Indiana Tribüne, Volume 17, Number 283, Indianapolis, Marion County, 1 July 1894 — Page 4
Zndiana Tribüne. Erscheint Täglich und OonntagS. Tte tSgltche XrtbÜce- koftrt durch den Träge, ttSentl per Woche, die SonntagS'.Trtbäne- 8 Xcntl per Wocve. Beide ,usame 15 Cent ode, 5 Cent per Vtonat. Per Poft ,ngeschil?t in vor. uibezahlung V per Jahr. Office : No. 1 8 Süd Alabama Str.
Indianapolis, Ind., 1 Juli 1894. Sonntags-Plauderei, Die Tribüne" erzählte vorgestern eine Geschichte, wie der Eisenbahncondukteur Smith, der sich ?"?zlich umbrachte, zu seiner Entlassung kam. Als ich das las, erfaßte mich ein Gefühl, das ich weder bezeichnen noch beschreiben kann, hauptfächlich aber war es Ekel und Abscheu vor einem System, daS einen Menschen in den freiwilligen Tod treiben kann, weil er menschlich gefühlt und gehandelt hat, vor einem System, welches einer herzlosen Korporation die Macht verleiht, einen Menschen zu zwingen herzlos zu handein, vor einem System, welches Kreaturen schasst, die sich zu Spionendiensten hergeben, und schlecht genug sind, selber Jemanden durch Herausforderung des Mitleidens zu einer verbotenen Hand lung zu veranlassen, um ihn nachher anzuzeigen, denn ein Spion muß etwas anzuzeigen haben, wenn er seme elenö Stelle bebalten will. Ich vermeide die Besprechung solcher Dinge in meiner Plauderei, ich plau dere am liebsten über heitere Dinge leider aber hat man dazu nicht immer Gelegenheit, es gehen zu viele häßlich Dinge in der Welt vor. Da giebt es leider noch so'Viele, welche sich von der Ansicht nicht losmachen können, daß die Jagd nach dem Dollar zivilisatorisch wirkt. Wahrhaftig, das hier ange führte Beispiel spricht Bände für die entsittlichende und korrumpirende Wir kung derselben. Ich weiß nicht mehr, wo eö war aber ich glaube eS war im Eincinnati VolkSblatt" daß ich laS, der Neid sei die Grundlage der sozialistischen Theorie. Diese neue geistreiche Ent deckung fiel mir ein, alS ich diese Woche hörte, daß der Stadtrath demnächs mit einer Vorlage beglückt werden soll, . worin Orchestion-Musik in Wirthschaften verboten werden soll. Das 1 Verbot soll auf die Herren Weilacher und Dinnin gemünzt sein, welche solche Instrumente in ihren Lokalen ausge. stellt haben. An irgend einem mora lischen Grund wird eö natürlich nich fehlen, und ich würde annehmen, daß die Kunst" entrüstet darüber ist, daß ihr eine automatische Nebenbuhlerin entsteht, wenn man mir nicht erzähl hätte, daß auö derselben Quelle auch eine Opposition gegen die Konzerte ' entsprang, welche das When" Kleider aeschäst an jedem Samstag Abend von dem Balkon seine? Geschäftshauses herab, veranstaltet. . Und diese Opposition, so sagt man, entstamme dem menschenfreundlichen Gefühle der Herren Dickson und Tal bot, welchen die so gelieferte Musik nicht genug künstlerisch vollendet ist, und welche fürchten die Kunst könne darunter leiden. Man sagt so, verbürgen kann ich mich nicht dafür. Neid ist natürlich nicht Idie. Veranlassung, daS wäre bloß anzunehmen, wenn die Herren Sozialisten wären, sie thun es bloß der Kunst wegen. Sie fürchten bloß künstlerische Geschmack des Publikums könnte darunter leiden, wenn dasselbe Musik hört, welche nich von Dickson und Zallfii als echt ver brieft und in den Kunsträumen des Srand- oder Englisch's Opernhauses oder des Park Theater verzapft wird. Neid ! 3 bewahre, wer wird an s etvaö denken. Wer wird daran glauben, daß eS Neid sei, wenn ein Mann, der mit SchnapS, Kaffee und' Früchten handelt, einem armen Bananen-Hausi-rer die Polizei auf den Hals hetzt. So etwas wäre allenfalls bei Sozialisten Neid, bei Anderen aber ist eS geschäft licher Schutz, wenn nicht gar Unter nehmungsgeist. Was meint He Schwinge dazu ? Da bin ich nun ganz unwillkürlich wieder ins Raisoniren hineinzerathen, anstatt über irgend etwaS Launiges zu plaudern. Bei einer Temperatur wie die jetzige aber weiß ich wirklich nicht, wie man eS ansangen soll, seine gute Laune zu behalten. Da fühlt man die bedeutungsvolle Schwere des Flucheö, welchen der Herr vor fünftausend Iahxen auösprach : Im Schweiße deines Angesichts sollst Du dein Brod essen". 'Und dagegen kann man nicht einal streiken ! ES ist ein Wetter, in dem sich 'Jeder nach Ruhe sehnt, nur daS unHeimliche Quecksilber im Thermometer, daS hat keine Ruhe. ES steigt und steigt innner höher hinauf und scheint die Anstrengung gar nicht zu empsinAtn. Kern, och so eiriger Pastor
wird eö wagen, bei der Temperatur von der Hitze im Fegefeuer zu reden.
