raub mit Dir theilen würde, oder doch, Herr Barton?" Lieber den Tod!" HerrBarton sprach mit fürchterlichem Ernst. Miß Julia rieb sich die Augen, ohne zu erwachen. Das ist nun die neunte Heirath, welche, auf diese Weise aufgelöst wird, arme Julia!" Miß Eva lächelte mit undeutlichem Liebreiz; Herrn Barton's Lächeln verzog sich zu einer abschreckenden Grimasse,' Miß Julia's Ausdruck - war nichts weniger als heiter, ihre Hände ballten sich krampfhaft. Nein, Julia. Du wirst das Gesicht Deines Bräutigams nicht zerfleischen; es ist zu hübsch, besonders wenn er lacht!" sprach Miß Eva und lehnte sich behaglich in den weichen Flaum ihres Bettes, während ihr rosiger Mund mit beneidenswerther Geschicklichkeit weiße Ringelchen in die Luft steigen ließ. Nach einem Augenblick wollüstigen Genießens begann sie mit ausgesuchter Höflichkeit: Sie würden mich sehr verbinden, Herr Barton, wenn Sie dieses Köfferchen wieder an seinen Platz stellen wollten." Der Dieb gehorchte mit einer Gefälligkeit, welche für dergleichen Geschäfte sonst nicht zu sT'.nen Gewohnheiten gehörte. Jeßt," sprach das junge Mädchen, sehen Sie mich ordentlich an, Herr Barton." Er that es. Miß Eva maß ihn mit verächtlichen Blicken und fuhr fort: Dein. Bräutigam ist wirklich nicht übel. Julia, aber dort, dieser, blaue Fleck im Augenwinkel ein kaum zu erkennendes Stahlstäubchen möchte ich es nennen beweist, daß er ein erstaunlich fügsames Medium ist. Sie müssen Ihren kleinen Mißerfolg von heute Nacht einfach Ihren Augen zuschreiben. Herr Barton; unter allen denen, welche die schönen Augen meiner Julia mir zugeführt haben, sind Sie unbedingt das beste Subjekt. Glauben Sie mir. wenn man Ihre Karriere verfolgen will, muß man unbedingt mit den neuesten Fortschritten der Wissenschaftm Schritt halten. Indem Sie diesen Punkt vernachlässigten, haben Sie einen Fehler begangen, der hundertmal größer ist als alle Ihre Bergehen. Sie sind ein lebendes Beispiel von der Nachlässigkeit eines Diebes. Ich hätte beinahe Lust, Sie in-Ihrem jetzigen Zustande zu lassen und Sie als Beleq einer Vorlesung zu verwerthen, die ich vorbereite. Aber ich habe andere Pflichten, welche mich für den Augenblick davon abhalten. Nehmen Sie eine Feder, dort auf dem Schreibtisch finden Sie auch Papier und schreiben Sie mit großen, leserlichen Buchstaben: 4 Ich bin Georg Barton, meines Gewerbes ein. Dieb; weitere Auskunft zu erfragen in der Villa Janina. im Prinzenpark." s Barton schrieb ohne Widerstand mit großer, leserlicher Hand; sobald er sertig war. befahl Miß Eva: Julia, geh und hole eine Nähnadel und starkenFaden aus Deinem Arbeitstischchen und nähe dieses Papier auf die Jacke des Herrn Barton." Miß Julia schickte sich mit kläglicher Miene an. den Befehl auszuführen; in weniger als einer Minute war die oriinelle Visitenkarte auf dem Rücken des Geliebten befestigt. . Gut." sprach Miß Eva. unter der Jacke wirst Du statt des Gürtels einen großen, leinenen Sack finden. Nimm ihn ab, mache ihn auf und lege ihn auf den Teppich. So... Herr Barton, wollen Sie so gut sein, sich selbst in den Sack zu bemühen, Julia wird Ihnen dabei behilflich sein. Schön, scheuen Sie sich nicht, sich dabei auf den starken Arm Ihrer Braut zu stützen; so ist's recht!" Der Dieb, der mit automatischer Geschicklichkeit alle Befehle seiner Gebieterin ausführte, schlüpfte mit Hilfe seiner Braut in den Sack, den er zu seinem eigenen Nutzen mitgebracht; er hatte längst auf jeden Widerstand verzichtet. Jetzt, Julia, geh und hol: das groß: Knäuel Bindfaden aus der Küche." Schweigend gehorchte Julia, obwohl sie ihren Geliebten mit ganz anderen Banden zu umschlingen gehofft hatte. Aber '.auch ihre Kraft war seit langem aebrochen, wie hätte sie sich gegen den Befehl ihrer Herrin auflehnen solsen? Mit sicherer Hand wickelte sie den-lan-aew Strick um Kopf, Hajs und Schultern des theuren Mannes' und warf ihn schließlich wie ein Paket auf den Boden, um ihr Werk tadellos, bis zu Ende zu führen. Miß Julia besaß eine fast außergewöhnliche Stärke, und doch gelang es ihr nicht ohne erhebliche Mühe, Herrn Barton wieder auf die Füße zu bringen und. ihn aufrecht gegen die Wand, zu stellen. . Wachen sie auf, Herr Barton." sprach jetzt Eva voll Autorität mit gänzlich veränderter Stimme, behalten ,