Er muß befürchten ausgelacht zu werden. Die Sonne dringt mit ihren Spitzen Hinab bis auf den Meeresgrund, Die Fische fangen an zu schlitzen, O Sonne, treib es nicht zu bunt. DerPlauderer. Die Lanvarveiter Deutschland. in (Dr. Paul rnft in der Sulunfr.) Die industrielle Arbeiterfrage ist ledialich eine Jraae der Arbeiter; die ländliche Arbeiterfrage ist so sehr auch eine Zrage der Unternehmer, daß manche Leute überhaupt meinen, eine Frage der ländlichen Arbeiter, d. h. die Frage, wie diese besser zu stellen, vor den schlimmsten Folgen der ge genwärtigen Wirtschaftsordnung zu schützen inen u. s. w.. gebe es über. Haupt nicht; eS gebe nur eine Frage. wie die ländlichen Unternehmer genü gende und tüchtige Ardeiter bekom men können. Wenn wir den nun ein mal populären Ausdruck .Arbeiter frage- beibehalten wollen, so liegen demnach in der .ländlichen Arbeiter frage- zwei besondere Fragen, von denen die eine im Wesentlichen iden tisch ist mit der Frage der industiel len Arbeiter, die andere eine beson dere Eigenthümlichkeit der Land wirthlchaft bildet. Diese Eigenthum lickkeit hat die Landwirthschaft zwei Umständen zu danken: erstens kann sie aeaenwärtia m Europa nie die gleichen Löhne zahlen wie die Jndu strie; und zweitens lieAt es ln der Natur ihres Betriebes, daß sie zu ge wissen Zeiten mehr Hände nöthig hat alS zu anderen, also eigentlich eine Arbeiterreserve erfordert, die einen Theil deS Jahres über müßig ist und auf Arbeit bei ihr während deS ande ren Theile wartet. Es können m Europa gegenwärtig in der Landwirtyschast Nicht die am chen Löhne gezahlt werden wie in der Industrie: der Boden mufc bei uns überall eine hohe Grundrente tragen; daS auf diesem Boden producirte Korn soll aber mit Korn konkurrlren. daS auf Boden entweder ohne oder mit nur geringer Grundrente gewach sen ist. DaS ist nur möallch. wenn anderweitig in den Produktionskosten gespart wird; durch Einstellung von Maschinen gegenüber etwaiger um fangreicher menschlicher Arbeit in den Konkurrenzländern nndet eine solche Ersparnis nicht statt; kS bleibt also nur übrig, am Lohn zu sparen. Der fundamentale Unterschied zwl schen Landwirthschaft und Industrie ist. daß die Landwirthschaft Produkte allgemeinen und unmittelbaren Ge brauch erzeugt, die Industrie aber nie; und daß der Arbeiter, wenn man ihm dieProduktionSmlttel überläßt in den Stand gefetzt wird, allein. ohne Kooperation, von diesen Pro dulten so viel zu erzeugen, wie er sel der gebraucht; und diese Produkte stellen den weitaus größten Theil sel neS Verbrauchs überhaupt dar. Durch eine geschichliche Eytwicke luna. die hier nicht weiter verfolg werden kann, hatte sich in Deutschland östlich von der Elbe aus thut stammen hauptsächlich die Klagen ein ciaenthümlicheS Arbeiterverhält niß gebildet, das jbir Jnstleute. Eha rakteristisch ist für das Verhältniß: der Kontrakt wird nicht mit einem Individuum geschlossen, sondern ml einer Familie; die Leute erhalten nicht reinen Geldlohn, sondern in Form des DreschantheiiS auch einen Antheil am Ertrag der Ernte, der in guten Jahren so hoch tst, daß sie da von verkaufen können; und endlich ist ihnen ein Stück Land zugewiesen. das sie selber bebauen. Betrachten wir zunächst den Gewinnantheil, und zwar nehmen tot pn, daß die Leute Nicht verlausen loueu. Als ich diese Zeilen schrieb, kostete in Berlin das Pfund Kartoffeln im Detailverkauf 