Sie die Erinnerung von dem, was

hier erlebt haben, ch will es!" Der Dieb empfano augenbliälich das Vollbewußtsein seiner verzweifelten Lage. Miß Eva nahm ihren scherzenden Ton wizder auf und fuhr fort: Ich werde mich jetzt von Ihnen trennen, Herr Barton o, nicht für lange, wir sehen uns wieder aber ich möchte Ihnen noch einige Bemerkungen machen: Sie sind hierher gekommen, um eine' ftrau zu bestehlen, die Sie ohne Schutz glaubten; Chloroform, der Revolver, alles war Ihnen gut, um sich von mir zu befreien. Nun hören Sie: Meine treue Julia wird Sie mit Ihrem eigenen Chloroform einschläfern und Sie hier aus dem Fenster werfen. Zwölf Fuß tief, auf ein Nosenbeet, über dessen zerbrochene Stämme ich Ihnen keinen Vorwurf machen will. Dort werden Sie bis zum Anbruch des Tages liegen bleiben. Dann werden wir einen Polizeidiener herbeirufen... Ich bin willens, die höchste Strafe für Sie zu fordern, denn auf diese Weise werde ich für eine Weile vor Ihren Besuchen gesichert sein und weiß, wo ich Sie sinden kann, .im Fall ich Sie zu einem neuen Experiment brauchen sollte." Miß Eva schwieg. Den ganzen Abend hindurch hatte ihre Stimme nicht so süß und schmeichelnd geklungen; ihr schmiegsamer Körper ruhte nachlässig in den weißen Spitzen ihres Nachtgewandes, aus denen sich das zarte Roth ihres rechten, halb entblößten Armes im schönsten Ebenmaß der Formen abhob. Frisch, Julia," fuhr sie fort, öffne das Flacon, schütte seinen Inhalt auf den Schwamm, fo nun unter die Nase leben Sie wohl, Herr Barton! Jetzt öffne das Fenster!" Julia gehorchte; ein tiefer Seufzer entschlüpfte der Brust des unglücklichen jungen Mannes, ein Zittern ging durch alle seine Glieder und er fiel bewußtlos mit dumpfem Schall auf den Boden. Trage den Mann an's Fenster!" Julia vollzog den Befehl mit militärischer Genauigkeit. Laß ihn los!" Das Paket fiel mit aller Schwere auf das Rosenbeet unterhalb des Fensters, ein Knittern zerbrochener Stäbe, ein dumpfer Ton und alles war still.. Nun schließe das Fenster, Julia!" sprach Miß Eva und beschrieb mit ihrer weißen Hand einige Kreise in der Luft: Wache auf!" Julia rieb sich die Augen, seufzte tief auf und erwachte. - Sie baben mich gerufen. MißEva?" Geh jetzt schlafen, es ist spät, gute Nacht, Julia." Die Kammerjungfer verschwand, die hübsche Miß Eva zerdrückte auf dem silbernen Aschenbecher ihre noch brennende Cigarette. klopfte ihre Kopfkissen zurecht, legte ihren kleinen Revolver unter eins derselben, drückte auf denKnopf an ihrer Wand und eine tiefe Nacht umfing den ganzen Raum. Einen Augenblick noch suchte sie nach' der bequemsten Lage zwischen den weißen Tüchern; dann legte sie ihr kluges Köpfchen auf das weiche Kissen und entschlummerte sanft mit dem süßen Bewußtsein eines guten Gewissens! Scatspiclers Licbeettage. Im Thore nur, bisher im Schritt, O heißgeliebte Lolo. Turniert im Minnesang ich mit. Jetzt reizst Du mich auf Solo! Die Götter fluchten meinem Sein, . Mein Glück sie untergruben. Ich bete an nur Dich allein; Doch Du liebst alle Buben. Von Freud' und Lust bin ich verbannt, Verfolgt von den Geschicken. Schon längst spiel Herz" ich auö der Hand, Und doch muß Lieb' mich drücken. Zu zählen sind die Stiche nicht Im Herzen mein, die großen. Gewiß hab' ich. wenn's heißt: Herz sticht!" Nur Trümpfe ohne Faussen. Wie ist dies Dasein doch so schwer! Nichts kann es mir versüßen, Mein Herz, es liegt, ein Null ouvert" Unrettbar Dir zu Füßen. Doch Du, für bi dies Herz nur schlägt, fährst fort, mich kalt zu hassen. Mein tiefer Schmerz kein Spiel verträgt. Ich muß geduldig passen.' Mach glücklich mich! Hör' mich geschwind. Laß' klagen mich nicht weiter; Denn sonst, ich fürcht', mein holdes Kind, Kommst sacht. Du über'n Schnei- , der! Der Sitz der Liebe. Mit rauher Hand zerstört ein Londoner Physiologe den uralten holden Wahn, das Herz sei der Sitz der Liebe. Ganz falsch, beweist der Mann der Wissenschaft, die Leber ist es. Wird das eine Revolution, ein geschäftiges Corrigiren in den Gedichtbüchern geben! Es muß also heißen: Die arme Leber muß stückweise brechen"; oder: Eine Leber und eine Seele"; oder: Es schwelgt die Leber in Seligkeit!". Und wie ungemein ergreifend, wenn unö eine Jungfrau in Zukunft klagt: Meine Ruh' ist hin, mein' Leber schwer " all vun sülven rut!" S e.u f z e r. Junges Mädchen: Man mag nun sagen, was man will, Doktor Meyer ist ein hübscher Mann. Alte Jungser: Ach, alle Männer sind schön! '