10 Pfennige. Der in der Stadt lebende industielle Arbeiter bat keinen Keller zur Verfügung und ist darauf angewiesen, seine Bedarfs artikel im Kleinen einzukaufen. Der Centner ttsrtosseln MM ihm also au 10 Mark zu stehe' In dem Dorfe wo ich mich damals Aufhielt, haben die Arbeiter, soweit sie l'U Sartoffeln nicht selbst geetntet haben, ihre Be darf im vorigen Herbst von dem Gu eingekauft, und zwar für 1.30 M. den Cevjner. Der Ardeiter in der Stadt vzu einen Lohn bekommen. welcher ihm erlaubt, 10 Mk. für die Kartoffeln zu zahleu, Ptx Arbeiter auf dem Lande braucht yjbx tue weniger. Ich habe dieses Beispiel gewählt, weil es mir nahe liegt und die Sache gut erlöntert. Wie mit den Kartof sein hier, so zeht eS dem Jnstmann resp, einem GuttSerrn mit dem Woggen. Indem der Mgyn nun ade? nicht seinen ganzen Rsgy ver braucht.sondern noch davon verkauft, kommt noch ein zweites, Psycholog! sches Moment dazu. Der Arbeiter ist Mitunternhmer. Wenn ihm. nachdem ausgedroscher ist, ein sixeS Deputat zugewiesen ü.che, daS er ein für allemal bekommt nd daS für jhn und feine Familie ausreicht, so ist e5 ihm gleichgiltig. wie daS Korn wächst;.? bekommt, nicht mehr und nicht wenikex davon; so ist eS ihm auch gleichgiltig, DsL daS Korn lsßt; er kaust nicht und tt.rkaust ich, Jetzt aber hat er einerlei I teressen mit feinem Herrn, theilt seine Hoffnungen uu$ leint Befürchtungen, und TaS knüpft Hz .nergeS Band zwischen den Beiden Äi Per bloße Arbeitskontrakt. Auf Um ihnen zugewiesenen Land bauen du Leute meistens Gemüse und Lein. Mt den Kartoffeln ist eS ähnlich wie mit dem ßtsgaen ein Stück Land in'Un Schlägen tzeö Gutes.wird den Leuten zugewiesen, ojer
vollilcmolg vom ul aus oesiear, so daß es sich hier gleichfalls um. einen reinen Gewinnantheil handelt: giebt es viele Kartoffeln, so bat der Inst
mann gleichfalls viel, und umge ehrt. Das Land für Gemüse und Lein, daS sogenannte Gartenland-, muß nun von den Leuten selbst be teilt werden. Hier ist der Vortheil ür den Gutsherr am offenbarsten. Die Zeit, 'die verwendet wird, um dieses Land zu bearbeiten, wird Nicht von der gewöhnlichen Arbeitzeit ad gezogen; diese Arbeit auf dem Eige nen bildet fast ein Vergnügen, und indem der Gutsbesitzer lediglich auf die Grundrente von 1 1$ Morgen verzichtet, bewirkt er, daß durch Ar beit in Ueberstunden ein großer Theil der Lebensbedürfnisse erworben wird, daß der Lobn entsprechend niedriger sein kann. Das für den Bedarf der Familie nöthige Fleisch wird eben falls nicht zugekauft: in guten Iah ren kann "sogar vielleicht noch ein Schwein verkauft werden. Für die Kuhhaltung war früher von großer Wichtigkeit die Gemeindeweide. Nach der Austheilung, bei welcher überall die Ardeiter, leer ausgegangen sind, ist die Kuhhaltung sehr erschwert. Das Gewöhnliche ist gegenwärtig. daß die Kuh mit in den herrschaftli chen Stall eingestellt, wird. So wird die Nahrung fast aus schließlich auf die billigste Weise be ichafft. Aber auch mit der Kleidung war eS so. Noch heute wird das Lei neu von den Arbeiterfrauen oft selbst gewebt; fast aufgehört hat das We den emeS grauen Zeustoffes .Warp-, suS welchem Kleider herge ?, . i n . lelll wuroen. )vas waren Aroetien für den Winter und für die Tage. wo in der Wirthschaft nichts zu thun war. Vom Standpunkt der kapita listischen Nationalökonomie aus ist e5 natürlich ganz unsinnig, solche Arbeiten, welche mit