Dicji!JzstcÜv:'.lgm. Eine frische, im Aufblühen begriffcne Mädchenknospc ist die jugendliche Königein Wilhelmina von Holland, die am 31. August ihr 15. Lebensjahr vollendet. Die Zügel der Regierung ruhen freilich noch nicht in ihren schwachen Händen; bis zu ihrer Mündigkeitserklärung führt die Frau Mama als Vormünderin und Regentin das Regiment. Nachstehendes Bild stellt die junge Königin in der schmucken Tracht einer holländischen Bäuerin dar. Königin Wilhelmina wird am holländischen Hofe in einem

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t Königin Wilhelmina. Eeiste erzogen, welcher dem Bürgerkonigthum durchaus entspricht und von welchem sich wohl die Mehrzahl der amerikanischen ShoddymillionärsTöchter naserllmpfend wegwenden würde. Zu früher Stunde muß sie sich erheben, denn bereits um 8 1-2 Uhr beginnt der Unterricht. Drei Stun.den werden diesem gewidmet, worauf das Spielen in seine Rechte tritt. Am liebsten tummelt sich die junge Königin mit ihren Hunden umher oder macht eine Spazierfahrt mit ihren weißen Ponies. Nach dem Luncheon heißt eS wieder zwei Stunden lang lernen. Um 61-2 Uhr nimmt sie mit der Frau Mama das Diner ein und nach einer angemessenen Unterhaltung wird zu früher Stunde das Bett aufgesucht. So jun die Königin ist. hat die Frau Fama ihr bereits einen Bräutigam bestimmt und zwar den um zwei Jahre jüngeren Kronprinzen Friedrich WilHelm von Preußen. Der Vater des Letzteren. Kaiser Wilhelm der Zweite, hat die jugendliche Königin durch Verleihung eines westfälischen Cavallerie--Regiments ausgezeichnet. Vierfüßiger Adam Nicsc. ' In den Pariser Varietäti -Theatern, bildet gegenwärtig ein viersüßiger Adam Riese eine Hauptattraktion. Ein Pferd ist es, das rechnen und Gedanken errathen kann. Es beantwortet nichr nur die Fragen seines Wärters, sondern auch diejenigen irgend einer Person aus dem Publikum. Es zählt, indem es mit dem einen Vorderfuße fcharrt. und rechnet auf diese Weise einfache Exempel vollständig richtig aus. Es addirt, multiplicirt und subtrahirt. DerGaul sieht nach verschiedenen Uhren und gibt nach jeder die richtige Zeit an. kurz, er macht Sachen, welche an das Fabelhafte grenzen. AusderSchule. Die Kuh gehört zur Gattung der Wiederkäuer. (Zum unaufmerksamen kleinen Jacob): Was habe ich eben gesagt, Jacob?" Die Kuh gehört zur Gattung der Wiederverkäufer!" Blieb in der Familie. Frau Ameyer: Wie? Ihr Mann hat letzte Woche an die fünfzig Dollars im Poker verloren? Na, dem haben Sie's aber gewiß ordentlich gesteckt? Frau Bemever: Durchaus nicht. Ich hab' sie ja gewonnen. Bitte r. Er: Sind Sie ganz gewiß, Jda, daß es Ihnen unmöglich ist, mich lieben zu lernen? Sie: Ich bin fest davon überzeugt. Er (nach seinem Hute greifend): Halb und halb habe ich es mir eigentlich gedacht. Sie sind wohl auch zum Lernen schon etwas zu alt. Frommer Wunsch. Wittwe A. (in der Bibel lesend): Du sollst Deinen Nächsten lieben wie .Dich selbst." (Seufzend): Ach, wenn, ich Den nur schon hätt'! . -

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