den neuen Ma schinen in ein paar Minuten vernch tet werden können, in Tagen von dem uralten Webstuhl machen zu las sen, wie er schon vor Jahrhunderten in Gebrauch war. Aber trotzdem kam durch diese eigene Weberet der Unter halt des Arbeite? billiger, weil sie in Zeiten geschah, wo jetzt' der Arbeiter gar nichts thut. . Sowohl das besondere Arbeiterver hältniß der Institute, das die Farbe der Arbeiterzustände im Osten de stimmte, wie die sonstigen alten soaa len Erscheinungen sind im Verschwin den begriffen. - Der Hauptgrund, weshalb das Spinnen und Weben aufhört, ist die enorme Billigkeit und größere Ele ganz der fertig gekauften Waare. Ein Kleid oder Anzug, aus dem Laden in der Stadt gekauft, kommt billiger als die Woge, die nöthig ist, um den Stoff dazu zu weben; und was an Dauerhaftigkeit fehlt, wird ersetzt da durch, daß eS städtischer aussteht, Wegen der geringeren Haltbarkeit kommt daS städtische Kleid doch theu rer als daS selbstverfertigte; aber eS ist wohl allgemein menschlich wie die Eleganz der Haltbarkeit vorzuzie hen. Bet der Leinwand kommt die Eleganz nicht so sehr in Frage wie bei dem Stoff; deshalb, und auch weil daS Lern selbst geerntet wird. während die Wolle vom Güt gekauft werden muß, hat sich die jelbstrna chende" Leinwand besser gehalten als der Warp; daß sie ihm aber folgen wird, ist keine Frage. Daß die Kuh jetzt im Stall der He?rschaft steht, ist ossenba? em Zu stand, der sich nicht lange halten kann; an vielen Orten ist er denn auch schon abgeschafft und die Arbei ter erhalten dafür die Milch, die sie gebrauchen. Das wirb stets weniger fein, als was die ttuh ggh, beheutet also eine Verschlechterung der LebenS Haltung, die wie fatalistisch mit allen diesen Umgestaltungen solcher alten Zustände verbunden ist; ist ja doch ent chieben der Arbeiter im baumwol lenen Röckchen, daS in den ersten zwei Jahren eS Sonntags getragen wuroe uns nun zuin Aroelterroa oe gradirt ist, schlechter gegen hie Witte rung geschützt als der frühere Arbei ter in einem ehrlichen alten wollenen Anzug, der lange JaM aushielt. oder in der gelben Lederhose, die sich vom Vater aus den Sohn vererbte. DaS Aufhören der Hausindustrie zu Selbftgebrauch und der eigenen Kuhhaltung hat Arbeit weggenom men, dze fast allein der Frau gehörte. Auch das ist etne allgemeine Erschet nung, daß mit p'ex Aufllösung der alten Verhältni se die m Hause geübte produktive Thätigkeit der Frau verschwindet. DaS hat zur Folge entweder, daß die Frauen faul werden, oder daß sie außer dem Hause produktiv thätig sind; Beides sehr zum llnsegen für die Arbeiterfamilie. ES mag sich dux'ch'pje außerhäusliche produktive Thätigkeit der Frau eine neue Ordnung der Familie entwickeln jedenfalls aber wird die bestehende zersetzt unter Begleiterscheinungen. plz jtir die Arbeiter sehr traurig Uns. DaS JnsteHtthältniß war die Grundlage der ländlichen Arbeiter ordnung des Ostens. Die Ktndex der Insten lieferten das Gesinde. In der Erwartung, selbst einmal in daß 'Jnstenverhältniß zu kommen, war des Gesinde natürlich anhänglich an die Hexrschas. Die Herrschaft selbst stand denLeuteudi.e seit Men schengedenken mit dem Gut erkvSpst gewesen waren, freundlich gegenü der. und wai die brauen der GutS besitzex Werden in einer einfacheren ISeit, wo feit ant SauSfrau nocb bäu figer existirte unv ,k5 noch nicht die moderne Dame gab, den Leuten menschlich näher gestanden haben. Die Jnstleute waren für die Arbeit. welche nicht jeden Tag siel, bestimmt. und während ihre Naturalbezüge na tprlich guf JahreSkonträkt gingen. erhielten. Jt dep M)Mnux jrn
Veryarlniß zu den wirklich gearbeite
en Tagen. Die Auflösung des Jnstenderhält nisses erfolgt nun von verschiedenen Seiten: durch die mehr kapitalistische Gestaltung der Betriebe, durch die technischen Umwälzungen und endlich geänderten Psychologischen Zustände der Herrschast und der Arbeiter. Ter alte Junker" ist eine im Aus sterben begriffene Kategorie. Die kleinen Güter von ein paar hundert Hektar, auf denen die Leute anstän dig aber einfach lebten, und wo die Hauptsorge ein paar Thaler Zuschuß an den Sohn tn der Garnison und die bescheidene Mitgift für die Toch ter war, diese kleinen Güter, deren Besitzer sich manchmal nur durch ein stark ausgeprägtes Selbstbewußtsein von der bürgerlichen Mittelklasse unterschieden, verschwinden immer mehr; sie wurden aufgekauft und zu Latifundien geschlagen, deren Besitzer durchaus nicht . dem alten Junker stamm zu entstammen brauchen, fon dern schon oft, Abkömmlinge von in dustriellen Bourgeois und Börsia nern sind. (In Pommern hatten 1850 zwetundsechzig reiche adelige Großgrundbesitzer 229 Güter, 1891 hatten dieselben Leute 435 Güter. ES besaßen in dieser Provinz 1891: 76 Adelige mit mehreren Gütern 182 Güter mit 109.950 Hektar; 219 Ade lige mit einem Gut 219 Güter mit 169.432 Hektar: 119 Bürgerliche mit mehreren Gütern 295 Güter mit 131.203 Hektar; 785 Bürgerliche mi einem Gut 785 Güter mit 377.591 Hektar.) DaS Verhältniß dieser Lati fundienbesitzer zu den Leuten ist ein wesentlich anderes als das der Jun ke?. Die tägliche persönliche Berüh rung, die intime Bekanntschaft mit den Verhältnissen der Einzelnen, fehlt. Der alte Junker betrachtete seine Leute immer noch als Untertha nen, behandelte sie zwar demgemäß im Umgang nicht so, wie der indu strielle Bourgeois im Wesentlichen einen Arbeiter behandeln muß, als gleichberechtigte Kontrahenten, aber er fühlte auch Pflichten eines Herr schers gegen sie und sorgte in seiner Weise für sie, wenn sie in Noth ka men. Der modernem Großgrundbesi tzer möchte die alte Art des Verkehrs mit den Arbeitern beibehalten, aber sie im Uebrigen behandeln, wie der industrielle Ardeiter behandelt wird. den man einfach entläßt, wenn er krank oder alt wird. Daß überall da, wo der Znckerrnbenbau eingeführt wird, Alles an der? werden muß, ist ja klar. Die ..W t & W ! r? ? . . rvn Arven orangt na) in ein paar Acona len zusammen und in der übrigen Zeit . bleibt abjolut gar nicht zu thun! Zuckerrüben und Kartoffeln haben außerdem die eigentliche, rich tige Industrie aus dem Lande hei misch gemacht. Aber auch die Getrei dewirthschasten sind revölutjonirt.und zwar durch die Dnumaschlne und die Dreschmaschine, Pie Drillmaschine ermöglicht es, daß die Früchte bebackt werden; dadurch werden für einige Wochen eine große Menge Hände be nöthigt, die früher nicht gebraucht wurden. Die Dreschmaschine macht die Arbeit, die früher den ganzen Winter durch dauerte, jetzt in ein paar Tagen ab, macht also den wett aus größten Theil der Arbeiter, die im Winter beschäftigt wurden, über flüssig. Die bereit? erwähnte, früher nicht so sehr bemerkbare Disharmonie zwischen der Zahl der zu verschiede nen Jahreszeiten zu beschäftigenden Hände wird also größer. Und da mit wird daS Jnstenverhältniß un haltbar. Statt sich Arbeiter auf den Hals zu laden, die er das ganze Jahr über beschäftigen muß, zieht eS der Gutsbesitzer vor, sich Wanderarbeiter , rv r aus muinano kommen zu la en. Diese, an eine niedrige Lebensweise gewöhnt, vermögen sich im Sommer so viel zu sparen, daß sie im Winter in Rußland wo übrigens der Werth des Geldes auch viel höher ist ohne Arbeit leben können. Der deutsche Arbeiter, auch der germanistrte pol nische Arbeiter, wird verdrängt. Auch die Arbeiter selbst suchen aus dem Jnstenverhältniß heraus zu kom ZnenV .Dje Hauptzzxsachf jst, daß s? iynen immer azwere? w ro. vcn o fegänger zu stellen; wir erinnern nur, daß nicht nur der Mann ve? pflichtet ist, sondern die Familie; er muß einen oder zwei Leute außer sich stellen, etwa seme Frau und em älte reö Kind. Hier wird nun Wirkung zur Ursache und Ursache zur Wirkung. Weil' daS .Jnflmannverhältniß nicht Nicht mehr so erftrebenSwerty scheint. wenden sich die Kinder meistens nach der Etadt. De? Dräng nach der bö heren Kultur, wenn, auch zunächst ganz unklar gefühlt, macht sich tn th nen geltend. Die Stadt aber und die Industrie konsumirt nur Menschen und produzirt sie nicht; nach ein paar Generationen sind die' städtischen Fa milien entartet. ' Daher muß ein sol che? Zuzug immer rqieher stattfinden. Der Gestndedienst war die Vorstufe zum Jnstleuteverhältniß. Eö ist be greiflich, daß die Kalamität für die Besitzer sich im. Gesinde zunächst be merkbar macht.. Es ist schon so weit gekommen, daß die Löhne für Knechte und Mgde sehr stark gestiegen sind, oft um daS Drki? ijnd Vierfache in einem Menschenalter, daß sicherste Zeichen für Arbeitermangel.' Auf genau zu verfolgenden Stu sen bildet sich äuö dem Insten zu nächst der Deputant.' Dieser erhält deinen Antheil mehr sondern ein festes Deputat an'Naturaljen. Er verkauft nichts, mehr, be ihm 'ist da? Band der Interessengemeinschaft mit dem Gutsherrn schon zerrissen. . Au'S dem Deputanten wird' der gänzlich auf Geldlohn gestellte Ä?beite?;' diese? muß daß zur Befriedigung sejner Be. dürsnisse Nöthige' einkaufen und er steht' in einem Gegensatz zu den Inte ressen deS - Herrn: ihm ljegt daran, UbMMntfWÜ. " " - .i ', .i 'l"
1fr. Ctoo.Tr CooH to Cl'. J,hd ZU Großk Leiden gahHr Grippe. ycht Cn' KoPse. Sch, .l trz7)5gen. ,Bt cl Zähre w: 4 einen (efrigen nfal ton V rippe. der mich in einem schrecklich schwach And herabgekommene Zustand jttrfiilitft. Lorize Einte hau ich einen weitere Unfall nd w wieder heretgekommen. eine Gesundheit fast ruiuin. Mein ppetit war zan, verschwunden, ich) hatte keine rast, war ftetR müde, hatte nan iNehm donnerahnliche Geräusch i Kopse, gleich eine Oassersal. uch hatte ich heftig Kops schmerzen und Heftige druckende Schmerzen ta meine Magen. Ich ah Medizinen, ohne daß sie mir Uten, feil ich. achdem ich s, diel Nbe, $' SeuksaHartlla gehört hatte, mich entschloß. z versuche, und da Resultat ift sehr leben werth. All unangenehmen Folgen der Grippe find veruder. ich bin all Schmerzen und Leide toi, und glaub, da, Hood'S Sarsaparilla eine Katarrh sicherlich hei. Ich empfehle I Uen." 9t$. O. eok. Lt. Zohnlrury. vt. YUle heil Mchreiz. TUxUt, HM dMttAbtt, 0Kt4ft. Russen und russisch Polen verdrän. gen die deutschen und deutschpolni schen Arbeiter deS Ostens. Diese werden gleichfalls Wanderardeiter und ziehen nach dem Westen, als Sachsengänger, wo sie in der dort intensiveren Landwirthschaft, namentlich beim Rübenbau. Verwen dung finden. Die westliche Land wirthschaft zahlt höhere Löhne als die Landwirthschaft des Ostens; nicht etwa wegen des besseren Bodens, wie oft behauptet wird, sondern weil im Westen die Lebenshaltung der Arbei ter stets besser und die Grundrente also mit Rücksicht auf einen höheren Lohnsatz berechnet war. Ganz wie die Russen in Deutschland, sparen auch die Sachsengänger während des Sommers und leben im Winter von dem Ersparten. Wenn man zusammenrechnet und Zahl gegen Zahl stellt, so mag sich scheinbar der gegenwärtige Wander. arbeiter sogar noch etwas besser ? sie. hen als der frühere seßhafte. In Wirklichkeit aber ist seine Lage aus einer relativ, d, h. nach seinen Ge wohnheiten und Anschauungen, gu ten in eine sehr traurige verwandelt. In der Fremde, ohne jene kleinen und unscheinbaren Freuden des Fa milienlebenS und der Gesellschaft, die namentlich für den an Freuden ar men Arbeiter so wichtig sind; der weibliche Theil der Arbeiter in dem gefährlichsten Alter schutzlos und ohne Anhalt den geschlechtlichen Verlockun gen ausgesetzt; und im Winter dann ein langweiliges, inhaltloses Leben mühte die Leute schon gänzlich der lumpt haben, wenn nicht gerade diese Arbeiter deS Ostens von Naiur ein so kerniger und tüchtiger Menschen schlag wären. Der Mond hat einen Schnurrbart, riefen sich unter Hellem Gelächter jüngst Nachts einige, sonst sehr ernste, ehrwürdige Bürger der Stadt Dresden bei ihrem Nachhause' wege in der Marienstraße zu; und in der That bildeten zwei schwarze Wölk chen aus dem feisten Gesicht des Voll mondeS einen ganz normalen deut schen Schnurrbart, dem sich später am Kinn ein französischer Henri qua tre zugestellte. Diese wahrhaft ko mische Erscheinung erhielt sich etwa fünf Minuten lang ganz normal worauf sich dann wieder das haNlose Gesicht der Lun in ihrer ganzen Langweiligkeit zeigte. Die nüchtli chen Zeichendeuter verkündeten mit weiser Miene, daß die schnurrbartli che Metamorphose aus dem Deutschen in's Französische einen großen poli tischen Hintergrund habe und beiden Reichen wichtige Ereignisse bevorstän den.... Na, wir können'S ja abwar ten. Ein.gewisserJakubicka, Schüler der fünften Klasse der Volks schule zu Eisenbrod in Böhmen, er hob sich neulich um halb 3 Uhr Nach mittags während des Unterrichts und begann seine Schulsachen einzupacken. Der Lehrer fragte ihn: ' Jakubickä, was machst Du da?" Jäkubicka er wiederte: Herr Lehrer, jetzt um halb 3 Ubr sind eö gerade 14 Jahre', seit ich geboren wurde, ich trete auS der Schule aus. Er wandte 'sich an die Schüler mit den Worten: .Adieu, meine JungenS!? und lies nach Hause. Das offizielle Organ deS Wiener Thierschutzvereins, D Thierfreund,- bringt in seiner Mai. Nummer folgendes Inserat: .Eiy Möglichst großer Kqter, dunkler. Färb? (schwarz -bevorzugt.) wird bis Ende Mai an Kindesstatt angenommen. Gute Behandlung, angenehme Ge sellschaft, Landaufenthalt. An träge" (folgt die Adresse), ' ' Suchst Du Beschäftigung s Eine ausgezeichnete Selegeheit für deutsche Männer und Frauen die sich ein gutzahlendeö . Haupt oder Nebengeschäft gründen wollen. $75 biS $100 per Monat garantirt. Näheres durch Dr.'Scho'o,, No. 11 Main Ät. Racine, Wikc. t . l ; . v .
Der STSW
(Stamvt Die Jnventaraufnabme ift
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